Archiv für den Monat Dezember 2012

暗香 Der Duft aus dem Schatten

暗香 Der Duft aus dem Schatten

頻相顧
ich schaue immer wieder zurück
餘歡未盡
es ist eigentlich vorbei
卻去且流連
ich sollte gehen, meine Schritte schreiten nicht.
秦觀 Qin Guan, Song Dynastie, China

Nachdem meine Kraft allmählich zu mir kam, war der Besuch bei meinem Lehrer wie ein Lichtstrahl. Ein Lichtstrahl, weil ich wieder nur ich sein kann. Es besteht Hoffnung…
Ich habe viele Teemuster gesammelt und ist bereit mich wie ein Anfänger zu fühlen. Wir haben viele Anxi Tie Guanyin unter die Lupe genommen. Auch wenn ich recht stolz war, was ich nun gefunden habe, lächelte Atong bloß und fragte, ob ich wirklich etwas sehen will, was wirklich einmalig ist? Er brachte mir einen von ihm per Aufrtag erzeugten Tie Guanyin Anxi. Ein sehr leiser Tee, sagte ich fraglich. Ja, antwortet er. Nach 15 Minuten sagte der Tee immer noch kein Wort zu mir. Was ist das eigentlich? Bin ich wirklich ein Anfänger? Er goss einen anderen Oolong von Lala Shan. Ein Guifei Hochlandsoolong, von Zikaden befallen und aus verwilderten Garten. Wieder so einen! Leise, aber präsent. Fein strukturiert, beständig im Aufguss und sanft im Umgang mit unseren Sinne, bloß nicht vordergründig sein, bloß keine Sehnsucht zu erwecken – einfach sein. Einfach sein… Mein Herz wurde glasig und meine Augen ebenfalls.
So einen hätte ich übersehen. Ich hätte.
„Menglin, Tee zu verstehen ist wie eine Lektion über das Leben nachzudenken. Junge Menschen oder Menschen im glatten Lebensweg verstehen den Tee anders als wir.“ Sie lassen sich zu stark beeindruckt von bunten Erscheinungen und Konventionen. Der Duft aus Schatten sei das was ihm fesselt… Anstatt der betäubenden Duft aus der Helligkeit.
Am einem Abend, beim Sonnenuntergang weht eine Brise frischer Wind aus dem Schatten hinter uns. So beschrieb er… Der leise subtile Duft von den schattigen Hecken erreicht unsere Riechweite. Die Brise ist vorbei, der Duft wirkt wie Schatten in unserem Gemüt und es schattiert alles.
Der ruhige Lala Shan ist leise. zwischen den seidigen Textur spürte ich Neroli im Brise.
Atong sagte, so ein Tee ist wie das Verliebtsein. Man merkt es erst Nachhinein. Das leise Süße und blumige Emotion erreicht uns oft vor dem Bewusstsein. Oft ist es schon zu spät. Es wirkt so präsent wie das Schatten in uns schattiert. Man sollte gehen, aber die Schritte schreiten nicht.
Langsam glaubte ich es zu verstehen.
Ich schmeckte eine Veränderung meines Lehrers und meine.
Ist es die Hoffnung, was der 15jaehrige Tim mich einmal fragte?
Beim den letzten Gespräch in Shuitang am heiligen Abend handelte sich um Tod und Organspende. Ich habe die Weisheit nicht, diese Debatte mitzureden. Aber Tod ist für mich anders. Tod ist ein Tor. Das, was wir in diesem Leben nicht gelebt haben und unerledigt bleibt, nehmen wir durch das Tor ins nächste. Wir werden gezwungen bei nächsten Wiederholung zu erledigen. Das ist ähnlich wie, was was wir in diesem Jahr nicht erledige, mit ins nächsten leben müssen. In der chinesischen Vorstellung ist das Leben eine Hoffnung, gewisse Veränderung jetzt zu vollziehen anstatt weiter mit diesem Rücksack zu reisen ins nächsten. Ich habe mein Leben egoistisch genug gefuehrt, immer das getan, was wahrhaftig ist für mich und das gesagt, was ich wollte. Es gäbe nichts zu bereuen. Wenn ich weiß, dass jetzt das Ende ist, würde ich mein Konto plündern, Feste feiern.
Ich habe viel Gepäck, was ich mit ins 2013 mitschleppe, auch wenn ich vieles erledigt haben wollte. Es ist eben wie das Schatten aus der Dunkelheit, unbewusst bleibt der Duft ins mir. An diesem Erkenntnis ahne ich, dass das Leben hoffnungsvoll ist. Weil man sich verändert. Was vorher unmöglich und unerkennbar scheint, ist heute eine Hinweise des Weges. Der Kampf, den ich gegen das Schatten fuehrt, fuehrt zu mir selbst.
Ich werde auf meinen Weg, der mutig in die Dunkelheit schreitet, immer meinen Lehrer sehen und paar Weggefährte begleiten.
Der Duft bleibt.
Mein Lehrer testete gerade Leckerli. Sein Gesicht sah recht kritisch aus…

