Eine Samen im Herzen wachsen lassen

Ich komme aus einer Insel. Auf einer Insel lernt man sehr schnell Samen für Bäume zu setzen. Ohne Bäume wäre eine Insel schutzlos, keine Weitsicht, keine Schatten und keine Materialien für Schiffe.

Die Tage am japanischen Meer in einer winzigen Stadt Hagi waren ruhig. Es war windig und grau. Leere Strasse und leerer Strand.

Vielleicht war ich zu lang am diesen leeren Strand gesessen. In der Nacht träumte ich Menschen, die ein Kreuz trug und prozessierten. Diese schattigen Figuren hatten keinen Haupt. Als ich später im Netz recherchierte, realisierte ich erst, dass es genau dort war, wo frühere Christen ermordet wurden.

Aus welchem Grund haben sie sich entschieden, Märtyrer zu sein?

War ihr Herz so klar wie das stille Wasser, das der Wahrheit so geduldig widerspiegelt? Schlug das Herz Welle, als sie erhobenen Hauptes an den Strand gingen?

Und warum war ich dort?

In dieser Leere, vor dem ruhigen Wasser spüre ich in meinem Herzen einen Tee-Baum, der aus einer Tee-Same herangewachsen ist. Dieser Tee-Baum hütet mich vor der Welle von Sehnsüchte und vor der Strömung von Glück und Leiden. Er beschützt mich vor Abwägung und Zerrissenheit. Tief verwurzelt begleitet er mich auf den Weg, treu zu sich selbst zu sein und die Stimme des Herzens zu folgen.

Diese Leere erinnert mich an meine vergangene Jugend. Ich als ein junges Mädchen versteckte mich gerne im Buchladen, wo ich verbotene Bücher über die Geschichte Taiwans lass, die mein Vater zu Hause verstecken musste. Meine Lehrerin musste mich suchen gehen, während andere Schüler ganz brav im Klassenzimmer für die Aufnahmeprüfung lernten. Ich wurde paar Male so grausam erwischt. Mit dem erhobenen Haupt ging ich zurück in die Schule und meine Mutter wurde bestellt, um mich nach Hause abzuholen.

Die Jugend hat allerdings eine Haltbarkeit. Aber der Teebaum des Herzens lebt dort, wo das Innen sich klar von Aussen unterscheidet. Er folgt seinen eigenen Rhythmus und bleibt.

Ich rieche den Duft einer Blüte

Es gibt Dinge, die wir sofort verstehen und als richtig gewertet werden können.

Manche Dinge können nicht sofort verstanden werden und brauchen Zeit, wenn wir lernen mit Herzen zu verstehen. Solche Dinge können am Ende als falsch bewertet werden, sind aber ein Teil unseres Lebend geworden. Ist es noch wichtig sie zu werten?

Tag für Tag, Zeit zu Zeit. Wir bewegen uns näher zu den, was wir nicht verstanden. Unserem Leben bereichern wir durch die Schattierung unseres Handelns.

Manche Dinge sehen wir nur mit Herzen gut. Zum Beispiel eine Schale aus Hagi oder eine Kanne aus Yixing!

Langsam und unauffällig steigen der Duft des Tees, wie eine Blüte in der Dunkelheit. Der Duft von Blumen und der Zulauf von betriebsamen Straßen trennen sich in einer Schale Tee.

Ich wünsche, ich kann diesen Duft für immer in mir bewahren.

Zini Kanne „Na Xiang“ (Duft bewahren) von An, Demin. Ca. 300 ml. Künstler Kanne.

Die Spuren des Unsichtbaren sehen?

Fortsetzung zu vorherigen Beitrag.

Dinge aus der Vergangenheit sind selten bewahrt. Die Seltenheit verspricht seiner Exklusivität.

Das Rare enthält oft Charakter und erzählt Geschichte. Selten hören moderne Menschen die Sprache aus der anderen Zeit zu. Das Rare aus der Vergangenheit liegt dann oft im Verborgenen und bleibt unsichtbar.

Das Rare und fast Unsichtbare in einer Kanne zu offenbaren ist Hier bei Frau An ein Versuch eines Teekannemeister- Anfänger. Nur für die Teeliebhaber die Augen für das Unsichtbare haben!

Viele Dinge können wir nur mit Herzen sehen – das wusste schon der kleine Prinz!

„Cang Gu“ Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen

Fortsetzung von dem vorherigen Beitrag.

Die beiden Duanni Kanne sind aus Meisterin An, Demin. Sie tragen den Name „Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen“. Eine junge Künstlerin, die sehr viel Arbeit und Energie investiert, um die unsichtbare Innenwände fast makellos zu bearbeiten. Nur weil sie sich dafür verantwortlich fühlt für das Werk!

In dem nächsten Bild sehen wir den Ausdruck von der Kanne stärker und größer ist. Für mich wurde es klar, dass diese Kanne vor der anderen entstanden ist. Weil ihr Gedanke von „offenen Spuren und im Verbirgenen“ noch nicht gereift ist.

