Archiv der Kategorie: Tee und Musik

Yancha Schock – Reise zu Felsen

Ich habe zum ersten Mal solchen Yancha getrunken. Ich muss keine Felsen-Note (Yanyun) suchen. Und neben der Felsennote tanzen die Bienen und reifen die Früchten. In der Luft duften südländische Blumen!

Seit langen Zeit höre ich oft Rindfleisch und Pferdefleisch. Es sind Bezeichnung von bestimmten Anbaugebieten von Felsentee. Matouyan, Pferdekopf Felsen produziert eben Pferde-Fleisch. Das Rindfleisch ist aus Rinderstahl-Grube, Niulankeng. Das Fleisch ist hier Tee gemeint. Der bekannteste ist Rougui.

Rougui wird ab dem Jahr 1979 erst in Wuyishan systematisch angebaut. Matouyan sei der erste Ort, wo man Setzlinge von Rougui ansetzt. Die älteste Rougui Pflanzen sind bis heute ca. 40 Jahre alt – Laocong ( alte Bäume)

Wie schmecken diese Rougui?

Heute degustierten wir vier Rougui: Matouyan A, Matouyan B, Niulankeng, Yünüfeng ( Berg von schönen Frauen).

Der Matouyan A und B haben sehr ähnliche Note von Felsen Geschmack, so dass ich die beiden als echter Mantouyan bezeichnen würde. Sie schmecken jedoch sehr verschiedenen. Einer duftet nach Lychee und Honig. Im Mund offenbart der Geschmack des Felsens. Im Abgang hinterlassen reife Ananas auf der Zunge. Der andere duftet nach frischen Guaven, er schmeckt süß und fruchtig. Die Felsennote ist gefüllt in einem fruchtigen Mantel von exotischen Früchten.

Das Rindfleisch Rougui (Niulankeng) ist ein Bündel von Duft des Felsens! Ich wusste, dass Felsen auch so schön duften können! Weiße Pfirsiche „klingelt“ und besänftigt den Ton des Felsens. Dieser Tee ist wie eine unverwechselbare Komposition, in der Klang und Ton ineinander fließen.

Bei der Degustation von Dahongpao entsteht ein anders Bild. Der Matouyan strahlt eine sanfte Romantik. Blumenstrauß, Pfrisich Nektar und Felsen-Schloss. Auf meine Zunge tanzten Töne und sprach von Liebe. Bei dem Niulankeng duftet der Tee leicht nach Orchideen. Neben dem edelen Blumen rag ein prächtiger Felsen hervor. Starke Felsen und duftende Orchideen bilden seit tausenden Jahren eine Allegorie der chinesischen Malerei. Sie erzählt uns von einer starken Schönheit Blumen sind nicht zerbrechlich, weil sie starke Wurzel haben, um auf dem Felsen zu wachsen. Dieses starke Bild erlebe ich auf meine Zunge in diesem Tee!

Der Dahongpao aus Yünüfeng ( der Berg von Schönen Frauen) ist für Menschen, die gerne Harmonie in einem Tee am besten geeignet. Er hat angenehme Felsennote und feinen fruchtigen Ananas im Abgang!

Hin und her. Im Gongfucha Gaiwan zeigt der Tee noch vielschichtigere Seite. Nach paar Runde fühlte ich mich plötzlich so verloren. Die Felsen sind so nah. Wo bin ich? Bin ich noch in Zürich? Oder bin ich bereits bei den Taoisten, die gerade auf eine Wanderung sind, paar Felsen hinter sich haben und sitzend am einen Bach, nach köstlichen Reis im Bambusblätter gewickelt, verlangen?

Venedig und Buddhas Hand

Seit langem muss ich mit dem alten Jahrgang von Buddhas Hand aus Shiding zufrieden sein. Der alte Teebauer in Shiding war vergangen. Der Sohn macht selbstverständlich ganz andere Dinge wie der Vater. Der Buddhas Hand aus Shiding wurde ein grüner grassiger Oolong, so dass ich mich davon distanzieren muss. Plötzlich bekam ich einen Shiding Buddhans Hand 2020, der mich wieder an meinen Anfänger Geist erinnert, wie ich zum Tee kam.

Reife Aprikose Duft steigt aus der Tasse. Zarte Neroli-Blüten flüchtig in der Nase. Mandarinen und Zitrus – Noten fliessen in die Nektar-artigen Flüssigkeit und bilden Brücke zur Vergangenheit und Erinnerungen. Wie Buddhas Hand meine brüchigen Gedächtnis an meinen Anfangszeit des Tees wieder zusammen verbindet, verbinden verschiedene Brücke in Venedig die Inseln und schaffen eine unglaubliche Stadt im Meer.

Ich wollte ans Meer fahren, weil — ich aus einer Insel komme. Taiwan, eine Vulkan Insel mit unsicheren unstetigem Boden. Wenn es bebt, dann wackeln die Gebäude. Manchmal schüttelt es richtig. Manchmal fühlt man sich wie in Wiege der Mutter. In Venedig fühlte ich mich wie in einer Wiege. Der Grund ist wackelig. Das Wasser trägt und kann manchmal Furcht erregend sein.

