Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Tianmen Shan Gushu Pu Er- I

Als Yu mir die Fotos von Tianmen Shan 天門山 in Yiwu Berg zeigte, wurde ich von den starken Bäumen im Wald überwältigt.

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Hochstämmige Teebäume in Tianmen Shan. Fotografiert im April 2019.

Ich hatte das Gefühl, in eine andere Sphäre einzutreten. Es erinnert mich an meine erste Reise in Yunnan, wir wanderten in Nannuo Shan. Die Vögel zwitscherten, Insekten summten und es duftete nach Minz oder Petersilie. Der Weg bedeckt von Lauben, der Moos begrünt den Wald. Alles war in seine Bahn. Vor diesem alten Wald fühlte ich mich klein und zufrieden. Ich spürte Demut und Respekt vor der Natur, oder besser gesagt vor der Kraft, die alles gedeihen lässt.

Leise. Man muss leise sein, damit man die Wesen im Raum nicht störe. Die Sonne strahlt zwischen den Blätter. Die Bäume wachsen geradeaus gegen den Sternhimmel, damit sie den Sonne grüssen können und tiefe Wurzeln einschlagen können. Starke Wurzel, gerade Baumstämme und satte Blätter! Das ist der Pu Er von Shui Tangs Jubiläumstee!

Wie kann ich Euch das Gefühl beschreiben? Ich seufzte. Ja, für mich ist der Tee aus dem Baum, der den Mond stößt.

Der Baum, der den Mond stießt, ist ein legendärer Kieferbaum vom Volk Rukai 魯凱族 im Südtaiwan. Die Kiefer wachsen tief im Wald bereits über tausenden Jahren. Der älteste Baum ist nach der wissenschaftlichen Schätzung 3000 Jahre alt. Und hat im Jahr 2015 einen Umfang von 1357 cm erreicht. Sie stehen dort wie Wächter der Insel!

Auf solchen Bäumen wachsen ein spezielles Frucht, was nur in Taiwan wächst. Jelly Fig aus Taiwan anders als sein Verwandte aus China ist grösser und voller Pünktchen. Die wild gewachsenen Jelly Fig füllt die Kindheitserinnerung aller Taiwaner. Ich wusste aber nicht, dass mein Genuss einer grossen Anstrengung kostet und seine Geschichte tief mit dem Wald verbunden ist.

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Die Sprossen von Kiefer und Zypressen im Wald in Taiwan.

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Der Taiwan-Kiefer, der Baum der den Mond stößt.

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Die Jelly Fig Früchte an dem legendären Baum.

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Der Baum, der den Mond stiesst, ist über 60 Meter hoch und hat seinen Umfang von 1357 cm.

Der Jelly Fig bekam ich, wenn ich aus der Schule nach Hause kam. Meine Großmutter machte sie selbst und würzte sie mit Limettensaft und Melasse. Manchmal auch mit Longgan-Honig. Das war unser Traum-Zvieri. Jelly Fig hat an sich leichte Zitrus-Note und natürliches Süsse. Dies wird verstärkt durch Limetten und Honig. Ich kümmerte mich nie, woher sie kommt. Für mich war meine Welt mit dem Lernen schwer genug.

Als ich per Zufall ein Doku-Film über den tausendjährigen Wald von Rukai sah, wurden meine Augen immer wieder feucht vor meinem i-Pad. Vergangene Kindheit, das verlorene Volk und der zum Glück fast vergessenen Wald! Anders als die Teebäume in Yiwu, wo immer im Sichtfeld der Menschen stehen und Jahr zu Jahr wunderbaren Tee liefern muss, ruhen die Kiefer im Südtaiwan in ihrer eigenen Sphäre. Ungestört, manchmal von Tieren besucht, die ebenfalls einer natürlichen Ethik der Muttererde folgen. Das Wildnis so zu lassen, dass das Lebewesen von ihm ernährt wird. Wer hat das Recht seinen Prozess zu beeinflussen und über sein Leben und Tod zu entscheiden?

Wie geht es mit den Teebäumen in diesem trockenen Frühling in Yiwu? Ich bete für die Bäume, die den Mond stößt. Auch für diejenigen die Yunnan gegen den Himmel wachsen. Ich schliesse meine Augen – der Nebel schließt die Riesenbäume ein. Die Bäume verschwinden in Sichtfeld und bleiben in der Erinnerung. Mögen sie die Mutter-Erde für immer beschützen können!

