Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Sternhimmel

Sternhimmel in HeHuan Shan!

Fotografiert von Lin Minglun

Durch das Foto kann man sich vorstellen wie die Tianmu Glasur entstanden ist! Dazu noch eine Tasse Oolong von HeHuan Shan! Man fühlt sich wie zu einem anderen Raum versetzt, vereint mit dem Universum und versunken in der Milchstraße!

Tianmu Schale von Lo Senhao

Die Betrunkene Schönheit

Eine Kanne der Keramiker Zhang, Jitao aus Taiwan „Die Betrunkenheit einer Schönheit“

Meint Ihr, ob sie wirklich betrunken ist? Oder eher entzückend?

Ist diese Betrunkenheit eher entzückend oder abstoßend?

Die Glasur „Die Betrunkenheit einer Schönheit“ entstand aus der Qing Dynastie und erinnert einen an die blühenden Pfirsichblüte. Sie gehört zu schwieriger Glasur die selten gut gelingt. Nur Pfirsich rot wäre die Kanne zu vulgär. Das punktierte Grün erfrischt den Blick und mindert das angenehme Gefühl. Das Ganze kann auf eine ästhetische Ebene gehoben werden und die Vielschichtigkeit kommt im Vordergrund.

Orchidee grüßt aus Alishan

一葉蘭 Ein-Blatt-Orchidee

Es blüht wilde Orchideen in Alishan zu Ostern Zeit. Ich schicke die Fotos als Morgen Gruß an unser Teebuch Projekt Gruppe. Simon schickt mir ein Bild von einem amerikanischen Künstler dass ein Phalaenopsis fast realistisch abgebildet ist.

Aber Phalaenopsis ist nicht Orchideen für meine Großeltern. Sie sind zu „billig“, blühen zu groß. Und das Bild von dem Künstler ist nicht reduziert genug dass man die Ausstrahlung von den Blumen geistig wahrnehmen kann. Aber ein Europäer mag meine Ansicht nicht zustimmen.

Wilde Orchideen wachsen auf Baumstämmen

Dann sagte er dass er Gongfu Scha so gestalten möchte wie die Blumen natürlich wachsen – ohne Absicht. Es erfreute mich SEHR. Ich würde Fenghuang Milanxiang dazu trinken. Blumig, honigsüß und rau. Ein wilder Orchidee im Moos. Auf dem Baum- Krone. Weitblickend und genügsam.

Ein Ostern Gruß aus Alishan.

Glück mit den Wetter

2020 haben Oolong Teeliebhaber in Shui Tang Glück. Selten haben wir einen Hochland Tieguanyin. Noch nie habe ich von einem Schneeflocken aus Alishan gehört.

Der Grund warum wir solchen hochwertigen Tee haben, hängt es mit dem Glück zusammen. Das gute Wetter bei der Produktion zu haben, ist wie ein Glücksspiel! Dank dem guten Wetter konnte man den Tieguanyin schön unter der Sonne welken lassen, ausreichend fermentieren lassen. Atong macht seine Handschrift mit seiner Röstung. Ein komplexer Tieguanyin mit ein Bündel von floralen und fruchtigen Komponenten, begleitet von einer Eleganz des Berges!

Dank dem Glück haben wir einen Schneeflocken in diesem Winter. Atong sagte mir, wir haben ein Glück mit dem Wetter und mit dem Teemaker! Der Shanzhu ist frisch entlassen aus dem Gefängnis und sucht nach neuen Aufgabe! Nach dem Frost suchte er nach dem Garten, wo ihre Teeblätter nicht geschädigt waren und warten bis sie sich öffnen und weit entwickeln. Dann schien die Sonne und ein wunderbarer Tee ist entstanden!

Glück muss man haben. Wir haben Glück.

Atong checkt gerade die Fermentation. Die Nacht war sehr kalt in Alishan, so dass man die Teeblätter kleiden musste., um die Wärme zu behalten.

Alishan Xuepian – Schneeflocken

Xuepian- Schneeflocken bekomme ich zum ersten Mal. bis jetzt habe ich nur Alishan Dongpian probiert und bin auch bewusst, dass er eine Rarität ist. Als ich diesjährig Schnee-Fotos von Taiwan erhielt, fragte ich meinen Lehrer Atong, ob wir vielleicht Schneeflocken Tee haben!

Xuepian sind Teeernte aus Teeblätter die Frost bekamen. Darum heißen sie Schneeflocken. Richtig gefrorene Blätter sind nicht zu ernten, weil sie kaputt gehen. Der Bauer muss viel Mühe geben, damit die Blätter nicht beschädigt werden. Das Pflückgut ist natürlich klein, weil sie nicht stark wachsen. Dezember und Januar sind eher Winterschlaf Zeit für Teepflanzen. So eine außergewöhnliche Rarität kam endlich vor einer Woche. Mitten im Lock Down, mitten in der letzen Phase meines PuEr Teebuch Projektes.

Während ich den letzten Teils meines Projektes trank ich den Xuepian Alishan. Wie funktioniert es, dass man einen Text über PuEr schreibt und Oolong trinkt?

