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Mini Stapel von Bulangshan Lao Taidi

In Shui Tang herrscht Weihnachtsstimmung.

Neue Ankunft von dieser Ernte von Pu Er Tee wird langsam ausgepackt.

In diesem Jahr wagen wir eine neue Form von Pu Er zu produzieren, ohne überflüssige Abfall. Pu Er Fladen je 7-8g, 7 Stücke zu einem Mini Stapel per Hand mit Bambus geformt verpackt. Und nach der Tradition 12 Stapel zu einem Korb verschachtelt. Das sieht wie ein kleines Kunstwerk aus den Bergen Yunnans aus!

Mit viel Freude möchte ich hier mit Euch teilen.

Tianmenshan Gushu Pu Er -III

https://www.thepaper.cn/newsDetail_forward_3450995

Die Teebäume in Tianmenshan sind für mich die Bäume, die den Mond anstösst! Prächtig und würdevoll.

Gestern fand ich zufällig heraus, dass es ein Waldbrand in Tianmenshan vor einem Monat stattfand! Das chinesische Medien behaupte, dass das Feuer aus Laos mit dem Wind kam und die alten starken Bäume verschont geblieben sind. Ich fand sogar ein Video heraus – möchte hier aber nicht zeigen, weil ich die Quelle auch nicht sicher kenne.

Die Vorstellungskraft der Menschheit entscheidet die Zukunft unseres Tee, unseres Planeten und unseres Spezies. Wohin wollen wir?

In dieser Online Tageszeitung lass ich auch, dass es verschiedene Waldbrände in Yunnan im Moment stattfinden. Es ist zu trocken und zu warm. Es wird zugleich gewarnt, dass der Preis des Tees spekuliert wird, gerade durch die Naturkatastrophe!

In diesem Jahr entschied sich Yu keinen Tee aus Guafengzhai und Daheishan bei Yibang zu produzieren, weil es fast keine Ernte gibt in dieser Trockenheit, weil der Preis irrational gestiegen ist. Wer letztes Jahr und früher viele gute Pu Er eingekauft hat, hat Glück. Und es ist wirklich die Zeit, kurz stehenzubleiben, um sich zu fragen, wohin wollen wir?

Tianmen Shan Gushu Pu Er- I

Als Yu mir die Fotos von Tianmen Shan 天門山 in Yiwu Berg zeigte, wurde ich von den starken Bäumen im Wald überwältigt.

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Hochstämmige Teebäume in Tianmen Shan. Fotografiert im April 2019.

Ich hatte das Gefühl, in eine andere Sphäre einzutreten. Es erinnert mich an meine erste Reise in Yunnan, wir wanderten in Nannuo Shan. Die Vögel zwitscherten, Insekten summten und es duftete nach Minz oder Petersilie. Der Weg bedeckt von Lauben, der Moos begrünt den Wald. Alles war in seine Bahn. Vor diesem alten Wald fühlte ich mich klein und zufrieden. Ich spürte Demut und Respekt vor der Natur, oder besser gesagt vor der Kraft, die alles gedeihen lässt.

Leise. Man muss leise sein, damit man die Wesen im Raum nicht störe. Die Sonne strahlt zwischen den Blätter. Die Bäume wachsen geradeaus gegen den Sternhimmel, damit sie den Sonne grüssen können und tiefe Wurzeln einschlagen können. Starke Wurzel, gerade Baumstämme und satte Blätter! Das ist der Pu Er von Shui Tangs Jubiläumstee!

Wie kann ich Euch das Gefühl beschreiben? Ich seufzte. Ja, für mich ist der Tee aus dem Baum, der den Mond stößt.

Der Baum, der den Mond stießt, ist ein legendärer Kieferbaum vom Volk Rukai 魯凱族 im Südtaiwan. Die Kiefer wachsen tief im Wald bereits über tausenden Jahren. Der älteste Baum ist nach der wissenschaftlichen Schätzung 3000 Jahre alt. Und hat im Jahr 2015 einen Umfang von 1357 cm erreicht. Sie stehen dort wie Wächter der Insel!

