Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Welchen Jahrgang von Gaoshan Zhai in Yiwu findet Yu am besten?

Gerade habe ich Yu diese Frage gestellt.

Er sagte, dass er auch Fortschritte macht… er findet, die letzten zwei Jahrgänge 2020 und 2021 wegen gewonnenen Erfahrungen und Beobachtungen die besten seien.

Jahrgang 2018 und 2019 sind spezieller Jahrgang, weil während beiden Jahren gab es Dürre dort. 2019 starben viele Teebäume. Der Gaoshan Tee schmeckt in diesen zwei Jahrgängen anders als sonst – genau wie der Daxueshan vom 2019 und 2020!

Ich habe gewundert dass viele Teefreunde explizit den Jahrgang 2017 wollten, als ob Yus Verständnis des Tees in diesem Jahr geblieben wäre.

Auf den Teeweg möchten wir alle weitergehen.

Ich freue mich dass wir uns auf diesen Weg begegnen, auch wenn Corona unsere Begegnungen beeinflusst. Wir können Dank der Not kreativ werden.

Gaoshan Teewald in Yiwu Berg

Ein wunderschöner Teetag!

Es war ein wunderschöner Tag und genau richtig für Tee! Paar Leute ziehen sich zurück zum Tee!

Was vormittags war, war nachmittags schon anders! Fünf Menschen bereitet den gleichen Tee in fünf verschiedenen Modus! Fotos aus Kurs Gongfu Cha I.

Zusammen Wellen brechen und weiter fahren!
Auf einen blühenden Garten Tee trinken!
Brüche, die Sinn machen?
Ins blaue

Manlin Gushu – wie der herbstliche Sonnenschein

Selten reise ich nach Stans.

Regnerisch und kühl. Ich wollte mir das Projekt Culinarium Alpinum anschauen. Man hat mir von einem sehr beeindruckenden Gartenprojekt „essbare Landschaft“ erzählt. Das auf dem Menü präsentierte essbare Herbst hat mich enorm begeistert und sofort plante ich die Reise ins Mekka.

Als wir dort ankamen, war der Garten noch im Werden, aber man konnte bereits reife Himbeeren pflückten. Das Essen war hübsch repräsentiert. Die in Quark gesteckten Blüten schmeckten wie die Sonne, die hinter den Wolken versteckte. Das Fleisch war geschmackvoll, Kürsbispüree ist wie es sein kann. Nach dem Essen wollten wir einkaufen und das Projekt unterstützen. Man musste selbst die eingekaufte Waren zusammenzählen und twinten – wie in einem Hofladen.

Wie viel darf man verlangen und wie viel gibt man als Service. Es ist ein immer schwieriges Thema in einem sehr teuren Land, wo Menschen immer mehr zum Kostenfaktor werden. Wie viel darf man sich an das Lokale orientieren, bevor man sich unbewusst eingeengte Denkstruktur aneignet? Dass sich als authentisch und regional angibt, ist eine Versprechung verwurzelt und geerdet zu handeln?

Ich nahm viele Eindrucke und Gedanke nach Hause. Der Regen begleitete uns ununterbrochen. Bevor wir in den Zug sprangen, sassen wir uns kurz in Rosenburg, wo wir beide als schön und heimlich schweizerisch bezeichnen würden.

Als die Sonne wieder aufging, lief ich zu Shui Tang. Mit Franco packte ich die frischen eingetroffenen Stapel aus und tranken gemeinsam den Manlin. Es wird nicht der letzte Tee sein, den wir miteinander teilen. Es wird nicht der letzte Sonnenschein sein, der über Shui Tang strahlt. Aber der herbstliche Stimmung verbreitet sich in der Atmosphäre. Das warme Licht scheint besonders tröstend.