(Und was kann ich tun, damit ich diese Bäume auch beschützen kann?)

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Trockene Erde von Teegarten in Mangzhi Yunnan. 2019 April.

Gukeng 古坑 Oolong II

Der Garten ist steil und voller Felsen. Ein bequemer Mensch würde dort keinen Tee anbauen. „Aber er schon.“ sagte Atong mir in diesem Frühling. Er sei sein erster Schüler, gab er zu. Für ihn gibt es eine Unterscheidung von Studenten und Schülern. Ein Schüler ist jemand, der das Handwerk von ihm konkret lernt und auch konkret anwendet. Ein Student ist jemand wie ich, der bloß den Tee mit Intellekt versteht. Er zeigte ihm wie er Tee produziert und wie er die Natur, die Zeit und den Tee zusammen in einem Kontext harmonisiert. Der Mensch wartet bis die Natur so weit ist und erst dann Teeblätter nimmt. Die Teeblätter verwandeln sich in der Zeit von sich alleine und entwickelt sich mit Hilfe von menschlichen Hände in einer bestimmter Richtung weiter. Die Zeit lässt diese Verwandlung geschehen. Der junge Schüler lernte das Handwerk und wollte dort Tee anbauen, wo gewöhnliche Menschen aufgeben. Er schaffte es und der Garten gedeihte. Aber er wollte Geld verdienen und zwar sofort.

So trennten sich der Meister und der Schüler. Man pflegte das nötige Respekt voreinander, mehr nicht. Die Wege kreuzen sich nicht, wenn das Herz nicht das Gleiche sucht.

Irgendwann hat ein Wandel stattgefunden. Der Schüler machte seine Erfahrungen in dem konkreten Kapitalismus. Zwischen Geld und Zufriedenheit entwickelt sich immer mehr Risse. Vielleicht hat er auch genug verdient. Vielleicht war es ein Midlife-Crisis. Vielleicht war es nur eine Suche. Das Herz schlug wieder in die andere Richtung, in der Meister und Schüler sich begegnen.

„Seit fast zehn Jahren besucht er mich wieder regelmäßig.“ Atong holte einen Gukeng 2004 aus seinem Schatzkammer, „Der Garten ist außergewöhnlich! Ein Traum. Richtung Südosten. Steil. Viel Sonne. Viel Nebel. Viel Steine.“ Und seit 1981. Der Meeresspiegel liegt zwischen Dongding Berg und Alishan! „Ach, nicht so hoch.“ Atong schaute zu mir, „Bist Du noch abergläubisch?“ „Nicht ich, sondern meine Kunde. Sie wollen Hochlandoolong.“ „Dann erziehe sie, bis sie merken, dass die Qualität eines Tees nichts mit der Lage auf dem Papier zu tun hat!“

Der Gukeng Oolong 2004 liegt zwischen „der Zeit“. Er reift noch. Der Geschmackt erzählte mir, wie die Zeit mit ihm arbeitet. Blumen blühend, Pflaumen reifend. Lebendig und tanzend auf meine Zunge. Was für ein Gemälde oder besser gesagt, was für einen Sommer bei Vivaldi! „Aber ich schmecke etwas Zusammenziehendes im Mund. Was für einen Fehler war damals?“

„Nicht ein wirklicher Fehler, sondern ein Macke. Er war zu jung und zu ungeduldig und der Hang ist zu steil.“ Seine Augen schlossen fast zusammen. Steiler Hang? „Aber der Gukeng 2019 schmeckt nicht so. Er ist charaktervoll, aber nicht eckig.“ Atong machte seine Augen groß. „Merkst Du? Merkst Du es?“ Ja, ich merke es. Ich merke es plötzlich auch, warum. Die Zeit wirkte.

Die Zeit fließt in den Tee hinein. Nicht nur dass der Tee reifen kann, sondern auch der Mensch. Ich mache auch Fortschritte und der Teemaker ebenfalls. Es ist ein unglaubliches Gefühl diese Qualität der Veränderung in einer Tasse zu entdecken!

Als ich wieder in Zürich war, schickte mein Lehrer mir dieses Foto von dem steilen Garten. Für ihn ist unser Arbeit, die Tee nach der alten Machart festhalten wie die Teepflanzen zwischen den Felsen seinen Weg zu wahren. Wir können nur starke Wurzeln bilden, um zwischen Steinen zu stehen. Schritt für Schritt, auf den Teeweg weitergehen. Wenn die Zeit reif ist, werden viele Hirsche in Zürich prächtige Kronen tragen, wo die Teeblätter sprießen.

