Archiv der Kategorie: Teatoys – Teekeramik

梅壺 Pflaumen Kanne II

Wozu hat Zhang Feng eine Teekanne mit Pflaumenmuster gestaltet?

Ueber Pflaumen als ein kulturelles ästhetisches Symbol in der chinesischen Kultur habe ich bereits vieles geschrieben. Heute möchte ich gerne mehr über die künstlerische Details erzählen.

In der Zisha-Kannenkunst gibt es drei Kategorien: Hua-Qi, Guang-Qi oder Jinwen-Qi. Qi bedeutet hier das Objekt oder das Ding. Jinwen Qi offenbart die Aesthetik der Linien. Guang-Qi. Guang-Qi schätzt man die Proportion des Körpers und Geschmeidigkeit der Oberfläche auf den Hände. Und Hua-Qi, Ein Objekt mit Muster. Warum findet man ein Objekt mit Muster schön?

Diese Frage werde ich sehr oft in Shui Tang gestellt. Viele Klienten mögen Muster auf der Kanne nicht, weil sie angeblich Minimalisten sind.

Wenn man sehr von sich überzeugt, ist es vergebens mit ihnen zu sprechen. Ueber Glauben kann man nicht reden. Man kann höchstens eine Frage höflich zurückstellen, „Sind Sie sicher, dass ein Minimalist Symbole verpönt?“ Wie kann man heute ohne Symbole miteinander kommunizieren? Auch ein Kreis ist ein Symbol.

Der heutige Mensch hat oft eine hohe Meinung von sich selbst. Wenn man einmal in Yunnan war, ist man bereits ein Puer Expert.

Die Linien und die Formen sind zugänglicher im Vergleich mit Symbolen für Menschen aus einer anderen Kultur, zu verstehen. Obwohl wir stets mit Symbolen kommunizieren, verstehen wir oft nicht, was einzelne Symbole in jeweiligem Kontext bedeutet. Weil es schwer zugänglicher ist, ist es einfacher zu ignorieren. Ich gebe zu, ich finde auch nicht immer Zugang zu allen symbolischen Sprache von China und Europa. Aber es fasziniert mich sehr, vor allem unser Psycho kennt keine Grenze und keinen Raum. Im Traum und in der Meditation offenbaren Symbole von der Lebenswelt und leben so in ihren eigenen Rhythmus. Und wenn ich den inneren Weg gehe, das Geschehen um mich und in mir verstehen will, komme ich an der Auseinandersetzung mit Symbolen nicht vorbei.

Pflaumenbaum wurde gerne in der chinesischen Kunst mit „Alt-Scharf“ und „Kalt-Geschmackvoll“ dargestellt. Der von chinesischer Malerei geprägten japanische Maler Rosetsu 長沢芦雪 hat ein ausdrucksstarkes Bild von einem Pflaumenbaum gemalt. Alt, der Stamm fast zerfressen von Insekten, scharf gebogen wächst der Zweig Richtung Himmel. Kalt, farblos wirkt der Baum aufrichtig treu auf der Erde. Ein Geschmack von einem aufrichtigen Menschen!

Das ist die Sprache von einem chinesischen Pflaumenbaum. Ein alter Baum gewinnt durch das lange Leben die Distanz zur phänomenalen Welt. Mit dieser Distanz beobachtet der Baum die Vergänglichkeit und Sentimentalität. So werden die Augen scharfsinnig und kalt mit Geschmack. Unberührt nimmt der Baum Anteil an unser Leben in der Stille. Dieser Widerspruch macht einen Pflaumenbaum liebenswürdig, einem Menschen menschlich und eine Kunst lebendig.

Diese Ästhetik ist gegründet in alter chinesischen Kultur. Alt, das Alte bedeutet nicht das Vergangene oder das Sterbende, sondern das Zeitgefühl über die Zeit. Eine Zeit, die nicht vergänglich ist, die einfach Zeit ist. Dort unterscheidet sich die chinesische Ästhetik zur japanischen Wabi-Sabi. Alles Vergängliche, das bedeutet das Schöne, das Reiche, das Einsame oder das Freie kehren immer wieder zurück zum Null-Punkt – Zeitlosigkeit. Das ist ein Ausdruck zu Ping-Dan – reines Sein.

