Archiv der Kategorie: Yi-Xing Kanne 宜興紫砂壺

Die Jubiläumsfladen sind da!

Mit grosser Freude habe ich heute nach der Sommerpause mit den ersten Besucher in Shui Tang den frisch eingetroffenen Jubiläumstee Lao Man E Gushu 老曼峨古樹getrunken! Hinter den leichten Herbe bleiben den feinen cremigen Geschmack und Süssen auf der Zunge! Man fragte mich weshalb dieser Tee ausgesucht wurde für das Jubiläum? Ich antworte, dass die herbe Note dieses Tees mich an das Leben erinnert. Und hinter diesen herben Geschmack offenbart der Lao Man E seine Süsse und Tiefe und so begleitet er uns durch Tiefe und Höhe des realen Lebens. Miguel scherzte, es sei nicht „herb“ genug für die Erfahrungen in Shui Tang.

Zusammen angekommen sind auch drei herzigen EGO- Kanne ( das ist eine Ein-Person- Kanne) von Künstlerin 劉蓉Liu, Rong. Diese drei Kannen gehören zu einer Serie „如果 Ru Guo“ – Die Samen von Hoffnung.

Ein Review von Yixing Kanne Ausstellung

Wenn Bronze Zisha trifft, wenn die Einfachheit ästhetisch ausgedruckt wird, überwindet die Schönheit die Grenze der Zeit – mit einer Zisha Kanne die ehrwürdigen Bronze-Gefäss von alten Dynastie zu erinnern!  Notiz von Künstler 孫超 Sun Chao.

Euch wünsche ich viel Freude beim Zuschauen von Yixing Zisha Kanne von der traditioneller Schule des Meisters Wu, Dongyuan 吳東元 und seinen Schülern.

 

流雲 Ziehende Wolke II

Ziehende Wolken wandern.

Wandernde Menschen ziehen.

Wolken ist ein kulturelles Symbol, das man in verschiedenen Kultur immer wieder begegnet. In der chinesischen Kultur hat das Symbol ein geistiges Aspekt, das die spirituelle Entwicklung bedeutet. Andererseits ist die Wolke zugleich ein Zeichen von Unbeständigkeit. Man kann auch sagen, dass die Wolke das Zeichen als das Beständige in der Unbeständigkeit des Lebens ist. Die Wolke schwebt, zieht und verwandelt. Wolkig kann als Unklarheit gedeutet werden. Bewölkt bedeutet möglicherweise getrübt. Anderseits symbolisiert die Wolke das Ungebunden-Sein und wird als Synonym von buddhistischen Mönchen und Nonnen 雲水 bezeichnet.

Im Leben gibt es oft unklares Gefühl oder getrübte Momente, in dem man nicht versteht, woher man kommt und wohin man geht. Manchmal manifestiert es in einer Traurigkeit, manchmal wie ein Verloren-Sein. Auch wenn das Leben aussieht, als ob man es unter Kontrolle hätte, ahnt man es im Unbewussten, dass es sich ändert. Zwischen Leben und Tod wird als eine Wanderung in der Song-Dynastie in China verstanden. Man konnte den Fluss vom Leben nicht unter Kontrolle halten. Ziehende Wolken wurden zu einem Symbol für die Literaten verwendet, um das Ausgeliefert-Sein gegenüber der Zeit und die Vergänglichkeit des Jugend auszudrücken. 馮延己 Feng, Yanji (903-960) fragte in seinem Gedicht, „Wohin bist Du gewandert? Wie die ziehende Wolken vergisst Du den Rückweg. Der Frühling vergeht und wo ist Deine Spuren geblieben? Ich fragte die Schwaben, ob sie Dich begegnen sind, als die wieder zurückkehren. Die schwebenden Weidenblüte bedecken mein Herz. Im Traum finde ich Deine Spuren auch nicht. “ Die schönen guten Zeiten vergehen. Man beginnt sich an sie zu erinnern. Die Zeit spielt keine Rolle, wenn es schön ist. Die starke Dynastie Tang zerfiel und der Krieg herrschte den Alltag. Die Unsicherheit des Lebens beschäfte Menschen. Die Sehnsucht nach einem friedlichen Leben zu führen ohne Auf und Ab 平淡 wurde ein Ziel. Das war, was Menschen in der Song-Dynastie suchten. Aus diesem Hintergrund entsteht die spezielle Ästhetik von 水墨山水畫 schwarz-weiß Malerei, in der Menschen nicht im Vordergrund steht, die Zeit der Herr des Universum ist und die Natur gelobt wird. Die Sehnsucht nach der Zeit von Ewigkeit, unberührt von Auf und Ab der Strömungen dringt tief in die Dichtung und Kunst.

Ziehende Wolke wurde ein Symbol von Unbeständigkeit des Seins. Sie ist frei und ungebunden. Sie wartet auf unerwartete Begegnung und freut sich auf einen funkelnde Zusammenstoß. Sie ist zugleich unbeständig und fließend. Die erfreuliche Begegnung endet und die Einsamkeit kehrt wahrscheinlich zurück. Das Leben gleicht die ziehende Wolke. Woher komme ich und wohin gehe ich? Was wird es wohl aus mir? Es ist schwer und zugleich hoffnungsvoll. Das ist das immer wiederkehrende Motiv in der chinesischen Kunst.

