Archiv des Autors: Menglin

So grün wie der grüne Tee!

Beim Spaziergang sah ich wachsenden Weizenfeld. Das Grüntee Grün inspiriert mich sehr!

So eine belebende Lebenskraft erinnert mich sofort an Guzhan Maojian wild oder Emei Maofeng wild. Aus Samen gewachsenen Teepflanzen, nicht bewässert und gedüngt- einmal im Jahr gepflückt. Wie geht es ihnen wohl im Klimawandel? Sind Wurzel tief genug, um Nährstoffe aus dem Boden zu nehmen? Oder ist das menschliche Lockdown im Süden Chinas viel schädlicher weil die Bauer behindert sind, sie zu besuchen?

Abendwolken

Yasuaki Shimizu interpretiert die Cello Suiten neu mit nur Saxophone. Diese Saxophone lassen die Noten vereinzelt ertönen, so deutlich, dass der Zuhörer auf sich zurückgeworfen wird – wie die Pandemie oder – der Krieg. Viele von uns lassen sich nicht mehr gemeinschaftlich diese Krisen bewältigen, viele von uns fliehen in die Blasen, viele von uns streiten.

Als ich das Stück zuhörte, schlug mein Herz schneller und schneller, so schnell dass ich dachte, ich konnte es nicht bewältigen. Irgendwann fing der Geist mit dem Herzen zu sprechen. Irgendwann zerfiel die Klänge in der Luft, mal höher und mal tiefer, dann ins Leere. Zum Schluss kam die letzte Note zu mir und der schließende Ton von Saxophone gleicht eine Seufzer. Die letzte Seufzer des Mauren.

Jun- Glasur sollte die farbenreichen Wolken der Sonne, kurz vor seinem Untergang wiedergeben. Vor allem die Farbe von einer bestimmten Himmel, die uns erzählt, dass in unserem Leben bald eine neue Tür öffnet wird. Hoffnung oder Warnung? Aus einem weiten Sicht kann sich der Mensch nur weiter kommen, wenn Hoffnung und Warnung eins werdenmit Kraft, Reflexion und Mut zur Veränderung. Die Wolken fließen weiter, ziehen dorthin, wo wir nicht ahnen, mögen wir die Größe von Abendwolken im Herzen behalten.

Eine Tasse über Holzkohle geröstetem Lalshan harmoniert sich mit Jun Schale. Seine Süße schmeckt hoffnungsvoll. Die Rostnote verleiht ihm viel Aufrichtigkeit und Stärke. Lass Feinstaub fallen, die Einsamkeit zum Raum werden, die Angst zum Treppen von Ausweg – Schritt für Schritt für unseren Frieden im Herzen und dann für diese Welt.

https://youtu.be/2wL5SYg7390

Weinstock Glasur

Per Hand geknetet. Gasbrand

Ein wunderschöner Unter der Sonne getrockneter Bai Mudan, warm und beruhigen, duftet nach Heu und Geschnittenen Gras, das unter der Sonne trocknet wird. Eine Wohltat in einem kühlen Frühlingstag!

Aufgegossen und verteilt in Porzellan Tasse und in Weinstock-Glasur Schale. 30 Minutrn später manifestieren sich die Unterschiede!

Der Tee aus der Porzellan Tasse schmeckt „hart“ und so wie ein Bai Mudan, während der Tee aus mit Aschen glasierten Schale fein intensiv und vollmundig! „Mehr“ als ein BaiMudan!

Kleine Oliven – Xiao Ganlan von Sun Chao

Sun Chao wagte sich eine kleine schlichte Kanne wie diese zu gestalten!

Xiao Ganlan, Yixing Qinghui Duan, 110 ml

Zwischen dem Neujahr und dem chinesischen Neujahr kam er die Idee, so eine Form zu entwickeln. Ein Frucht, das Glück bedeutet und immer zum neuen Anfang eines Jahres serviert wird. Simon verliebte sich sofort im ersten Augenblick.

Heute schrieb er mir, was er bei der Einweihung dieser Kanne beobachtete.

Liebe Meng-Lin
Ich habe gerade die neue Kanne eingeweiht. Ich finde sie unglaublich! Die Formen haben eine tolle Spannung. Der Deckel erinnert mich an die Kuppel einer Kathedrale. Der Knauf wiederholt die Form des Körpers. Der Ausguss macht die Kanne schlicht und knackig. Der Henkel verjüngt sich nach unten was sehr gewchmeidig und natürlich wirkt. Der Stand der Kanne ist leicht ausladend, das erinnert an einen Baum, verschmolzen und gewachsen aus der Erde, verbunden mir unser aller Herkunft. Die Farbe ist dezent der glanz seidig matt. Die Kanne hat eine in sich ruhende Ausstrhlung. Entschuldige die vielen Worte, aber ich bin Dir sehr dankbar für diese tolle Kanne und wollte Dich an meiner Freude Teil haben lassen. Herzliche Grüsse, Simon

Nachtrag zum Friedenstee

Lange habe ich überlegt, ob ich diese Zeile hier niederschreibe. Und ich muss vorsichtig sein, dass meine Zeilen nicht wie ein Vorwurf klingen.

