Archiv für den Monat September 2018

Im Einklang mit Tee und Musik

Unser Tee-Konzert ist im Einlang mit Tee und Musik beendet. Viele Teefreunde konnten nicht dabei sein, weil wir nur beschränkte Sitzplätze haben. Die Musik kann ich mit Euch leider nicht teilen, weil die Musiker Mühe mit der schlechten Aufnehme per Handy haben. Aber wir werden 2019 ein CD mit Teehaus-Musik veröffentlichen. Bitte um etwas Geduld.

Ich darf das Prolog veröffentlichen. Das Stück stammt aus dem vergangenen Tee-Konzert und war der Brücke zur vergangen Tee-Konzerte von Shui Tang.

Hier ist der Text vom Sonntag.

Eine Schale Tee erheitert und gilt als gesund. In der Tat ist der Tee ein Ergebnis der alten chinesischen Alchemie, die stets versucht, die Grenze zwischen Zeit und Raum aufzulösen.

Die Teehaus-Kultur ist auf die Tang-Dynastie zurückzuführen und nimmt ihren Anfang zwischen 713 – 741. Das öffentliche Teehaus war ein Ort der Ereignisse, ein Ort, wo die Aristokratie sich zur Erheiterung traf, wo das gemeine Volk Unterhaltung suchte, wo Menschen sich begegneten. Dort wurden Geschichten durch Gesang und Gesten erzählt und der Tee kulinarisch begleitet. Diese Tradition wird uns heute nicht nur durch den chinesischen Lebensstil vermittelt, sondern auch durch die Künste. Das Publikum am Teetisch ist ein Teil des Geschehens und wird selbst wieder zum Botschafter.

Heute begeben wir uns in einen musikalischen Zeittunnel des Schweizer Komponisten und Musikers Fabian Müller. Er ist bekannt durch einen intuitiven Zugang zu modernen wie auch traditionellen Lebensphänomenen, im Westen wie im Osten. Diesmal lässt er sich von der Stimme des Tees inspirieren. Aufgeführt wird die Musik von der renommierten Cellistin Pi-Chin Chien, die durch ihre farbenreiche Tongebung bekannt ist.

Als Gastgeber sind: Anja Burger, Nico Colic, Simon Trüb, Susanna Forster, Larissa Driller und Jaehong Hong.

Bai Mao Hou

Wie würde ich den Tee Bai Mao Hou beschreiben? Ich würde ihn als gutmütig bezeichnen.

Diese besondere Teebaum-Varietät wurde vom Oolong-Patriarchen Dr. Wu Zhenduo als der am besten geeigneten Baum für Oolong-Produktion beurteilt. Dr. Wu Zhengduo ist der Lehrer meines Lehrers. Ursprünglich stammt sie aus chinesischen Provinz Fujian. Chinesische Einwanderer brachten sie im Lauf des 19. Jahrhunderts nach Taiwan. Da die Varietät besondere weisse Härchen am Tipp hat, bekommt sie den Namen „Bai Mao Hou“ – weisser haariger Affe. Dieser Bai Mao Hou ist ein grüner Tee, obwohl er einen ähnlichen Geschmack wie ein weisser Tee schmeckt. Heute verschwindet diese Varietät im meisten Teegarten Taiwans, weil sein mildes Aroma in der kommerziellen Ästhetik auf den Markt keine Resonanz findet. Dieser Bai Mao Hou wird nur auf unseren speziellen Auftrag immer im Frühling produziert.

Der Tee zeigt eine sehr dezente und zurückhaltende florale Note in der Nase. Der Aufguss offenbart uns eine sonderbare Geschmeidigkeit und Intensität. Diesen schönen Tee kann man kaum falsch zubereiten. Er zeigt stets seine gütige Seite gegenüber Tee-Einsteigern oder Tee-Kennern. Stets schmeckt er fein und seidig, ohne eine Spur Bitterkeit und Herbe. Gütig und gut.

Musik

Die alte chinesische Kultur beschäftigt sich mit der Frage, wie wir als gewöhnliche Menschen die Grenze von Zeit und Raum überwinden können, um mit dem Universum eins zu werden.

