Archiv für den Monat Februar 2012

Nur ein blindes Schicksal

Ich erwarte Dich!
Nur Blinde Schicksal?
Damit man nie zurück könnte
Der goldene Ring
Die vier Kompositionen von Janacek sind nie vollendet.

Diese Stücke sind „Sammlung von kleinen Klavierstücken, welche zum Teil Fragmente sind und erst vor kurzer Zeit wieder entdeckt wurden oder – weit verstreut – schon publiziert worden waren.“
Die vier Stücke sind alle enstanden in den letzten zwei Lebensjahren von dem Komponist. Nur kurz vor Js Tod entstand „Ich erwarte Dich“. Sie hat J in „Stücke für das Album von Kamila Stösslová“ (JW VIII/33) niedergeschrieben.

N. fragte mich heute, wo bin ich zu Hause? Wo sind meine Wurzel?
Meine Wurzeln sind hier, antwortete ich. Vielleicht meint man, meine Wurzeln seien aus Asien.
Ich bin ein Hybride, mein Dasein ist eine Heterotopie.
Ein Teil meines Bewusstsein ist in der europäischen Aufklärung zu verorten. Ein Teil meiner Sentimentalität hat ein Heimat bei osteuropäischen Kompositionen gefunden.
Das, was eine Tasse Pu Er mir öffnet, finde ich im Einklang mit den Töne von Janacek!
Nur ein blindes Schicksal, dass ich hier bin? Ich nehme es gerne als Geschenk an und weiss, ich kehre auf diesen Weg nicht mehr zurück. Mein wirkliches Zuhause ist nirgendwo aussen zu lokalisieren.

I am waiting for you!

In dem Tagebuch von Janacek findet man das kleine Stück von Kalvier Komposition. Nur 31 Sekunde lange Klänge werden betitelt mit dieser Intention „I am waiting for you!“. Was für eine Botschaft? Möchte der Musiker überhaupt, dass dieses Stücke in seinem intimen Notiz gefunden gar veröffenlicht und interpretiert werden?
Ende 17. Jahrhundert – als das Kaiserreich Ming auseinanderbrach, bevor Manchu-Truppen die Hauptstadt Beijing erreichte, entschied der Kaiser sich für seinen Freitod und kurz vor seinem Tod, tötete er seine Tochter. Es wurde erzählt, dass er zu seiner Tochter sagte – es sei ihr Pech als Prinzessin geboren zu werden. Nach dem Beende der offziellen Linien versuchten viele kleine Fürsten des Mings noch sein Glück in dieser verwirrten Zeit und erklärten sich selbst zu Kaiser.
Es wurde erzählt, ein junge Ming-Prinz floh nach Yunnan und versteckte sich zwischen den alten hohen Bäumen. Er suchte Asyl bei ehemaligen Verbundeten. Obwohl der loyale Freund für den jungen Prinz seine eigene Kinder geopfert hat, konnte der Prinz als fatales Schicksal als Prinz zu entgehen. Er wurde zwischen den hohen alten Teebäume Mansong Bergs ermordet. Heute heisst Mansong-Berg 曼松山, „Der Prinz-Berg – Wangzi Shan 王子山“.
Nur ein blinedes Schicksal? Hat der junge Prinz geseufzt, als er den letzten Atmungszug tat? Was hat Janacek dabei gedacht diese kurze Komposition „Merely blind fate?“ für ein Minute stehen zu lassen? Hat er keine Töne mehr gefunden für dieses Fragezeichen wie der Prinz in dem dichten Wald?
Ich las gerne Bücher und schaue lieber Postkarte an als selbst auf die Reise zu machen. You schickte mir ein geheimnosvolles Packet, datiert mit geheimnisvollen Namen von Bergen Yunnans. Darunter eine winzige Tüte von Mansong Wangzi Shan 曼松王子山.
Mansong wangzi Shan wurde später zun kaiserlichen Tribut-Teegarten reserviert für Manchu-Herrscher. Man hat immer nur geschwärmt wie anmutig und sanft dieser Tee schmeckt – gekostet hat ja nur der Kaiser, nicht einmal seine Prinzessin. Hat er jemals gehört von dem letzten Seufz der ermordeten feindlichen Prinzen zwischen diesen Bäumen?
You hat mir einmal gesagt, dass er nie so einen schönen entzückenden Tee getrunken hat. So schön wie die Frühlingsgöttin. Es war November. Er sagte, er hob ein wenig auf für mich und wartet auf den versprochenen Besuch. Er hatte zwei von Mansong Berg, einer aus alten Bäumen und einer aus dem jungen Wald – Huangshan Lin 荒山林. wir tranken gemeinsam den frühlinghaften Tee aus den alten Bäumen. Der junge frische Tee duftet nach Blumenwiese. Ich spürte eine feine präsente Kraft hinter den entzückenden floralen Körper – ist es von dem Berg? – dachte ich im Dunkel. I am waiting for you… kompositiert Janacek eigentlich für Mundharmonium. So eine Schönheit aus Mansong Berg war ich noch nie begegnet. Das Gefühl des Angekommen-Sein, nirgendwo mehr suchen zu müssen, als ob man seit Geburt nur darauf wartet, um sie zu begegnen.

