Archiv für den Monat Januar 2014

Habe ich einen Stil?

Shui Tang ist ein Ort wo Tee getrunken wurde und auch geklatscht wird. Manchmal ist das Klatsch mit Persönlichkeiten ganz spannend!
Der Artikel über den Stil des Modernen Ich stand im Zentrum des Gesprächs und gerne teile das Link mit Teefreunde und meine Gedanke folgen dann, wenn sie gereift und geformt sind! Ich verspreche – sehr bald!
Link zum Artikel:http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/aeusserlichkeit-statt-charakterbildung-1.18226840

Von meinem iPhone gesendet

Ein Vulkangruss aus Tuo-Cha

Ein Vulkangruss aus Tuo-Cha

Gelagerter Tee bekommt immer mehr Resonanz auf dem Teetisch in Shui Tang.
Leider bin ich ein schlechter Pu Er Fladen oder Tuo Cha Aufmacher. Letzte Woche waren paar Teeliebhaber dabei diesen Tuocha 199? zu erwerben. Ich konnte leider nichts anbieten, weil der Tuo Cha zuerst aufgemacht werden soll.
Wie gerufen, mein Bonsai-Meister Tim kam unerwartet zum Besuch. Ohne zu zögern nahm er ein Messer und inner paar Minuten ist der Tuocha erledigt. Ich schaute mit einer grossen Bewunderung zu wie ein 16jähriger diese schwierige Aufgabe so locker erledigen kann!
Aber mein Bonsai-Meister kam mit einer grossen philosophischen Frage an und nahm alles gar nicht so locker wie er den Tuo-Cha aufmachte.
Frage eines Teeangers: „Menglin, was bringt mir in die Schule zu gehen?“ Er sieht darin gar keine Bedeutung!
Ich versuche mit einem grossen Ernst zu beantworten.
„Nein, gar keine Bedeutung. Das bringt einem auch gar nicht viel.“
„Dann!“ er lachte, „warum soll ich dann die Schule machen?“
„Damit Du Ausdauer und Durchhaltungsvermögen lernst! Damit Du später mit mir ein Geschäft aufbauen kannst. Du brauchst Durchhaltesvermögen!“
Aha? Sein Gesicht war ein bisschen verwirrt.
„Weiss Du, das, was ich in Shui Tang mache, ist oft tot langweilig.“
„Aber es macht Dir doch Spass!“ er konterte.
„Nur teilweise.“ ich meinte es sehr ernst, „das Meiste, was Du nicht siehst, zum Beispiel mit einem Teeanger über die Schule zu reden, die Rechnungen zu schreiben, Inventar zu machen oder zu putzen macht mir gar kein Spass. Aber um den Spass geniessen zu können habe ich gelernt, sinnlosen Dinge zu Ende zu machen, auch wenn sie blöd sind.“
Ich schaute ihn mit einem Schalk:“ weiss Du, man lernt in der Schule nicht mehr wie ein Baby auszuflippen und nicht wie ein Teeanger vor Problemen wegzulaufen.“
Der Bonsai-Meister fragte weiter.
„Warum muss ich Deutsch lernen?“ er fand den Fach tot sinnlos.
„Damit Du eine schöne Ausstrahlung hast!“
??? seine Augen strahlten nur Fragezeichen aus.
“ Weiss Du, unsere Sprache und Ausdrucksweise vermitteln unserem Gegenüber etwas von uns selbst. Wenn wir reflektiert ausdrücken können, dann werden unser Gesprächspartner von einer Klarheit angezogen.“
„Wir beeinflussen anderen Menschen, wie sie uns sehen?“
„Das ist uninteressant, andere Menschen zu manipulieren. Jeder Mensch ist frei und wir haben Respekt vor anderen Menschen. Aber wenn wir an uns arbeiten und eine klare Sprache haben, dann sind wir interessant. Weil Du eine Klarheit ausstrahlst. Deutsch-Unterricht hilft uns eine klare Sprache zu beherrschen.“
„Und andere Fächer? Wie kann ich mich begeistere?“
„Einfach zu Ende machen. Der Spass ist nicht so wichtig. Du weiss, Du willst später ein Geschäft machen, also arbeite an Dein Durchhaltesvermögen und Deine Fähigkeit mit Menschen umzugehen.“
Unser Gespräch sollte nächste Woche weiter geführt werden. Mein Bonsai-Meister musste wieder zu nächster Stunde.
Ich sah seinen fast erwachsenen Körper an und sein kindliches vorbehaltloses Vertrauen bringt mich nachzudenken. Das Wertvollste an ihm ist die pure Begeisterung zur Schönheit, die er empfindet und das Vertrauen in Menschen, die er liebt. Ich wünsche, dass er es nie mit dem Erwachsenwerden verliert.

