Sternhimmel

Sternhimmel in HeHuan Shan!

Fotografiert von Lin Minglun

Durch das Foto kann man sich vorstellen wie die Tianmu Glasur entstanden ist! Dazu noch eine Tasse Oolong von HeHuan Shan! Man fühlt sich wie zu einem anderen Raum versetzt, vereint mit dem Universum und versunken in der Milchstraße!

Tianmu Schale von Lo Senhao

Die Betrunkene Schönheit

Eine Kanne der Keramiker Zhang, Jitao aus Taiwan „Die Betrunkenheit einer Schönheit“

Meint Ihr, ob sie wirklich betrunken ist? Oder eher entzückend?

Ist diese Betrunkenheit eher entzückend oder abstoßend?

Die Glasur „Die Betrunkenheit einer Schönheit“ entstand aus der Qing Dynastie und erinnert einen an die blühenden Pfirsichblüte. Sie gehört zu schwieriger Glasur die selten gut gelingt. Nur Pfirsich rot wäre die Kanne zu vulgär. Das punktierte Grün erfrischt den Blick und mindert das angenehme Gefühl. Das Ganze kann auf eine ästhetische Ebene gehoben werden und die Vielschichtigkeit kommt im Vordergrund.

Orchidee grüßt aus Alishan

一葉蘭 Ein-Blatt-Orchidee

Es blüht wilde Orchideen in Alishan zu Ostern Zeit. Ich schicke die Fotos als Morgen Gruß an unser Teebuch Projekt Gruppe. Simon schickt mir ein Bild von einem amerikanischen Künstler dass ein Phalaenopsis fast realistisch abgebildet ist.

Aber Phalaenopsis ist nicht Orchideen für meine Großeltern. Sie sind zu „billig“, blühen zu groß. Und das Bild von dem Künstler ist nicht reduziert genug dass man die Ausstrahlung von den Blumen geistig wahrnehmen kann. Aber ein Europäer mag meine Ansicht nicht zustimmen.

Wilde Orchideen wachsen auf Baumstämmen

Dann sagte er dass er Gongfu Scha so gestalten möchte wie die Blumen natürlich wachsen – ohne Absicht. Es erfreute mich SEHR. Ich würde Fenghuang Milanxiang dazu trinken. Blumig, honigsüß und rau. Ein wilder Orchidee im Moos. Auf dem Baum- Krone. Weitblickend und genügsam.

Ein Ostern Gruß aus Alishan.

Scherbenhaufen

Viele Teefreunde mögen ihre Tasse gar nicht. Sie seien zu wild. Für manche bedeutet Ihr Stil einen Zugang zur Natur und zum Tee. Aber sie hat im Moment ein grosses Problem.

Lijiao schickte mir zwei Fotos von Scherbenhaufen. Sie liess ihr Atelier renovieren und wollte den Ort neu organisieren für Ihre Arbeit. Sie bekommt zwei neuen Öfen. Alles ist neu. Sie hat sogar Fotographie Kurs angefangen, damit sie mehr in die Natur ging und die Landschaft Taiwans besser kennen lernen kann. Aber die Öfen funktionieren nicht richtig. Sie kann den Ofen ein und ausschalten. Sie kann alles einstellen. Aber ein notwendiges Atmosphäre für das perfekte Zusammenarbeit zwischen Glasur und Ton ergibt sich nicht. Sie zerstört alles was sie probiert hat und sagte mir, sie braucht Zeit.

Vor zwei Tagen schrieb sie mir, dass sie wieder Schüler werden wollte. Und bei jemanden, der mich auch kennt. Sie wollte wieder bei Prof. Luo Senhao studieren. So hat sie formuliert: “ Ich bat ihm, mich als Schülerin aufzunehmen. Ich wollte zur Uni wegen ihm.“

Ich bewundere Ihre Entschlossenheit für Ihren Weg und Ihr Demut. Ihre Entscheidung hat gezeigt, wie aufrichtig sie zu ihren eigenen Werk steht und wie klar sie erkennt, einen guten Lehrer zu folgen. Andererseits hat jeder Mensch seinen Weg. Für Keramik-Liebhaber bedeutet es ein grosses Glück. Es gibt nichts Besseres als zu erfahren, den Künstler den man schätzt, sich bemüht weiter zu entwickeln. Und vielleicht ist es ein Vorbild für uns selbst. Ich bin gespannt wie Ihre Werke sich weiter entwickeln!

