Archiv für den Monat Juli 2010

Ist Dein Matcha nicht schäumig?

In Shui Tang kamen häufig Leute, die nach einem Matcha verlangen. Eigentlich möchten sie gerne vorgeführt bekomme, wie ich Matcha schlage.
Die häufigste Frage ist: Warum ist mein Matcha nicht schäumig?

Die Antwort ist relativ einfach: Uebung macht dem Meister.

Andererseits hätte ich paar Vorschläge:
Den Tee unbedingt sieben. Dies garantiert vollständiges Auslösen. In der Teezusammenkunft achte ich immer, ob ich Mtacha Spuren hinterlasse. Das heisst, unaufgelöste Matcha-Spuren zeigen meine Schlamppigkeit.

Den Tee unbedingt im Kühlschrank aufbewahren: nur ein frischer Matcha kann auch das schöne Schmaum garantieren.

Den Tee tatsächlich mit zwei Bambuslöffel dosieren und mit ca. 50 ml Wasser aufgiessen. Man muss sich immer so vorstellen, dass der Gast nicht mehr als 3 und halbe „Schlucke“
trinken.

Den Tee mit einer richtigen Chasen (Besen) schlagen. Wenn Deine Schale klein ist, dann eine kleine Besen. Wenn Deine Schale gross ist, dann eine grosse Besen. Ein wirklicher Teefachgeschäft kann Dich richtig beraten. Zu kleine Besen in einer grossen Schale macht keinen schönen Schaum…

Den Tee mit richtigen Temperatur giessen. Zu kalte Temperatur oder zu wenig dosierten Tee sind die Gründe eines gescheiterten Matcha. 90-100 Grade Wasser kann je nach Qualität zum Erfolg helfen. Je bessere Qualität kann man mit heissem Temperatur aufgiessen.

Die Hände lockern. Verspannte Hände können keinen guten Tee rühren… Teezubereitung kann ein SPiegel unserer Seele sein.

Viel Spass mit dem Schaum!

Eine innere Reise durch Tee

Das einzig lebenswerte Abenteuer kann für den modernen Menschen nur noch innen zu finden sein.
C.G. Jung: Der Mensch und seine Symbole, 11. Aufl. Olten: Walter, 1988, S. 212

Viele Teefreunde sagen mir, dass sie durch das Blog Tee Erleben lernen, wie sie über Tee sprechen. Überhaupt kommen sie zur Sprache des Tees. Vorher wussten sie nicht, dass man sich so über Tee fühlen, so darüber sprechen und nachdenken könnte. Scheinbar hat dieses Blog viele kleine Steinen in vielen Menschenherzen in Bewegung gesetzt.

Nachmittag kamen Jürg und Carola zu Shui Tang. Seit langen fanden wir keine Ruhe, sich zusammen zu sitzen und nur den Tee zu widmen! Wir degustierten Bi Luochuns und Longjings. Für jeden ist es das einfachste, bei einer Degustation auf die Augen zu verlassen. Wir vertrauen unsere Augen mehr als unsere Nase und Gaumen, denn wir wissen bald nicht mehr, was wir schmecken.

Jürg und Carola bemerkten sehr schnell durch die Augen die Veränderung des Aufgusses. Sie zögerten allerdings bei ihrer Aussage über die Geschmäcke. Ich bin im Grunde genommen nicht anders als sie. Ich bin eingebildet intelligent und eingebildet schlau. Atong warnte mir immer wieder vor voreiligen Urteilen, weil er mein Problem kennt. „Du beurteilst nichts durch Deine Augen.“ Das, was wir über Augen wahrnehmen, sind viele Details, wie z. B. wie die Situation der Behaarung und wie schön der Tee geformt ist. „Solche Details können nur Amateuer beeindrucken, aber nicht einen wirklichen Profi.“ betonnt er. Das Wichtigste für einen Profi ist, einen guten Geschmack zu entwickeln und zu erkennen.

„Wie denn?“ fragte Carola. Wie findet man die richtigen Worte um die Wahrnehmung auszudrücken? Wie kann man wissen, dass es einen guten Geschmack ist?
„Du fragst Dich einfach selbst, was fühlst Du Dich nun bei dieser Tasse.“ Wenn ich eine Tasse degustiere, frage ich mich, wie ich mich fühle und beobachte, was mit mir passiert. Vielleicht finde ich diese Tasse süss, lieblich oder sogar elegant… „Dann fragst Du Dich, was meinst Du eigentlich „elegant“?“ Du lerne einen Tee kennen, ohne Dich selbst zu übergehen. „Was meine ich schön? was meine ich süss? was meine ich bitter?“ Schön ist für mich, wenn ein Tee leicht geschmeidig fliesst. Süss ist ein Tee manchmal wie ein Frucht, manchmal wie Honig und manchmal wie Malz. Bitter ist ein Tee, wenn er herb schmeckt… Ich verstehe Tee, indem ich mich selbst mit Tee in Verbindung bringe. Ich verstehe Tee, indem ich meine Empfindung besser verstehe!

Nur durch diese Reflexion verstehe ich, was ich von Tee spüre. Und durch diese Reflexion verstehe ich mich eigentlich besser! Ach! Ohne eine klare Identität von sich selbst, verstehe man die Welt eigentlich nicht! Unklare Menschen schaffen Unklarheiten und leben in einer verblendeten Welt.
Hast Du Angst vor Tod??

