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南管茶會 Nan Guan Konzert mit Tee in Zürich!

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Eine Schale Tee in den Gesängen der alten Han

Eine Schale Tee bringt dem modernen Menschen Gelassenheit und Gesundheit. In der Tat ist der Tee ein Resultat der alten chinesischen Alchemie, die stets versucht, die Grenze zwischen Zeit und Raum aufzuheben.

Die Teehaus-Kultur wurzelt in der Tang Dynastie von 713 bis 741. Das öffentliche Teehaus war ein Ort der Begegnung und der Ereignisse, ein Ort, wo sich die Aristokratie traf, um sich zu erheitern, wo das gemeine Volk Unterhaltung suchte. Dort, im Teehaus, wurde der Tee von Geschichten begleitet, die mittels Gesang und Gestik erzählt wurden.

Diese Teehaus-Tradition vermittelt uns heute nicht nur die Kultur des chinesischen Lebensstils, sondern auch die alten Künste. Das Publikum am Teetisch ist gleichzeitig Teil des Geschehens wie auch Botschafter dieses Lebensstils.

Am 24. September bauen wir eine Brücke vom Hier und Jetzt in die alte Tang-Zeit, durch die alte Han-Sprache Holo. Mit einer Schale Tee werden die Teilnehmer in die andere Zeit versetzt, ja in einen anderen Raum, in dem Ost und West, das Vergängliche und das Ewige aufeinandertreffen!

Holo Gesänge – Nanguan

Die Holo-Sprache ist eine antike Chinesische Sprache, die auf der mittelchinesischen Ebene gesprochen wurde. Die Wortteile „Ho“ und „Lo“ beziehen sich auf die geographische Ebene zwischen dem Gelben Fluss und dem nördlichen Luo He. Bis zur Song Dynastie (960-1279 n. Chr.) war Holo die Hochsprache unter den han-chinesischen Sprachen. Im Lauf der Zeit ging diese Sprache durch die Eroberungen und den Vormarsch nördlicher Völker verloren. Im Zuge der Flüchtlingsbewegungen kam Holo in die südchinesische Provinz Fujian und ist seit dem 17. Jahrhundert auf der Insel Taiwan und anderen südostasiatischen Ländern verbreitet. Holo wird heute in Taiwan allgemein als Taiwanesisch bezeichnet.

In der Nanguan-Musik hat sich der musikalische Stil älterer Zeiten erhalten, im Gegensatz zur Beiguan-Musik im Norden, wo auch andere Sprachen und Instrumente verwendet werden. Die Orchesterbesetzung und die Melodien lassen annehmen, dass Nanguan aus der Tang-Zeit (618-907) stammt und sich in der späteren Song-Zeit weiterentwickelte. Die musikalischen Spuren reichen sogar bis in die Han-Dynastie (202 v. Chr. bis 220 n. Chr.) zurück. Nebst instrumentalem und vokalem Vortrag kann Nanguan auch als Schauspiel und Oper aufgeführt werden.

Bei vokalen Werken wird in der Holo-Sprache gesungen. Die Hafenstadt Quanzhou im Süden Fujians gilt als Urspung und Zentrum des Nanguan. An beiden Seiten der Taiwanstrasse haben sich unterschiedliche Nanguan-Stile entwickelt. Am heutigen Abend wird der Taiwanesische Stil vorgeführt.

Künstlerin

Xinfei Wu, Sängerin und Erzählerin, wurde in Taipeh auf Taiwan geboren. Sie beherrscht die alttaiwanesische Holo-Spache sowie die Nanguan-Oper, die heute beide existenziell bedroht sind. Zur Zeit engagiert sich Frau Wu für eine zeitgemässe Interpretation des klassischen Wortschatzes und der alten Poesie. 2009 wurde Xinfei Wu vom ACC (Asian Cultural Council, einer Organisation der Rockfeller Foundation), zu einem Austausch mit Sängern der alten Musik in Japan eingeladen.

