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Bedeutung von „Der Tanz von Drachen und Phönix 龍鳳呈祥“

Anschließend zu dem gestrigen Beitrag.

Das Motiv vom Tanz zwischen Drachen und Phönix ist oft so platziert, dass Drachen rechts im Bild fliegt und nach unten zu Phönix schaut, während Phönix links im Bild steht und seine Flügel schwingen Richtung Drachen.

Das Bild „Drachen“ ist in der chinesischen Kultur gerne mit Wasser Nähe, Zugang zu geistiger Welt – Versteck hinter den Wolken, wechselhaft und Botschafter der geistigen Welt zugeschrieben. Vom Charakter her, ist Drachen Yin und vom Element Wasser.

Phönix und Feuer gehören zu den gleichen Bild. Phönix neigt zu Feuer, zu Sonne, ist Symbol von Schönheit und Gefühle. Vom Charakter ist es Yang geprägt.

Die energetische Harmonie zwischen Yin und Yang ist zwar erst seit 8. Jh vor Christus populär, aber das wahrscheinlich älteste ausgegrabene mit dem Tanz von Drachen und Phönix gemaltes Steinzeug-Gefäss ist bereits Siebentausendjahren alt. Es wurden auch verschiedene Muster von Gruppierung zwischen Drachen und Phönix gefunden. Das kollektives Bewusstsein der damaligen chinesischen Gesellschaft deutet auf eine Vereinigung von beiden komplementären Eigenschaften hin.

Drachen, ein Totem aus der mythischen Dynastie Xia.

Phönix, ebenfalls ein Totem aus der legendären Dynastie Shang, die Dynastie Xia ablöst. Möglicherweise wird die Vereinigung beider wichtigsten Symbole Chinas durch diesen Machtwechsel durchgeführt.

Die Vorstellung von Yin und Yang assoziiert auch die Harmonie zwischen beiden Geschlechtern: Man und Frau.

Es wurde eine schöne Geschichte erzählt über eine Tochter von Fürst 秦 Qin. 弄玉Nongyu, die geliebte Tochter von einem mächtigen Fürst, spielte gerne Sheng, ein Musikinstrument. Sie spielte so frei, um ihre Sehnsucht nach einem Seelenverwandte auszudrucken. Am einen Vollmondnacht antwortete Töne von Shakuhagi ihre Musik und die Musik berührte nicht nur ihre Seele, sondern auch die Tiere und Vogel. Sie fand diesen Mann 蕭史 Shi und heiratete ihn. Eines Tages sagte der Mann zu Ihr, dass er die Freiheit vermisst und sie mit in die Bergen mitnehmen wollte. Sie stimmte ihm zu. Er spielte 蕭 Shakuhagi und sie antwortete mit 笙 Sheng. Auf einmal tauchten Drachen auf und tanzte, während Phönix zu Ihnen fliegt und Nongyu einlud, sie zu tragen. So ritt Shi auf Drachen und Nonyu auf Phönix. Drachen und Phönix tanzten im Himmel und verschwammen hinter den Wolken. Seitdem bezeichnet man in China den Tanz und Drachen und Phönix als die treue Liebe von Seelenverwandten.

Nicht nur als Symbol von zeitlosen Liebe, sondern auch als ein spirituelles Zeichen dient der Tanz von Drachen und Phönix.

In einem Ausgrabung von einem Grabmal in Hunnan Changsha 陳家大山楚墓wurde ein Malerei aus Seiden gefunden. Begraben war eine Dame von höhen sozialer Position. Auf dieser Malerei ist der Tanz sehr lebendig dargestellt. Der Drachen zeigt seine Krallen und schaut Richtung Himmel, während der Phönix seine Flügel ausbreitet und seinen Haupt hebt, als ob er gleich abheben würde. Unter den Drachen und Phönix steht eine Dame. Ihre Hände sind gefaltet und ihr Körper hat aufrichtige Haltung. Es sieht so aus, als ob sie betet. Was betet sie? Die Antwort von Archäologie lautet, sie bittet Drachen und Phönix ihre Seele mitzunehmen, um über das phänomenale Leben hinaus…, zu Ewigkeit!

龍鳳呈祥紫泥壺

Zini Kanne „Der Tanz von Drachen und Phönix“

330 ml.

Von Sun, Yingbang 孫英棒

100% Original Yixing Zini Kanne.

100% per Hand geklopft und angefertigt.

