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Alishan Xuepian – Schneeflocken

Xuepian- Schneeflocken bekomme ich zum ersten Mal. bis jetzt habe ich nur Alishan Dongpian probiert und bin auch bewusst, dass er eine Rarität ist. Als ich diesjährig Schnee-Fotos von Taiwan erhielt, fragte ich meinen Lehrer Atong, ob wir vielleicht Schneeflocken Tee haben!

Xuepian sind Teeernte aus Teeblätter die Frost bekamen. Darum heißen sie Schneeflocken. Richtig gefrorene Blätter sind nicht zu ernten, weil sie kaputt gehen. Der Bauer muss viel Mühe geben, damit die Blätter nicht beschädigt werden. Das Pflückgut ist natürlich klein, weil sie nicht stark wachsen. Dezember und Januar sind eher Winterschlaf Zeit für Teepflanzen. So eine außergewöhnliche Rarität kam endlich vor einer Woche. Mitten im Lock Down, mitten in der letzen Phase meines PuEr Teebuch Projektes.

Während ich den letzten Teils meines Projektes trank ich den Xuepian Alishan. Wie funktioniert es, dass man einen Text über PuEr schreibt und Oolong trinkt?

Ich kann es nicht erklären. Es kam von sich alleine.

Als ich den 雪片 Xuepian sah, dachte ich, wie gut er zu meiner Pflaumenblüte- Zhuni Kanne von Yin Min 尹旻 passt! Yin Min nennt ihre Kanne „清飲 Qing Yin“ – reines ungestörtes Teetrinken. Diese Empfindung überkam mir, als ich den Aufguss in meinem Mund hatte. Rein, schön und klärend. Er duftet nach Neroli Blüten. Oder nach Orchideen. Selbst nach einem Tag konnte ich die Duftnoten in bereits abgekühlter Kanne riechen, der Duft versetzt mich am den Teetisch bei meinem Lehrer. Ach, ich vermisse ihn. Ich kann seit einem Jahr nicht mehr bei ihm Tee lernen, Frage stellen und Schätze zwischen den Teesäcken suchen. Er sagte mir oft, wie ein guter Oolong nach einem Tee noch duften und schmecken sollte. Genau wie dieser Xuepian!

Er ist schön, will einen nicht verführen. Vielmehr klärt der Xuepian meinen Geist. Ich bekam viel Abstand zu meiner Schreibarbeit. Ich war in der Lage meinen Fehler zu entdecken und unklare Logik zu sehen. Zweifelsfrei schmeckt er aromatisch, aber ohne viele bunte Farben zu malen und Tänzer zu veranstalten. Der Tee ist wie die Pflaumenblüten, die im Schatten gelassen duften, im späten Winter unbehindert blühen und im Winde nicht zerfallen. Ein Tee namens Schneeflocken verkündet die baldige Ankunft vom Frühling.

Das symbolische Essen zum chinesischen Neujahr

Simon und Niklas finden schön, wenn ich hier über das chinesische Neujahresessen schreibe. Was isst man zum Neujahr? Und warum? Ich würde umgekehrt auch gerne mehr über das europäische Neujahresessen erfahren!

Das traditionelle chinesisches Neujahresessen sind voller Symbole. Das Essen ist ein Ritual von symbolischer Handlung. Menschen kommunizieren mit dem Universum durch das, was man isst. Bei meiner Kindheit essen wir das Essen nachdem wir unsere Ahnen das Essen offeriert haben. Solche symbolische Handlung ist eine sehr alte magische Tradition, die in jeder Kultur zu finden ist.

Zum Beispiel aßen wir immer ein Gemüse 芥菜, das bitter schmeckt und ein Wintergemüse ist. Meine Großmutter erzählte mir, am Ende des Jahres isst man das bittere Gemüse, um zu wissen, dass das Bittere nun zu Ende geht und das Süße folgt selbstverständlich. Die alte magische Handlung arbeitet nach dem Prinzip von Ähnlichkeiten – entweder die äußeren Erscheinung und Aussprache. Man trinkt hier zum Beispiel den roten Wein, der das Blut von Jesus suggerieren sollte.

