Archiv für den Monat Oktober 2010

Zwei Menschen, ein Herz

„Waka singen, Gedichte rezitieren, Ball spielen
gemeinsam in den Feldern –
Zwei Menschen, ein Herz.
Ryokan,1 1758 – 1831

Pu Er Fan bin ich ehrlich gesagt keiner. Meine Beziehung zu diesem Tee kann man nicht mit der Konvention begreifen, noch weniger mit dem Wort „mögen“! Und was bedeutet das Wort „Fan“ heute? Zum Glück gibt es das Pu Er Facebook nicht!

Ich weiß, wenn bestimmte Menschen zu mir kommen, greife ich sofort diesen Tee – ohne nachzudenken. Heute war eine junge Frau mit ihrem neuen Familieglück da. Sie wollte Jasmin. Ich stand ihr gegenüber und gab ihr ein Stück Pu Er Grenztee. Ihr Gesicht ist durchsichtig, die Haut ist blass. Ich wollte nicht, dass sie das Gefühl bekam, einen Tee gedrückt zu bekommen. Aber dieser Tee würde ihr sehr gut tun. Ich gabe ihr es und bat ihr zu beobachten, wie der Tee in ihr macht. Ihre Überraschung war nicht zu übersehen. Ihre Augen wurden weich und die Augenbraun wurden kurvig.

Wenn Balthasar kommt, bekommt er immer seinen Tee – meistens gelagerten Pu Er. Er kann diesen Tee wunderbar beschreiben und kann die Anwesenden am Tisch auch recht gut einleiten. Er sagte, dass der erste Aufguss ihm meistens nicht so schmeckt. Denn der erste Aufguss meistens „das Alte“ beziehungsweise die Alterung aufzeigt, während ab dem zweite Aufguss der feine Körper, das Nektar der Blätter und die Wurzel des vitalen Baumes uns langsam offenbaren. Es ist wunderschön, einen Tee zu erleben, wie er sich verändert, wenn man die Konvention, einen freundlichen blumigen Tee zu wollen überwunden hat!

Was kann man denn all die Formen der menschlichen Beziehungen verstehen und aufzeichnen? In dem chinesischen Ideal existieren viele Beziehungen zwischen Menschen, die Alters-, Kultur- und Geschlechtsgrenzen überschreiten. Menschen, die sich verbunden fühlen , müssen nicht lange kennen, gut verstehen oder „lieben“. Das Wort Liebe ist bereits so verbraucht und „tot“ definiert…

Wenn jemand zu Shui Tang kommt, nehme ich diesen Menschen so wahr, wie er ist. Und viele Dinge kann man nicht erzwingen. Manchmal fühle ich mich verbunden mit jemandem, auch wenn die Welten dazwischen liegen. H. war einer meinen ersten Gäste. Ein seltener Gast, der immer extra eingereist nach Zürich kommt und mich extra besucht. Seine Eloquenz geniesse ich und vergesse nicht. Als er letztes Mal da war, war der Besuch kurz. Wir redeten über Dinge, die mich richtig betrifft. Aber so abstrakt und sachlich. Obwohl es so sachlich und fast unpersönlich war, spürte ich eine tiefe Melancholie, die mich nicht los liess. Als ich ihm wieder Matcha schickte, schrieb ich ihm eine Karte. Ich schrieb ihm auch, wie ich mich bei seinem Besuch fühlte. Ich wünsche ihm alles Gute. Unsere zarte Verbindung bedeute mir viel und er sei immer willkommend.

Tage vergangen. Ich begann es zu vergessen. Wochen vergehen, ich vergesse es.
Ich bin keine Person, die regelmässig eine menschliche Beziehung mit Wille pflegt. Auch der Geburtstag meiner Mutter vergass ich am letzten Samstag! Ich vergesse oder ich will es vergessen?

Heute bekam ich ein Email. Großer Überraschnung folgte wieder das Gefühl der Melancholie.

Liebe Meng-Lin,

Herzlichen Dank für Ihre einfühlsamen Zeilen. Zu Ihrer Empfindsamkeit menschlichen Stimmungen gegenüber kann ich Sie nur bewundern; denn obwohl ich mir Mühe gegeben habe, zu erscheinen wie gewohnt, ist Ihnen meine tiefe Herabstimmung nicht verborgen geblieben. Ich stand während meines Besuches bei Ihnen unmittelbar vor einer schweren Krebsoperation.

„…“
Ich habe mich sehr gefreut, zu hören, daß Ihnen an unserer Verbindung gelegen ist. Ihrer chinesischen Sentimentalität setze ich

meine hoffnungslos verheulte teutonische Romantizität entgegen.

