Schlagwort-Archive: taiwan

Teegespräch bei Shui Tang

https://www.shuitang.ch/blogs/news/teegesprach-nr-11-mit-meng-lin-chou-teereise-nach-taiwan

Ich wünsche Euch viel Freude beim Zuhören über die Teereise.

Ein Tee von gutem Handwerk

Meiste Freunde aus Taiwan wissen, dass ich Tee verkaufe. Jedesmal bekomme ich während meines Aufenthalts viele Tipps und Einladungen um neue Teebauer, neue Teehäuser oder neue Teekontakte zu knüpfen. Es ist recht mühsam für mich. Oft weiss ich nicht, wie ich es ablehne ohne Menschen zu verletzen. Aber es ist wirklich mühsam!

Wie kann ich diesen liebevollen Menschen sagen, dass ich nicht mehr auf der Suche bin? Ich bin angekommen. Der Teeweg wird von einem Kompass geführt.

Meiste Freunde von mir sind Teeliebhaber. Sie trinken gerne Tee, kokettieren sich gerne mit Kultur und lieben Vernetzungen. Aber sie wissen nicht viel über Tee, sie wollen auch nicht. Weil sie zufrieden sind damit. Sie wissen nicht, was ich verkaufe.

Letzte Woche wurde ich eingeladen zu einer Räucherzeremonie. Der Gastgeber sagte, dass der Mann, der anhand von Berührung der Hölzer die Herkunft erahnen kann, bloss ein Handwerker ist. Er ist kein Handwerker und interessiert sich nicht für die Herkunft und Produktion des Duftholzes. Er macht es einfach.

Seine Aussage stimmt für ihn, es stimmt nicht für mich. Ich möchte wissen, was ich verkaufe. Ich möchte zuerst ein guter Handwerker sein, der weiss, was er tut.

Also, was für Tee verkaufe ich? Ich möchte gerne Tee verkaufen – wie mein Lehrer Atong sagt – mit Herkunft. Das heisst, ein Oolong ist ein Oolong, nicht ein vergrünter oder ein grüner Tee. Ein Pu Er Gushu ist ein Xiaoshu. Ein schwarzer Tee ist kein Oolong oder Gaba Tee. Ein Tee, der ein traditionelles Vorbild hat, verwurzelt ist in einem Wissen und einer Kunst. Das bedeutet, es ist nicht Bio-Like, nicht Natur-Trend und nicht Lifesytle! Es ist aus einem soliden guten Handwerk.

Es war eine erlebnisreiche Reise und es tat mir sehr gut. Wieder etwas zu lernen, etwas zu entdecken und vieles neu zu orientieren! Das kann nur geschehen, weil das innere Kompass mich führt ohne die Absicht, etwas zu vernetzen!

Ein Tee für Mami

Joas ist ein Schatzjäger. Er jag gute Tees. Gute Tees, die verborgen sind. Verborgen im Speicher. Emotionale Speicher, die manchmal physikalisch zu verorten ist.

Als er nach meinem Rückkehr wieder auf solchen Jagd war, lief ich wieder in dem Keller und machte etwas auf. Dann sah ich diesen Tee.

Es war kurz vor Muttertag. Zwei hübsche Mädels waren am Teetisch bei Atong. Sie stellten immer Fragen. Auf einmal fragten sie, was für einen Oolong die Spezialität von ihm ist.

Er sagte Gu Dian Mei Ren, die klassische Schönheit.

„Warum klassische Schönheit? Willst Du gegen den berühmten Oriental Beauty konkurieren?“

„Nein. Ich meine meine Mutter. Dieser Tee ist meiner Mutter gewidmet.“

Wie bitte? Das habe ich noch nie gehört. Alle Anwesende drehten plötzlich ihren Kopf, die zuerst in eine andere Richtung schauen.

„Meine Mutter ist eine unauffällige Frau. Wegen der harten Arbeit im Feld hat sie mich mit einer Schnurr am einem Teepflanzen gebunden.“

„Bist du wütend auf sie?“

„Wie bitte?“ Er schüttelte seinen Kopf. Er versteht wohl die moderne Interpretation von Liebe nicht.“Es war normal. Ich war sehr glücklich auf der Erde zu spielen.“

Wir zeigten Verständnis für seine Zeit.