龍鳳呈祥 Tanz von Drachen und Phönix

Tanz von Drachen und Phönix

Von Sun, Yingbang

Zini Kanne 330 ml.

Mehr Text kommt bald.

石鼓 Shigu, Stein- Trommel

Stein-Trommel, Shigu bezeichnet man in China die Jennifer Steingruppe, die im Tang Dynastie gefunden wurde und aus der Zeit von 475-221 B.C. entstanden waren. Auf dieser Stein Gruppe ( 10 Stücke) wurden Texte eingeschnitzt. Weil der Stein rund und wie Trommel aussieht, heisst es Text von Stein-Trommel. Sie sind die älteste in Stein eingeschnitzten Schrift.

Diese Schrift erlebt verschiedene kriegerische Periode der chinesischen Geschichte. Sie waren verschwunden unter dem Volk, wieder aufgetaucht und gesammelt im Kaiserhof. Dann im Krieg gegen Mongolei an Mongolen verloren, später wieder zurück nach Peking. Im Bürgerkrieg des 20 Jahrhundert nach Süden transportiert und später wieder nach Peking gebracht. Heute stehen sie Palastmuseum in Peking.

Sie hat einen grossen Einfluss auf die Kunstgeschichte Chinas und ist das Vorbild für Kalligraphie und Malerei.

Teekannemeister Xu, Meng 許夢 studierte Kunst der Malerei und absolviert ein Hochschulstudium für Design der Kunst. Ihr Versuch die moderne Malerei in die Zisha Kunst zu integrieren kann man in dieser Kanne Shigu deutlich sehen. Sie nimmt die Yuanzhu Kanne als Vorbild, was eine rundliche Form wie Stein- Trommel assoziiert. Wir sehen auf der Oberfläche eine Schattierung von dunkler Ton, was effektiv uns an die Oberfläche von Shigu Schrift erinnert. Anstatt mit einem anderen Material diesen Effekt zu gestalten, verwendet sie den originalen Zhuni Ton. Das heisst, der Körper der Kanne ist mit Zini geklopft und die Glasur aus Zhuni.

Als ich diese Kanne sah, fragte ich mich sofort, wie wird der Tee wohl schmecken? Meine Neugierde wächst und wächst, wenn ich diese Kanne länger betrachte.

Der originale Stein vor zwei Tausendjahren spricht anders zu uns. Seine Schrift muss man mit Hilfe einer speziellen Lexikon lesen. Aber auch ohne die Lexikon hat solche Stein seine eigene Sprache. Wir haben Möglichkeit mit ihm ohne Worte zu verständigen. Aus dieser Überlegung will Xu, Meng keine Schriften auf der Kanne haben. Sie lässt sie bewusst im Schatten. Die Schatten arbeiten mit Licht. In unterschiedlichen Zeit und Raum wird diese Kanne verschiedene Schatten werfen, und mit uns lebendige Sprache des Tees führen!

Wiederholung ist heilsam

Vor wichtigen Anlässen schlafe ich schlecht. Ich habe Stress. Ich erfahre diese stressige Situation als schmerzhaft und verzweifelnd. Ich spüre mich selbst nicht. Ich kann nichts dagegen tun.

Zum Beispiel wenn ich eine Reise führe. „Warum machst Du es noch?“

Ich werde oft mit dieser Frage konfrontiert. Ich hatte keine Antwort, warum ich es mir immer wieder antue. Es gibt aber eine Kraft, die mich jedesmal dazu bringt, es durchzuführen – auch wenn ich die Schmerzen spüre und verzweifelt bin. Es ist wie eine Abenteuer, dessen Ziel ich selbst bin.

Jeder Mensch erlebe viel Schmerzen und Zweifeln im Leben. Wir dachten, wenn die Risse geheilt sind, ist alles vorbei. Warum diese Risse noch einmal abreißen? Weil ich mich selbst besser sehen will. Mich besser zu sehen, indem ich meine Schmerzen noch einmal durchlebe, um zu verstehen, worum es sich handelt.

Manchmal kann man solche Wiederholung nicht vermeiden, weil man etwas „Höheres“ oder „Grösseres“ verwirklichen möchte. Ich muss darum einen Ausweg finden. Den Ausweg findet man oft – in der Wiederholung. Durch solche Tätigkeiten – sei es Reisedurchführung oder Konzerte, Seminare organisieren – erhalte ich von Teefreunde viel Zustimmung und Resonanz. Diese Reaktion wirkt wie Balsam, es fließt zu mir zurück. Es ist nicht geheilt. Aber zu vergewissern, es ist ein richtiger Weg.

