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Notizen zum Besuch in Hagi

Die Tage in Hagi waren wie eine Reinigung. Auch der tägliche Besuch bei dem Café neben unserem Hotel war immer das Sahnhäupchen des Tages. Die geschmeidige Buttercreme gemischt mit Ferment von Sake versüsste mich und machte mich möglicherweise bekömmlich für meine Mitmenschen.

Die ruhige in sich gekehrte Art von Hagi Keramik fand ich am Ort Hagi selbst. Interessanterweise fand ich im Flughafen oder Einkaufstrasse von Nachbarstädte nur solche Hagi Keramik, die auffallen und einen Eindruck erzeugt, „oh, wie süss! Wow, wie hübsch“. Hübsch, süss, und schön – es ist anders als ästhetisch. Ich fragte mich wie wäre es umgekehrt, wenn ich zuerst die Keramik im Flughafen gesehen hätte und dann erst in der Stadt?

Die Ruhe und Wärme von Hagi Keramik berührten mich so sehr, dass ich auf einmal mehr vom Leben verstand. Die einfache Schönheit aus der Erde kann wirklich nicht immer wahrgenommen werden!

Wir entscheiden Dinge jeden Tag. Wenn wir uns für eine entscheiden, verpassen wir die andere. Welche Entscheidung wäre richtig? Die Schöne oder die Hübsche? Im Erwachsenwerden lernen wir abwägen. Abwägen, was uns mehr bringt. Anstatt sich zu fragen was das Herz will?

Diese Obstbäume-Obstbauer-Beziehung ist das, was wir als Vernunft verstehen. Wenn der Baum dieses Frucht bringt, ist es nützlich. Wenn der Baum keine Früchte mehr trägt, ist es nicht mehr von Nutzen. So machen wir mit Teepflanzen, mit Mitmenschen und schliesslich mit uns selbst. Unseren Körper so auszubeuten, um einen vermeintlichen Erfolg zu gelangen.

Wer möchte gerne bei solchen Menschen mit Obstbauer-Einstellung sein?

Wer möchte nicht wie Bäume behandeln werden? Von geliebten Personen geliebt, bewässert und Raum geschenkt bekommen, damit wir gross und stark werden. Wenn ich manchmal die Jünger von Shui Tang sehe, sage ich mir oft, “ es sollte diesen Bäumen gut gehen, auch wenn ich nicht mehr da bin“ – ich freue mich für ihre Stärke.

Meine Schwester sagte, Hagi gerät ins Vergessen, als ich die Traditionslinien von Töpfer-Familie betrachte. Ich kaufte zwei Gaiwan von einem verstorbenen alten Meister von einer bedeutenden Linie. Es kostet gerade 200 sfr. Schwester lachte, „Sie sind so unauffällig, dass niemand sie kaufen will. Nur Du willst es.“ Meine Finger streichelte gerade die Gaiwan. Die Hautfarbe meiner Finger floss in die Farbe von dem Gefäss. Ich musste verrückt gewesen sein, dass ich Funken von meinen Finger wahrgenommen habe. Ich habe einen grossen Baum gesehen, dessen Wurzel bis nach Zürich reicht. Die Gaiwan waren hier nutzlos und können auf mich warten. Nun fliegen sie mit mir an die Spiegelgasse und werden dort Wurzel schlagen.

Das Herz wie das stille Wasser

「人莫鑒於流水,而鑒於止水, 止能止眾」。——《莊子》

Zhuangzi sagte, “ Das bewegende Wasser kann uns nicht spiegeln. Aber das stille Wasser in einem Gefäss kann uns vollständig widerspiegeln. Nur wenn unser Herz so still sein kann, können wir die Unruhe im Aussenwelt zur Stille verändern.“

Wenn ich diese Schale in der Hand nehme, spüre ich die Ruhe und Zufriedenheit. Mein Herz wird breit und warm.

Ich möchte dieses Gefühl in meinem Körper speichern, damit es verinnerlicht werden kann. Die Schale ist ein Auslöser. In meinem Herzen wohnt bereits innen die Stille. So konnte ich sie sofort sehen und lieben.

Wenn ich das Gefühl von Zufriedenheit und Ruhe behalte, fühle ich mich wie ein Vogel. Es ist wie ein Zustand von Traum.

Als ich diese Schale sah, dachte ich sehr nah an meinen Traum zu sein!