Das ist der Grund, weshalb der Gukeng Oolong 2019 der Jubiläumsoolong Shui Tang ist. Ein außergewöhnlicher Garten mit allen Bedingen, was man von einem Teegarten träumen kann und ein gereifter Teebauer zugleich Teemaker, der inzwischen seinen Weg gefunden hat. Alles für ein Jubiläum eines Geschäft an einem Ort, wo eigentlich keinen Tee getrunken wurde.

Der Tee, der Hirsch und Zürich

Für Leute, die das Code nicht einscannen können:

https://www.shuitang.ch/pages/der-hirsch-der-tee-und-zurich

Gukeng Oolong und Vivaldi – I

Ich gebe zu, ich habe Vorurteile. Vorurteile gegenüber Musik von Barock (natürlich habe ich noch viele andere Vorurteile). Warum? Die Zeit in Barock war eine krieg-reiche und von Pest verseuchte Zeit. Eine Zeit, in der Menschen starben und verrecken am Ecke der Strasse. Während das Leid der Menschheit herrschte, begleitete die Musik das Tanz im Hof. Das bekannte Stück von Vivaldi „Vier Jahreszeiten“ hatte ich kategorisch vergessen – bis zum Sonntagabend.

So viel Lebenskraft und menschliche Gefühle sprudeln aus den Noten. Sie versetzten mich nach Venedig. Venedig war für mich ein besonderer Ort – ein Ort mit einem Fuß im Okzident und ein anderer Fuß im Orient. Anmutig und prächtig. Harmonisch und zugleich widersprüchlich. Der Duft der Blumen gemischt mit den Geruch aus der Erde roch ich in der Musik. Und die Lebensbejahung begleitet von Ehrfurcht vor der Natur (Gott) klopfte mein Herz.

Nachdem ich wieder allein war, wirkte die Musik noch sehr lang nach. Der Nachklang holte mich wieder nach, als ich den 古坑 Gukeng Oolong vom Frühling 2019 in Shui Tang degustierte. In meiner Tasse war er noch zurückhaltend, nachdem er eine lange Reise nach Zürich eintraf. Trotzdem duftet er nach leisen Orchidee, Maiglöckchen und Zitrusblüte. Reife Banana und Longgan drängen sich rasch im Vordergrund. Das, was man nicht übersehen kann, ist der starke Ausdruck con mineralischen Spuren in den innersten Schichten des Tees. Ist es ein Felsentee? Ein Felsentee aus Taiwan? Die anmutigen floralen Töne schmücken den fruchtigen Körper, dessen Kern von essentiellen Stein-noten besteht. Geschmeidig und aufrichtig. Entzückend und charakterstark. Ich hörte wieder den Tanz von La Primavera. Ich ahnte den Donnern und den Wind. Und den unausweichlichen Rückkehr zur Rhythmus der Natur. Zurück zur Erde.

Shui Tang wird im Herbst zehn Jahre alt. Atong, mein Lehrer suchte diesen Tee für Shui Tang als der Jubiläumstee. Und dieser Tee wächst in einem steilen Hang, wo viele zersetzten Steinen und Felsen zu finden ist. Warum dieser Tee? Was kann dieser Tee diesen Prozess von Erwachen und Beginn, Verwandeln und Reifen, Rückbesinnung und Neubeginn präsentieren?

流雲 Ziehende Wolke I

Ziehende Wolken – 流雲 壺 Liu Yun Hu

Von Ding, Jie 丁傑

Duanni Kanne, 250 ml.

Original 100% per Hand geklopfte Yixing Kanne.

霧靜 Stille im Nebel II

Als die Reisegruppe in Taipei Guqin Halle waren, war es für manche die erste Begegnung mit diesem alten Musik-Instrument Guqin. Die Stimme von Guqin wurde als „Wind durch die Kiefernadel“ – Song Feng. Was heisst das? Kann man überhaupt den Wind hören, wenn es nicht ein Orkan ist?

Kann man die Stille hören? Kann man die Stimme einer Hand hören?