Dann brauche ich im Tee sehr viel Vertrauen in diese Menschen, die mich durch die Welt des Tees führen. Bevor ich mein Vertrauen entwickle, kann ich nicht anders als diese Menschen mehrmals zu überprüfen – „Verdienen Sie mein Vertrauen? Könnte ich durch sie die Welt des Tees besser verstehen? Oder möchten Sie mich in eine Abhängigkeitsbeziehung bringen?“ Ich bin überzeugt, Tee ist keine Esotherik. Das Wissen von Tee ist kein esotherisches Wissen. Es ist überprüfbar.

Dann kam Joseph, mein guter Freund. Er kam und brachte zwei Tees. Er wollte beichten, dass er bei dem Nachbargeschäft einen Assam und einen Gyokuro kaufte. Wir lachten. Er wollte aber wissen, ob der Kauf mit dem Gyokuro richtig war. Mir gefällt seine Ehrlichkeit und Direktheit. Auch wenn er mit mir befreundet ist, ist er frei, dort einzukaufen, wo er sich wohl fühlt. Wir sind frei. Ohne viel zu erklären, gossen wir zwei Gyokuros auf. Ein Gyokuro Asashi und ein Gyokuro Seiyo, beide Organic und original aus Japan.

Die Antwort war nicht schwer zu finden. „Dieser (Seiyo) ist sehr zurückhaltend, leise. Aber sehr klar und präsent.“ sagte Jürg. Ja, er ist elegant und rein. Der Asashi Gyokuro, war bereits in dem Beutel vollen Teeladengeschmack. „Er ist süss. So süss, wie eine abgestandene Mandarine! Ein Tee, um WOW-Effekt zu erzeugen.“ meine Kommentar war grausam. Der gute offene Joseph akzeptierte unsere Kommentare und wir verabreden uns zu einem Ausflug im Sommer. Die Zeit war bereits spät und ich machte mich langsam auf den Weg zum Völkerkundemuseum…

Englisch-Chinesisch Tee Lexikon 英漢茶業辭典

Ein Muss fur Teeliebhaber, der sich fur ernsthafte Tee-Bildung interessiert:
Eine Lexikon von Tee in Chinesisch-Englisch!

英漢茶業辭典
I S B N:9576012740
480 New Taiwan Dollars (ca. 12 Euros / 17 CHF)

http://www.sanmin.com.tw/page-product.asp?pid=204219&pf_id=99E155q9K102i52F100p72L111g128jHXqQLc1126SxV

Eigentlich wurde die Lexikon in Japanisch geschrieben. Es wurde „nur“ chinesische übersetzt und erweitert…

Programm vom 4.09 im Völkerkundemuseum zu down load

Programm_LN_2010.doc

Das Programm von dem 4.09 im Völkerkundemuseum ist heute bei mir eingetroffen. Spannendes Programm!

Am 15.07. ist die Eröffnung der Austellung von Porzellanherstellung in Jingdezhen! Für Tee und Teetoys-Liebhaber in Zürich ist diese Chance einmalig! Ja, ich werde auch hingehen.

Universität Zürich
Völkerkundemuseum
Pelikanstrasse 40
CH-8001 Zürich

Verschiedene Gesichter des Longjings

Mein Ungeduld hat verschiedene Gesichter. Machmal schaffen sie Probleme, manchmal helfen sie mir, Dinge zu entdecken. Nach meiner Ankunft in Zürich, wollte ich mir gleich ein Bild machen von Longjing.
Ich habe drei Longjings aus Frankreich: Longjing Standard, Longjing Imperial, Longjing Meijiawu am 5.04.2010 (erworben bei dem Tee-Vortrag von Nadia im Mai), alle von Kollektionen aus Cha Yuan (Teegeschäfte-Kette gegründet von Nadia Becaud). In Shui Tang habe ich gleich die Longjings mit dem von Shui Tang degustiert.
Es sind nun die sehr persönlichen Degustationsnotizen, degustiert wurden:
Longjing Meijiawu von Shui Tang (100g, 30 Sfr. ca. 22 Euros)
Longjing Standard (100g, 12,9 Euros)
Longjing Imperal (100g, 29 Euros)
Longjing Meijiawu am 05.04.2010 (100g, 40 Euros)
je 1,5g in der Schale, mit leicht abgekühltes Wasser nach dem Kochen. Ziehzeit mindestens 5 Minuten.

Der Longjing Meijiawu am 05.04.2010: Der Duft ist sehr klar, sanft und präsent. Eine unverkennbare Ketten von blühenden Frühlingsblumen. Lichtvoll und voller Freude! Der Aufguss ist leicht herb. Diese Herbe macht diesen Tee gerade so erfrischend und eindrucksvoll.

Der Longjing Meijiawu von Shui Tang: Der Duft ist klar, intensiv und eindeutig. Ein breites starkes Bild von Höhepunkt der sonnigen Tagen – ein Bild des weit offenen blühenden späten Frühlingsgarten. Man hätte das Gefühl, am einen Scheidepunkt zu stehen. Eine leichte Melancholie verleiert das Gemüt. Man ahnte die leise Spuren der Vergänglichkeit…

Longjing Standard: Nur noch eine Spur der jugendlichen Schönheit. Leichte süsse. Kaum ernennenswerte Aromen zu erkennen.

Longjing Imperial: Ich seuzte vor paar liegengebliebenen Bilder von letztem Frühling… Ach!

Eine lange Nacht mit Tee

Am 4.09 findet die traditionelle „Die Lange Nacht der Museen“ in Zürich.
Am 20.00, 22.00 und 24.00 werde ich Tee offerieren. Gleichzeitig läuft eine interessante Ausstellung von chinesischer Porzellan-Herstellung in Jingdezhen! Für Tee und Teatoys-Liebhaber ist der Besuch ein „Muss“!

Programm hier.

Diese interessante Austellung wird am kommenden Donnerstag am 15.07 eröffnet!