Archiv für den Monat Mai 2013

Meine Yunnan Reise VII – Fairtrade

Oft kommen Kunde, die mit mir über Fairtrade diskutieren wollen. Das ist ähnlich wie Diskusion von Vegetarismus und Bio-Produkte, emotional geladene Themen, weil die Menschen glauben, dass was sie tun besser sei.
Warum ist man bereits besser, wenn man glaubt, etwas zu unternehmen? Warum ist man korrekt, wenn man keine Tiere isst oder mehr für einen Produkt bezahlen will?
Warum muss man sich überhaupt besser als die anderen fühlen?
Ich versuche immer mit meiner Art Fairtrade zu erklären:
Weil jemand sehr intensiv sein Kapital investieren, will er das maximale Gewinn aus dem Geschäft machen. Weil sehr viele Menschen nicht bereit sind für einen guten Preis für einen Produkt zu bezahlen, werden die Preise künstlich niedrig gehalten. Weil die Preise so tief sein müssen, werden bestimmte Menschen unterdrückt.
Fairtrade ist interessant, weil manche Menschen extrem wenig für eine Leistung bezahlen wollen, weil manche Menschen extrem viel daran verdienen wollen, weil manche Menschen extrem wenig für seine Leistung bekommen.
Wenn man mehr dafür bezahlt, verändert sich diese Handlungskette?
Ich habe keine Weisheit und beantworte diese Frage nicht.
Fabio ist super cool – er sagte zu mir: „Menglin, es gibt kein Fairtrade im Leben!“
Fabio und Anna, zwei getarnte Vegetariare unter unserer Gruppe. Ich warnte ihm, dass er mir kein Problem machen darf, ansonsten werde ich zickig und beisse. Wie soll ich überhaupt den Teebauer in den Bergen Yunnans erklären, was für Probleme diese Menschen in dieser Wohlstandsgesellschaft haben mit dem Essen! Sie waren super cool und machten mir nie ein Problem. Sie assen in der Stille ihre Blätter und Kannichen Mahlzeiten. Ich habe sehr viel Respekt vor ihnnen.
Fabio ist mutig und erzählte in Shui Tang vor anderen Teefreunde, dass er es sehr fair fand in Yunnan.
Das städtische Bürgertum und die Langnase pilgerten selbstständig nach Lao Ban Zhang, weil sie an ihr Geld glauben. Wenn man Geld hat, kann man gute Dinge kaufen.
Dort in Yunnan ist es anders. Das Geld stiesst an der Grenze – oder man kann es sogar mit einem negativen Begriff besetzen: Betrug.
„Nein, das ist kein Betrug, Menglin!“
Fabio behauptete, dass die Käufer selbst zu Teebauer gehen und Tee direkt bei Bauer degustiert bekommen. Sie kaufen den Tee, den sie selbst bestimmt hat. Das ist doch kein Betrug! „Das ist bei dem italienischen Olivenöl nicht anders!“
Koreaner haben recht, wenn sie unter den alten Bäumen zelten. Sie haben zwar keine Ahnung, wie ein Tee von alten Bäumen schmecken. Aber wenn sie genügend lang unter den Bäumen schlafen, können sie den Prozess kontrollieren. You hat auch so vor 15 Jahren angefangen. Step by Step bewinnst Du mit dieser dummen Methode Respekt von Teebauern und dann ensteht eine nachhaltige Beziehung.
Bei den Koreaner gibt es noch ein Hacken – sie können die Herstellungsfähigkeit des Bauers nicht beurteilen… Tee ist eben ein Produkt einer Kultur und Tradition, was mit Menschen sehr eng verknüpft ist! Deswegen ist nicht alle Gushu-Pu Er gut, nicht alle Bio Tee sind geniessbar…
Jetzt sage ich in Shui Tang zu meinen Besucher: „Möchten Sie Fairtrade? Was für auto fahren Sie? Was für Smartphone haben Sie? Die Bauer daoben fahren BMW oder VW, sogar Porsche und fast alle Bäuerinnen haben ein I-PHone 5. Wollen Sie Fairtrade? Der Pu Er ist ein echter Fairtrade!“