Die Sonne schien an jedem Samstag und das Wetter war jedoch ein wenig kühl. Simon und Pei haben ihre Kinder gebracht, die für uns Tee an Passanten auf den alten botanischen Garten offerieren.

In Taiwan gibt es Organisation, die sonntags immer Tee-Einladung veranlassen. Das heisst, dass mehrere freiwillige Männer und Frauen, die Teegefässen mit 10 oder 5 Liter an den Wanderwegen bringen und am einem Aussichtpunkt, Passanten Tee offerieren. Dies ist wie ein spirituelles Praxis oder eine freiwillige Arbeit. Meine Grossmutter hat zu ihrer Lebenszeit immer Tee freiwillig an der Strasse gestellt und offeriert. Man offeriert unbekannte Menschen eine Tasse Tee. Die offerierte Person erhält es als Geschenk, nehme diese Energie mit, um sie weiterzugeben. Ohne „Wollen“. Diese Tradition gibt es in der Schweiz nicht. Man bekommt grundlos etwas, in dem Moment wird man schuldig. Ausserdem ist das Brunnenwasser von der Gemeinde gestellt und für alle zugänglich, anstatt von Volk selbst organisiert.

Ein Film über diese Tradition in Taiwan

https://youtu.be/x7UZSAzKO1k

https://youtu.be/L_FekSRyfDA ( ab 0.52)

Als wir an jenem Tag auf dem botanischen Garten Tee offerierten, standen kein Name von Shui Tang oder irgendeinem kommerziellen Anlass, nur ein Wort: Friedenstee. Ich beobachtete, wie oft die beiden Kinder von Desinteresse der Erwachsenen zurückgewiesen sind und mit den gefüllten Teetassen standen. Diejenigen, die Tee genommen haben, waren sehr interessiert. Die meisten liefen mit Kopfhörer weiter und verneinten höflich.

Ich muss mich hier für die Hilfe und Unterstützung von Stadtgärtnerei und Völkerkundemuseum bedanken, und auch bei allen Gastgeber, die dort Tee zubereitet haben. Ich danke sehr, dass das Wetter mitgespielt hat. Und danke alle Menschen, die bewusst und unbewusst daran teilgenommen haben! Und ich wünsche, dass unsere Gesellschaft mehr Sinn entwickeln für die Gemeinschaft und für den Kreislauf der Energie, wie sie zwischen Menschen und zwischen Lebewesen fliessen können.

Der Ort des Schönen Wassers

Shui Tang ist ein Ort des schönen Wassers.

Auch die Schweiz ist ein Ort von schönem Wasser! Leider ist dieser Ort ziemlich in Gefahr. Das Wasser und die Natur existieren in menschlichen Augen nicht allein als ein berechtigtes Existenz. Sie sind nützlich- sowohl für grüne Augen oder für blauen Augen. Entweder sind sie der Ort von Erholung oder der Ort von neuen Energie-quelle. Aber sie sind eigentlich für sich selbst da – ohne Menschen.

Ich möchte gerne mit Euch eine Sendung von einer Teefreundin Yvonne Scherer teilen. Ihre physischen Augen funktionieren zwar nicht, aber ihre seelischen Augen leuchteten, so klar wie das Wasser!

https://www.srf.ch/audio/passage/der-bedrohte-quellenschatz-der-schweiz?id=12161267

Ein Tee für – –

Geschehnisse der Welt spalten uns nicht, sondern die Sichtweise. Gespräche spalten uns nicht, sondern Unterstellung. Die Meinungen spalten uns nicht, aber der Anspruch auf die einige Wahrheit.

Trotzdem gibt es einfach Menschen, den wir nicht riechen können, mit dem wir nicht reden kann!

Kannst Du einen Tee für diese Person machen? Für diese Gruppe? Oder für diese Idee?

Wir haben heute es zu unserem Thema gemacht. J. sagte sofort, ich habe jemanden! Y. Sagte, oh… ich muss mir überlegen. F. verweigerte am Ende seines Tees diese Person zu integrieren.

Ja, ich habe auch jemanden oder einigen mit denen ich nicht reden kann… wenn ich weiter auf sie projizieren und an sie denken, kann diese Energie nie schöpferisch sein. Wenn ich sie aber benennen kann, bin ich bei mir, und wenn es so weit ist, arbeite ich an diesem Knote – das ist der Teeweg, der Gongfu Cha.