Man isst gerne Fodue – das Feuertopf, weil es das Zusammensein bedeutet. Auf dem Tisch muss immer einen Fisch geben und der Fisch darf nicht fertig gegessen werden. Nian Nian You Yu – es gibt jedes Jahr immer etwas übrig. Yu – übrig entspricht genau den Aussprache Fisch. Nach diesem Prinzip gilt genau mit dem Früchten. Man bringt Mandarine und Ananas zum Besuch. Mandarine heißt 橘子Juzi – Ji 吉Glück. Also Mandarine bringt Glück. Pass auf – nur Mandarine, nicht Orangen. Organe spricht man „Liuding“ – keine Konnotation zum Glück. Ananas heißt auf Taiwanesisch 旺來 Onglai – großartige Entwicklung.

Das gleiche ist mit 菜頭Rettich. Rettich Kuchen oder Rettich Suppe gehört ebenfalls zum Tisch. Rettich heißt 菜頭Caitou – gutes Zeichen 彩頭. Rettich-Kuchen oder süße Reiskuchen zum Neujahr heißt Niangao 年 Nian 糕gao – die Aussprache Gao bedeutet mit einem anderen Zeichen 高: sich höher entwickeln.

Ein Poulet Gericht gehört ebenfalls zum Tisch. Ein ganzes Poulet wäre am besten. Das bedeutet das Haus entwickelt sich gut. Weil Hähnchen – Ji 雞, auf Taiwanesisch Ge wie das Haus ausgesprochen wird. Das Haus wird sich gut entwickeln ist ein schöner Neujahrswunsch.

Viele meine europäische Freunde wissen, dass wir vor dem Neujahr etwas auf ein rotes Papier Kalligraphieren. Oft wissen sie nicht, wie man das Papier nimmt, um zu schreiben. Man schreibt im Europa gerne horizontal, aber für das Neujahr schreiben wir, wenn nur ein Wort geschrieben wird, versetzt. Das heißt, nicht im gewöhnlichen rechteckigen Papierformat, sondern das Papier wird in rautenförmigen Quadrat geschnitten. Das Gedanke von dieser Form ist, das geschriebene Wort wie Glück oder Frühling auf dem Kopf aufzuhängen, um zu symbolisieren, diese Eigenschaften wie Glück und Frühling kommen. Die rautenförmige Form vermittelt einen Prozess in Bewegung.

Das Glück kommt.

Nächstes Jahr bring das richtige Frucht bei deinem Besuch, wenn Du Taiwaner zum Neujahr besuchen gehst. Wenn Du nichts mitbringst, heißt es: ich bringe zwei Stauden Bananas mit. Du muss Dir nur vorstellen, dass Deine Hände leer sind und Fingers wie die Bananas hängen.

Weil solche Brauch symbolische Bedeutung hat, achten manche Menschen sehr, dass sie nicht falsche Geschenke erhalten und verschenken. Andererseits ist es uns wichtig, solche Dinge in einem ganzen Kontext zu verstehen, anstatt nur partiell. Ansonsten entstehen kulturelles Missverständnis und die Gefahr, dass fremde Kultur als Exotik reduziert wird.

Ich lebe oft in einem kulturellen Konflikt. Einerseits weiß ich, dass ich mit fremden Menschen zu tun habe. Andererseits wollen diese Menschen mir das Gefühl geben, dass sie die chinesische Kultur verstehen, in der Wirklichkeit nur halb. Ich verstehe, sie meinen es immer gut. Es ist eine spirituelle Übung und Entwicklung für mich, immer auf das Herz zu besinnen, anstatt auf die Form. Es gelingt nicht immer. Auf anderer Seite frage ich mich, ob ich vielleicht genau so ignorant gegenüber den Einheimischen bin. Das gehört wohl auch zum Phänomenen einer multikulturellen Gesellschaft!

Das ist eine Illustration in einer Taiwaner Magazin über die Bedeutung vom Neujahresessen. Das letzte ist eine Maske. Das heißt, wenn es einem zu viel ist, vergesse nicht, Deine Personas während des Festes aufzusetzen.

Natürlich variieren sich die symbolischen Essen im Festland China und in Hongkong. Aber solche Symbole arbeiten nach dem ähnlichen Prinzip. Unser Leben ist voller symbolischen Handlungen.

Soll ich das Blog öfters aktualisieren?

Liebe/er Schwarze Küche Armatur mit ausziehbarem Schlauch,

Vielen Dank für Deine Aufforderung dass das Blog öfters aktualisiert werden sollte. Deine Zeilen geben mir viel Mut und Kraft. Danke!