Aus der erste Tasse duftete es nach zarten Blumen, die gerade frisch öffneten. Es waren noch Heu und Grass. Im Mund breitet sich eine warme Hülle, Heu, Holz und Orangenschale. Es wärmte mich so, dass ich schwitzte. Wie fühlte ich mich? Ein Lächeln aus dem Herzen entspannte meine Schulter. Die herbstliche Sonne scheint auf meine Schulter, erfreulich und aufmunternd. Die alten Teebäume stehen Hunderten Jahren dort, wo sie die Sonne mit vielen Lebewesen teilen und verwandeln die Sonne in die Energie, damit sie uns die frischen kraftvollen Blätter liefern – wenn die Sonne auf meine Schulter scheinen, was gebe ich zurück? Wie könnte ich diesen natürlichen Kreislauf durch das Tee-Trinken ohne Dogmen und Versprechung weitergeben?

Manlin Gushu in Manzhuan Yunnan China

Walong, der Drachen aus der Tasse

Endlich sind neue PuEr Stapeln eingetroffen.

Der Walong aus Manzhuan, der wie ein Drachen aus einer Tasse emporsteigt, offenbart sich noch einmal in meiner Tasse!

Walong aus einer Tasse der aus feinsten Porzellen gedreht und mit Fichten Aschen Glasur gebrannt ist, vermittelt mir das beflügelte Gefühl auf dem Baumkronen eines Kiefers zu sitzen.

Der Drachen bringt Botschaft aus der anderen Seite! Die Welt hinter den Wolken. (Darum gibt es oft Abbildungen in fernöstlichen Kultur über Wolken Drachen)

Erfrischt, zentriert und weitsichtig geht man danach wieder ins „Tal“. Und ich in die arbeitsintensive Tage.

Flüchtlinge

Seit 2020 Januar habe ich mein Heimat Taiwan wegen Corona Pandemie nicht besucht. Diese Trennung kocht im meinen Unbewussten und kam meistens in der Nacht oder plötzlich an die Oberfläche. Die Tränen kamen meistens mit Schmerzen. auch wenn ich ich scheinbar wie ein Weltbürger lebe, verhält sich mein Unbewusstsein wie ein Baum, dessen Wurzel weitreichend übers Meer ausstreckten. Sie verlangen nach einem bestimmten Geschmack.

Wenn die Bilder von fliehenden Menschen von unserem TV verschwinden, kommen andere Bilder von anderen Strömungen aus einem anderen Ort. Ein Flüchtlinge ist jemand, der auf der Flucht ist. Dann sind wir alle Flüchtlinge. Jeder von uns flieht vor irgendetwas, was uns steuert im Unbewussten.

Trotzdem fühle ich mich wahnsinnig betroffen von den Bilder aus dem Flughafen Kabuls. Als Kind in Taiwan wächst man mit der Angst, einmal einer von diesen fliehenden Menge zu sein. Die Sicherheit Taiwans ist plötzlich in Munde von Biden, von Sullivan von grosser Bedeutung, obwohl diese Insel immer noch in der Isolation der Weltgemeinschaft lebt.

Wenn es mich so plagt, nur weil ich seit fast zwei Jahren nicht in meinem Heimat bin, wie geht es den Menschen, die für immer ihr Heimat verlassen oder verloren haben? Was ist der Sinn im Leben, ein Geflüchteter zu sein? Was ist der Sinn, getrennt von Heimat zu leben? Was passiert mit der Seele, die eine Verlust wahrnimmt und schmerzt? Diejenigen, die leiden, sind gezwungen mit der Verlust auseinanderzusetzen. Wenn es gelingt, trägt ein Geflüchteter das Licht und die Hoffnung für die Welt, in der vieles an wenigen Orten wie im Europa (leider) als selbstverständlich betrachtet werden. Heimat, Familie oder Geborgenheit können ein rares Gut sein. Ein Geflüchteter wird Menschen vermitteln oder sogar lehren, was heisst, Würde, Respekt und Schutz.

Dort, wo Angst herrscht, ist die Aufgabe unser Seele. Vor was muss man Angst haben um das Heimat zu verlassen? Warum herrscht so viel Angst in einer reichen Gesellschaft, Geflüchtete ein Hand zu reichen? Auf einmal kann ich die Geflüchteten auf der Strasse Zürichs anders betrachten. Und wo ist meine Aufgabe?

Lijiaos Tasse. Siehst du die Schichten der Gestein in der Erde von Taiwan?

