Schlagwort-Archive: gongfu Cha

Yu Yongchul aus Icheon

Yu Yongchul aus Icheon hat immer wieder für Shui Tang Keramik produziert.

Weil er kein Englisch spricht, gab es oft Missverständnis. Asiaten versenden gerne mit EMS und das Porto ist teuer als eine Schale. Einmal verstand wir nicht richtig und ich schickte zu wenig Geld. Trotzdem bekam ich eine zusätzliche Schale in der Sendung und einen Brief:

Für Sie habe ich eine Schale mitgeschickt weil es ermöglicht, meine Schale nach Zürich zu erreichen. Sie sind ein Brückenbauer – auch wenn das Porto zu wenig gerechnet war.

Ich war sehr beeindruckt. Aber wir haben immer wieder Missverständnis wegen Geld! Irgendwie geht es trotzdem!

Seine Schale brennt er hauptsächlich im Holzofen und mit sehr traditionellem Muster ausgedrückt. Die meisten Zürcher mögen sie nicht. Es sind immer die Anderen, die diese Schale kaufen. Und meistens auf einmal verschwinden sie und mehrere Schale von einer Person erworben. Seine Schale sprechen speziellen Menschen an. Ich kann es auch noch nicht ganz verstehen!

Wenn man nach Taiwan geht, sollte man das Palast Museum in Jiayi besuchen. Dort findet vielleicht noch eine Ausstellung über koreanische Celadon und japanisch Imari Porzellan statt. Wenn nicht, dann muss man nach Osaka fliegen und das Museum in Osaka besuchen. Als ich vor paar Jahren dort war, war ich wie geheilt nach der Betrachtung von koreanischen Celadon – zufrieden und ruhig. Als ich dann bei dem Imari war, bekam ich Schwindel und Kopfschmerzen.

Koreanische Keramik ist wunderschön- man kann in Rietberg Meiyitang Ausstellung ein bisschen schnuppern. Dort gibt es etwa Ähnliches aus Nordchina von Dynastie Liao oder Yuan.

Meister Yu ist heute in Paris mit Brigitte von Macron.

Wir bekommen demnächst wieder schöne Werke von Meister Yu Yonchul!

Gastgeber am Teetisch

7. Teegespräch von Meng-Lin:

https://www.shuitang.ch/blogs/pu-er-und-gelagerter-tee/teegesprach-nr-7-mit-meng-lin-chou-uber-die-rolle-der-gastgeber-innen-im-teehaus

Duft von Efeus

Als ich gestern beim Sonnenschein nach Hause spazierte, duftete es im Winde. Auf einmal dachte ich, dass jemand einen Mixiang Huangjingui 2007 (Von Zikaden befallen. Eine Art von Guifei Oolong)trank!! Leichte Note von Holunderblüte und ein Hauch von duftenden “ Baumstamm und Felsen“ – es ist wie wenn die Sonne auf den Felsen stark scheint und die Luft nach Mineralien schmeckt!

Efeu duftet im Dunkeln. Die Bienen wissen es. Und ich schaute mit Staunen mit. Patrick sagte mir einmal Efeu Honig sei für ihn die beste Honig. Ich stimmte ihn zu, wusste aber nicht wie Efeu tatsächlich duftet.

Efeu duftet schön. Ein dunkler Duft aus dem Unbewussten – aus meinem Wald? Oder aus dem Schatzkammer von meinem Lehrer – der Huangjingui Mixiang 2007!

Ps. ich schreibe hier Mixiang anstatt Guifei, weil mein Lehrer mir immer wieder darauf aufmerksam macht, dass die Bezeichnung Guifei in Taiwan patentiert ist und wir es nicht willkürlich verwenden dürfen.

Nachklang vom Tee-Konzert am Sonntag: Teil II Der Fluss ist das Zählen

Wie bewegt man sich auf den Teetisch?

