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YaShiXiang? Croatina!

Selten würden Menschen die Verbindung riskieren, indem man dem anderen Menschen spiegelt. Ausser Familie und guten Freunde, werde man selten auf eigenen Blindpunkt und Denkfehler hingewiesen. Die Entwicklung des Lebens wird immer abhängiger von solchem speziellen Moment, indem man ausseralltägliche Erfahrung macht!
Die Erfahrung mit Croatina gehört eben solchen besonderen Momenten!
Als die Flasche geöffnet wurde, stieg ein Hauch von undifferenzierten Gerüche, als ob das Universum vor der Entstehung von Galaxien so gerochen hätte!
Der Wein war in Ordnung und wurde in anderen Gläser eingeschenkt. Eine Freundin lachte und sagte, „Was für einen Gestank? Ein Gestank von Stall!“ Hühnerstall sagte der andere. Eine andere Freundin, die ebenfalls eine Teeliebhaberin ist, konterte mit dem Vergleich „YashiXiang!“ Yashixiang – Ente-Scheiss-Duft ist ein edeler Oolong aus Phönix Berg in Chaozhou!
Ich schwieg noch, weil ich mich immer noch in diesem unentwickelten Universum befand – undifferenziert und durcheinander.
Wir waren in einem gleichen Raum und in der gleichen Zeit, aber jedes Individuum in seinem eigenen Kosmos. Meine Freundin roch Hühnerstall, die andere Ente-Scheiss und ich roch immer noch das Haufen von Chaos. Ein Chaos von Flüssigkeit, die plötzlich erweckt wurde – orientierungslos und fassungslos.
„Ja, Ente-Scheiss.“
„Ich kann den Wein nicht trinken!“
„Wäre es in Ordnung, wenn ich ein anderes Glas bestelle?“
„Aber der Wein kann sich entwickeln! Warum wollen wir ihn nicht mehr Zeit gönnen!“
Ich stimmte ihr innerlich zu.
Im Schweigen sprach ich zu dem Wein, der seinen Liebhaber weg schieben möchte. Was für Liebhaber möchte er gewinnen, der geduldig wartet und auf seine Entwicklung vertraut?
Menschen, die auf der Gewinner-Seite bleiben würde, würde es als Unterfangen bezeichnen. Die Arbeit mit solchen Weinen und solchen Tee, die abseits von Kommerz stehen, sind nie sicher. Wir leben von der Unsicherheit der Natur und üben stets vertrauen in Menschen mit gutem Handwerk!
Der Wein erinnert mich ebenfalls in meiner eigenen persönlichen Entwicklung. Ohne Plan und Sicherheit gerate ich in die Welt des Tees. Aus purem Idealismus ist Shui Tang entstanden. Ein Ideal das trotzdem mit alltäglichen Problemen geerdet ist. Es braucht viel Zeit und Geduld!
Die Anziehungskraft von Tee für mich besteht ebenfalls in dem Charakter, der Menschen nicht gefallen wollen. Die Anziehungskraft von Shui Tang besteht darin, stets zu eigenem Ideal zu stehen. Wenn jemandem es gefällt, ist fein. Dann kann er das mitnehmen, was er möchte. Tee ist reich und kann vieles geben. Er erneuert sich von sich selbst.