Wie viel sollte man zeigen, wie viel sollte man nur andeuten – das hängt von der Reife eines Künstlers. Für mich ist bei der Kunst oft „weniger ist mehr“. Die implizite Art gibt dem Betrachter mehr Raum zu denken.

Teekannenmeister und seine Kanne

Ich bin ein Anfänger von Yixing Zisha Kunst. Zum Glück bin ich Jie begegnet und kann vieles bei ihm und über ihn über diese grossartige Kunst lernen. Er hat kurz vor dem Jahreswechsel den Künstler Sun Chao, Schüler von Meister Wu Dongyuan, nach Taipei eingeladen. Ich konnte den Künstler persönlich kennenlernen.

In diesem Anlass hatte ich auch Glück das Milieu von Taiwanesische Teekannen – Sammler kennenzulernen. Sie sind fast 100% männlich. Sie wechselten nicht gerne Worte mit einer Frau und blieben lieber unter sich. Eine Ausnahme ist Herr Chen, der vieles mit mir ausgetauscht hat.

Er fragte mich, wie ich Sun Chao finde? Ich fragte ihn zurück, wie ich ihn finden sollte? Er sagte, „zuerst als einen Menschen und dann mit anderen Künstler zu vergleichen. “ Ich sagte, “ Erzählen Sie bitte weiter. Ich höre gerne zu.“ Er holte zwei Stühle und wir sassen vor dem Ausstellungstisch. „Spüren Sie bitte die Innenseite der Teekanne. Diese ist von seinem Meister Wu, Dongyuan und diese ist von ihm aus dem Jahr 2015. und diese Kanne ist von ihm vom letzten Monat.“ Ich legte meine Finger hinein und versuchte seine Worte zu verstehen. Ich bemerkte einen richtigen Unterschied bei den Innenwände der Kanne und Falten. „Merkst Du, dass er Fortschritt macht?“ Ich nickte meinen Kopf. „Haben Sie von ihm etwas gehört, dass er von seinen Fortschritten erzählte?“ Ich schüttelte meinen Kopf.

Ich verstand sofort, was er mir NICHT gesagt hat. „Ich habe eine Teekanne von ihm für mich behalten, die er 2014 gemacht hat.“ Er nickte seinen Kopf. „Ich denke, dass ich noch mehr von ihm erwarten kann. Wie viele Kannen haben Sie von ihm?“ Herr Chen ist zurückhaltend, er zeigte mir paar Fotos. „Die alte Generation ist vorbei und vieles Wissen ist nicht richtig weiter vermittelt. Wir als Kenner, müssen die neue Generation unterstützen. Das ist unsere Aufgabe. Yixing Zisha ist eine grossartige Kunst!“ Ich sah die Funken aus der Zukunft zwischen seinen Augen. Er erzählte mir weiter, „Der Charakter des Künstlers entscheidet seine Werke. Wir müssen vorsichtig sein, welche Künstler für die Zukunft zu unterstützen.“ “ Meinen Sie Ihre Investition?“ Er hat meine Ironie verstanden und lächelte, „Sicher. Ein Künstler mit Zukunft zu riechen bedeutet auch den Erfolg des Sammlers!“

Wir schauten weiter die Teekannen an und ich machte meine Notizen. Herr Chen schaute meine Notizen an und erzählte mir weiter über seine Ahnung und sein Wissen. Ich gab ihm meine Visitenkarte, er nahm sie, gab mir nichts zurück, sagte nur, „Sie wissen, meine Frau ist streng mit mir.“ Ich wusste nicht, ob ich lachen sollte oder?

Als ich gestern mit Jie allein die Teekanne anschaute, fragte ich ihn nach dem Charakter verschiedener Künstlers. Die Kanne von der neuen Künstlerin An (den Beitrag wird demnächst veröffentlicht) hat sehr schön verarbeitete Innenwände, man merkte kaum die Stelle von Henkel und den Ausdruck von Ihrer Statement ist zu stark ( zu voll). Ich fragte ihn, ob sie sich zu viel Gedanke macht? Er nickte seinen Kopf und fragte mich, „Schwesterchen, woher weiss Du es?“ Und diese Kanne ist vor dieser Kanne entstanden?“ Seine Augen leuchteten, „Ja! Ich habe Ihr gesagt, dass sie die Oberfläche zu voll machte und es ist NICHT ästhetisch, wenn der Künstler auf einmal zuviel sagen will.“ Ich sagte, “ Herr Chen hat mir sehr viel vermittelt. Ich muss mich bei ihm bedanken.“ „Ja, es ist mir eine Ehre, dass er unsere Teekanne sammelt. Er hat früher nur Teekannen von meinem Vater erworben. Vor paar Jahren hätte er nie einen Blick auf die neue Generation geworfen!“

„Sun Chao fragte mich, ob seine Kanne Dir gefallen.“ „Ist es wichtig?“

„Sein Meister hat mir gebeten Meinungen zu sammeln. Sun Chao müsse mehr Kritik erhalten damit er Fortschritte machen kann. Sein Meister will dass er mehr Kritik und Tadel bekommt.“

„Oh, das ist sehr Chinesisch, nicht wahr?“