Archiv der Kategorie: Gongfu Cha

石瓢壺 Shipiao Kanne

幾度花時醉花下,君子恬啜石瓢露。

Die Schönheit der blühenden Pflaumenbaum entzückt mich! Itrinke unter dem Pflaumenbaum gelassen und allein in Shipiao Kanne einen Tee, während die Anderen von Wein berauscht werden.

Kalligraphie „Gehe Tee trinken bei der Müdigkeit“

Von Meister Wu, Dongyuan

Teekanne Zini 350ml

Von Sun, Chao

Tee, Text und Musik von dem Teekonzert am 16.09.2018

https://www.shuitang.ch/blogs/news/teehaus-konzert-eine-schale-tee-zu-den-klangen-der-cellos-1

Lianzhu – Perle von Lotus

Fortsetzung von letztem Beitrag.

Am Montag ist des Vollmondfest. An diesem Tag isst man Vollmond-Kuchen. Traditionell wird eine beliebte Füllung aus Lotussamen hergestellt.

Nach 20 Tage, wenn Lotusblüte verblüht, sind die Samen reif. Pflücker müssen im Wasser stehen, um die Früchte zu sammeln. Alles per Hand schält man die Früchte, die Haut der Samen und den Keim. Eine aufwendige Delikatesse.

In der chinesischen Medizin spricht man Lotussamen eine heilende Wirkung nach. Wenn man die Samen mit verschiedene Kräuter zubereitet, wird die Verdauung gestärkt, Schlaflosigkeit gelindert und Durchfall geheilt. Man darf es allerdings nicht mit Milch und Kaki zusammen essen.

Die medizinische Wirkung ist nicht das, warum man sie als Motiv für eine Teekanne-Kunst nimmt.

Das Motiv Lotussamen als Teekanne ist entstanden aus Ming-Dynastie. Es wurde erzählt, dass die Form der Lianzhu-Kanne sich an die Form von Lotussamen orientiert. Deswegen gibt es Perle-Form, oder Regentropfen-Form (Oval). Die unterschiedlichen Formen widerspiegeln einer buddhistischen Lehre: “ Lotus öffnet das Herz (Lotus symbolisiert Herzensöffnung.) und aus dem Herzen entstehen verschiedene Formen (das Herz hier symbolisiert die Augen – Augen unterscheiden durch das Sehen und nennen verschiedene Formen).“ Aus Lotussamen wird eine Kanne-Form entwickelt. Aus dem Herzen von Künstler entstehen verschiedene Lianzhu-Kannen!

Warum hat der Künstler Zhang hier das Motiv ausgewählt? Weshalb will man Lotussamen in einer Kanne-Form verewigen? Ich möchte es in nächstem Beitrag erzählen.

蓮珠壺 Lianzhu – Lotus Perle

Zhuni Kanne, 100% Yixing Zhuni, Künstler Kanne. 200 ml.

Zhang, Guliang, Schüler von Meisterin Jiang, Yongjun

Nachklang vom Tee-Konzert am Sonntag: Teil II Der Fluss ist das Zählen

Wie bewegt man sich auf den Teetisch?

Wenn man am Sonntag die Gastgeber beobachtet, wie sie Tee zubereiten, sieht man Bewegungen, die im Fluss oder im Stocken verlaufen. Ob die Bewegung im Fluss oder im Stocken verläuft, kann man nicht erzwingen. Es braucht Praxis. Das Praxis setzt eine Haltung von Demut voraus.

Demut ist eine Haltung, die Bereitschaft des Lebens vorbereitet, etwas erleben zu wollen. Ohne diese Haltung können wir nicht fühlen, nicht wahrnehmen, nicht sehen! Wir können nicht sehen, wo wir uns wirklich befinden.

Jeder von uns hofft, ein Gewinner des Lebens zu sein. Das Scheitern begleitet uns allerdings stets auf dem Weg. Wenn ich mein Leben bis heute genauer betrachte, sehe ich die vermeintliche Verlust oder Scheitern den wichtigen Teil von mir bildet. Die Erlebnisse – sei es negativ oder positiv „gären“ im Lauf der Zeit. Sie verwandeln sich zu dem rechten Aspekt zu dem rechten Zeitpunkt, weil sie nie abgelehnt wurden. Sie bekommen einen Raum und werden Ferment meines Lebens, um mich zu erneuern. Trägheit und Gewohnheit entstehen durch das Bedürfnis von Sicherheit. Wenn man sich unsicher fühlt, vergisst man zu atmen, Somit vergisst man zu zählen. Zählen von Zahlen. Paar Zahlen zusammen bilden einen Fluss. Der Fluss der Bewegung, die Energie auf dem Teetisch verteilt.