Viele liebe Grüsse und hoffentlich bis bald,

Ich fühle mich verbunden mit dieser Person, auch wenn wir uns nicht gut und lang genug kennen. Nicht nur mit ihm, auch mit vielen Menschen auf dieser Erde. Manchmal kann man eben nicht definieren und mit Konvention begreifen, was da ist. Man muss einmal viele moralische Vorstellungen und Erziehungsfassade überwinden. Dann kommt man an dem Kern der Menschen ran. Dort liegt das Schatz der Herzen.

Ja manchmal ist es genau so Pu Er zu verstehen und zu beschreiben. Pu Er ist ein Tee, der einem abschreckt, denn er riecht nach „Alter“ oder „das Alte“. Das Alte wird häufig assoziiert mit dem Negativen. Wenn man das Alte einmal überwindet, denn öffnet sich eine Welt von Eleganz, Üppigkeit und Vielfalt. Manchmal kommt er aus einem feinen kultivierten Garten, manchmal kommt er aus einem herrlichen dichten Wald!

Fotos von Wuliangshan in Yunnan China

Fotos von Wuliangshan in Yunnan China

Heute bekam ich viele schöne Fotos von You. Ich bat ihm mir paar Fotos von Wuliangshan und Mengla, wo ich so schöne Pu Er Tees erhalten habe.
Die wunderbare Fotos zeigen uns, wie die wilde Landschaft dort aussieht und wir können uns ungefähr vorstellen, wie der Teebaum dort wachsen! Teebaum, nicht Teebusch…
Wuliangshan von You schmeckt harzig und gleichzeitig wunderschön nach Blumenwiese! Der langer Abgang, der den ganzen Mund parfümiert, macht den Tee unverwechselbar!

Ich weiß, viele Leute würde mich fragen, ob ich nicht so eine Reise mit You organisieren würde, die wilde Landschaft zu bestaunen! Ehrlich gesagt, ich staune und bewundere gerne aus meinem Monitor. Ich bin ein Stadtmädel und es bleibt so!
Wuliangshan

Ein Streifzug durch die Pu Er-Landschaft

Carola wollte unbedingt eine Pu Er Schulung haben. Immer mehr Leute kommen zu Shui Tang und verlangt nach diesem Tee. Sie, als eine perfakte Löwin, ist gewöhnt immer nur das Beste zu geben und zu machen. auf ihre Bitte haben wir heute Abend eine Pu Er Schulung durchgeführt.

Jeanine kam im August, als Shui Tang nach der Sommerpause wieder eröffnet wurde. Eine Gruppe von Teebesessenen waren da. Sie fragte mich so direkt, dass sie gerne bei mir Tee lernen und arbeiten möchte. Ich verstand es als ein Wink aus dem Kosmos und sagte ihr, „warum nicht? Komme einfach doch einmal vorbei.“ Ich dachte mir, dass diese junge Frau es nicht ganz ernst meinte. Doch sie kam sofort nach paar Tagen. Ein gutes Zeichen. Sie kam, sehr vorsichtig, sehr bewußt. Sie fragte mich jedesmal, bevor sie etwas anfasste. Sie berüht die Dinge, wenn ich es zustimme. Ich beobachte, wie wir langsam aneinander gewöhnen und voran tasten. Zwei verschiedene Menschen mit zwei Geschichten fingen langsam miteinander anzuvertrauen. Fein und geschmeidig. Sie hatte wirklich „keine Ahnung“ von Tee. Sie trank am liebstens komische Teefladen, was sie irgendwo in Brüssel oder Paris kaufte. Es war sehr angenem für mich, ein weißes Blatt in eine farbige Welt des Tees einzuführen. Sie sollte selbst ihre Farbe finden und Stricke trauen – mit einer Haltung von Offenheit und Demut! Was wollte sie bei mir lernen? Wahrscheinlich meine Haltung gegenüber Tee – Demut. Tee spricht für sich selbst. Wir lernen Tee zuzuhören anstatt über sie zu sprechen.
Jeanine entdeckte in Shui Tang den Matcha und Pu Er. Sie sagte mir heute, „Ja, viele Tee würde ich heute nicht mehr trinken. Die drei Monate haben so viel verändert!“ Ein Weg, der kein Rückflugticket hat…
Für die lieben Leute, die Shui Tang tragen, mache ich gerne die Einführungen. Wir degustieren heute zuerst das offezielle Programm des Pu Ers von Shuitang:
Pu Er Grenztee 1990, Pu Er Simao 1999, Pu Er Tuocha Xiaguan 1999, Pu Er Nanuo 2006, Pu Er Yiwu 2008 und eine künstlich nachfermentierte von Dayi 2002.
Wir merkten sofort bei 2008, wie dieser Tee fein, ruhig und sanft schmeckt. Ich schmunzelte, „Ja, wie der Mensch You.“ Matsu You, der Produzent, ist eben so wie dieser Tee – ruhig und stets bei sich selbst. Ein tiefes Wasser. Wir merkten auch, wie der Gartentee von Xiaguan 1999 eine ganz andere Sprache spricht wie der Simao wilde Sammlung 1999. Der Gartentee ist eleganter und klarer, während der wilde Sammlung charaktervoll und kräftig zur Sprache kommt. Wir merkten anhand der Blätter von Simao 1999, wie sie uns verraten, dass die Zeit zwischen der Ernte und Produktion einfach zu lang liegt und der Tee entsprechend ausweichende Note bekommt.