Meine Yunnan Reise VI – Der Zweifel eines Teeprofis

Inzwischen bin ich so stark von Europa geprägt, dass ich oft nachdenken über meine eigene Herkunftskultur. Das Reichtum der chinesischen Kultur bereichert mein Leben und ermöglicht mir die Grenze zwischen den Westen und Osten zu überschreiten und zugleich Frieden in mir zu finden. Das kann auch nur geschehen, weil ich versuche mit Modernität meine Wurzel zu betrachten. Viele Ballast aus der Vergangenheit nehme ich zwar wahr, entscheide mich für einen eigenen Weg. Aber wenn ich Tee vermitteln will, vermittele ich keinen selbst gemischten Cocktail. Nur wenn man die Wurzel des Tees kennen lernen kann, kann man selbst eine Wurzel in einen fremden Boden einschlagen. Ein Cocktail schmeckt easy, bleibt eben auch nur auf diese Ebene von Easy-Geschmack. Ich kümmere mich nur um das, was bleibt.
You sagte mir, dass wir kleine Fahrzeuge mieten mussten um nach Lao Ban Zhang zu fahren. Ein Tag vor unserem Fahrt, wurden die Fahrzeuge immer noch nicht bestellt. Ein Freund, der ehemaliger Direktor von einem grossen Basis-Station der Menghai Teefabrik organisierten dann allen Fahrzeuge und Fahrer. Alles nur wegen ihm. Wir duften gehen wegen You. You duften uns so mitnehmen wegen dem Direktor.
So fuhren uns 5 fahrer, Freunde des Direktors. Sie machten ein Freundschaftsdienst, ohne uns zu kennen. Sie machen es einfach so – das wird in Europa nie passieren! Wer würde wegen Freunde von Freunde einen Tag frei machen und 5 Stunde Auto fahren – durch so einen gefährlichen Weg? Ich möchte auch wissen, ob unsere Teefreunde im Europa jemals für diese Leute so ein Freundschaftsdienst machen würde!
Es war eine beeindruckende Fahrt durch ausgewaschene Felswege. Ich schnallte mich natürlich nicht an, so dass mein Körper je nach wie das Auto schwingte, hin und her bewegen konnte. Ich habe die 2 stündige Fahrt pro Weg durch Staub und gefährliche Löcher immer sehr gut bestanden, weil ich schlief – allen bewunderten meine Fähigkeit in diesen Fahrten schlafen zu können. Irgendwann kamen wir an.
Das reichste Dorf in den Bergen, Lao Ban Zhang hat viele neue Häuser und am jeden Wochenende fahren das städtische Bürgertum sogar mit ihren Porsche hoch – wie schaffen sie durch diese Löcher?, um Tee einzukaufen. Auch das städtische Bürgertum will direkt bei dem Teebauer einkaufen.
Das Restaurant – ist es überhaupt ein Restaurant? Wenn es regnen würde, würden unsere Füsse im Schlamm stehen. Toilette – da verzichte ich freiwillig zu fragen.