Sangbian Hu 桑扁壺 – II

陌上柔桑破嫩芽,東鄰蠶種已生些。平岡細草鳴黃犢,斜日寒林點暮鴉。
山遠近,路橫斜,青旗沽酒有人家。城中桃李愁風雨,春在溪頭薺菜花。

辛棄疾 (1181)

Der Maulbeerbaum am Strassenrand bekommt bereits jungen Blätter. Manche Seidenraupen sind bereits ausgebrütet und geschlüpft. Die Abendsonne strahlt auf den Wald und zwischen den Bäumen pausiert ein Raben.

Manche Bergen liegen näher, mache ferner. Manche Wege sind gerade, während manche schräger. Wir können aber von der Weinstube eine Flasche Wein holen. Die Pfirsichblüte und Aprikoseblüte betrachten das Gewitter in der wechselhaften Jahreszeit als Qual, aber der entzückende Frühling entfaltet sich gerade in den wilden Kräuter am Bachufern.

Sangbian Hu ist eine traditionelle Kane-Form. Aus Ende Ming-Dynastie ist diese Form entstanden und seitdem bekannt. Eine traditionelle Form kann die Zeit überdauern, weil sie auf der praktische Ebene funktioniert und auf der ästhetische Ebene stets erneuert, bewährt und weiter getragen werden kann. Am 21.12.2018 wurde die Sangbian Hu von Meister Gu, Jingzhou (Grossmeister von Wu, Dongyuan – Meister von Sun, Chao) in Jiangsu HeXin Herbst Auktion 江蘇和信秋季拍賣 für 6200000 Rmb (809602 €) verkauft.

Was bedeutet Sangbian?

Sang – heisst Maulbeerbaum. Ein Pflanzen für eine sehr wichtige Aktivität im Bauern-Leben Chinas – Seidenraupen-Zucht! Die Form von Bianhu – flache Kanne, ist entstanden aus dem Nomadenvolk Nordchinas. Ursprünglich war es ein Gefäß aus Leder, um Wasser oder Alkohol zu transportieren und lagern. Mansheng, ein Qing-Dynastie Intellektuell, hat 18 verschiedene Forme von Teekannen entworfen. Für Bian-Hu ließ er gerne das Gedicht auf der Kanne eingravieren: „Halte das fließende Wasser auf, um das Herz zu erfrischen“. Die andere bekante Form von Bian-Hu ist Xubian-Hu. Ich finde leider keine genaue Erklärung von Sang-Bian. Möglicherweise bedeutet es eine Bian-Hu (flache Kanne Form) für ein Symbol für das ideale Bauern-Leben.

„Mit einer Schale Tee holt man die Luft aus der Natur, in einer Sangbian Hu entdeckt man die Landschaft!“

Diese ebenfalls auch sehr berühmte Zhuni Sangbian Hu aus der Qing Dynastie von einer Teekannenmeisterin Feng, Caixia kann man heute in Hongkong Museum of Art betrachten.

Was muss man bei einer Sangbian Hu aufpassen? Oder was macht eine Sangbian Hu zu einer Sangbian Hu?

Wo kann man Seladon in Zürich kaufen?

Jemand in der Ausstellung hat heute auch diese Frage gestellt: „wo kann man in Zürich Seladon kaufen?“

Marie und ich haben gelacht.

Eigentlich überall. Bei Supermarkt. Es gibt Massenwaren Seladon!

Man kann jetzt in Völkerkundemuseum welche erwerben!

Wo kann man die alten schönen Seladon anschauen? Die Meiyintang Ausstellung im Rietberg Museum!