„Wie merkst Du, dass der Tee ein Problem hat?“ „Wenn man immer einen guten Referententee trinkt und versteht, dann werden die „richtigen“ Aromen und Geschmäcke im Körper gespeichert. Dann melden diese Information sich zu Wort, wenn der Körper merkt, dass es dort etwas nicht stimmt.“ Es ist unglaublich wichtig, einen guten Tee, der „richtig“ gemacht ist, zu trinken und im Körper zu speichern. So lernt der Körper die Gerüche und Geschmäcke kennen, antsatt nur intellektuell zu imaginieren!!
Das geschieht ganz automatisch, dass man das Horizont unbewußt und bewußt erweitert, Dinge wahrzunehmen, ohne anzufassen.
Dann führten wir noch eine Runde Pu Er von offenen Blätter durch. „Brücke zur Vergangenheit 1979“, Yiwu 2010, Yiwu Mengla 2010, Taihe 2005. Alle waren beeindruckt von der feinen fruchtigen Noten von You´s Produktion 2010. Sehr schön gelungen! Der Brücke zur Vergangenheit, der eigentlich ein gestreckte Pu Er ist, missfiellen den Anwesenden, leider. Denn er gegenüber dem anderen Fladen von 1979 von Xiao Haungyin kann einfach seine „Falschheit“ als ein gestreckter Pu Er nicht verstecken!
Tee lügt nicht!

Wir lernten noch die feinen Unterschieden zwischen paar Anbaugebieten. Der Wuliangshan 2010 ist einfach ein herrlicher Tee, der mit einem leicht harzigen und ruchtigen Note uns unvergesslich macht! Ich sagte heute zu Fabio, dass es immer ein Bild bei diesem Tee in mir aufkommt: ein schönes Mädchen spaziert durch eine wilde üppige Landschaft zwischen Wasserfall, Felsen und ururalten Bäumen! Das süsse und die Schönheit des Mädchen begleitet von der starken natürlichen Landschaft!
Jeanine möchte in 10 Jahren ihr Teehaus in Australia eröffnen. Sie will bei mir alles lernen, nicht nur von Tee (wir hatten heute auch eine kleine Keramik-Stunde von Song-Dynastie). Ich bin glücklich, jemanden dabei helfen zu können, ihren Weg zu gehen! Es ist nicht ein Traum, sondern ein langer Weg! Auf diesen Weg braucht man viele aufrichtige Freunde und Demut, dass man weiß, was man vieles nicht weiß. Caleb, ihr Gatte, sagte zu mir, dass ihr Geschmack sich komplett verändert hat, seit sie jetzt nur „gute Tees“ trinken. Das kann man nicht wollen. Das geschieht einfach so.

Banana, grüne Banana!

Atong und meine Mutter teilen ähnliche Schicksale als ein Kind aus dem armen Südtaiwan. Sie kannten den Hunger und Verhungern. Ich nicht.

Wenn Atong von dem grünen Banana spricht, wenn er einen schlechten Oolong erwischt, schimpft er über meine Generation und wird sentimental. Er sagte mir immer, dass dieser Oolong schlecht sein, weil er nach grünem Banana riecht und den rauen Nachgeschmack eines schlechten Banana im Mund hat. Für mich bedeuten solche Worte nichts. Ich mag Banana nicht!
Es gibt und wächst überall Banana auf Taiwan. Es ist nichts besonders an dieses Frucht! Meine Großmutter kaufte immer ein ganzes Stauden und lagerte sie im Reistopf. Sie, Bananas und Reis helfen sich gegenseitig, meinte meine Großmutter.