Mit dem Universum eins zu werden ist der Weg zurück zur Quelle des Lebens und war ein mystisches Erlebnis, das bestimmten eingeweihten Menschen vorenthalten war. Später haben es verschiedene philosophische Schulen in China als Lebensweg bezeichnet, der den Menschen durch Herz Geist zur Vollendung führt. Dieser Lebensweg hat verschiedene Fahrzeuge. Für manche ist es der Gesang, für manche die Musik, und für manche der Tee.

Der Gesang mit der Atmung, die Klänge des Cellos durch die Rhythmen, und der Tee durch die Bewegung verteilen die Energie, das Qi, im Raum wie der Fischschwanz im Wasser und geben den Anwesenden einen Anstoss. Der gemeinsame Rhythmus antwortet auf den kosmischen, wenn denn eine Resonanz entsteht. In diesem Moment ist die Einheit mit dem Universum für den Menschen erfahrbar.

Das heutige Tee-Konzert ist ein kleiner Versuch, die alte fernöstliche Haltung zum Leben zu veranschaulichen. Durch eine Schale Tee, mit den Klängen von Cello wird eine Teehausatmosphäre gestaltet – es ist wie eine Zeitreise. Ein Teehaus, ein Ort der Begegnung, ein Ort der kulturellen Vermittlung.

Pu Er Gushu Mao Er Duo

Eine Tasse Mao Er Duo ist wie Verweilen auf Blumenwiese im Bergtal! Ein schöner Pu Er-Tee, der auf die traditionelle Machart der Song-Dynastie zurückgeht. Was heisst das? Und Was ist ein Pu Er Tee? Ein Pu Er Tee ist eine Teesorte aus dem chinesischen Provinz Yunnan, wo viele alte Teebäumen im Wildnis wachsen. Die beste Produktion geschieht heute noch ohne Elektrizität und alles per Hand. Also die Pflücker wandern stundenlang im Wald, klettert auf den Baum und pflückt. Schonend werden sie im gusseisernen Wok erhitzt, per Hand gerollt und anschliessend unter der Sonne getrocknet. Zum Schluss per Stein gepresst.

Dieser Mao Er Duo sind aus wild gewachsenen Bäumen und stehen seit mehr als drei Jahrhunderten im Wald von Man Gong bei Yi Bang Berg. Die Blätter werden von Hand gepflückt, schonend im gusseisernen Wok erhitzt, sonnengetrocknet und steingepresst.

Dieser Pu Er des Produzenten Yu Chingsong wird im Einklang mit der Natur in limitierter Menge hergestellt. Es handelt sich um einen so genannten rohen Pu Er, der ohne künstliche Fermentation in seinem natürlichen Milieu trocken gelagert wird.

Dieser Tee trägt nach der besonderen Form des Blattes den speziellen Namen „Katzenohr”.

Der Pu Er “Katzenohr” (Mao Er Duo) zeigt in der Nase eine schöne florale Note und eine freundliche Süsse. Er erinnert uns an einen Schulausflug in die Berge. Unschuldig und unbesorgt sitzen Schulkinder auf einer Blumenwiese im einem geschützten Tal. Die Aromen des Aufgusses verbreiten sich im Gaumen: Neroli, Zitrusschale und Bienenwachs. Dieses unbeschwerte Glück schwingt in unseren Alltag. Der Geschmack bleibt und der Geist wird leichter.

Musik

Der Weg des chinesischen Tees wird heute als Gongfu Cha bezeichnet. Viele Menschen verstehen die Zubereitung des Tees als eine Zeremonie. Dieser rituelle Charakter zeichnet sich durch die bewusste Bewegung, die bewusste Atmung und die bewusste Langsamkeit aus. Die Bewegung der Hände gleicht der Bewegung des Fisches im Wasser, dem ältesten und kraftvollsten Symbol der Energie in alten China. Heute wird dieses Symbol, der Fisch, gerne in Parkteichs, in Wohnzimmeraquarien oder auf Keramik verwendet. Der Fisch verteilt die Energie mit seinem kraftvollen Schwanz im Raum, und der Teemensch versucht mit bewussten Bewegungen den Raum mit seinem Herzen zu beleben. In diesem Prozess des Bewusstwerdens wird der Teemensch nach innen zu sich selbst geführt, während er sich aussen mit dem Universum vereint. Das ist der Teeweg.