Mein Lehrer Atong lehrt mich oft, wie man voraus sehen kann. Voraussehen, bevor ein Oolong (schwarzes Drachen) zum Drachen verwandelt wird. Kaufe das Pflückgut und habe bereits die Idee, es zu verwandeln. Kaufe einen Tee und rieche ihn schon, bevor er gereift wird.
Dieser Croatina! Er begleitet uns zwischen den feinen kulinarischen Gängen. Er war wie Ente-Scheiss, wie Hühnerstall, wie Ente-Po auf dem Grill… Auf einmal war er kurz vor dem Ende des Hauptgangs ein breites geschmeidiges Getränk mit gedörrten gelagerten Orangenschale aus der chinesischen Apotheke, aus Weissdorn oder aus gedörrten Pflaumenmus! Es ist nicht nur die fruchtigen Düfte in meiner Nase, sondern auch der feuchten Geruch meiner Kindheit in alten Strassen Taipeis. Meine Grossmutter plauderte mit unserer Waschfrau, ich sass im den kleinen Patio mit Orchideen, während mein Bruder langsam anfing zu laufen – unsicher und stetig. Warme feuchte Luft wie das Chaos im All, bevor die Galaxien geboren wurden! Ich sah plötzlich einen Sinn in dieser Begegnung mit Croatina. Ein „reiches“ Leben will gepflegt, erwartet und daran gearbeitet werden. Vertrauen mit Geduld lässt einen Wein sich verwandeln – auch mich!
So ein unberechenbarer Wein kann nicht beliebig empfohlen werden!
In meinem Alter freue ich mich auf solche Spiegelung! In einer Zeit wo man auf Kontrolle und Berechnen setzt, gehört dieses Erlebnis zur Seltenheit. Vielleicht gibt es eine spezielle Verbindung zwischen den Anwesenden, weshalb man gemeinsam diese Erfahrung machen muss. Trotzdem nimmt jeder nur das mit, was er kann.
Später erzählte mir Weinfreund Christoph, wie der Weinbauer von dieser Croatina beeinflusst hat. Er sei inzwischen auch viel zurückhaltender und sein Wein nicht mehr so wild!
Ein Wein, der seinem Macher auch widerspiegelt, hat eine Seele!
已經是知天命的年紀,也在世俗眼光下 ,人生有所斬獲。也因此,除了家人,至交知己,少有人甘冒大不諱,來指出我的盲點與迷宮。人生前進的力量,便得仰賴挫折與少有的神秘時刻。
那晚的紅酒,便是好些日子以來少有的神秘時刻。
當酒瓶打開時,我是試酒人,鼻中充斥一片混屯不清的氣息。酒沒有問題,接著被傾倒友人酒杯中。在座好友,人反應急速,立刻說,「怎麼會有雞寮的味道?」另一位也喝茶的朋友,就說,「鴨屎香嗎?」
鴨屎香,那是鳳凰單欉的極品。
我對他們的評語渾然不知,還停留在那片難得的混屯不清。
一群人處在同一個時空,卻各自形成一個小宇宙。我在友人杯中是聞到了,如鴨屎般的氣味,而在我的杯裡,仍是久睡後,被喚醒的液體顯現的混屯與迷茫。
「是鴨屎。」
「這怎麼喝?」
「不介意再開另一瓶?」
「當然啊!」
「可是,」年輕的友人說出內心的話,「有些酒就是會變的,為什麼不等等看?」
我心中讚許她。
仍不出聲,一瓶一直要把喝酒的人推出去的酒。是什麼樣的愛酒人才能耐心等候這無法預期的可能?
低頭深思,在茶的世界裡,在成長過程中,不也偶爾得遇見這些難逢契機?被深藏遺忘的老茶,並不在意的相識,或者看似無可理喻的經驗,在時間催化下,鴨屎轉化為香果?
老師常教我,要懂得看。看一款能在時間轉化裡,從不起眼的茶乾幻化為舞動的烏龍。從只有青草味的茶葉裡,看到未來的可能!
這杯從混屯迷茫,鴨屎,鴨屁股腥味,陪伴我們慢嚼細嚥地,隨時間流逝,流逝在,輕聲談笑歡愉中。三個小時過去後,再淺嚐時,只有如老酸梅湯般的醇厚滑順!我的鼻中有著陳皮,山楂,曬乾的梅子,還有那淺淺的,老饒河街的記憶。舊舊的中藥房,一條龍的天井,祖母蹣跚的步伐,弟弟在學步車裡,牙牙學語。濕濕的空氣下,瀰漫一片混屯,好似童年生活才剛開始,需要等待,期待可能的提示。
這樣不討人喜歡的酒,自然無法推薦給大家。
在天命的年紀,人生在掌控的思維裡,很難回到等待的心情。初心成了想像。一同出遊自有冥冥緣分,同桌共享美酒,也或許是莫名機遇與安排。希望你更好,帶走人生花園裡,你眼中美麗的花朵。
事後,也是做酒人Christoph 告訴我,那位做酒人也是他的典範,這幾年,他也收斂了許多,酒不再那麼野性,而多了好幾分 內斂含蓄。

