Schengener Raum West

Zuerst dachte ich, dass ich einen gemütlichen Aufenthalt auf dem Frankfurter Flughafen hätten geniessen könnte, bis ich den Schild sah und an dem Eingang vorbeilief.

Was ist eigentlich der Schengener Raum West? Wo fängt er an? Wo hört er auf?

Jedenfalls erzählt dieses Schild mir, dass ich aus dem Osten kam.

In der Tat ist das Leben im Osten anders organisiert. Die Themen, die man im Osten diskutiert und erzählt, unterscheiden sich mit den Themen im Westen. Als ich in Taiwan war, herrscht das Thema Covid-19 immer noch den Alltag und die Bedrohungen eines potentialen Krieg die Bildfläche von TV, Zeitungen oder Youtube. Die gewaltigen Totenzahlen in China wegen Covid-19 und die Politik Chinas bereiten Menschen auf Taiwan enormen Sorgen. Wenn ich Akupunktur Behandlungen erhielt, hörte ich nur, wie die Mediziner dort über die Pandemie Lage Chinas diskutierten. Yu und Jie erzählten mir, was sie von ihren Freunden in China gehört und gesehen haben, was für seltsame Praktiken und Krankheitsbilder hören. Sie müssen allerdings so schnell wie möglich nach China einreisen, weil ihre Konten in China sind mehr als zwei Jahren gesperrt und überhaupt keine Zahlungen tätigen. Sie müssen mit dem Helfen ihrer Geschäftspartnern Geldtransfer tätigen. Inzwischen ist es fast nicht mehr erträglich. Yu plante im April zu fliegen. Auf jeden Fall. Jie will noch nicht. Er sagte, sein Leben sei ihm sehr wertvoll.

Themen wie Impfungsschaden und Skandal beim Einkauf von medizinischen Materialien während der Pandemie lassen die Bevölkerung nicht locker. Sie wollen eine Aufarbeitung. Sie wollen sich über die Folgen von Impfungen informieren. Sie wollen mitreden, warum ausgerechnet diese Medikamente oder diese Impfung eingeführt werden. Die Regierung steht stark in Kritik, so dass sie die Wahl verlor. Auch wenn Taiwan die Pandemie sehr gut überstanden hat, sind die Menschen nicht zufrieden. Ähnliche kritischen Phänomen sehe ich im Westen nicht. Auch die Pandemie ist bereits ausserhalb der Sichtweite der Menschen hier.

Das chinesische Neujahr ist wie das Weihnachten, ein sehr von Kollektiven gesteuertes Fest. Aber die Ausmasse von dem Einfluss des Kollektiven ist im Osten enorm. Die Zeremonie und Ritual auf dem Familie Altar und wie die Familie tagelang den Tag verbringt, um zu zelebrieren, überraschte mich. Selbst Yu bereitete die Zeremonie, um sich von dem Jahr zu verabschieden und das Neujahr wieder zu begrüssen. Das tun die junge Generation immer noch. Ich schaute zu und fühlte mich manchmal wie ein Fremde.

Rückkehr aus dem Osten bringe ich viele östliche Perspektive mit. In einer Diskussion ist nicht nötig, Recht zu haben. Moralisch sind Menschen nie neutral. Jeder hat ein inneres Kompass, was man als Nord oder West betrachtet. Innerlich brennt es ein Licht, dass man das erntet, was man aussäet. Es gäbe etwas, was eine andere Dimension öffnet als die messbare, sichtbare Welt.

Weil ich den Schengener Raum West verpasste, befand ich mich plötzlich im Empfangshalle vom Flughafen. Ich war geschockt und musste noch einmal durch die Sicherheitskontrolle, die an jenem Tag zum zweiten Mal machte. Die Zeit war sehr knapp. Meine Emotion war aufgewühlt. Ich fragte mich immer wieder, was habe ich falsch gemacht? Was habe ich verpasst?

Es kamen aber viele Helfer vom Flughafen. Am Ende sass ich wie geplant im den Sitz des Fliegers. Schengener Raum West ist mein Ziel. Man muss den richtigen Weg finden, wenn man aus dem Osten kommt.