Tee und die Mystik des Wassers

Tee und die Mystik des Wassers

„Die Teezubereitung ist eine Kunst,
die nach der innersten Seele des Wassers sucht“.

Dieses Zitat von Soho Kitami soll uns als roter Faden durch diesen Lichtbildervortrag führen.
Wir betrachten die unterschiedlichsten Aspekte des Wassers – von der taoistischen Mystik
bis in die tägliche praktische Übung einer Teezeremonie.

Vortrag von Ulrich Haas, Teemeister in der Urasenke-Tradition des japanischen Teewewgs
und Priester der Rinzai-Tradition des Tenryu-ji.

Ort: Shui Tang an der Speiegelgasse 26, 8001 Zürich
Zeit: Samstag, den 25.01.2014
Um 18.30 Uhr
Umkostenbeitrag 20 Sfr. (Ermässigung bitte per Anfrage)
Anschliessend nach dem Vortrag gibt es einen Tee (selbstverständlich mit Wasser)

Der Rest von Asche

Der Rest von Asche

(Fortsetzung von gestrigem Beitrag)
Natürlich weiss ich wie man mit dem Slogen „Der gute alte Geschmack“ sich profilieren kann. Was ist denn schon der alte Geschmack?
Mein Lehrer Atong, Chen Huang Tang, hat ein kleines Geschäft versteckt zwischen den Gassen Taipeis. Das kleine Geschäft ist in Japan recht bekannt, auch wenn er auf eine sehr taiwanesische Art von Japanisch spricht. Sein Hobby ist gutes Essen zu spionieren.
Das kleine an der Dan-An-Distrikt sitzende Geschäft ist nicht nur der Ort, wo berühmte Weinhändler aus Nappa oder Europa um Rat suchen, sondern auch das Mensa, wo sich an jeden Mittag uneingeladene Freunde und Kollegen versammeln. Das, was mein Lehrer täglich kocht ist der so genannte alte Geschmack. Mit reifen Sojasosse geschmorte traditionellen Gerichten, von besten Fleischteile zubereitetn Einstöpfe oder fast verschwundenen eingelegten Gemüsen…
Der Tee, den wir machen, ist genau der alte Geschmack und aus der traditionellen Herstellungsmethode. Aber, das, was er macht, stiesst keine grosse Resonanz auf dem grossen kommerzielen Markt Taiwans. Er ist zwar berühmt, aber hat mit dem Geld nicht sehr viel Erfolg. Was hat er eigentlich verdient mit dieser aufrichtigen Haltung?
In „Zone pro Site“ hat der Kochlegende der jungen Xiao-Wan gesagt: „

Ein Wanderkoch bekommt Freundschaft und Wärme von seinen Essern. Das ist nicht nur das, was er verdient – das wichtigst ist, der Freude voller Herzen!

Du kannst nicht etwas kochen, um allen zu gefallen. Aber etwas zubereiten, was Dir Freude macht. Das, was Dir Freude macht, schmeckt am meisten!

Atong hat immer Freude an Tee und sein Tee macht uns Freude.
Bei meinem jetzigen Rückflug gab er mir eine Tüte voller riechenden gestrockneten alten Rettich… was angeblich eine unglaublich gute Suppe verfeinert und paar Flaschen sehr reifen traditionellen Sojasosse. Ich stand dort orientierungslos. Ich habe die geistige Haltung nicht, um einen alten guten Geschmack wieder auf den Tisch zu bringen. Wie komme ich denn zu diesem alten Geist?
Er sagte, den Tee abzuwarten und so zu verarbeiten – mit viel Zeit und Aufwand wie unser Vorfahren – ist der alte Geist.

Der alte Geist… ich suchte in meinem Gedächtnisspeicher im Flugzeug.
Ist das, was meine Grossmutter in meiner Kindheit an jeden Morgen ein Topf voller Paochung zubereitete? Mein Vater musste den Tee zwei Male am Tag an die Strasse bringen. Ein Topf voller Paochung mit zwei Tassen war wahrscheinlich ein Freude von durstigen Passanten und eine Herzensangelegenheit meiner Grossmutter.
Oder ist der alte Geist in dem Geschenk, was Adrian mir gestern aus Kyoto brachte – Ein Rest Asche von Jack.
Bei jedem Tee, bei jedem Treffen und bei jedem Jahr wird Asche immer wieder mit Tee und Sake besträubt und mit neuen Kohle durch und durch neu vermengt und vermischt. Jahr zu Jahr entsteht immer mehr Asche, Mal zu Mal immer wieder neu verteilt. Asche ist praktisch das Wichtigste, was ein Teemensch bei Hausbrand mitnimmt und das, was als Rest der Erinnerung an Tee bleibt.
Jack sagte, diese Asche sei auch gemischt mit der Aschen seiner zwei Meister.
„War es nicht schwer?“ das ist ein Pack von fast 2 Kilos!
Adrian zuckte sein Schulter. Ein Auftrag des Meisters – „Ich sollte Dir diese Asche bringen.“

