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Mythos Yixing?

Yixing Kanne 宜興壺 genießt seine Kult-Position in der Teewelt. Wie viele Menschen verstehen sie tatsächlich? Muss man chinesisch sprechen können, um sie zu verstehen?

Ich kann diese Frage nicht beantworten. Eins ist sicher, auch wenn ich Chinesisch spreche, verstehe sie nur partiell. Ich weiss, dass ich sehr wenig weiss!

Heute trafen paar Freunde in Shui Tang um das Thema Yixing zu vertiefen. Bevor wir anfingen hatten wir eine kleine Wasserprobe: Wasser aus einem gekochten Wasserkocher in Moyu Tasse, Ton Tasse von Meisterin Li Jiao, Ton Tasse aus Deutschland Neumann verglichen. Das Bericht kann ich morgen erzählen.

Ich übersetze kurz einen Dokufilm über die Entwicklung von Yixing Kanne heute. Es gibt Quelleinsteiger, der einst bloss Teeliebhaber war und heute eine Teekannemeister! Er entdeckte sogar wie man mit dem Sauerstoffmangel die Hong Ni zu schwarzen Yixing verwandeln kann! Ein anderer Meister, der das traditionelle Handwerk von der Familie lernt, wie man eigene Werkzeuge herstellen muss, um das Basis des Teekanne-Machens zu beherrschen. Und selbst Ton verarbeitet, einlagert und aussucht. Ein  Teekanne-Meister ohne das Kenntnis zum Material kann keinen individuellen TON angeben!

Wir verglichen verschiedene Yixing Kanne, die ich aus verschiedenen Perioden gesammelt habe. Interessanterweise weisen sie eine bestimmte Richtung, auch wenn sie von verschiedenen Quellen kommen! Mit Hände die Oberfläche berühren, spüren wie fein oder wie körnig der Ton ist. Mit Augen zu vergleichen, wie die Farbe sich in verschiedenen Perioden verändert! Dann mit den Informationen aus verschiedenen Büchern und Dokufilmen zu vergleichen kommen wir ein Stück weiter. Das Wichtigste ist, Referenzen zu haben! So lernten wir über die Teekannen in Shui Tang kennen und über die Entwicklung des Yixings.

Zum Schluss wollte ich unbedingt einen vergleichenden Degustation machen! Vier Möglichkeiten: Porzellan weiss; Yixing doppelt verarbeitete Kanne, modelliert; Moyu Jade Kanne; Alter Yixing Hong Ni aus 80er Jahren, handgeklopfte.

Jeder hat zwei Tassen: Tassen von Li Jiao, und Porzellan weiss.

Aufgegossen wurde Lao Man E Gushu.

In der Porzellan Kanne: die frische und blumige Note des neuen Pu Ers sind im Vordergrund. Das Bittere eindeutig. Eigentlich sehr schön. Ein tolles Material, einfach zu verstehen!

In der 墨玉 Moyu Kanne: die frische und blumige Note des neuen Pu Ers sind nicht eindeutig. Wie eingedämmt. Aber um so deutlicher spürt man die feinen seidigen Textur im Mund. Ich nahm etwas prickelnde Kraft in meinem Gaumen wahr und fühlte mich dabei wie gestärkt – das kann natürlich eine Täuschung sein! Dieser Tee schmeckt mehr in der Moyu Kanne als in der Porzellan Kanne, aber – nicht alle Leute würden die gleiche Meinung wie wir am Teetisch sein! Es ist nicht zugänglich für alle.

In der modellierten Yixing Kanne: diese Kanne ist halb per Hand verarbeitet. Man will eine Kanne schneller fertigstellen, weil eine Hand geklopfte Hand eine Woche Arbeit beansprucht. Aber der Ton ist speziell! Dieser Ton ist zuerst aus gebackenen Ton, der noch einmal zermahlt, fermentiert und gelagert wird. Diese gemahlenen Körner oder Pulver werden mit dem frischen Ton gemischt und zur Kanne verarbeitet. Weshalb so aufwendig? Der Aufguss lüftet das Rätsel. Der Aufguss schmeckte süß! Frisch, süß und knackig! Wir waren alle hell begeistert!

In der per Hand geklopfte Yixing Kanne Hong Ni: subtile blumige und frische Note, nicht so knackig wie bei der anderen Yixing Kanne. Der Aufguss ist ruhiger, aber auch eleganter. Die Textur differenziert, fein und seidig! Ich lachte in meinem Herzen: zum Glück wurde diese Kanne in Shui Tang nie verkauft! Ich werde sie natürlich auch nie wieder verkaufen! Der Lao Man E Gushu aus dieser Hong Ni Yixing Kanne gefällt mir am meisten!

Der Unterschied zwischen den beiden Tassen? Leider kann diese weiße Porzellan Tasse nicht mithalten. Der Tee in der Tassen von Li Jiao ist immer eine Spur feiner und samtiger. So wie in der Wasser Degustation!