2. Tag Art-Home Hagi Keramik

7 Days of Art@Home
七天,只有藝術。什麼是藝術!?

2. Day

Invited via Roger Fischer
謝謝Roger 的邀請。

荻燒Hagi Keramik

候鳥要走時,游魚不知道如何挽留。
Wenn der Zugvogel weiterzieht, fehlt es dem Fisch schwer ihn aufzuhalten.

在被人推出去時,迷惘與無知,漫漫一片晦暗不明;形同對比地是,被拉入地狂喜與勇氣。
陶土在手指的推與拉之間,延展成形。在上釉的推與拉之間,豐富多彩。也許,人也是這般。
沒有芝麻開門的咒語,只能等待?當時機成熟時,守窯者卻得不顧一切,敲壞窯口,一探究竟,也坦然接受。
那年,在日本海,天色不明,海風冷冽。手握著荻燒茶碗,琵琶色,井戶狀,溫暖明亮。原來自己也是被守護的。身影延長似海灘那杉樹,平和堅定。

那麼,東風起時,候鳥再來,汝可否留下?杉樹搖曳。

Was ist wenn man nach Außen verschoben wird? Orientierungslos und verloren. Der Himmel wurde dunkel. Was ist wenn man zu einer Geschichte hineingezogen wird? Freude und mutig.
Der Ton wird von Finger geschoben und gezogen. Es wird zu einer Form. Die Glasur zieht ihn und verleiht ihn Vielfalt und Facetten.
Vielleicht geht es den Menschen ähnlich.
Was passiert, wenn der Zauberbruch fehlt, und die Tür sich nicht öffnet?
Aber wenn alles im Ofen bereit ist, muss der Keramiker mit aller Kraft ohne Scheu den Ofenwand zerstören, um die Werke zu betrachten.
In jenem Winter, am japanischen Meer. Der Himmel blass, der Wind blähte. In meiner Hand lag die Hagi Schale. Warm und erhellend! Ach! Die Schale hielt mich im Arm! Der Körper verwandelte sich zu dem Kiefer am Stand, aufrichtig in den Himmel.
Wenn die Brise weht, kommen wieder Zugvögel. Wirst Du hier wohl verweilen? Der Kiefer neigt.

Ankunft in die Galaxie IV

Mit einem schmalen Boot ließ ich mich treiben. Ohne Ziel bin ich angekommen.

Ich hatte dieses Gefühl, als ich diese Schale von 羅森豪 Lo, Sen-hao in meinen Hände hielt.

Mit einem kleinen Boot in dem unendlichen Universum von der Wellen des Lichtes treiben lassen. Sternen sind zum Greifen nah. Was will man mehr?

Aber es ist nicht meine Absicht, die Sternen zu greifen. Es ist mir von Bedeutung auf diese Reise auf der Erde oder zwischen den Galaxien das Ziel ohne Ziel zu verstehen. In dieser Unendlichkeit ist das Ziel ziellos. In dieser Unendlichkeit ist ein Ziel nicht das Ende. Insofern ist Teeschale Tianmu, auf Chinesische übersetzte „Augen von Himmel“ nicht die Augen aus den Himmel zu betrachten, sondern wie ein Geschenk – ich erhalte Augen – meine innere Augen werden sichtbar, die Welt neu zu sehen.

Jedesmal beobachte ich wie Besucher von Shui Tang von 天目 Tianmu Schale angezogen werden. Wahrscheinlich suchen die Seele unbewusst nach neuen Augen. In einer durch und durch materialistischen Welt, in der das Unsichtbare immer verdrängt und bezweifelt wird, gibt uns eine Tianmu Schale vielleicht eine Chance, die innere Augen konkret und symbolisch vors Auge vorzuführen und mit der Unendlichkeit in Verbindung gebracht werden kann.

