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南管茶會 Nan Guan Konzert mit Tee in Zürich!

http://www.agenda.uzh.ch/record.php?id=34814&group=24

Eine Schale Tee in den Gesängen der alten Han

Eine Schale Tee bringt dem modernen Menschen Gelassenheit und Gesundheit. In der Tat ist der Tee ein Resultat der alten chinesischen Alchemie, die stets versucht, die Grenze zwischen Zeit und Raum aufzuheben.

Die Teehaus-Kultur wurzelt in der Tang Dynastie von 713 bis 741. Das öffentliche Teehaus war ein Ort der Begegnung und der Ereignisse, ein Ort, wo sich die Aristokratie traf, um sich zu erheitern, wo das gemeine Volk Unterhaltung suchte. Dort, im Teehaus, wurde der Tee von Geschichten begleitet, die mittels Gesang und Gestik erzählt wurden.

Diese Teehaus-Tradition vermittelt uns heute nicht nur die Kultur des chinesischen Lebensstils, sondern auch die alten Künste. Das Publikum am Teetisch ist gleichzeitig Teil des Geschehens wie auch Botschafter dieses Lebensstils.

Am 24. September bauen wir eine Brücke vom Hier und Jetzt in die alte Tang-Zeit, durch die alte Han-Sprache Holo. Mit einer Schale Tee werden die Teilnehmer in die andere Zeit versetzt, ja in einen anderen Raum, in dem Ost und West, das Vergängliche und das Ewige aufeinandertreffen!

Holo Gesänge – Nanguan

Die Holo-Sprache ist eine antike Chinesische Sprache, die auf der mittelchinesischen Ebene gesprochen wurde. Die Wortteile „Ho“ und „Lo“ beziehen sich auf die geographische Ebene zwischen dem Gelben Fluss und dem nördlichen Luo He. Bis zur Song Dynastie (960-1279 n. Chr.) war Holo die Hochsprache unter den han-chinesischen Sprachen. Im Lauf der Zeit ging diese Sprache durch die Eroberungen und den Vormarsch nördlicher Völker verloren. Im Zuge der Flüchtlingsbewegungen kam Holo in die südchinesische Provinz Fujian und ist seit dem 17. Jahrhundert auf der Insel Taiwan und anderen südostasiatischen Ländern verbreitet. Holo wird heute in Taiwan allgemein als Taiwanesisch bezeichnet.

In der Nanguan-Musik hat sich der musikalische Stil älterer Zeiten erhalten, im Gegensatz zur Beiguan-Musik im Norden, wo auch andere Sprachen und Instrumente verwendet werden. Die Orchesterbesetzung und die Melodien lassen annehmen, dass Nanguan aus der Tang-Zeit (618-907) stammt und sich in der späteren Song-Zeit weiterentwickelte. Die musikalischen Spuren reichen sogar bis in die Han-Dynastie (202 v. Chr. bis 220 n. Chr.) zurück. Nebst instrumentalem und vokalem Vortrag kann Nanguan auch als Schauspiel und Oper aufgeführt werden.

Bei vokalen Werken wird in der Holo-Sprache gesungen. Die Hafenstadt Quanzhou im Süden Fujians gilt als Urspung und Zentrum des Nanguan. An beiden Seiten der Taiwanstrasse haben sich unterschiedliche Nanguan-Stile entwickelt. Am heutigen Abend wird der Taiwanesische Stil vorgeführt.

Künstlerin

Xinfei Wu, Sängerin und Erzählerin, wurde in Taipeh auf Taiwan geboren. Sie beherrscht die alttaiwanesische Holo-Spache sowie die Nanguan-Oper, die heute beide existenziell bedroht sind. Zur Zeit engagiert sich Frau Wu für eine zeitgemässe Interpretation des klassischen Wortschatzes und der alten Poesie. 2009 wurde Xinfei Wu vom ACC (Asian Cultural Council, einer Organisation der Rockfeller Foundation), zu einem Austausch mit Sängern der alten Musik in Japan eingeladen.

Pu Er oder?

Dieses Bild zeigt uns, was man heute in Yunnan aus Taidi Cha alles machen kann.

Taidi Cha, der Pu Er Tee aus der Plantage. Ein Tee, der rund ums Jahr gepflückt wird. Ein Tee, der Menge ausmacht, anstatt Qualität. Die Teepflanzen sind gestresst, die Erde ausgelaugt und der Tee hat keine Identität. Das macht nicht. Die Pflanzen können ausgetauscht werden, wenn sie sterben oder nicht mehr produktiv sind. Die Erde kann man dünnen. Der Tee kann man mit Zertifikat aufpeppen.

Man kann ihn zu Yinzhen Baihao herstellen, zu grünem Mao Jian, zu roten Dian Hong!

Alles, was Du denken kannst.

Und sie sind alles BIO.

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Metal, Holz oder Erde?

Am vergangenen Sonntag zogen 15 Teefreunde ins Shui Tang zurück und widmete den ganzen Tag Pu Er. Franco sagte mir am Dienstag, er war so glücklich als er nach Hause ging.

Wie kann man sich so glücklich fühlen, wenn man so viele Sorte Tee degustieren muss? Muss? Nein, wir wollen!

Wir haben degustiert wie die Lagerung von Wuliangshan Gushu 2012 in Metaldose, Kirschbaumrindedose und in Tongefäss ausmacht.