Hier kann man noch die Notizen lesen von der letzten vergleichenden Degustation von Steinkannen!

Modellierte Teekanne Xishi Form aus speziellem Ton.


Hematite Steinkanne. Sie hat die Moyu Steinkanne bei einer Degustation „niedergeschlagen“!


Mo Yu Kanne Xi Shi Form.

Neue Ankömmlinge!

Neue Ernte von Pu Er 2017 ist in Shui Tang angekommen!

Von Yiwu Regionen: Bo He Tang, Cha Wang Shu, Mao Er Duo, Purpur Er Duo

Menghai Regionen: Lao Man E, Lao Ban Zhang Pasha, Lao Ban Zhang 13 Chai

Alles 100% Gushu!

Und nicht unter durchsichtige Plastik Dach gestrickter! Sondern auf dem Dach direkt unter der Sonne!

Heute aufmachen, lüften. Ab Donnerstag ist er trinkbereit!

天目 Eine Galaxie in einer Schale Tee

江 Jiang, 有庭 Youting ist ein Taiwanesischer Keramiker. Er arbeitet nur für Tian Mu Schale.

Tian Mu 天目 hat meistens dunkle schwarze Farbe. Die Farbe schwarz enthält alle sichtbaren Farbe der Welt!

Die Farbe, die er bei seiner Arbeit heraus findet, nennt er in „Verborgenheit versteckten Farbe“. Cang 藏 aufgehoben und versteckt. Se 色,  farbe.

Cang Se Tian Mu ist sein Weg.

Er hat keine Hobby. Er hört keine Musik. Musik sei bloß Lärm für ihn. Er ist gerne alleine. Manchmal kommt seine Frau zu Besuch. Seine Familie versucht ihn allein zu lassen. Weil die Einsamkeit das Basis bietet, um Galaxie in einer Schale zu sehen, zu begegnen und zu genießen! Dann ist man nicht mehr allein.

Seine Zwillingstochter wollen nicht mit der Erde arbeiten. Eine mag diese schmutzige Arbeit nicht. Die andere hat immer Kopfhörer an. Er sagte, Musik stört bei der Arbeit, wenn der Ofen brennt. Man hört die Worte des Ofen nicht mehr. Die Töchter sagen, dass der Vater oft mit ihnen über das Leben reden wollen. Sie versuchen ihn zu klären, dass es noch eine Weile dauert, bis sie sich dafür interessieren.

Er sei nicht kreativ und wenig intelligent. Zum Glück hat er die Arbeit mit Tian Mu Schalen. Weil man nicht „Mehr“ braucht, als Einsamkeit. Er ist sicher, dass er bis zum Tod weiter an Tian Mu arbeiten kann, weil man dabei nur Hände braucht, um Schalter vom Ofen einzuschalten und sich zu bewegen.

Ich besitze keine Schale von ihm. Vielleicht sollte ich mehr Geld machen, damit ich mir es leisten kann, eine Schale von Jiang zu erwerben.

Wie war der Tee in der Song Dynastie?

Song Dynastie in China, 960-1279, wurde der Tee zum Zentrum des kulturellen Lebens. Viele Künste und Lebensstile drehten sich nur um den Tee.

Cha Gao, der dicke Paste. Die sinnliche Tian Mu Schale. Der Mactha, der heutige Cha No Yu bildet. Diese Objekte und Phänomenen haben ihre Spuren in dieser glorreiche Vergangenheit der Song Dynastie!

Ich habe ein Video gefunden und es ist von National Palast Museum herausgegeben. Manchen kommt es bekannt vor, weil man es in Japan bereits kannte und es als japanisch verstand. Nun kommt man auf die historische Spuren des Tees. Dort ist der Anfang des Matchas!

Euch wünsche ich viel Freude!

https://youtu.be/eeVYwYT4OgY

https://youtu.be/_C9pgevlPqc

Das 2. Video erzählt einen Taiwanesischen Teeliebhaber, wie er mit Lao Ban Zhang Pu Er versucht, den Teegenuss aus der Song Zeit wiederherzustellen!

Traurige Teepflanzen in Tropen II

Anschließende Diskusion von dem letzten Beitrag.

Der Anstieg des Teepreis staunt und schreckt viele Teetrinker der Welt. Der Anstieg des Pu Er Teepreis verursacht viel Geschrei und bringt einen zu sparen. Einerseits ist es auf Spekulation des Investoren zurückzuführen. Andererseits ist es eindeutig zu beobachten, dass der Teebauer in Yunnan wie viele andere Teebauer in Taiwan oder Japan direkt davon profitieren. Fairtrade ist in Yunnan, Taiwan oder Japan eine lächerliche Frage. Es geht den Bauern gut.

