Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Die Suche hat ein Ende I

Als ich im Januar in Taiwan war, unterhielt ich mit meinem Lehrer über die Suche.

Die Suche nach einem guten Meister, die Suche nach einem idealen Partner, die Suche nach den besten Tees! Die Menschen sind stets auf der Suche.

Mein Lehrer lachte und brachte mir zwei volle Körben. „Du siehst, das ist die Ergebenisse von der Suche!“ Was meinte er?

Er packte die Körben aus. Es sind volle Teedosen und Teetüte. „Es sind die Teesorten die Deine Teeschwester Yueli gesammelt hat. Teilweise hat sie geschenkt bekommen, teilweise hat sie mit teuren Lehrgeld bezahlt. Nachdem sie bei mir gelandet ist, bracht sie mir alles, was sie nicht mehr trinken will. Ihre Suche hat ein Ende.“

Ich lachte. Solche Körbe habe ich auch, im Keller. Ich kann sie nicht trinken, nicht verkaufen auch nicht wirklich verschenken.

„Warum glaubt sie, dass sie bereits angekommen ist?“

„Warum glaubt man nicht?“ Atong fragte zurück.

„Im Europa würde man nicht so leicht glauben, dass nur dieser Mann oder dieser Lehrer den besten Tee hat.“

„Es geht auch nicht um den besten Tee.“ er grinste, „Es geht um das Leben von dieser Person.“

Was ist schon der beste Tee? Ich lachte nicht mehr so fröhlich. Was bringt mir der beste Tee? Für mich inzwischen ist diese Frage erledigt. Für mich inzwischen ist die Frage nach dem, was ich will mit Tee, viel wichtiger.

„Wenn die Suche zu Ende geht, spürt man eine Erleichterung. Man kann endlich sich auf das Wesentliche konzentrieren, anstatt auf das Aeusserliche.“ Es geht nicht mehr um ICH HABE und ICH KANN sondern um Tee mit mir.

Wir werden nie wissen, ob wir bereits den besten Tee trinken. Der beste von heute ist der zweite beste von morgen, vielleicht. Und dann? Die Welt des Tees ist vielschichtig. Je tiefer man hinein taucht, desto ruhiger bescheidener wird einer. Die Ruhe verleiht einem einen Raum, eigenen Rhythmus und Stil zu entwickeln. Bescheidenheit hilft einem den rechten Blick und Fokus zu richten – das Wesentliche anstatt den Schein.

Heute war eine in Ruhestand lebende Aerztin in Shui Tang. Ich sass zu ihr beim Tee. Sie lobte den Laden, wie wunderbar. Ich antworte „Es ist bloß eine Fassade, die Sie sehen. Sie sehen ein schöner Raum mit wunderbaren Objekte und vielleicht eine tapfere Frau. Sie sehen aber nicht, wie hart ich arbeite, wie meine Träne fließen und wie letztlich ich eigentlich bin. Heute morgen sah ich eine verstorbene Menglin in der Meditation. So musste ich stets Abschied nehmen von der Vergangenheit und Verletzlichkeit.“ Ich sah diese Menglin von Storm im Fluss weg floss. Die erfahrene Besucherin, die vieles im Leben angepackt und erlebte, nickte ihren Kopf. Es war ihr erster Besuch. Wir teilten die Ruhe und Schönheit in diesem Raum.

Die Suche kommt zu Ende, während die Dinge plötzlich auf dem Schoss fallen. Man kann eine Synchronizität beobachten. Man wünscht sich etwas und es geschieht. Man ahnt etwas und es kommt. Meiste Besucher fragen mich immer, wie komme ich zu diesen schönen Objekten. Ich sagte immer, es ist bloß Resonanz. Weil ich nicht mehr auf der Suche bin!

 

Wie in der Tang-Zeit

Am Wochenende vom 22.09-24.09 wird ein Zeit-brücke gebaut, ein Brücke zwischen Heute und 8. Jahrhundert. Der Gesang aus dem tiefen Zentrum des Menschen, als Ausdruck der Lebenssituation oder Phantasie der Freiheit, erzählt uns Farbe und Gefühle der alten Zeit. Es wird begleitet von Shakuhachi, dessen Herkunft in China bis zum 3. Jh vor Christus zu führen ist.

Wir sind noch dabei am geeigneten Ort zu finden, damit Tee, Musik und Menschen ineinander verschmelzen können. Es sollte keine Trennung zwischen Zuschauer und Spieler sein. Ein Hauch von alten Teehaus, Klänge begleiten den Tee, sollte wahr werden!

Für Menschen, die sich dafür interessieren, bitte unbedingt das Nanguan Konzert DICK ins Kalender eintragen!

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Schönheit von Lalashan! 美麗的拉拉山!

Manche Leute fragen sich, warum Shui Tang Hochlandsoolongs wie Lalshan nicht immer den aktuellen Jahrgang verkauft. Der Grund ist einfach. Shui Tang versucht, einen guten Jahrgang zu verkaufen anstatt einen frischen Tee zu verkaufen.