„Sie ist gewöhnlich und anspruchslos. Sie hat das Leben so akzeptiert ohne viel zu jammern. Sie ist wie eine Teepflanzen, die das Beste aus der Erde macht.“

Ich drehte meine Augen. Was für ein Frauenbild? „Lao Shi, unsere Generation ist anders.“

„Ja, für Euch. Für mich gibt es viele Dinge die mit Zeit nichts zu tun hat. Zum Beispiel wie man mit Menschen und mit Tee umgeht.“ Er goss diesen „Klassischen Schönheit“ auf, „Schau, er ist nicht spektakulär, aber sehr solide. Gut gemacht! Ich betone hier keine rein rassische Varietät wie Qingxin oder Tie Guan Yin, sondern es ist ein Blend. Ein Blend von allen Oolongsorten, die auf diesen Boden wachsen.“

„Du wolltest keinen besonderen Tee für Deine Mutter machen?“ fragte eine hübsche Mädel.

„Ich wollte einen Tee wie meinen Oolong machen, um an sie zu denken.“

„Komisch. Jeder will etwas Besonderes machen für die Menschen, die ihm wichtig ist.“

„Ich mache diesen Tee nicht für die anderen, um zu zeigen.“ Er wurde plötzlich sprachlos. Er wusste nicht wie er gegen die wortgewandte Generation sprechen kann.

Innere Bewegung zu zeigen in seiner Generation ist eine persönliche Geschichte. Es gab ja noch kein Facebook und kein Ich-AG.

Ich gab Joas diesen Tee, weil es sich so ergeben hat. Wie lange habe ich diesen vergessenen Tee getrunken? Ich schaute die Tüte an, nichts ist aufgeschrieben. Ja, es ist richtig zeitlos. Der wahre Geschmack der Mutter ist verewigt in einem Tee. Die Beschreibung auf der Tüte ist auf einer bestimmten Ebene überflüssig. Er hat diesen Tee für sich gemacht, für seine Mutter in seinem Herzen. Es geht den anderen Menschen nichts an. Darum ist diese Geschichte nie erzählt.

Meine Mutter ist ebenfalls eine gewöhnliche Frau, die mit mir zusammen den Muttertag gefeiert hat. Für sie hatte ich nichts dabei, weil ich solche aufgesetzte Dinge hässlich finde. Ich schreibe auch sehr selten über sie. Weil sie meiner Speicher im Dunkel gehört.

Durch die Zeit sprechende Gefäße 

Der Gongfu Cha Kurs im Frühling 2016 ist voll. Viele denken, dass man in so einem Kurs Tee Zubereitung lernt.

Stimmt das? Stimmt es nicht.

Für mich, ich lerne im Gongfu Cha vor allem, einen natürlichen Umgang mit den Dinge, die mein Leben füllen. Gefässe sind solche Dinge.

Gefässe ermöglicht uns das Wasser zu sich zu nehmen, Lebensmittel zu teilen oder zu arbeiten.

Sie sind wortlos. Sie haben bloss Strukture, die in unserer visuellen und schnell lebigen Zeit immer mehr im Vergessen geraten. Viele Gefässe brauchen Zeit, damit sie Spuren bekommen, damit sie gesehen werden, damit sie verstanden werden.

Lackware zum Beispiel. Viele Familie bewahren Lackware im Vitrine, weil sie Angst haben, diese schöne Gefässe Kratz bekommen. Genau die Kratze machen die Schönheit einer Lackschale oder Schachtel aus. Die Spuren erzählen Geschichte und macht die Schönheit lebendig. Man kann sagen, die Gefässe wachsen. Sie wachsen mit uns durch uns.

Aus dieser Haltung sind viele wunderbare Gefässe und Kunststile entstanden. Die chinesische Celadon, der Ry-Stil oder Hagi-Stil! Und die Lackware vermittelt den Benutzer noch mehr Wärme und Geschmeidigkeit!

Lackware existieren in chinesischer Kultur länger als 3000 Jahre. Man verwendet es auch für Zeremonie in der Kommunikation mit Jenseits. Die Spuren im Gefäss sind Botschaft zwischen den Welten. Diese Art von Gefäss verschwindet immer mehr aus unserem Alltag, weil wir verloren haben, mit ihm umzugehen. Weil wir keine Zeit mehr haben.