Zen Meister Hakuin erzählte eine Geschichte über die Stimme einer Hand. Ein junger Novize wollte Zen studieren und erhielt eine Anweisung über die Stimme einer Hand zu meditieren. Sein Meister sagte ihm, „man weiß, wie zwei Hände klingen. Aber wie eine Hand ertönt, muss Du nun selbst herausfinden.“ Er begann zu meditieren. Zuerst hörte er das Geräusch von Musik. Er dachte, das sei es. Sein Meister sagte, Nein. Das sei Musik gewesen. Er hörte Wasser tropfen und erzählte seinem Meister von seinem Befund. Sein Meister sagte, „Das war Wasser tropfen.“ Er hörte nicht auf und hörte verschiedene Geräusch zum Beispiel Wind, Zikaden Summen oder Regen. Drei Jahren waren vergangen und er bekam immer nur eine Verneinung. Irgendwann gab er auf und sass in der Stille in Zazen. Auf einmal hörte er die Stimme über die Stimme hinaus. Der junge Novize glaubte es verstanden zu haben, „Alle Stimme und Töne sind vergänglich. Nur die Stimme der Stille ist das einzige Beständige in der Unbeständigkeit. Das ist die Stimme einer Hand.“

Vielleicht ist die Stimme einer Hand der Ausgangspunkt eine Reise in die Welt der Stimme. Wenn die Klänge von Wind gehört werden kann, kann auch der Mond aufs Wasser und die Wellen des Herzens wahrgenommen.

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Sun, Chao war mutig, seine Ambition diese tiefe Einsicht ins Leben mit einer Teekanne auszudrucken. Die Kanne von oben betrachtet sieht wie Rippeln im See. Wie Herr Tang in Chun Yu von seiner Beziehung zum Tee erzählte, dass Tee wie ein Same ist. Wenn dieser Same ins Wasser geworfen wird, entsteht Wellen und Rippeln. Tee schlägt Welle im Leben. Wir lernen viele Weggefährte durch Tee und unser Erfahrungshorizont wird dadurch erweitert. Unser Leben ist nicht dasselbe wie es einmal war. Diese Darstellung von Sun, Chao ist bildlich erzählend und sinnhaft.

Wenn das Wasser beginnt zu kochen, trage ich meine Kanne zum Teetisch. Der Dampf von kochendem Wasser ruft Nebel hervor. Sein Knopf auf dem Deckel von Kanne lädt mich ein, ihn zu berühren. Diese Berührung durch den Finger gleicht einen Teesamen, die ins Wasser geworfen wird. Es rippelt. Etwas im Herzen öffnet sich. Die Stille kommt empor. Im Tee offenbart die Stimme einer Hand – die Stimme über die Stimme.

Er schrieb zu dieser Kanne Wu Jing Hu “ Der Nebel kreist. Die Hand schwingt kurz den Henkel. Die Finger berührt leicht den Knopf. Es sieht so, als ob unser Finger das Wasser rippeln würde. Die Wellen breiten sich wie eine Blüte sich entfaltet. Die Stille blüht am Ecke meines Herzens.“

溯源 Su-Yuan, Zurück zur Quelle II

Eine junge Frau wählte einen Lebensweg, der sich von vielen anderen unterscheidet, und wahrscheinlich viel einsamer ist – weil sie täglich Tonerde allein klopfen muss.

An, Demin 安德敏 entschied sich für diesen Weg. Sensibel und ideenreich. Verletzlich und mutig. Anders als ihr Lehrer 孫超 Sun, Chao, der sich nicht sehr um Details kümmert und seine Idee durch eine klare Formensprache und einfache Linien zum Ausdruck bringt, will An viel mehr. Ihre Ambition drückt sich aus durch Kombination mit Tonerde, durch Symbolik oder Gestaltung an der Oberfläche. Diese Sprache ist in meinen Augen sehr weiblich.

Alte chinesische Dichter versuchten seine Sentimentalität durch weiblichen Munde zum Ausdruck zu bringen. Warum wollten oder mussten sie als Frauen in der Dichtung tarnen? Weshalb wollten männliche Dichter über Frauen schreiben, um bestimmte Lebensgefühle zu loben? Warum gab es bis zum 11. Jahrhundert in China keine wirkliche weibliche Literatur, die von Frauen über Frauen geschrieben wurden? Was ist zu jener Dynastie passiert, dass weibliche Literatur erst geboren wurde, und solche Ästhetik wie Pingdan (Gelassen, ruhig und rein) und diverse Glasur von himmlischen Farben ans Licht kommen?