Ich habe mein Blog nicht vernachlässigt. Ich habe einfach nicht viel mehr Zeit. Seit der Pandemie versuchte ich regelmäßig für meine Landesleute in FB Nachrichten aus deutschsprachigen Raum zu übersetzen damit sie wissen, was hier passiert, was die Menschen hier über die Pandemie denken und wie man hier mit der Pandemie umgeht. Viele Taiwaner verfügen knappes Sprachvermögen von Deutsch und haben nicht breites Netz im Lande. Das ist, das was ich für sie tun können.

Seit der Pandemie habe ich wieder Raum bekommen, für mich allein Tee zu trinken anstatt mit anderen. Das bringt mir sehr viel Ruhe und Zufriedenheit. Ich gehe mehr nach innen anstatt nach außen, und viel bewusster was ich mit anderen Menschen teilen möchte. Wenn man mich in dieser Zeit sprechen möchte, sollte man sich selbst melden, anstatt dass ich die Initiative mache, was früher wegen meinem Geschäft in dem Fall war. Jetzt treffe ich nur mit Menschen, die mich treffen wollen und nicht von mir initiiert. Das ist eine große Befreiung, weil ich mich nicht verantwortlich für anderen fühlen muss.

Ich möchte sagen, ich lebe viel mehr mit meinem Sein. Ich muss nicht fragen, ob jemand einen Tee möchtest. Ich darf abwarten und geschehen lassen, es ist wunderbar.

Dieses Blog ist ein heiliger Raum für mich. Ich möchte hier nur das schreiben, was aus meinem Herzen kommt. Hier schreibe ich keinen Unsinn. Hier schreibe ich das, was mich beschäftigt. Hier möchte ich nur das schreiben, was „heilig“ und frei ist – mit Bewusstsein und Reflexion. Ich will mich nicht zwingen.

Neulich ist ein PuEr Manlin Gushu von Yu eingetroffen mitten in Shut Down. Als ich allein in Shui Tang saß, als draußen schneite, fand ich diesen mineralischen süßen Aufguss wie ein „göttliches“ Geschenk. Dieser Tee schmeckt ein bisschen wie Mangzhi, ein bisschen wie Walong und Yishan Mo. Er war für Monate lang im chinesischen Zoll verschwunden. Als er plötzlich auftauchte, hat Yu selbst nicht geglaubt. Gefunden hat man nur 5 Stapeln.

Ich genoss den Tee in einem heiteren warmen Raum, sah die Schneeflocke rieselte und fühlte mich getragen in der Stille.

Heilig oder religiös

Am Sonntag kommentierte jemand über meinen Vortag „Teeritual als eine symbolische Handlung“, dass ich vieles über religiöses Aspekt des Tees gesprochen habe. Weil ich das Wort Heilig verwendet habe.

Für mich bietet das Teeritual eine Möglichkeit einen heiligen Raum zu öffnen, wo ich den Aspekt des „Darüberhinaus“ pflegen kann. Das Außergewöhnliche von dem Profanen abgehoben werden kann. Ein Raum, wo die Menschen ihr Sein pflegen und das Bewusstsein von „Übernatürlichen“ stärken können.

Ist es deswegen religiös? Wenn das Wort religiös die gewissenhafte Sorgfalt bedeutet, würde ich diese Beschreibung zustimmen. Wenn das religiös lediglich auf eine irdische Religion beziehen würde, würde ich diese Formulierung in Frage stellen.

Ja. Heilig ist für mich wahrhaftig. Im Teeraum pflege ich einen Ort, wo Menschen nur Menschen sind, wo der Tee im Vordergrund steht und wo die Dualität aufgehoben werden kann. Um diesen Raum zu bewahren brauche ich Mut und Kraft, was ich wiederum durch das Pflegen von diesem Heiligen Raum erhalten kann. Immer darüberhinaus zu stehen, ist „kalt“.

Teeritual als eine symbolische Handlung erweitert meinein Erfahrungshorizont. Ich habe viele Rituale erlebt, die steif und statisch geworden sind, weil die Handlung sich von dem Sinn entleert wurde. Das passiert, wenn die Symbole nicht mehr als Symbole verstanden, sondern als Ornamente. Und symbolische Bedeutung nicht mehr als Botschaft verstanden sondern als Wahrheit. Zum Beispiel ob Maria wirklich eine Jungfrau ist und wie die Beweise geliefert werden kann.

Nach diesem Vortrag habe ich gesehen, dass ich erst am Anfang bin. Teeritual als eine symbolische Handlung und als eine Kommunikationsform kann noch sehr viel experimentiert und erörtert werden. Der Weg ist noch sehr lang.