Wenn ich so frei wie ein Vogel bin, dann möchte ich einen Baum am Strand suchen. In der Nacht die Meeresbrandung zu hören, um mit dem Rhythmus des Kosmos einzuschlafen.

Oder an einem schneienden Tag, den Schnee rieselnd zuhören.

Hörst Du wie Schnee rieselt?

Wenn mein Herz wie das stille Wasser, schneit es in meiner Schale. Ich höre den Tee zu. Der Tee widerspiegelt meiner Seele, die wieder zum sprechen kommt!

Notizen zur Begegnung von Hagi Keramik.

Eine Samen im Herzen wachsen lassen

Ich komme aus einer Insel. Auf einer Insel lernt man sehr schnell Samen für Bäume zu setzen. Ohne Bäume wäre eine Insel schutzlos, keine Weitsicht, keine Schatten und keine Materialien für Schiffe.

Die Tage am japanischen Meer in einer winzigen Stadt Hagi waren ruhig. Es war windig und grau. Leere Strasse und leerer Strand.

Vielleicht war ich zu lang am diesen leeren Strand gesessen. In der Nacht träumte ich Menschen, die ein Kreuz trug und prozessierten. Diese schattigen Figuren hatten keinen Haupt. Als ich später im Netz recherchierte, realisierte ich erst, dass es genau dort war, wo frühere Christen ermordet wurden.

Aus welchem Grund haben sie sich entschieden, Märtyrer zu sein?

War ihr Herz so klar wie das stille Wasser, das der Wahrheit so geduldig widerspiegelt? Schlug das Herz Welle, als sie erhobenen Hauptes an den Strand gingen?

Und warum war ich dort?

In dieser Leere, vor dem ruhigen Wasser spüre ich in meinem Herzen einen Tee-Baum, der aus einer Tee-Same herangewachsen ist. Dieser Tee-Baum hütet mich vor der Welle von Sehnsüchte und vor der Strömung von Glück und Leiden. Er beschützt mich vor Abwägung und Zerrissenheit. Tief verwurzelt begleitet er mich auf den Weg, treu zu sich selbst zu sein und die Stimme des Herzens zu folgen.

Diese Leere erinnert mich an meine vergangene Jugend. Ich als ein junges Mädchen versteckte mich gerne im Buchladen, wo ich verbotene Bücher über die Geschichte Taiwans lass, die mein Vater zu Hause verstecken musste. Meine Lehrerin musste mich suchen gehen, während andere Schüler ganz brav im Klassenzimmer für die Aufnahmeprüfung lernten. Ich wurde paar Male so grausam erwischt. Mit dem erhobenen Haupt ging ich zurück in die Schule und meine Mutter wurde bestellt, um mich nach Hause abzuholen.

Die Jugend hat allerdings eine Haltbarkeit. Aber der Teebaum des Herzens lebt dort, wo das Innen sich klar von Aussen unterscheidet. Er folgt seinen eigenen Rhythmus und bleibt.

„Cang Gu“ Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen

Fortsetzung von dem vorherigen Beitrag.

Die beiden Duanni Kanne sind aus Meisterin An, Demin. Sie tragen den Name „Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen“. Eine junge Künstlerin, die sehr viel Arbeit und Energie investiert, um die unsichtbare Innenwände fast makellos zu bearbeiten. Nur weil sie sich dafür verantwortlich fühlt für das Werk!

In dem nächsten Bild sehen wir den Ausdruck von der Kanne stärker und größer ist. Für mich wurde es klar, dass diese Kanne vor der anderen entstanden ist. Weil ihr Gedanke von „offenen Spuren und im Verbirgenen“ noch nicht gereift ist.

Wie viel sollte man zeigen, wie viel sollte man nur andeuten – das hängt von der Reife eines Künstlers. Für mich ist bei der Kunst oft „weniger ist mehr“. Die implizite Art gibt dem Betrachter mehr Raum zu denken.

Teekannenmeister und seine Kanne

Ich bin ein Anfänger von Yixing Zisha Kunst. Zum Glück bin ich Jie begegnet und kann vieles bei ihm und über ihn über diese grossartige Kunst lernen. Er hat kurz vor dem Jahreswechsel den Künstler Sun Chao, Schüler von Meister Wu Dongyuan, nach Taipei eingeladen. Ich konnte den Künstler persönlich kennenlernen.

