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Das Teegespräch: die Symbolik des Wassers

In der Adventszeit wird oft ein Teegespräch in Shui Tang stattfinden. Ein Raum für den inneren Weg in einer dunklen kalten Zeit, in der überall beleuchtet wird, um Weihnachten zu vermitteln – oder um den Konsum? 2015 war über Dante, 2016 war der Baum.

Am 03.12. Sonntag 15-? ist ein Teegespräch in der Adventzeit geplant. An einem verkaufsoffener Sonntag widmen wir nicht den Konsum sondern den inneren Teeweg. Diesmal mit dem Thema Wasser!

Der Name Shui Tang bedeutet den Ort des schönen Wassers. Wasser, ein Sinnbild von Energie. Fluss, ein Sinnbild von Energiefluss, der Fisch, beziehungsweise unsere Hände, die Tee zubereitet und bewegt, ist das Sinnbild von dem Verteiler der Energie.

Die Schweiz ist ein Land reich an Wasserressourcen. Nur wenige Menschen wissen, dass fast alle Flüsse in der Schweiz sind „genutzt“. Das heisst, gestaut, gelenkt oder geformt. Was passiert mit den Lebewesen im Wasser, wenn das Wasser gestaut, geflutet und geleitet? Was bedeutet dieses Vereinnahmen als ein Spiegelbild unserer Seele reflektieren, wenn wir das Wasser stets in Eigennutz betrachten? 

Wie können wir aus diesem Zwang aussteigen, den natürlichen Lauf des Wasser zurück ins unserem Bewusssein zu holen? Vielleicht bietet der Gongfu Cha ein Weg zu unserer inneren Energiequelle und den äusseren Umgang mit Wasser als Energie des Universum zu verbinden.

Teegespräch mit Brigitte Egger und Menglin Chou 

Am 03.12. Sonntag ab 15 Uhr in Shui Tang

Anmeldung: info@shuitang.ch oder 079-3871130 oder 044-5559161 (di-fr 11-18.30, sa. 11-16 Uhr)

Ähnliche Veranstaltung mit Brigitte Egger und Menglin in Shui Tang siehe auch: https://www.shuitang.ch/blogs/news-und-events/84493063-veranstaltung-wenn-dante-zum-tee-in-zurich

Mit Fehlern leben ist in Ordnung 

Ich bin geistig recht beschäftigt wegen dem kommenden Konzert und Steuererklärung.

Beschäftigt, aber erfüllt.

Mein Werkzeug im Leben durchzuschlagen ist das Schreiben. Da mein Deutsch fehlerhaft ist, muss es immer korrigiert werden. Selbst nach vielen Korrektur findet man immer noch Fehler im Text. Ich bekam paar Hinweise von verschiedenen Freunden. Nun wollte ich es einfach so sein lassen.

Mit Fehlern leben ist in Ordnung. Es ist nicht perfekt, aber fein.

Als ich noch für meinen Zen Lehrer kalligraphierte, als er Schüler ordinierte, fanden wir immer heraus, wo Schreibfehler oder sonstige Fehler der Organisation immer stattfanden. Es waren bei denen, die sich wahnsinnig viel Mühe geben bei der Vorbereitung. Damals verstand ich es, als Mensch mit der all der Menschlichkeit zu leben. 

Ich will mich nicht verteidigen. Es ist nicht meine Faulheit. Es ist das Leben.

回紋 Hui-Muster und 饕餮 Tao-Tie

Diese Reise entstanden aus einer Meditation am vergangenen Mittwoch. Ich bildete mir ein, ein merkwürdiges Symbol vor mir wahrzunehmen, das scheinbar aus Antik-Griechenland oder China stammt.

Ich verstehe die menschliche Seelenreise wie die Darstellung von christlichen Labyrinth, das uns zurück zum Gott führt. Man geht auf einem Kreis, der sich in ersten Moment an das Zentrum nährt und dem Herz erfreut. In nächsten Moment entfernt man sich wieder kreisend von Zentrum und das Herz schmerzt. So kreisen wir paar Male hin und her bis wir tatsächlich das Zentrum nähren und doch müssen wir es verlassen. Ein Labyrinth behält den Angekommenden nie. Es führt einem wieder hinaus in die Welt!

Diese endlosen Kreisen erlebe ich selbst in meinem Leben mit Tee.