Der Gesang der Sternen

Als ich auf dem Flug nach Taipei sass, lies ich den Bericht von Martin Frischknecht im Magazin Spuren über die neue Ausstellung von Fabienne Verdier „Der Gesand der Sternen“.

In der Luft fühlte ich auf einmal wie das in der Schale schwebende Blatt von Lo, Senhao. Eine Tianmu Schale, ein schwebendes Raumschiff im singenden Galaxie.

Zutiefst berührt erkenne ich, dass die Schönheit keine Grenze kennt. Den Wünsch, die Zeit und Raum zu überwinden, mit Unendlichkeit in Verbindung zu kommen, hat jede Kultur und jeder Mensch. Der Künstler bringt es zu Ausdruck und wir erkennen darin eine Lösung oder eine Chance für unser Leben, ganz konkret in unserem Alltag umzusetzen.

Wie schaffen wir Frieden? Wie verstehen wir unsere Existenz als Mensch im Universum? Und wie gehen wir mit alltäglichen Differenzen und Kleinigkeiten um? Ich wurde mehrmals von Menschen angesprochen im Shui Tang, wie gehen wir mit der Drohung von Friedensbruch um? Wie geht Taiwaner mit dem androhenden Krieg um? Meine Antwort ist stets, nicht unterkriegen lassen. Unsere Ohmacht transformieren. Ich erkenne meine Machtlosigkeit in der Weltpolitik an. Erkenne aber, dass ich etwas Schönes zum Ausdruck bringen kann, zum Beispiel ein Friedens-Teekonzert! Das kann ich, das können viele Teeliebhaber und das schenkt jedem, der kommen möchte, Impuls zu empfangen, Frieden in uns zu leben. Wir singen den GESANG der STERNEN, weil wir Sternen sind!

Ursprünglich kommen wir alle aus dem Meer. Ursprünglich schweben unterschiedlichste Staub und Steinchen im All. Aus irgendeinem Grund, mit irgendeiner unermesslichen Energie kamen die Lebewesen auf dem Land und die Staub werden Gesterne. Der Mensch wie Du und Ich, aus irgendeiner Verbindung begegnen sich auf dieser Bildfläche. Um diese Begegnung zu zelebrieren singen wir gemeinsam „Gesang der Sternen“!

Ich bekam die Idee, beiden grossartigen Künstler zusammenzubringen. Wenn Kosmos es will, wird es eine grossartige Begegnung werden für die Kunst und für uns. Lassen wir diese Gedanke klar formulieren, ins Universum schicken und freuen uns auf das zukünftige Echo!

Neujahrsgrüsse 2023

Blühende Pflaumen Bäume in Alishan

Zum Neujahr, mitten in kalten Winter blühen die Pflaumen Bäume im Mitten Taiwans. In diesem Alishan Pflaumen Garten ist jeder Besucher willkommen und man könnte dort einen Teller gebratenen Nudel essen und eingelegte Pflaumen oder Pflaumenwein einkaufen.

外坪頂蔡家秘境梅園
+886 989 859 562
https://maps.app.goo.gl/bgC8s4ANBuGAHv66A?g_st=ic

Man musste sehr früh aufstehen zu fahren, ansonsten stecken wir im Stau.

Aber in der Stadt waren die Straße voller Menschen. Immer in Gruppe und Familie. Es ist eine Tradition zum Neujahr, dass man ausgeht und Besuch macht. Wir nennen es „mit dem Frühling gehen“.

Voller Lampions

Im Silvester zum Sonnenkalender feiert man in Taiwan mit gemeinsamen Parties. Die Gemeinde und Verwaltungen organisieren sie. Riesen Parties verschiedenen Städten werden organisiert. Aber zum chinesischen Silvester gibt es bodenständige Sendungen in TV. Feierlich aber Taiwanesische Art. es ist eine familiäre Angelegenheit mit symbolhaften Gerichten.

Euch wünsche ich ein gesundes glückliches Neujahr 2023!

Der Besuch beim alten Meister Hsu Chaozong 許朝宗

Ich kenne ihn seit mehr als zwei Jahrzehnten. Alles schien wie erst gestern.