In diesem Anlass hatte ich auch Glück das Milieu von Taiwanesische Teekannen – Sammler kennenzulernen. Sie sind fast 100% männlich. Sie wechselten nicht gerne Worte mit einer Frau und blieben lieber unter sich. Eine Ausnahme ist Herr Chen, der vieles mit mir ausgetauscht hat.

Er fragte mich, wie ich Sun Chao finde? Ich fragte ihn zurück, wie ich ihn finden sollte? Er sagte, „zuerst als einen Menschen und dann mit anderen Künstler zu vergleichen. “ Ich sagte, “ Erzählen Sie bitte weiter. Ich höre gerne zu.“ Er holte zwei Stühle und wir sassen vor dem Ausstellungstisch. „Spüren Sie bitte die Innenseite der Teekanne. Diese ist von seinem Meister Wu, Dongyuan und diese ist von ihm aus dem Jahr 2015. und diese Kanne ist von ihm vom letzten Monat.“ Ich legte meine Finger hinein und versuchte seine Worte zu verstehen. Ich bemerkte einen richtigen Unterschied bei den Innenwände der Kanne und Falten. „Merkst Du, dass er Fortschritt macht?“ Ich nickte meinen Kopf. „Haben Sie von ihm etwas gehört, dass er von seinen Fortschritten erzählte?“ Ich schüttelte meinen Kopf.

Ich verstand sofort, was er mir NICHT gesagt hat. „Ich habe eine Teekanne von ihm für mich behalten, die er 2014 gemacht hat.“ Er nickte seinen Kopf. „Ich denke, dass ich noch mehr von ihm erwarten kann. Wie viele Kannen haben Sie von ihm?“ Herr Chen ist zurückhaltend, er zeigte mir paar Fotos. „Die alte Generation ist vorbei und vieles Wissen ist nicht richtig weiter vermittelt. Wir als Kenner, müssen die neue Generation unterstützen. Das ist unsere Aufgabe. Yixing Zisha ist eine grossartige Kunst!“ Ich sah die Funken aus der Zukunft zwischen seinen Augen. Er erzählte mir weiter, „Der Charakter des Künstlers entscheidet seine Werke. Wir müssen vorsichtig sein, welche Künstler für die Zukunft zu unterstützen.“ “ Meinen Sie Ihre Investition?“ Er hat meine Ironie verstanden und lächelte, „Sicher. Ein Künstler mit Zukunft zu riechen bedeutet auch den Erfolg des Sammlers!“

Wir schauten weiter die Teekannen an und ich machte meine Notizen. Herr Chen schaute meine Notizen an und erzählte mir weiter über seine Ahnung und sein Wissen. Ich gab ihm meine Visitenkarte, er nahm sie, gab mir nichts zurück, sagte nur, „Sie wissen, meine Frau ist streng mit mir.“ Ich wusste nicht, ob ich lachen sollte oder?

Als ich gestern mit Jie allein die Teekanne anschaute, fragte ich ihn nach dem Charakter verschiedener Künstlers. Die Kanne von der neuen Künstlerin An (den Beitrag wird demnächst veröffentlicht) hat sehr schön verarbeitete Innenwände, man merkte kaum die Stelle von Henkel und den Ausdruck von Ihrer Statement ist zu stark ( zu voll). Ich fragte ihn, ob sie sich zu viel Gedanke macht? Er nickte seinen Kopf und fragte mich, „Schwesterchen, woher weiss Du es?“ Und diese Kanne ist vor dieser Kanne entstanden?“ Seine Augen leuchteten, „Ja! Ich habe Ihr gesagt, dass sie die Oberfläche zu voll machte und es ist NICHT ästhetisch, wenn der Künstler auf einmal zuviel sagen will.“ Ich sagte, “ Herr Chen hat mir sehr viel vermittelt. Ich muss mich bei ihm bedanken.“ „Ja, es ist mir eine Ehre, dass er unsere Teekanne sammelt. Er hat früher nur Teekannen von meinem Vater erworben. Vor paar Jahren hätte er nie einen Blick auf die neue Generation geworfen!“

„Sun Chao fragte mich, ob seine Kanne Dir gefallen.“ „Ist es wichtig?“

„Sein Meister hat mir gebeten Meinungen zu sammeln. Sun Chao müsse mehr Kritik erhalten damit er Fortschritte machen kann. Sein Meister will dass er mehr Kritik und Tadel bekommt.“

„Oh, das ist sehr Chinesisch, nicht wahr?“

Der Ort des schönen Wassers

Zwischen den Steinen und Säule auf der Gelände von Forum Romanum ist dieser Ort mir aufgefallen. Ich sagte, „oh, ein Bad? Ein Brunner?“ Marie sagte ein Altar.