Das Innere Zählen

Als ich heute den Text für den Vortrag am Sonntag von Teeclub schrieb, wurde es mir auf einmal klar, was das innere Zählen in unserem Bewusstsein bedeutet. Und wie das Zählen unsere Bewegung auf den Teetisch beeinflusst und anschließend eine Heilung geschehen lässt.

Als ich Chanoyu lernte, wurde ich immer mit einem Kommentar konfrontiert, dass meine Bewegung zu schnell ist. Aber meine Lehrer haben mir nicht erklärt, wie ich langsamer werden kann. Bis ich irgendwann verstand, dass das Zählen im Herzen eine Entschleunigung hervorbringt. Durch die Entschleunigung entsteht Raum für etwas, was vorher nicht wahrgenommen werden kann. Die Ruhe kehrt zurück, die Bewegung wird bewusster.

Vor einem Jahr fing mein Arm an zu schmerzen und keine Therapie konnte mir helfen, bis ich angefangen habe, jeden Tag innerlich zu zählen, während ich Qigong Übung praktizierte. Der Schmerzpunkte wurden wahrgenommen und die Bewegung geschah von sich selbst. Eine Heilung passierte. Somit wurde es mir plötzlich so bewusst, wie das Zählen, der Takt und geistige Entwicklung zusammen spielen. Darum gibt es Takt in der Musik, Rhythmen in der Poesie und das Bewusstsein fängt mit dem Zählen an! In Tee fließen die Atmung zum Rhythmus und das Zählen gibt Takt.

Durch die Entschleunigung von Shut Down habe ich eine wunderbare Möglichkeit, meine Introvertiertheit zu pflegen. Ich genieße es sehr. Ich bekam andere Perspektive meine Arbeit zu betrachten und für meine Zukunft zu sehen. Ich schätze diese Zeit wie ein Geschenk. Ohne den täglichen Teetisch in Shui Tang habe ich viel mehr Kraft für mich und mein Geist wird am Abend viel ruhiger.

Andererseits kann ich mir vorstellen, dass viele Menschen, die weniger ihre innere Welt pflegen, einen Raum auf einmal durch das Slow Down bekommen und die Kräfte, die vorher beschäftigt waren, nun frei gesetzt werden. Diese Kräfte könnten dämonisch sein, sofern sie Unruhe stiften und Unzufriedenheit verursachen – weil man auf einmal auf sich allein gelassen wurde. Zum Glück… wir können endlich durch die Situation etwas lernen, für unser innere Leben zu sorgen!

Futtere Deinen Dämonen, frage ihn was er will – das hat Sabine mir einmal beigebracht. Wenn das innere Dämon sichtbar wird, haben wir Chance ihn in die Augen anzuschauen. Ich vertreibe den Dämon in mir nicht. Wie Serafino mir einmal sagte, dass sein Dämon fröhlich ist und er mit ihm abmachen konnte, wann er spazieren gehen kann. So lerne ich von meinem Schülern, wie ich auch mit meinem Dämon umgehen kann. Ich zähle, wenn ich ihn einen Tee offeriere.

Ist Tee trinken Kultur?

Viel Glück habe ich, dass ich viele junge Menschen durch Shui Tang kennengelernt habe. Oft bei einer Tasse Kaffee oder Tee sprechen wir über das Leben und die Welt. N erzählte mir über ein Problem zum Weihnachten.

Seine Freude haben ihm gesagte, dass sie Schwierigkeiten haben, ihm etwas zu schenken, weil er so guten Tee trinkt und schönes Teatoys besitzt. Sie wissen nicht, was sie ihm sonst schenken sollten. Er fragte mich, ob das guten Tee Trinken eher Menschen unfrei macht.

Ich schmunzelte. Mir hat man paar Male auch ins Gesicht gesagt, dass sie nicht wissen, mir etwas zu schenken. „Es tut wirklich weh, es zu hören.“

„Viele Menschen haben mit uns oft nur funktionale Beziehung. Sie kommen, wenn sie etwas brauchen. Sie interessieren sich nicht unbedingt für Deine Person. In jungen Jahren ist man einfach zusammen, weil man zusammen trainiert oder studiert.“ Aber wenn man sich für eine Person interessiert, setzt man mit dieser Person auseinander. Man hört genau zu, was diese Person gerne trinkt, liest, isst. Wenn man auf das eigne Ego verzichten kann, dass man nicht unbedingt das richtige Geschenk schenken muss, dann ist es einfach nur eine „Liebesbeweis“. Es ist recht einfach. Der Beschenkte kann sich frei fühlen ohne negatives Gefühl zu erzeugen. Und der Schenkende hat seine Liebe und Dankbarkeit ausgedruckt ohne das Ego zu befriedigen.

