Seminar Programm am Sonntag 3.02.2018

Selten bereite ich mich für ein Teeseminar schon so früh vor. Meine Darmgrippe hat meine Aktivitäten reduziert. Plötzlich entsteht eine Ruhe in mir. Ruhe, oder Leerstelle im Alltag? Ich weiss es nicht. Jedenfalls ist es erfreulich.

Nun habe ich tatsächlich vieles vor am Sonntag. Ich möchte lernen, meine Kraft besser zu verteilen, denn ich noch so viele Projekte habe, zu verwirklichen!

Die verborgenen Wolken von Ding, Jie

隱雲, 丁傑做。

Bevor ich Jie, ein YixingKanne Kenner- Freund von Yu begegnete, fand ich die künstlerischen Yixing Kanne zu abgehoben und zu entfernt von meiner Welt. Mich hat es nicht interessiert. Mich genügten die pseudo Yixing und günstigere Yixing Kanne, so genannte Chang Hu oder bessere Wai Chang Hu (von der staatlichen Manufakturen oder ausserhalb den Manufakturen.) die unbeabsichtigte Begegnung mit Jie wurde mir ein Fenster geöffnet zu einer anderen Welt.

Ich kaufte mir drei solche Kanne von künstlerischer Handschrift und Gestaltung.

Ich wollte mich weiter entwickeln und wieder einen Schritt machen. Wenn wir immer nur vom Preis bestimmt werden und immer vor der Tür von der Kannen Welt von Yixing stehen, würden wir immer nur reden, anstatt verstehen. Ich habe genügend geredet und nun möchte die Chance wahrnehmen, sie zu verstehen.

Natürlich verstehe ich immer noch nicht viel. Es gibt viel zu entdecken und zu lernen!

Das fundierte Wissen und die gute Einstellung von Jie zu seinen Künstlern und seinem Geschäft gefallen mir. Ich spürte eine Resonanz. Mit Hilfe von Yu machte ich den ersten Schritt. Und meine Teefreunde und Teeschüler können die Chance haben, diese Kanne in die Hand zu nehmen und zu spielen. So wird das Verständnis von Yixing Zisha konkret, während die Meisten nur reden!

Das Ergebnis ist erhellend! Ich bin so glücklich mit meinem neuen Spielzeug, diese Aufregung erlebe ich schon langen nicht mehr!

Der Alishan Dongpian in der Zhuni Kanne ist so lebendig, floral und fröhlich süss. Ich hätte in den Aufguss hineingesprungen! Und die kantige Phönix, so kultiviert und duftend in meiner Zini „Verborgenen Wolken“! Heute probierten wir den Pasha Lao Ban Zhang: sanftmütig, geschmeidig und differenziert – das Herbe des Lao Ban Zhang war präsent, aber so gesprächig und samtig spazierte der Tee in meinem Mund… wow!

Nun verstehe ich, was Yixing Kanne mit einem macht. Die Textur von Ton schmeicheln an meinen Finger. Ein glücklicher Strahl lief durch meinen Körper und sprang zu anderen Teefreunden, die am Tisch sassen! Es war magisch.

Alishans seltener Dongpian!

Der Heimkehrer wurde Fremde.

Ich kehre nach Zürich zurück und merke, dass es viele Veränderungen geben muss.

Enttäuschungen, Aerger und Frust.

Ich habe gesehen, dass viele Bequemigkeiten Probleme verursachen. Diese Probleme habe ich ausgehalten aus Bequemigkeit. Aus Bequemigkeit führt es zu weiteren Konsequenzen.

Was braucht man wenn man im Dunkel ist? Was riecht man wenn man keinen Aussicht sieht? Was schluckt man, wenn man das Geschehen bitter schmeckt? Ich will die Funken der Zukunft sehen.

Wie die Funken aus der Zukunft schmeckt eine Tasse Alishan Dongpian von Shan Zhu.

Shan Zhu, auf Chinesisch Wildschein, hat immer Pech im Leben. Alles, was er berührte, scheiterte. Er scheiterte nur nicht beim Tee-Machen.

Als Shan Zhu eines Tages ein abgeholztes altes Kampferbaum im Wald sah, dachte er Lotto gewonnen zu haben. Er wollte das Holz auf dem Schwarzmarkt gut verkaufen. Die Absicht scheiterte so wie der Gott es will. Er muss dafür ins Gefängnis gehen. Da er kein Geld hat für die Strafe zu bezahlen, entschied er sich länger im Gefängnis zu sitzen. Er rief meinen Lehrer Atong an und erzählte ihm es weinerlich. Atong tröstete ihn, dass es ein gutes Deal ist, wenn er 60000 CHF durch ein Jahr Gefängnis-Aufenthalt verdienen kann. Atong bat ihn einen guten Tee zu produzieren, bevor er gefangen wird.

Am 08.01.2018 kam der Alishan Dongpian nach Taipei. Shan Zhu produzierte ihn sorgfältig, als ob es sein letztes Mal wäre. Er verbrachte doppel so lange Zeit, um den Dongpian zu produzieren.

Er schmeckt leicht flora – ich rieche Neroli und Limettenblüte. Es ist süss, aber so unfassbar – wie die süsse Seite des Lebens – als ob Shan Zhu seine Sehnsucht nach einem leichten Leben in diesem Tee reingewoben hat. Doch schmecke ich ein Hauch von dem grünen Nordlicht am Nordpol. Es tanzte im Horizont wenn es DUNKEL ist. Der Himmel wird so frei, obwohl die Sicht beschränkt ist.

Die seidige Textur gleitet. Samtig und sanfmütig.

