Archiv für den Monat Februar 2013

Tee, Schnee an der Spiegelgasse

http://shuimeitang.ch/schnee-kalte-und-sieben-tees-das-video-zur-winterdegustation/
Tanzende Schnee fielen auf der Spiegelgasse…
in diesem Moment möchte ich am liebsten Lishan Holzkohle trinken – ganz hoch in den Himmel – um Funken aus der Zukunft zu riechen, um mit den Schneeblumen aus dem Gegenwart zu schweben!
Danke Alexander, seine Kreativität hat nun einen Raum bekommen und seine Bilder rufen meine Takt mit Tee zu tanzen.

PRINCESS TOYOTOMI

„Daisuke,“ Vater sprach zu seinem Sohn, „das schwierigste im Leben ist unserem Herzen zu folgen. Aber so lange Du es kannst, wirst Du Dein eigenes Schicksal bestimmen…“
Mr. Sanada sei Minister von einem verborgenen Staat Osaka, dessen Mitglieder nur durch Einweihung des eigenem Vaters werden kann. Wenn der Vater von seinem Tod ahnt, dann passieren der Vater und der Sohn gemeinsam einen Korridor. Während diese Stunde, während das gemeinsame Gehen unter vier Augen werden die Geschichte seiner Herkunft an die Zukunft des Sohnes weiter vermittelt. Vater und Sohn teilen nach diesem Weg das gemeinsame Schicksal und Gedächtnis an ihrer Vergangenheit und Möglichkeiten ihrer Zukunft.
Ein Abschied und zugleich ein neuer Anfang. PRINCESS TOYOTOMI ist eine Literaturverfilmung von einem Roman Manabu Makime. Er thematisiert die Vater-Sohn-Beziehung anhand einer geheimnisvollen historischen Ereignis von dem Tod der Erbe von Hideyoshi und bringt die Wichtigkeit des Teilen an das kollektive Gedächtnis zum Ausdruck. Die Geschichte einer verborgenen Staat Osaka ist nur narrativ von Vater zum Sohn erfahrbar! (Von dem Film wissen wir nicht, wie ist es zwischen Mutter und Tochter ist… eine Kritik von Feminismus kann man sicherlich ausüben, auch wenn es um Schutz einer Prinzessin geht.)
Nur narrativ erfahrbar ist auch die Geschichte von den Völker, die an Pu Er Teebäume leben. Viele Völker in Yunnan leben ohne Schriften und erzählen die Geschichte ihrer Vorfahren ihrem Kinder durch Legende und Musik – indem sie zum Beispiel jedes Jahr gemeinsam in den Wald gehen und Tee pflücken…
In jedem Frühling spriessen die Teebäume im Wald. In jedem Frühling wird ein Ritual von dem Clan gemeinsam ausgeführt, die Teeblätter zu pflücken und Teebäume zu verehren. Jahr zum Jahr, Generation zu Generation. Es wird gesungen, gesprochen und gegessen neben den Teebäume werden das kollektive Gedächtnis geteilt, die Identität gestiftet und Frischlinge integriert. Das Produkt war Tee, die Konsequenz ist die Zukunft eines Volkes.
In dem Film fragte der Steuerinspektor aus Tokyo Mr. Sanada: „Warum glaubt Ihr denn an die Märchen des Osaka Staaten? Ich glaube an es nicht!“
Warum glauben die Kinder des Volkes an die Legende ihrer Vorfahren und passieren Jahr zu Jahr in jedem Frühling im Wald um Teebäume zu verehren?
Sanada antwortet nüchtern… „Weil es sind die gesprochenen Wörter des Vaters! Nachdem Sie erwachsen werden – haben Sie Möglichkeit mit Ihrem Vater, von Herzen zum Herzen eine Konversation zu führen?“
In diesem so genannten Crossing Corridor gehen Vater und Sohn Schulter an Schulter um das Packt des gemeinsamen Lebens abzuschliessen – für die Weitergabe.
Eigentlich sollte es wie ein Geheimnis sein, dass ich im April nach Yunnan fahre und paar Tee-besessenen mitnehme. Plötzlich ist es eine Gruppe geworden, die nicht mehr klein ist. Darunter sind zwei Paare von Vater und Sohn.
Ich kenne Alexander seit es Shui Tang gibt. Ein Stück begleite ich seine Veränderung bis er sein Leben tatsächlich verändert. Er kehrt Finanzindustrie seinen Rücken und widmet sich nun nur Tee. Wir haben eine AG gemeinsam gegründet. Immer mehr gewinnt er Respekt von mir, weil ich eine rasante Entwicklung von ihm beobachte und davon sehr viel profitiere. Sein Vater Erwin, ein erfolgreicher Banker, der gerne Sterne beobachtet und mir immer eine Hand reicht, wenn ich sie brauche. Ich geniesse immer von ihm in der Stadt gefahren zu werden. Erwin hat es hinnehmen müssen, dass Alexander seine Stab nicht weiter führen will. Auch er hat nun durch seinen Sohn und durch den Weg seines Sohnes Tee entdeckt. Es ist eine Veränderung. Als er entschied sich mitzukommen, war ich nur erstaunt (harmlos ausgedrückt). Ich versuchte ihm einzuschüchtern, dass diese Reise nichts für ihn ist. Schlechte Hotels, schlechtes Essen und schlimme Zicke wie mich muss er einstecken. Es nützt alles nicht. „Willst Du mich mitnehmen, oder nicht?“ fragte er mich direkt… Ich begreife es nur sehr schwer, weshalb er mit Alexander diese Reise unternehmen will. Aber, wer weiss, wozu soll ich es begreifen? Es ist das Packt zwischen dem Vater und dem Sohn… In der Ungewissheit der Zukunft wird diese Reise in ihrer Familiegeschichte fermentieren…
Tim und Tom sind in einer anderen Station ihrer Geschichte. Ein fitter Vater und ein reifender Sohn. Die beiden sehnen sich nach Abenteuer. Warum sind die beiden so besessen von Tee? warum ist Tee ein Ort von Abenteuer?
Es ist vielleicht unsinn für mich und unverständlich, warum sie es so wollen. Aber… ich weiss, dass Tee der Ort ist, wo unmögliche Erinnerungen und Sehnsüchte dort einen Platz finden!
Es ist ihr männlichen Packt und ich wünsche – das Crossing Corridor auf dieser Reise stattfindet… So hat unsere Reise eine unglaubliche Bedeutung auf eine ganz andere Ebene… Dank Tee!