Dann wurden wir von dem Direktor zu einem neuen prächtigen Haus gebracht. Ein Haus von einem frisch verheirateten Teebauer. Wir sassen dort, tranken Tee. Der Direktor bereitete uns verschiedene Tees, die er einen nach dem anderen aus Nebenzimmer holte. Ich versuchte mit ihm zu sprechen – erfolglos. Er sprach nicht mit mir, nur mit You. You ist für ihn einen ebenbürdigen Austausch-Partner.
Wir blieben dort und wussten aber nicht, warum, wie lange und was danach. Meine Teefreunde aus Europa waren so einfühlsam, sie machten mir kein Problem. Sie folgten einfach, weil sie mich vertrauen.
Ich sah, wie der Direktor sein Gesicht immer mehr zusammen zog, die Diskussion immer intensiver wurde und seine Miene schwerer wog. Ich malte mir eine Geschichte, einen Krimi.
Es war wie ein Krimi. Der Direktor, ein Profi von Profis, musste für seinen Mandant einen echten 100% wahren Lao Ban Zhang Tee aus den 600järigen Bäumen kaufen. Er suchte und suchte. Wir trankten mindestens 6 verschiedene Tees, die seiner Vorstellung nicht erreichten. Sie seien nicht echt. Bei einem Muster war er nicht sicher, auch wenn der Geschmack ihn überzeugt, aber die Art des Rollens von diesem Muster nicht. Er holte ein bisschen Muster und musste in Menghai selbst degustieren und vergleichen. Ich fragte You, warum er nicht einfach dem Teebauer fragte. Er müsste doch mit dem Bauer siper befreundet sein, wenn er die Langnasen einfach zu diesem Haus mitnehmen konnte und sie Toilette besuchen konnten. You sagte, „Freundschaft hat wohl nichts mit dem Geschäft zu tun, oder? Freundschaft erreicht in diesem Geschäft mit Pu Er nicht…“
Wenn Du es nicht erkennst, ob der Tee echt ist – das ist doch selbstschuld…
Wenn der Profi von Teeprofi es genug schwer hat, die Echtheit zu erkennen – was mache ich denn da?
Wenn Du hier im Netz googlest, findest Du sooooo vieeeele selbst Reisende nach Yunnan und dort selbst Tee einkaufen. Was passiert da für Geschichte? Oder Krimis?
You sagte mir, ohne Wissen und langjährige Erfahrungen und Beziehungen ist man hier total verloren. Bei Teetasting sagte ich ihm, dass ich mich wie ein Anfänger fühle. Er sagte zu mir, „Auch wenn Du nicht so viel Wissen von diesem Tee hast, Du spürst so gut. Du muss es nicht wissen, Du weiss einfach was gut ist. Du verstehst es eben.“ Das kann nur funktionieren, weil er anders denkt als die Teebauer in Yunnan…
Der Zweifel dieses Teeprofis brachte mich zu einer Klarheit von Fairtrade.
Im Europa verbindet man Fairtrade nur mit dem Geld. In Yunnan muss man eine andere Assoziation mit Fairtrade erweitern: Wissen ist Macht.
Wenn Du keine Ahnung hast, bekommst Du eben das, was Dir ebenbürdig ist…
Diese Vorstellung ist revolutionär!