Meister Hsu ist inzwischen über siebzig und empfängt bald die höchste Auszeichnung von Taiwaner Kultur Ministerium. Zu mir ist er immer noch gleich. Lustig, bodenständig und teile gerne sein Wissen.

Er erklärte mir wie er unter Praxis von alten Glasur um Kunstwerke wiederzugeben. Für ihn ist der erste Schritt zu verstehen, was für Tonerde damals verwendet wird. In Ming Dynastie zum Beispiel war die Porzellan Erde nicht zu rein und sauber. So muss auch die moderne Nachahmung so sein, um die Ausstrahlung des Werkes wiederzugeben! Er erklärt mir auch den Unterschied zwischen Celadon und Jun Glasur.

Ein Geschenk von chinesischen Celadon Meister an Hsu

Wir unterhielten uns auch über die modernen chinesischen Keramik Entwicklungen. Er sagte, dass es ähnliche Probleme mit den Nachwuchs gibt wie überall. Die sogenannten chinesischen Kultur Erbe- Inhaber arbeitet einerseits kommerziell – was nicht vorzuwerfen ist, andererseits eher einseitig. Celadon Meister brennen nur Celadon. Wenn sie zu ihm zu Besuch kommen, sind sehr überrascht dass Hsu so vielseitig arbeitet.

Die Zeit ist immer zu kurz. Er beschwerte sich dass ich keine Zeit für ihn nehme. Er fragte mich wie es allen Europäer gehen, die mit mir ihn besucht haben. Er würde sich freuen, solang er noch lebt, mit meinen Teefreuden durch die Welt der Keramik zu führen!

Ich sicherte paar Kunstwerke- ich weiß dass es bald nicht mehr gibt. Ein Glückfall für mich! Ich sah die Kanne mit Henkel die ich noch nie bei ihm gesehen habe! Und die dünne Schale! Die wiedergebene Schätze von Palast Museum – das hat er vor 40 Jahre für das Museum gemacht hat.

Von ihm per Hand bemalt
Hautdünne Schale

Die Zeit ist zu kurz. Wir müssen die Chance ergreifen, gemeinsam paar Schritte weiterzugehen! Mögen alle Menschen Möglichkeiten haben, die Schönheit im Leben zu sehen, zu leben und zu gestalten!

Funken der Hoffnung

Im Neujahr möchte ich mit diesem Podcast als den ersten Beitrag bloggen. ein Interview mit Anselm Grün. Ein Benediktiner, der mit Geld umgehen kann, es als Energie zum Beitrag der Veränderung der Welt sieht und Menschen mit Hoffnung begegnen möchte. Es hat mich sehr inspiriert. Hoffentlich springt die Funken auch über die Zeilen!

https://youtu.be/8fsRhL5vQUs

Corona Edition II 2022

Daxueshan Yesheng Pu Er 2022 | Corona Edition II

Metamorphose

Wir erlebten zwischen Mitte März und Mitte Mai 2020 einen sogenannten Lockdown in der Schweiz und in Europa. In dieser ausserordentlichen Zeit schien alles stehengeblieben zu sein. Alle Bewegungen und Kontakte sollen vermieden werden. Der Lockdown wurde als «wirtschaftlicher Stilstand» bezeichnet.

Während diesem «Stillstand» ging ich häufig spazieren, was ich gewöhnlich nicht machen würde, weil ich im Shui Tang stehen muss. Im Freien beobachtete ich wie die der Frühling näher schritt. Die Insekten flogen, die Vögel zwitscherten und die Bienen arbeiteten. Die Bäume sprossen, die Blumen blühten und die Gräser wuchsen. Wohin ich sah, war kein Stillstand. Alles entfaltete sich zur rechten Zeit und am rechten Ort! Den Stillstand gab es nur in Medien, in unseren Vorstellungen und im Cyberspace!

Nun sieht die Welt anders aus. Nach zwei Jahren Pandemie wollen alle Menschen das gewöhnte Leben zurück und leben wie gewöhnt den gleichen Lebensstil weiter.

Ist alles wieder so wie vor der Pandemie?

Oder?