Der Blick auf die 銀河 Galaxie bringt erstaunlich viel Ruhe und Frieden hervor. Wir kamen aus einer Galaxie und leben in einer Galaxie. Mit einer Schale mittels einem schmalen Blatt lass uns doch einfach treiben in einem Tee zwischen den Galaxien zu flanieren!

Verpasse die Ausstellung besser nicht. Verpasse die Tianmu Schale des Lebens nicht. Oder vergesse nicht, wir können träumen.

Ankunft in die Galaxie III

Das Blatt fiel zufällig aus dem Himmel auf den See. Und das Blatt verwandelte sich zu einem kleinen schmalen Boot. „Auf dem Boot fuhr ich hinaus, liess es von den Wellen treiben. Es sollte dorthin, wo es hin gehen sollte.“ (Yi Ye Bian Zhou Heng Ye Du), beschrieb ein Tang Dichter Huang Guangbo über die Gelassenheit des Seins.

Oder möchte ich auf das schmalen Boot mit paar Freunde trinken? ( 駕一葉之扁舟,舉匏樽以相屬 Gedicht von Su, Shi aus Song Dynastie) Sake oder Tee?

In letzten Monaten hatte ich eine intensive reiche Zeit. Viel gelernt über Tee und Menschen. Auch vieles erlebt. Der Geist ist oft benebelt, weil es zu wenig Raum gab. In diesen nebligen Zustand war die Begegnung mit Shuixian Dancong YouhuaXiang vom 2004 im Atongs Teeseminar wie ein Lichtstrahl. Jemand sagte mir am Dienstag, der Shuixian bracht die Sonne in die Tasse. Als ich mit Kopfschmerzen das Seminar übersetzen musste, stach dieser Tee meine Zunge – ohne Schmerzen aber wie ein Ruf. Ein Ruf aus dem Sonnenwonne. Nicht das Blumige, was Menschen mögen, mich beeindruckte, sondern die Tiefe – das Mineralische und das fast Harzige. Als ob alles vergeht und verweht, aber der Kern bleibt!

„Es ist eigentlich beim Brennen der Blattoberfläche nicht meine Absicht blühende Zweige und Blätter darzustellen, da auch das Leben der Menschen nach dem Aufblühen auch verwelkt und verschwindet wie die Dinge der Natur.“ sagte Lo, Sen-hao über seine Tianmu Schalen.

Schalen mit einem Skelett des Blattes (Muye Tianmu) konfrontiert uns mit dem Ende des Lebens. Es ist eine Konfrontation und zugleich eine Befreiung. Wir werden alle so landen wie das Blatt im Universum. Wozu unglücklich sein? Warum nicht glücklich sein? Wozu haften wir an das, was wir nicht erhalten oder verloren haben? Weshalb nicht zu Sonne drehen und Blick in die Ferne werfen?

Das Teeblatt schwimmt im Tee wie das Blatt in einer Schale. Ist es wirklich nur ein Blatt gebrannt in einer Schale oder ist es nicht doch ein schmales Boot auf dem See? Wohin steuerst Du? Sake besser? Oder ein Shuixian aus der Vergangenheit?

Vergesse nicht zu träumen.

Ankunft in der Galaxie II

Die Reise nach Rottweil war wie eine gestohlene Zeit, weil es eigentlich gar kein Zeitfenster gibt. Doch über das Fenster hinaus scheint die Sonne über den Hügel Rottweil. Ich fand endlich ein unauffälliges Restaurant, das nicht einmal in Google steht. Es gab wohl in dieser Stadt mittags nur Imbiss und Stehstand für das Essen. Aber ein Fremder wünschte sich einen Platz für die Ruhe und Raum. In diesem kleinen ruhigen Restaurant, das wegen Personal Mängel Samstagabend und Sonntags schließen muss, bekam ich ein Rehbraten mit frischen selbst gemachten Spätzle – nicht geröstet. Und dazu einen frischen Misch-Salat-Teller. Ein Mischsalat ist anders als ein gemischter Salat. Ein Mischsalat besteht aus sechs verschiedene unterschiedlich angemachten Salaten: Weisskraut, Karotten, Rettich, Kartoffeln, Gurken und grüne Salatblättern. Was man in der teuren Stadt Zürich erhalten kann ist ein gemischter Salat – Salatblätter mit anderen Gemüsen zusammen gemischt.