Der Tee wartet schon lange um entdeckt zu werden. Der Mensch weiss im Dunkel, dass es ein Weg nie zurück führt. „So that one could never return.“ Wenn man einmal den Geschmack des Ankunfts verkostet hat, kehrt man nicht mehr zurück wieder auf der Suche. You sagte, der Tee aus Mansong Wangzi Shan war immer für ihn eine Wegweise. Dort wusste er, wo er den schönsten Tee seines Lebens begegnet ist.
Ich verstand nur plötzlich nachdem ich heute mit Kaspar diesen Mansong Huangshan (Mansong Tee aus jungen wald) trank, warum Janacek seine intime Sketches nie vollendete. Es war wahrscheinlich seine Liebe als ein verheirateter Mann zu einer anderen Frau, die ein blindes Schicksal für ihn bedeutete. Es gibt Dinge, die nichts mit Moral zu deuten sind. Dank diesen Dinge haben wir wunderbare Kompositionen und den Tee, der die Geschichte eines blinden Schicksals dokumentiert.

Matcha kekse

Matcha kekse

Irgendein Engel kam zu Shui Tang als ich nicht war. Sie brachte wunderbare Butterkekse mit Matcha!!
Rafael vergass ihren wertvollen Name zu fragen.
Ich würde sehr gerne wissen, wer diese wunderbare Köchin / Bäckerin ist!
Bitte bringe uns noch mehr diese Köstlichkeit! Ich liebe fette Butterkekse!
Diese fetten Keksen heissen in der Schweiz Sablee.

Das Rohe und das Gekochte (Essen in Taiwan.)

Das Gekochte und das Rohe sind eigentlich Kategorien von Lewi-Strauss, über die er 1964 ein Buch geschrieben hat.
Nun ist das binäre Begriffspaar ein Dekumentationsfilm über das Essen auf Insel Formosa geworden.
Ich kann Euch nur empfehlen!

柏林影展紀錄片「生食與熟食」

簡介: http://www.youtube.com/watch?v=Eys4rByM39U&feature=share

Trailer: http://www.kino-zeit.de/filme/trailer/das-rohe-und-das-gekochte

Der Film läuft bereits in Hamburg.
http://kinofinder.kino-zeit.de/programmsuche/das-rohe-und-das-gekochte

Wann kommt er in die Schweiz?

2012 – 1905

Viele Menschen reden von 2012, nein genauer von 21.12.2012. An diesem Tag sollte etwas geschehen, beziehungsweise unsere Welt wird eine dramatische Veränderung erleben gar Untergang. Es gibt bereits verschiedene Gruppierung, die Nahrung horten und sich vorbereiten für das Ueberleben.
Überleben? Wozu? Ist das Leben so begehrenswert und der Tod so abstossend? Wenn es tatsächlich so wäre, warum leben die meisten Menschen nur mit Sparflammern?
Mit Edith unterhielt ich am Teetisch und plauderten über die unverständliche Reaktion der Menschheit. Dalai Lama sagte, dass er sich für Tod vorbereitet und hofft, dass er in diesem Moment loslassen kann. Für Ryku war Tee wichtiger als sein Leben, deswegen entschied er sich nach einer Tasse Tee für seinen Freitod. Und ich wünsche ich hätte genug Zeit vor meinem Tod, mein Konto rechtzeitig zu plündern.
Die Angst vor Tod begleitet uns lebenlang wie die Angst vor Allein-Sein. Einsamkeit hat nichts zu tun, ob man eine Familie hat oder nicht. Einsamkeit ist ein wichtiger Teil der menschlichen Erfahrung und allein-sein ist der normale Zustand des Seins. In der chinesischen Gesellschaft wird die Harmonie zwischen Menschen gerne zelebriert. Andererseits kann man in dieser feierlichen Kulissen sich sehr einsam und allein fühlen. Das Allein-Sein ist ein Dauerzustand unseres Daseins, denn niemand unser Leiden trägt und für unser Unglück verantwortet – ausser uns selbst. Man ist allein geboren und geht allein in den Tod. Unsere beste Freundin oder Freund ist wir selbst.