Wir sahen neu gebaute Strasse, glänzende neue Dächer des neuen Hauses und gute Fahrzeuge. Ich freue mich sehr darüber. Viele Bauer sagten auch klar, sie wissen ihre alte Teepflanzen zu beschützen, weil sie ihnen Wohlstand garantieren. Dass man noch vor paar Jahren Gushu abgeholzt hat, um Häuser zu bauen und Schnaps zu aromatisieren ist heute nicht mehr die Rede. Gushu ist goldwert.

Auch viele Teebauer wissen, dass ein Natur-belassener Taidi Cha einen guten Preis macht. Somit gibt es neben dem fast unerträglichen Gushu-Preis auch immer mehr anständigen Taidi Cha wie der Gua Feng Zhai Xiaoshu oder Zhang Jia San Dui.

Trotzdem hatten wir eine heftige Diskussion zwischen Yu, mir und meiner Freundin aus Taiwan im Bus während unserer Fahrt von Lao Ban Zhang nach Menghai.

Für meine Freundin, eine Professorin an der Universität Taiwans, Philosophin, Teeliebhaberin und Wissenschafterin. Sie fragte sich, ob die Menschen endlich begreifen, dass die Natur durch ihr Handel für immer zerstört werden kann und der Wohlstand nur auf kurze Dauer ist. Für sie sollen die Teebauer aufhören, die Teepflanzen auszubeuten und die Natur nicht angreifen. Sie hat Recht.

Ich war eine andere Meinung. Das Problem von Zerstörung der Natur ist nicht das Problem des Teebauers in Yunnan, sondern ein Problem der Teegemeinschaft und somit das Problem der Menschheit. Man darf das Problem auf den Schulter des Teebauers in Yunnan schieben. Den Wohlstand will jeder. Auch die Intellektuelle wie sie fliegt um die Welt und dort oder dort ihr Refugium. Ihr Refugium in der Natur ist der Wohnraum. Hingegen ist die Natur der Ort, wo die Bauer ihren Wert ausschöpfen. Dass die intellektuelle städtische Bürgertum von einer Natur und von einer reinen Tee aus der Natur träumt, ist manchmal eine ironische Vorstellung – fast eine „Heuchelei“. Menschen die von Urbanisierung profitieren, kritisieren die Menschen die ihre Existenz aus der Natur sichern. Warum sollten die Teebauer in Bergen Yunnans keinen Wohlstand genießen? Warum sollten sie keinen Sportwagen fahren oder Iphone besitzen? Warum sollen nur wir die Vorteile der Zivilisation genießen, während die Bergbevölkerung arm bleiben und die Natur nicht antasten sollen?

Ich freue mich, dass die Teebauer in Bergen Yunnans einen Wohlstand erarbeitet haben! Dafür zahle ich gerne einen guten Preis. Dafür freue ich mich, dass niemand an diese Handlungs-kette leidet.

Trotzdem leiden die alten Teebäume in Bergen Yunnans. Sie leiden, weil sie zu oft gepflückt sind, sie leiden weil die Menschen, die sie pflücken, sie falsch anfassen. Sie leiden, weil das Klima der Erde sich verändert!

Unser Bauer von Lao Ban Zhang erkannt das Problem seit langen Zeit. Er bildet selbst ein Team von guten Pflücker! Somit sichert er nach dem guten Materialien bereits den zweiten Schritt seine Qualität! Dass es immer weniger erfahrenen Pflücker gibt, ist weltweites Problem. In Taiwan pflücken die vietnamesischen Ehefrauen und sie wollen eins- das Geld. Das ist moralisch nicht unkorrekt, aber es fehlt eine Verbindung zu Teepflanen. Teepflanzen pflücken braucht das Wissen! Um das Wissen einzueignen, braucht Zeit! Ein guter Pflücker weiss, wie man mit Finger die Teepflanzen anfasst, ohne sie zu verletzen. Er weiss, wie und wo er pflücken darf. Das rechte Pflücken sichert die Lebensdauer des Teepflanzens!

Wir dürfen das Problem der sterbenden Gushu auf den Schulter von Teebauer Yünnans schieben. Das ist die gemeinsame Verantwortung der Teegemeinschaft! Wenn wir billigere Tee-angeboten von Gushu haben, die aus der Ernte von Sommer oder Herbst, so belasten wir die Pflanzen. So beschleunigen wir das Sterben des alten Teebäume, die bereits paar Jahrhunderten vor Dir und mir leben und eigentlich ohne uns noch weiter gelebt hätten!

Die traurige Pflanzen in Tropen bringen uns zum Nachdenken. Nachdenken über uns selbst und über die Zukunft. So eine Diskussion darf nicht in Fehler Zuweisung fallen. Anderen Fehler zuzuweisen, um eigene moralische Position zu stärken, spaltet nur die Welt.