Später wussten wir dass es ein Ort des schönen Wassers ist. Ein Tempel für Nymphe Juturna! Heilwasser für Körper und Seele!

https://de.wikipedia.org/wiki/Juturna-Quelle

Wie würde der Tee mit diesem Wasser schmecken?

Ein Fest für eine gute Brüderschaft

https://youtu.be/TEU-mk4r_oU

In jedem 15. Juli von Mondkalender ist ein wichtiger Tag für Lebewesen in Jenseits – so wurde ich erzogen. Ab dem ersten Juli darf man bestimmte Termine nicht einhalten, bestimmte Tätigkeiten nicht unternehmen und bestimmte Orten nicht besuchen. Manche tun es aus Angst, manche tun es, weil es noch etwas gibt in deren Vorstellung, was heilig bedeutet. Das Monat Juli ist ein Monat für Geister. Sie dürfen in diesem Monat sich frei bewegen.

In dieser Weltvorstellung gibt es eine Trennung zwischen Yin und Yang. Wir bewegen uns in der Welt des Yang, während „sie“ in der Welt von Yin leben. Wie wird man zu Geister? Geister sind Wesen in der chinesischen Vorstellung, die an das gelebte Leben anhaften und sich nicht reinkarnieren können. Manche können es loslassen, weil sie ermordet wurden, wie Kriegsopfer oder Gefangen. Manche sterben ohne zu wollen und noch sehr an das irdische Leben anhaften. Diese ruhelosen Seele irren sich herum und haben keinen Ausweg.

Heute ist der Tag, wo diese irrenden Seele einen guten Tag haben dürfen. Sie werden in Taiwan von jeder Familie eingeladen. Sie bekommen frisches Wasser, Zahnpaste und Zahnbürste, sogar Tonic Wasser und Creme. Auf dem Ofpertisch hatte meine Grossmutter immer Tee und Sake bereit. Natürlich gibt es eine köstliche Mahlzeit dazu. SIE werden in Taiwan als Die Guten Brüder genannt. Gute Brüder anstatt böse Geister. An diesen Tag werden sie eingeladen, getröstet und respektiert. Einen Brücke bauen zwischen Hier und Dort.

Wenn Du jetzt in Taiwan bist, kannst Du an angegebenen Feste teilnehmen.

Unten poste ich paar Fotos von einem Tempelfest, wo die Guten Brüder auch willkommen waren. In dem Link von YouTube Film erzählten drei Personen, die bereits gestorben sind und am 15.07 von den Bewohner in Taiwan empfangen wurden. Die junge Mutter erzählte, dass der 15.07 der glücklichste Tag im Jahr für sie ist. Sie können sich waschen und schön machen für die kommende Zeit. Sie hat nicht erwartet, dass die meisten Familie als Familie erscheinen und sie willkommen heissen!Der ältere Herr im Schaukelstuhl erzählte, wie sehr er sich bei den freundlichen Menschen bedanken wollte – leider spüren die Lebenden seine Intension nicht. Der junge Mann mit dem Katze sind erfreut über die Tierliebe und Grosszügigkeit der Taiwaner. Die schöne Tradition wird von vielen gesamten Familien gepflegt und weitergegeben.

SIE fühlen sich respektiert, nicht als Fremde, sondern als Brüder und Schwester. SIE wollen sich bedanken bei den Menschen, die noch an die Verstorbenen denken und an unbekannten Toten gedenken können!

Wie wäre eine Gesellschaft, die nur aus den Lebenden bestehen? Wie wäre eine Gesellschaft, die nicht an die Toten denken? Wie wäre eine Gesellschaft, wenn die Toten keinen Platz mehr erhalten?

Heute mache ich eine Schale Tee für die Guten Brüder und wünsche Ihnen viel Freude und viel Mut zu dem nächsten Schritt ins Unbekannten!