Zärtlich wie Seladon

Der Name „Seladon“ stammt von Helden des Romans L’Astr’ee im Jahr 1610. Das mattgrüne Gewand des Schäfers „Celadon“ war der Anfang des Namen dieses grünlich schimmernde Porzellan. Das wirkliche Seladon-Keramik war wesentlich älter. Vor 3000 Jahren gab es bereits Seladon. Ab 3. Jahrhundert nach dem Christus entwickelten sich zwei verschiedene Stilrichtungen des Seladons: Nord und Süd. Im Süden entwickelte sich das Seladon zu grünlich leuchtendem Porzellan (hart), das uns an Jade erinnert. Im Norden entwickelte sich das Seladon zu einem matten gelblich grünlich schimmernden Stil, was uns eher an Perlen aus dem tiefen Meer erinnert.

Das, was im Moment in Völkerkunde Museum ausgestellten Seladon ist ein schönes Augenmerk auf den südlichen Stil des SeladonsLongquan.

Seladon kenne ich aus Taiwan und vor allem Werke von Meister Hsu, Chao-Tsung. Als ich gegen mittags in die Ausstellung kam, sah ich die Landschaftsbilder Longquans wie Reisfeldern, Bambuswäldern und Teefeldern am Wand und die sich ruhenden Meisterwerke in friedlichen klaren Grün. In jenem Moment dachte ich, eine frische Brise zu spüren und vielleicht den Wasserspiegel zu berühren. Die aufgenommenen Klänge bei der Eröffnung des Brennofens von Seladon hörte ich im Hintergrund. Die tanzenden Klänge im Ohr und den himmlischen blau-grün in Augen fließen ineinander zu einem breiten Fluss, der uns zur Vergangenheit führt?

Ein Besucher fragte, „können die Chinesen heute noch Seladon schätzen?“ Diese Frage ist berechtigt, wenn ein Museumsbesucher die Objekte in einem Museum bewundert und den Bezug zur Realität nicht herstellen kann. Seladon lebt im gewöhnlichen chinesischen Alltag. Im Tee, in Mahlzeiten und in Blumenstecken. So lange der Tee noch getrunken wird, wird Seladon leben! Aber woher sollte ein hiesiger Museumbesucher wissen, dass Tee und Seladon eine enge Beziehung hat? Und überhaupt dass das Seladon einer der vielen wichtigen Bausteinen des ästhetische Lebens der chinesischen Kultur bedeutet? Wenn man hier aus Glas Tee trinkt, woher sollte man wissen, was Seladon bedeutet?

Das Glas hat seine Bedeutung und Funktion. Das Seladon hat seinen Hintergrund und Geschichte. Das Glas ist zugänglich. Seladon ist im Vergleich schwieriger zu verstehen. Vielleicht ist es gerade eine Aufgabe für Shui Tang hier eine Brücke zu bauen, dass die Objekte von Seladon das alltägliche Leben ästhetisch gestalten können und nicht ein statischer Teil eines Museums gehören. Das Museum hat uns in Zürich gezeigt, was für einen Ausmass und Schönheit Seladon heute in China gelebt und sein kann. Die schönen Seladon im unseren Leben zu leben und diese Kunst zu beleben gehören zu unseren Aufgaben. Sich bilden zu wollen und mit ästhetischen Objekten das Leben ästhetisch gestalten zu wollen sind die beste Sicherung von einer schönen alten Tradition!

Ich habe einen unglaublichen schönen Augenblick im Völkerkundemuseum erlebt! Dankbar und glücklich ging ich weiter in die Stadt.

Dank dem Völkerkundemuseum Zürichs!

Ps. In Korea, Japan, Vietnam und Thailand haben unter dem chinesischen Einfluss ihre eigene Interpretation von Seladon. Die meisten Seladon von Meisterwerke werden bis heute in Korea und Japan noch im Holzofen gebrannt. Aber die koreanische Seladon hat in der Song-Zeit einen umgekehrten Einfluss auf die chinesische Entwicklung. Das ist das Interessante von Kulturaustausch!

Ich persönlich bevorzuge Seladon nördlicher Ry-Stil.