Wenn die Hände sich nicht bewegen und still bleiben, ist es dann die Zeit, eigenes Durchhaltevermögen zu prüfen. Prüfe, ob wir in der Lage sind, etwas zu erzählen.

Was haben wir zu erzählen? Was will ich durch diesen Teetisch erzählen? Wenn der Komponist sagte, dass der Alishan Buddhas Hand ihn an den innigen Ruf des Volks Shao erinnerte und ihn auf einmal in dem tiefen Wald von Rotzypressen versetzte, entsteht eine Geschichte. Er erzählt sie in seiner Melodie. Wir erzählen sie durch unseren Teetisch und unsere Bewegung.

Der Fluss, die Zeit und das Rad des Lebens – alles auf den Teetisch.

Unsere Hände bewegen sich wie der Fischschwanz. Der Raum wird energetisiert, so wie Fische das Wasser mit Schwanz beleben.

Der Fluss von Bewegung ist das Zählen und ist unser Rhythmen. Wir schauen zum Beispiel eine Tasse vor uns und zählen bis fünf, bis wir die Tasse in der Hand halten können. In dem Moment, wenn wir die Tasse halten, warten wir eine Sekunde – wir zählen fünf und sechs. Wir zählen danach weiter bis zehn, wenn wir die Tasse zu Lippen bringen. Eins bis fünf. Sechs Pause. Sieben bis zehn – ein Kreislauf ist zu Ende. Das ist der Rhythmus des Tees. Den Takt kann man situativ anpassen.

Natürlich sind die Zahlen nicht willkürlich. Sie haben außer der quantitative Seite noch eine qualitative. Das heißt, Zahlen ist ein Brücke zwischen Geist und Materie. Ein Brücker zwischen der Ewigkeit (der Geist) und der Zeit (phänomenale Welt – die Materie).

Tee Trinken als eine praktische Tätigkeit kann ein Sprungbrett für MEHR. Aber viele bleiben auf diese verführerische funktionale Ebene, sei es wie ein Show, sei es wie ein Können – es geht für viele um eine Selbstdarstellung des Egos. — Und wie ist es bei mir?Ich habe hier zwei Aufgabe zu üben: Mitgefühl (anstatt Mitleiden!) für die Unvollkommenheit des menschlichen Seins und Vertrauen in das, was uns verbindet.

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Doppelmandalas auf den Teetisch: das Rad der Ewigkeit trifft das Rad der Zeit. Das Bild als Denkanstoss für interessierte Menschen auf den Teeweg.

Nachklang vom Teekonzert am Sonntag, Teil I: Das Schweigen im Teekonzert

Nach dem Teekonzert am vergangenen Sonntag bekam ich vieles zum nachdenken. Zuerst über die Ernsthaftigkeit des Teilnehmers.

Niemand traut sich zu lachen, zu sprechen und zu fragen. Alle waren ernst.

Für mich geht es nicht um das, ob es richtig oder falsch ist. Für mich geht es darum, zu verstehen, was bedeutet dieses Schweigen während des Tees und der Musik?

Wie war es denn eigentlich im alten chinesischen Teehäuser? Wie war es bei dem Theater und Konzerten im Mittelalter oder bei Barock? Die Leute haben geknabbert, geschwatzt und gelacht. Tee erheitert! Eine heitere natürliche Atmosphäre!

Ich meine nicht, dass man laut sprechen und stark lachen muss. Aber eine gewisse Gelassenheit und Natürlichkeit anstatt ernsthafte Stille! Zu ernst, um zu leben.

Heute kam Michi zu Besuch und wir unterhielten uns über den Begriff Natürlichkeit. Er entschuldigte sich, dass er sich seit langer Zeit nicht zeigte. Ich sagte ihm, dass eine natürliche Verbindung keine Entschuldigung braucht. Er ist frei. Er erwiderte, was ist denn natürlich? Ich meine mit “ Natürlichkeit“ ein qualitatives Aspekt. Nicht Materie. Natürlich ist, so wie es ist. Ohne künstliche Bemühung. Das gefällt mir am besten! Er fragte, gibt es so etwas in der Welt? Ja, wir müssen es nur leben!

So wie es in Gongfu Cha, den eigenen Rhythmen wahrzunehmen und leben. Ganz natürlich ohne Bemühung.

Meine innere Schwelle

Ich kann nur Tee für andere Menschen zubereiten, wenn ich an diesen Tee glaube.