Ich kann es nicht erklären. Es kam von sich alleine.

Als ich den 雪片 Xuepian sah, dachte ich, wie gut er zu meiner Pflaumenblüte- Zhuni Kanne von Yin Min 尹旻 passt! Yin Min nennt ihre Kanne „清飲 Qing Yin“ – reines ungestörtes Teetrinken. Diese Empfindung überkam mir, als ich den Aufguss in meinem Mund hatte. Rein, schön und klärend. Er duftet nach Neroli Blüten. Oder nach Orchideen. Selbst nach einem Tag konnte ich die Duftnoten in bereits abgekühlter Kanne riechen, der Duft versetzt mich am den Teetisch bei meinem Lehrer. Ach, ich vermisse ihn. Ich kann seit einem Jahr nicht mehr bei ihm Tee lernen, Frage stellen und Schätze zwischen den Teesäcken suchen. Er sagte mir oft, wie ein guter Oolong nach einem Tee noch duften und schmecken sollte. Genau wie dieser Xuepian!

Er ist schön, will einen nicht verführen. Vielmehr klärt der Xuepian meinen Geist. Ich bekam viel Abstand zu meiner Schreibarbeit. Ich war in der Lage meinen Fehler zu entdecken und unklare Logik zu sehen. Zweifelsfrei schmeckt er aromatisch, aber ohne viele bunte Farben zu malen und Tänzer zu veranstalten. Der Tee ist wie die Pflaumenblüten, die im Schatten gelassen duften, im späten Winter unbehindert blühen und im Winde nicht zerfallen. Ein Tee namens Schneeflocken verkündet die baldige Ankunft vom Frühling.

Das symbolische Essen zum chinesischen Neujahr

Simon und Niklas finden schön, wenn ich hier über das chinesische Neujahresessen schreibe. Was isst man zum Neujahr? Und warum? Ich würde umgekehrt auch gerne mehr über das europäische Neujahresessen erfahren!

Das traditionelle chinesisches Neujahresessen sind voller Symbole. Das Essen ist ein Ritual von symbolischer Handlung. Menschen kommunizieren mit dem Universum durch das, was man isst. Bei meiner Kindheit essen wir das Essen nachdem wir unsere Ahnen das Essen offeriert haben. Solche symbolische Handlung ist eine sehr alte magische Tradition, die in jeder Kultur zu finden ist.

Zum Beispiel aßen wir immer ein Gemüse 芥菜, das bitter schmeckt und ein Wintergemüse ist. Meine Großmutter erzählte mir, am Ende des Jahres isst man das bittere Gemüse, um zu wissen, dass das Bittere nun zu Ende geht und das Süße folgt selbstverständlich. Die alte magische Handlung arbeitet nach dem Prinzip von Ähnlichkeiten – entweder die äußeren Erscheinung und Aussprache. Man trinkt hier zum Beispiel den roten Wein, der das Blut von Jesus suggerieren sollte.

Man isst gerne Fodue – das Feuertopf, weil es das Zusammensein bedeutet. Auf dem Tisch muss immer einen Fisch geben und der Fisch darf nicht fertig gegessen werden. Nian Nian You Yu – es gibt jedes Jahr immer etwas übrig. Yu – übrig entspricht genau den Aussprache Fisch. Nach diesem Prinzip gilt genau mit dem Früchten. Man bringt Mandarine und Ananas zum Besuch. Mandarine heißt 橘子Juzi – Ji 吉Glück. Also Mandarine bringt Glück. Pass auf – nur Mandarine, nicht Orangen. Organe spricht man „Liuding“ – keine Konnotation zum Glück. Ananas heißt auf Taiwanesisch 旺來 Onglai – großartige Entwicklung.

Das gleiche ist mit 菜頭Rettich. Rettich Kuchen oder Rettich Suppe gehört ebenfalls zum Tisch. Rettich heißt 菜頭Caitou – gutes Zeichen 彩頭. Rettich-Kuchen oder süße Reiskuchen zum Neujahr heißt Niangao 年 Nian 糕gao – die Aussprache Gao bedeutet mit einem anderen Zeichen 高: sich höher entwickeln.

Ein Poulet Gericht gehört ebenfalls zum Tisch. Ein ganzes Poulet wäre am besten. Das bedeutet das Haus entwickelt sich gut. Weil Hähnchen – Ji 雞, auf Taiwanesisch Ge wie das Haus ausgesprochen wird. Das Haus wird sich gut entwickeln ist ein schöner Neujahrswunsch.

Viele meine europäische Freunde wissen, dass wir vor dem Neujahr etwas auf ein rotes Papier Kalligraphieren. Oft wissen sie nicht, wie man das Papier nimmt, um zu schreiben. Man schreibt im Europa gerne horizontal, aber für das Neujahr schreiben wir, wenn nur ein Wort geschrieben wird, versetzt. Das heißt, nicht im gewöhnlichen rechteckigen Papierformat, sondern das Papier wird in rautenförmigen Quadrat geschnitten. Das Gedanke von dieser Form ist, das geschriebene Wort wie Glück oder Frühling auf dem Kopf aufzuhängen, um zu symbolisieren, diese Eigenschaften wie Glück und Frühling kommen. Die rautenförmige Form vermittelt einen Prozess in Bewegung.