Wenn man am Sonntag die Gastgeber beobachtet, wie sie Tee zubereiten, sieht man Bewegungen, die im Fluss oder im Stocken verlaufen. Ob die Bewegung im Fluss oder im Stocken verläuft, kann man nicht erzwingen. Es braucht Praxis. Das Praxis setzt eine Haltung von Demut voraus.

Demut ist eine Haltung, die Bereitschaft des Lebens vorbereitet, etwas erleben zu wollen. Ohne diese Haltung können wir nicht fühlen, nicht wahrnehmen, nicht sehen! Wir können nicht sehen, wo wir uns wirklich befinden.

Jeder von uns hofft, ein Gewinner des Lebens zu sein. Das Scheitern begleitet uns allerdings stets auf dem Weg. Wenn ich mein Leben bis heute genauer betrachte, sehe ich die vermeintliche Verlust oder Scheitern den wichtigen Teil von mir bildet. Die Erlebnisse – sei es negativ oder positiv „gären“ im Lauf der Zeit. Sie verwandeln sich zu dem rechten Aspekt zu dem rechten Zeitpunkt, weil sie nie abgelehnt wurden. Sie bekommen einen Raum und werden Ferment meines Lebens, um mich zu erneuern. Trägheit und Gewohnheit entstehen durch das Bedürfnis von Sicherheit. Wenn man sich unsicher fühlt, vergisst man zu atmen, Somit vergisst man zu zählen. Zählen von Zahlen. Paar Zahlen zusammen bilden einen Fluss. Der Fluss der Bewegung, die Energie auf dem Teetisch verteilt.

Wenn die Hände sich nicht bewegen und still bleiben, ist es dann die Zeit, eigenes Durchhaltevermögen zu prüfen. Prüfe, ob wir in der Lage sind, etwas zu erzählen.

Was haben wir zu erzählen? Was will ich durch diesen Teetisch erzählen? Wenn der Komponist sagte, dass der Alishan Buddhas Hand ihn an den innigen Ruf des Volks Shao erinnerte und ihn auf einmal in dem tiefen Wald von Rotzypressen versetzte, entsteht eine Geschichte. Er erzählt sie in seiner Melodie. Wir erzählen sie durch unseren Teetisch und unsere Bewegung.

Der Fluss, die Zeit und das Rad des Lebens – alles auf den Teetisch.

Unsere Hände bewegen sich wie der Fischschwanz. Der Raum wird energetisiert, so wie Fische das Wasser mit Schwanz beleben.

Der Fluss von Bewegung ist das Zählen und ist unser Rhythmen. Wir schauen zum Beispiel eine Tasse vor uns und zählen bis fünf, bis wir die Tasse in der Hand halten können. In dem Moment, wenn wir die Tasse halten, warten wir eine Sekunde – wir zählen fünf und sechs. Wir zählen danach weiter bis zehn, wenn wir die Tasse zu Lippen bringen. Eins bis fünf. Sechs Pause. Sieben bis zehn – ein Kreislauf ist zu Ende. Das ist der Rhythmus des Tees. Den Takt kann man situativ anpassen.

Natürlich sind die Zahlen nicht willkürlich. Sie haben außer der quantitative Seite noch eine qualitative. Das heißt, Zahlen ist ein Brücke zwischen Geist und Materie. Ein Brücker zwischen der Ewigkeit (der Geist) und der Zeit (phänomenale Welt – die Materie).

Tee Trinken als eine praktische Tätigkeit kann ein Sprungbrett für MEHR. Aber viele bleiben auf diese verführerische funktionale Ebene, sei es wie ein Show, sei es wie ein Können – es geht für viele um eine Selbstdarstellung des Egos. — Und wie ist es bei mir?Ich habe hier zwei Aufgabe zu üben: Mitgefühl (anstatt Mitleiden!) für die Unvollkommenheit des menschlichen Seins und Vertrauen in das, was uns verbindet.

img_1497

Doppelmandalas auf den Teetisch: das Rad der Ewigkeit trifft das Rad der Zeit. Das Bild als Denkanstoss für interessierte Menschen auf den Teeweg.

