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曼松王子山古樹 Mansong Prinzberg Gushu 2017 Frühling 

Endlich kann man ihn auch in Shui Tang genießen!

Selbst nach 8 Aufgüsse ist er immer noch sanft, anmutig und floral wie die Frühlingswiese!

Sein gleichmut kann ich nur lernen!

Tee bei den Schweizer Familie 

Ich komme mit der Technik nicht so gut aus, so dass ich hier über FB von Shui Tang posten muss. Vielleicht ist es auch gut, man kann die FB Seite von Shui Tang kennenlernen!

http://www.shuitang.ch/blogs/news/eine-tasse-voller-genuss-expertin-meng-lin-chou-fuhrt-ein-in-die-welt-des-tees

Diese Seiten führen Miriam Fischer. Dank ihr!

Und hoffentlich kommt der Tee tatsächlich bei den Schweizer Familien an!

Tee-Momente

Eine Zeit lang versuchte ich jegliche private Angelegenheit zu vermeiden, die mit Tee zu tun hat. Ich trinke keinen Tee auf einer Teereise, keinen Tee mit Freunden, keinen Tee mit mir selbst. Okay, der jeden morgen Dianhong ist eine Ausnahme. Das ist kein Tee-Moment, sondern ein Moment der Abhängigkeit von Drogen.

Tee-Moment, was ist das? Es ist wie etwas privates, etwas intimes und intensives. Momente, die Pflehen und Lieben bedeuten. Eine Zeit lang vermied ich es. Inzwischen kann ich es wieder. Wieder, weil es zu etwas anderes entwickelt worden ist.

Früher wusste ich, dass Tee schön ist. Heute verstehe ich, dass Schönheit die Hässlichkeit enthält. Ich hielt eine sehr lange Zeit einen Abstand zu Oolong, auch wenn die Leute mir nicht glauben – Du bist doch ein Oolong-Spezialist. Dieser Tee war mir zu süss.

So süss, dass ich es nicht ertrug. Mein Leben ist hart, es ist jenseits von dem Süssen. Anders formuliert, mein Leben ist schön, aber nicht süss. Warum macht Atong solchen süssen Tee? Als Ironie? Ist er sarkastisch?

Ich ging fremd zu Pu Er. Ich liebe den bitteren zusammenziehenden Geschmack. Manchmal salzig, manchmal rauchig scharf. Das Süsse ist versteckt und ich kann ihn übersehen.

Liebe ich diesen bitteren zusammenziehenden scharfen Geschmack, um etwas auszugleichen oder gar zu kompensieren?

Das neue 9 Oolong Set ist entstanden als Antwort auf meine Frage. Süss wie die Kindheit, das schmeckt man durch diese Teereise. Kindheit bleibt als Geschmack in unserem Gedächtnis. Immer wieder kann er wachgerufen werden. Zusammenziehend wie das Säuere ist der Geschmack des Erwachsenwerdens oder Uebergangs, etwas für immer zu verlieren und zugleich etwas Ungewisses ist in Sicht. Ein Geschmack des Loslassen oder der Verlust. Das geröstete rauchige Aroma vermittelt das Feurige, eine freudige Kollision oder eine unvermeidbare Rebellion? Und das Bittere, das über jeden süssen Geschmack steht, ist der Geschmack des wahren Lebens. Sie begleitet uns durch Geburt, Trennung, Sterben und Abschied. Und das durchgehende Süsse macht es wieder ertäglich, eröffnet uns einen kleinen Fenster zu dem Moment, wo Liebe und Pflege wieder das Wichtigste war, als wir mit frischen Augen in die Welt blickten. Ich konnte die Ameisenstrasse stundenlang betrachten, den Fenster zu Strasse wie Film bewundern und mich in den Spiegel schauen, ohne zu leiden.

So ist der bittere Geschmack wie ein Podest? (Auf einen erhöhten Position kann die Verwicklung anders betrachtet werden. ) Ein Gefühl von Würde? Wenn Leben seine Würde gefunden hat, hat es einen Abstand zu den Dingen, die scheinbar hässlich ist. Man ist dann dazu fähig, mit Süssen zu begegnen.

 

Wie lerne ich Tee?

Irgendwie landet oft ein Teeliebhaber irgendwann in Shui Tang. Sei es durch sinnvolle Zufälle oder durch Hören und Sagen.

Viele Tee-interessierte kommen mit vielen Fragen und Kommentare. Man muss wirklich fit sein im Tee, um hier zuarbeiten.