Es war ein harmonisches Paar, das sich für Matcha interessierte und der Herr hätte gerne eine Matcha Schale. Er bat um meine Meinung. Ohne zu zögern, zeigte ich ihm zwei Schale, die für mich in Frage kamen. Seine Begleiterin staunte mit grossen Augen über meine Wahl. „Warum haben Sie diese zwei Schalen für mich ausgewählt?“ „Eine wärmt und hütet Sie. Eine passt zu Ihrem Gestalt.“ Jetzt muss eine Schale sich entscheiden, ob er mit ihm nach Hause gehen will. „Das sind die zwei Schale, die ich für mich ausgesucht habe. Warum wissen Sie es so genau?“ Ich schwieg. Sehen, ohne zu sehen. Fühlen ohne zu berühren. Das lernen wir im Tee und im Zen.
Ich bin nicht anders als Du. Die Zeit und Raum spielen keine Rolle. Menschen müssen sich nicht lange gekannt haben und wir müssen nicht die gleiche Sprache sprechen.
Gerne höre ich die Musik von Janacek, im Moment gerne „Sonata 1905 – Die Ahnung und Tod“ Etwas zu wissen, was bereit statt fand und nicht mit Willen verändern kann. Es zu akzeptieren, um zu verändern, kann manchmal durch Tod oder Abschied von etwas nehmen, was schon lange nicht mehr aufzuhalten ist. Die Gefühle von einem europäischen Komponist ist nicht anders als die gelebte Sentimentalität des Orients.

Weil es draussen regnet, weil ich meine beste Begleiter meines Lebens bin, bei den schönen Klänge des Klavier stelle ich meine Schale so hin und hoffe den Mond einzufangen. Der „eingefangene“ Mond bleibt in meinem Herzen, Zeit und Raum verliert die Grenze und das, was zwischen Dir und mir scheidet, vergeht im Rausch. Leben und Tod verlieren Gültigkeit. Nur Hier und Jetzt entfalten sich in einer Schale Tee.

Unbeständigkeit

We geht es mit dem Geschäft? Diese Frage wird mir oft gestellt. Ich deute den Mond mit meinem Zeigefinger, „so wie der Mond zunimmt und abnimmt.“
Es ist Sportferien. Es war unter der Woche recht ruhig. Aber ich habe heute bis jetzt immer noch keine Zeit Mittagsessen zu nehmen.

Wie geht es mir denn? Wie der Mond?
Diese Frage lässt sich dann nicht mehr so einfach mit einer Leichtigkeit beantworten. Wenn ich meine Unbeständigkeit zeige, was eigentlich eher beständig im Leben ist, haben Menschen wenig Verständnis. Wenn ich als unbeständig bezeichnet werde, bin ich unseriös, unzuverlässig und unberechenbar. Mit einer unberechenbaren Person hat man kaum Mut zusammen zu leben.
Lebe ich mein unbeständiges Leben oder lebe ich für anderen Menschen, um beständig zu sein?
Die Ironie des Lebens ist, dass das Leben eigentlich unbeständig ist. Die Unbeständigkeit ist das Beständige in der Welt. Aber wenn man ein Geschäft betreibt, arbeitet man gegen das Gesetz. Ich sollte beständig sein und das Geschäft sollte beständig wachsen.

Einmal fragte ich Michel, meinen verstorbenen Zenlehrer: „was kann man von einem Zenmeister erwarten?“ Er sagte, „Gar nichts. Ein Zenmeister hat keine Kategorie!“ Michel liess mich oft im Nebel stehen, weil ich seine Handlung nicht berechnen konnte oder nicht deuten konnte. Also, ein Zenmeister ist unbeständig? Er ist unbeständig in gewöhnlichen kalkulierenden Denken, er ist beständig in seinem Sein.

Heute wurde ich wieder mehrfach gefragt, „Ich möchte einen Tee. Haben Sie einen Tee für mich?“
„Natürlich!“ ich bin eine tüchtige Verkäuferin, „Zu welchem Moment trinken Sie den Tee?“