Ein gewöhnlicher Mensch, ein Teemensch

Mein Lehrer Chen, Huan Tang ist ein Teebauer. Er hat nie sein Bildungsniveau verleugnet. Gerne schimpft er mit groben taiwanischen Worte und manchmal hätte eine Feministin etwas dagegen. Wie komme ich klar mit so einer Person oder so einem Mann?

Ich verehre ihn nicht, aber respektiere. Seine menschliche Züge und seine ehrliche Haltung diese Züge zu leben und zu zeigen gewinnen mein Respekt. Nicht sein Wissen um Tee, sondern seine Haltung zur Welt. Er vermittelt mir einen direkten unverfälschten Zugang zum Tee als ein eigenständiges Wesen,das eine eigene Sprache spricht. Als ich Shui Tang eröffnete, sagte er mir: „Mache aus Tee keine Geheimnisse! Tue die Dinge nicht so verspielt um Tee und Dich zu verschleiern!“ Wenn er Tee zubereitet, bereitet er zu. Ganz einfach und normal.

Mein Weg des Cha No Yu wurde aufgeklärt von der Lehrerin aus Rom Nojiri Sensei. Ich kann mich noch ganz genau erinnern als sie uns den Abschluss Tee in St Ottilien machte. Sie bewegte sich natürlich und ihre Handlung geschmeidig. Hinter diesen scheinbar einfachen Bewegung verbirgt einen tiefen Einblick von Sein! Es handelte sich um eine Schale Tee, nicht mehr.

Eine Schale Tee zuzubereiten sollte nicht länger als 20 Minuten. Aber als Anfänger macht daraus ein riesiges Theater.

Es ist ähnlich wie in Shui Tang zu arbeiten. Es handelt sich um einen guten Tee zu verkaufen. Ganz einfach. Es geht weder um meine Person, noch um das Verkaufen noch um Shui Tang, sondern um Tee.

Als wir am Samstagabend den letzten Kurs abschlossen, bereite ich einen Tee für alle zu. Später sagte Jacob am Tisch: „Es beruhigt mich zu sehen, dass Deine Hände aus zittern können.“ Ich erwiderte ihm ein herzliches Lächeln und sagte, „Manchmal geht es besser, manchmal eben nicht. Es ist nicht schlimm es so wie es ist, zu zeigen. Es ist schlimm, wenn man sich bemüht, es zu verstecken.“

Ich habe wie viele Leute zitternde Hände. Zwischen mir und anderen existiert kein Unterschied. Auch wenn ich paar Schritte mehr gemacht habe auf den Weg, der Tee heißt, pflege ich den Anfänger-Geist. Mit den Kurs von Gongfu Cha lerne ich immer mehr Dinge und bekomme Chance mich zu vertiefen. Neulich entdeckte ich die Schönheit von Textilien Muster auf dem Teetuch und beobachte das Parallele zum Muster im Keramik. Durch Gongfu Cha und in den Teatoys entdecke ich immer mehr die unsichtbare Verbindung zwischen Kulturen und Menschen. Es ist wunderbar ein Teemensch- Cha Ren zu sein!

   

Kein Spuren hinterlassen II

Wir sind nur Gäste auf der Erde und häufig Prolog, Epilog oder etwas dazwischen im Leben des anderen. 

Wenn wir nicht reflektieren, dann hinterlassen wir Spuren mit Konsequenzen im Leben des anderen. Manchmal angenehm und oft mit Schmerzen. 

Wenn wir bewusst sind über die Spuren, die wir bei anderen Menschen hinterlassen, werden wir bewusster über die Spuren, die wir auf dieser Erde hinterlassen?

Bevor Römer nach Mitteleuorpa kamen, waren Kelten und anderen hier. Bevor Germanen sich hier niederlassen, mussten andere Völker Platz machen oder miteinander leben. Was gehört wem? Wer gehört wohin?

Flüchtlinge kann jeder werden. Oder – gibt es wirklich ein Wesen wie Flüchtlinge? 