Ich war nicht fit. Meine Nase lief und meine Augen waren müde. Der junge Herr aus Italien, extra angemeldet und eingereist, hielt bereits Fragebogen und Degu-Notiz vor sich. Wurde ich geprüft? Ich lachte in den Teeschiff und fand es richtig absurd, aber zugleich berührt.

„Die Welt des Tees ist riesig. Ich weiss nicht, wie ich anfangen sollte.“

„Ich weiss auch nicht.“

„Wenn ich in China und in Japan bin, bin ich immer so glücklich, weil ich dort guten Tee trinken kann. Aber wenn ich im Europa bin, bin ich immer frustriert.“

„Es tut mir leid.“

Oft sagen viele Menschen zu mir, dass sie sich sehr wohl im Asien fühlen. Sie haben möglicherweise eine chinesische Seele. Aber ich kann ganz sicher sagen, in mir lebt eine europäische Seele.

„Vermissen Sie Taiwan, wenn Sie hier sind? Vermissen Sie Europa, wenn Sie in Taiwan sind?“

„Nö.“ Ich doch nicht. Ich bin aus Taiwan als eine junge Frau „geflohen“. Und wenn ich jetzt in Taiwan bin, genieße ich die Auszeit als ein sichtbarer Fremde und Auszeit als Haustier vom Shui Tang. Ich bin nicht mehr diese junge Frau, die nicht wusste, wie man das eigene Leben eigenhändig gestalten sollte. Ich bin auch nicht mehr dieser Fremde, der sich nicht helfen kann.

Was hat solche Frage mit Tee zu tun? Was hat die Degu-Notiz mit Tee Verstehen zu tun?

Am Ende unseres Gesprächs wollte der junge Herrn paar Teesorten kaufen. Er kaufte unsystematisch – in meinem Augen. Ich malte ihm ein Plan:

Also Tee zu verstehen kann man mit weißen, gelben, grünen, Oolong, Hongcha, Pu Er anfangen.

Da ich spezialisiert mit Oolong und Pu Er bin, nehmen ich die beiden Teesorten als Beispiel:

Oolong verstehen kann man mit Varietäten beginnen: 1. Traditionelle Sorte (Tie Guanyin, Qingxin, Buddhas Hand, Shui Xian, Da Hongpao, Rougui, Wuyi, Qilan, Huang Jin Gui, Meizhan, Da Man Zhong, Qingxin Dapang etc.) und 2. Moderne Sorten (Jinxuan, Cuiyu, Sijichun etc.).

Dann nimmt man die Varietät Tie Guanyin als Pfad, weil der Tee einem wahrscheinlich ganz besonders gut gefällt. Dann geht man mit Anbaugebieten vor. Es gibt China -Anxi und Taiwan-Muzha und Hochland. Dann geht man automatisch tiefer in die Herstellungsmethode wie Oxidation, Fälschung und Röstung. Am Ende landet man bei der Lagerung als Faktor.

Man sieht, es geht immer weiter, tiefer und ganzheitlicher. Zeit, Raum und der Mensch bilden zusammen zu drei wichtigen Achsel. Die Degu und Wissens-Notiz hilft nur bedingt (ABER sie helfen). Man schreibt Notiz um es später wegzuwerfen. Was wirklich hilft ist Probieren, Vergleichen und Beobachten. Zwar introvertiert anstatt extrovertiert. Tee trinken um zu sprechen ist vorläufig lustig. Weil man immer die Aussage prüfen kann.

Bei Pu Er wurde ich mit zwei Kategorien anfangen: Sheng und Shou. Bei Sheng und Shou gibt es gleichzeitig drei Kategorien: Gushu, Huangshan und Taidi. Bei Sheng-Gushu (oder Taidi oder Huangshan) geht man weiter mit Kennenlernen vom Anbaugebieten. Hier wird man konfrontiert mit anderen Faktoren wie Lagerung, Sonne-Trocknung und Fälschung. Bei Shou kommt noch das Faktor Fermentationsgrad dazu.

Meine Besucher waren so glück und gingen mit Lächeln aus Shui Tang.

Ich atmete aus. Irgendwie war ich auch sehr glücklich! Mein Herz war berührt.

Ein Teegespräch mit Teefreunden ist oft anregend und lustig. Ich bevorzuge manchmal einen seltenen Tee mit Teefreunden zu teilen, mit den ich nicht sprechen muss. Die Worte stören oft.

