Mit Fehlern leben ist in Ordnung 

Ich bin geistig recht beschäftigt wegen dem kommenden Konzert und Steuererklärung.

Beschäftigt, aber erfüllt.

Mein Werkzeug im Leben durchzuschlagen ist das Schreiben. Da mein Deutsch fehlerhaft ist, muss es immer korrigiert werden. Selbst nach vielen Korrektur findet man immer noch Fehler im Text. Ich bekam paar Hinweise von verschiedenen Freunden. Nun wollte ich es einfach so sein lassen.

Mit Fehlern leben ist in Ordnung. Es ist nicht perfekt, aber fein.

Als ich noch für meinen Zen Lehrer kalligraphierte, als er Schüler ordinierte, fanden wir immer heraus, wo Schreibfehler oder sonstige Fehler der Organisation immer stattfanden. Es waren bei denen, die sich wahnsinnig viel Mühe geben bei der Vorbereitung. Damals verstand ich es, als Mensch mit der all der Menschlichkeit zu leben. 

Ich will mich nicht verteidigen. Es ist nicht meine Faulheit. Es ist das Leben.

Vor dem Feuer

Vor dem großen Feuer pflückte Renato paar Blumen. „Für das Feuer.“ Um etwas zu verwirklichen bringt man immer ein Opfer.

Ist es ein erfundenes Ritual in Rasa? An wem wurden die Blumen geopfert? Renato kannte es auch Japan. Auch wenn die Keramik Tradition sehr alt in der Schweiz ist, ist diese Tradition scheinbar verloren.

Ich kenne dieses Ritual noch aus Taiwan. Es wird immer ein Altar gebaut, bevor ein großes Feuer gemacht wird. Wer sollte diese Gottheit sein, die uns beschützt, den Erfolg des Werkes beschert und der Erde reiche Arsche zurücklässt, damit einen neuen Kreislauf wieder beginnen kann?

Der taoistische Götterliste bietet dafür ein hervorragendes Depot. Es ist allerdings nicht eine einfache Geschichte, oder eine Aberglaube um Menschen zu beruhigen. Oft symbolisiert die Ritualisierung eine Transformation von menschlichen Schicksalen.

Tong Bin ist eine populäre Gottheit für taiwanische Keramiker. Er lebt in 1599 Ming Dynastie. Seine Kollege und er mussten einen riesen Gefäss „Drachen Topf“ fertigstellen und wurden oft von zuständigen Beamtem getadelt. Um einen kaiserlichen Auftrag durchzuführen und um seine Leute zu beschützen opferte er sein Leben – er fiel bewusst in den brennenden Ofen! Das Gefäss wurde grossartig! Tong Bin wurde als „Feng (Wind)-Huo(Feuer) Xianshi (Gottheit)“ geehrt. Töpfer verehren Tong Bin um das starke Feuer im Ofen und den Wohlstand.

In Fujian Dehua, ein traditionsreicher Ort für Tian Mu Schale und Porzellan verehrt man seit dem 10. Jahrhundert nach dem Mondkalender 16.05. Lin Bing. Es wurde erzählt, dass er sein Ofen reformieren wollte, damit das Feuer besser ausbreitet. Im Schlaf besuchte ihn eine Fee. Sie öffnete ihr schönes Kleid und zeigte ihm ihre Brust. Im Wolken und Nebel schwand sie wieder. Nach dem Traum verstand Lin das Ofen wie die weibliche Brust Form bauen zu lassen. Nach verschiedenen Veränderungen gründet er die Form des Drachenofens. Die Opfergabe die man ihm bringt ist keine tierische Herkunft, sondern die schönen Keramik, mit den man erfolgreich ist!

In Japan gibt es eine eigenständige Ofen-Gottheit-Liste. Kamagami Shrine in Seto ist ein berühmter Tempel für Töpfer und Keramiker.

Wozu das Ritual? Ist es eine Aberglaube oder eine natürliche Art von Kommunikation von Menschen zu dem Ereignis, was einen von grosser Bedeutung ist? Oder widerspiegelt es eine Rück-Verbindung von Menschen, die bewusst sind, dass sie ein Teil des Universums/ Schöpfung zugehörig sind, nicht ein zusammenhangloser Einzelteil auf der Erde. Ein Ritual mit Reiswein, mit Blutofper oder mit Tee führt uns zu dem großen Feuer, das Phönix einen Wiedergeburt beschert!