Ist es komisch, dass solche einfache Gerichte mich berühren? Ist es komisch, dass ich sogar paar Zeilen dafür verschwenden darüber zu schreiben? Einmal unterhielt ich mit René, ein Gastro- Insider darüber. Er sagte mir, dass man heute in der Gastronomie solche Salate nicht mehr macht, weil es nicht geschätzt wird.

Mit einem warmen Bauch ging ich zur Ausstellung von Lo, Sen-hao. Innerlich berührt und suchte vergeblich nach dem Kunst Forum Rottweil.

Endlich fand ich den Eingang hinter einer Baustelle. In einem von Neonröhren bestrahlten geräumigen schlichten Raum standen viele Teeschalen!

Schöne Tianmu Schalen vermitteln mir eine mystische Atmosphäre. Man gab mir eine Taschenlampe und ich sollte mit dem Licht das einzigartige Universum erkunden. Das LED Licht hebt etwas hervor, bringt aber etwas zugleich verloren. Vorsichtig legte ich das Licht beiseite und hielt die Schale in meinen Händen. Vor einer 木葉天目 Muye Tianmu Schale ( Tianmu Schale mit einem Blatt) verwurzelten plötzlich meine Füße. Sie erinnerte ich mich auf einmal an dem verregneten Sonnen-Mond-See in Taiwan. Um die Priester und Priesterin von damaligem Shao 邵 Stamm einzuweihen, musste sie allein in einem Boot durch den See rudern ohne den Kopf zurückzudrehen. Entschlossen und mutig mussten sie allein auf die Insel ankommen, die mitten im See liegt. In diesem nebligen Atmosphäre oder Erinnerung fiel plötzlich ein Blatt eines Baums auf den See… Ein Blatt in meiner Schale. Ein Blatt in ihrem Boot?

Ich trank eine Schale 衫林溪 Shanlinxi vom 2009, von Nebel und Mist umgebend. Frischer blumiger Wind beflügelt meine Phantasie. Ein Blatt der Poesie fiel aus dem Himmel in meinem stressigen Alltag. In meinem Gaumen sprudelte plötzlich Muse und warmen fruchtigen Elixier, während meine Augen von warmen Tränen gefüllt wurden. Poesie, lange nicht gesehen!

Ankunft in der Galaxie I

In Rottweil stehen paar Spiegelbilder von den Galaxien – Künstler Lo, Sen-hao stellt gerade seine Teeschalen aus!

Lo, Sen-hao: „Die Tianmu Schale besitzt mythische Merkmale, man kann sie als Pupille der Milchstraße, als Aufgabe des Universum betrachten.“

„Ich mische einen Prozentsatz aus Erdelementen in die Glasur und brennt es aus.

Die Erde ist Tenmoku- ist meine Devise“

ü

Lo, Sen-hao: „Ich betrachte mein Leben als einen Teil des gesamten Feldes der Keramikkunst, das unmittelbar mit den ungeborenen und unsterblichen Elementen gebrannt und damit verschmolzen wird, genau wie ein in der Teeschale gebranntes Blatt.“

流雲 Ziehende Wolke II

Ziehende Wolken wandern.

Wandernde Menschen ziehen.

Wolken ist ein kulturelles Symbol, das man in verschiedenen Kultur immer wieder begegnet. In der chinesischen Kultur hat das Symbol ein geistiges Aspekt, das die spirituelle Entwicklung bedeutet. Andererseits ist die Wolke zugleich ein Zeichen von Unbeständigkeit. Man kann auch sagen, dass die Wolke das Zeichen als das Beständige in der Unbeständigkeit des Lebens ist. Die Wolke schwebt, zieht und verwandelt. Wolkig kann als Unklarheit gedeutet werden. Bewölkt bedeutet möglicherweise getrübt. Anderseits symbolisiert die Wolke das Ungebunden-Sein und wird als Synonym von buddhistischen Mönchen und Nonnen 雲水 bezeichnet.

