Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

Ein Jodeln aus Alishan

Es ist rasch dunkel und jeden Tag ein bisschen schneller.

Guten Nervenmantel brauche ich um diese stressige Zeit auszuhalten. Während andere Geschenke aussuchen und einkaufen, muss ich Ruhe und Distanz pflegen. Manchmal fühlt man sich ganz tief in Alpen, wo zu bestimmten Monaten keine Sonne strahlt. Zu solchen Moment braucht man schwebende Klänge und schwebenden Tee, der einen aus den tiefen Täler in die weite Landschaft tragen!

Ein schwebender Alishan alte Machart aus meinem Keller. Zufällig gefunden. Bereits zwei Jahre gelagert und gereift!

Es gibt genügende Alishan und eine Menge von so genannten Hochlandsoolong. Was macht einem Alishan Oolong heute zu einer Rarität?

Ein rarer Oolong ist heute ein Tee, der nach einem bestimmten Vorbild gemacht, anstatt an den Mainstream-Geschmack zu orientieren. Anstatt einseitigen grasigen frischen Noten schmeckt ein Oolong von alten Machart nach reifen Früchten und geöffneten Blumen. Das bedeutet auf das reifere Pflückgut zu warten antatt die zarten jungen Blätter, die langes Welken und Fermentation nicht aushalten. Lange Fermentation verwandelt die grünen Blätter zu einem facettenreichen Tee, der zugleich elegant und tiefgründig ist.

Ich schrieb die Degustation mit diesem Alishan 2016 in meinem Notiz:

Dieser Hochland-Oolong aus Taiwan ist durchdrungen vom fast mystischen Gaoshan-Qi (Hochlandsenergie). Ein Tee, der inspiriert und beflügelt, etwas vom Begehrtesten unter Teekennern. Sein blumiger Duft ist begleitet von feinen Zitrusfrüchten. Dies verleiht ihm ein frisches, elegantes Parfüm. Im Mund fließt süßes, fruchtiges Tauwasser, nach Melone und reifer Ananas schmeckend. Die Geschmeidigkeit des Aufgusses belebt unsere Sinne, man fühlt sich auf einer Blumenwiese, getragen vom schwebenden Jodel aus den hohen Bergen in die weite Landschaft!

Hier ist ein Stück improvisierten Jodelns nach dem Mittagsessen des Volkes Zou, das bis heute in Alishan ansässig ist!

https://youtu.be/wIIFGB_bVtg

Lange Fermentation über die Nacht anstatt vor Mitternacht die Fermentation zu stoppen.

Die Flucht ist beschämend, aber nützlich

Viele neue Besucher von Shui Tang kommen oft mit dem Begriff „Guifei“ oder „Mixiang„, nicht klar. Was ist das? Und was ist Oriental Beauty?

Oft frage ich mich, ob ich dies oder jenes richtig oder falsch gehandelt habe. Ich gebe zu, dass ich nicht immer sehr effizient bin, wenn ich über mein Verhalten reflektiere. Meistens vertraue ich, dass es einen tieferen Sinn gibt, warum dies oder jenes geschieht. Das Denken stört meistens unser Handeln. Vor allem solche Ratgeber-Tipp wie „wo liegt Deine Stärke?“ oder „Wo sind die Schwäche zu überwinden?“ Muss man seine Stärke ausbauen, wenn man in dieser Welt erfolgreich handeln will? Muss man seine Stärke zeigen, wenn man eine Position ausbauen will? Ich denke in diesem Moment oft an die Geschichte von Panda!

Panda. Fast jeder kennt Panda. Panda hat drei schlimmste Schwäche: Er bewegt sich zu langsam, ist Einzelgänger, und hat zu wenig Lust auf Sex. Der Panda konnte vor und während der Eiszeit nicht erfolgreich gegen anderen Tiere um Lebensraum kämpfen, so dass eine Flucht in die Bergen oder Hochebene notwendig war. Die Konsequenz dieser Flucht ist auch die Umstellung auf den Vegetarismus. Weil die Paarungszeit so kurz und zu knapp (Einzelgänger müssen zusammenkommen….), hält die Population an der Grenze und die Nahrung ausreichend sein kann. Seine erfolgreiche Gegner wie Mammute überlebten zum beispiel die Eiszeit nicht, auch wenn sie stark genug waren, ihre Ressourcen und Lebensraum gegen Panda zu verteidigen. Wer ist stärker? Der Überlebte ist stärker, weil er geflohen war? Oder derjenige, der freiwillig aus der Zeitgeschehen würdevoll ausgeschieden ist?