Wenn wir doch einmal klar sehen können, dann müsste es doch deutlich werden, dass wir nur vorübergehend an diesem Ort sind, wo wir sind. Spuren hinterlassen wird zu einer delikaten Geschichte. Was für Spuren haben wir bereits auf dieser Erde hinterlassen? Abfälle, die über 500 Jahre oder 1000 Jahre oder noch länger erst harmlos werden. Klima-Wandel, der viele Menschen heimatlos treibt und für Nahrung und Schutz bei anderen zu suchen zwingt. 

Keine Spuren zu hinterlassen kann man im Tee lernen. Einen Tee zu produzieren mit einem gute Geschmack beinhaltet bewussten Umgang mit Teepflanzen – schonende Pflückung, mit Erde – sorgfältiges Dünnen und mit Menschen – eine Handwerkkunst zu pflegen und Wohlstand vor Ort zu bewahren. Einen Tee mit einem guten Geschmack zu geniessen kann ein erster Schritt der bewussten Lebenführung werden. 

Im Gongfu Cha Unterricht in Shui Tang wird nicht geachtet, wie schön die Choreografie abläuft, sondern als erstes wie man anfängt und wie man abschiesst.

Wir treten im Leben des anderen Menschen ein. Wir gehen irgendwann im Leben des anderen Menschen aus. Wie kommen wir hinein, ist vielleicht wichtig. Aber wie wir uns verabschieden – in Streit, in Liebe oder in Vergessenheit, kann nachhaltig wirksam sein.

  

Keine Spuren hinterlassen I

Vor drei Jahren kam Tim zum ersten Mal ins Shui Tang. Ich kann mich noch sehr gut an sein unschuldiges Lächeln erinnern. Ich erzählte ihm von dem ersten Schritt des Teelernen: Keine Spuren hinterlassen. Er wiederholte an dem Tag immer wieder diesen Satz: „Keine Spuren hinterlassen. Keine Spuren hinterlassen.“ 

Erinnert er sich immer noch an diesen Satz?

Vor einem Jahr kamen die Eltern von N. und erzählte mir, dass ihr Sohn paar Male an Shui Tang vorbei ging und nicht hinein kam. Sie wollten ihm etwas schenken, vielleicht den ersten Schritt in den Tee? N. kam Anfang des Jahres zum Gongfu Cha Unterricht.

Ein Jahr später kamen die Eltern wieder. Der Vater berichtete mir die Veränderung des N. Er sagte, N. habe seinen Geschmack verändert. Er achtet das, was die Mutter kauft, was er zu sich nimmt und was getrunken wird. Der Junge ist bewusst über einen guten Geschmack zu kultivieren. Er mache Tee für Familie und erzähle das, was er in Shui Tang erlebt. Ich erinnere mich an ihm – ein zurückhaltender Junge, der zuhört, beobachtet und sich anstrengt. Die Eltern erzählte mir die Veränderung, die wohl durch Tee angestossen wurde. Und sie kamen um Teatoys zu kaufen, um ihn weiter zu unterstützen. Ich war sehr berührt.

An dem gleichen Tag bereitete Tim Tee am Teetisch für viele Damen um ihn. Er erzählte wie man einen Tee mit Qualität produziert und wie er einen guten betrachtet. Ich beobachtete, wie er den Damen Tee eineschenkt – zuerst die ältere, dann erst die jüngere. Mein Herz lachte.

Es sind glückliche Kinder, die unterstützende Kraft von der Familie erhalten. Es hinterlassen Spuren. Spuren, die etwas erneuen. Spuren, die einen Kreislauf bilden, der sich stets erneuert.

Die Arbeit in Shui Tang strengt mich an. Manchmal ist die Ernergie in Alarmstufe. Aber diese ausgegebene Ernergie bekommt Nachschub, wenn man die Veränderung und Wechselbeziehung mit Teejünger und Teeliebhaber sieht. Es berüht mich und „erneuert“ meine Energiequelle. Somit schliesst sich ein wunderbarer Kreislauf, der durch das gegenseitige Geben und Nehmen stets ernährt.

Die Spuren verwischen sich und verlieren Identität. Meine oder Seine oder Deine?