Warum schreibe ich so?

Lalashan hat einen tollen Teebauer, Herr Zheng, viele Teefreunde kennen ihn. Er baut die Teepflanzen so wie es in der Vergangenheit war, ohne Chemie und wenige organische Dünner. Eigentlich ist es ein ganz glückliches Zeichen! Wir haben hier einen giftfreien Tee! Giftfrei, ein wichtiger Begriff der heutigen Zeit!

Das Problem von einer balancierten Beziehung zwischen Pflanzen, Teegenuss und der. Kultur liegt in der Tat nicht in Gift. In der Tat geht es viel tiefer, wenn man nicht nur giftfreies Leben führen will. Giftfrei, es hört sich ja schon sehr „hygienisch“ an!

Herr Zheng ist ein toller Mensch, der Meditation praktiziert, vergetarisch lebt und keine Gift in seinem Teegarten und Pfirsich Garten spritzen will. Weil er einen tollen Gatren hat, liess er schwarzen Tee, Oolong und Oriental Beauty herstellen. Wenn mein Lehrer Atong ihn rät, die Pflanzen ruhen zu lassen, wird es nicht ganz verstanden. Warum denn? Der Garten ist ja bereits sehr natürlich gepflegt.

Aber die Teepflanzen brauchen Ruhezeit, brauchen die jungen Blätter für sich selbst, brauchen den rechten Zeitpunkt gepflückt zu werden! Wenn Teeblätter zu früh gepflückt werden, werden Teepflanzen geschwächt und die Erde belastet. Die Erde werden noch stärker belastet, wenn die Teepflanzen öfters gewechselt werden sollen. Teepflanzen werden gewechselt, wenn Sie kraftlos werden, keinen Ertrag mehr bringen oder sterben! Dieses Aspekt ist sehr einfach, ohne Spektakel. Es geht ja nur um die Pflanzen und unsere Erde, es geht nicht mehr direkt um die Menschen. Darum ist das Problem auch nicht so Aufmerksamkeit erregend, wie Giftfrei!

Aus diesem Kontext führen wir nur bestimmten Jahrgang von Lalashan. 2013 ist hervorragender Jahrgang und Qingxin 2012 hat Arong selbst hergestellt. Ein Tee, den er behauptet, den besten Tee, den er jemals berührt hat!

Foto von Shi Yiling.

Ein Gruss von einem Freund

Tatsächlich wusste ich genaue Datum von der Veröffentlichung des Artikels. Gegen mittags erhielt ich einen Anruf von dem Hexer hinter den Bergen in der Innerschweiz, Stefan Wiesner! Er hat sich so gefreut und gratulierte mich. Bei NZZ Artikels habe ich nie von ihm gehört, aber von diesen „gewöhnlichen“ „volksnahen“ Zeitschrift.

Viele Leute sagten mir, dass diese Veröffentlichung mir keinen kommerziellen Erfolg bringt, weil das Zielpublikum ein anderes ist.

Ich tue es ohne kommerziellen Interesse. Ich tue es, weil der Tee vielleicht weiter kommen kann. Das Medium ist wie ein Wind, es kann günstig sein, kann auch Dinge wegblasen. Aber der Wind kann vieles tragen. Möge der Wind die Teeblätter ins Fenster der Schweizer Familie auch in den Bergen wehen!

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Tee bei den Schweizer Familie 

Ich komme mit der Technik nicht so gut aus, so dass ich hier über FB von Shui Tang posten muss. Vielleicht ist es auch gut, man kann die FB Seite von Shui Tang kennenlernen!

http://www.shuitang.ch/blogs/news/eine-tasse-voller-genuss-expertin-meng-lin-chou-fuhrt-ein-in-die-welt-des-tees

Diese Seiten führen Miriam Fischer. Dank ihr!

Und hoffentlich kommt der Tee tatsächlich bei den Schweizer Familien an!

Ist Shui Tang ein japanischer Laden?

Vor einem Jahr war ich in einer depressiven Stimmung. Ich dachte, dass ich nicht geeignet bin in der Schweiz zu leben. Meine direkte Art und Vorstellung von Freundschaft liegen hier recht falsch. Hier pflegt man eine Umgangsart, um Konflikte aus dem Weg zu gehen und freundliche miteinander zu sein ist von grosser Bedeutung. Meine Art ist oft zu Konfrontativ und verletze Menschen. Ausserdem ist man in der Schweiz erzogen, Dinge so perfekt wie möglich zu erledigen. Wenn die Dinge nicht so läuft, hört man hier äusserst ungern Kritik und fühlt sich dabei rasch schuldig. Fehler machen ist hier ein grosses Tabu.

Ich bin oft zu schnell und sage viel zu direkt wie ich die Dinge sehe.

Meistens hört man im hinteren Raum im Shui Tang recht gut, was man noch vor dem Schaufenster redet. Sehr oft wird Shui Tang als japanischen Laden bezeichnet. Wie fühle ich mich dabei? 

