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Mit Fehlern leben ist in Ordnung 

Ich bin geistig recht beschäftigt wegen dem kommenden Konzert und Steuererklärung.

Beschäftigt, aber erfüllt.

Mein Werkzeug im Leben durchzuschlagen ist das Schreiben. Da mein Deutsch fehlerhaft ist, muss es immer korrigiert werden. Selbst nach vielen Korrektur findet man immer noch Fehler im Text. Ich bekam paar Hinweise von verschiedenen Freunden. Nun wollte ich es einfach so sein lassen.

Mit Fehlern leben ist in Ordnung. Es ist nicht perfekt, aber fein.

Als ich noch für meinen Zen Lehrer kalligraphierte, als er Schüler ordinierte, fanden wir immer heraus, wo Schreibfehler oder sonstige Fehler der Organisation immer stattfanden. Es waren bei denen, die sich wahnsinnig viel Mühe geben bei der Vorbereitung. Damals verstand ich es, als Mensch mit der all der Menschlichkeit zu leben. 

Ich will mich nicht verteidigen. Es ist nicht meine Faulheit. Es ist das Leben.

南管茶會 Nan Guan Konzert mit Tee in Zürich!

http://www.agenda.uzh.ch/record.php?id=34814&group=24

Eine Schale Tee in den Gesängen der alten Han

Eine Schale Tee bringt dem modernen Menschen Gelassenheit und Gesundheit. In der Tat ist der Tee ein Resultat der alten chinesischen Alchemie, die stets versucht, die Grenze zwischen Zeit und Raum aufzuheben.

Die Teehaus-Kultur wurzelt in der Tang Dynastie von 713 bis 741. Das öffentliche Teehaus war ein Ort der Begegnung und der Ereignisse, ein Ort, wo sich die Aristokratie traf, um sich zu erheitern, wo das gemeine Volk Unterhaltung suchte. Dort, im Teehaus, wurde der Tee von Geschichten begleitet, die mittels Gesang und Gestik erzählt wurden.

Diese Teehaus-Tradition vermittelt uns heute nicht nur die Kultur des chinesischen Lebensstils, sondern auch die alten Künste. Das Publikum am Teetisch ist gleichzeitig Teil des Geschehens wie auch Botschafter dieses Lebensstils.

Am 24. September bauen wir eine Brücke vom Hier und Jetzt in die alte Tang-Zeit, durch die alte Han-Sprache Holo. Mit einer Schale Tee werden die Teilnehmer in die andere Zeit versetzt, ja in einen anderen Raum, in dem Ost und West, das Vergängliche und das Ewige aufeinandertreffen!

Holo Gesänge – Nanguan

Die Holo-Sprache ist eine antike Chinesische Sprache, die auf der mittelchinesischen Ebene gesprochen wurde. Die Wortteile „Ho“ und „Lo“ beziehen sich auf die geographische Ebene zwischen dem Gelben Fluss und dem nördlichen Luo He. Bis zur Song Dynastie (960-1279 n. Chr.) war Holo die Hochsprache unter den han-chinesischen Sprachen. Im Lauf der Zeit ging diese Sprache durch die Eroberungen und den Vormarsch nördlicher Völker verloren. Im Zuge der Flüchtlingsbewegungen kam Holo in die südchinesische Provinz Fujian und ist seit dem 17. Jahrhundert auf der Insel Taiwan und anderen südostasiatischen Ländern verbreitet. Holo wird heute in Taiwan allgemein als Taiwanesisch bezeichnet.

In der Nanguan-Musik hat sich der musikalische Stil älterer Zeiten erhalten, im Gegensatz zur Beiguan-Musik im Norden, wo auch andere Sprachen und Instrumente verwendet werden. Die Orchesterbesetzung und die Melodien lassen annehmen, dass Nanguan aus der Tang-Zeit (618-907) stammt und sich in der späteren Song-Zeit weiterentwickelte. Die musikalischen Spuren reichen sogar bis in die Han-Dynastie (202 v. Chr. bis 220 n. Chr.) zurück. Nebst instrumentalem und vokalem Vortrag kann Nanguan auch als Schauspiel und Oper aufgeführt werden.

Bei vokalen Werken wird in der Holo-Sprache gesungen. Die Hafenstadt Quanzhou im Süden Fujians gilt als Urspung und Zentrum des Nanguan. An beiden Seiten der Taiwanstrasse haben sich unterschiedliche Nanguan-Stile entwickelt. Am heutigen Abend wird der Taiwanesische Stil vorgeführt.

