Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

Abendwolken

Yasuaki Shimizu interpretiert die Cello Suiten neu mit nur Saxophone. Diese Saxophone lassen die Noten vereinzelt ertönen, so deutlich, dass der Zuhörer auf sich zurückgeworfen wird – wie die Pandemie oder – der Krieg. Viele von uns lassen sich nicht mehr gemeinschaftlich diese Krisen bewältigen, viele von uns fliehen in die Blasen, viele von uns streiten.

Als ich das Stück zuhörte, schlug mein Herz schneller und schneller, so schnell dass ich dachte, ich konnte es nicht bewältigen. Irgendwann fing der Geist mit dem Herzen zu sprechen. Irgendwann zerfiel die Klänge in der Luft, mal höher und mal tiefer, dann ins Leere. Zum Schluss kam die letzte Note zu mir und der schließende Ton von Saxophone gleicht eine Seufzer. Die letzte Seufzer des Mauren.

Jun- Glasur sollte die farbenreichen Wolken der Sonne, kurz vor seinem Untergang wiedergeben. Vor allem die Farbe von einer bestimmten Himmel, die uns erzählt, dass in unserem Leben bald eine neue Tür öffnet wird. Hoffnung oder Warnung? Aus einem weiten Sicht kann sich der Mensch nur weiter kommen, wenn Hoffnung und Warnung eins werdenmit Kraft, Reflexion und Mut zur Veränderung. Die Wolken fließen weiter, ziehen dorthin, wo wir nicht ahnen, mögen wir die Größe von Abendwolken im Herzen behalten.

Eine Tasse über Holzkohle geröstetem Lalshan harmoniert sich mit Jun Schale. Seine Süße schmeckt hoffnungsvoll. Die Rostnote verleiht ihm viel Aufrichtigkeit und Stärke. Lass Feinstaub fallen, die Einsamkeit zum Raum werden, die Angst zum Treppen von Ausweg – Schritt für Schritt für unseren Frieden im Herzen und dann für diese Welt.

https://youtu.be/2wL5SYg7390

Kleine Oliven – Xiao Ganlan von Sun Chao

Sun Chao wagte sich eine kleine schlichte Kanne wie diese zu gestalten!

Xiao Ganlan, Yixing Qinghui Duan, 110 ml

Zwischen dem Neujahr und dem chinesischen Neujahr kam er die Idee, so eine Form zu entwickeln. Ein Frucht, das Glück bedeutet und immer zum neuen Anfang eines Jahres serviert wird. Simon verliebte sich sofort im ersten Augenblick.

Heute schrieb er mir, was er bei der Einweihung dieser Kanne beobachtete.

Liebe Meng-Lin
Ich habe gerade die neue Kanne eingeweiht. Ich finde sie unglaublich! Die Formen haben eine tolle Spannung. Der Deckel erinnert mich an die Kuppel einer Kathedrale. Der Knauf wiederholt die Form des Körpers. Der Ausguss macht die Kanne schlicht und knackig. Der Henkel verjüngt sich nach unten was sehr gewchmeidig und natürlich wirkt. Der Stand der Kanne ist leicht ausladend, das erinnert an einen Baum, verschmolzen und gewachsen aus der Erde, verbunden mir unser aller Herkunft. Die Farbe ist dezent der glanz seidig matt. Die Kanne hat eine in sich ruhende Ausstrhlung. Entschuldige die vielen Worte, aber ich bin Dir sehr dankbar für diese tolle Kanne und wollte Dich an meiner Freude Teil haben lassen. Herzliche Grüsse, Simon

Ein Tee für – –

Geschehnisse der Welt spalten uns nicht, sondern die Sichtweise. Gespräche spalten uns nicht, sondern Unterstellung. Die Meinungen spalten uns nicht, aber der Anspruch auf die einige Wahrheit.

Trotzdem gibt es einfach Menschen, den wir nicht riechen können, mit dem wir nicht reden kann!

Kannst Du einen Tee für diese Person machen? Für diese Gruppe? Oder für diese Idee?

Wir haben heute es zu unserem Thema gemacht. J. sagte sofort, ich habe jemanden! Y. Sagte, oh… ich muss mir überlegen. F. verweigerte am Ende seines Tees diese Person zu integrieren.