Buddhas Hand aus Alishan

Wie schmeckt eine Tasse Buddhas Hand? Ich würde sagten, Wie im goldenen Sonnenschein.

Buddhas Hand ist eine bekannte traditionelle Oolong-Varietät. Er ist bekannt durch zitrus-frische Noten und facettenreiche Aromen. Ursprünglich stammt diese Varietät aus Yong Chun in Fujian in China. Durch seine spezielle grosse Blattform sollte er schonend und länger fermentiert werden. Solche traditionellen Verfahren beherrschen heute nur wenige Teamaker und finden wenige Liebhaber bei den jungen Konsumenten, die sich an den Geschmack von grasigem grünem Tee orientieren. Heute gilt der grüne Tee als gesundheitsfördernd und verdrängt andere Geschmäcke auf den Markt. Die Dominanz des grünen Tees verarmen die Variationen der Teesorten. Teebauer haben es schwer gegen die Strömung der Zeit zu schwimmen und geben oft auf. Traditionelle Teesorten verschwinden mehr und mehr auf den Markt.

Teepflanzen und Menschen werden auch älter und älter… Unser Buddhas Hand Alishan ist aus dem Jahr 2012. Der Bauer ist heute zu alt, während sein Sohn sich an den Markt orientieren wollen. Wir wissen nicht, ob wir jemals wieder eine frische neue Ernte aus Alishan bekommen können!

Dieser Buddhas Hand stammt aus dem Hochland Alishan, 1400 Meter über den Meeresspiegel. Anders als der klassiche Buddhas Hand aus Shiding bei Taipei wird dieser Buddhas Hand Alishan in den kühlen Bergen langsamer und schonender fermentiert und weniger stark geröstet. Deshalb bewahrt dieser Tee den frischen Charakter eines Hochland-Oolongs.
Buddhas Hand Alishan kann sogleich genossen oder weiter gelagert werden. Durch mehrjährige Lagerung erhält dieser Tee noch mehr Geschmacks-Facetten.

Dieser Tee hat schöne frische Zitrusnote in der Nase. Während der Tee sich abkühlt, verwandelt sich der Duft hin zu Blumen, Frucht und Honig. Er endet mit einem nachhaltig lieblichen Abgang im Gaumen. Der Aufguss leuchtet gelb wie goldener Sonnenschein. Ein wunderbarer Tee, der unsere Emotionen anspricht.

Musik

Pause

山泉煎茶有懷, 白居易 (772-846)

坐酌冷冷水,看煎瑟瑟塵。

無由持一碗,寄與愛茶人。

„Lass uns gemütlich hinsetzen. Mit dem klaren Quellwasser kochen wir eine Schale Tee. Neben dem wärmenden Feuer vergessen wir die Vergangenheit und die Zukunft. Ich möchte Dir eine Schale Tee offerieren ohne weltliches Kalkül. Denn Du bist auch ein Teeliebhaber.“

Tang-Dichter Bai Juyi verdeutlicht uns das Wesentliche, was Tee in der chinesischen Kultur ausmacht. Eine Schale Tee zuzubereiten, eine Schale Tee miteinander zu teilen ist ein Ausdruck der Absichtslosigkeit. Weil es absichtslos ist, weil kein Nutzen dabei sein muss, können Teeliebhaber die einfache Schönheit des Lebens zelebrieren und so an ihr teilhaben.

Der 4. Tee, den wir jetzt trinken ist ein schwarzer Tee. Der schwarze Tee wird im Chinesisch als ein roter Tee bezeichnet, also Hongcha. So heisst ein schwarzer Tee in der chinesischen Sprache ein roter Tee!

Der rote Tee im 4. Runde heisst Rougui Hongcha aus Taiwan!