Meine Yunnan Reise V – die Mauer

Ich spürte noch einmal das Gefühl gegen eine Wand angestossen zu haben. Eine Wand, eine Mauer, die nichts mit der Sprache oder Kultur zu tun hat, sondern mit dem Patriarch und der Hierachie.
Noch einmal von Lebensmittelvergiftung geholt, noch ein Tag lang nur Erbrechen und Durchfall, als ob ich etwas nicht verdauern und vertragen könnte.
Ich erzählte Sara bei einem Spaziergang durch die fremden Landschaft über unsere Reise in Yunnan. Ein Schweizer Bauer von Bergen starrten uns – zwei fremden Frauen mit Flair von Exotik und Anflug von Lächeln, er konnte unsere Frage nach dem Weg nicht einmal richtig beantworten und zugleich seine Augen nicht von uns ablenken… Ich sagte Sara – „Siehst Du, das ist der Unterschied zwischen Yunnan und der Schweiz.“ In den Bergen von Yunnan sind die Bauer unheimlich herzlich und freundlich – auch wenn sie nicht mit uns reden…
In den Bergen von Yunnan sind die Dörfer oft gefärbt von Matriarcht. Die Frauen sind tapfer und fleissig, während ihre Männer für die Repräsentation zuständig sind. Bäuerinnen sprachen nicht mit uns, sie waren immer unter sich alleine. Auch die Männer sprachen nicht mit mir, fuhr aber mit einem unglaublichen Stolz, wenn er ein Dolch trug und uns durch seinen Reich fuhr!
Die süsse Erscheinung – dass ein stolzer Mann ein Dolch auf dem Rücken trägt und 18 Langnase durch seinen Garten führt, bleibt für immer in meiner Erinnerung.
Ueberall wo wir waren, fielen auf. Unsere Pässe wurden in Yiwu sofort von Polizei gesammelt und wurden uns frei gegeben, als wir wieder abreisten. You sagte mir, dass er immer angerufen wurde, dass er mit einer Gruppen von Langnase unterwegs sei.
Aber das Wissen über Tee, über die Produktion und über Teebäumen selbst, erzählten sie mir nicht. Egal wo ich war, wenn ich nach dem gerade aufgegossenen Tee fragte, wurde nicht geantwortet oder mir wurde eine Geschichte erzählt.
Ich beobachtete, wie sie dicht über die Informationen umgehen und wenn dann nur mit You austauschen. Sobald You mit den Chinesen zusammen war, war es eine unsichtbare Mauer anwesend. Sobald er nur mit mir war, war die Mauer wieder zerfallen und ich spürte ihn wieder. Warum?
Das war ein schlimmes Stress für mich.
Ich habe viele Menschen mitgenommen, nicht um die schöne Landschaft Yunnans zu besichtigen – es gibt bessere Reiseveranstalter! Wir sind gekommen, um Tee zu lernen. Gegenüber meinen Teefreunde aus Europa fühlte ich mich stets schuldig, weil ich auch nicht wusste, was lief und ihnen auch nicht weiter erzählen konnte. Aber – wem soll ich denn das erzählen? Gegen eine Mauer zu rennen und vor einer Wand zu stehen, was von Aussen vertraut und bekannt sein sollte!
Sara lächelte mit nachdenklichem Gesicht, „Menglin, Du sprichst von Teilen… Ist Teilen nicht ein Produkt von moderner Vorstellung? Ist der chinesischen Struktur ist stark von Pariarch geprägt. Dort gibt es Teilen nicht, sondern sich unterordnen!“
Ich sei in die dunkleste Falle der eigenen Kultur getappt.
„Erinnere Dich doch einmal als Du das chinesische Oper lernen wolltest, was Du zu hören bekamst?“ Zuerst dem Meister dienen und lernen, wie er sich bewegt. Irgendwann ist man selbst so weit und der Meister tauscht mit Dir aus – nur wenn Du so weit bist.
„Wenn Du Ahnung hast hier in Xi Shuang Ban Na -“ sagte You zu mir, „bekommst Du Respekt von den Bauern, weil sie wissen, dass Du Tee verstehst. Aber das heisst nicht, dass sie Dir den besten Tee verkaufen willst. Sie wissen, dass sie mit dem gemischten Ware an ahnungslosen städtischen Besucher noch mehr Geld machen können! Warum sollen sie Dir den besten reinen Gushu (Tee aus altem Baum) verkaufen?“
Wissen ist Macht.
Eine Machtstruktur plus kommerziellem Interesse. So sichert man das Wissen, beziehungsweise die Macht. So sichert man das Reichtum.
Das Teilen, was wir hier in Facebook und Google sprechen, ist ein extremes Pol von dem was ich in Yunnan erlebe. Hier im Europa ist das Teilen gratis – so dachte ich manchmal, dass man meine Arbeit auch fast selbstverständlich annimmt! Sehr oft fühlte ich mich sehr unwohl, wie man mich behandelte. Wo ist die Grenze von Respekt vor eigenem Wissen und das Teilen von bedienungsloser Liebe?
Ist ein Individuum wirklich in der Lage an etwas teilzuhaben, was ihm einfach auf dem Schoss fällt? Oder ist es durchaus das Wichtigste im Leben zu lernen, andere Menschen zu tragen und für etwas einzusetzen, ohne etwas zurückzuerhalten?
Ich habe meine Antwort gefunden. Aber Deine, muss Du selbst finden. Das teile ich wirklich nicht.