Teekannen-Meister Ding, Jie 丁傑 (Schüler von Akademischer Schule und von Meister Zhang, Zhengzhong)  versucht verschiedene Aspekt der ziehenden Wolken darzustellen. Manchmal betonnt er die Spuren der Unbeständigkeit ( 閒雲 Wolke von Musse- Bild 1), manchmal hebt er die Früchte des Wandels (Bild 2, er nennt die Kanne Kürbis unter den ziehenden Wolken 流雲 瓜式)im Leben hervor.

Hier in dieser Kanne „Ziehende Wolke, Liu Yun“ (Bild 3) bringt er die Frage nach Woher und Wohin zum Ausdruck. Die Kanne ist rund und bauchig, um den Kreis der Bewegung zu zeichnen. Der Knopf und Körper der Kanne erinnern uns an das Wassertropfen. Aus Wolken wird es zum Regen… Das fließende Muster auf der Deckel erzählt uns einerseits das Wandernde, andererseits auch den Zustand von Woher und Wohin. Die Leichtigkeit des Seins kann nur zelebriert werden, wenn der Geist geschmeidig und frei bleibt.

Er schrieb in seinem Notiz, „Es gibt eine Art von Freiheit, die persönlich ist, zum Beispiel zwischen Wolken und Wasser zu flanieren in einer Kanne Tee. Es gibt eine Art vom Austausch, der aus rationalem Zusammenstoß entstanden ist, wie bei einem Teegespräch. Berühre die Spuren der Wolken auf der Kanne und fühle Dich wie die Wolke von freien Geist.“

 

流雲 Ziehende Wolke I

Ziehende Wolken – 流雲 壺 Liu Yun Hu

Von Ding, Jie 丁傑

Duanni Kanne, 250 ml.

Original 100% per Hand geklopfte Yixing Kanne.

霧靜 Stille im Nebel II

Als die Reisegruppe in Taipei Guqin Halle waren, war es für manche die erste Begegnung mit diesem alten Musik-Instrument Guqin. Die Stimme von Guqin wurde als „Wind durch die Kiefernadel“ – Song Feng. Was heisst das? Kann man überhaupt den Wind hören, wenn es nicht ein Orkan ist?

Kann man die Stille hören? Kann man die Stimme einer Hand hören?

Zen Meister Hakuin erzählte eine Geschichte über die Stimme einer Hand. Ein junger Novize wollte Zen studieren und erhielt eine Anweisung über die Stimme einer Hand zu meditieren. Sein Meister sagte ihm, „man weiß, wie zwei Hände klingen. Aber wie eine Hand ertönt, muss Du nun selbst herausfinden.“ Er begann zu meditieren. Zuerst hörte er das Geräusch von Musik. Er dachte, das sei es. Sein Meister sagte, Nein. Das sei Musik gewesen. Er hörte Wasser tropfen und erzählte seinem Meister von seinem Befund. Sein Meister sagte, „Das war Wasser tropfen.“ Er hörte nicht auf und hörte verschiedene Geräusch zum Beispiel Wind, Zikaden Summen oder Regen. Drei Jahren waren vergangen und er bekam immer nur eine Verneinung. Irgendwann gab er auf und sass in der Stille in Zazen. Auf einmal hörte er die Stimme über die Stimme hinaus. Der junge Novize glaubte es verstanden zu haben, „Alle Stimme und Töne sind vergänglich. Nur die Stimme der Stille ist das einzige Beständige in der Unbeständigkeit. Das ist die Stimme einer Hand.“

Vielleicht ist die Stimme einer Hand der Ausgangspunkt eine Reise in die Welt der Stimme. Wenn die Klänge von Wind gehört werden kann, kann auch der Mond aufs Wasser und die Wellen des Herzens wahrgenommen.

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Sun, Chao war mutig, seine Ambition diese tiefe Einsicht ins Leben mit einer Teekanne auszudrucken. Die Kanne von oben betrachtet sieht wie Rippeln im See. Wie Herr Tang in Chun Yu von seiner Beziehung zum Tee erzählte, dass Tee wie ein Same ist. Wenn dieser Same ins Wasser geworfen wird, entsteht Wellen und Rippeln. Tee schlägt Welle im Leben. Wir lernen viele Weggefährte durch Tee und unser Erfahrungshorizont wird dadurch erweitert. Unser Leben ist nicht dasselbe wie es einmal war. Diese Darstellung von Sun, Chao ist bildlich erzählend und sinnhaft.

Wenn das Wasser beginnt zu kochen, trage ich meine Kanne zum Teetisch. Der Dampf von kochendem Wasser ruft Nebel hervor. Sein Knopf auf dem Deckel von Kanne lädt mich ein, ihn zu berühren. Diese Berührung durch den Finger gleicht einen Teesamen, die ins Wasser geworfen wird. Es rippelt. Etwas im Herzen öffnet sich. Die Stille kommt empor. Im Tee offenbart die Stimme einer Hand – die Stimme über die Stimme.

Er schrieb zu dieser Kanne Wu Jing Hu “ Der Nebel kreist. Die Hand schwingt kurz den Henkel. Die Finger berührt leicht den Knopf. Es sieht so, als ob unser Finger das Wasser rippeln würde. Die Wellen breiten sich wie eine Blüte sich entfaltet. Die Stille blüht am Ecke meines Herzens.“