Manzhi Gushu Puer 莽枝古樹普洱茶

Es wurde erzählt, dass der beühmte Zhuge Kongming (181–234) im Jahr 225 in Yunnan Krieg führte und sich dabei in Mangzhi und Gedeng aufhielt. In Gedeng soll er seinen Steigbügel vergraben haben, in Manzhuan habe er Ziegel aus Eisen vergraben, und in Mangzhi habe er Kupfer in der Erde versteckt. Darum heißt die Region Mangzhi (Mang bedeutet Kupfer). Zhuge wird im Gebiet von Mengla von vielen ethnischen Gruppen verehrt und als Vater des Tees bezeichnet. Von ihm heisst es, er habe die Samen von Teepflanzen nach Yunnan gebracht und den Menschen dort das Wissen über Tee vermittelt. Darum gibt es einen Kongming-Shan.

Während der Yuan- und Qing-Dynastie herrschte hier Frieden und Üppigkeit. Die Pferde der Händler trampelten einen richtiggehenden Tee-Weg in die Berge, die man heute noch sehen kann. Zu der Zeit gab es hier so etwas eine Völkerwanderung, und die Interreligiosität gehörte zum Alltag. Dieser Schmelztiegel der Völker erblühte in Reichtum, was auch Konflikte mit sich brachte. Im 19. Jahrhundert brachen ethnische Unruhen aus, und es kam zu militärischen Auseinandersetzungen. Die Moschee, die Strassen und der Tempel verschwanden aus der Erinnerung. In den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts war der Tee von Mangzhi schlicht vergessen. Erst in den 80er Jahren fingen die Nachkommen wieder an, in den verlassenen Wäldern nach alten Teepflanzen zu suchen und deren Blätter zu pflücken. Heute wachsen Teepflanzen vermischt mit anderen Pflanzen, Assamica und Sinensis stehen nebeneinander. Niemand kümmert sich um sie, sie haben Raum und Zeit, sich zu entfalten.

Als ich diesen Tee in der Ruhe trank, als ich in diesen Tagen während dieser Krieg auf dem Boden Europas tobt, habe ich das Gefühl, dass dieser Tee mir Geschichte von seinem Heimat erzählt. Er ist so schön wie die Alprosen zwischen den Felsen zwischen dem Wanderweg im Hochalpin. Schön, aber rau zugleich. Ich umarme seine Härte und bewundere die Schönheit, die zwischen den Felsen in der Kälte blühen will!

Oder ein einsamer Orchidee, der am Felsenran neben dem Pinie wachsen, wird begleitet von der Sonne und dem Mond.

Simon hat den Tee bildlich wunderbar wiedergeben.

Abkehr

Ein Puer schmeckt oft kräftig, wenn er jung ist. Ein junger Puer vermittelt uns das Frische des Lebens, oft blumig, fruchtig und adstringierend. Oft wirkt er auch zu stark im Körper. Nach 1-2 Jahren verliert er das Frische, aber auch nicht ausgezeichnet. Meistens sind sie stumm, wie in einer Kapsel oder Cocon. Nach drei Jahren findet eine Abkehr statt. Er wird faccenttenreicher anstatt nur floral, intensiver anstatt blind kräftig, und erdiger anstatt wie ein Anflug.

Einmal fragte ich meinem Zenmeister Michel, als er noch lebte. «Was denkst Du über Töten?» Er sagte mir, dass das Töten karmisch gesehen Schatten über das Leben bringt. Aber, er fragte mich, «Töten ist nicht gleich töten. Wie wäre es ein Töten eines Tyrannen?» Als ein Pazifist und mit guter Wille ein guter Mensch zu sein, war ich sprachlos. Ich schüttelte meinen Kopf. In seinem Gesicht gab es ein Schalk. Das sei Zen. «Keine Kategorie bilden.» Er sagte mir, das Karma des Tötens auf den eigenen Schultern zu nehmen, eine Tyrannei auszuschalten ist mutig und rettet Leben. Abkehr von der Kategorie-Bildung zur Freiheit des Denkens rettet die Welt.

In letzten Tagen sehe ich eine Abkehr von vielem kategorischen Denken. Die Schweiz distanziert sich von «nur Geld», Deutschland von «nur guter Menschen», Polen und Ungarn von «bloss keine Flüchtlinge» und Nato von «Hirntod».

Ich habe die Mut und Fähigkeit nicht das Karma von Töten auf meinen Schultern zu nehmen, aber ich kann etwas tun in meiner Meditation, den Angreifer im Dialog einzubinden. Möge eine Abkehr in ihren Herzen stattfinden. Eine grossartige Nation basiert nicht auf eine starke Faust.

Mut zu Abkehr des herrschenden Denk- und Verhaltensmuster bringt Licht im Horizont.

Puer oder Felsentee bilden solche Tage eine Stütze für mich. Tief verwurzelt in der Erde und den Weitblick nicht verlieren! Für mitfühlenden Menschen für den Krieg, empfehle ich einen schönen Buddhas Hand, der Trost und Licht vermittelt. Abkehr von Orientierung des Aussen zum unserem Zentrum im Herzen.

Hochstämmige Teebäume in Tianmen Shan. Fotografiert im April 2019.