Hua Shi 花事 – Eine Angelegenheit von Blumen

Man hat Schnee angekündigt.
Auch wenn ich immer noch nicht viel rieche, keinen Geschmack emfpinde, wenn ich diesen Regen fallen sehe, weiss ich, dass Päonie es nicht vergisst zu blühen und unter diesem Regen leidet. Fast jeden Tag ging ich in den Garten schauen, rettete die Blüte, die zu retten waren. Ich stelle die zarten seidigen Blumen ins Wasser. Keine überlebt nach einer Nacht. Keine.
Hannes hat einen traumhaften Garten voller Päonie. Auch wenn ich keinen Geschmack habe, will die Blumen besuchen gehen. Blacka wollte mit. Dann kam Emma. Dann tauchte plötzlich Yumi. Am Ende war noch Sandro dabei. Sie wollten alle mit mir Päonie schauen gehen. Was für eine geschmacksvolle Angelegenheit? Mein Körper war in Zürich, aber mein Geist schwebte in einer anderen Zeit.
In der alten Zeit von China und Japan versammelten sich die geschmacksvollen Menschen um Schönheit des Lebens zu zelebrieren. (das Wort Geschmack – Feng Liu, wird in unserer Kultur anders verstanden. Es ist nicht die Menschen, die schönen Dinge tragen, besitzen und zeigen, sondern Menschen, die das Leben schön und sinnlich gestalten.) Man trifft sich zum Beispiel um Päonie zu bewundern.
Wir gingen zu Hannes. Es war kalt und leicht regenerisch.
Als Hannes unsere Mannschaft sah, hat nur gelacht – ja, Menglin hat immer eine Überraschung bereit. Er zeigte uns den blühenden Garten im leicht flüsternden Regen. Ich hörte wie Yumi seufzte, „wer hätte gedacht – das mitten in Zürich!“ „Wer hätte gedacht – dass wir heute zusammen diesen Blumengang machen? Wie ein Traum, nicht wahr?“ Ja… wie in der alten Zeit, es ist bloss hier und jetzt in Zürich!
Sie sagte mir, dass sie unbedingt zu mir gehen wollte und wusste, dass es ihr danach gut gehen wird. Ich stand zwischen den Blütenmeer, spürte unglaublich viel Anmut und Liebe. So standen wir alle in dem Zürcher Berg und genoss den einmaligen Augenblick unter den Blüten. Einmalig… Es kommt nie wieder zurück.
Die Päonie blühen, egal wie der Wind schimpft und wie der Regen tadelt. Sie wissen nur zu blühen, Jeder Schritt, den ich trete, jeder Atmungszug, den ich nehme und jeder Augenblick, den ich wahrneme, werden von dem Farbepracht und dezenten Duft gefüllt. Überall sind Päonie. Ich wurde ambivalent. Kann das Leben so verschwenderisch sein, wie diese Blumen grosszügig meine Sinne sättigen und mein Verlangen nach Schönheit befriedigen! Kann das Leben noch so schön bleiben, wenn diese Nacht vorbei eilt? Was ist dann, wenn niemand diese Blumen zu bewundern kommt? Verwelken sie in der Einsamkeit?
„Onejiang, was sollen wir machen? Hier eine Flasche Sake aufmachen, trinken bis wir betrunken werden? Dann können wir ein bisschen singen ohne Karaoke oder irgendein Gedicht schreiben ohne Form.“ ich seufzte – das Leben ist so komplett im Hier und Jetzt.
Hannes sagte, es sei kalt und nass. Also meine Idee war bloss ein Traum. Ausserdem lag eine Flasche Champagner im Kühlschrank.
Der Regen fiel. Die Nacht kam an. Die Blumen verschwanden in dem Moment, als ich Richtung Wärme lief.
Ich wünsche der Regen entscheidet sich rasch, ob er schneller vorbei zieht. Er sollte nicht zörgern. Seine schleichende Schritte würden mir weh tun. Päonie verträgt es nicht. Sie werden fallen.
Hannes war grosszügig. Er gab mir den von unserer Teereise nach Taiwan selbst gemachten Si Ji Chun aus 2009. Süss, blumig und gesprächig. Der Tee rundete den geschmacksvollen Abend.
Während ich auf den Weg nach Seebach fuhr, dachte immer noch an dem schönen Spruch meiner Vorfahren: Unter den Päonie zu sterben ist eine geschmacksvolle Tat!
Eine Angelegenheit von Blumen – eine Angelegenheit von Leben…