Zone Pro Site

Das wieder aufgeweckte Geschmackserlebnis kehrte plötzlich auf meine Zunge, begleitet von der sehr taiwanesische Musik und Gesang – bitter, sauer, salzig, süss und unbeschreibbar!
https://www.youtube.com/watch?v=7cLFV1Nzv2o
https://www.youtube.com/watch?v=qj9yjzOjvS0&list=PLBi7XfVlh86lIrVzWF_8JXDsnByZ0u5WS&index=6
Die kurze Beschreibung von Zone Pro Site lautet:

Vor 20 Jahren gab es in Taiwan drei Legende bei dem Strassen-Catering. Die drei Köche bereicherte kulinarische Landschaft von Taiwan.
Mit der Veränderung der Gesellschaft, die Strassen-Catering verschwindet sich immer mehr aus den Augen und die Meister lassen sich selten hören. Einer von diesen drei Legende wollte sein Können seiner Tocher weiter geben, aber sie, Xiao-Wan wollte nur Model werden. Sie wollte nur schön vor dem Publikum glänzend anstatt schmutzig auf der Strasse beim Kochen gesehen zu werden.
Xiao-Wan konnte ihr Geschicksal jedoch nicht ganz entfliehen…

Xiao-Wan ist ein dummes Mädchen… sie fragte, was bringt einem, wenn man einen Tisch voller Teller kochen kann?
Ein Koch von Strassen-Catering wandert von Ort zum Ort, von Strasse zur Strassen. Ihr Vater hinterlässt ihr gar nichts ausser einem per Handgeschriebenen Kochbuch, was ihr egal sei. Was hat er bekommen von seinem Leben ausser einem Kochbuch, was seine Tochter nicht einmal wollte? Was ist eigentlich der gute alte Geschmack, was er konnte und was sie nicht mehr schaffte?

Der Ziehvater meiner Grossmutter war auch ein Wander-Koch. In der Teisho-Periode wanderte er mit einem Lehrling auf den Landstrassen Taiwans von Dor zu Dorf und von Familie zur Familie. Irgendwann gab er meiner Grossmutter an meine Familie. Das Schicksal meiner Grossmutter war eins von vielen in der damaligen Zeit. Meine Grossmutter kochte hervorragend. Exact gesagt, sie kann sehr gut bewirten und Bankett zaubern. Wenn sie sich auf Kochen konzentriert, gleichte sie ein Samurai. Meine Tante erbten ihre KOchkunst, während ich mir sagte, „was bringt mir, wenn ich einen Tisch voller Teller bezaubern kann!“
Heute macht man immer den Begriff „den alten guten Geschmack“ zu einem Werbeslogen. Ich bin eine Verkäuferin und weiss natürlich sehr gut, wie man Geschäft mit diesen Dinge macht. (Fortsetzung kommt…)

Die Letzte Rest-Suppe

Die Letzte Rest-Suppe

Bein Essenszeiten tauchen immer plätzlich Esser bei Atongs Geschäft auf. Uneingeladen und unangeldet. Zwischen den Teller gibt es immer eine Suppe, die von den Rest von Gestern und von Vorgestern.
In Bodman, wenn wir uns zum Tee in der anderen Hälfte des Jahres treffen, mischte Detlef auch immer ein Ursucha von dem Rest des Tees. Alle Tees, die wir zur Uebung gesiebt haben, mischte er zu einem Blend, nennte ihn als der Jahresrückblickende Tee!
Jahresrückblickend.
Manchmal Lebensrückblickend, nicht wahr?
In meiner Kindheit, packten wir immer nach einem Bankett essen unser Geschirr aus und holte den Essensrest auf den Tisch mit nach Hause. Die Strassen wurden gesperrt und Chef-Koch, der so genannte Zong Pu Shi wurde abholt, Küchehilfe arbeiteten und das Essen wurden gerade an Strassenecke zubereitet.
Die Suppe, die meine Grossmutter mitnahm, wurde immer wieder erwärmt und geschmorrt. Diese dicke Flüssigkeit auf den Reis schmeckte unglaublich Appetit-Treibend, als ob diese Suppe das Beste von Bankett wäre!
Später fand meine Mutter so eine Rest-Suppe unhygenisch und das immer Auferwärmtes ungesund. So eine Suppe verschwindet aus unserem Esstisch und auch aus den Szene von Kindheit meisten Menschen.
Auf meinen Rücklfug kehrte plötzlich dieser Geschmack der Rest-Suppe wieder auf meine Zunge als ich den Film Zone Pro Site (Zong Pu Shi) anschaute.

Bilder: Das letzte Essen vor meinem Abflug bei Atong. Der Fisch machte er extra für mich, weil es so selten ist im Europa gute Fische zu essen.