Man sucht Lösung für das Leben und zieht sich zurück ins Innenschau. Man transformiert es in einem Akt von Umkehrung, wie wir im Gongfu Cha „Füllhorn“ üben. Die äußerlichen Schmerzen und Aggression werden zu inneren Kräfte und Erkenntnisse. Mit diesen Erkenntnisse kehrt man wieder zurück zum Leben.

Es war ein sonniger Morgen. Tim hat seine Matura bestanden und feierte. Ich kam aus dieser fröhlichen Gesellschaft und bekam eine Idee, Rietberg-Museum zu besuchen. Ungestört von vielen Besucher an so einem schönen Sonntag lief ich ahnungslos zur Meiyintang Ausstellung.

Genau beim Eingang stach ein Gefäß in meinen Augen.

Es war Gefäße aus Bronzen von heiligen Bedeutung vor 5 Jahrtausenden.

Es sind rituelle Gerätschaft 禮器, um Opfergabe zuzubereiten. Auf den uralten Gerätschaften vor paar Tausendjahren fand ich das Muster von der Endlosigkeit, was Donner und das Herz von Wellen symbolisieren sollen. Sie zeigen alle auf das Zentrum und sind endlos dargestellt. Dieses Donnermuster 雷紋 heißt ebenfalls 回 Hui-Muster. Hui bedeutet auf Chinesisch zurück, ursprünglich bedeutete das Zentrum von Wasserwellen.

Zurück. Wohin zurück?

Dieses Muster begleiten einem magischen Tierkopf, dessen Hörner genauso aussehen wie das Symbol in meiner Vision. In diesem Tier «饕餮 Tao Tie» sollte ein mythisches Wesen 神農 dargestellt werden, der Tee angeblich entdeckte. Es wurde beschrieben, dass er unter einem Baum Wasser kochte und in jenem Moment fielen paar Teeblätter hinein. So wurde Tee entdeckt.

Man kann sich so vorstellen: Vor paar Tausendjahren wurde ein heiliges Gefäss, dessen mystische Kraft durch den Kopf von Tao Tie ausgedruckt wird, über Feuer gekocht. In jenem Moment donnerte es, so wie das Ritual für Fruchtbarkeit im Frühling wünscht. Der Ostwind wehte unabsichtlich, während paar Blätter aus einem Busch fielen. Sie fielen absichtlich in das kochende heilige (schöne) Wasser.

Das war wohl, der erste Gongfu Cha in der Menschheit.

Tao Tie und Hui Wen

 

Neue Daten für Teeseminar und Kurse

Ich merke, dass ich ganz fleißig bin. Einerseits beobachte ich die steigende Nachfrage für Gongfu Cha, andererseits muss ich schauen, wie ich mit meiner Kapazität klar kommen.

Ich lerne auch sehr viel von Menschen, die Tee in Shui Tang lernen. Das Geben und das Nehmen fließen oft ineinander. Das ist der Grund, warum ich noch in Zürich bin.

Hier die neuen Daten:

  1. Gongfu Cha III! Was spielen wir nun? Kommen noch die Faktoren von Zeit und Raum hinzu – wie drücken wir sie aus? Bekommen wir ein bisschen Gefühl von Leichtigkeit durch das Spielen? Oder sind wir immer noch in dem Zustand von Zweifel – bin ich richtig oder falsch?http://www.shuitang.ch/blogs/news/gongfu-cha-iii
  2. Wegen der starken Nachfrage… Ich opfere meine Sonntage! Für Gongfu Cha Ihttp://www.shuitang.ch/blogs/news-und-events/gongfu-cha-i-sonderkurs

Dann noch ein Teeseminar Schwerpunkt Oolong und sein Produktionsprozess, damit wir noch vom letzten Seminar mit Atong lernen können, bevor wir es vergessen…

http://www.shuitang.ch/blogs/news-und-events/teeseminar-ii-schwerpunkt-oolong-und-sein-produktionsprozess

Ich freue mich auf Euch!

Füllhorn, eine Stoßkraft auf dem Teeweg

Ich unterhalte gerne mit Menschen über die Dinge, die mich gerade beschäftigen. Oft suche ich keine Antwort, sondern mache meine Sensoren ganz breit auf. Mein Zen-Lehrer Michel sagte mir oft, dass das Kosmos (das Tao) immer eine Antwort auf unsere Frage hat. Er lächelte dann immer nach diesem Satz, „das Problem ist, wie weiß Du es?“

Eben nicht zu viel Denken, nicht interpretieren, sondern Sensoren aufmachen.