Pause um weiter zu gehen

Der Alltag in einem Geschäft ist nicht sehr aufbauend für mich. Das ständige Müssen mit Kommunikation ist ermüdend. Warum mache ich nicht Shui Tang? Damit ich immer wieder Schwierigkeiten haben? Einerseits lerne ich sehr viel fürs Leben; andererseits ist Shui Tang ein Ort wo viele interessante Begegnungen stattfinden und gemeinsam Visionen oder Projekte verwirklichen kann!

In Shui Tang ist eine besondere Verbindung entstanden dass ich mich Huber dem WL freien Zonen zurückziehen kann. In der Stille kommen viele Ideen und Klarheit über den Gegenwart und die Zukunft.

南管茶會 Nan Guan Konzert mit Tee in Zürich!

http://www.agenda.uzh.ch/record.php?id=34814&group=24

Eine Schale Tee in den Gesängen der alten Han

Eine Schale Tee bringt dem modernen Menschen Gelassenheit und Gesundheit. In der Tat ist der Tee ein Resultat der alten chinesischen Alchemie, die stets versucht, die Grenze zwischen Zeit und Raum aufzuheben.

Die Teehaus-Kultur wurzelt in der Tang Dynastie von 713 bis 741. Das öffentliche Teehaus war ein Ort der Begegnung und der Ereignisse, ein Ort, wo sich die Aristokratie traf, um sich zu erheitern, wo das gemeine Volk Unterhaltung suchte. Dort, im Teehaus, wurde der Tee von Geschichten begleitet, die mittels Gesang und Gestik erzählt wurden.

Diese Teehaus-Tradition vermittelt uns heute nicht nur die Kultur des chinesischen Lebensstils, sondern auch die alten Künste. Das Publikum am Teetisch ist gleichzeitig Teil des Geschehens wie auch Botschafter dieses Lebensstils.

Am 24. September bauen wir eine Brücke vom Hier und Jetzt in die alte Tang-Zeit, durch die alte Han-Sprache Holo. Mit einer Schale Tee werden die Teilnehmer in die andere Zeit versetzt, ja in einen anderen Raum, in dem Ost und West, das Vergängliche und das Ewige aufeinandertreffen!

Holo Gesänge – Nanguan

Die Holo-Sprache ist eine antike Chinesische Sprache, die auf der mittelchinesischen Ebene gesprochen wurde. Die Wortteile „Ho“ und „Lo“ beziehen sich auf die geographische Ebene zwischen dem Gelben Fluss und dem nördlichen Luo He. Bis zur Song Dynastie (960-1279 n. Chr.) war Holo die Hochsprache unter den han-chinesischen Sprachen. Im Lauf der Zeit ging diese Sprache durch die Eroberungen und den Vormarsch nördlicher Völker verloren. Im Zuge der Flüchtlingsbewegungen kam Holo in die südchinesische Provinz Fujian und ist seit dem 17. Jahrhundert auf der Insel Taiwan und anderen südostasiatischen Ländern verbreitet. Holo wird heute in Taiwan allgemein als Taiwanesisch bezeichnet.

In der Nanguan-Musik hat sich der musikalische Stil älterer Zeiten erhalten, im Gegensatz zur Beiguan-Musik im Norden, wo auch andere Sprachen und Instrumente verwendet werden. Die Orchesterbesetzung und die Melodien lassen annehmen, dass Nanguan aus der Tang-Zeit (618-907) stammt und sich in der späteren Song-Zeit weiterentwickelte. Die musikalischen Spuren reichen sogar bis in die Han-Dynastie (202 v. Chr. bis 220 n. Chr.) zurück. Nebst instrumentalem und vokalem Vortrag kann Nanguan auch als Schauspiel und Oper aufgeführt werden.

Bei vokalen Werken wird in der Holo-Sprache gesungen. Die Hafenstadt Quanzhou im Süden Fujians gilt als Urspung und Zentrum des Nanguan. An beiden Seiten der Taiwanstrasse haben sich unterschiedliche Nanguan-Stile entwickelt. Am heutigen Abend wird der Taiwanesische Stil vorgeführt.