Künstlerin

Xinfei Wu, Sängerin und Erzählerin, wurde in Taipeh auf Taiwan geboren. Sie beherrscht die alttaiwanesische Holo-Spache sowie die Nanguan-Oper, die heute beide existenziell bedroht sind. Zur Zeit engagiert sich Frau Wu für eine zeitgemässe Interpretation des klassischen Wortschatzes und der alten Poesie. 2009 wurde Xinfei Wu vom ACC (Asian Cultural Council, einer Organisation der Rockfeller Foundation), zu einem Austausch mit Sängern der alten Musik in Japan eingeladen.

Traurige Teepflanzen in Tropen II

Anschließende Diskusion von dem letzten Beitrag.

Der Anstieg des Teepreis staunt und schreckt viele Teetrinker der Welt. Der Anstieg des Pu Er Teepreis verursacht viel Geschrei und bringt einen zu sparen. Einerseits ist es auf Spekulation des Investoren zurückzuführen. Andererseits ist es eindeutig zu beobachten, dass der Teebauer in Yunnan wie viele andere Teebauer in Taiwan oder Japan direkt davon profitieren. Fairtrade ist in Yunnan, Taiwan oder Japan eine lächerliche Frage. Es geht den Bauern gut.

Wir sahen neu gebaute Strasse, glänzende neue Dächer des neuen Hauses und gute Fahrzeuge. Ich freue mich sehr darüber. Viele Bauer sagten auch klar, sie wissen ihre alte Teepflanzen zu beschützen, weil sie ihnen Wohlstand garantieren. Dass man noch vor paar Jahren Gushu abgeholzt hat, um Häuser zu bauen und Schnaps zu aromatisieren ist heute nicht mehr die Rede. Gushu ist goldwert.

Auch viele Teebauer wissen, dass ein Natur-belassener Taidi Cha einen guten Preis macht. Somit gibt es neben dem fast unerträglichen Gushu-Preis auch immer mehr anständigen Taidi Cha wie der Gua Feng Zhai Xiaoshu oder Zhang Jia San Dui.

Trotzdem hatten wir eine heftige Diskussion zwischen Yu, mir und meiner Freundin aus Taiwan im Bus während unserer Fahrt von Lao Ban Zhang nach Menghai.

Für meine Freundin, eine Professorin an der Universität Taiwans, Philosophin, Teeliebhaberin und Wissenschafterin. Sie fragte sich, ob die Menschen endlich begreifen, dass die Natur durch ihr Handel für immer zerstört werden kann und der Wohlstand nur auf kurze Dauer ist. Für sie sollen die Teebauer aufhören, die Teepflanzen auszubeuten und die Natur nicht angreifen. Sie hat Recht.

Ich war eine andere Meinung. Das Problem von Zerstörung der Natur ist nicht das Problem des Teebauers in Yunnan, sondern ein Problem der Teegemeinschaft und somit das Problem der Menschheit. Man darf das Problem auf den Schulter des Teebauers in Yunnan schieben. Den Wohlstand will jeder. Auch die Intellektuelle wie sie fliegt um die Welt und dort oder dort ihr Refugium. Ihr Refugium in der Natur ist der Wohnraum. Hingegen ist die Natur der Ort, wo die Bauer ihren Wert ausschöpfen. Dass die intellektuelle städtische Bürgertum von einer Natur und von einer reinen Tee aus der Natur träumt, ist manchmal eine ironische Vorstellung – fast eine „Heuchelei“. Menschen die von Urbanisierung profitieren, kritisieren die Menschen die ihre Existenz aus der Natur sichern. Warum sollten die Teebauer in Bergen Yunnans keinen Wohlstand genießen? Warum sollten sie keinen Sportwagen fahren oder Iphone besitzen? Warum sollen nur wir die Vorteile der Zivilisation genießen, während die Bergbevölkerung arm bleiben und die Natur nicht antasten sollen?

Ich freue mich, dass die Teebauer in Bergen Yunnans einen Wohlstand erarbeitet haben! Dafür zahle ich gerne einen guten Preis. Dafür freue ich mich, dass niemand an diese Handlungs-kette leidet.

Trotzdem leiden die alten Teebäume in Bergen Yunnans. Sie leiden, weil sie zu oft gepflückt sind, sie leiden weil die Menschen, die sie pflücken, sie falsch anfassen. Sie leiden, weil das Klima der Erde sich verändert!

