Archiv für den Monat April 2016

Auf den Spuren der Ahnen im Teefeld

Im Teefelder von Herrn Huang in Sanxia liegen Spuren von Feuer.

Er erklärte mir, dass seine Mutter in jedem Frühling hier zuerst Opfergaben und Räucherwerk an Götter und Ahnen offeriert.

Was bereitet man vor? Frische Früchte und gekochte Fleisch wie eine ganze Huhn, eine dicke Scheibe von Schweinebauch und Fisch. 

„Wozu macht ihr das?“ Wird die Qualität des Tees besser?

Er lächelte schüchternd,“ meine Mutter folgt einfach ihrer Schwiegermutter und glaubt, dass man sich bei dem Universum bedanken muss und hofft, dass die Götter uns bei diesem Jahr weiter helfen!“

Solche Frühlingsrituale exisiteren überall wo Tee als Tradition leben und wo Teebauer von Generation zur Generation dieses Handwerk ausüben. Man kann es nicht mit UNESCO beschützen. Wir können nur hoffen, dass die Bauer „dumm“ genug sind, es weiter zu leben und nicht mit rationalen Intellekt stets Frage zu stellen, wozu und warum. Dich dieses Ritual werden Menschen, Erde und Pflanzen tief verbunden! Das drückt die Haltung von Menschen zur Natur aus.

In Shui Tang versuche ich seit Anfang diese Verbindung an Menschen die im Westen Tee lieben zu vermitteln: wenige Ettikette Wissen, wenig romantische Vorstellung über den Garten von Blumen und Obstbäume – es sind lediglich Beschreibung und sollte nie im Vordergrund sein, sondern von den Geschmack des Tees und wie der Tee in uns wirken und zu uns sprechen. So lernen wir die Sprache des Tees kennen und eine Verbindung mit Tee anstatt mit dem Drumundran um Tee herzustellen. Wenn man mit fragt, wie muss man Tee zubereiten, meine Antwort lautet stets “ So wie Sie wollen, Tee befreit uns.“ Nur wenn mein Gegenüber sich auf den Teeweg der in chinesischen Kulturkreis einlassen will, würde ich etwas mehr zeigen. 

Tee befreit uns aus dem Gefangen sein mit Intellekt und mit Kozepten. Jedes Mal, wenn wir Tee bewusst zubereiten, sei es im Gong Fu Cha, sei es mit Cha No Yu, oder einen freien Stil, spüren wir unser Zentrum und ist verbunden mit allen. Diese Verbindung geschieht im Bewusstsein oder im Unbewusstsein vermittelt uns die Sicherheit, unser Leben in einer anderen Haltung zu begegnen. Das Leben in Schritt für Schritt, einen Weg zu gestalten. 

Shuixian 水仙 Narzissen duftet nicht

In Muzha besuchten wir einen älteren Teebauer, der gerade im Schweiss bei einem Freund seinen Tee herstellte.

Es war Shui Xian! Auf deutsch heisst dieser Tee Narzissen. Der Narzissen im Korb duftet gerade nach den blühenden Osmanthus und frischen Pfirsich. Ich zog meinen Stirn. Wo ist der vertraute reife Bananageruch? Oder Honigsüsse?

Atong scheint mit ihm sehr gut zu verstehen. Er wies direkt hin, dass der Tee noch ein bisschen länger Ruhe gebraucht hätte. Sein Freund sagte etwas in die Luft und schickte ihn weg.

Wir sassen am Tisch. Es wurde etwas serviert. Wow! Was für einen tollen Tee, der duftet, schmeichelt und tröstet? Es war ein Huang Jin Gui von gestriger Produktion! Was für einen Unterschied?!

Diesen Huang Jin Gui können wir nicht kaufen! Warum? Weil der Bauer mit diesem Tee an einem Tie Guan Yin Wettbewerb teilnehmen will! “ Hey, Du muss aufpassen, nicht dass jemand Dich verpetzt.“

Der ältere Bauer wurde wütend,“Wer traut sich? Wer kann es? Wer kennt mich nicht?“

Die Frau meiner Lehrer zog seinen Ärmel und verhinderte ihn noch etwas zu sagen.

Der Regen fing gerade an in Muzha auch zu regnen. Atong stand auf,“ Jedenfalls will ich etwas von diesem schönen Tee. Du hast toll gemacht.“ Der alte Freund wischte seinen Schweiss und lächelte,“Erst nach dem Wettbewerb!“

Im Auto fragte ich Atong, warum die zwei verschiedenen Teesorten so anders sind, obwohl sie von dem gleichen erfahrenen Mann gemacht wurden?“

„Erinnerst du noch an diesen Raum? Es gibt keinen richtigen Fenster und Platz zu welken. Bei Huang Jin Gui hat es funktioniert, weil die Blätter von Huang Jin Gui klein und dünn sind, während die Blätter von Shui Xian gross und fett. Er hat Erfahrung, aber kein Bewusstsein! Viele Menschen glauben an ihr Alter, aber nicht an den Tee! Wenn der Tee in der Realität Dir erzählt, dass Deine Methode nur grobe Texture und Bitterkeit bringt, ist eine Reflexion nötig. Nicht jeder Tee ist gleich, nicht jeden Tag ist der gleiche und nicht jeder Ort derselbe!“ Der Bauer hat Erfahrungen, kann aber nicht objektiv beobachten. Er glaubt, seine Methode ist sicher. Aus dieser Sturrheit und falschen Selbstvertrauen macht er an dem Wettbewerb des Tie Guan Yins mit – mit einem falschen Tee!