Der Panda hat seine Schwäche erkannt und anerkannt. Er hat entsprechend gehandelt, ohne viel Wertung zu wagen. Er hat überlebt bis heute. Vielleicht ist der wirklich Stärkere nicht wirklich gewollt, stark zu sein. Er will bloß nach seiner Vorstellung leben. Die Flucht in die Höhe, wo die Anderen nicht wollen, gibt einem einen unabhängigen Raum, etwas zu verwirklichen, ein bescheidendes Dasein in der Freiheit zu gestalten – wie das Volk Dogon.

Atong (mein Teelehrer in Taiwan) sagte mir oft, dass der Tee und der Mensch sehr ähnlich sind. Oriental Beauty ist entstanden, weil die Zikaden gnadenlos die Teeknospe befallen haben! Das Volk Haka, das Oriental Beauty zu dem weltberühmten Oolong macht, verlor den Kampf im 19. Jahrhundert gegen anderen Einwanderer aus Quanzhou, zum Beispiel Anxi und Zhangzhou (Fujian Provinz in China) und floh in die Bergen. In den Bergregion um Taoyuan konnten sie ihr Leben nach ihrer freien Vorstellung gestalten und arbeitete sehr hart an ihr Paradies. Heute ist der Preis Oriental Beauty im Hochsommer so hoch, dass man sich fragen muss, wo die Grenze von Scham und Gier liegt.

Oolong aus den von Zikaden befallenen Teeknospe heißt Oriental Beauty. Ursprünglich war es ein Abfallprodukt, weil die Ernte stark geschädigt war. Aus dieser zu verschmähenden Pflückgut ist ein großartiger Tee geworden. Mixiang oder Guifei Oolong nennen wir, wenn das Pflückgut ebenfalls von Zikaden befallen sind, aber die Blätter sind reif anstatt Knospe. Das heißt, aus von Zikaden befallenden reifen Teeblätter kann man Guifei oder Mixiang Oolong produzieren! Die Geschichte von „Guifei Oolong“ ist ebenfalls eine Geschichte aus einer verherrenden Natur-Katastrophe! Eine Erdbeben zerstört die Teegarten Dong Ding Berg. Die Teebauer versuchte aus diesem Schaden etwas Sinnvolles zu gestalten, um ihr Zuhause zu sichern!

Gewöhnlich will ein Verbraucher einen einwandfreien Tee, der weder von Schädlingen befallen war, noch behandelt wird. Wenige Teeliebhaber erkennen in solchen „geschädigten“ Pflückgut einen großartigen Tee, der aus der Schwäche der Natur entstanden ist und in einer Verwandlungskunst entwickelt wird. Solcher großartiger Tee hat ein riesen Potential, wenn man ihn reifen lässt! Der Schwächere, der von Schädlingen attackiert wurde, wird großartig durch die Zeit, wenn wir ihn ohne zusätzliche Handlung in Ruhe lässt!

Nicht die Flucht ist beschämend, sondern eine nach der Kondition unbewusste Handlung. Unsere Schwäche sind unser Chance!

Teepflanzen und seine Zikaden.

Jeden Tag 17 Minuten…

Meng Lin, ich finde, du hast sehr viel dafür geleistet, dass du dich nicht unbedingt einsam fühlen musst. Ein paar gute Leute sind immer da und wollen sicherlich, dass es allen gut geht. So empfinde ich das, und bin dankbar, dass du imstande bist, so einen Laden zu führen, wo man hingehen kann und auch Leute treffen kann, über die man sich freut, wenn man sie sieht. So einfach empfinde ich das und wünsche dir viel Energie. Und Kunst ist ein grosser Energiegeber, sie ist wie eine mächtige elektrische Batterie, die dem Menschen doch auch in schwierigen Zeiten Kraft spendet. Und der Mond leuchtet nicht von allein, er reflektiert die Sonne, und wir auf Erden erfreuen uns des Lichtes, der Sonne und der Sterne:-).

Meine Zeile über Einsamkeit und Gemeinsamkeit hat L. zum Nachdenken gebracht und heute bekam ich einen langen Email zu lesen, das mich ermutigen sollte, sich nicht einsam in Zürich zu fühlen.