Scherbenhaufen von Lijiao
Schale von Luo Senhao

Neues Leben, Dongpian

Shanzhu musste 2018 ins Gefängnis gehen. Bevor er ging, machte er einen wunderschönen Alishan Dongpian. Ein Tee zwischen zwei Saisons. Ein Tee, der heisst- der Tee, der nicht weiss, was ein Frühling ist.

Nun ist er wieder in der freien Welt. Noch lebt er in Alishan und pflegt Kontakt zu meinem Lehrer. Er weiss, was für Tee mein Lehrer sucht und wer sein Freund ist. Als ich den neuen Dongpian erhielt, roch ich die trockenen Blätter und zog meine Augenbrauen zusammen. So ein „warmer“ Dongpian! Ganz anders als ich kannte! Und der brilianten Xuepian – Schneeflocken – kühl, elegant, floral und nektarsüss! Was für eine „Grazie“! Neben ihm schien der Dongpian zu gewöhnlich.

Als ich mit Franco in Shui Tang die Alishan Oolongs degustierte, fand ich die röstlichen Blätterrand des Tees so auffällig anders. Und die Textur in meinem Mund zerfällt unter der Zunge… Ich bekam Zweifel an meine voreilige Meinung über ihn. Und immer mehr fällt mir die grüne Note von Xuepian auf, was mir von einem „Manko“ erzählt, während ich diesen eher rötlichen Aufguss von Dongpian immer mehr interessant fand. Nachdem ich mit Atong telefonierte, wurde es mir einmal klar, dass dieser Dongpian ein Tee von Geduldprobe ist. Und Shanzhu hat durch diesen Tee einen unglaublichen Fortschritt in seinem Handwerk gemacht!

Atong sagte, das Wetter hat mitgemacht. Shanzhu liess die Blätter länger unter der Wintersonne und kühlen Bergluft welken. Anschliessend brauchte er 2 Stunde, um die Teeblätter in Korb schütteln zu lassen – was man normalerweise nur 15-20 Minuten gebraucht hätte. Langsam liess er die lang geschüttelten Blätter ruhen und fermentieren. Der Aufguss bekam eine seidige Eleganz und dichte Textur. Mein Lehrer sagte, man musste solchen Tee fast lagern! Man weiss nicht, ob man wieder so ein Glück hat…

Da Lang – großes Schütteln. Hier hat Shanzhu zwei Stunde gebracht um Teeblätter zu beleben.

Paar Tage später degustierte ich mit Niklas. Der Schneeflocken war immer noch sehr schön. Aber ich bekam andere Augen den Dongpian anzuschauen. Auf einmal verstand ich die Distanz, die Shanzhu in seinem gefangenen Jahren hinterlegt hat. In diesen dichten Textur des Dongpians bildete ich mir ein, eine sanfte dichte Liebe, die über die Gitter hinausläuft, die sich nicht gefangen lässt, zu der Erde, zu dem Land und zu den Menschen und zum Tee fliesst. „Hast Du verstanden, was ich mit dichte Textur meine?“ „Der Aufguss von Xuepian ist dünner als von Dongpian, merkst Du?“ Er lernte und lernte. Auf einmal sagte er mir, „ja, ich glaube, ich habe ihn verstanden.“ Der Aufguss von Xuepian ist grandios, aber leicht zu verstehen, während der Aufguss von Dongpian wie eine Wolke im Mund langsam zergeht.

Ohne Zweifel liebe ich den Xuepian, der mich wunderbar beim Schreiben von meinem Pu Er Teebuch begleitet. Er schenkt mir geistige Funken, einen angenehmen Distanz und Freude zu arbeiten. Aber er sei wegen nicht sehr sonnigen Wetter nicht so gut geworden, wie er hätte sein können!

Atong erzählte mir, dass Shanzhu vom Garten zum Garten wanderte, und wie er ausgezeichnete Pflückgut finden konnte. Niemand würde so viel Mühe geben wie er um solchen schwierigen Pflückgut zu suchen und zu machen. Und das Wetter hat ihm Glück geschenkt. Bei der 2. Partie von Xuepian, den gerade geröstet wurde, wird uns noch mehr Überraschung bringen! „Der Mensch handelt, und das Universum beobachtet ihn. Der Mensch erntet das, was er säet.“ Sagte Atong. Shanzhu hat nach seiner Gefangenschaft endlich Glück bekommen. Und wir haben das Glück wunderbare Tees aus Alishan zu geniessen!