Im Leben gibt es oft unklares Gefühl oder getrübte Momente, in dem man nicht versteht, woher man kommt und wohin man geht. Manchmal manifestiert es in einer Traurigkeit, manchmal wie ein Verloren-Sein. Auch wenn das Leben aussieht, als ob man es unter Kontrolle hätte, ahnt man es im Unbewussten, dass es sich ändert. Zwischen Leben und Tod wird als eine Wanderung in der Song-Dynastie in China verstanden. Man konnte den Fluss vom Leben nicht unter Kontrolle halten. Ziehende Wolken wurden zu einem Symbol für die Literaten verwendet, um das Ausgeliefert-Sein gegenüber der Zeit und die Vergänglichkeit des Jugend auszudrücken. 馮延己 Feng, Yanji (903-960) fragte in seinem Gedicht, „Wohin bist Du gewandert? Wie die ziehende Wolken vergisst Du den Rückweg. Der Frühling vergeht und wo ist Deine Spuren geblieben? Ich fragte die Schwaben, ob sie Dich begegnen sind, als die wieder zurückkehren. Die schwebenden Weidenblüte bedecken mein Herz. Im Traum finde ich Deine Spuren auch nicht. “ Die schönen guten Zeiten vergehen. Man beginnt sich an sie zu erinnern. Die Zeit spielt keine Rolle, wenn es schön ist. Die starke Dynastie Tang zerfiel und der Krieg herrschte den Alltag. Die Unsicherheit des Lebens beschäfte Menschen. Die Sehnsucht nach einem friedlichen Leben zu führen ohne Auf und Ab 平淡 wurde ein Ziel. Das war, was Menschen in der Song-Dynastie suchten. Aus diesem Hintergrund entsteht die spezielle Ästhetik von 水墨山水畫 schwarz-weiß Malerei, in der Menschen nicht im Vordergrund steht, die Zeit der Herr des Universum ist und die Natur gelobt wird. Die Sehnsucht nach der Zeit von Ewigkeit, unberührt von Auf und Ab der Strömungen dringt tief in die Dichtung und Kunst.

Ziehende Wolke wurde ein Symbol von Unbeständigkeit des Seins. Sie ist frei und ungebunden. Sie wartet auf unerwartete Begegnung und freut sich auf einen funkelnde Zusammenstoß. Sie ist zugleich unbeständig und fließend. Die erfreuliche Begegnung endet und die Einsamkeit kehrt wahrscheinlich zurück. Das Leben gleicht die ziehende Wolke. Woher komme ich und wohin gehe ich? Was wird es wohl aus mir? Es ist schwer und zugleich hoffnungsvoll. Das ist das immer wiederkehrende Motiv in der chinesischen Kunst.

Teekannen-Meister Ding, Jie 丁傑 (Schüler von Akademischer Schule und von Meister Zhang, Zhengzhong)  versucht verschiedene Aspekt der ziehenden Wolken darzustellen. Manchmal betonnt er die Spuren der Unbeständigkeit ( 閒雲 Wolke von Musse- Bild 1), manchmal hebt er die Früchte des Wandels (Bild 2, er nennt die Kanne Kürbis unter den ziehenden Wolken 流雲 瓜式)im Leben hervor.

Hier in dieser Kanne „Ziehende Wolke, Liu Yun“ (Bild 3) bringt er die Frage nach Woher und Wohin zum Ausdruck. Die Kanne ist rund und bauchig, um den Kreis der Bewegung zu zeichnen. Der Knopf und Körper der Kanne erinnern uns an das Wassertropfen. Aus Wolken wird es zum Regen… Das fließende Muster auf der Deckel erzählt uns einerseits das Wandernde, andererseits auch den Zustand von Woher und Wohin. Die Leichtigkeit des Seins kann nur zelebriert werden, wenn der Geist geschmeidig und frei bleibt.