Unser Bauer von Lao Ban Zhang erkannt das Problem seit langen Zeit. Er bildet selbst ein Team von guten Pflücker! Somit sichert er nach dem guten Materialien bereits den zweiten Schritt seine Qualität! Dass es immer weniger erfahrenen Pflücker gibt, ist weltweites Problem. In Taiwan pflücken die vietnamesischen Ehefrauen und sie wollen eins- das Geld. Das ist moralisch nicht unkorrekt, aber es fehlt eine Verbindung zu Teepflanen. Teepflanzen pflücken braucht das Wissen! Um das Wissen einzueignen, braucht Zeit! Ein guter Pflücker weiss, wie man mit Finger die Teepflanzen anfasst, ohne sie zu verletzen. Er weiss, wie und wo er pflücken darf. Das rechte Pflücken sichert die Lebensdauer des Teepflanzens!

Wir dürfen das Problem der sterbenden Gushu auf den Schulter von Teebauer Yünnans schieben. Das ist die gemeinsame Verantwortung der Teegemeinschaft! Wenn wir billigere Tee-angeboten von Gushu haben, die aus der Ernte von Sommer oder Herbst, so belasten wir die Pflanzen. So beschleunigen wir das Sterben des alten Teebäume, die bereits paar Jahrhunderten vor Dir und mir leben und eigentlich ohne uns noch weiter gelebt hätten!

Die traurige Pflanzen in Tropen bringen uns zum Nachdenken. Nachdenken über uns selbst und über die Zukunft. So eine Diskussion darf nicht in Fehler Zuweisung fallen. Anderen Fehler zuzuweisen, um eigene moralische Position zu stärken, spaltet nur die Welt.

 

Notiz zum Weihnachtsverkauf II

Viele Damen fühlen sich bewegt durch mein Radion Interview und kamen meistens zu Zweit ins Geschäft. Sie wollten mich sehen und einen Tee von mir bekommen.

Ich bin meistens überrascht und fühle mich unglaublich peinlich. Ich versuche es zu erklären, dass das Gespräch von Radio eine Fassade von einer Projektion ist und ich keinen Kristall-Kugel besitze. Ich bin eine ganz gewöhnliche Person. Und ich habe keinen Absicht einen Verkauf zu tätigen, weil die Menschen an mir glauben. Sie glauben nämlich nicht an mir, sondern an ihre Vorstellung.

Es fehlt mir allerdings sehr schwer, mich richtig zu erklären. Zu erklären, dass sie sich für Tee interessieren sollen, nicht für die Möglichkeit, dass ich für sie einen Tee finde!

Das Schlimme ist, dass ich das Gefühl von Erklären-Müssen hasse.

Das raubt mir sehr viel Energie weg und die Damen sind meistens unglücklich, weil ich ihrer Vorstellung nicht entsprechen wollte. Das Interessante ist, dass sie meistens einen Tee probieren wollten bevor sie kauften. In diesem Stress von Weihnachtsgeschäft lehnte ich meistens ab. Weil es abgelehnt wurde, gingen sie meistens gleich. Sehr wahrscheinlich unglücklich.

Seit wann kann man einen Tee kaufen nur wenn man degustiert bekommt? Wo ist dieser Anspruch begründet? Am den Teetisch in Shui Tang ist nur auf Einladung zu sitzen. Ein Gast hat sich als Gast zu verhalten, nicht wahr?

Wenn man an Ort A einen Tee gratis bekommen kann, bedeutet nicht, dass man an Ort B ebenfalls erhält. Ein einseitiger Vertrag verursacht Leiden und Missverständnisse.

Am 24.12. unterhielt ich mich mit einem jungen Mann, der gerade ein Ausbildung bei einer renommierten Konfiserie absolviert. In seinem jungen Gesicht sah ich viel Neugierde und die Prägung von einer guten schweizerischen kaufmännischen Erziehung. Er sagte, er sei nicht ganz einverstanden mit dem, was man als kundenfreundlich bezeichnet. Ist der Kunde König?

Ich sagte ihm, dass ein gutes Geschäft im Vertrauen gegründet ist. Das Vertrauen kann nur aufgebaut werden, wenn Menschen gegenseitig bewusst oder unbewusst das Herz spüren. Also treu zu sich selbst und treu zu dem was wir verkaufen, wäre für mich der Schlüssel zum Erfolg.

Trotzdem habe ich immer wieder Zweifel, wie viel Ehrlichkeit pflege ich zu mir selbst und wie viel Direktheit ist die richtige Distanz oder Nähe zu Menschen um mich. Die intensive Zeit des Weihnachtsverkauf bringt diesen Zweifel oft zur Oberfläche. Ich mache viele Fehler und bekomme Chance es zu verstehen und lernen.