Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Schneeberge, Tee und Fünffarbige Vögel 五色鳥

Taiwaner Bartvogel weit bei Tongcao Tetrapanax

Der 1. August ist der Schweizer nationale Feiertag, der Gründungstag. 1. August ist in Taiwan der Ureinwohner Tag.

Meine Vorfahren kamen vor ca. 180 Jahren nach Taiwan. Vor ihnen war Taiwan bewohnt. Die Wahrheit der Taiwaner Geschichte ist, dass Taiwan eine uralte Insel, wo Menschen, die nichts mit chinesischen Völker zu tun haben, seit tausenden Jahren leben. Durch die chinesischen Einwanderer wie meine Vorfahren und japanische Besatzung wurden die Ureinwohner diskriminiert, stigmatisiert und vertreiben. Sie zogen sich zurück in die Bergen.

Mit Ureinwohner habe ich nicht viel zu tun, nur wegen meiner soziologischen Feldforschung über die Ureinwohner als Bauarbeiter in dem informellen wirtschaftlichen Sektor und im Osttaiwan über die Christianisierung Osttaiwans Begegnungen erlebte. Diese Erinnerung kam hoch, während ich in der Quarantäne den Xueshan Gaoshan trank. Der Körper bleibt in der Stadt. Das Gedanke hat Flügel.

Entlang dem Schneeberg- Regionen (Xueshan Shanmai) wachsen uralten subtropischen Bäumen gruppiert unter dem freien Himmel. Durch den touristischen Forderungen werden Länderei von Ureinwohner verkauft – teilweise betrogen, teilweise durch strukturellen Probleme. Selten gelingen sie ihr Land zu bewahren.

Es gibt aber immer mehr Menschen, die in der Konfrontation mit modernen Welt nachdenklich werden. Sie wollen, ihr Land wieder so zu bewirtschaften wie Ihr Vorfahren. Erde verträgliche Bewirtschaftung. Das Land so zu bewirtschaften, wie die Erde verträgt, nicht mehr.

Als ich als Studentin noch aktiv bei der Protest Bewegung war, lernte ich christliche Priester von Ureinwohner auf der Straße kennen. Sie leben zwar die christliche Spiritualität, bleiben allerdings ihrer alten Tradition treu. Sie erhalten Nahrung von der modernen Welt, fanden aber den Weg zu ihrem Ursprung. Sie kehren zurück zu ihrem Heimat, vermittelt den Menschen die Bedeutung der Liebe zur Erde in einem von Raubbau geprägten Wirtschaftsform ( es hat nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern Gier).

Sie verzichten auf Raubbau, sie lernen, wirtschaftliche Pflanzen wie Tee und Pfirsich so anzubauen wie die Weisheit ihrer Vorfahren Gaga – gemeinsam existieren, gemeinsam wachsen und gemeinsam haben.

Die Erde ist für diese Menschen wie ein Schatzkammer. Jeder kann hier etwas nehmen und zurückgeben. Kein Raubbau. Die Erde erholt sich. Der Mensch kann immer wieder das Reichtum miteinander teilen. Neben der wirtschaftlichen Agrarprodukte müssen sie ihre traditionellen Nahrungsmittel anbauen, ihre Bäume anpflanzen, so dass die dazugehörigen Tieren und Insekten bleiben. Zum Beispiel die fünffarbige Vögel. Sie bleiben bei Xueshan, weil sie das Pflanzen 通草Tongcai lieben. Tongcao ist das Material für das Papier, bevor Papierindustrie kam.

Wenn das Land üppig wächst, kommen die Menschen gerne und sie sehen, dass eine andere Lebensweise funktionieren kann, ohne Raubbau und Muskelspiel.

So schmeckt der Tee aus Xueshan. Sanftmütig, duftend nach Blumen und frischen Früchte. Seidige Textur. Eine Harmonie zwischen Himmel und Erde. Er zählt mir seine Geschichte. Zuerst wollte ich ihn nach dem Name von dem Volk Atayal nennen – aber ich finde es zu heuchlerisch. Außer diesem Tee habe ich sonst keine Beziehung zu diesem Volk.

Ich erinnere mich leise, wie man mir von verschiedenen Tabus erzählte, als ich dort aufhielt. Die Tabus sind, um die Beziehung zwischen Menschen und Tieren zu regeln. Man geht bei Abenddämmerung nicht an den Flüssen und in den Wald, weil die Tiere zu dieser Uhrzeit am Flüssen und bestimmten Orten verweilen. Das ist keine Aberglaube, sondern eine Abmachung zwischen Lebewesen.