Ja, ich habe auch jemanden oder einigen mit denen ich nicht reden kann… wenn ich weiter auf sie projizieren und an sie denken, kann diese Energie nie schöpferisch sein. Wenn ich sie aber benennen kann, bin ich bei mir, und wenn es so weit ist, arbeite ich an diesem Knote – das ist der Teeweg, der Gongfu Cha.

Manzhi Gushu Puer 莽枝古樹普洱茶

Es wurde erzählt, dass der beühmte Zhuge Kongming (181–234) im Jahr 225 in Yunnan Krieg führte und sich dabei in Mangzhi und Gedeng aufhielt. In Gedeng soll er seinen Steigbügel vergraben haben, in Manzhuan habe er Ziegel aus Eisen vergraben, und in Mangzhi habe er Kupfer in der Erde versteckt. Darum heißt die Region Mangzhi (Mang bedeutet Kupfer). Zhuge wird im Gebiet von Mengla von vielen ethnischen Gruppen verehrt und als Vater des Tees bezeichnet. Von ihm heisst es, er habe die Samen von Teepflanzen nach Yunnan gebracht und den Menschen dort das Wissen über Tee vermittelt. Darum gibt es einen Kongming-Shan.

Während der Yuan- und Qing-Dynastie herrschte hier Frieden und Üppigkeit. Die Pferde der Händler trampelten einen richtiggehenden Tee-Weg in die Berge, die man heute noch sehen kann. Zu der Zeit gab es hier so etwas eine Völkerwanderung, und die Interreligiosität gehörte zum Alltag. Dieser Schmelztiegel der Völker erblühte in Reichtum, was auch Konflikte mit sich brachte. Im 19. Jahrhundert brachen ethnische Unruhen aus, und es kam zu militärischen Auseinandersetzungen. Die Moschee, die Strassen und der Tempel verschwanden aus der Erinnerung. In den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts war der Tee von Mangzhi schlicht vergessen. Erst in den 80er Jahren fingen die Nachkommen wieder an, in den verlassenen Wäldern nach alten Teepflanzen zu suchen und deren Blätter zu pflücken. Heute wachsen Teepflanzen vermischt mit anderen Pflanzen, Assamica und Sinensis stehen nebeneinander. Niemand kümmert sich um sie, sie haben Raum und Zeit, sich zu entfalten.

Als ich diesen Tee in der Ruhe trank, als ich in diesen Tagen während dieser Krieg auf dem Boden Europas tobt, habe ich das Gefühl, dass dieser Tee mir Geschichte von seinem Heimat erzählt. Er ist so schön wie die Alprosen zwischen den Felsen zwischen dem Wanderweg im Hochalpin. Schön, aber rau zugleich. Ich umarme seine Härte und bewundere die Schönheit, die zwischen den Felsen in der Kälte blühen will!

Oder ein einsamer Orchidee, der am Felsenran neben dem Pinie wachsen, wird begleitet von der Sonne und dem Mond.

Simon hat den Tee bildlich wunderbar wiedergeben.

Friedenstee und seine verschiedene Gesichter

Gongfu Cha Kurs III. Thema: Friedenstee.

Unser privates Glück ist schön. Nur die Strebung danach und nur das Augenmerk davon, kann ignorant sein.

Was können wir als Teeliebhaber für den Frieden machen? An die Straße gehen, eine Unterschrift für den Druck auf Bundesrat ( https://sanktionen-jetzt.ch/), Akzeptanz von mehr Mühseligkeit und Verzicht wegen Energie ( wie die deutsche Regierung bereits entschieden hat), was noch? Friedlich leben und einen Tee für Freunde anbieten, ein Versuch auf der energetischen Ebene für das Universum.

Hoffnung schimmert in der Nacht
Das Meer des Gefühls für den Frieden
Anfang und Ende einer Auseinandersetzung
Vom Chaos zur einen immer wieder wackeligen aber friedlichen Welt
Frieden hat verschiedene Gesichter und der Zorn gehört dazu.

Erde und Menschen

Ühttps://youtu.be/znlMhCo54N

Er bezeichnet sich als Sklave der Erde. Er bekam die höchste Auszeichnung der Keramiker Taiwans 2019.

Und er hat den gleichen Name wie mein Teelehrer – Chen Huantang. Er ist auch der gefürchtete und geliebte Lehrer vielen berühmten und jungen Keramiker Taiwans. Viele sagen, sie zittern wenn er neben ihnen steht. Viele sagen, sie haben von ihm gelernt ein grosses Herz für die Gesellschaft und die Natur!