Meine Großmutter hatte 7 Kinder als eine Alleinerziehende. Drei Kinder sind verhungert. Vier überlebten. Eine Schwester meienr Mutter starb wegen Banana. Es wurde erzählt, dass sie eine reife Banana fand und Angst hatte, dass andere Kinder sie vor ihr wegschnappen konnten. Sie ass dieses Frucht so schnell und sie hatte so ein Hunger, dass sie erstickte.
Ach, wie könnte ich diese Geschichte vergessen? Wie kann ich das Frucht mögen?

Wenn Atong zu viel von seiner grünen Banana erzählte, fragte ich ihm zurück, „wie so isst Du nicht die reife Banana? Warum quälst Du Dich mit solchen unreifen Früchten?“
Er wurde sentimental. Er sagte, er habe nur solche unreife Früchte finden und essen können. Er fand sie noch unreif am Baum, bevor andere Kinder sie wegschnappten. Er grabte ein Loch im Garten, versteckte er seine Banana, die grünen. Als ein ungeduldiges Kind schaute er jede Stunde an diesem Loch vorbei, um zu kontrollieren ob die Banana schneller reifer werden konnte. Er sagte, die Banana wurde so oft gedrückt, so oft kontrolliert, dass sie zwar immer noch grün bleibt, aber so weich wurde. Er musste sie so schnell essen bevor die Insekten und andere Kinder sie finden konnten!

Manchmal denke ich, dass er seine Abneigung gegen die grünen Banana auf die bestimmten Oolong übertragen hat. Ich wurde einmal gezwungen, die grünen Banana zu kauen. Er stoppte mich, als ich sie schlucken wollte. Er stoppte, weil er es ungesund fand, solche Früchte zu essen. Auch meine Mutter wollte nicht, dass wir die Dinge essen, wie sie als Kind. Sind Ihre Kindheitserfahrungen für eine bestimmte Generation reserviert? Ich weiß es nicht.

Aber ich weiß, dass es bestimmte Dinge vorbei sind, weil es vorbei ist. Und es gibt bestimmte Dinge im Leben, salzig schmecken kann wie die Tränen – sie kristarisieren sich und so sauer und süss wie Ferment riechen – sie fermentieren im Körper weiter.

Atongs special

Jedesmal wenn Atong uns versucht zu erklären, wie ein schlechter Oolong sein kann, gibt er uns ein Stück unreife Banana! Alle Mitreisende im letzten Jahr mussten ein Stück unreife Banana essen, um ihn zu verstehen. Jedesmal wenn er mir erklären wollte, wann der Zeitpunkt der Fermentation beendet werden sollte, gab mir zu wissen, es sei wie reife Banana duftet. Mein Lehrer versteht nicht viel von Pädagogik. Aber er versteht, dass man eine Kultur nicht in eine andere verpflanzen kann und man eine Lebenserfahrung nicht einem anderen erzwingen kann.

Seit Wochen hört er nichts mehr von mir. Ich habe zu wenig Ruhe, zu wenig Raum für ein Gespräch mit jemandem, der mir viel bedeutet. Seit ich mich nur mit Shui Tang beschäftigt bin, beschäftige ich mich nicht mehr viel mit meiner Entwicklung des Tees. Ich mache kaum noch Fortschritte. Ich schwimme im Routine. Mit diesem Zustand kann ich mit meinem Lehrer nicht sprechen. Er rief an und fragte nach mir. Sicher hat er keine Erwartung von mir, aber ich habe meine.

Meistens bereite ich den Tee zu, was mein Gegenüber verlangt. Für mich selbst mache ich nur noch Dianhong daheim und Pu Er im Hintergrund. Mein Körper verlangt nach der Einfachheit, nicht nach Vielfalt. Die Vielfältigkeit des Oolongs bekommt er nicht. Der Körper ist im Moment müde.

Viele Leute sagen, dass Shui Tang ein Oase ist. Ich verneine es.
Wenn es ein Oase gibt, gibt es auch eine Wüste. Ist die Stadt Zürich eine Wüste, so dass Shui Tang ein Oase bedeutet? Wenn es so ist, dann sind wir alle mitverantwortlich für die Wüste!
Nein, Shui Tang ist ein Nebenraum, ein Wohnzimmer oder ein Nebenzimmer in Zürich. Jeder kann in den Raum eintreten, sich dem Tee widmen und dann wieder in den anderen betreten! Fliessend.
Ich will kein Oase in der Schweiz schaffen – denn es würde bedeuten, etwas Fremdes in einem fremden Kontext zu verpflanzen. Einfach nur ein Nebenraum neben einem anderen Raum. Es gibt nichts Dualistisches.