Auf solchen Bäumen wachsen ein spezielles Frucht, was nur in Taiwan wächst. Jelly Fig aus Taiwan anders als sein Verwandte aus China ist grösser und voller Pünktchen. Die wild gewachsenen Jelly Fig füllt die Kindheitserinnerung aller Taiwaner. Ich wusste aber nicht, dass mein Genuss einer grossen Anstrengung kostet und seine Geschichte tief mit dem Wald verbunden ist.

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Die Sprossen von Kiefer und Zypressen im Wald in Taiwan.

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Der Taiwan-Kiefer, der Baum der den Mond stößt.

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Die Jelly Fig Früchte an dem legendären Baum.

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Der Baum, der den Mond stiesst, ist über 60 Meter hoch und hat seinen Umfang von 1357 cm.

Der Jelly Fig bekam ich, wenn ich aus der Schule nach Hause kam. Meine Großmutter machte sie selbst und würzte sie mit Limettensaft und Melasse. Manchmal auch mit Longgan-Honig. Das war unser Traum-Zvieri. Jelly Fig hat an sich leichte Zitrus-Note und natürliches Süsse. Dies wird verstärkt durch Limetten und Honig. Ich kümmerte mich nie, woher sie kommt. Für mich war meine Welt mit dem Lernen schwer genug.

Als ich per Zufall ein Doku-Film über den tausendjährigen Wald von Rukai sah, wurden meine Augen immer wieder feucht vor meinem i-Pad. Vergangene Kindheit, das verlorene Volk und der zum Glück fast vergessenen Wald! Anders als die Teebäume in Yiwu, wo immer im Sichtfeld der Menschen stehen und Jahr zu Jahr wunderbaren Tee liefern muss, ruhen die Kiefer im Südtaiwan in ihrer eigenen Sphäre. Ungestört, manchmal von Tieren besucht, die ebenfalls einer natürlichen Ethik der Muttererde folgen. Das Wildnis so zu lassen, dass das Lebewesen von ihm ernährt wird. Wer hat das Recht seinen Prozess zu beeinflussen und über sein Leben und Tod zu entscheiden?

Wie geht es mit den Teebäumen in diesem trockenen Frühling in Yiwu? Ich bete für die Bäume, die den Mond stößt. Auch für diejenigen die Yunnan gegen den Himmel wachsen. Ich schliesse meine Augen – der Nebel schließt die Riesenbäume ein. Die Bäume verschwinden in Sichtfeld und bleiben in der Erinnerung. Mögen sie die Mutter-Erde für immer beschützen können!

(Und was kann ich tun, damit ich diese Bäume auch beschützen kann?)

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Trockene Erde von Teegarten in Mangzhi Yunnan. 2019 April.

Daxueshan ruft

Ich weiss nie, was auf mich in Shui Tang wartet. Ich kann nur es annehmen, was das Universum mir beschert. Es hört sich so an, als ob es fremd bestimmt wird. Ich sehe es so, dass das Leben geführt wird. Was führt uns?

Lukas hätte ich nicht wieder erkannt. Er hat sein Bart weg rasiert. Simon kam um seinen Daxueshan Gushu zu sichern. René kam mit dem Vater, um ihm Shui Tang zu zeigen. Für diese junge Runde wählte ich den Pu Er Daxueshan Yesheng Gushu, der Evolution verpasst und wilde Gene besitzt. Über paar Hunderten Jahren wächst er im Wald über 3000 Meter über den Meeresspiegel. Harzig, frisch und floral. Ich bereite ihn gerne sanft zu, obwohl er uns auch gerne seine Ellbogen zeigen. Was für Geschmackskurven? Es gleicht eine Wanderung durch die Frühlingslandschaft, wo Krokus blühen, die Moore gemütlich verbreiten, Nadelbäume ganz gerade in die Himmel wachsen. Ja, wie Avatar! Wie der Wald bei dem Hexer Wiesner in Escholzmatt!

