Archiv für den Monat Dezember 2009

Flohe Weihnachten

Es regnet.

Erika hat einen super Fisch mit Sauerkraut gekocht. Wie immer zu viel und so lecker.

Kerzen brennen immer kürzer, die Nacht wird tiefer. Heute bin ich hier und morgen bald dort.

Ich wünsche allen Teefreunde alles Gute zu Festtagen. Viele viele treue Seele des Shuitangs habe ich umarmt und noch einmal bei einer Tasse das 2009 gemeinsam verabschiedet. Es war super gelaufen und wir sind müde, aber erfüllt. Die Zeit verfliegt wie ein Pfeil…. ich schaute mit Zufriedenheit und ein Lächeln auf die intensiven Zeit zurück…

Vielen Dank an allen, noch einmal vielen Dank!

Yin und Yang im Tee

Nach dem Fest und nach dem vielen vielen Parline, Kekse und Braten fragte man sehr schnell nach dem Gleichgewicht des Körpers. Die banalste Frage, wie schafft man die Velo-Reife wieder loszuwerden?

Frau Dr. Erika Haase, Buchautorin von „Heilen mit Tee“ (kurze Werbung: das Buch kann man im Shui Tang erwerben!) hat Shui Tang eingeladen, uns über das Yin und Yang im Tee zu erzählen. Ein Vortrag über Lebensbalance mit Tee. Gibt es nur eine Lesart des Tee außer Teein und Gerbstoffe?

Eine Lesart des Tees aus der traditionellen chinesischen Medizin (nicht TCM!):

Yin und Yang im Tee von Dr. Erika Haase

Samstag am 30. Januar 2010

19 Uhr, Shui Tang, Liquid Delicacies

Vortrag und Degustation

Anmeldungen unbedingt erforderlich – die Liste existiert bereits!

info@shuitang.ch

oder 044-5559161 / 079-3871130

Komplize der Wünsche

Ich bin Komplize von Wünsche. Und Shuitang ist der Ort der Erfüllung der Wünschen.

Verkaufsoffener Sonntag war nicht wirklich willkommen für einen faulen Arbeitnehmer – wie ich, aber eine Chance für Menschen, die nach Wünsche suchen. „Was könnte gut sein für meinen liebsten?“

Kaum ist Shuitang offen kam ein junges Paar und der junge Mann wollte in Shuitang Geschenke einkaufen für seine ganze Familie! Ich lachte und bat ihm, mir mehr von den Familiemitglieder zu erzählen!

Mein Bruder hat viel Kummer im Moment. – Gut, dann hilft ein schöner weisser Tee, der die Beklemmung im Lunge löst. Lunge – ein Ort der Versammlung von Kummer.

Meine Schwester muss lernen loszulassen. – Also, dann ein schöner eleganter Jasmintee, der einen tröstet und von Sackgasse des Denkens ablenkt.

Mein jungerer Bruder ist zu faul. Gibt es etwas ihn zu motivieren hat? -Ein gutmütlige Baimao Hou? Der den Geist erfrischt und klärt?

Meine Mutter braucht im Moment Unterstützung, weil sie in Transformationsprozess steht. Mein Vater noch mehr! – Felsentee!! Da Hongpao Premium 2006 und Qilan Yancha!

Der junge Mann war glücklich und schaute zu seiner sanften anmutigen schönen Freundin: „Und Du?“ Die junge Frau schaute mich vertrauensvoll an. Anji Baicha und Pu Er 1990 empfahl ich einer anmutigen jungen Frau, die vor einer Prüfung steht und das Leben trotzdem geniessen kann!

Wir drei lachten zusammen und waren glücklich über die Mittäterschaft. Eine junge Kundin, die gerade im Opiumbett sass, sagte mit leuchtenden Augen zu mir, dass sie auch ihre Geschenke einkaufen will! „Erzählen Sie mir mehr von ihrem Freund…“

Es war meine schöne Arbeit seit einem Monat. Die schönen koreanischen Schalen waren die Wünschen von vielen Ästheten. Am einem Freitag verkaufte ich drei koreanischen Schalen. Seit einer Woche sind sie komplett ausverkauft. Am einem Freitagmorgen kam Christoph, um eine schöne Schale zu kaufen. Stunde später kam ein Herr und seufzte, „Ach, die Schale meiner Frau ist nicht mehr da!“ So ist es bei Shui Tang, wenn man ein bisschen langsamer ist. „Erzählen Sie mir bitte mehr von Ihrer Frau und wir finden ebstimmt eine schöne Schale für sie!“ Als wir eine gemeinsam gefunden haben, packte ich sorgfältig die wunderbare Schale, die viel Liebe, Aufmerksamkeit und Freude trägt, in einem schlichten Holzschachtel. Möge diese Schale viel Freude weiter tragen bei der geliebten Person!