Ich besuchte das alte Ehepaar in Taichung, wo sie ihr Manufaktum haben. Ihr Manufaktum ist ein dunkles Loch voller Schätze und Müllberg. Die Gefässe sind schön und hässlich. Manche sahen so hässlich, weil sie immer noch warten verarbeitet zu werden, manche Schönheit verschwinden im Gedächtnis eines alten Handwerkers, der immer noch arbeitet, auch wenn die Industrie schon lange ihn überollt. „Ich arbeite nur, wenn das Wetter schön ist.“ das alte Gesicht sah schüchtern aus, „Man muss Zeit haben.“ Und er vergiss immer, wo er die fertiggestellten Gefäss aufbewahrt hat. 

Ich seufzte und stand auf. Wie in Atongs Büro, wo er auch immer Dinge im Schatzkammer vergiss, fing ich an, zu suchen, durchzusuchen oder … Ja, ich war umverschämt, was in Taiwan nicht unsittlich ist. Man schätzt Schatzjägger. 

Viele schöne Gefässe habe ich erworben, bzw. gefunden. Ich lachte schon als ich im Zug nach Taipei fuhr. Wie schön, wenn ich das Neujahrsessen in so schönen Schachtel serviere? Wenn ich die feine Sosse in dem Lackschälchen aufgiesse und darin das beste Stück von Steack eintauche?

Ach, ich verstehe jetzt endlich – ein Gefäss ist ein Ort wo ich zurückkehren würde. Diese Lackgefässe sind das, was mir Wärme, Breite und Geschmeidigkeit vermittelt, was in meinem jetztigen Alltag vermissen wird…

  
   

In Taiwan auf Suche nach verlorener Zeit III

 In dem uralten Zeit opfert der Priester für das Stamm getötete Tiere – manchmal auch Menschen, um mit der Jenseits zu kommunizieren, um die Sicherheit des Sammes zu bitten, um reiche Ernte zu wünschen. Das Tier opfert sich um etwas “ höhes“ geschehen zu lassen. Die Menschen sind sich bewusst über das Opfer des Tiers und tragen somit die Verantwortung für das, was geschehen ist. 

Heute ist es nicht sehr viel anders. In westlicher Tradition verliert die Bedeutung und die Rolle des Opfers mit der Bedeutungsverlust von Christentum. Opfern hat oft eine negative Konnotation unserer Gesellschaft, obwohl viele Menschen sich im Unterbewusstsein mit der Rolle des Opfers identifizieren, um die Eigenverantwortung zu entziehen. Das ist das Paradox unserer Zeit. 

Auf Formosa opfert man nicht nur für die Götter, sondern auch für die hungrigen Geister. Die verwirrten Seele, die heimatlos sind, werden gerne zum solchen Feier eingeladen. Das erste, was ein Taiwanesisches Kind lernt, ist Götter und Monster zu respektieren. Man tut es auf ähnliche Art. Man lädt die Monster oder Geister ein, zuerst zu waschen und dann eine Zigaretten zu rauchen. Es wird roter Wein aus Frankreich serviert, ebenfalls starke Sake oder Tee in PET Flaschen.

Dann gibt es viel zu essen! Um das Essen zu präsentieren, fehlt es keine Kreativität. Taiwan ist eine merkwürdige Insel, wo die Grenze zwischen diesseits und jenseits nicht stark unterscheidet. Alles in unverwechselbaren Farben – fröhlich, auffallend und surrealistisch… Ich dachte, ich wäre in Disney Land gewesen! 

opfergabe voller kreativität

  

altar als informationsschild für gäste aus jenseits. es wird klar gemacht wer die opfergabe spendet und was gespendet wird.

  

servicetisch von französischen rotwein und süssigkeit. der gast aus jenseits hat einen anderen geschmack…

  

eine andere art um hühne zu servieren

    

ikebana mit ingwer

 

eingang von gästebereich aus jenseits. zuerst wird gewaschen!