Als ich einen Zeitfenster bekam, führte der Zug mich zu dieser wunderschönen Stadt, die einen gleichzeitig an Vergänglichkeit erinnert. Tagsüber sah ich die glanzlosen Fassade, fleckigen Dächer und Spuren des Wasser an dieser Stadt. Als die Nacht kam, verschwand das morbide Venedig. Es wurde zu einem Kulissen von Projektionen. Die Musik von Vivaldi klingelten, während der Mond leuchtend schien. Die Zeit wurde überflüssig. Der Raum wurde zum Zeit Tunnel. Wohin? Ins Orient? Oder bleiben wir auf dem Markusplatz, schau, die Schiffe aus dem Orient kommen gerade an…

Die Wände dieser Stadt sind vielschichtig. Die Überlappung verschiedenen Geschichten macht sie unverwechselbar. Wenn ich die Wände zuhöre, bildete ich mich ein, Seufzer zu hören.

Es war eine Zufluchtsort von Flüchtlinge. Es war ein Ort, wo verschiedene Kultur zusammenprallen und Menschen die Hilfe und Asyl suchten, Schutz fanden. Es war ein Ort, der Dank Diversität sein Reichtum und Glanz erworben hat. Als ich an den Wände vorbeilief, an der den Aufenthalt vom Gothe notiert war, fühlte ich mich mit der Begeisterung Goethes! Sich bilden auf einer Reise! Am einen Platz eines Strassencafes, verwandelte ich mich zu einem Schmetterling. Ein Schmetterling gehört zu der Landschaft. Atme die Meeresluft, feucht, salzig und warm. Aber die Wände seufzten. Sie flüsterten, „Schaue, Schaue, warum machen sie es?“ Warum machen sie es? Viele viele Touristen schossen stets Fotos. Sie zeigten komische Posten und Gestik. Ihre Musik war laut und ihre Hände hielten oft Getränke oder irgendetwas für den Mund.

Ich fragte sie als ein Schmettling zurück, „Ihr seid traurig, weil ihr nicht mehr verstanden werdet?“ Ein Schmetterlingstraum war für Taoist Zhuangzi das vergängliche Leben. Das Ewige ist der Tod. Venedig stirbt. Ich sah auf dem Fenster eines Gebäude, „SOS Venice“

Ich bin wieder zurück. Venedig bleibt in mir. Ich spüre die Wiege immer noch. Ich spüre die Schönheit in meinem Herzen. Venedig ist wie eine Brücke, die ich in Zürich pflegen möchte. Buddhas Hand führt mich zum Tee. Venedig wird mich dort hin führen, im Hier und Jetzt die Schönheit der Geschichte und Kunst zu pflegen und leben. Die Seufzer der Wände in Venedig höre ich immer noch. Aber die Wände von Zürich sind taub.

Tee for two Cello

Teehausmusik?

Ja! Das ist ein CD von Teehaus Musik ohne Chinoiserie. Das ist komponiert von Schweizer Komponisten Fabian Müller! In drei Sprachen von Chinesisch, Deutsch und Englisch!

https://www.shuitang.ch/products/tea-for-two-cellos

Gongfu Cha heute

Gestern fanden zwei wunderbare Tee-Konzerte in Zürich zum 10jährigen Shui Tangs Jubiläum statt. Viele Teefreunde kamen nach dem Konzert zu mir dass sie im Konzert wie eine Heilung oder Reinigung erlebten. Manche mussten während des Tees weinen.

Nach 10 Jahren Shui Tang, was ist denn der Gongfu Cha für mich?

Als ich mit 20 nach Europa kam, kam ich mit vielen Projektionen. Ich wollte aufbrechen.  Meine Tradition und meine Erziehung waren wie eine starke Rüstung, die mich unfrei machte. Und Europa verkörperte für mich das glückliche «Andere». 

Jetzt wo ich langsam einen Platz in diesem alten Kontinent gefunden habe, beobachte ich, dass Freiheit für viele ein grosses Problem darstellt. Die Demokratisierung, Freiheit als Grundrecht bringen Verschiebungen in verschiedene Lebensbereiche. Die Verschiebung von Profanem und Heiligem, die Verschiebung von Maskulinen und Femininem, die Verschiebung von dem Privaten und dem Öffentlichen verschieben die Grenze zwischen Innen und Aussen. So sind wir mit der grossen Aufgabe konfrontiert, uns selbst neu zu verorten. Situativ und interaktiv. Diese vielschichtige Aufgabe überfordert viele. 

Ich entdeckte Gongfu Cha als Möglichkeit, aus meiner eigenen Tradition und Kultur heraus diese Aufgabe kreativ zu bewältigen. Aus dieser subtilen introvertierten alten Tradition können wir erneut lernen, einen Rahmen zu gestalten, wo das Ich und das Andere sich respektvoll und verbindend gegenüberstehen. Aber sie muss in Freiheit und Demokratie verankert sein. Die traditionelle Kultur muss mit Modernität erneuert werden, damit sich die heutigen Menschen mit ihr verbinden können. Der moderne Mensch kann aus der Tradition Möglichkeiten schöpfen für sein Leben. Somit verbinden wir die Tradition und die Moderne, den Westen mit dem Osten, und uns und dem Fremden.

