Archiv der Kategorie: Lo Senhao Tianmu Keramik

Klo Schüssel und der goldene Preis von Keramik

Beim letzten Workshop mit Lo Senhao 羅森豪 hat jemand ihm eine Frage gestellt: warum schluckt manche Teekanne den Geschmack des Tees? Warum ist es so wichtig die Erkenntnisse über eine gute Kanne so wichtig?

Lo antwortete ihm mit einer unkonventionellen Geschichte: ein gut befreundeter Freund ist Chef von einem Keramik Hersteller HCG für Sanitär Bedarf. Er bat Lo eine Glasur zu entwickeln um das perfekte Klo Schüssel zu produzieren: die Fähigkeit den Geruch von menschlichen Ausscheidung zu neutralisieren. Lo hat eine Glasur entwickeln die ähnlich ist wie die Teekanne die den guten Geschmack des Tees nicht wiedergeben kann! Er lachte damals, diese Keramiker von solchen Kannen können super Aufgabe für solche Produkte erfüllen.

HCG ist auch der Veranstalter für den internationalen goldenen Keramik Wettbewerb 金陶獎 in Taiwan.

https://youtu.be/mZp-kXaXAzw call für Entriece!

Bericht über dieses internationale Wettbewerb

Der 8. Taiwan Ceramic Art Golden Award tritt durch ausdrucksstarke Werke in den Dialog mit dem Publikum und fördert die Keramikkunst. Gleichzeitig regt er dazu an, das Verhältnis von Kunst und Alltag neu zu überdenken. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai zu sehen. Besucher sind herzlich eingeladen, das Keramikmuseum zu besuchen und die künstlerische Energie aus Ton und Feuer zu erleben.

Lo ist als Jury bei diesem Wettbewerb ( ab 1.15) und sprach über die Freiheit eines Stück Erde und das Glück eines Keramikers – alles auf Taiwanisch.

HCG ist ein gutes Beispiel was ein Stück Erde zwischen Menschen und die Welt bewegen kann – Geld und Kunst; Pragmatismus und Idealismus. Lo Senhao ist nicht ein Künstler den man in einer Schublade stecken kann.

Neue Quelle von Schlamm und neue Tianmu

Von Lo Senhao

Ich entdeckte neuen Stil von Tianmu bei Lo Senhao. Er sagte er hat nach dem starken Regenfälle einen neuen gestauten „Teich“ entdeckt und holte Schlamm aus dieser Entdeckung. So entsteht eine neue Tianmu Schale!

Die Öl Tropfen glänzen im tief dunklen All und erinnert mich an Sternhimmel! Mystisch, inspirierend und beruhigend als ob Hoffnung blinkt und winkt!

Rillen von Chawan

Lo erzählte mir dass man anhand von den Rillen seinen Atmungszug erkennen kann:

Seladon aus Aschenglasur von Lo Senhao

Er sagte dass er drei Atmungszüge hatte als er diese Schale herstellte.

Und mit einem neuen Spielzeug kann man seine Werke noch genussvoller betrachten.

Die Glasur unter diesem Digital Microscope
Und andere Tianmu Schale von ihm

Gedicht von Feuer und Flamme- 2

In diesem Video erklärt Lo Senhao über eine Platte von 108 Magnolien Blätter:

https://youtube.com/shorts/GSKn-zpgw7Y?si=lOmfLXvWuVVotTol

100 camelia Teeblätter 45000 CHF
32 Magnolia Blätter 15500 CHf
12 Maubeer Blätter 32820 CHF

Gedichte von Feuer und Flammen- 1

Lo Senhao stand vor der Plakat seiner Ausstellung

Mir fehlen Worte als ich diese Ausstellung besuchte. Lo Senhao gab meiner Familie eine persönliche Führung.

Ich leihe das Gedicht von Du Ye 渡也 aus, um meine Gefühle auszudrücken.