Metaldose hat keine einzige Stimme erhalten. Der Tee ist darin zu frisch, zu wild und zu wenig abgerundet. Wozu lagert man wenn der Tee so langsam reift?

Marie-Florence hat recht, ein Tee, der reift, hat Geschichte, ist interessant und verbirgt eine ganz Menge Erwartung und Vorfreude!

Kirschbaumrindedose hat 10 Stimme, während Tongefäss aus Taiwan 5 Stimme bekam. Fabio sagte, er war in einer Dilemma. Das Stimmt, der gelagerte Tee im Tongefäss ist wirklich gut, harmonisch, rund und tiefgründig.

Ich habe meine Stimme für Kirschbaumrindedose gegeben. Weil ich darin eine zentrierte Duftströmung wahrnehmen konnte und ein bisschen mehr Eleganz und Geschmeidigkeit in der Textur bemerkte. Jedenfalls war das Tongefäss genau so gut wie die Kirschbaumrindedose! Vom Preis her ist sicher die Tondose von einem großen Vorteil!

Beim Erwerben von Tongefäss, zeigte ich im Seminar, wie man aufpassen muss. Das Klang von Gefäss sollte hell und knackig klingen anstatt schwer und stumm. Einkaufen von Keramik ist eine Wissenschaft. Ein Teeliebhaber kann langsam aus der Fokussieren von schöner Form wegkommen und sich auf das Material befassen. Für mich als Teehändler bedeutet diesen Schritt von essentiellen Bedeutung! Ton kommuniziert mit Tee, es ist nicht bloß reine Erde, sondern eine lebendige Zusammenspiel von Mineralien, Bakterien und Zeit…

Fahrplan von dem Teeseminar am 19.03.2017

Gerade fertig geworden. Es gibt morgen viel zu arbeiten.

Unser Pu Er Lagerungexperiment ist nun auch fünf Jahre alt. Morgen können wir auch ein wenig degustieren, um zu vergewissern, wie man am besten Pu Er lagert! Beziehungsweise wie reagiert der Wuliangshan 2012 Gushu auf verschiedene Materialien nach fünf Jahren? Fünf Jahre ist auch einen Zeitraum um die Lagerung eine Bilanz zu ziehen.

Das spezielle ist auch den Bangwei Gushu zu degustieren, der einen Beweis dafür liefert, dass Yunnan das Heimat des Tees ist. Anhand dieses Tees kann die Wissenschaft feststellen, was ein genetisch wilder Baum und was ein kultivierter Baum ist, weil es einen Übergangsbaum dazwischen existiert.

Silent Lotus

Zum ersten Mal bei Yasu war am einem Frühlingsabend im einen Teehaus Taipei. Der Wind windete leicht, der Regen tropfte langsam unter. Seine Musik mit den Samadhibowls versetzten mich auf einmal in Antik China, als ob eine Zeremonie vor meinen Augen in einem Tempel vorgeführt gewesen wäre. Es waren uralte Klänge, die man in Antik China zu tönen bracht – Klänge aus der Tiefe um die Grenze zwischen diesseits und jenseits zu überschreiten.

https://vimeo.com/199979700

Konzert mit Yasuhito Arai in Shui Tang, an der Spiegelgasse 26, 8001 Zürich

Anmeldung erforderlich! Eintritt, 20 Sfr.

20.05.2017, 18-20 Uhr. 45 Minuten Musik, Tee und Gespräche.

(Tee)Baum auf den (Tee)Weg

Im Film Avantar verehren die Na’vi einen Baum, der Baum der Seele. Dort können sie ihre Energie aufladen, können sie sich wieder an ihre Vergangenheit und an ihre Erbe erinnern. Ein Baum des Lebens, was das Leben zu gedeihen und zu entwickeln bringt.

Nicht nur die Na’vi verehren Bäume, sondern viele alte Kulturen. Unter einem Baum passierte und passiert viele Geschichten. Shennong (ein chinesische mythische Figur, die Tee entdeckte) entdeckte eine Pflanzen Tee, viele einfache Menschen trafen und treffen sich unter einem Baum zum Tee, zum Schacht oder zu lieben. Unter einem Baum wurde viele Rituale vollzogen, um Götter zu verehre, um eigene Wünsche mit jenseits zu kommunizieren, um Unheil abzuwenden. Unter einem Baum wurden Früchte gesammelt, wurde Kräuter gezupft wurden Tiere gefuttert.

Auch die Menschen in Yunnan sangen in jedem Frühling unter Teebäume, um die Seele der Bäume aus dem Winter zu rufen. Es ist noch die Zeit, als Teebaum noch ein Teebaum ist, bevor Teebäume Tee-Bonsai wurden.

Wie kommen wir auf die Idee, Teebäume wie Bonsai zu kultivieren? Ist es nicht ein Spiegel von unserem Umgang mit dem Baum, mit der Natur, gar mit unserer Seele?

Am 04.12.2016 um 16 Uhr findet ein (Tee)Gespräch in Shui Tang statt mit Brigitte Egger und Meng-Lin Chou. Wer sich für die tiefere Struktur der Bedeutung des Baums und Tees im unseren modernes Leben zu integrieren, interessiert, ist herzlich eingeladen.

Anmeldungen erforderlich. Eintritt frei.

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Gestorbener Teebaum in Bo He Tang Yunnan.

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Teebäume in JIngmai Yunnan, nach dem Frühlingsritual.