Viel Inspiration wünsche ich Dir, Idee und Vision zu erhalten in so dunkler Zeit im Europa.

Tanz von Schmetterlingen – II

Das kurze Leben von Schmetterlingen inspiriert einen Künstler als Motive vom Herbst für seine Kanne-Gestaltung. Wie kommt er dazu?

Als ich diese Kanne vor mir sah, schimmert sie zart und elegant. Leicht grünlich wie die feine Farbe vom echten Anji Baicha. Sanft grünlich und schimmert. Benshan Lüni heisst der Ton, mit dem Zhang Feng bearbeitete. Zartes gelb, schimmernde grüne Stiche. Jenseits von fallenden gelblichen toten Blätter. Mit welchem Tee soll ich ihn einweihen?

Niklas sagte, dass er Lisan lernen wollte. Er ging in den Keller und holte 5 verschiedene Lishan Oolongs: 2020 Frühling, 2019 Dongpian, 2015 Schneeflocken, 2009 Holzkohle und 2001! Er sagte mir nie, welcher vor mir stand. Und es ist oft wie eine Prüfung, die mir immer wieder zeigt, wie hart ich noch lernen muss. Ich nahm Löffel und trank die Schale am äusseren Rand. Klare Eleganz, differenzierte blumige und fruchtige Noten stiegen in die Nase. Nach dem Abgang duftet es immer noch auf meine Zunge, als ob man duftende Blätter auf den Boden, auf meine Zunge zerstreute. Wie Osmanthus oder wie Jasmin. Wie weisse Pfirsich oder wie reife Aprikose. Die Schönheit beflügelte die Phantasie, als ob man sich zwischen dem Tanz der Schmetterlingen befindet. Eine sanfte Brise wehte, auf einem Wiese in einem abgelegenen Tal, die Sonne scheint und die Schmetterlingen sind verliebt in den Blüten.

Gelagerter Tee? Ich erkannte es nicht. Ich dachte, er müsste jung sein, weil er so gesprächich schmeckte.

Ich drehte mich um und betrachtete die Duanni Kanne näher. Der Körper der Kanne wirkte wie tief in die Mutter-Erde verwurzelt. Wenn ich die Oberfläche berührte, dachte ich die von Regen befeuchteten Boden zu treten. Ein Blatt fiel zufällig durch den Wind auf den Boden, ein Baum streckte noch in den letzten warmen Tagen im Herbst seinen Stamm, um Sonne zu erhalten. ich würde leicht an dem Stamm anlehnen und genoss den herrlichen Blick eines Herbstages.

Es gäbe nichts Besseres als dieser Tee für diese Duanni-Kanne. Niklas fragte mich, wie soll man diese Kanne halten? Wie? Wie möchte diese Kanne gehalten werden? Wie möchte er angesprochen werden?

Tanz von Schmetterlingen von Zhang Feng

Der jetztige Raku Meister antwortete Journalisten, als man wissen wollte, wie man seine nicht sehr benutzerfreundliche Schale zum Teetrinken verwenden sollte, dass es eine Kommunikation oder eine Einladung sei – zwischen der Schale und dem Teeliebhaber. Er ist ein Meister und seine Antwort ist mit einem Geschmack vom Zen. Er würde bestimmt damit testen wollen, wer würde diese Schale verstehen und wo das Zuhause von dieser Schale sein kann.

Bin ich der Ort, wo die Kanne sich wohl fühlt?

Das Leben von Schmetterlingen ist so kurz, dass sie sich nie um die Dinge nach paar Monaten kümmern müssen. Sie konzentrieren nur im Hier und Jetzt. Lebe! Lebe schön! Das Leben ist schön! Es sind die Kraft des Lebens, die mich berührte, als ich die Kanne in der Hand hielt. Ich spürte den Puls des Universums. Meister Zhang Feng hat die Energie der Muttererde durch die einfachen Linien und schirmende Oberfläche lebendig zum Ausdruck gebracht. Ich fühlte die aufwärtsstrebende Lebenswille des Baums und realisierte, dass die fallenden Blätter zur Erde verwandelt werden und die Lebewesen weiter nähren. Es gäbe weder Verlust noch Gewinn. Es lebe weder Leben noch Tod. (Sätze von Herz-Sutra: Oh Shariputra, alle Daseinsfaktoren [12] sind durch Leerheit gekennzeichnet: sie sind nicht entstanden, sind nicht anhaltbar, nicht verunreinigt, nicht geläutert, nicht mangelhaft und nicht vervollständigt worden.) In der Ewigkeit existiert keine Vergänglichkeit.