Meister Lo Senhao leihte Blätter von einem Baum  Macaranga tanarius 血桐

Er bat um 24 Stücke 

Der Baum gab ihm mit Freude 

Die Blätter lagen auf einem Rohbrand – auf einer riesigen Platte

Bei 1300 Grad hohen Temperatur werden Staub zum Staub, Erde zur Erde 

Blätter und Tianmu Platte vereinigen sich

Erneuerung findet statt 

Die Seele des Baums sitzt in der Ruhe auf der Platte

Blätter denken wie ihre Struktur logisch und feinfühlig

Aus dem Baum umverwandelt in die Tiefe der Platte

Sie haben wohl etwas verstanden und wieder erinnert

Auch etwas vergessen

Die Struktur und das Fleisch der Blätter verschmerzend verwandeln in diesem hohen Temperatur 

Sie wurde zur Kunst

Sie wurde zur Ewigkeit 

Ich betrachte in aller Stille die wiedergeborenen Blätter  in der Platte 

Als ob ich die endlosen Vergangenheit der Tianmu Platte

Auch die stetigen Wiedergeburt der Blätter sehen würde!

Sie wurden zu einem reichen Universum 

In jenem Moment hatte ich das Gefühl

Predig von 24 erleuchteten Mönchen 

Zuzuhören 

Lo Senhao sprach zu meiner Familie
Miscanthus Blatt und Tienmu Platte

Die Ausstellung findet noch bis zum Ende 31.01 statt. An einem wunderschönen Wald Resort Hotel wo ein Teemuseum unterbracht wurde. Ich habe mich gefragt wieso an so einem abgelegenen Ort? Später erfuhr ich dass wegen dieser Abgeschiedenheit treffen sich die Industrieller und wichtigste Politiker gerne dort und verbringen Ferien zwischen Wald und heißer Quelle!

Nachdem Lo die Einführung mit und beendete, wartete schon ein sichtbarer Big Boss auch wenn die Business Kleidung fehlte auf ihn. Später erfuhr ich dass er drei Objekte kaufte. Er sagte für die nächsten Generationen seiner Familie 傳家之寶!

Tee zubereiten

Was habe ich bei dem Besuch von Lo Senhao gelernt? Vieles. Aber eins wird mich eine Zeit lang begleiten.

Ich hörte oft Jean Sebastien mir von seinen Benediktiner Regel erzählen: Zuhören und du wirst ankommen. Verstanden im Kopf, aber nicht im Körper verstanden.

Normalerweise würde man in der Schweiz eine Liste machen und Leute mobilisieren einzukaufen oder zu besorgen. Wir waren bei Jean Sebastien und Beatrix zuerst. Ich frage ihn ob wir dieses ausleihen oder jenes kaufen? Er sagte nein. Wir nehmen das was vorhanden ist.

Wir gingen zu Migros und kaufte zwei Sprüher für Garten und Blumen, bevor wir glasierten. Sonst nichts. Dann gingen wir noch vietnamesisch essen. Er aß hier Poulet und Fisch – er sagte selbstauferlegte Regel kann man nur selbst brechen und ab und zu muss man es.

Am nächsten Tag im Workshop mussten wir „schwitzen“ wegen den verstopften Sprüher und die Ingenieur haben sich getroffen zu reparieren und zu studieren. Es war eine gemeinsame Aufgabe. Ich war erstaunlich entspannt. Es gab viele wertvolle Fotos und Szene. Später musste man rasch einkaufen gehen. Aber Lilly hat aus Not vieles gezaubert und Lösung gefunden. Am Ende war alles wunderbar gelaufen. Diese Schlamm Glasur beschert uns Tausende Freude und bester Genuss für den Tee! ( gestern fragte mich eine Besucherin warum findet man in Shui Tang keine Infos über das Workshop- weil es rasch mehr als ausgebucht war. Miriam veröffentlicht bald ein Podcast darüber und man kann mehr darüber erfahren.)

Lo sagte mir nicht zu viele Menschen involvieren, nicht unnötige Frage stellen und kümmere uns um das worum es geht. Die einfache Schönheit der Erde zu vermitteln.