Der Ruf von Daxueshan Yesheng Gushu ist wie eine Faden. Er ruft einen in den Wald zu gehen, wo ein Labyrinth sich offenbart. Es ist wie Theseus, der unausweichlich seine Reise antreten musste, mit Faden von Ariadne den Weg finden und Minotauros töten konnte.

„Dieser Tee schmeckt wie ein Ruf.“ Die beiden nickten den Kopf. “ Hast Du nicht das Gefühl, dass er Dich ruft, Lukas, komme! Komme raus! Raus aus Deinem Komfortzone!“ Lukas sagte, „Doch! Aber wir blieben meistens gerne im Verzicht auf Freiheit und lieber in Sicherheit.“ „Das stimmt. Wir stehen oft kurz vor einer Mündung und haben ungeheuer Angst weiter zu gehen. Aber wenn wir nicht paar Schritte weiter gehst, woher sollen wir wissen, wohin der Fluss uns treibt und wie die Ozean aussehen kann?“ Das Problem ist, wenn wir paar Schritte gemacht haben, wissen wir plötzlich, dass wir nicht von dem Strömung getrieben sind, sondern von unserem Herzen. Lernen zu vertrauen, dass wir auch allein den Weg zu Ende gehen können, ist auf einmal das Wichtigste. „Man braucht Mut.“ sagte er.

Was ist Mut? Ist Mut Nicht- Angst? Ist Mut eine Kraft, um etwas zu verändern? Ich neige zu dem Tee. Er ruft. Ich muss mir nicht überlegen, weil mein Herz vibriert. „Mut ist vielleicht eine Haltung im Leben. Eine Haltung die sich in bestimmten Moment manifestiert, wenn etwas entschieden werden muss. Entscheide ich mich für die Vibration meines Herzens? Oder entscheide ich mich für den scheinbaren einfachen kontrollierbaren Weg?“ Eine Grundhaltung, die den Lebensfluss am Scheideweg scheidet und führt.

Lukas umarmte mich beim Abschied und bedankt sich für den Stoff zum nachdenken.

Meine Gäste sind gegangen, und ich gehe auch weiter.

大黑山 Daheishan… Der Tee aus dem grossen schwarzen Berg!

Daheishan, übersetzt heisst er Gross- Schwarz-Berg.

Yu sagte mir, diesen Tee hat er entdeckt, als er tagelang in Mansong bei Yibang auf Tee gewartet hat.

Mit seinen zwei Pflücker dufte er nach Mansong. Es ist heute bei den Bauern auch angekommen, dass das richtige Pflücken die Lebensdauer der Teebäume zusammenhängt. Tagelanges Warten hat sich gelohnt, als er von Daheishan erfuhr.

Der grosse schwarze Berg ist lichtvoller als er dachte. Die Bäume wachsen nicht zu dicht, die Wiese bedeckt von Vegetation. Woher kommt dieser Name?

Vielleicht kommt der Name von dem Tee selbst? Der Tee aus Daheishan hat die typischen blumigen Noten von Yibang Tee, anders als der meisten Yibang-Tee wirkt der Daheishan im Mund breiter und tiefer, als ob der Tee meinen Körper ausdehnen würde. Der Aufguss ist mineralisch und vermittelt uns den Eindruck des steinreichen Bodens in Yibang Berg. Die Tiefe und Breite wirkte wie ein schwarzes Loch in meinem Oberkörper. Es lud ein, hinein zu spazieren – wenn einer bereits ist, die andere Seite vom „Mond“ – Sich selbst, anzuschauen.

Der Wald ist nicht schwarz. Der Tee ist grossartig. Trotz der kleinen dunklen Pfad ins inneren Loch meines Herzens flimmern viel Lichtblicken zwischen den Teeblätter!

Pu Er Seminar am 29.10.2017

Die Degustationsliste von dem morgigen Pu Er Seminar.