Rougui Hongcha ist ein fliessender Tee – samtig und geschmeidig

Die Teesorte Rou Gui stammt ursprünglich aus Wuyishan, einem berühmten Oolong-Teeanbaugebiet im Provinz Fujian in China. Wuyishan gilt auch als genetische Schatzkammer von Oolong Baum-Varietäten. Der Berg Wuyishan ist eine von UNESCO geschützte Region, wo früher taoistische Einsiedler sich von der Welt zurückzogen und sich nur Meditation widmen. Der einzige Spass, was sie gerne unternahmen, war Teepflanzen im Wald zu suchen und zu züchten. Jährlich fand ein Wettbewerb unter ihnen statt, um den sogenannten besten Tee zu finden. So wurden viele spezielle berühmte Varietäten gefunden und gezüchtet. Rougui, ist eine der fünf besten Oolong Varietäten aus Wuyishan.

Mein Lehrer Meister Chen Huangtang brachte die Pflanze in den neunziger Jahren nach Taiwan und pflanzte sie in seinem eigenen Familiengarten. Er erzählte mir gerne wie er damals die Pflanzen geschmuggelt hat – er habe sie mit schmutzigen Unterwäschen eingewickelt, so dass der Hund am Zoll im Flughafen nicht bemerken konnte. So brachte er viele Schätze nach Taiwan.

Sein älterer Bruder pflegt den Garten mit Liebe und wie zu alten Zeiten ohne Pestizide. Der Teegarten in Mingjian im Mitte Taiwans ist bekannt für seine eisenhalte saure Boden. Im Frühling wird die Ernte zum wunderbaren Oolong Rou Gui verarbeitet. Wenn die Teepflanzen stark wachsen, werden sie im Sommer geschnitten und dann zu einem roten Tee produziert. Das heisst, es wird nur diesen Tee geben, wenn es den Teepflanzen zu gut geht und die Pflanzen beschnitten werden muss.

Dieser seltene roter Tee Rou Gui ist eine Rarität in der Welt des Tees. Er duftet nach der Flora des taiwanesischen Südens. Geschmacklich erleben wir ein wahres Paradies der exotischen Früchte. Die Textur dieses fliessenden Tees ist samtig und geschmeidig.

Musik

Langsam nähren wir uns am Ende der heutigen Teezusammenkunft.

Muzha Zhengcong Tie Guanyin ist der letzte Tee von heute. Er ist der Muss für Tee-Entdecker!

Auch wer den Namen Oolong nicht kennt, kennt trotzdem den Namen Tie Guanyin. Tie Guanyin, ein legendärer Wulongbaum, der von einem frommen Geist in einem Tempel entdeckt wurde, prägt den Geschmack aller chinesischen Teeliebhaber! Früher war der Tie Guanyin ein sorgfältig fermentierter und aufwändig gerösteter, dunkler Tee, der in der heutigen modernen chinesischen Machart immer grüner wird. Selten findet man heute noch den klassischen Typus, der nach dem traditionellen Vorbild hergestellt wurde. Da Tie Guanyin so berühmt ist und dieser Umstand verkaufsfördernd wirkt, gibt es aber leider zahlreiche Nachahmungen. Tie Guanyin ist deshalb heute auch eine Bezeichnung einer Wulong-Herstellung geworden. Unser Tie Guanyin, der vom originalen Wulongbaum Tie Guanyin stammt und im originalen Anbaugebiet Muzha erzeugt wird, ist ein Klassiker nach dem traditionellen Vorbild. So ein Tie Guanyin wird als Zhengcong Tie Guanyin – der „Originale“ bezeichnet.

Der originale Tie Guanyin, im Vergleich mit Fälschungen aus anderen Bäumen, beeindruckt uns mit unverwechselbarem floralem und süssem Parfüm und beim Abgang mit einem herrlichen balsamierenden Nachklang. Diesen Nachklang bezeichnen chinesische Teeliebhaber als Guanyin-Yun (Der Charme des Guanyin). Muzha Tie Guanyin vermittelt uns den alten Geschmack noch wie vor 40 Jahren, als mein Großvater auf seinem Schaukelstuhl sitzend, den Tee genoss. Typische fruchtige Aromen entstehen aus aufwendiger Röstung, welche tagelang abwechselnd mit Ruhen zur Vollendung führt. Das florale süße Gesicht dieses Tees versteckt sich im aufsteigenden warmen Duft und bereitet uns ein einmaliges Erlebnis! Der Aufguss ist intensiv, fruchtig und voll. Ideal zu geniessen nach einem deftigen Essen und reichhaltigen süßen Speisen. Dieser Tee eignet sich ideal zum Lagern.