Wenn man das Lockdown als Stilstand betrachten, ist das Leben im Jahr 2022 wie eine Fortsetzung. Aber war es ein Stilstand? Oder war es ein Übergang, ein Tunnel? Eine Brücke? Es sollte keine Fortsetzung sein, sondern einen Neuanfang oder gar eine Neugeburt?

Für mich schenkte mir die Pandemie und damit verbundene «Lockdown» eine Möglichkeit, in der meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt war, aber meine Seele einen Raum bekam, nur zu „sein“.

Durch die Langsamkeit konnte man reflektieren, was die schnelle Bewegung mit einem macht, während die alltägliche Arbeit einen beansprucht. Der Kopf war so voll, dass man nur auf andere Menschen und Ereignisse ab-reagieren konnte. Das Nur-Abreagieren-Können auf die Aussenwelt belastet die Entwicklung des Ich. Der vollgestopfte Kopf und müde Körper konnte nichts Neues aufnehmen und über sich selbst Gedanke machen. Emotion steigt auf und schwemmt durch den Alltag.

Diese letzten zwei Jahren war für mich wie ein Tunnel, wo ich in der Dunkelheit Schritt für Schritt ein neues Compass für meine Seele wiederfinde, und Ballast abwerfen konnte. Mit dem langsam entleerten Rucksack konnte ich lernen, die Welt neu zu betrachten und mit leisen Schritten in die Zukunft zu gehen.

Vor zwei Jahren hatte ich die Idee, einen besonderen Tee produzieren zu lassen für diese ausserordentliche Geschichte im Leben der Menschen. Eine Pest, die die moderne hochtechnische Gesellschaft zum vermeintlichen Stillstand bringt, sollte in Erinnerung bleiben: Als Warnzeichen, um uns daran zu erinnern, dass nichts unverwundbar ist. Als Hilfe, um zu realisieren, dass wir Lebewesen sind, nicht Gott. Als Chance, zu begreifen, dass Verzicht eine Chance ist, um weiterzukommen. Nach zwei Jahren möchte ich diese Idee neu beleben, den gleichen Tee aus dem gleichen Ort produzieren zu lassen. Ein späterer Jahrgang von Daxueshan Yesheng Gushu Puer könnte uns wieder den erwarteten Geschmack schenken oder eher eine Überraschung, weil die Natur nie auf Menschen wartet? Die Natur hat seine eigene Uhr.

Pfirsichblüte und Pfirsichbaum sind kulturelle Symbole der chinesischen Kultur. Die Pfirsichblüte bedeutet Eros – ein Aspekt von einer Verbindung zu anderen Menschen. Dass Pfirsichblüte vereinzelt blühen, anstatt in Zweigen voller Blütenbündeln, wie zum Beispiel Kirschblüten oder Aprikosenblüten, signalisiert die Unabhängigkeit und Individualität, eine freie Verbindung zwischen Menschen, in der Respekt und Freiheit im Vordergrund stehen. In Shi-Jing (11. Jh.-6. Jh. v. Chr.) sang man vor 3’000 Jahren Lieder über Pfirsichblüten für die geliebten Personen. Und in «The Peach Blossom Spring» erzählte Dichter Tao Yuanming eine Utopie, und der Pfirsichblütenwald ist im Taoismus ein Symbol von einem Ort, wo aufrichtige Energie weilt und der Teufel vertrieben werden kann. Darum wird Pfirsichholz für taoistische Ritual verwendet: um die höchste Kraft der Erde zu symbolisieren. Pfisichblüten sind ausserordentliche Blumen.

Simon Trüb nahm den Auftrag wieder an und gestaltete ein facettenreiches Bild. Ein blühender Pfirsichzweig wird von Raupen besucht, die nichts Anderes machen als sich zu «entwickeln»! Während der Zeit, als verschiedene konkurrierende Narrative in der menschlichen Welt gegeneinander streiten, arbeitet die Natur weiter. Aus den Raupen werden Schmetterlinge entstehen! Und in diesem idyllischen Bild gibt es doch eine verwelkte Blüte, deren Blütenblätter zerfallen in der Luft. Ein Corona-Virus wird sichtbar. Raupen, Blütenblätter und Viren gehören zur Natur. Die Schmetterlinge verkünden die lebensfreudige Zukunft. Ein Tanz mit dem Wind im Blütenmeer.