Glück mit den Wetter

2020 haben Oolong Teeliebhaber in Shui Tang Glück. Selten haben wir einen Hochland Tieguanyin. Noch nie habe ich von einem Schneeflocken aus Alishan gehört.

Der Grund warum wir solchen hochwertigen Tee haben, hängt es mit dem Glück zusammen. Das gute Wetter bei der Produktion zu haben, ist wie ein Glücksspiel! Dank dem guten Wetter konnte man den Tieguanyin schön unter der Sonne welken lassen, ausreichend fermentieren lassen. Atong macht seine Handschrift mit seiner Röstung. Ein komplexer Tieguanyin mit ein Bündel von floralen und fruchtigen Komponenten, begleitet von einer Eleganz des Berges!

Dank dem Glück haben wir einen Schneeflocken in diesem Winter. Atong sagte mir, wir haben ein Glück mit dem Wetter und mit dem Teemaker! Der Shanzhu ist frisch entlassen aus dem Gefängnis und sucht nach neuen Aufgabe! Nach dem Frost suchte er nach dem Garten, wo ihre Teeblätter nicht geschädigt waren und warten bis sie sich öffnen und weit entwickeln. Dann schien die Sonne und ein wunderbarer Tee ist entstanden!

Glück muss man haben. Wir haben Glück.

Atong checkt gerade die Fermentation. Die Nacht war sehr kalt in Alishan, so dass man die Teeblätter kleiden musste., um die Wärme zu behalten.

Alishan Xuepian – Schneeflocken

Xuepian- Schneeflocken bekomme ich zum ersten Mal. bis jetzt habe ich nur Alishan Dongpian probiert und bin auch bewusst, dass er eine Rarität ist. Als ich diesjährig Schnee-Fotos von Taiwan erhielt, fragte ich meinen Lehrer Atong, ob wir vielleicht Schneeflocken Tee haben!

Xuepian sind Teeernte aus Teeblätter die Frost bekamen. Darum heißen sie Schneeflocken. Richtig gefrorene Blätter sind nicht zu ernten, weil sie kaputt gehen. Der Bauer muss viel Mühe geben, damit die Blätter nicht beschädigt werden. Das Pflückgut ist natürlich klein, weil sie nicht stark wachsen. Dezember und Januar sind eher Winterschlaf Zeit für Teepflanzen. So eine außergewöhnliche Rarität kam endlich vor einer Woche. Mitten im Lock Down, mitten in der letzen Phase meines PuEr Teebuch Projektes.

Während ich den letzten Teils meines Projektes trank ich den Xuepian Alishan. Wie funktioniert es, dass man einen Text über PuEr schreibt und Oolong trinkt?

Ich kann es nicht erklären. Es kam von sich alleine.

Als ich den 雪片 Xuepian sah, dachte ich, wie gut er zu meiner Pflaumenblüte- Zhuni Kanne von Yin Min 尹旻 passt! Yin Min nennt ihre Kanne „清飲 Qing Yin“ – reines ungestörtes Teetrinken. Diese Empfindung überkam mir, als ich den Aufguss in meinem Mund hatte. Rein, schön und klärend. Er duftet nach Neroli Blüten. Oder nach Orchideen. Selbst nach einem Tag konnte ich die Duftnoten in bereits abgekühlter Kanne riechen, der Duft versetzt mich am den Teetisch bei meinem Lehrer. Ach, ich vermisse ihn. Ich kann seit einem Jahr nicht mehr bei ihm Tee lernen, Frage stellen und Schätze zwischen den Teesäcken suchen. Er sagte mir oft, wie ein guter Oolong nach einem Tee noch duften und schmecken sollte. Genau wie dieser Xuepian!

Er ist schön, will einen nicht verführen. Vielmehr klärt der Xuepian meinen Geist. Ich bekam viel Abstand zu meiner Schreibarbeit. Ich war in der Lage meinen Fehler zu entdecken und unklare Logik zu sehen. Zweifelsfrei schmeckt er aromatisch, aber ohne viele bunte Farben zu malen und Tänzer zu veranstalten. Der Tee ist wie die Pflaumenblüten, die im Schatten gelassen duften, im späten Winter unbehindert blühen und im Winde nicht zerfallen. Ein Tee namens Schneeflocken verkündet die baldige Ankunft vom Frühling.