Wie fühlst Du Dich dabei, wenn man als ein Schweizer stets in Taiwan als Amis angesprochen wird? Vielleicht nicht ganz glücklich, aber was soll man machen? Die Leute dort kennen ja nur Amerika! Vielleicht in Taipei sind Menschen noch differenzierter, weil man ausser Amiland noch Europa kennt. Vielleicht gerade noch Frankreich von Deutschland unterscheiden, aber die Schweiz von Deutschland? Wenn ich so denke, dann kann ich die Sache relativ gut relativieren und fühle mich schon wohler hier.

Ich weiss, es ist zu viel verlangt, dass die Leute das Heimat des Tees in China zu lokalisieren wissen. Ich weiss auch, dass es zu viel verlangt von Menschen, die chinesische Teekultur kennen. Darum reagiere ich auch nicht mehr. Es ist doch recht egal, wenn die Leute das glauben wollen, was sie gerne glauben.

Mit Menschen auseinanderzusetzen ist auch ein Zeichen von Vertrauen. Weil es Zeit und Kraft kostet.

Am letzten Donnerstag waren zwei jungen Männer da. Ein junger Mann war sehr höflich und grüsste mich auf japanisch. Ich fragte auf Deutsch, kann ich Ihnen behilflich sein? Nein, wir wollen nur schauen.

Also ging ich wieder zurück zu meinem Arbeitstisch und verschwand keine Zeit für es.

Der junge Mann erklärte mit Freude seinem Begleiter über meinen Laden und den Teatoys-Regal, wie ein Kenner. Ich dachte, wow! Zum ersten Mal in Shui Tang und kann bereits Führung machen. Ich blieb hinten und hatte nicht vor etwas zu sagen. Nach 10 Minuten kam er junge Mann nach hinten und verabschiedete sich auf Japanisch von mir! 

Ich war sprachlos. Es ist die Zeit zu reagieren, dachte ich.

Ich stand auf und fragte ihn deutlich und höflich, „wie kommen Sie auf die Idee, mir auf Japanisch anzusprechen?“

„Ist es nicht ein japanischer Laden?“

„Nein. Es ist dem chinesischen Tee orientiert. Und ich komme aus Taiwan.“

„Entschuldigung.“

„Es ist gut, wenn Sie Sich entschuldigen.“ Ich sass wieder und arbeitete weiter.

Eine ähnliche Geschichte erlebte ich vor zwei Monate nach einem Vortrag. Elisabeth stellte mich bei einer aufgestellten Frau vor, dass ich ein zauberhaftes Teegeschäft in Niederdorf habe. Die schöne Frau sagte, „oh, ja, dort gibt es einen sehr schönen japanischen Laden.“

„Ja? Schön.“ Sagte ich.

„Ich war sehr lang in diesem Laden. Es war sehr schön. War es Ihr Laden?“

„Ich glaube nicht. Mein Geschäft ist chinesisch orientiert. Sie waren bestimmt in einem anderen Geschäft.“

Sie schaute mich so an, als ob mein Gesicht etwas verraten könnte. Ich blieb schweigend. Ich wollte sie nicht korrigieren. Ich wollte es auch nicht erklären. Die Menschen in diesem Land haben kein Freude, wenn sie korrigiert werden. Ausserdem ist es mir doch egal. Ob man mein Geschäft kennt, oder nicht! Ausserdem ist es total egal, ob sie die Wahrheit erfährt. Mir geht es ja nichts an. Warum sollte ich Energie aufwenden?

So fühle ich mich dabei besser und muss nicht mehr „die Wahrheit“ äussern. Wenn dieser junge Mann nicht so eingebildet wäre, die Teekultur gut zu kennen, zu mir nach hinteren Raum ging und noch einmal auf Japanisch sprach, wäre es mir auch egal gewesen. Es ist ja nicht mein Probelm, wenn die Leute an Ihre Wahrheit glauben wollen.

Andererseits kann ich dabei etwas für mich lernen. Glaube nicht, dass ich bestimmte Menschen und bestimmte Kultur gut auskenne, die Ignoranz ist der grösste Stolperstein des Lebens! Sei dankbar für jede Korrektur und Kritik, die ich im Leben erhalten kann! Genau vor 18 Jahren war ich ein junger Schüler im Zendojo Zürich. Ich wollte immer mithelfen und war immer hilfsbereit. Meine Dahrmaschwesger sagte mir eines Tages direkt ins Gesicht, „Na, Du bist genau so eine Frau, die überall Ihre Finger drin haben will!“ Dieser Satz war wie ein Wachruf und veränderte mein Leben. Hilfsbereitschaft kann auch ein Machtinstrument sein, um Anspruch zu erheben oder die Grenze zu überschreiten. Warmherzigkeit und feundlich sein mit Aufrichtigkeit und Respekt machen das Zusammenleben viel freier! Helfe sich selbst ist eine gute Hilfe für die Welt!