Manchmal ist es wie eine Intrige, Ehepaar gegenseitig auszuspielen. Ein guter Freund kam zwei Male und fragte nach dem Objekt, das er einmal verpasste. Er hat es verpasst, weil seine liebe Frau sofort gekommen ist nachdem sie von diesem Wünsch erfuhr. Ich sah zwei Male sein enttäuschtes Gesicht zu und ich sah richtig unschuldig aus. So gerne wäre ich dabei sein – beim Moment der Enthüllung der Wünsche am Tatort der Liebe!

Einmal kam eine junge Frau und wollte nicht gestört werden. Sehr lang suchte sie und überlegte. Zuerst fasste sie die grosse Teetasse an, dann die kleinen und anschliessend Gaiwan. Bei meiner höflichen Anfrage schaute sie mich immer misstraurisch an. Ich liess sie. Irgendwann sagte sie, nun will sie mehr von mir. „Was könnte ich Ihnen helfen?“ „Ich will einem Freund Teeschale kaufen. Er kennt Ihr Geschäft, hat aber noch keine Zeit zu kommen.“ Ach. Was für Tasse? Ich brauche mehr Information. ist dieser Mann gross, klein, zart oder kräftig. Grosse Hände oder kleine Hände. Trinkt er allein oder trinkt er mit anderen. Ist er körperbewusst oder eher zu viel im Kopf…. Die junge Frau verrät mir nur minimal, so dass ich in der Rolle war alles zu erraten. Ich gab meine Meinung und sie staunte und saugte auf, was sie hörte. Am Ende landeten wir bei dem Koreaner! Es gab nur noch zwei Schalen zur Auswahl! Sie fragte, „Was denken Sie, wer würde diese nehmen?“ Die Beratung war wie eine Prüfung. Ich lächelte. Ich nahm die einfache schliche Schale, die wie Reisschale war und sagte „diese ist für jemanden – in meinem Auge, der bescheiden und unkompliziert ist. Während die andere eher intellektuell…“ Sie nahm die andere sofort!! Nachdem sie Shuitang verliess, sagten meine zwei Klienten, die im Opiumbett Tee tranken, „Unglaublich, wie wenig sie uns Information gab und wie bestimmt und gewollt suchte sie nach einem Wünsch. Wie ein Krimi!“

Ja, wie ein Krimi. Und ich bin der Mittäter und Mitwissender!

East Eats West

Teefreund Alex lernte ich in Shuitang kennen. Er sagte mir, dass Shuitang ihm so gut gefällt und am besten würde er in den Laden einziehen und dort schlafen.

Ich denke, Tatami ist zu hart für seinen Rücken.

Dann erfuhr ich, dass er ein Blog schreibe mit diesem spektakulären Titel: East eats West – zum Glück nicht umgekehrt. Ein wahrer „Esser“ und „Geniesser“. Er erzählte mir bei dem Schokolade-Abend, dass man mit Chinesen Stundenlang nur über essen reden kann – es war eine Fremderfahrung. Das stimmt. Nun schreibe er selbst nur über Essen und über die kulinarische Erfahrung in Shuitang.

Interessant für mich, mit dem fremden Auge Shuitang zu sehen.

Ein aufregender Tag

Für meine Eltern führe ich im Europa ein unverständliches Leben.

Die meisten Eltern möchten gerne stolz sein auf ihre Kinder. Die meisten Eltern möchten gerne den anderen von ihren Kindern erzählen können.