Künstlerin

Xinfei Wu, Sängerin und Erzählerin, wurde in Taipeh auf Taiwan geboren. Sie beherrscht die alttaiwanesische Holo-Spache sowie die Nanguan-Oper, die heute beide existenziell bedroht sind. Zur Zeit engagiert sich Frau Wu für eine zeitgemässe Interpretation des klassischen Wortschatzes und der alten Poesie. 2009 wurde Xinfei Wu vom ACC (Asian Cultural Council, einer Organisation der Rockfeller Foundation), zu einem Austausch mit Sängern der alten Musik in Japan eingeladen.

Ein Wasser Test

(Anschließender Beitrag zu dem Thema Yixing Kanne vom letzten Freitag.)

Meistens kaufen wir ein Gefäß weil es günstig für unser Budget ist, oder weil es uns optisch gefällt. Die herrschende ästhetische Empfindung unserer Zeit ist stark von der visuellen Wahrnehmung geprägt. Nicht nur dass wir nur an das glauben, was wir sehen können, sondern auch weil wir nicht mehr gewöhnt sind, mit anderen Sinnen unsere Welt zu entdecken.

Dass es eine uralte Tradition der taiwanischen und chinesischen Keramik gehört, selbst Ton zu suchen, zu verarbeiten und zu lagern, wird oft als Anekdoten oder als Mythos betrachtet. Sind solche Gefässe tatsächlich besser?

Wir starteten am Freitag ein Test, ein Experiment mit dem Zürcher Wasser, nicht gekocht, direkt von Wasserhahn, es wird in verschiedenen Gefäßen gefüllt.

Ganz links ist die per Hand geformte Schale von Hsu, Xulun, aus spezieller verarbeiteten Ton.

Links 2, Wasser in Glas.

Rechts 3, Wasser in spezieller verarbeiteter Ton von Li Jiao.

Rechts 2, Moyu Steintasse.

Rechts 1, Steinzeug Gefäß Neumann Deutschland.

Als ein Teegeschäft möchte man ein gutes Produkt an Teeliebhaber vermitteln, das den Genuss des Tees nicht beeinträchtigt. Ich wollte wissen, wie das Wasser in verschiedenen Gefäßen schmeckt.

Interessanterweise schmeckte das Wasser in dem Steinzeugtassen (aus gewöhnlich käuflichem Ton in Deutschland) ähnlich wie Glas. Kein Plus und kein Minus.

Das Wasser in Moyu Tasse schmeckte in den ersten 5-10 Minuten sehr knackig und frisch, danach fielt es ab.

In den beiden speziell verarbeiteten Tontassen aus Taiwan, die aus einer alten Schule stammen, in der Ton von Künstler selbst ausgesucht, verarbeitet und gelagert wird, schmeckt das Wasser geschmeidig und süß!

Ich hätte nicht gedacht, dass das Wasser trinken ein Freude und ein Genuss werden kann! Jetzt verstehe ich auch, warum viele taiwanesischen Keramiker so viel Wert auf Ton legen und wie verrückt die abgelagerten Erde von einem Staudamm in Taoyuan ausgegraben haben, als er saniert wurde!

Am Samstag probierte ich noch einmal mit Tianmu Tasse aus Holzofen. Das Wasser schmeckte hervorragend, frisch, lebendig und knackig!

Manche Leute bevorzugten das Wasser am Samstag in der Tianmu Tassen von Holzofen als die Tontassen von Li Jiao, weil sie das Gefühl haben – das Wasser sei verändert.

Dominique sagte mir, die feine subtile Geschmeidigkeit des Wassers aus der Tassen Li Jiaos kann nur von Menschen verstanden werden, die die Ruhe und Bereitschaft haben. Diese unsichtbare seidige Textur wahrnehmen zu können ist nicht jedermanns Sache! Es brauche Zeit und Reife! – aber man muss es nicht!

Natürlich ist solches Spiel für viele Leute sinnlos, weil der Unterschied nicht existiere!

Ob der Unterschied existiert, ob der wahrgenommene Unterschied wichtig ist, ist eine individuelle Sache. Jeder das Seinem!