Meistens werden immer Schlüsselpersonen geschickt. Andreas kam zum Tee, nachdem wir eine gelungene Performanz mit Poesie und Musik über das Thema Fremde gezeigt haben. Ich erzähle ihm über diese Uebung, die wir gerade praktizieren und das, was mich so berührt. Etwas zu verwandeln und wertneutral zu bleiben ist ein Verständnis des Taoismus, der sich so gut über Tee manifestiert. Das Tao oder das Göttliche im Christentum manifestiert durch die Vielfalt in dieser Welt. Ich bezeichne diese Uebung mit einem griechischen Mythos. Im Grunde genommen ist es anthropologisch!

Das stimmt, dass eine Uebung mit griechischem Mythos zu bezeichnen einen guten Brücke für die Menschen in Abendland sein kann. Er fügte noch hinzu,

„Das Horn als Schöpfgefäss ist von eigenartiger Doppelnatur. Als Horn ist es phallisch männlich, penetrative Stosskraft, gerichtete Energie; um es als Gefäss zu benützen, muss man es umkehren, d.h. es bedarf der Enantiodromie oder einer „Umkehr“. Als Gefäss ist es dann ein weiblich empfangendes Prinzip… Dieser Einhornbecher, mach alles Gift, das in den Becher getan wird, unschädlich. “

Zitat von Marie-Louise von Franz, Nike und die Gewässer der Styx, in: Archetypische Dimensionen der Seele, S. 308.

„Die Wasser der Styx, das urschöpferische Wasser, kann nur mit Horn einer sagenhaften einhörnigen Eselsart, die in Skythien (Kleinasien) lebt, gefasst werden.“ erzählte Andreas mir weiter.

Wie schön, wenn wir so ein Einhornbecher besitzen würden, mit dem wir Tee (das urschöpferische Wasser) an den Ort des schönen Wassers (Shui Tang) praktizieren können! Dann sind wir ganz nah an der Quelle vom Urschöpfen!

Ich wünsche alle Teefreunde, so ein Einhornbecher kreiieren zu können, das diese innere Quelle stets in unserem Herz sprudeln lässt.

(Die nächste Teeübung am Samstag Pandoras Schatulle)

Teeübung – Füllhorn

Diese Uebung des Gongfu Chas ist entstanden, als die Serafino und Noan üben wollten. Ich wollte den beiden interessierten 13 jährigen etwas von dem Teegeist vermitteln – Leben ohne Spuren zum Hinterlassen. Ich wollte beiden etwas vermitteln, dass es eine Yin und eine Yang Seite im allen Wesen beinhaltet. Auf einmal kam die Idee, den Tee mit einem schwarzen Tablett zuzubereiten. Ein Tablett zum Umdrehen.

Wir reden oft genug von beiden Seite des Medaille und stets von Entwicklung. Aber wie geht es konkret? Wie schaffen wir aus den schmerzhaften Erfahrungen einen Nährboden für unsere Zukunft?

Ich dachte an die Mythos Füllhorn. Herakles besiegte den Flussgott Acheloos, der seinen Gestalt verändern konnte. Er veränderte sich zu einem Stier, dessen aggressiven Horn von Herakles abgebrochen wurde. Acheloos zeigte sich besiegte und Herakles gab ihm das Horn zurück. Acheloos erkannte in dieser Tat die Großzügigkeit und erwiderte ihm ein reichlich gefülltes Horn.

Ein Horn gleichzeitig verletzend und beschützend sein kann, ein Horn der Kraft von Yang-Energie. Wenn es umgedreht werden kann, verschwanden der Sieger und der Besiegten, sie werden eins. Eine aktivierende Yang Energie wird zu empfänglichen und anders-leben-lassenden Yin-Energie.

Die beiden jungen spielten recht gut und hatte eine Menge Spaß. So mache ich weiter mit Erwachsenen in Gongfu Cha II. Wir üben es zwei Male. Bei ersten Mal erzähle ich meistens nicht viel. Bei zweiten Mal tauschen wir uns mehr aus. Es kommt immer darauf an, wie eine Gruppe reagiert.

Ich sage zu der Gruppe, als sie sich vorbereiten, wie sie diese Uebung verwirklichen: „Überlege gut, was Du tragen willst. Mit dem was Du trägst, muss Du einen Tee machen.“