Meine können es nicht, weil sie das Gefühl haben, sich zurückhalten zu müssen. Einmal sagte ich meinem Vater, er sollte bitte nicht stolz sein auf mich, denn ich bin auch nicht stolz auf ihn. Was mein Vater in seinem Leben erreicht, ist nicht meine Leistung. Ausserdem bringt ein bestimmter Wohlstand und Status nicht immer Segen und Glück für einen entwickelnden Menschen. Ich habe meinen eigenen Weg, der vielleicht fremd für meine Eltern ist. Aber sie können mir doch den Raum geben, mein Leben zu leben, auch wenn sie sich vielleicht schämen. Mein Vater muss nicht stolz sein auf mich, denn ich habe meinen eigenen Weg.

Eine Zeitung aus Taiwan bat mir einen Bericht über meine Arbeit im Europa über Tee. Eigentlich hätte ich gewollt, dass sie über die Taten von Atong berichten. Ich fand es gut, wenn die Zeitung în Taiwan über unsere Arbeit im Ausland berichten kann. Denn die Taiwanese sind gerade der Gegensteil von den Schweizern. Taiwanese sind nie stolz auf sich selbst, sie beneiden stets das Ausland. Sie sind nie gut genug… Es wäre doch schön, wenn die Leute auf der Insel wissen, wie ihr Tee im Ausland geschätzt wird und viele Menschen sich Mühe geben, für Ihr Land…

Niemandem habe ich erzählt, nicht einmal meiner Schwester in Zürich. Ich bekam gestern eine Meldung von der Journalistin aus London, dass ein Bericht über Shuitang geschrieben wurde und heute in die Zeitung kam. Ich vergass es sehr schnell, denn es sehr viel Arbeit in Shuitang gibt und der Laden in letzten Tagen gut besucht wurde.

Heute schrieb mein Bruder meiner Schwester ein Mail und meine Mutter rief in Shuitang an. Sie waren mehr als überrascht von dem Bericht und dem Foto. Mein Bruder berichtete, dass mein Onkel morgen früh anrief und meinem Vater sagte, „Hey, Deiner Tocher ist etwas passiert. unsere Zeitung schrieb über sie!“

Diese Zeitung ist „die“ unabhängige Zeitung in Taiwan, alle Freunde von mir, natürlich meine Familie und Atong lesen nur diese Zeitung. Mein Vater war geschockt. Er dachte, „Ach! Sie macht es tatsächlich! Hat sie tatsächlich es getan!“ Er hat immer noch Angst von meiner wilden Studentenzeit. Bis er verstand, dass ich mich diesmal nur mit Tee beschäftige, war er endlich beruhigt…

Ich habe bis jetzt nicht mit meinen Eltern gesprochen. Zu wenig Zeit. Eigentlich schäme ich mich immer über solche Dinge. Die zwei Radio-Interviews in DRS habe ich niemandem erzählt, als sie kamen. Es ist mir mehr als peinlich meinen Fehler im Deutsch zuzuhören!

Jedenfalls war es sicher ein aufregender Tag für die zwei alten Leute, die sich immer nur heimlich in der Ferne Sorgen macht, über ihre Tocher, die ein unverständliches Leben im Ausland führt.

liberty

In diesem Bericht gibt es manche Fehler, die mir sehr unangenehm sind. Ich hatte leider keine Möglichkeit diesen Artikel vorher zu lesen. In diesem Moment verstehe ich, dass es besser ist, im Hintergrund meine Tätigkeit mit Herzen nachgehen als im Vordergrund stehen zu wollen.  Trotzdem war es wichtig, dass die Leute auf der Insel berichtet bekommen, wie ihre Landesleute sich im Ausland bemühen für Taiwan etwas zu tun. In diesen Sinne danke ich die Journalistin in London und diese Zeitung Liberty-Times.

Das Bild mit diesem alten Mann war von meiner letzten Reise in China. Er ist der Lehrer des Lehrers von Atong. Er wurde in diesem Artikel erzählt, dass er stolz auf Formosa Oolong sei. Naja, er ist der „Oolong-Patron“ in China und 100 Jahre alt – was hätte er mit Formosa Oolong zu tun?

Die Ladenhütter – Die Hütter von Shui Tang

Als wir – die Tee-Reisegruppe in Pinglin waren, waren wir vor einer Meeresgöttin Masu 媽祖. Dort hat Atong uns die Geschichte des Formosa Tee Abenteuers erzählt.