Getrocknete Schlamm lösen sich im Wasser – ohne Mühe

Wenn man mich heute fragt, weil wir am Sonntag ein Teekonzert hat, was ist das Wichtigste? Ich weiß meine lieben Leute üben ganz fleißig um das Beste zu machen! ( wir werden bestimmt gut ankommen!) Ich glaube ich würde sagen, mit der Energie gehen. Wenn das Wasser schlecht schmeckt dann kümmere ich mich um Tee machen. Wenn man keine Vorraussetzungen hat, um Tee richtig ziehen zu lassen, dann konzentriere ich mich auf das nächste Schritt. Der Tee kümmert sich nicht um mich. Ich kümmere mich nicht ausschließlich um das gute Ergebnis. Ich praktiziere Tee um geschmeidig und frei zu sein. Achte auf die Atmung und bleibe im Körper – ich höre meine innere Stimme zu und werde ankommen.

Mit den Augen nach den Tausendjahren

Hast du schon Mal mit den Augen nach den Tausendjahren Deine Tätigkeit betrachtet?

Es muss ein romantischer Geist sein an solchen Dingen zu denken!

Prof. Lo ist genau so einer.

Er fragte mich gestern bei der Autofahrt: „Was würdest du sagen wenn du nach Tausendjahren unser Workshop neu betrachten wirst?“

Ich musste lange überlegen und mich inspirieren lassen. Was meint er? Ob die Menschen uns noch verstehen, was wir machen? Ich dachte an die beiden Vorbilder die wir nachmachen sollen von Zürcher Schweizer national Museum. Für mich sind sie nach Zweitausendjahren immer noch sehr modern!

Oder meinte er wie ich die Geschichte anfange zu erzählen?

Die Geschichte würde so anfangen…

Es war einmal ein Mönch. Er lebte im Kloster Einsiedeln und lernte bei einem Teehaus eine fremde Frau kennen. Sie brachte einen Keramiker aus Taiwan, der Sternhimmel erforschte und den Weg dorthin suchte.

Sie haben zusammen ein Workshop organisiert. Eine ehrwürdige Dame am Rhein lud sie ein die Werke bei ihr zu brennen. 19 Personen haben sich versammelt, aus der Welt zurückgezogen und der Erde und dem Fluss gewidmet…

Keiner wusste was geschehen werden konnte. Alle haben es geschehen lassen.

(Cellistin sagte gestern dass man solche Workshop bei Musik nicht organisieren kann. Man kann nicht Dinge einfach geschehen lassen. )

Ja… es gab viele Dinge im Hintergrund zu organisieren. Jemand muss seinen Kopf und Körper nur zur Verfügung stellen, um zu übersetzen. Seine Identität und Verständnis wurden stets überfordert. Denn der Meister ist kreativ und sprunghaft. Wie kann man seine Sätze in eine andere Kultur integrieren und wiedergeben?

Jeder hat verschiedene Lektionen mitnehmen können. Das Wissen von Brennen und Glasur, die Erfahrungen mit Unsicherheit und die Kapazität von Geschehenlassen. Es wird allen noch eine lange Weile beschäftigen und begleiten bis die Erfahrungen wie die Brocken auf den Bergen von Naturgewalt zum Steinen und Steinpulver werden. Bis sie als Schlamm am Ufern ablagern um Nahrung für Lebewesen verwandeln zu werden, sind noch Stationen durchzulaufen.

Natur kann durch die neuen Erkenntnisse anders umgegangen werden, dadurch eine Heilung entsteht. So wie im Herzen von allen. Heilung geschieht wenn die Herzen wieder sehen und hören können. Wir werden ankommen.

Der Mönch und seine Freunde kehrten zurück in ihrem Alltag. Er fragte, wann das nächste Mal?

Glasur widerspiegelt der Landschaft!

Wir haben Zeit genommen, sich von der Welt zurückgezogen und der Erde am Rhein gewidmet.