Daxueshan Yesheng Gushu Pu Er ist ein Pu Er Tee, dessen Bäume auf einer Höhe von über 3’000 Metern über dem Meerespiegel wachsen, und die über 300 Jahre alt sind. Diese Pflanzen sind nicht kultiviert, sie sind genetisch «wild» – sie gehören nicht zu herkömmlichen Camelia Sinensis Assamica. Diesen Tee kann man jetzt trinken. Man kann ihn jedoch auch gemäss der chinesischen Tradition lagern. Während der Reifung befindet sich der Tee wie in einem Tunnel. Er tut nichts als nur sich zu entwickeln. Nach der Reifung offenbart er einen neuen, vorher nicht entdeckten Aspekt des Tees – wie eine vermeintliche Krise oder das Ich mit Distanz zu lesen.

Corona Edition II

Daxueshan Yesheng Gushu Puer 2022 Frühling

Friedenstee-Konzert

Seit paar Wochen üben wir fleißig Gongfu Cha für das Konzert am 19.03.2023!

Viele kreative ästhetische Teetische sind bereits zu sehen!

Leo sagte, Frieden sei wie in dunklem Ozean, das Herz wird gesteuert an eine Funken, die fest an Frieden glaubt. Man muss durch Wellen und Winde durch… wie ein Schiff.
Von Sabines Teetisch sehe ich ein Reichtum von Diversität! Dieses Reichtum in dem schönen Teegarten sichert den Frieden, auch wenn die Wahrheiten oder Fakten überlappen und Teilnehmer unterschiedlich sind. Klares ruhiges Atmosphäre versetzt uns zum wahren Glück.
Javorkas Angebot für den Frieden. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Ansichten werden eingeladen zwischen Himmel und Erde. Am Berg und am See trinken wir eine Schale Tee, nur für den Tee. Ohne Kalkül ohne Fokussierung kehrt der Frieden von sich alleine zurück!

https://www.shuitang.ch/products/die-klaenge-der-tanzenden-teeblaetter-friedenstee-konzert-am-19-03-2023-um-11-uhr

Ich freue mich auf Euch!

Puer Schachtel von Wutong Holz 梧桐木

Neue Teatoys, ästhetisch und nützlich?

Als ich im Sommer Yu besuchte, entdeckte ich sein neues Teatoy für seinen Puer Tee. Er behauptet, dass es ein tolles Spielzeug für die Aufbewahrung des Tees. Ich beauftragte einem Schreiner für Shui Tang welches zu produzieren.

Aus Wutong Holz
Passt wunderbar für eine 200g Corona Edition II 2022
Für den Bingdao Gushu 2010 400g klappt es ebenfalls.

Woher kommt dieses Holz? Man nennt Wutong Baum als der chinesischer Sonnenschirmbaum, oder Parasolbaum. Ein Baum in der Familie der Malvengewächse aus der Unterfamilie der Sterkuliengewächse aus dem südlichen China, Taiwan, Japan und Vietnam.

Im Europa dient er als Parkbaum. In der chinesischen Kultur ist dieser Baum von Poesie und Tradition beladen. Er sei das beste Material für das chinesische Musik-Instrument. Und ideales Material für Särge.

In Han-Dynastie 漢朝 wurde er bereits beim kaisierlichen Palast angepflanzt. Es wurde erzählt, dass Phönix nur auf diese Bäume verweilen würden. Ein Baum mit einer sensiblen Seele, die den Jahreszeit-Wechsel vorzeitig ahnt und den Dichter inspiriert. „Fallende Blätter von Wutong – wehen im Hier und Jetzt, flimmert in der ganzen Welt – das herbstlichen Licht.“ (梧桐一葉落,天下皆知秋) Oder ein Baum, der beseelt wird, dass man den Regen wie Tränen beschreibt und auf die grossen Blätter im Regen projiziert: “ In der Nacht regnet es ununterbrochen über den Wutong-Baum. Die Blätter erwidern den Regen mit Klänge und Töne, als ob es ein traurige Abschied stattfindet.“ (梧桐葉上三更雨,葉葉聲聲是別離。)