Das vermisste Schaff

Für meine Eltern sei ich ein vermisstes Schaff. Das betonnten sie besonders gerne, als ich in Pupertät war.

Ich war tatsächlich immer wieder vermisst als ich ein kleines Mädchen war. Mein Vater sagte, mindestens drei Male drei richtige Such-Aktionen. Das ganze Clan ging auf die Suche. Ich wurde oft irgendwann gefunden und hatte etwas in meiner Hand zu essen, weil die Fremde mir kauften. Ich fragte meinen Vater, „warum ging Ihr denn mich suchen?“ Mein Vater fand meine Frage unmöglich, „Hast Du keine Angst? Wieso läufst Du gerne weg?“ Wieso? weil woanders immer interessanter aussieht als bei mir zu Hause, weil ich eher in meiner eigenen Welt lebte und lebe als ihre… Aber wie könnte ich denn meinen Eltern es sagen? Sie wissen eigentlich doch gar nicht, wo sie wirklich sind. Deswegen bin ich gerne vermisst. Laut meinem Grossvater, weinte ich nicht, wenn man mich gefunden hat. Ich lief einfach wieder mit zurück.

Tobias schrieb mir, dass das Teeblog inzwischen anders geworden ist. Ich kümmere mich viel weniger um das Faktische, sondern schreibe das, was mich bewegt. Keine einfache Zeile für Zwischendurch. Für ihn sei es lesenswert.

Einmal sagte Sandro, dass er manchmal sich fremd fühlt in Zürich. Denn hier wird überall Hochdeutsch gesprochen. Ich sagte ihm, „Möchtest du Schweizerdeutsch hören? Dann gehe doch einfach nach Konstanz!“ In Konstanz hört man fast nur Schweizerdeuscth. Ich stand heute mit Freunde in Karstadt und wollte Töpfe kaufen. Ich kaufe gerne Töpfe und Pfanne. Die Aktion von Kaufen gibt mir ein Gefühl, als ob ich damit super Küche zaubern kann. Plötzlich stand ein kleines blondes süsses Bube neben mir. Er zerrte kurz meine Hose und hatte ein Heft in der Hand. „Hallo!“ grüsste ich ihm – ganz normal wie zu jedem. „Hallo!“ Er lächelte mir an. Ich kniete runter auf dem Boden. „Was machst Du hier?“ „Ich suche meine Mami. Sie ist nicht mehr hier…“ Ich verstand sofort – ein vermisstes Schaff!
Ich schaute ihm an. Er weinte nicht. Er hatte klare Augen und guckte genau in meines Herz. „Also, Würdest Du mit mir kommen, Deine Mami suchen?“ Er nickte. So lief er ein bisschen hinter mir gemeinsam mit mir zum Kundendienst. „Wie heisst Du?“ „Sascha.“ „Wie alt bist Du?“ Er zeigte mir mit 4 Finger. „Wo wohnst Du?“ „Frauenfeld.“
Wir waren zusammen zum Kundendienst. Er lachte. Ich holte ihm einen Stuhl. Er setzte sich hin und öffnete wieder sein Heft. „Habe keine Angst.“ Er schüttelte seinen Kopf. „Hast Du Hunger?“ „Ja!“ er nickte. „Was magst Du essen?“ „Pommes mit Ketchup!“
Also, ich ging schnell Futter für das kleine Schaff kaufen. So schnell dass das Schaff sich nicht allein fühlte. Als ich wieder da war, war seine Mutter schon da. Die junge Mutter guckte mich sehr verlegen an und fing an über Sascha zu schimpfen. „Er lief einfach weg!“ Ich streichelte das Kind und sagte mit einer ruhigen Stimme zu ihr. „Sie haben ein wunderbares Kind! Er hat keine Angst und gerät nicht in die Panik. Er ist wunderbar!“
Ein Kind, das immer noch cool bleiben kann, auch wenn die Mutter verschwindet. Das ist ein Wunderkind. Warum schimpft die Mutter ihm? Warum ist nicht die Mutter diejenige, die vermisst wird anstatt dem Kind?
Ich kniete noch einmal kurz zu Sascha. Er wird sich niemals an mich erinnern – höchstens an meinem Waschbärkappe. „Guten Appetit! Du bist echt cool!“

Ich weiss nicht, was ich zu Tobias`s Kommentar schreiben soll. Ich bin ein vermisstes Schaff und läuft gerne irgendwie wohin auf den Nebenweg weg. Irgendwann werde ich wieder gefunden auf den „richtigen“ Weg, auf den ich nur wieder über Tee schreibe. Aber ich weiss, dass Tee viel mehr kann als ich. Tee ist viel mehr als nur Fakten. Und ich bin bloss ein Schaff, das gerne weg läuft.