In unser Welt herrscht Lieferketten und Energie Krise. Unsere billige Energie aus Russland ist auf Kosten von Lebensraum von Nenzen. Ebenfalls ein Normandenvolk, Ureinwohner von Polarkreis. Sie wandern mit ihren Tieren, damit die Erde sich regenerieren können. Vielleicht durch die Krisen müssen wir Gas in Deutschland selbst befördern, in der Schweiz Windräder ausstellen. So haben wir die Verschmutzung und Konsequenz der Energie Förderung vor eigenem Haustür. So sehen wir vielleicht, wie grün wir leben. So lernen wir vielleicht dass Gaga – Weisheit von Atalya die Orientierung sein sollte für unsere Zukunft.

Am 01. August ist der Ureinwohner Tag. Am diesen Tag trank ich einen Xueshan Gashan und wünsche mir, dass wir mehr „Gaga“ leben.

Kulturcrash

Vor sehr langen Zeit, als ich noch in Deutschland studierte, wünschte mir eine Kollegin aus Bremen beim Abschied mit dem Satz „Es wird schon schief gehen.“ Sie erklärte mir, als ich mein Unverständnis zeigte, „damit es nicht schief läuft, sagte man bereits im Vorfeld, dass es schief laufen könnte.“

Ich betrachte es als eine deutsche Eigenart.

Viele Dinge sind nicht übersetzbar. Das Fremdverstehen hat immer eine Grenze.

Dieses Gefühlt kam wieder auf, als eine Kollegin sich von mir verabschiedet, indem sie mir sagte, „Bleibe nicht in Taiwan steckend. Komme gut zurück!“

Dieser Satz löst eine emotionale Welle in mir auf.

Ich kenne sie seit Jahren, aber wir verstehen uns nur bedingt. Was wünschte sie mir? Ich habe mich gefragt.

In Taiwan betrachtet man die Lage der Insel wie die Cuba-Krise in 60er Jahren. Es könnte jeder Zeit Feuer entbrannt werden. Gestern erzählte mir eine Kollegin die russische Lesart, die mich sehr schockte. Die russische Lesart „verkennen“ fast die Souveränität Taiwans. Heute hörte ich im Taiwaner Radio einen Kommentar, dass die momentane Krise ein Machtkampf zwischen Putin-Xi und USA-Taiwan – viereckigen Beziehungen gesehen werden muss.

Ich mache mir Sorgen. Schon seit Februar. Es ist mir bewusst, die Lage verschlimmert sich weiter. Aber ich muss heim. Während ich diese Zeile schreibe, fliessen die Tränen.

Auf Taiwan wünscht man sich beim Abschied vor einer Reise, „Eine gute Reise! Möge der Wind Deine Reise beflügeln!“ Auch wenn der Abschied nicht immer leicht ist. Man versuche keinen Teufel an die Wand zu malen. Und in jenem Moment als meine Kollegin mir diesen Abschied-Satz aussprach, blieb ich erstarrt.

Warum sollte ich steckend bleiben – in Taiwan?

Gestern kam eine Kollegin, sie versuchte mich zu beruhigen. Sie sagte mir, dass man in der Schweiz beim Abschied so sagt. Es ist ein Floskel. Es drückt vielleicht Sorgen aus, weil das Gemüt bei den Menschen hier so sind. Es ist nicht böse gemeint.

Nein, ich habe nie eine Bosheit unterstellt. Wir mögen uns, die Kollegin und ich. Trotzdem haben wir Mühe mit Fremdverstehen. Es hat mich etwas gelehrt, dass man stets ein Bewusstsein des Fremdverstehen pflegen muss. Ich muss mich von meinem Verständnis distanzieren, um ihren Standpunkt zu sehen.

Und wenn es dort etwas passiert, werde ich abgekappt von Euch. Bitte vergesse nicht:

„Helfe Taiwan! Helfe den Menschen, die für Ihre Freiheit, für Ihr Zuhause und für Ihre Demokratie kämpfen wollen! Es hat nichts mit Friedensliebe oder Pazifismus zu tun. Helfen den Menschen, die für Ihre Werte und Zuhause kämpfe wollen. Gebe ihnen eine Chance, nicht von Aggressor besiegt werden.“

Viele Menschen wollen nach Taiwan reisen. Um zu erleben. Aber mein dringender Appel, „Helfe Taiwan! Helfe Taiwaner die Demokratie zu schützen. Dann ist dieses Land ein schönes Formosa, wo Du eine gute Reise tätigen kannst!“