Traurig für ihn. Schade für das Wettbewerb. Schlimm für die Formosa Oolongs!

Ich glaube, dass ich vieles in diesem Ausflug für mein Leben gelernt habe!

銅菁河 Dem Fluss entlang nach Tong Jing He

Yu schrieb mir heute mit Begeisterung, dass wir nächtest Jahr unbedingt dem Fluss entlang nach Tong Jing He in Mengla gehen sollte. Fünf Stunde nur.

Ich schrieb zurück,“ Mit Schiff, mit Buss oder eh wie?“

Er schrieb, “ Laufen.“

Laufen? Richtig cool, richtig grausam, richtig anstrengend!

Will ich es wirklich? Eigentlich nicht. Aber ich habe ja noch Zeit ihn umzustimmen!

Er erzählte mir, dass es in diesem Jahr drei neue Käufer in Yunnan gibt:

1. kaufkräftige Touristen, die selbst wie ein Ferien gestalten und nur paar Kilos kaufen. So treiben sie den Preis nach Oben. Dieses Phänomen existiert bei Oolong in Taiwan schon lange!

2. Teehändler, die nicht sehr gut informieren sind, sie handeln nach Gerüchte.

3. Teehändler, die Rücken zu Fabrikproduktion gekehrt haben. Eine echte Konkurrenz.

Im Moment alle Preise in Menghai Gebiet sind im fallen ausser Lao Ban Zhang, Lao Man E und Na Ka. Der Preis in Xi Gui ist um 1/5 gefallen. Darum werden die Preise in Yiwu hoch getrieben!

Der Preisanstieg vergangener Zeit haben den Preis zu sehr spekuliert. Nun ist es eine gute Preiskorrektur bei Gebieten, die irrealen Preisanstieg genossen und nun endlich auf den Boden gelandet. Hingegen ist der Tee in Yiwu weiterhin beliebt und steigend! Liebe Teeliebhaber, Ihr wisst, was Ihr machen müsst! Gute Dinge sind rar und sie werden durch die Zeit erst richtig wertvoller und noch begehrter!

坪林在風雨裡 Im Regen in Pinglin 

„Meine Frau ist vor zehn Jahren gestorben.“ Er entschuldigte sich über das Chaos in dem Wohnraum.

Chaos herrscht überall! Im Teeraum, im Mashineraum und im Wohnzimmer. Er kochte duftende Nudelsuppe und wollte uns immer mit seinem Reisschnapps bewirten. Seine Haut dunkel, sein Gesicht rot. Ein alter Teebauer lächelte schüchternd und gastfreundschaftlich, neugierig und wortkarg.

Wir tranken seinen Tee, langsam. Meister legte sein Becher beiseite und ging alleine in dem Produktionsraum schauen. Ein Blechhalle gebaut neben dem traditionellen Steinhaus, das selten gewordene ist. Wir sahen Maschine die man sonst nur bei Schwarztee Produktion kennt. Was macht ein Oolongbauer damit? Er macht damit Welken! Wie bitte? Das Gesicht von Atong versteinerte immer mehr.

„Ich produziere nur organic! Nur organische ungiftige Pestizide!“ 

Deswegen sind die Studenten von NTU auch hier, um den bekannten Lan Que Cha zu machen! Dieser Tee ist vermarktet durch Universität und behauptet alles naturgemäss produziert! https://charen.ch/2015/06/15/%E8%97%8D%E9%B5%B2%E8%8C%B6-der-tee-namens-der-dickschnabelkitta/

Aber an diesem Ort! 

Atong fragte mich, ob ich paar Gründe nennen kann, warum hier kein guter Tee gemacht werden kann? Nicht wegen dem Chaos! Ich nickte meinen Kopf und antwortet, dieser Raum gibt dem Bauer keinen Raum auf das Wetter und Feuchtigkeit zu reagieren! Es gibt keinen Durchzug, keinen Platz um Teeblätter dünn auszulegen und keine Folie, die Schatten spenden kann für welkende Blätter. Wenn das Wetter schwankt, wird er ausgeliefert sein anstatt zu reagieren! 

Weil der Bauer den Tee an sich nicht versteht, sondern nur die gelernte Methode?

Er nickte seinen Kopf. Der Raum entscheidet die Qualität des Tees. Der Raum wird entschieden von Bewusstsein des Bauers! Nicht die Sauberkeit oder Ordnung, sondern den Überblick über den Kontext der Produktion. Er sagte, dass er ein Tour mit uns machen will, und wir am Ende der Tour einen Bericht abgeben muss, welcher Raum welche Probleme hat!

Es regnet zu stark. Er verlor Geduld. Er wollte gehen! Unser Gast aus Bern wollte noch vieles anschauen. Atong fragte mich, weshalb er nicht mit unserem Reisegruppe gemeinsam kommen wollte? Ich zuckte meinen Schulter. „Jetzt! Wir fahren zurück nach Taipei!“ „Aber wir wollten doch noch nach Muzha?“ Seine Frau fragte, sie freute sich über den gemeinsamen Ausflug,“ vielleicht regnet es ja nicht dort?“

Vielleicht nicht. Alle stiegen in die Autos. Der Bauer wurde wirklich wieder allein. Allein mit seinem Teegarten und dem Steinhaus.

Das Zuhause von Phönix 

Yu entdeckte neuen Ort und den neuen Tee durch gute Bekanntschaft mit Bauern. Über Bo He Tang lernte er noch sehr unberührten Weiler Feng Huang Wo – das Zuhause von Phönix!

Der Tee schmeckt nach Tabak und Chilli! Ich sehr gespannt! Er versprach mir welchen für Shui Tang zu reservieren!