Er schrieb in seinem Notiz, „Es gibt eine Art von Freiheit, die persönlich ist, zum Beispiel zwischen Wolken und Wasser zu flanieren in einer Kanne Tee. Es gibt eine Art vom Austausch, der aus rationalem Zusammenstoß entstanden ist, wie bei einem Teegespräch. Berühre die Spuren der Wolken auf der Kanne und fühle Dich wie die Wolke von freien Geist.“

 

流雲 Ziehende Wolke I

Ziehende Wolken – 流雲 壺 Liu Yun Hu

Von Ding, Jie 丁傑

Duanni Kanne, 250 ml.

Original 100% per Hand geklopfte Yixing Kanne.

霧靜 Stille im Nebel II

Als die Reisegruppe in Taipei Guqin Halle waren, war es für manche die erste Begegnung mit diesem alten Musik-Instrument Guqin. Die Stimme von Guqin wurde als „Wind durch die Kiefernadel“ – Song Feng. Was heisst das? Kann man überhaupt den Wind hören, wenn es nicht ein Orkan ist?

Kann man die Stille hören? Kann man die Stimme einer Hand hören?

Zen Meister Hakuin erzählte eine Geschichte über die Stimme einer Hand. Ein junger Novize wollte Zen studieren und erhielt eine Anweisung über die Stimme einer Hand zu meditieren. Sein Meister sagte ihm, „man weiß, wie zwei Hände klingen. Aber wie eine Hand ertönt, muss Du nun selbst herausfinden.“ Er begann zu meditieren. Zuerst hörte er das Geräusch von Musik. Er dachte, das sei es. Sein Meister sagte, Nein. Das sei Musik gewesen. Er hörte Wasser tropfen und erzählte seinem Meister von seinem Befund. Sein Meister sagte, „Das war Wasser tropfen.“ Er hörte nicht auf und hörte verschiedene Geräusch zum Beispiel Wind, Zikaden Summen oder Regen. Drei Jahren waren vergangen und er bekam immer nur eine Verneinung. Irgendwann gab er auf und sass in der Stille in Zazen. Auf einmal hörte er die Stimme über die Stimme hinaus. Der junge Novize glaubte es verstanden zu haben, „Alle Stimme und Töne sind vergänglich. Nur die Stimme der Stille ist das einzige Beständige in der Unbeständigkeit. Das ist die Stimme einer Hand.“

Vielleicht ist die Stimme einer Hand der Ausgangspunkt eine Reise in die Welt der Stimme. Wenn die Klänge von Wind gehört werden kann, kann auch der Mond aufs Wasser und die Wellen des Herzens wahrgenommen.

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Sun, Chao war mutig, seine Ambition diese tiefe Einsicht ins Leben mit einer Teekanne auszudrucken. Die Kanne von oben betrachtet sieht wie Rippeln im See. Wie Herr Tang in Chun Yu von seiner Beziehung zum Tee erzählte, dass Tee wie ein Same ist. Wenn dieser Same ins Wasser geworfen wird, entsteht Wellen und Rippeln. Tee schlägt Welle im Leben. Wir lernen viele Weggefährte durch Tee und unser Erfahrungshorizont wird dadurch erweitert. Unser Leben ist nicht dasselbe wie es einmal war. Diese Darstellung von Sun, Chao ist bildlich erzählend und sinnhaft.

Wenn das Wasser beginnt zu kochen, trage ich meine Kanne zum Teetisch. Der Dampf von kochendem Wasser ruft Nebel hervor. Sein Knopf auf dem Deckel von Kanne lädt mich ein, ihn zu berühren. Diese Berührung durch den Finger gleicht einen Teesamen, die ins Wasser geworfen wird. Es rippelt. Etwas im Herzen öffnet sich. Die Stille kommt empor. Im Tee offenbart die Stimme einer Hand – die Stimme über die Stimme.

Er schrieb zu dieser Kanne Wu Jing Hu “ Der Nebel kreist. Die Hand schwingt kurz den Henkel. Die Finger berührt leicht den Knopf. Es sieht so, als ob unser Finger das Wasser rippeln würde. Die Wellen breiten sich wie eine Blüte sich entfaltet. Die Stille blüht am Ecke meines Herzens.“