Musik

Schlusswort:

一路經行處,莓苔見屐痕。

白雲依靜渚,芳草閉閒門。

遇雨看松色,隨山到水源。

溪花與禪意,相對亦忘言。

(唐‧劉長卿‧《尋南溪常道士》

Besuch bei einem taoistischen Einsiedler.

Entlang dem schmalen Pfad,

Wurde ein unscheinbares Fussdruck auf dem Moos besichtigt,

Weiße Wolken lehnt leicht an dem ruhigen See,

Das hochwachsenden Frühlingsgrass verstecken die leicht angelehnte Tür

Nach dem Regen intensiviert die grüne Farbe des Kiefers,

Der Bergpfad führt zu der Quelle

Im Einklang zwischen den Blumen und Universum,

Ich vergesse, was zu sagen.

Mit diesem Gedicht, was wir auf der Einladung der Einweihung von Eröffnung Shui Tangs schrieben, möchte ich das Konzert beenden. Vielleicht haben Sie das gefunden, was Sie erwarteten. Oder haben Sie eine Überraschung empfangen?

Im Einklang zwischen den Tee und Musik, ich vergesse, was zu sagen!

Meine innere Schwelle

Ich kann nur Tee für andere Menschen zubereiten, wenn ich an diesen Tee glaube.

Es gibt etwa, was ich als eine Schwelle bezeichnen würde. Ich muss selbst meine Schwelle überwinden.

Was bedeutet denn „glauben“? Ist es eine Wertung? Ich „glaube“ einen Tee, weil er gut ist?

In diesem Sommer üben wir sehr intensiv für unseren Teekonzert und es ist immer eine bereichernde Zeit für meinen Teeweg. Durch das Begleiten von den Teilnehmern komme ich immer tiefer in meinem Innern. Ich beobachte dass manche oft kreative Ideen haben und spannende Vorstellung zum Seinen Gongfu Cha haben, aber vielleicht weil es zu „einfach“ ist, cool zu sein, fällt es plötzlich an Erwartung von eigenem Tee! Man dreht sich um einen Kreis. Dem Teetisch fällt plötzlich an Geschichte.

Dann frage ich mich, wie wäre es mit mir? Es wirkt sich tatsächlich anders bei mir aus. Ich will Veränderung und Experiment. Ich will, dass mein Teetisch nicht zu fassen ist, weil ich mich entwickeln will. Es ist diesmal so. Dann möchte ich beim nächsten Mal anders machen, vielleicht scheitere ich, aber ich habe es versucht.

Weil ich eine innere Schwelle habe, muss ich zuerst an den Tee glauben. An einem Tee glauben, geht es nicht an Demuth vorbei. Demut gibt mir einen Raum, den Tee zuzuhören und sich an ihn anzunähern. Was spricht er zu mir?

Nach vielen Jahren mit Tee im Leben zu leben erkenne ich ein wahres Glück. Mein Glück von meinem Leben ist, dass ich ein gutes Wahrnehmungsvermögen habe. Aber ohne Demut fällt einem schwer die einfache Schönheit des Lebens wahrzunehmen! Demut ist eine Haltung zum Leben, Demut ist der Anfängergeist des Seins.

Ich kann nur den Tee für Gäste zubereiten, an den ich glaube. Früher lerne ich den Tee zu verstehen, an den mein Lehrer glaubt. Ich weiss von Demut. Heute ist mein Lehrer selten mit mir, während ich Lehrer wurde für anderen. Ich lerne, die Notwendigkeit, den Anfängergeist zu pflegen, zu üben, wo ich Demut finden und behalten kann. Manchmal bei Menschen, die mir widerspieln wollen und können, und manchmal durch Scheitern. Scheitern ist ein gutes Stück im Leben!

Die Strassen sind oft bunt, voll und ereignisreich, sind selten der Ort, wo man gerne verweilt. Man passiert. Am Teetisch ist der Ort, wo man bleiben will.