Meine Yunnan Reise IV – unser Hauptgetränk war Bier

Bier in Yunnan
Während Werner unsere Sucht nach Kaffee nicht ganz heiss lieben konnte, war er immer der erste, der nach Bier schrie.
Als You mir den Preis für unsere Reise nannte, wusste er nicht, dass er eine Bier-Gruppe hatte. Ich auch nicht – aber ich hätte daran denken können! Ich kenne diese Freaks ja seit paar Jahren!
Sie tranken immer Bier. Immer Bier. Zu jeder Mahlzeit und zu jeder Tageszeit.
In Jinghong, in Menghai, in dem schmutzigen Dorf Yiwu, in dem schlimmen Restaurant von Lao Ban Zhang, auch in dem wildem Westen von Mengsong…
Bier… das gehörte zu meinem Kulturschock… Hast Du jemals ein Bier getrunken, das gar nicht nach Bier schmeckt, weil er nur 3,3 % Alkoholgehalt hat und nie gekühlt ist?
Ganz selten bekommen wir eiskalten Bier. Meistens lauwarm.
Schrecklich.
Es war wie abgefärbtes Wasser. Aber der Bayer Werner trank es.
Wir tranken wahrscheinlich pro Tag über 50 Flaschen Bier -ca. 700 ml Flaschen. Am den schlimmen Abend in diesem stinkenden Dorf Yiwu, war es allein in der Nacht über 30 Flaschen.
Nach der schlimmen Wanderung in Jing Mai und in Ba Da, tranken die Wilden als erstes das Bier – anstatt Tee!
Helmut sagte, dass Brauerei unsere nächste Teereise nach Yunnan finanzieren muss.
Er hat Recht.
Ich weiss nicht, wie viel You für unser Bier-Sucht bezahlen muss.
Er ist – wie immer – grosszügig: „Ihr seid meine Freunde!“ Ach!
Ich habe ihn wirklich gerne. Ich habe meine Bier-Freaks auch gerne.

Meine Yunnen Reise III – Mein Kaffee Sucht

Meine Yunnen Reise III - Mein Kaffee Sucht

Während ich jetzt blogge, goss ich noch einmal eine Tasse Kaffee auf, genau so wie in Bergen Yunnans…
Ich schliesse meine Augen und plötzlich bin ich wieder in den Bergen… Wie wäre es, wenn ich Kaffee nicht hätte!
In Taiwan waren wir zuerst und ich wusste unbedingt, welchen Kaffee mitzunehmen. Wasser hat man ja immer und per Hand Kaffee in dieser Form aufzugiessen kann man überall machen. Als wir da kräftig Kafffee in aufklappbaren Filter einkauften, lachten Werner und Henning über mich und Chris. Eine Sucht ist eben eine Abhängigkeit. Ich bin sehr bewusst über meine Abhängigkeit. Eine Kaffeesucht ist nicht schlimmer als eine Sucht nach Tee!
Tom und Chris waren meine Genossen. Sie versorgen mir immer Kaffee. Ohne sie wäre ich total gelähmt in den Bergen.
Als wir mit dem Bus Richtung Menglun fuhr, fuhren wir über einen Regenwald-Gebiet. Ich spürte die Schwüle und komischen Druck in meinem Kopf. Ich weiss ganz genau, dass Chris es genau hat. Kaffee! Meine einzige Rettung. Ohne ihn wäre die Tee-Reise Scheisse!
Nach der Wanderung in Nannuo-Shan war es mir klar – Kaffee! Nicht der scheinbar Nannuo-Shan Tee mir von der Anstrengung erholen helfen würde, sondern diese komische braune Flüssigkeit. Er bringt mich einfach wieder auf den Punkt und stellt mich auf.
In Ba-Da, in Lao Ban Zhang, in Mengsong oder in Yiwu…in diesen Höhe würde ich doch nie schaffen ohne Kaffee. Kaffee hilft mir nicht zu konzentrieren, das hilft Tee. Kaffee hilft mir zu entspannen, gerade wenn ich mich mit Tee beschäftige. Nein, besser gesagt, gerade weil ich mich nur mit Tee beschäftige und so weit weg von der Welt, die mir vertraut ist.
Jeden Tag schaute You mit und schmunzelte dabei. Er trinkt nur Tee – ein echter Teemensch und sich so wohl fühlt in so einer fremden Welt für mich.
Jeden Tag trank ich zwei Male Kaffee mit meinen zwei Genossen in den Bergdorf und fühlten mich so komplett mit dem Leben trotz den Kulturschocks und dem Toilette-Stress.
Jeden Abend in Taiwan trank ich mit meiner Schwester Kaffee vor dem Schlaf. Schön entspannt, familiär und glücklich.
Ich liebe Tee und liebe Kaffee. Warum kann man nicht zwei gegensätzliche Getränke nicht gleichzeitig lieben?