In einem offenen Krieg hat man die Chance, Waffen zu greifen, zu kämpfen. In einer Besatzung findet ein Reinigungs- und Neutralisierungsprozess statt. Dann ist es zu spät laut zu schreien, „Free XXX“! Und da sind das Morden, Leiden und Heimatslosigkeit in dem Unsichtbaren gewöhnlich, während die Menschen im Westen von Frieden und Liebe sprechen. Ich spüre tiefe Bestürzung über Manche Menschen und ihre moralische Dekadenz unser demokratischen Welt. Zugleich Ohnmacht und tiefe Traurigkeit.

Felsen, Felsentee und Teemenschen

Wie würde ein Teetisch aussehen von Menschen, die sich durch Felsentee verbunden werden?

Markus probierte es! Ein Felsentee in Sun Chaos Yixing Kanne war voller Harmonie! Samtig wie Samt im Gaumen und prächtige Felsen ohne streng und kantig zu wirken!

Wir tranken Felsentee „Dahongpao Yünüfeng 2022“ ( Yünüfeng kann man auch – Jungfrau – Yünü; Feng – Joch – also Jungfraujoch übersetzen)

Taihu Shi – Kanne – 1

Shi Yun – Kanne von Liu Rong

In diesem außerordentlichen warmen Tagen wurde ich oft gefragt, was man dazu trinken sollte.

Ich trinke häufig gelagerten Hochlandsoolong. Sanftmütig, harmonisch und „beflügelnd“ – man fühlt sich in einer üppigen grünen Berglandschaft versetzt.

Neulich bekomme ich einen schönen Xueshan Gaoshan Oolong. Zarte geschmeidige Textur und aromatische Tasse wie das Wasser aus einem malerischen See. Ich fühle mich auf einmal wie ein Stein, der im diesem Wasser schwimmt, von den sanften Wellen spült. Sehr wahrscheinlich entstehen solche interessante Stein und Gestein Formation aus dem Wasser. Dieser Naturwunder – Gestein aus Taihu See berührt poetische Seele und wurde zu einem Kult der chinesischen Ästhetik!

Sommer, Garten und Tee

Der blaue Himmel an der Spiegelgasse
Wir trinken hier Lishan Qingxin Oolong 2015!
Der Garten in den Teeraum hinein zu bringen
Wir trinken hier Huangjingui Guifei 2010 aus Atongs Garten!
Wir trinken hier Felsentee Rougui Matouyan 2022!

Duftender Schnee

Offen gestanden habe ich nie solchen Tee getrunken. Alles, was ich von meinem Lehrer über Duft von Oolong höre, dass der feine edle Oolong nach Orchideen duftet, war eine Imagination. Als ich von Sven, mein Orchideen Züchter hörte, dass sein Kollege einmal über tausenden Orchideen Blüten geschnitten hat, weil seine duftenden Orchideen nicht verkaufen konnte und alles in Taiwaner Sake versinken ließ, um Orchideen Wein zu produzieren, waren meine Augen mehr als groß. Wie romantisch! Wie ästhetisch! Wie könnte ich einmal so ein Sake verkosten?

Als ich diesen Tee in die Nase bekam, dachte ich, wow, was ist das! Ist es parfümiert? Als ich diesen Tee nach vier Aufgüsse immer noch den harmonischen Geschmack zwischen Blumen und Tee schmecken konnte, war ich sehr berührt. Ein edlerer Grüntee aus dem Mending Berg (Mengshan) in Sichuan China, ein Berg voller Legenden und Erzählungen, wird geduftet mit Orchideen! Diese Orchideen sind nicht solche, die Du in Migros kaufen kannst. Solche Orchideen wachsen im warmen feuchten Klima. Ursprünglich in den Bergen, zwischen Felsen oder auf Baumkronen. Sie duften.

Tee und Orchideen… In europäischen Google Seite findest du die Verbindung zwischen Schwarztee und Orchideen als Dünger. In chinesischen Tee-Kultur ist Orchideen ein Kult.

Ein kostbarer Tee. Wer würde ihn kaufen? Doch! Ich muss ihn den Menschen hier vermitteln, damit die Teeliebhaber wissen, wie ein Tee wie Orchideen schmeckt! Und diese Teekultur von Aromatisierung ist zu überwinden, wenn man einmal so einen ästhetischen duftenden Tee verkosten kann!