Das Glück kommt.

Nächstes Jahr bring das richtige Frucht bei deinem Besuch, wenn Du Taiwaner zum Neujahr besuchen gehst. Wenn Du nichts mitbringst, heißt es: ich bringe zwei Stauden Bananas mit. Du muss Dir nur vorstellen, dass Deine Hände leer sind und Fingers wie die Bananas hängen.

Weil solche Brauch symbolische Bedeutung hat, achten manche Menschen sehr, dass sie nicht falsche Geschenke erhalten und verschenken. Andererseits ist es uns wichtig, solche Dinge in einem ganzen Kontext zu verstehen, anstatt nur partiell. Ansonsten entstehen kulturelles Missverständnis und die Gefahr, dass fremde Kultur als Exotik reduziert wird.

Ich lebe oft in einem kulturellen Konflikt. Einerseits weiß ich, dass ich mit fremden Menschen zu tun habe. Andererseits wollen diese Menschen mir das Gefühl geben, dass sie die chinesische Kultur verstehen, in der Wirklichkeit nur halb. Ich verstehe, sie meinen es immer gut. Es ist eine spirituelle Übung und Entwicklung für mich, immer auf das Herz zu besinnen, anstatt auf die Form. Es gelingt nicht immer. Auf anderer Seite frage ich mich, ob ich vielleicht genau so ignorant gegenüber den Einheimischen bin. Das gehört wohl auch zum Phänomenen einer multikulturellen Gesellschaft!

Das ist eine Illustration in einer Taiwaner Magazin über die Bedeutung vom Neujahresessen. Das letzte ist eine Maske. Das heißt, wenn es einem zu viel ist, vergesse nicht, Deine Personas während des Festes aufzusetzen.

Natürlich variieren sich die symbolischen Essen im Festland China und in Hongkong. Aber solche Symbole arbeiten nach dem ähnlichen Prinzip. Unser Leben ist voller symbolischen Handlungen.

Soll ich das Blog öfters aktualisieren?

Liebe/er Schwarze Küche Armatur mit ausziehbarem Schlauch,

Vielen Dank für Deine Aufforderung dass das Blog öfters aktualisiert werden sollte. Deine Zeilen geben mir viel Mut und Kraft. Danke!

Ich habe mein Blog nicht vernachlässigt. Ich habe einfach nicht viel mehr Zeit. Seit der Pandemie versuchte ich regelmäßig für meine Landesleute in FB Nachrichten aus deutschsprachigen Raum zu übersetzen damit sie wissen, was hier passiert, was die Menschen hier über die Pandemie denken und wie man hier mit der Pandemie umgeht. Viele Taiwaner verfügen knappes Sprachvermögen von Deutsch und haben nicht breites Netz im Lande. Das ist, das was ich für sie tun können.

Seit der Pandemie habe ich wieder Raum bekommen, für mich allein Tee zu trinken anstatt mit anderen. Das bringt mir sehr viel Ruhe und Zufriedenheit. Ich gehe mehr nach innen anstatt nach außen, und viel bewusster was ich mit anderen Menschen teilen möchte. Wenn man mich in dieser Zeit sprechen möchte, sollte man sich selbst melden, anstatt dass ich die Initiative mache, was früher wegen meinem Geschäft in dem Fall war. Jetzt treffe ich nur mit Menschen, die mich treffen wollen und nicht von mir initiiert. Das ist eine große Befreiung, weil ich mich nicht verantwortlich für anderen fühlen muss.

Ich möchte sagen, ich lebe viel mehr mit meinem Sein. Ich muss nicht fragen, ob jemand einen Tee möchtest. Ich darf abwarten und geschehen lassen, es ist wunderbar.

Dieses Blog ist ein heiliger Raum für mich. Ich möchte hier nur das schreiben, was aus meinem Herzen kommt. Hier schreibe ich keinen Unsinn. Hier schreibe ich das, was mich beschäftigt. Hier möchte ich nur das schreiben, was „heilig“ und frei ist – mit Bewusstsein und Reflexion. Ich will mich nicht zwingen.

Neulich ist ein PuEr Manlin Gushu von Yu eingetroffen mitten in Shut Down. Als ich allein in Shui Tang saß, als draußen schneite, fand ich diesen mineralischen süßen Aufguss wie ein „göttliches“ Geschenk. Dieser Tee schmeckt ein bisschen wie Mangzhi, ein bisschen wie Walong und Yishan Mo. Er war für Monate lang im chinesischen Zoll verschwunden. Als er plötzlich auftauchte, hat Yu selbst nicht geglaubt. Gefunden hat man nur 5 Stapeln.

Ich genoss den Tee in einem heiteren warmen Raum, sah die Schneeflocke rieselte und fühlte mich getragen in der Stille.