Teegespräch über die tanzenden Teeblätter

https://www.shuitang.ch/blogs/pu-er-und-gelagerter-tee

Euch wünsche ich viel Freude beim Zuhören!

Teekonzerte zum 10jährigen Jubiläum in Shui Tang

Die Teekonzerte von Shui Tang erfreuen sich von Jahr zu Jahr wachsender Resonanz. In diesem Jahr feiert Shui Tang sein 10-jähriges Jubiläum und lädt aus diesem Anlass zu zwei aussergewöhnlichen Konzerten ein, die eine Brücke schlagen zwischen Ton und Geschmack.

Kaffeehausmusik kennt man im Europa. Sie dient eher als atmosphärische Hintergrundmusik, damit es nicht einfach still ist. Die Einsamkeit oder das Unbehagen der Kaffeehausbesucherinnen und -besucher sollen damit im Hintergrund verschwinden. Wie ist das nun mit der Teehausmusik? Wie klingt Tee? Oder wie schmeckt die Musik?

Fabian Müller wagt sich in dieses unbekannte Terrain vor und möchte den Duft und Charakter des Tees in einen Dialog zweier Celli transzendieren. Die Musik wird wie ein Ferment wirken, um den Geschmack des Tees in uns aufgehen zu lassen. Was macht der Geschmack mit uns? Was bewegt er in uns? Der Tee wird auf unserer Zunge tanzen wie die erweiterte Farbe und der Klang der Musik. Unser Geschmackssinn begleitet uns so auf der Reise in eine unbekannte Musik-Landschaft.

So brechen wir auf zu neuen Ufern. Zehn Jahre an der Spiegelgasse beinhaltet Neuanfang, Entwicklung, Ernte und Erneuerung. Wenn sich ein Zyklus seinem Ende nähert, fängt ein neuer Zyklus an. Mit diesen beiden Konzerten möchte Shui Tang das Bestehende feiern und gleichzeitig das Neue empfangen.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme an der Reise in die Zukunft!

Anmeldung hier.

Probe hören.

Gukeng Oolong und Vivaldi – I

Ich gebe zu, ich habe Vorurteile. Vorurteile gegenüber Musik von Barock (natürlich habe ich noch viele andere Vorurteile). Warum? Die Zeit in Barock war eine krieg-reiche und von Pest verseuchte Zeit. Eine Zeit, in der Menschen starben und verrecken am Ecke der Strasse. Während das Leid der Menschheit herrschte, begleitete die Musik das Tanz im Hof. Das bekannte Stück von Vivaldi „Vier Jahreszeiten“ hatte ich kategorisch vergessen – bis zum Sonntagabend.

So viel Lebenskraft und menschliche Gefühle sprudeln aus den Noten. Sie versetzten mich nach Venedig. Venedig war für mich ein besonderer Ort – ein Ort mit einem Fuß im Okzident und ein anderer Fuß im Orient. Anmutig und prächtig. Harmonisch und zugleich widersprüchlich. Der Duft der Blumen gemischt mit den Geruch aus der Erde roch ich in der Musik. Und die Lebensbejahung begleitet von Ehrfurcht vor der Natur (Gott) klopfte mein Herz.

Nachdem ich wieder allein war, wirkte die Musik noch sehr lang nach. Der Nachklang holte mich wieder nach, als ich den 古坑 Gukeng Oolong vom Frühling 2019 in Shui Tang degustierte. In meiner Tasse war er noch zurückhaltend, nachdem er eine lange Reise nach Zürich eintraf. Trotzdem duftet er nach leisen Orchidee, Maiglöckchen und Zitrusblüte. Reife Banana und Longgan drängen sich rasch im Vordergrund. Das, was man nicht übersehen kann, ist der starke Ausdruck con mineralischen Spuren in den innersten Schichten des Tees. Ist es ein Felsentee? Ein Felsentee aus Taiwan? Die anmutigen floralen Töne schmücken den fruchtigen Körper, dessen Kern von essentiellen Stein-noten besteht. Geschmeidig und aufrichtig. Entzückend und charakterstark. Ich hörte wieder den Tanz von La Primavera. Ich ahnte den Donnern und den Wind. Und den unausweichlichen Rückkehr zur Rhythmus der Natur. Zurück zur Erde.

Shui Tang wird im Herbst zehn Jahre alt. Atong, mein Lehrer suchte diesen Tee für Shui Tang als der Jubiläumstee. Und dieser Tee wächst in einem steilen Hang, wo viele zersetzten Steinen und Felsen zu finden ist. Warum dieser Tee? Was kann dieser Tee diesen Prozess von Erwachen und Beginn, Verwandeln und Reifen, Rückbesinnung und Neubeginn präsentieren?