Es gibt etwa, was ich als eine Schwelle bezeichnen würde. Ich muss selbst meine Schwelle überwinden.

Was bedeutet denn „glauben“? Ist es eine Wertung? Ich „glaube“ einen Tee, weil er gut ist?

In diesem Sommer üben wir sehr intensiv für unseren Teekonzert und es ist immer eine bereichernde Zeit für meinen Teeweg. Durch das Begleiten von den Teilnehmern komme ich immer tiefer in meinem Innern. Ich beobachte dass manche oft kreative Ideen haben und spannende Vorstellung zum Seinen Gongfu Cha haben, aber vielleicht weil es zu „einfach“ ist, cool zu sein, fällt es plötzlich an Erwartung von eigenem Tee! Man dreht sich um einen Kreis. Dem Teetisch fällt plötzlich an Geschichte.

Dann frage ich mich, wie wäre es mit mir? Es wirkt sich tatsächlich anders bei mir aus. Ich will Veränderung und Experiment. Ich will, dass mein Teetisch nicht zu fassen ist, weil ich mich entwickeln will. Es ist diesmal so. Dann möchte ich beim nächsten Mal anders machen, vielleicht scheitere ich, aber ich habe es versucht.

Weil ich eine innere Schwelle habe, muss ich zuerst an den Tee glauben. An einem Tee glauben, geht es nicht an Demuth vorbei. Demut gibt mir einen Raum, den Tee zuzuhören und sich an ihn anzunähern. Was spricht er zu mir?

Nach vielen Jahren mit Tee im Leben zu leben erkenne ich ein wahres Glück. Mein Glück von meinem Leben ist, dass ich ein gutes Wahrnehmungsvermögen habe. Aber ohne Demut fällt einem schwer die einfache Schönheit des Lebens wahrzunehmen! Demut ist eine Haltung zum Leben, Demut ist der Anfängergeist des Seins.

Ich kann nur den Tee für Gäste zubereiten, an den ich glaube. Früher lerne ich den Tee zu verstehen, an den mein Lehrer glaubt. Ich weiss von Demut. Heute ist mein Lehrer selten mit mir, während ich Lehrer wurde für anderen. Ich lerne, die Notwendigkeit, den Anfängergeist zu pflegen, zu üben, wo ich Demut finden und behalten kann. Manchmal bei Menschen, die mir widerspieln wollen und können, und manchmal durch Scheitern. Scheitern ist ein gutes Stück im Leben!

Die Strassen sind oft bunt, voll und ereignisreich, sind selten der Ort, wo man gerne verweilt. Man passiert. Am Teetisch ist der Ort, wo man bleiben will.

Der Besuch zu Zisha Kannen II

Ich hatte viele Frage zu Zihsa, wusste aber nicht von wo ich anfangen sollte.

Bis jetzt versuchte ich die Teekannen von den alten Produktion zu erwerben. Die Kanne die ich früher erworben habe ist nun um 9 Fach gestiegen – sie lachten. Aber es war nicht die Top Kannen, sagte Yu. Er wollte immer nur die Top Kanne handeln, antik Zisha von Qing oder von namenhaften Künstlern. Ich sagte, wir sind noch nicht so weit im Europa. Aber irgendwann vielleicht. Zuerst müssen wir verstehen, was Zisha ist.

Der Gastgeber in Beitou erzählte mir die Bewusstsein von Ton Lagerung des Teekannenmeisters. Jeder Meister, der ein bisschen Verständnis hat, kaufte bereits so viel Ton, dass seine Enkelkinder es verwenden können. Es gibt viele kommerzielle Strategie um den Markt zu verwirren mit neuen Begriffen und Kategorien. Zisha Kanne kaufen tut man bei vertrauen Händler. Sie registrieren Ihren Käufer. Weil sie irgendwann die Kanne zurückkaufen wollen. In dem Moment von Rückkauf ist das Moment des Erfolgs. Ein immer wichtiger Künstler und seine Werke zu erkennen, wenn der Künstler noch jung und unbekannt ist, braucht ein starkes ästhetischen Vermögen. Dazu braucht man viel Zeit zu lernen und zu lernen.

Er sagte mir, alles braucht Zeit. Wie das Brot. Ein gutes Brot, sagte ich.

Inzwischen versuche er mit alten Meister und seinen Schülern zusammen ein Team aufzubauen, etwas auszuprobieren. Viele junge Künstler haben Mastertitel und sind aus besten Universität. Dieser frische Wind bringt neuen Schwung. Das Basis für diesen Schwung ist die gute Fundament von beherrschten Handwerk! Auf das gute Handwerk kann man inspirieren und experimentieren!