Ich trinke Tee mit Wurzeln. Die Teepflanzen strecken ihre Wurzeln aus, vernetzen sich und unterstützen gegenseitig. Ich trinke Tiegaunyin, der mich mit meiner Stadt und meinem Grossvater verbindet. So viel, als ob meine Seele verdurstet wäre. Und es gibt nichts Besseres für mich, im Moment mit Lijiaos Teetasse zu trinken, die aus Gestein und Erde aus Taiwan geformt sind. Ich hoffe, ich kann irgendwann wie der frisch verstorbene Gelehrter Yu Yingshi einmal sagte, „wo ich lebe, lebt die chinesische Kultur!“ Wo ich lebe, lebt auch der Tee Taiwans. Bis dahin habe ich noch einen langen Weg, mit der Verlust des Lebens auseinanderzusetzen, damit die Schönheit des Lebens mit frischen Augen gesehen werden kann.

Morgensonne

Die Morgensonne ist schön und hoffnungsvoll.
Selten bin ich so früh schon im Sonnenbad und „verpasse“ meistens das Zeichen von Hoffnung.
Seit paar Monaten plagt mich eine schlimme Allergie in doppelter Formen: Hautausschlag und geschwollene Augen. Sie kommen und gehen, kommen und gehen, kommen und gehen?
Es ist wie ein Foltern.
Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Sie sollte uns schützen. Sie grenzt uns zur Außenwelt. Sie macht eine Hülle und eine Form von uns. Das Hautbild ist oft ein Seelenbild.
Ich kann diese Krankheit heilen, aber was möchte diese Krankheit mich mitteilen? Der Impuls der Krankheit ist stärker als das Symptom, die von ihm getrieben wird.
Wir leben in vielen ungesunden Beziehungen, in der Wertschätzung nur intellektuelle Vorstellungen ist. In einer Welt, wo Menschen wie Atome schwimmen. In dem Schreien von Eigen-Verantwortung, Selbstbestimmung und Freiheit ist das Ego zutiefst gekränkt im Unbewussten. Der Gemeinschaftssinn und die atomare Unabhängigkeit sind so unvereinbar?


Wie kann ich die zwischenmenschliche Beziehung mehr fördern, indem sie in einem gesunden Kreislauf läuft anstatt wie ein Raubbau, was wir oft mit Teepflanzen und der Erde tun?
Meine Sommerferien sind ein Reflexionsprozess. Die Freude an eigene Arbeit wiederzufinden, die Hoffnung, gesund werden zu pflegen und das Leben neu zu gestalten.

Wenn Blumen blühen…

„Wenn Blumen blühen, freue ich mich auf die Nacht, am besten im Vollmond. Dann kann ich das Mondlicht zum Wasser verwandeln, in meine Kanne füllen. “ So schreibt Künstler Jing Yuan (Liu Qingzhong) zu seiner Teekanne „Wenn Blumen blühen“.

Oft vergessen wir Gedichte zu schreiben und haben unsere Poesie im Schrank aufgehoben. Mit der schnell vergehenden Zeit wird alles vergessen. Vergessen war auch unsere Liebe zum LEBEN.

Manche Erleuchtung im Leben erscheinen wie Blümchen am Wegrand. Wenn alles reibungslos verläuft, sind sie unauffällig. Nur wenn die Dunkelheit näht, das Lärm abklingelt, entfalten sie sich erst richtig im Herzen und werden Wegweiser im Leben. Im Mondlicht, in der Einsamkeit, verkosten wir (Ich und der Mond) einen wilden Hongcha aus hohen Nanling in Guangdong. Da blühen die Ruhe und Gelassenheit in der Kanne auf und führen uns ins fernen Osten. Oder ein Pu Er aus Da Hei Sen Lin (grosser dunkler Wald) aus Yibang, klärend, tröstend und erhellend wie eine Göttin im Mondlicht in der Nacht!