Ich bin dankbar auch bei Joas, der seine Leidenschaft für Tee mit anderen Menschen in Shui Tang oder in einem Forum teilt.Er trägt weiter Tee, weiter in einem anderen Kreislauf, zu anderen Teeliebhaber, die mir unbekannt sind.

Hinterlassen keine Spuren. Keine Spuren, die von einer bestimmten Identität geprägt sind. Weil wir alle nur vorübergehend im Leben des anderen und auf der Erde sind. Wir sind nur Gäste.

  

Herbstlich ll

碧雲天,黃葉地,秋色連波,波上寒煙翠。 

Bi Yun Tian ( der blaue Himmel), Huang Ye Di ( gelbe gefärbte Blätter fallen auf den Boden), Qiu Se Lian Bo ( das ruhige Wasser reflektiert die herbstliche Landschaft ), Bo Shang Han Yan Cui (auf das Wasser schwebt leichte Nebel)

Gegen 11:30 standen plötzlich eine Klasse von ganz kleinen Kinder mit Lehrern vor unserem Schaufenster. Eine Lehrerin erklärte den Kindern, dass Shui Tang ein japanisches Teegeschäft sei und die Japaner so kleine hübsche Teetasse verwende.

Ich musste schmunzeln. Doch kam ich nach vorne ohne aufzudrängen.

„Darf ich etwas erklären?“

Die Lehrerin bewilligte mich.

„Ich möchte nicht korrigieren, sondern nur ergänzen.“ Ich formulierte vorsichtig,“ das ist ein Teehaus von der chinesischen Teekultur. China war im 7. Jahrhundert eine grossartige Kulturnation. Japaner schickte buddhistische Mönche und Studenten nach China um die Kultur zu lernen. Sie brachten Tatami, Sashimi, Kalligraphie, Buddhismus und Tee nach Japan.“

Die Augen von den kleinen und grossen Menschen wurden gross.

„Wisst ihr warum man aus kleinen Tassen Tee trinkt?“

Die Augen schauten zu mir.

„Wenn man hungern und leiden muss wie viele Menschen heute auf der Flucht, dann ist man froh, satt zu essen. Wenn man aber in einem Wohlstand lebt, wie wir in der Schweiz, ist es nicht mehr wichtig satt zu werden. Wir können uns eine Frage stellen, was ist das Wichtigste im Leben. Die alten Chinesen fragten sich auch und verstanden Tee aus Genuss zu trinken anstat um Durst zu löschen.“

Die Köpfe fingen an die nicken.

„Also wir trinken Tee um zu geniessen anstatt satt zu werden.“

Die Lehrer bedanken sich, während die Kinder unbeirrt mich anstarren. Ich spürte so viel Neugierde und Faszination. Natürlich verstehen sie nur so viel wie sie können. Aber in dieser herbstliche Stimmung scheint alles so gefärbt von menschenliebend Wärme und zarter Hoffnung. 

Die Früchte fallen weil sie reif sind. Die Samen sehe ich in diesen kleinen Gesichtern mit grossen Augen. Es wird keimen in baldigen Frühling. 

Bevor der vielversprechende Frühling kommt, kommt noch Weihnachten… Und ich bestaune weiter die schönen herbstlichen Schaufenster.

Ich mag besonders die Schatten von den reifen laternenfrucht aus Japan. Die Schattierung erinnert mich an den Nebel der den Wald verschleiert. 

   

Suche nach guten Tee

Yu zeigte mir paar neue Fotos von seinem neuer Abenteuer – Suche nach neuen Gu Shu!

Entdeckte Gu Shu Area werden immer bekannter, dann teuer.

Zusammenarbeit zwischen Staat und Kapitalisten machen Gushu teuer.

Was uns bleibt, als Teeliehaber, die Gu Shu schützen und schätzen, ist der Weg auf Suche. Noch abseits der Händler. Noch weiter. Noch längerer Weg durch Regenwald.

Der Bo He Tang in diesem Jahr ist unglaublich schön! Auch ein herrlicher Preis! Aber wir können in nächsten Jahr gar nichts mehr bekommen, weil er noch unbezahlbarer wird!

Yu machte sich bereits auf den Weg nach Atong Qing He…