Schmetterlinge durchleben verschiedene Stadium. Die Umwandlung von Metamorphose inspiriert viele Poeten. Wenn die Schmetterlinge endlich ausfliegen, tanzen sie unter dem Sonnenschein zwischen den Blumen. Wenn der Herbst kommt, müssen sie alle Kraft sammeln, um zu tanzen, um zu paaren, um fortzusetzen.

Herbst ist die Jahreszeit, in der die Schmetterlinge alle Lebewesen winken. Sie rufen: „Tanze, Lebe, Du!“

Zhang Feng, Serie von vier Jahreszeiten – Herbst

Tiliang Duanni Kanne. Benshan Lüni. 470ml Fassungsvermögen.

Tanz von Schmetterlingen – 1

Tanz von Schmetterlinge

Yixing Künstler Kanne von Zhang Feng. Lü Ni (Duanni) aus Huanglong Shan. 470 ml.

„Im Herbst tanzen die Schmetterlinge, weil sie wissen im Hier und Jetzt zu leben!“ Herbst Kanne in Vergänglichkeit-Serie. Mit dieser Serie möchte er die Jahreszeit erzählen. Hier – der Herbst!

Liufang Hu – Yixing Kanne im europäischen Alltag II

Aus dem Film von The History of Tea in Britain sehen wir diese Yixing Kanne im europäischen Alltag. Wie heisst diese Kanne?

Der Name von dieser Kanne heisst 六方宮燈壺 Liufang Gongdeng Hu. Liufang, sechseckig, oder sechsseitig. Gongdeng ist eine bestimme Lampion aus dem Kaiserhof. Es wurde erzählt, dass der 光武帝 Kaiser Guangwu die dunkle kriegerische Zeit von 漢 Han Dynastie (ca. 27 nach Christus) beendete. Er liess spezielle Lampion produzieren, die Lichter in den dunklen Nächten bringen sollten. Somit hat solche Kannenform eine verborgene spirituelle Bedeutung. Weshalb sechseckig?

Liufang, 六 Liu – sechs. 方 Fang – Himmelsrichtung. 6 Himmelsrichtungen? Ja, das heisst, Nord, West, Süd, Ost, Himmel (oben) und Erde (unten). Tatsächlich wird der Raum mit diesem Begriff dreidimensional anstatt nur zweidimensional. Ein Gefäss, das den Raum von Universum ganzheitlich beinhaltet, bringt den von Krieg geplagten verzweifelten Menschen Licht!

Diese Form lebt seit tausenden Jahren im Bewusstsein von chinesischen Volk und irgendwann wurde es als Motiv von einem Gefäss des Tees aufgegriffen. Zufall oder eine logische Entwicklung.

Und das Gefäss, das sowohl Licht bringt als auch einen Getränk trägt, was Menschen in einem fremden Kontinent und Insel klärt, verzaubert und verwöhnt, führt uns auf die Spuren von Begegnung der Kulturen. Es bringt die Vergangenheit ins Licht. Es lässt uns ins Licht blicken, dass der Tee weiter zwischen uns lebt!

方 Fang – eckig, Richtung aufweisend, Symbol von dem Raum auf der Erde. Ein Werkzeug, Menschen zu helfen sich zu verorten. 圓 Yuan (Kries, rund) – Symbol von Charakter des Himmels und Universums. Eine Brille (Teleskop), die Menschen zu helfen, die Zeit durch die Beziehung zwischen bewegenden Sternen und ab- und zunehmenden Mond zu beobachten. Die beiden Begriff bilden die Grundformen der Teekannen und verraten uns die chinesische Vorstellung von Gefässen, wie sie in der chinesischen Kultur verstanden werden. Ein Gefäss, um Raum des Universum darzustellen und gleichzeitig den Charakter des Kosmos zu vermitteln. So ein Gefäss zu „besitzen“, ist eine Möglichkeit, das Wissen zwischen Raum und Zeit zu erforschen – durch das, was das Gefäss trägt – Tee.