Liu Qingzhong nennt sich Jing Yuan – der Geist des Spiegels. Er spiegelt gerne die „erleuchtenden“ Momente im Leben aus dem Alltag in seinem Werk wider. Diese Kanne „spiegelt“ einem alten charaktervollen Baum wider. Wenn ein alter Baum blüht – der Frühling besucht auch einen alten Baum, verkündet die Ankunft von Amor. Liebe, Freude und Glück sind da!

Zini Kanne. Designer Jing Yuan. Ausführung von Qing Cai. 140 ml Fassung. 100% per Hand geklopft.

Wenn die Blumen endlich blühen!

Wenn die Blumen endlich blühen, habe ich bereits einen Teetisch vorbereitet. Und paar Gedichte in meiner Hand.

Und der Mondlicht scheint, der Sternhimmel schimmert, nehme ich eine Kanne für einen Tee in der sommerlichen Nacht!

Hua-Kai, Zini Künstler Kanne. Künstler Liu Qingzhong (Design), Meister Tian Cai (Ausführung)

如是 Ru Shi, so wie Kaki, ist ein Versprechen

Chinesische Sprache ist lebendig und künstlerisch zu gestalten wegen seiner unterschiedene Betonen, die rhythmisch klingen und verschiedene Schriftzeichen, die gleiche Aussprache haben. Zum Beispiel bei Kaki.

Kaki ist ein Frucht, schönes rundes Frucht, was Vollkommenheit und Harmonie ausstrahlt. Kaki wird als „柿 Shi“ ausgesprochen, wie ein 事 Geschehnisse. Ein gutes Kaki Frucht ist „好柿 Hao-Shi“ wie ein gutes Geschehen.好事。In einer geistigen Tradition verleiht man solchen sinnvollen Zufall gerne mit symbolischen Charakter. Wenn man ein prächtiges Kaki mitbringt – wobei bringt man nicht Summe 1, sondern eher 5 oder 7, bringt man eine gute Vorahnung mit. Wenn man ein Kaki Frucht als Kanne Form aussucht, möchte der Künstler ein Glück dem Benutzer prophezeien.

Liu Rong 劉蓉 macht ihre neue Kanne Ru Shi mit einem hängenden Stiel von einem Frucht. Ein Frucht, das nicht mehr am Baum wächst, sondern noch Verbindung hat zu seinem Wurzel. Es ist auch eine Versprechung, dass dieses Segen von gutem Geschehnissen geerdet und organisch ist. Eine Versprechung die zeitlos überdauert, weil sie mit Wurzel verbunden ist – immer im Werden. Ein schönes Frucht, das den Höhepunkt nie erreicht, ein Versprechung die stets zum „Verwirklichen“ ist. Nach dem Höhepunkt kommt das Abwärtstrend. Nach dem Vollmond nimmt der Mond ab. Es ist eine geistige Stärke und eine Versprechung, was ein chinesischer Intellektuellen stets pflegt, sich zurückzunehmen, damit der Höhepunkt nie überschritten wird.

„So wie damals, so wie heute. 當日如是,此生如是 Dang Ri Ru Shi, Ci Sheng Ru Shi.“ Ru Shi, ist nicht nur ein Botschafter von einem guten Geschehen, sondern auch eine Versprechung von Ewigkeit.

Was erinnert einen, wenn man so eine Kanne in der Hand hat? Was will man verwirklichen? Und was will man nicht vergessen?

Liu Rong hat nach ihrem Werk Ru Guo noch einmal gewagt, tiefer in die magische Verbindung zwischen Frucht und Menschen einzutauchen. Der Teeliebhaber hofft, durch die Verwendung von Yixing Kanne einen magischen Zugang zu erhalten, um die symbolische Kraft des Objektes zu erwerben. Im ersten Augenblick kann es ein Kitsch sein, wenn die sinnhafte Bedeutung entleert wird. Im tieferen Betrachten ist es ein essentiellen Versuch, eine alte Tradition – geistig und künstlerisch in die moderne Gesellschaft lebendig zu machen. Wahrscheinlich liegt ihr Versprechen von ihrer Tradition in diesem Werk verborgen- so wie damals, so wie heute. Wahrscheinlich wird ihre Arbeit gut gelingen! Ru Shi – es wird sich zum guten wenden!