Ich fühle mich nicht allein. Einsam-Sein ist nur ein Zustand ohne Konnotation und bietet einen Raum, mich selbst zu begegnen. Ich pflege jeden Tag diesen Raum – also meine Einsamkeit, auch wenn meistens Menschen um mich sind. Gerade wenn Menschen um mich sind, muss ich um so mehr diesen Raum beschützen!

Wie oft habe ich mich gefragt, was bringt mir eine Tasse Tee? Was bringt Shui Tang in Zürich? Was bringt Tee dieser Welt? Wozu ich? Diese Frage wird oft brennend, wen viele Menschen im Kaufrausch sind und sich in Shui Tang irrten. Was bringt das?

Was bringt eine Tasse Tee in dieser Welt im Krieg, vor einem ausbrechenden Krieg oder nach einem verheerenden Krieg?

Umgekehrt kann ich mich fragen, kannst Du dem Tee jeden Tag 17 Minuten geben? Kann ich mir selbst jeden Tag 17 Minuten geben? Wenn Du es Dir nicht jeden Tag geben kannst, dann vielleicht einmal wöchentlich oder gar nur 17 Minuten in einem Leben? Warum nur 17 Minuten? Tee kann Dir weder Reichtum noch Rum geben. Genau wie die Poesie. In dem Kampf der Erlebnisgesellschaft kann Tee nur weiter nach hinten treten und ans Ecke gedrängt werden.

Die Zahl 17, 1+7 = 8. Nummer 8 ist der Anfang nach einem Zyklus und das Symbol der Unendlichkeit.

Wie wäre es ein Tag ohne Duft aus einer Tasse, keine Farbe in dem See meiner Schale? In diesen 17 Minuten hast Du Duft in der Nase, Aromen im Gaumen, und Bilder im Kopf. In diesen 17 Minuten kann ich den Ruf aus dem Wald hören, das Nordlicht auf meinem Dach ahnen und die Verbindung zu jemandem, der mir am Herzen liegt, spüren. Diese kurzen 17 Minuten ist wie ein heiliger Raum, der mir Klänge und Töne schenkt – in einer desillusionierten Welt.

Neulich schrieb Tim mir, dass er sich so sehr auf den ersten Schnee in Zürich freut. „Warum?“ „Weil in diesem Moment Magie über Zürich herrscht!“ Dieser Sad-Boy berührt mich immer wieder mit seiner nebensächlichen Bemerkung. Kannst Du Dich noch an den Tee erinnern, der Deine schöne dunkle Seite des Lebens offenbart? Ich weiß nicht, ob er es noch genau weiß. Ich weiß, dass er die Funken aus der anderen Welt wahrnehmen kann und dass er etwas in seinem Leben hat, was ihm nährt und flüstert, wenn er auf der Suche ist! Er wird sich rechtzeitig an dem Geschmack des Tees erinnern!

Ich warte auch auf dem ersten Schnee. Der erste Schnee bleibt nicht, bringt alles durcheinander und bedeckt das, was die Zeit vergessen will.

Kannst Du Dir jeden Tag 17 Minuten Zeit geben, für eine Tasse Tee? Oder anders formuliert für Deine Einsamkeit! Und wenn der erste Schnee kommt, lass Dich in diesem 17 Minuten von der Magie Zürichs verzaubern!

Daxueshan ruft

Ich weiss nie, was auf mich in Shui Tang wartet. Ich kann nur es annehmen, was das Universum mir beschert. Es hört sich so an, als ob es fremd bestimmt wird. Ich sehe es so, dass das Leben geführt wird. Was führt uns?

Lukas hätte ich nicht wieder erkannt. Er hat sein Bart weg rasiert. Simon kam um seinen Daxueshan Gushu zu sichern. René kam mit dem Vater, um ihm Shui Tang zu zeigen. Für diese junge Runde wählte ich den Pu Er Daxueshan Yesheng Gushu, der Evolution verpasst und wilde Gene besitzt. Über paar Hunderten Jahren wächst er im Wald über 3000 Meter über den Meeresspiegel. Harzig, frisch und floral. Ich bereite ihn gerne sanft zu, obwohl er uns auch gerne seine Ellbogen zeigen. Was für Geschmackskurven? Es gleicht eine Wanderung durch die Frühlingslandschaft, wo Krokus blühen, die Moore gemütlich verbreiten, Nadelbäume ganz gerade in die Himmel wachsen. Ja, wie Avatar! Wie der Wald bei dem Hexer Wiesner in Escholzmatt!