Und einen guten Tee zu trinken ist eine individuelle Sache. Wenn eine Frau versteht, was ein gut gemachter Tee mit ihr geschmacklich, emotional und energetisch macht, dann würde sie das Teetrinken pflegen. Dann wird ihr bewusst, wie wichtig das Teatoys das Teetrinken bewirken kann. Das Ritual mit Tee trinken wird sie mit ihren Kindern weiter teilen. Wenn ein Kind als Kind einen guten Tee und das Ganze Pflegen um Tee kennenlernt, nimmt es mit, auch wenn er erwachsen ist. Somit wird ein gutes Handwerk des Tees weiter getragen. Somit wird eine gute Tradition von Teekannenkunst weiter vermittelt. Ein Handwerk geht weiter. Ein Kultur lebt.

Irgendwann blühen die Handwerkkunst und eine Tradition in eigener oder fremder Boden! Das ist eine Kultur Weitergabe!

„Wie schön, dass Du ein Teil von dieser Weitergabe bist! Durch das Teetrinken wird ein Handwerk und eine Kultur lebendig. Warum nicht weiter machen? Und die Leute, die mit dir nicht auseinandersetzen wollen, sind nicht aufzuhalten.“ das war meine Antwort.

Für mich war das Gespräch wie eine Reise. Ich reiste durch eine Zeit-Tunnel, als ob ich meinen Grossvater vor meinen Augen hätte! Er trank seinen Tieguanyin im unseren Wohnzimmer vor dem Familiealtar. Der Geruch war so präsent… Ich schnupperte die Luft, wurde ein Teil von ganzen und trage es in ein fremdes Kontingent. Und es wird weiter getragen.

Schneeflocke

Schneeflocke auf dem Teebaum in Yunnan.
Schneeflocke in Taipei.

Vielleicht gibt es in diesem Jahr Schneeflocke Oolong!

Und ein ganz besonderer Jahrgang von Pu Er 2021!

Der Duft von Tanbei Oolong

Atong röstet gerade einen Alishan!
Noch wie in der alten Zeit.

Jedes Jahr röstet mein Lehrer Atong einen Oolong wenn es in Taipei kalt wird. Der Tee duftet in ganzem Raum und später in der Tasse! Ich freue mich jetzt schon über das Moment wenn ich den Duft aus meiner Kanne genießen kann!

Bevor das Neujahr beginnt

Bevor das neue Jahr beginnt, zünde ich ein Kerzen an und offeriere eine Schale Tee für all das, was ich übersehen, vergessen und zu wenig gepflegt habe.

Während das Leben fortschreitet, wird stets eine Entscheidung getroffen. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, werden oft auf andere Möglichkeiten verzichtet. Mein Leben schreitet sich und viele Möglichkeiten gehen in die Verlorenheit. Ähnlich wie das, was ich versuche, aufzubewahren, weiterzutragen und zu vermitteln. Die Wärme der Sonne eines Tees, das Temperatur der Hände einer Künstlerkanne und der Geschmack an einer Zunge einer Geschichte gewordenen Zeit. Meine Arbeit will diese Aura der Einzigartigkeit bewahren. Aber die digitale Welt wird meine Arbeit lächerlich machen – wer würde sich drum kümmern, wenn wir in icloud die Zusammensetzung des Stoff des Tees speichern können und jeder Zeit runterladen können!

Und Madonna hat ihre Klonen in verschiedenen Kirchen. Die Meeresgöttin in Taiwan hat ihre verschiedenen Filiale. Wie entsteht die Aura der Unzugänglichkeit? Vielleicht durch ein Ritual, was das Profane und das Heilige unterscheidet?

Ich offeriere eine Schale Tee mit einer brennenden Bienenwachskerzen – für alles, was fast vergessen, übersehen und nicht weiter gepflegte Beziehung des Lebens. Möge das Ritual, Euch ein Hauch von Aura verleihen, eine Fülle von Heiligkeit. Bevor das Licht erlöscht, mein Respekt zu erhalten.

Das Leben ist so, etwas geht verloren und etwas wird zurückgelassen. Und etwas geht ein Stück weiter. In einer digitalen Zeit herrscht das Kleber von Haltbarkeit. Darum ein Ritual, was mich noch einmal mit allen verbindet.