Meine innere Schwelle

Ich kann nur Tee für andere Menschen zubereiten, wenn ich an diesen Tee glaube.

Es gibt etwa, was ich als eine Schwelle bezeichnen würde. Ich muss selbst meine Schwelle überwinden.

Was bedeutet denn „glauben“? Ist es eine Wertung? Ich „glaube“ einen Tee, weil er gut ist?

In diesem Sommer üben wir sehr intensiv für unseren Teekonzert und es ist immer eine bereichernde Zeit für meinen Teeweg. Durch das Begleiten von den Teilnehmern komme ich immer tiefer in meinem Innern. Ich beobachte dass manche oft kreative Ideen haben und spannende Vorstellung zum Seinen Gongfu Cha haben, aber vielleicht weil es zu „einfach“ ist, cool zu sein, fällt es plötzlich an Erwartung von eigenem Tee! Man dreht sich um einen Kreis. Dem Teetisch fällt plötzlich an Geschichte.

Dann frage ich mich, wie wäre es mit mir? Es wirkt sich tatsächlich anders bei mir aus. Ich will Veränderung und Experiment. Ich will, dass mein Teetisch nicht zu fassen ist, weil ich mich entwickeln will. Es ist diesmal so. Dann möchte ich beim nächsten Mal anders machen, vielleicht scheitere ich, aber ich habe es versucht.

Weil ich eine innere Schwelle habe, muss ich zuerst an den Tee glauben. An einem Tee glauben, geht es nicht an Demuth vorbei. Demut gibt mir einen Raum, den Tee zuzuhören und sich an ihn anzunähern. Was spricht er zu mir?

Nach vielen Jahren mit Tee im Leben zu leben erkenne ich ein wahres Glück. Mein Glück von meinem Leben ist, dass ich ein gutes Wahrnehmungsvermögen habe. Aber ohne Demut fällt einem schwer die einfache Schönheit des Lebens wahrzunehmen! Demut ist eine Haltung zum Leben, Demut ist der Anfängergeist des Seins.

Ich kann nur den Tee für Gäste zubereiten, an den ich glaube. Früher lerne ich den Tee zu verstehen, an den mein Lehrer glaubt. Ich weiss von Demut. Heute ist mein Lehrer selten mit mir, während ich Lehrer wurde für anderen. Ich lerne, die Notwendigkeit, den Anfängergeist zu pflegen, zu üben, wo ich Demut finden und behalten kann. Manchmal bei Menschen, die mir widerspieln wollen und können, und manchmal durch Scheitern. Scheitern ist ein gutes Stück im Leben!

Die Strassen sind oft bunt, voll und ereignisreich, sind selten der Ort, wo man gerne verweilt. Man passiert. Am Teetisch ist der Ort, wo man bleiben will.

Weltfrieden mit einer Zisha Kanne?

Anschließend von letztem Beitrag.

Was möchte der Künstler Sun durch diese Kanne „Tanz von Drachen und Phönix“ ausdrücken?

Anstatt mit traditionellen tierischen Darstellung von Drachen und Phönix versucht der junge Künstler Sun, Yingbang anhand von fliessenden Linien, auf einer minimalistischen Art den Flug und den Fluss zwischen Drachen und Phönix zu veranschaulichen. Somit enthält der Betrachter viel Raum, um die Bewegung auszumalen. Das ist die moderne Antwort eines jungen Künstlers auf ein durchaus traditionelles Muster. Als Symbol sind Phönix und Drachen in der chinesischen Kultur komplementär und zugleich konkurrierend. Der Drachen ist wechselhaft und verwandelnd – spirituell; der Phönix ist ästhetisch und moralisch – bezaubernd. Der Tanz von beiden Kräfte gleicht den Tanz zwischen Unterschiedlichen Individuen. Es kann widerspiegelnd und ergänzend sein. Wenn der Tanz anfängt, wenn das Eros sichtbar wird, wird es zwischen den Gegensätzen aufbauend und belebend anstatt entzweiend! Sun, Yingbang wünscht den Weltfrieden durch den Ausdruck von der Kanne „Tanz zwischen Drachen und Phönix“ beizutragen!