Zhuanzi 莊子, der taoistische Philosoph bezeichnete sich als ein Phönix, der nach seinem Wutong Baum suchte. Somit erklärte er seinem möglichen Rivalen, dass er die Position des Rivalen nicht einnehmen würde. Ein Phönix sucht nach „seinen Baum“, während ein guter Puer sein Zuhause sucht. Hoffentlich ist der Wutong-Schachtel ein gutes Zuhause für meinen Tee!

das journal culinaire no. 35

Für das Journal culinaire No. 35 wurde ich eingeladen einen Text über „Eine Ästhetik des Teetrinkens“.

Dank Kaspar Lange – er hat mich an der Redaktion empfohlen.

Euch wünsche ich viel Freude zu lesen!

www.journal-culinaire.de

Patheonon Tempel in einem Yancha

Wie beschreibt man einen Felsentee? Oder wieso wird dieser Tee seit paar Jahrhunderten so verehrt?

Yancha ist bekannt, zuerst durch Spiel von taoistischen Einsiedler. Sie suchen neueTeepflanzen in den Bergen und züchten selbst. Aus der Ernte veranstalten sie Wettbewerb. Sie nannten es Dou-Cha. Das ist wohl auch der Grund warum es so viele interessante unterschiedliche Kultivaren gibt. Rougui ist seit mehr als Hundertjahren bekannt. Ende des 20. Jahrhundert gehört er zu den bekanntesten Yancha-Kultivar. Manche Rougui haben den aromatischen Guaven Note aus dem Wildwuchs. Manche duften nach Steinfrucht und Blütenhonig. Natürlich haben sie alle den typischen Zimtrinde Duft. Er ist nicht ein zurückhaltender Tee.

Aber was ist mit den Steinnoten? Wie schmeckt ein Felsen? Glaubst Du wirklich, dass die Felsen tatsächlich die Geschmäcke des Tees beeinflusst?

Oh, ja. Bevor ich diese Niulankeng (Rinderstall – Rindfleisch nennt man diesen Tee in China) und Matouyan (Pferdekopf – Pferde Fleisch nennt man diesen Tee in China) kannte, konnte ich diese Frage nicht beantworten. Aber nun stelle ich fest, dass der Standort den Tee prägt! Und diese Erfahrung mit dem Felsen…

Als ich den Tee trank, dachte ich ein Felsen in mir zu spüren. Oder besser gesagt, wie ein Felsen oder eine Säule… Ja, wie das Eintreten in den Patheonon Tempel. Die alte Säule stehen auf den Sockel und überstehen Kriege und Seuche. Sie sind älter als ich. Mein sterblicher Körper trat in eine zeitlosen Sphäre ein, beschützt von den Säulen, übertritt in eine farblose Welt. Nur Stille und Schwerlosigkeit. Die Zeit verliert Bedeutung. Mein Leben gleicht wie ein Feder, so leicht, dass es in der Luft schwebt. Nur das Bewusstsein vom Hier und Jetzt ist real. ICH BIN DA und ich bin ein Teil von EUCH.

Vielleicht war der Yancha das Fahrzeug für die taoistischen Einsiedler. Ein Fahrzeug ins Niemandsland.

Manche chinesische Teeliebhaber beschrieb Rougui aus Niulankeng weiblicher als der Rougui von Matouyan. Ich kann es nicht gut nachvollziehen. Für mich hat der Rougui aus Niulankeng noch mehr von einem buddhistischen Tempel. Er versetzt mich nach Nanzenji! Nanzenji in Kyoto hat am Eingang starken alten Rotzypressen- Säule aus den Bergen Taiwans. Die Atmosphäre bringt einen zu schweigen. Demut und Frieden kehren zurück. Der Mensch wird geerdet und wunschlos. Die Zeit vergeht ohne Wille. Der Wind bringt keine Blätter zu fallen. Rougui Niulankeng schmeckt härter, deutlicher und strenger, während das Bewusstsein in uns wacher, frischer und ruhiger! Ich greife ihn weniger gerne als den von Matouyan, habe ein grosses Respekt vor diesem Tee!