Der Ruf von Daxueshan Yesheng Gushu ist wie eine Faden. Er ruft einen in den Wald zu gehen, wo ein Labyrinth sich offenbart. Es ist wie Theseus, der unausweichlich seine Reise antreten musste, mit Faden von Ariadne den Weg finden und Minotauros töten konnte.

„Dieser Tee schmeckt wie ein Ruf.“ Die beiden nickten den Kopf. “ Hast Du nicht das Gefühl, dass er Dich ruft, Lukas, komme! Komme raus! Raus aus Deinem Komfortzone!“ Lukas sagte, „Doch! Aber wir blieben meistens gerne im Verzicht auf Freiheit und lieber in Sicherheit.“ „Das stimmt. Wir stehen oft kurz vor einer Mündung und haben ungeheuer Angst weiter zu gehen. Aber wenn wir nicht paar Schritte weiter gehst, woher sollen wir wissen, wohin der Fluss uns treibt und wie die Ozean aussehen kann?“ Das Problem ist, wenn wir paar Schritte gemacht haben, wissen wir plötzlich, dass wir nicht von dem Strömung getrieben sind, sondern von unserem Herzen. Lernen zu vertrauen, dass wir auch allein den Weg zu Ende gehen können, ist auf einmal das Wichtigste. „Man braucht Mut.“ sagte er.

Was ist Mut? Ist Mut Nicht- Angst? Ist Mut eine Kraft, um etwas zu verändern? Ich neige zu dem Tee. Er ruft. Ich muss mir nicht überlegen, weil mein Herz vibriert. „Mut ist vielleicht eine Haltung im Leben. Eine Haltung die sich in bestimmten Moment manifestiert, wenn etwas entschieden werden muss. Entscheide ich mich für die Vibration meines Herzens? Oder entscheide ich mich für den scheinbaren einfachen kontrollierbaren Weg?“ Eine Grundhaltung, die den Lebensfluss am Scheideweg scheidet und führt.

Lukas umarmte mich beim Abschied und bedankt sich für den Stoff zum nachdenken.

Meine Gäste sind gegangen, und ich gehe auch weiter.

Einsamkeit und Gemeinsamkeit in Moods

Ich erzähle gerne Geschichte. Weil ich glaube, dass ich ein einsamer Mensch bin. Ich bin als ein einsames Kind aufgewachsen, weil meine Mutter mir nicht erlaubte mit anderen Kinder zu spielen und mir dafür wunderbare Bücher über die Weltgeschichte und europäische Aufklärung kaufte. Die Welt der Erzählungen gab mir einen Raum, in meiner Einsamkeit mit all unbekannten Personen und nie begegneten Figuren verbunden zu sein, über die Grenze zu Raum und Zeit.

Einsamkeit wird in der chinesischen Kultur wunderbar erzählt. Der berühmte Dichter Li, Bai erzählte uns von einem vollkommenen Glück in einer Vollmondnacht:

舉杯邀明月 對影成三人

Ich lade den Mond ein, mit einem Schatten gemeinsam zu Dritt eine Schale Wein zu teilen.

Das vollkommene Glück liegt in dem vollkommenen Eins werden mit sich selbst.

Aber was machst Du, dass Du trotz Zweisamkeit und Dreisamkeit immer noch einsam fühlst? Denn die Einsamkeit nichts mit Anzahl von Menschen neben uns zu tun. Es hat mit „Verstanden werden und Verstehen wollen“ zu tun. So einsam, dass man Angst vor dem Abendessen hat. Mit wem sollte man essen gehen? Wie findet man jemanden, mit dem man ohne Worte verstehen kann? In der chinesischen Mythos wird eine Geschichte über einen König und eine Pfau erzählt:

Der König erhielt einen Pfau vor drei Jahren. Das Vogel sang und tanzte nie. Jemand riet König einen Spiegel vor dem Pfau zu stellen, damit ihm getäuscht werden konnte, dass er Seinesgleichen begegnet hätte. Tatsächlich tanzte und sang der Pfau drei Tage lang vor Aufregung und starb direkt wegen der Erschöpfung. 青鸞舞鏡 Qing Luan Wu Jing ist somit ein wichtiges Geschenk der chinesischen Kultur an uns. Es erzählt uns über unsere Einzigartigkeit und den vergeblichen Versuch, Unseresgleichen zu finden.