In jeder Wiederholung – wenn ich einen kleinen Schritt, eine wenige Veränderung oder ein bisschen Entwicklung beobachten kann, dann ist dieser kleine Fortgang ein Elixier.

Vielleicht ist es deswegen heilsam für viele Teefreunde, wenn wir Tee in Gongfu Cha Stil trinken. Es wird wiederholt. Durch jede Wiederholung lerne ich verschiedene Gesichter eines Tees kennen – und schlussendlich über den kleinen Wandel oder Wechsel des Tees wahrzunehmen zu lernen und zu erfreuen!

Yixing Kanne: Spuren von der Sonne 日跡

Eine Kanne als Antwort auf Klima Wandel?

Zini Kanne 紫泥壺 von Künstler 孫英棒 Sun, Yingbang. 250ml.

Yixing Kanne Typ „Dezhong“德鐘壺

Dezhong ist eine typische traditionelle Form für Yixing Kanne Kunst. Was bedeutet Dezhong?

De, Tugend. Zhong, Musik-Instrument.

Das musikalische Instrument Zhong ist wie ein Gefäß, innen ist leer und gibt einen weitreichenden Klang. Dieses Instrument sollte die Tugend loben. Das Loblied erzählt das Gleichgewicht zwischen Stärke und Sanftheit; zwischen dem Expliziten und Impliziten. Diese Balance ist die sogenannte Tugend.

Diese Kanne wird auch als „Zhongde“ bezeichnet. Der Streit um den richtigen Name ist nicht gelegt. Das Einzige, was wir verstehen können, ist die Botschaft einer gelungen „Dezhong“ Kanne – eine ästhetische Erfahrung. Eine ästhetische Erfahrung, die durch Tee trinken mit ihr entstanden und gepflegt wird, bringt den Teeliebhaber näher zu seiner wahren Natur. Unbeeindruckt von aussen, aufrichtig zu sich selbst und zufrieden mit dem, was auf einen zukommt. Aus dieser Zufriedenheit kommt das Gleichgewicht in dem konfliktreichen Alltag.

Shao, Daheng (1796-1861) hat diese Form entworfen. Seine bekannteste Dezhong Kanne ist aus Tianqing (himmlische blaue Tonerde).

Ein Teekonzert am 16.09.2018

Eine Schale Tee erheitert und gilt als gesund. In der Tat ist der Tee ein Ergebnis der alten chinesischen Alchemie, die stets versucht, die Grenze zwischen Zeit und Raum aufzulösen.

Die Teehaus-Kultur der Tang-Dynastie nimmt ihren Anfang zwischen 713 – 741. Das öffentliche Teehaus war ein Ort der Ereignisse, ein Ort, wo die Aristokratie sich zur Erheiterung traf, wo das gemeine Volk Unterhaltung suchte, wo Menschen sich begegneten. Dort wurden Geschichten durch Gesang und Gesten erzählt und der Tee kulinarisch begleitet. Diese Tradition wird uns heute nicht nur durch den chinesischen Lebensstil vermittelt, sondern auch durch die alten Künste. Das Publikum am Teetisch ist ein Teil des Geschehens und wird selbst wieder zum Botschafter.

Am 16. September begeben wir uns in einen musikalischen Zeittunnel des Schweizer Komponisten und Musikers Fabian Müller. Er ist bekannt durch einen intuitiven Zugang zu modernen wie auch traditionellen Lebensphänomenen, im Westen wie im Osten. Diesmal lässt er sich von der Stimme des Tees inspirieren. Aufgeführt wird die Musik von der preisgekrönten Cellistin Pi-Chin Chien, die durch ihre farbenreiche Tongebung bekannt ist.

Die Gäste sitzen am Teetisch, wo ein Gastgeber die musikalisch farbenreich begleiteten Teesorten zubereitet. Insgesamt werden die Gäste von sieben Gastgebern empfangen, die fünf Teesorten im traditionellen Gong Fu Cha-Stil ausschenken werden. In dieser Symbiose von mit Düften, Aromen, Stimme und Musik begleiteten Teezusammenkunft geniessen wir das Gefühl des Innehaltens und der Harmonie.

Datum: Sonntag, 16. September 2018, 14-16 Uhr
Ort: Zunfthaus zur Waage.
Kosten:  30 CHF

Anmeldung erforderlich: 42 Sitzplätze

Konzert: Eine Schale Tee zu den Klängen der Cellos