Ich war entsetzt in Yilan, als ich erfuhr, dass die Schwester (Meisertin Wu, Dongjin) von dem Meister Wu, Dongyuan wunderbare Teekanne herstellen kann, die mir eigentlich noch besser gefällt, aber ihre Kanne auf dem Sammler-Markt minderwertig gehandelt werden! Ich war so entsetzt und fing an nachzudenken. Was ist los mit dieser Kultur?

Die alten Männer, die wunderes Wissen von der alten chinesischen Kultur besitzen, waren oft unerträglich für mich auf unsere Reise. Ich habe sie nur ausgehalten wegen unserer Gruppe. Weshalb haben sie das Gefühl, dass sie die Mainstream-Kultur repräsentieren können?

Jie gab selbst zu, dass die weibliche Sensibilität der Teekannekunst bereichert. Viele Details und Formensprache sind vorteilhaft durch weibliche Interpretation. Die weiblichen Meisterhänden wissen, wie eine Kanne in denTeeliebhaberhände gehalten werden kann – wie die Körperlinie fliessend durch eine Haltung mit Kanne zum Ausdruck gebracht werden kann!

An wollte mit den beiden Kanne etwas erzählen über 初心 Chu-Xin, der Ursprung, mit dem wir die Welt erkunden. Sie wählte die Birnen Form – Lishi 梨式 für ihre Kanne. Lishi (Birnen-Form) ist entstanden aus der 元 Yuan-Dynastie, als die chinesischen Literaten anfingen, die ganzheitlichen Vorstellung eines Individuum zu thematisieren. Vorher waren sie mehrheitlich geformt für das Beamtentum des Kaiserhofs und in dem Korsett von Konfuzianismus. Diese moderne Vorstellung von fassettenreichen Menschenbild hat mich geprägt, ist aber neu in der chinesischen Kultur. Dass Menschen nicht nach Erfolg und Lob der Gemeinschaft streben muss, widerspiegelt wohl auch in der Popularität Teekultur. 張岱 Zhang, Dai fragte sich in seinen Notizen, weshalb er sich nicht über soziale Anerkennung freuen, oder an wirtschaftlichen Vorteilen haften, sondern an eine Teekanne?

Lishi-Form Teekanne wird von Sammler in chinesischer Kultur als das Basic für das Verständnis des Tees. Und wenn Tee als Quelle des Lebens oder als der Anfang von einer Suche verstanden wird, will die junge Frau, die langsam auf ihrem künstlerischen Weg voranschreitet, sich und ihre Sammler aufmerksam machen – dort ist unser gemeinsamen Anfang – Chu-Xin.

遐想開先德,深惟裕後功,溯源尋故址,肯構飾新工。

Sie schrieb diese Gedichte als das Vorwort, weshalb sie die Kanne so gestalten hat: „In der freien Gedanke verstand ich die alten Tradition. Tief berührt möchte ich es mit all meiner Kräften sie zu beleben. Nach einer langen Suche nach dem Ursprung, nun ist es so weit, es zum Ausdruck zu bringen.“

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Mit dieser Kanne wollte sie die Quelle von Yixing Ton symbolisieren. Der Ton von Yixing Kanne entstammt aus der tiefen Erde. Es wurde abgebaut aus alten Mienen. Der Duanni gepaart mit Zini ist einerseits, um die verborgenen Schätze – Tonerde aus Yixing zu veranschaulichen. Andererseits ist um die Verborgenheit von den wesentlichen Charakter der Quelle zu symbolisieren. Zurück zur Quelle geht über das tiefe Eintauchen in die Welt des Yixing.

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Die Schwester-Kanne von Su-Yuan zeigt uns eine andere Erzählung von An. Hier geht es direkt um die Quelle des Lebens, die oft wie der Fluss durch die Landschaft fließt und tiefe Spuren hinterlässt. Mit der Zeit verlieren wir seinen Fluss und müssen uns auf den Weg machen, um seine Quelle zu suchen. Der Weg geht über eine Schale Tee!

An wählt hier 緞泥 Duanni, um ihre Inspiration umzusetzen, dabei hat sie körnige Oberfläche gemischt. Das ist eine bewusste Entscheidung, um die Bilder von Erde und von Ursprung zu zeigen. Duanni erhellt das Erscheinungsbild der Kanne. Die Suche nach der Quelle bekommt eine heitere Atmosphäre, anstatt einem schweren Unterfangen.