Eine der wichtigsten Tätigkeiten auf der Teereise 2015

 

Wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich um eine Teereise handelt, wenn ich nur die Fotos von der Reise anschauen würde, hätte ich gesagt, wir waren auf eine Fress und Trink-Reise!
Wir hatten so viele taiwanesischen Sake getrunken.
Zuerst war es eine Strafe. Paul und Lukas waren verschlafen und erschienen zu spät im Bus. Also sie mussten uns zwei Flaschen Sake schenken. Da liefen wir ganz glücklich mitten in Alishan, suchte den 7-11 und kaufte Sake. Atong dachte, wir lieben Sake. Dann ging der Meister los, für uns x-Flaschen Sake einzukaufen.
Ende der Reise schenkte Atong jedem eine Flasche Sake aus Taiwan, selbst Serafino sollte auch eine Flasche bekommen!
Ausser Sake ist Kaffee das 2. Wichtigste für uns auf der Reise. Tim war unser Kaffee-Meister. Er hatte sogar eine Hand-Mühle dabei! Chris versorgte uns mit wunderbaren Kaffees!
Fabio sagte heute noch, „Eigentlich haben wir nicht so viel Tee getrunken, oder?“
Tom und ich lächelten. „Es ist so auf eine Teereise.“ ich antwortete.
Ja, es so mit Menglin auf eine Teereise zu gehen. Kaffee, Sake und Bier hat man genug. Nur zu wenig Tee!

Das Zusammenspiel von Wasser und Wasserkocher

Wir hatten das Glück, die neuen Pu Er Maocha von Bai Cha Yuan und Bo He Tang von Yu in seinem Geschäft zu probieren.
Wie schmeckt der neu entdeckte Bai Cha Yuan?
Einer sagte, wie ein tanzender Sufis, die anderen lobten die kraftvollen mineralischen Noten.
Wo ist Bai Cha Yuan, wo ist Bo He Tang?
Tom zeigte uns die Bergdörfer in einem Yiwu-Regionen Map. Bai Cha Yuan und Bo He Tang gehören zu Yiwu-Gebiet und liegen in der Nähe von Wan Gong.

Aber wenn man diesen Tee mit verschiedenen Wasser – das Leitungswasser von Taoyuan in verschiedenen Kanne zu kochen, vergleichen würde, wie würden die Aufgüsse dann schmecken?
Yu bat einem guten Freund, zugleich Teekanne-Sammler Herr Lu, Tinggui für uns eine kurze Einführung mit Degustation zu geben.
Wie schmeckt das Wasser in einem antik Gusseisenkanne? Sauer. Der typische Eisen-Geschmack ist markant, das Wasser schmeckt wie in manchen Brunnen in Scuol. Welcher Tee wäre geeignet mit Wasser aus so einer Kanne? Gelagerte Teesorte, behauptet Herr Lu.
Und wie ist das Wasser aus einer Silbrigen Kanne?
Hmm, das ist wie der hohe Stimme von Geiger, präzise und nachhaltig elegant. Mir gefiel sofort das Wasser aus der Silbrigen Kanne. Fein, sanft und geschmeidig. Der geeignete Teesorten sind duftende Oolong und feine frische Pu Er-Sorten.
Und das Wasser aus einem gewöhnlichen Stahlkanne ist wie der Spiegel, der den Tee weder schlechter noch besser macht.
Es kamen auf dem Tisch noch verschiedene Frage über die Teekanne.
Herr Lu sagte, dass solche Antik-Gusseisen-Kanne haben nichts gemeinsam mit den modischen Gusseisenkanne im Europa. Solche modische gegossenen Gusseisenkannen sind Massenprodukte, auch wenn sie hier recht teuer sind. Im Grund genommen sind solche Kanne nur geeignet für Wasser kochen.
Warum Antik-Teekanne?
Herr Lu erklärte, dass es einen Bruch bei dem Schmiedekunst in Japan existierte. Viele alte Meister verloren Präsenz in der Gesellschaft, so dass diese Handwerkkunst nicht richtig weiter getragen wurde. Die Antik-Kanne meinen wir diejenigen über 100 Jahre alt sind.
Ist diese Silbrigen Kannen gemischt mit anderen Metal? Herr Lu antworte, es sei fast 100% Silber. Man musste es immer sorgfältig pflegen.
Was ist dann, wenn die alten Gusseisenkanne rostet?
Herr Lu lächelte und sagte, naja, putzen. Aber ohne chemischen Mittel. Einfach den Rost abgiessen. Das Wasser aus so einer alten Kanne ist gesunder als was man denkt.
Wir hatten nicht viel Zeit richtig in die Welt der Teekannen einzutauchen. Respektvoll schaute ich die alten Kanne und freute mich, sie dort erleben zu können!