Meine Yunnan Reise II – Kulturschock von „Toilette“

shi yang
So ein stilvolles Toilette gibt es in Shi-Yang in den Bergen Taipeis. Ein Klossomat mit einem Fenster auf Garten.
Weiss Du, was das einfache Glück im Leben ist? Dass man ein Toilette hat.
Was haben wir in Xishuang Banna erlebt?

Wir tauschte gerne aus, ob das Toilette begehbar sein sollte. Jeden Tag. Wir gaben sogar Sternen für Toilette.
5 Stern Toilette ist: mit Wasser, mit Tür, mit Dach in sauberer Umgebung.
4 Stern Toilette ist: mit Wasser, mit Tür, durch Sau-Stahl oder Hühnerstahl.
3 Stern Toilette ist: ohne Wasser, mit Tür, nur ein Loch, aber in sauberer Umgebung.
2 Stern Toilette ist: Mit Wasser, ohne Tür
1 Stern Toilette ist: im freien…

Es gibt schlimmeres…
In dem Bergdorf Ba-Da, nach dem Mittagsessen, nach meinem obligatorischen Kaffee mit Chris und Tom, überlegte mir gerade, ob ich Toilette aufsuchen sollte.
Während ich mir überlegte, kamen gerade paar Leute mir entgegen. Von ihren Gesichtern habe ich entnommen, dass sie auf Klo waren. Es waren zwei prächtige starke Männer, Chris und Tom.. „Hey, wie sieht das Toilette aus?“
Sie schauten sich kurz gegenseitig an… Chris sagte mit einem komischen Gesicht: „Menglin… wir wollen uns gar nicht erinnert werden von dem, was wir gerade gesehen haben!“ Tom sagte noch klarer: „Menglin, Du sollst nicht hingehen.“
Dann sah ich Carian, wie sie hin und her Schritte machte – „Willst Du auf Toilette?“ Sie war überrascht, dass ich ihr Gedanke lesen konnte. „Du sollst nicht gehen.“ sagte ich. Sie lachte.
You lachte immer über uns aus, wenn wir wieder über Toilette austauschten. Er erzählte uns zwei Storys in Bangwei.
In dem Toilette von Bangwei gab es oft ein Bambus Stock. Das Stock dient dazu, dass man sich vor sprudelnden Flüssigkeit schützen kann. Wenn man das grosse Geschäft macht, sollte man das Ausgeschiedene auf das Stock fallen lassen. Somit geht das Ausgeschiedene nicht direkt ins Loch, was bereits voller Flüssigkeit und Substanzen gefüllt ist…
You entschied sich oft ins freien zu gehen und dort sein grosses Geschäft zu machen, weil es mit dem Bambusstock doch zu wider war. Eines Abends ging er an einem kleinen Bach und machte dort das Geschäft. Neben ihm war paar grossen schwarzen Steinen, die im Bach lagen und in Dunkelheit kaum wahrzunehmen waren. Als der Geruch kam und das Geräusch tönte, sprangen plötzlich die Steinen aus dem Bach! Sie waren eben kein Stein, sondern Schweinchen… die rannten Richtung der Gerüchen…. Er – geschockt – rannte auch…
Nun liebe ich mein Toilette in meinem Bad! Wertschätzung kann man nur lernen, durch Entzug.