Mein müder Körper erholt sich gut, wenn er zwischen den Räume übergehen kann. Wenn alles fliesst. Wenn der Geist nicht mehr viel unterscheidet. Dann riecht er wieder gerne Faccetten von Oolong! Heute kam Holger wieder, immer extra eingereist aus Tübingen. Für den seltenen Gast holte ich gestern frisch eingetroffenen Atongs Specials! Atong hat in diesem Sommer zwei wunderschönen Oolong gemacht, kostbar und wunderbar. Er möchte, dass diese beiden Tees gelagert werden sollen. Denn sie gewinnen noch mehr durch die Reifung, und mit der Zeit!
Ich goss Holger den schönen Special Fancy Oolong. In dieser Gelassenheit und Harmonie- wenn ein Teefreund aus der Ferne, Dich extra besuchen kommt, dachte ich in den schönen Tropfen die Banana zu trinken! „Ach, Reife Banana!“ seufzte ich. „Ja, sehr reif.“ sagte er. Ich höre wieder, wie mein Lehrer spricht…

Ein neues Teesalon in München

Laifufu_Einladung.pdf

Teefreundin Peijen hat nun tatsächlich ihren Traum verwirklicht, in München
ein Teesalon zu eröffnen!
An diesem schönen Ort kann man die von ihr selbst ausgesuchten Tees und seit
Jahren gesammelten schönen Objekten bewundern!

Was ist denn einen Traum zu verwirklichen? Ich kann nicht für andere Leute
sprechen. Für mich ist es das Moment, den so genannten Traum zu
verwirklichen, das Moment des „Erwachens“. Es gäbe nämlich keinen Traum zu
verwirklichen. Es gibt nur sehr viele Arbeit und eine ständige Auseinandersetzung mit „sich selbst“. Ein Weg der wirklichen Selbstverwirklichung, die nicht zwangsläufig mit dem materiellen Erfolg verbunden sein muss !
Liebe Peijen, alles Gute und viele Erfolge!

(Wenn es tatsächich einen Traum zu verwirklichen wäre, möchte ich nie aus diesem Traum erwachen… denn die Realität ist brutal hart…)

Ein dunkler Tag

Es ist kalt und nass!
Ich hatte eine anstrengende Woche, vor allem einen harten Freitag. An jenem Tag hatte ich paar nicht ganz einfachen Kunde. Manchmal dachte ich schon, „ach, wie kann man einfach seine eigene Unwissenheit so selbstverständlich vor Fremden vorführen, ohne Nachzudenken?“ Was für eine Selbstverständlichkeit? Was für eine Zielstrebigkeit, die Menschen folgen?
Ich frage mich, ob ich selbst nicht denselben tue, und wie oft… Irgendwann gegen Nachmittag war ich erschöpft. Mein rechtes Auge war entzündet und hatte Schmerzen. Ach, ich sehe mich selbst nicht mehr so gut. Mein Mund war trocken und mein Geist fühlte sich erschöpft. War unsere versteckte Sonne schuldig? Ich suchte vergeblich nach Sonne und greifte nach dem „Rescue-Tee Pu Er Grenztee 1990“! Ich brauche Erde unter meinen Füssen, ich brauche halt, ich brauche Licht!
Hungerig nach Sonne. Ich spürte die Dunkelheit des Herzens. Ich vergass, die Sonne ist immer da. Nur wir sehen es nicht, denn es vermeintlichen Wolken gibt! Meine Sonne, wo?
In jenem Moment erinnerte ich mich immer an meinen verstorbenen Lehrer Michel, er sagte stets, „Bringe Licht in die Dunkleheit?“ Aber was ist denn, wenn man selbst im Dunkel ist? Ich spürte, wie der Pu Er mich besänftigte. Im Telefon seufzte ich wieder und Erika machte mir klar, dass die innere Sonne uns nie verlässt, wenn wir bei uns bleiben. Die innere Sonne findet man im Aussen nicht. Vergeblich gesucht. Es wurde mir plötzlich klar. Was sucht man denn ganzer Zeit nach Aussen? Nach Sonne, nach Halt und nach Erfolg! Auch den Tee brauche ich eigentlich gar nicht, um gerettet zu werden! Ich habe meine Sonne in mir und diese Sonne gehört mir. Keiner kann sie von mir weg nehmen
Ich trinke den Pu Er, weil ich ihn gerne trinke – auch wenn er ein Rescue-Tee sei…
Glaubst Du, dass der Tee Dir gut tut? Wellness? Alles Illusion! Man fühlt sich besser, weil man seinen Gegenwart klarer sehen und leben kann, anstatt an die Zukunft zu träumen oder zu fürchten! Wir trinken Tee, weil wir ihn geniessen!