In unserer Individualisierungsprozess müssen wir die Einsamkeit aushalten. Das Mittel uns in diesem Zustand zu unterstützen ist die Poesie und Musik.

Lea komponiert uns schöne Stücke, die uns näher an die Einsamkeit bringen, die wir wahrscheinlich gerne nach aussen verleugnen; und zugleich uns an diese Gemeinsamkeit erinnern. Egal wer wir sind, wollen verstanden werden und den Anderen verstehen. Einsamkeit ist der beste Brücke zur tiefen Verbundenheit mit anderen Menschen. Denn sie einem Raum schenkt, der andere Möglichkeiten und die Zukunft öffnet. In dieser Gemeinsamkeit fühlen wir uns wieder miteinander verbunden. Auch wenn wir aus unterschiedlichen Richtung kommen, können wir unseren Herzen zu hören und folgen. Dort liegt die Zukunft.

https://www.moods.club/de/?d=201812

Liebe Meng-Lin, 

Vielen herzlichen Dank nochmals für den Dong Ding Qinqxin Premium 2011 Frühling – der hat mir in den letzten zwei Wochen wirklich viel Kraft und Fokus und Erdung gebracht. Er war mein ständiger Begleiter in der Vorbereitungszeit für mein Konzert am 15.12. Ich hab täglich bis 2 Uhr morgens durchkomponiert! Und um 8 Uhr morgens wieder begonnen, ohne wenn und aber. Er hat mich auf eine Art angetrieben „ Los, weitermachen“, aber auf eine sehr tröstende Weise, als ob ich nicht alleine wäre. Merci!

Zu meinem Konzert: Es findet am 15.12 im Moods in Zürich statt ( im Schiffbau ), es beginnt um 20:30 und dauert ca 75min.

Das Thema ist die Verbindung. Aus der Einsamkeit in die Gemeinsamkeit. Wir beginnen reduziert, sehr ruhig, meditativ, auch etwas dunkel- und dann kommen immer mehr Musiker auf die Bühne, bis es am Schluss ein Fest ist. Es ist auch tatsächlich mein Geburtstagsfest an dem Tag! Es würde mich sehr freuen, wenn einige meiner Teefreunde dabei wären:) Shui Tang empfinde ich auch immer als Ort der Verbindungen, der Gemeinschaft, wenn auch manchmal nur für kurze Zeit.

Ganz herzlich

Lea

Verwelkte Blumen – Pflaumenkult der chinesischen Ästhetik III

Fortsetzung zu Beiträge über Pflaumenkult in der chinesischen Ästhetik.

Ich habe nicht vergessen, den Beitrag über die Verschiebung von Pflaumenblüte in der japanischen Ästhetik zu schreiben. Die konkurierende Beziehung zwischen Pflaumenblüte und Kirschblüte widerspiegelt der Beziehung zwischen China und Japan.

Identität entsteht aus der Notwendigkeit der Unterscheidung von den Anderen. Das Ich wird durch das Anderen definiert. Das Ich mit einem Wir zu erweitern und mit einem Symbol zu von WIR zu suggerieren gehört zur bestimmen politischen Rhetorik. In Taiwan war es Pflaumenblüte, was der im Bürgerkrieg gegen Mao verlorene Republik ein wenig Selbstvertrauen suggerieren sollte. In Japan ist Kirschblüte seit dem 9. Jh. das nationale Symbol. Und China fungiert als der „wichtigste“ Andere in der japanischen Geschichte.

Fast alle so genannte japanische Kulturgüter, die wir heute so bewundern, wurzeln in China. Die chinesische Kultur war als einen nahrhaften Boden verstanden und konnte der eigenen Entwicklung Japans vorantreiben. Und in diesen Entwicklungsprozessen wird das Japanische formuliert.

Kein Wunder galt die Pflaumenblüte in alten Japan als die Blüte der Liebe, der Frühling und Treu. Und Pflaumenblüte bewundern war einer der wichtigsten Tätigkeit des Hofes im 7-8 Jahrhundert, weil genau diese Blumen-Party in Liuchao-Periode Chinas (3.Jh-6. Jh.) Manyoshu ist DAS Gedichtsammlung Japans (4.-8- Jahrhundert) umfasst 4496 Gedichte. Loblieder für Pflaumenblüte waren 118 Stücke, während nur 44 Gedichte für Kirschblüte geschrieben wurden.