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Das Spiel mit dem Tee

Das Spiel mit dem Tee geht weiter. Bei Gongfu Cha III spielen wir den Tee mit Jahreszeit, mit Farbe und Raum. Wir gestalten den Teetisch mit dem Thema Herbst. Es gibt verschiedene Variation des Herbst zum Ausdruck.

Wie verorte ich mich? Wie plaziere ich mein Gegenüber? Was steht zu was als eine Einheit? Wie sieht der Herbst aus? Blühende Chrysathemenwiese oder verfärbte Blätter? Susanne hat trocknende Rose mit Hagebutten gebracht. Farberot tanzte im grauen Hintergrund. Zisha Kanne steht auf schönen Bambusplatte. Der Herbst, eine Zeit zur Reifung. Natascha suggestierte die blühende Chrysathemenwiese durch ein seidentuch. Die Tassen steht auf den von Blätter gepressten Untersetzen wie in einem Schiff. Sie tragen den Tee in dem blauen Celadon, flanierte auf Tatami wie in der Ozean!

Nächtest Mal üben wir weiter an das gleiche Thema. Aber es wird bestimmt anders. Anders weil man ein neues Bewusstsein gewonnen hat!

回紋 Hui-Muster und 饕餮 Tao-Tie

Diese Reise entstanden aus einer Meditation am vergangenen Mittwoch. Ich bildete mir ein, ein merkwürdiges Symbol vor mir wahrzunehmen, das scheinbar aus Antik-Griechenland oder China stammt.

Ich verstehe die menschliche Seelenreise wie die Darstellung von christlichen Labyrinth, das uns zurück zum Gott führt. Man geht auf einem Kreis, der sich in ersten Moment an das Zentrum nährt und dem Herz erfreut. In nächsten Moment entfernt man sich wieder kreisend von Zentrum und das Herz schmerzt. So kreisen wir paar Male hin und her bis wir tatsächlich das Zentrum nähren und doch müssen wir es verlassen. Ein Labyrinth behält den Angekommenden nie. Es führt einem wieder hinaus in die Welt!

Diese endlosen Kreisen erlebe ich selbst in meinem Leben mit Tee.

Man sucht Lösung für das Leben und zieht sich zurück ins Innenschau. Man transformiert es in einem Akt von Umkehrung, wie wir im Gongfu Cha „Füllhorn“ üben. Die äußerlichen Schmerzen und Aggression werden zu inneren Kräfte und Erkenntnisse. Mit diesen Erkenntnisse kehrt man wieder zurück zum Leben.

Es war ein sonniger Morgen. Tim hat seine Matura bestanden und feierte. Ich kam aus dieser fröhlichen Gesellschaft und bekam eine Idee, Rietberg-Museum zu besuchen. Ungestört von vielen Besucher an so einem schönen Sonntag lief ich ahnungslos zur Meiyintang Ausstellung.

Genau beim Eingang stach ein Gefäß in meinen Augen.

Es war Gefäße aus Bronzen von heiligen Bedeutung vor 5 Jahrtausenden.

Es sind rituelle Gerätschaft 禮器, um Opfergabe zuzubereiten. Auf den uralten Gerätschaften vor paar Tausendjahren fand ich das Muster von der Endlosigkeit, was Donner und das Herz von Wellen symbolisieren sollen. Sie zeigen alle auf das Zentrum und sind endlos dargestellt. Dieses Donnermuster 雷紋 heißt ebenfalls 回 Hui-Muster. Hui bedeutet auf Chinesisch zurück, ursprünglich bedeutete das Zentrum von Wasserwellen.

Zurück. Wohin zurück?

Dieses Muster begleiten einem magischen Tierkopf, dessen Hörner genauso aussehen wie das Symbol in meiner Vision. In diesem Tier «饕餮 Tao Tie» sollte ein mythisches Wesen 神農 dargestellt werden, der Tee angeblich entdeckte. Es wurde beschrieben, dass er unter einem Baum Wasser kochte und in jenem Moment fielen paar Teeblätter hinein. So wurde Tee entdeckt.

Man kann sich so vorstellen: Vor paar Tausendjahren wurde ein heiliges Gefäss, dessen mystische Kraft durch den Kopf von Tao Tie ausgedruckt wird, über Feuer gekocht. In jenem Moment donnerte es, so wie das Ritual für Fruchtbarkeit im Frühling wünscht. Der Ostwind wehte unabsichtlich, während paar Blätter aus einem Busch fielen. Sie fielen absichtlich in das kochende heilige (schöne) Wasser.

Das war wohl, der erste Gongfu Cha in der Menschheit.

Tao Tie und Hui Wen