Somit ist seine Arbeit tatsächlich politisch. Ein Idealist in der Zisha Szene! Siehe auch eine andere Arbeit von ihm „Spuren der Sonne“ als Antwort auf Klimawandel!

„Der Tanz von Drachen und Phönix“ Zisha Kanne

Aus 100% Original Yixing Zini. 330 ml Fassung.

100% per Hand hergestellt.

Künstler:

Sun, Yingbang 孫英棒

Geboren im Jahr 1993.

Hochschulabsolvent vom Fach Design von Keramik an dem Wuxi Institut von Kunst und Technologie.

Mit diesem Kanne „ Tanz von Drachen und Phönix“ gewann er den ersten Preis von 壺中天地紫砂新銳大賽一等獎 Hu Zhong Tian Di Neue Zisha Künstler Wettbewerb im Jahr 2016.

石鼓 Shigu, Stein- Trommel

Stein-Trommel, Shigu bezeichnet man in China die Jennifer Steingruppe, die im Tang Dynastie gefunden wurde und aus der Zeit von 475-221 B.C. entstanden waren. Auf dieser Stein Gruppe ( 10 Stücke) wurden Texte eingeschnitzt. Weil der Stein rund und wie Trommel aussieht, heisst es Text von Stein-Trommel. Sie sind die älteste in Stein eingeschnitzten Schrift.

Diese Schrift erlebt verschiedene kriegerische Periode der chinesischen Geschichte. Sie waren verschwunden unter dem Volk, wieder aufgetaucht und gesammelt im Kaiserhof. Dann im Krieg gegen Mongolei an Mongolen verloren, später wieder zurück nach Peking. Im Bürgerkrieg des 20 Jahrhundert nach Süden transportiert und später wieder nach Peking gebracht. Heute stehen sie Palastmuseum in Peking.

Sie hat einen grossen Einfluss auf die Kunstgeschichte Chinas und ist das Vorbild für Kalligraphie und Malerei.

Teekannemeister Xu, Meng 許夢 studierte Kunst der Malerei und absolviert ein Hochschulstudium für Design der Kunst. Ihr Versuch die moderne Malerei in die Zisha Kunst zu integrieren kann man in dieser Kanne Shigu deutlich sehen. Sie nimmt die Yuanzhu Kanne als Vorbild, was eine rundliche Form wie Stein- Trommel assoziiert. Wir sehen auf der Oberfläche eine Schattierung von dunkler Ton, was effektiv uns an die Oberfläche von Shigu Schrift erinnert. Anstatt mit einem anderen Material diesen Effekt zu gestalten, verwendet sie den originalen Zhuni Ton. Das heisst, der Körper der Kanne ist mit Zini geklopft und die Glasur aus Zhuni.

Als ich diese Kanne sah, fragte ich mich sofort, wie wird der Tee wohl schmecken? Meine Neugierde wächst und wächst, wenn ich diese Kanne länger betrachte.

Der originale Stein vor zwei Tausendjahren spricht anders zu uns. Seine Schrift muss man mit Hilfe einer speziellen Lexikon lesen. Aber auch ohne die Lexikon hat solche Stein seine eigene Sprache. Wir haben Möglichkeit mit ihm ohne Worte zu verständigen. Aus dieser Überlegung will Xu, Meng keine Schriften auf der Kanne haben. Sie lässt sie bewusst im Schatten. Die Schatten arbeiten mit Licht. In unterschiedlichen Zeit und Raum wird diese Kanne verschiedene Schatten werfen, und mit uns lebendige Sprache des Tees führen!