Trotzdem gab es in der japanischen Gesellschaft bereits Menschen, die aus einfachen Schichten stammen und Kirschblüte lobten und dichten – während die Oberschicht noch Poesie für Pflaumenblüte schrieben. Vielleicht war es auch eine Protest-Bewegung gegenüber die Dominanz der herrschenden Kultur.

Das erste Hanami von Kirschblüte im japanischen Hof war 813. Aber der Kronprinz und seine Gefolgschaft trugen immer noch das Haarschmuck aus Pflaumenblüte in Feier. Eine sichtbare Veränderung sieht man erst durch die Popularität der eigenständigen japanischen Malerei, die sich aus dem chinesischen Vorbild emanzipiert. Gleichzeitig hörte der Entsandt von Studenten nach China im Lauf 894 auf. Kirschbäume wurden immer öfters erwähnt und angepflanzt. Im 12. Jh. wurden vier verschiedenen Bäume auf dem Fussballplatz im Hof angepflanzt: Kirsch, Weiden, Kiefer und Ahorn. Pflaumenbaum wurde nicht erwähnt.

Trotzdem war China immer noch das Vorbild. Gedichte auf Chinesisch zu schreiben (ohne chinesische Grammatik), chinesische Texte und Güter wurden immer noch weiter adaptiert. Erst in der Edo-Zeit (17. Jh) fragte ein Botaniker Kaibara Ekiken (1630-1714) fragte in Nagasaki einen Chinese, ob es in China Kirschbaum gibt. Der Chinese antwortete auf die Frage mit Nein. Somit gründete Ekiken in seiner Abhandlung die Besonderheit von Kirschpflanzen in Japan – es sei wirklich NUR japanisch. In der Tat gibt es in vielen Ländern auch in China Kirschbäumen. Die Kult Kirschblüte als das typische Japanische ist nicht mehr aufzuhalten.

In dem Prozess der Stiftung der Identität wird das Typische und Einmalige gesucht. Kirschblüte war eine Projektionsfläche für die Selbstfindung Japans. Der Charakter dieser Blüten liefern die Nahrung für das Nachdenken über die grundlegende Themen eines Individuum wie Geburt und Tod, wie Zerfall und Erneuerung. Darum finden wir so viele Attribute über Kirschblüte, zum Beispiel Blumenpracht als treue Soldaten oder verwelkte Blüten als Tod und später verherrlicht als eine Tugend, für Kaiser und für die Nation zu sterben (Emiko 2014: 213-215).

Kirschblüte verwelken, wenn der Frühling vergeht. Die Menschen werden gebogen weil wir von Ideen und Moral manipuliert werden. Wir werden wohl ein bisschen biegen müssen, um einen Raum zu schaffen, um unser wahres Selbst zu pflegen. Wir werden auch in der Lage sein, diese Kraft als Prüfstein betrachten zu können, wenn wir einen Raum gestalten haben und es als eine Chance sehen. Trotzdem möchte ich nicht diese Kraft sein, Macht auf das Kollektive auszuüben, die ANDEREN zu biegen und noch weniger die Schwerkraft dieser Biegung zu spielen. Mitläufer sind die Schwerkraft dieses Aktes.

Was warten die verwelkten Blumen im Herbst? Den Winter rieche ich bereits. Die leere Blicke der Blumen antworteten nicht. Verwelkte Blumen warten vielleicht auf das Wasser, das sie mitnimmt. Und ich warte auf den Ost Wind, der den Krumen Pflaumenbaum erweckt. Der Wind wird kommen.

Adventgespräch 2018 in Shui Tang

Am 03.12.2017 fand ein Adventgespräch mit Brigitte Egger in Shui Tang statt. Gesprochen wurde über die Symbolik des Wassers. Die Diskussion war anregend und wir waren fasziniert von der Tiefe des „Wassers“ als Symbol der Menschheit. Somit wollen wir in diesem Jahr mit dem Thema weiter fahren!

Das Gespräch über das Wasser an einem Ort des schönen Wassers! Für mich ist das Wasser die Form einer tonisierenden Energie fürs Leben – sei es geistig oder materialistisch. Jeder Mensch, der seinen inneren Brunnen gefunden hat, sprudelt von Inspiration und Kraft des Lebens! Selbstverständlich in geistiger und materieller Formen!

Ich freue mich auf zahlreiche Erscheinung und Anmeldung ist erforderlich!