Dank Yixing-Kanne bekam ich eine kleine Tür-Spalte, die alte Seele und alte Kultur chinesischer Tradition zu „ahnen“ und zu lernen. Lichtvolle Stütze in einer rasch verändernden Welt, in der das Leben oft seinen Pfad verliert. Durch Tee wird diese Spalte hoffentlich immer breiter.

Sparziergang durch die Wälder Yibangs

Wenn die Sonne im Herbst noch scheint, leuchten die farbigen Blätter besonders gold-gelb. Im Moment blühen die Teebäume in Yibang bestimmt ganz lebendig im Wald.

Mansong Gushu ist eine Orientierung des Pu Ers für mich. Blumig, zart, süss und holzig im Mund. Kraftvoll wirkt er im Körper. Ein Raum von breiten und Tiefen entsteht irgendwo im Brustkorb. Ich begegne selten so eine Schönheit, die aromatisch facettenreich schmeckt und Tiefe und Charakter gleichzeitig besitzt. Dieser Tee ist aufgrund von seiner raren Hintergrund schwer zu erwerben.

Yibangs blühende Teebäume. Herbst 2013

2021 bekomme ich aber vier sehr spannende Yibang. Die jeweils einen Teil von Yibang Mansong präsentieren.

Yibang im Jahr 2013 Herbst

Dahei Senlin (der grosse dunkler Wald) lerne ich zum ersten Mal kennen. Der Wald liegt neben Mansong. Einst war er auch kaisierlicher Tribut-Tee und aus Camelia Sinensis. Ich stelle mir weite Wälder mit dunklen Bäume vor. Der Tee ist keineswegs dunkel. Ich rieche zarte Knospe und blühende Blumen. Der dynamische Geschmack tanzte auf der Zunge, während das Licht, das von den Blätter gespeichert wurden, sich durch den Körper strömt. Lebendig und energetisierend. Das ist der obere Teil von dem Tee des Manson-Gushus.

Dahei Senlin (Dahei Shulin)

Wenn wir weiter gehen, kommen wir bei dem Yibang GuoyouLin an. Natürlich weiss ich nicht, ob es graphisch nah aneinander liegen, aber ihre Geschmäcke sind miteinander verbunden. In Yibang Guoyoulin wachsen die hochstämmigen Teebäume, die stets über den Tellerrand hinaus schauen und den Weitblick behalten können. Schmecken Sie so prächtig wie ein Chawangshu? Für mich schmecken sie wie ein See – ein mystischer See – wie in hochalpinen Bergseen. Oft werden sie verschleiert. Wenn die Sonne durchscheint, offenbart die Schönheit einer Perle. Ein weiter Raum, der auf dem Gipfel steht, weitet sich in mir aus. Leise zwarte Knope klingelt auf der Zunge. Liebliche feine Tasse. Für mich verkörpert er den unteren Teil von Mansong Gushu. Friedlich, weit und in sich ruhend. Emotionale Qualität.

Yibang GuoyouLin

Wenn man eine Weile am See gesessen hat, erhält man Kraft weiter auf den Weg zu gehen. Bergauf und Bergrunter kommt man bei einem anmutigen Weiler. Dort müssen die Teepflanzen wegen dem steilen Hang den grossen Unterschied von Wärme und Kälte aushalten, wachsen die Blätter schmal und länglich. Man nennt es „Weiden-Augenbraun“. So nennt man auch schöne Augen einer Schönheit in der alten Literatur. Die entzückenden Blätter eines Yibang Gushu liefert keinen weichen Tee. Der Tee voller Dynamik verführte mich, Anna und Fabio am vergangenen Samstag zu einer heiteren Welt. Er tanzte, mit uns oder solo. Er macht keine kunstvolle Sprünge oder Pirouette, sondern ganz auf den Boden fliessend wie ein archaischer Tänzer, der Anwesende „nach Hause“ begleitet.

Wenn man bald wieder „ans Tal“ ankommt, begegnet man die vor kürzen angepflanzten Xiaoshu (junge Bäume, ca. 10-20 Jahre alt). Sie sind jung, zugänglich und frisch. Unkompliziert und einladend. Ein bekömmlicher Tee, der nicht sehr viel von einem verlangt, aber viel Freude an Trinken schenkt.

Ein visueller Spaziergang. Eine Reise durch den Geschmack des Tees. Äusserlich und innerlich. Kulinarisch und Emotional. Yibang mit vier Gesichtern.