Etwas Mystisches kommt aus der Tasse hervor.

Was nährt einen, wenn man Frust schmecken muss? Die Hoffnung!

Hat der Shan Zhu gewusst, dass dieser Tee vor seinem Freiheitsstrafe hoffnungsvoll schmeckt?

Atong wollte nicht, dass ich zu viel bei seinen Schülern von diesem Dongpian erzählte. Er wollte nicht zu viel von dem Dongpian verkaufen. Er sage mir, „wir müssen ihn zwei Jahre aufbewahren, bis Shan Zhu wieder frei ist.“ Er hob eine ganze Sack auf. Er denkt an seinen Freund Shan Zhu? An den Geschmack von Hoffnung.

Der Hirsch bracht Platz

Ich kam heute mit dem Zug nach Zürich. Im Wagen gab es Sitzplätze, wo 4 Personen gegenüber sitzen konnten. Ich lief ahnungslos zu einem Platz, wo eine blonde junge Frau bereits stand und mich böse anschaute. 5 Sekunde später lief Ihr blonder Freund gleich zu ihr. So sassen wir zu dritt an einem 4er Sitzplatz.

Es wurde mir klar, dass ich störte.

Auf einmal erinnerte es mich an die spezielle Erfahrung in Taipei.

In Ubahn von Taipei sass ich mit meinen Tragtaschen an einem Platz, wo 2 Personen sitzen können. Wie gewöhnt liess ich meine Taschen neben mir auf dem leeren Platz. Der Wagen wurde immer voller. Ich schaute ganzer Zeit meine Handy an und realisierte gar nichts. Auf einmal merkte ich, dass viele Leute standen und der Platz neben mir war einfach leer. Wegen meinen Taschen stand er leer. Aber niemand hat etwas gesagt. Niemand. Ich schaute um. Viele Menschen, vor allem Frauen hatten viel zu tragen. Eine ältere Dame hatte drei Einkaufstüten und die Tüten trug sie auf ihrem Knie. Um sie sassen Menschen…

Ich wurde rot. Ich schämte mich über mein schlechtes angewöhntes  Verhalten aus Zürich.

Es war ein Kulturschock. Nur, ich war der Heimkehrer.

Ein Tee von gutem Handwerk

Meiste Freunde aus Taiwan wissen, dass ich Tee verkaufe. Jedesmal bekomme ich während meines Aufenthalts viele Tipps und Einladungen um neue Teebauer, neue Teehäuser oder neue Teekontakte zu knüpfen. Es ist recht mühsam für mich. Oft weiss ich nicht, wie ich es ablehne ohne Menschen zu verletzen. Aber es ist wirklich mühsam!

Wie kann ich diesen liebevollen Menschen sagen, dass ich nicht mehr auf der Suche bin? Ich bin angekommen. Der Teeweg wird von einem Kompass geführt.

Meiste Freunde von mir sind Teeliebhaber. Sie trinken gerne Tee, kokettieren sich gerne mit Kultur und lieben Vernetzungen. Aber sie wissen nicht viel über Tee, sie wollen auch nicht. Weil sie zufrieden sind damit. Sie wissen nicht, was ich verkaufe.

Letzte Woche wurde ich eingeladen zu einer Räucherzeremonie. Der Gastgeber sagte, dass der Mann, der anhand von Berührung der Hölzer die Herkunft erahnen kann, bloss ein Handwerker ist. Er ist kein Handwerker und interessiert sich nicht für die Herkunft und Produktion des Duftholzes. Er macht es einfach.

Seine Aussage stimmt für ihn, es stimmt nicht für mich. Ich möchte wissen, was ich verkaufe. Ich möchte zuerst ein guter Handwerker sein, der weiss, was er tut.

Also, was für Tee verkaufe ich? Ich möchte gerne Tee verkaufen – wie mein Lehrer Atong sagt – mit Herkunft. Das heisst, ein Oolong ist ein Oolong, nicht ein vergrünter oder ein grüner Tee. Ein Pu Er Gushu ist ein Xiaoshu. Ein schwarzer Tee ist kein Oolong oder Gaba Tee. Ein Tee, der ein traditionelles Vorbild hat, verwurzelt ist in einem Wissen und einer Kunst. Das bedeutet, es ist nicht Bio-Like, nicht Natur-Trend und nicht Lifesytle! Es ist aus einem soliden guten Handwerk.

Es war eine erlebnisreiche Reise und es tat mir sehr gut. Wieder etwas zu lernen, etwas zu entdecken und vieles neu zu orientieren! Das kann nur geschehen, weil das innere Kompass mich führt ohne die Absicht, etwas zu vernetzen!

Wie schmeckt ein Eisblatt Oolong?

Das schöne Bild verbirgt ein grosses Problem.

Wenn die Teeblätter Frost bekommt, wenn der Bauer das Phänomen weiter lässt, wenn die Sonne aufgeht, dann sehen die vereisteN Blätter so aus:

Die Teeblätter sind verletzt und können nicht gepflückt werden.

Was hätte der Bauer tun müssen? Drei Möglichkeiten hätte er. 1. Ventilator einbauen und einschalten. Die Luftzirkulation hilft enteisen. 2. Rauch produzieren, um die Atmosphäre anzuheizen und zu verändern. Aber das verschmutzt die Luft. 3. Wasser spritzen. Die günstigste Methode.

Wenn die Teeblätter doch die Eiszeit überlebt, was passiert dann? Ein wunderbarer Oolong von unverwechselbaren Geschmack, Schneeflocken Oolong! Im Februar, wenn wir Glück haben, gibt es in Shui Tang!