Formosa Oolong wurde zuerst angepflanzt in der Nähe von Taiwan, das so genannte Wenshan-Region. Angebaut von dem eingewanderten Chinesen, produziert wurde immer noch von den Tee-Profis aus dem Festland. Die pendelnden Teeprofis wurden immer im Frühling abgeholt und kehrten nach dem Herbsternte (heute als Winterernte bezeichnet) nach Heimat zurück. Das Schlimmste von der ganzen Reise war die Überquerung der Formosa Strasse! Die meisten Schiffe gelangen es nicht den tiefen wellenstarken Kluften zwischen China und Taiwan zu überwinden, so dass diese Überquerung ein Alptraum wurde. Wer hätte die Teeprofis in diesen gefährlichen Situationen beschützen sollen als der Masu?

Die schöne Göttin, die auf dem Weg zur ihrer Hochzeit war, das schlimme Geburt von Schaffe sah und sich entschied, die Hochzeit zu entfliehen, blieb als Jungfrau und beschützt ihr Volk – das Volk vom Meer.

Wir sind ein Volk vom Meer, sagte mein Großvater immer zu uns. Taiwanese kamen aus dem Meer, leben am Meer und zurück zum Meer, wenn wir tot sind. Das Meer ist der Ursprung aller Lebewesen! Wenn er konnte, verlangte er meinen Vater uns zur Küste zu bringen. Der Pazifik war seine Heimat. Er konnte am Hafen einfach sitzen, gültig und lieb. Auch er und meine Großmutter waren treuen Anbeter von Masu. Auf unseren Familie-Atar sitzt Masu 媽祖 gelassen und gültig, nun bei meinem Bruder in seiner gestylten Luxus-Wohnung.

Zur Einweihung von Shui Tang übergabt mir Jürg Meier, Präsident von Teeclub ein Geschenk! Ein Foto von Masu in Pinglin!

Er sagte mir, eigentlich hätten sie, die Reisegruppe mir gerne eine richtige Masu-Statue 媽祖 geschenkt, leider funkte die Sprache dazwischen. Atong sollte sie Shui Tang bringen, aber er dachte an ein Foto anstatt an ein Live-Masu! Als Jörg dieses stolze Foto von Atong sah, war er mehr als geschockt und entsetzt! Sie hätten mir so gerne eine richtige Masu geschenkt!

Ein Masu, der Shui Tang hütet. Ein Masu, der den Leuchtturm des Tees in Europa beschützt – sagte er. Ich war mehr als berührt und beeindruckt. Wie hat Shui Tang verdient, von diesen Menschen so viel Liebe und Respekt zu erhalten? Wie kann Shui Tang es erwidern?

Das Leben in Shui Tang ist mehr als nur hart. Mein Leben beginnt mit einer neuen Ära. Viele alte Gewohnheiten funktionieren nicht mehr. Ich habe stets mit Menschen zu tun. Wo bist Du, frage ich mich immer öfters. Meine Familie macht sich in der Ferne Sorgen wie jede Familie. Meine Schwester kam mir helfen um Engpass von Weihnachten zu überwinden. Heute überwindet man die Kluften zwischen Kontinenten mit eisernen Vögeln. Sie brachte mir ein Buddha. Ein Buddha voller Weisheit und Liebe.

Ehrlich zugegeben war ich sprachlos vor diesem Geschenk. Wo sollte ich denn diesen Buddha platzieren?  Was denken denn die Klienten über diesen Buddha? Passt er überhaupt in Shui Tang. Schwester spürte meine Zurückhaltung. Sie wollte den Buddha wieder einpacken, weil sie mir kein Problem bereiten wollte. Sie wollte mir nur Gutes tun, sagte sie.

Ein Masu von europäischen Liebe und Segen, steht nun vor der Kasse an der Wand. Sie bewacht, das Meer des Geldes. Der Buddha sitzt nun neben unserem Antik-Tisch. Jeder, der am Tisch sitzt, wird gesegnet. Jeder bekommt, was sein Geist denkt, sowohl positiv als auch negativ. Jeder bekommt, was er mitnehmen kann. Ich genieße die Liebe aus zwei Welten, die Shui Tang reichlich beschenken und füllen.

Auch heute gehen Menschen weg von ihrer Heimat. Manche verlassen sie, um ihre Träume zu verwirklichen. Manche gehen, weil sie es müssen. Egal, wer und wegen was man tut, freut man sich auf dem Weg, geliebt, beschützt und gesegnet zu werden!