Ninjas schwere Mission

Ninjas schwere Mission

Atongs Schatzkammer wurde nie von Ninja heimgesucht, wurde mir versichert. Denn der Wert eines Schatz-Tee ist nicht mit Augen erkennbar.
Anhand von dem Erfolg eines Diebes könnte man feststellen was für Teekenntnisse er besitzt.
Warum wurde hier so viele Schaetze gelagert? Weil jemand die Perle aus Nichts erkennt ohne geblendet der Konvention zu befolgen…

Stresskiller

Stresskiller

Wie halte ich diesen Stress bloss aus?
Ganz einfach. Nach jedem Abend Steak essen. Eine Flasche Champagner im Kühlschrank bereit stellen.
Heute kamen Tim und sein lieber Vater. Sie brachten mir zwei Flaschen Champagner und meine Macarons! Macarons asss ich alleine. Mit niemandem teilte ich. Die Flasche Champagner tranken wir gemeinsam nach dem Pu Er 1960!
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Der junge süsse Tim schrieb mir und fragte gerade, was ist Hoffnung?
Er fragte, ist es das Gefühl, wenn das Unmögliche, möglich scheint?
Hmm… ich weiss auch nicht genau. Es ist wie das Licht in der Dunkelheit.
Wenn man jemanden liebt, spürt man den Wünsch diese Person glücklich zu machen, auch wenn da keine Möglichkeit hat. Hoffnung ist ganz unabhängig ob es möglich ist oder nicht. Hoffnung ist das Licht, das uns hilft zu lieben ohne zu erwarten, zu geben ohne etwas zu wollen, zu leben ohne etwas erreichen zu müssen. Diese Hoffnung bringt uns in einem friedlichen Gefühl mit uns eins zu sein. Dieser Frieden gibt uns Kraft, an uns zu glauben. Dann geschehen möglicherweise Dinge die vorher unmöglich erscheinen. Das Leben nimmt eine Wende und es geht weiter. Es ist die Hoffnung! Ein Gefühl von Freiheit, die von uns ausgeht und uns unabhängig von Aussen macht.

Flohe Weihnachten

Flohe Weihnachten

Liebe Menglin

Anbei noch ein Foto vom Teering. All die verschiedenen Teeblätter, die vielen Gespräche und Stimmungen vereint in neuer Form.

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Ich wünsche dir einige Tage der Entspannung als Brücke zu deiner Reise.

Freue mich auf unser Wiedersehen im Jahr der Schlange.

Herzlich

Ursula

Liebe Ursula hat wunderschöne Schaufenster gestalten und eine Adventskranz aus Teeblätter, die in Shui Tang aufgegossen wurden, gezaubert.
Da unsere Welt immer noch existiert, muss ich morgen noch aufstehen, Tee verkaufen und dann ins Flugzeug einsteigen. Carola sagte, sie will mich abholen kommen, falls ich meinen Rückflug verpasse.
Suchen wir unser Gesprächspartner aus? Suchen wir unsere Umgebung aus? Suchen wir Menschen, mit dem wir zu tun haben, aus? Für mich, ja. Die Gespräche, die am diesen Teetisch in Shui Tang stattfinden, die Zeit, die ich für anderen Menschen nehme und Energie, die ich für die Dinge ausgebe, geschehen und geschah aus meiner freien Wille. Ich bin sehr dankbar für all Menschen, die zu diesem Ort geführt wurden. Sehr beeindruckt, wie Menschen sich auf die Gespräche, auf die Aufgüsse und auf alle die schwimmenden Teeblätter in der Kanne, einlassen. Die Zeit wird gefressen am diesen Teetisch und durch jeden Atmungszug entsteht eine Verbundenheit, die man nur geschehen lassen kann.
Wenn man von Magie des Tees sprechen würde, sprechen wir hier von etwas tiefgründiges in uns. Die Sehnsucht nach der Antwort der Zugehörigkeit und des Seins. Tee ist bloss ein Spiegel, der uns widerspiegelt.
Ich liebe den Uebergang zwischen den Jahren sehr. Diese besondere Atmosphäre hat man aber nur im Europa. Es ist als ob man plötzlich eine Leere entdecken würde und einen Raum bekäme. Die beste Zeit für viele DVDs… zu einer Tasse Tee!
Ich wünsche allen Flohe Weihnachten und einen guten Lutsch! Ich danke hier an allen, die viel am diesen Teetisch mitschwatzt haben und bei den Teekranz mit verantwortlich waren. Herzlichen Dank!