Dieser Tee hat einen ästhetischen chinesischen Name. Der Duft von Orchideen im Schnee-Schwert. Schwert – die Form. Nur aus Knospe eines zarten Grüntee, voll behaart wie der Schnee, während die Form des Tee-Knospe wie ein Schwert aussieht. Orchideen sind oft mit schönen Menschen assoziiert. Oft mit Männer, die ästhetisch sind. Ästhetisch in Ausstrahlung und Einstellung zum Leben. Darum Orchideen und Schwert, eine wunderbare Kombination. Für meine Europäer ist es zu kompliziert zu erklären. Außerdem haben viele Menschen hier Mühe mit einem Kriegsgerät- Schwert. Auch wenn es in der alten chinesischen Kultur als Tugend und Spiritualität verstanden wird.

Ich nenne diesen Tee, Duftender Schnee!

Ein seltener Blumentee. Aus Mengding 蒙頂山 Berg. Beduftet mit Orchideen!

Yancha Schock – Reise zu Felsen

Ich habe zum ersten Mal solchen Yancha getrunken. Ich muss keine Felsen-Note (Yanyun) suchen. Und neben der Felsennote tanzen die Bienen und reifen die Früchten. In der Luft duften südländische Blumen!

Seit langen Zeit höre ich oft Rindfleisch und Pferdefleisch. Es sind Bezeichnung von bestimmten Anbaugebieten von Felsentee. Matouyan, Pferdekopf Felsen produziert eben Pferde-Fleisch. Das Rindfleisch ist aus Rinderstahl-Grube, Niulankeng. Das Fleisch ist hier Tee gemeint. Der bekannteste ist Rougui.

Rougui wird ab dem Jahr 1979 erst in Wuyishan systematisch angebaut. Matouyan sei der erste Ort, wo man Setzlinge von Rougui ansetzt. Die älteste Rougui Pflanzen sind bis heute ca. 40 Jahre alt – Laocong ( alte Bäume)

Wie schmecken diese Rougui?

Heute degustierten wir vier Rougui: Matouyan A, Matouyan B, Niulankeng, Yünüfeng ( Berg von schönen Frauen).

Der Matouyan A und B haben sehr ähnliche Note von Felsen Geschmack, so dass ich die beiden als echter Mantouyan bezeichnen würde. Sie schmecken jedoch sehr verschiedenen. Einer duftet nach Lychee und Honig. Im Mund offenbart der Geschmack des Felsens. Im Abgang hinterlassen reife Ananas auf der Zunge. Der andere duftet nach frischen Guaven, er schmeckt süß und fruchtig. Die Felsennote ist gefüllt in einem fruchtigen Mantel von exotischen Früchten.

Das Rindfleisch Rougui (Niulankeng) ist ein Bündel von Duft des Felsens! Ich wusste, dass Felsen auch so schön duften können! Weiße Pfirsiche „klingelt“ und besänftigt den Ton des Felsens. Dieser Tee ist wie eine unverwechselbare Komposition, in der Klang und Ton ineinander fließen.

Bei der Degustation von Dahongpao entsteht ein anders Bild. Der Matouyan strahlt eine sanfte Romantik. Blumenstrauß, Pfrisich Nektar und Felsen-Schloss. Auf meine Zunge tanzten Töne und sprach von Liebe. Bei dem Niulankeng duftet der Tee leicht nach Orchideen. Neben dem edelen Blumen rag ein prächtiger Felsen hervor. Starke Felsen und duftende Orchideen bilden seit tausenden Jahren eine Allegorie der chinesischen Malerei. Sie erzählt uns von einer starken Schönheit Blumen sind nicht zerbrechlich, weil sie starke Wurzel haben, um auf dem Felsen zu wachsen. Dieses starke Bild erlebe ich auf meine Zunge in diesem Tee!

Der Dahongpao aus Yünüfeng ( der Berg von Schönen Frauen) ist für Menschen, die gerne Harmonie in einem Tee am besten geeignet. Er hat angenehme Felsennote und feinen fruchtigen Ananas im Abgang!

Hin und her. Im Gongfucha Gaiwan zeigt der Tee noch vielschichtigere Seite. Nach paar Runde fühlte ich mich plötzlich so verloren. Die Felsen sind so nah. Wo bin ich? Bin ich noch in Zürich? Oder bin ich bereits bei den Taoisten, die gerade auf eine Wanderung sind, paar Felsen hinter sich haben und sitzend am einen Bach, nach köstlichen Reis im Bambusblätter gewickelt, verlangen?