Prof Lo fragte mich was ist Kultur? Wie entsteht eine Kultur? Oft einem Fluss entlang. Dort wo Wasser gibt, wird geackert, Erde zum Gefäß gebrannt und Häuser gebaut.

Wir nahmen drei Stunden Zeit während das Brennofen sich abkühlte, den Rhein zu erkunden. Von Rhein Paradies haben wir Schlamm genommen für unsere Glasur zu arbeiten.

Sparziergang
Rhein fließt – seit wann? Über wieviele Länder? Und wie viele Kulturen entstehen?
Nachdenken über die Welt
Prof Lo erklärt wie ein Keramiker einen Fluss erkunden kann und wie die Steinen am Ufer für die Keramiken zu erklären sind

Prof Lo sagte der Weg ist bereits unter viele fremden Einflüssen und die Ufern sind nicht immer sehr naturgemäß. Man muss beobachten und schauen damit man noch das ursprüngliche Gesicht des Flusses und Gebieten erkennen kann und erforschen kann. Beim Spaziergang hat er festgestellt, die Veränderung der Zusammensetzung von Steinen sich bereits nach paar Hunderten Meter stattfindet.

Der Weg führt zur Öffnung
Herbstliche Landschaft (Danke der Aufnahme von M. A)

Die herbstliche Landschaft begleitet uns. Und diese Landschaft finden wir wieder in unserem Rhein- Paradies Glasur und Experiment mit verschiedenen Aschen!

Lo sagte zu allem: „ Die glücklichen Schweizer! Hier gibt unendliche Schätze und Möglichkeiten! Warum wollen wir noch Industrie bezahlen damit wir nur noch produzieren? Lass uns unser Heimat kennenlernen, experimentieren und mit Erde arbeiten!“

Er fragte mich gestern beim Autofahren, „ was würdest du sagen wenn Du nach Tausendjahren später Deine Werke betrachtest?“

Tausendjahren später? Mit dem Augen von Tausenden Jahren später?

Tief versunken im Gedanke. Ich vergaß was zu sagen.

Frei sein

Vor paar Tagen unterhielt Lo Senhao sich mit N über die Freiheit und wer wir sind.

N hat einen Ausdruck „I am what I am“ um sich abzugrenzen und um seine Identität zu unterstreichen. Aber Lo erzählte ihm, für ihn war -„ ich bin das was die hegemoniale Macht mir zu glauben geben wollte.“ Es dauerte bis er merkte er war es nicht. „Danach wollte ich rebellieren. Ich reagierte auf das was man mir zuschreiben wollte und was man zwang, mit gegen Reaktion ab. Ich dachte – ich bin jetzt wie ich bin. 

Aber ich bin vielleicht nur die Gegen-Reaktion.“

„Wer bin ich?“ „was ist die Freiheit?“

„Als ich akzeptierte das was das Leben mir gibt, auch wenn es sich nicht als ein Geschenk anfühlt, habe ich es angenommen und an das „Geschenk“ gearbeitet und das Beste aus mir gemacht habe. Als ich merkte dass ich diese Fähigkeit habe, anstatt zu vermeiden oder auszuweichen, spüre ich die Freiheit des Lebens.“

„Dann spüre ich, was ich jetzt bin und sehe die Möglichkeit was ich sein kann!“ 

Das-Ich Werden- ein flüssiger Prozess, entwickelt sich wie unser Universum endlos. Das Vertrauen in sich selbst ist manchmal mehr und manchmal weniger. Keine Panik wenn es weniger da ist. Keine Eile wenn es mehr vorhanden gibt. Frei sein von Ich Zwang.

Lo möchte diese Thema in seinem Workshop einbauen. Ich bin sehr gespannt!

By night

Nachts sieht es geheimnisvoll aus

Grossmünster Platz
Wo sind wir?
Ausschnitt von Alchemistischen Ofen?
Schätze
Glühende Erde

Am Donnerstag 18 Uhr!

Ausstellung Verwandlung am Grossmünster Platz 8 8001 Zürich

Bis zum 22.11. können Sie die drei Hütter der Verwandlung begegnen!