Zeitfenster

Ich bin ein spontaner Mensch und habe sehr Mühe mit Agenda und Pünktlichkeit. Doroles fragte mich, ob wir ein Zeitfenster am einen Abend kurz vor meiner Abreise finden. Ein Zeitfenster? Ich bin entzückt von diesem Ausdruck!
Ein Zeitfenster! Wenn man an dieses Fenster anlehnt, könnte man die Zeit als Landschaft betrachten? Kann man aus diesem Fenster den Ablauf der Zeit festhalten?
Heute sagte Tämer, dass die Zeit in Shui Tang anders ticke.
Am den Teetisch in Shui Tang exisitert keine Zeit, nur Veränderungen.
Der Tisch gleicht ein Fenster, wo Zeit rasch vorbei zieht und kaum Spuren hinterlässt.
Als ich den Film Cloud Atlas anschaute, hatte ich das Gefühl am einen Zeitfenster zu stehen. Was hat die Zeit dort überhaupt zu bedeuten? Es sind bloss Wiederholungen von einem bestimmten Muster, das auf ein Durchbrechen wartet. Der Umweg, der wegen mangelnder Bereitschaft des Erkenntnis, eine Bedeutung erhält und uns etwas bereichert als Hinweise unserer Konditionierung. Ich weinte immer wieder im Kino. Was bringt einem, dass man weiss, etwas wiederholt wird? Was verhindert einen, wenn man weiss, dass er diesmal eine Chance hat?
Wie am einen Zeitfenster zu stehen – fühle ich mich, wenn ich den Buddhas Hand aus Shiding aufgiesse, wenn niemand anders bei mir ist, dann sehe ichmich vor vielen Jahren, als ich zum ersten Mal diesen Tee trank und mehr und mehr unbewusst auf diesen Teeweg hineingezogen wurde – ohne zu ahnen, was mein Leben verändert!
Als Nojiri Sensei vor paar Wochen plötzlich in Shui Tang auftauchte, liess sie mich nur eins wissen: „You must become normal!“ Ich muss wieder normal werden… sie meinte meinen Fuss – normal wieder auf Tatami zu gehen und Tee weiter machen! Sie schaute direkt in meine Augen und ich in ihre. „Yes, I will.“ Es war kein Versprechen, sondern eine Feststellung. Drei jahren waren vergangen, nachdem ich sie zum letzten Mal sah, was hat hinterlassen? In ihren Augen erkenne ich etwas wieder, was ich schon immer kenne – unsere Verbindung. Das Fenster zu dem Fluss der Zeit – ist unser Augen.
Vor zehn Jahren begegnete ich Peter in Ballenberg, als er noch dort die Drogerie führte. Er hat ohne mich zu kennen, mir einfach reichlich beschenkt. Etwas, was man nie mit Verstand begreift. 10 Jahre dazwischen, es sind vieles passiert… Wir sind uns nie wieder begegnet. 10 Jahre später tauchte er plötzlich vor meinen Augen in Shui Tang auf. Es war ein verschneiter Tag. Ich sah ihn und in seinen Augen erkannte ich etwas wider, was sich nicht verändern lässt. Es ging ihm nicht gut – und das musste er mir nichts sagen. Ich packte paar Dinge zusammen, die mir in jenem Moment einfielen und schenkte ihm weiter. Er schaute mich kurz an und öffnete die Tür und verschwand in die Dunkelheit. Wir werden uns wiedersehen. Es war wie ein leicht geöffneter Fenter der Zeit. Eine kleine Spalte, als ob man etwas dadurch erahnen könnte.
Wir hatten tatsächlich einen Zeitfenster gefunden und gingen essen und trinken. Ihre geistreiche Art tröstet eine reisende Seele zwischen Welten sehr. Auch ich bin bereit mein Leben zu verändern und zu lernen, meine Muster durchzubrechen. Vielleicht werde ich am letzten Tag in Shui Tang nicht vor Nervenzusammenbruch weinen, auch wenn ich in den letzten drei Jahren immer an diesen Tag tat. Vielleicht lerne ich auch einen Uebergang zu schaffen vor Hier und Dort. Vielleicht lehne ich öfters an einem so genannten Zeitfenster und schaue einfach nur zu, was geschieht.