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Corona oder nicht

Seit 5 Tagen bin ich krank. Zuerst Halsschmerz, Kopfschmerzen und schnupfen. Fieber hatte ich nicht. Es sah so aus, wie eine gewöhnliche Erkältung. Ich gab alle Verpflichtungen los und konzentrierte mich in das Isolier-Sein.

Nur Schmerzen, Schnupfen und Müdigkeit begleiteten mich. Das heißt nicht, dass ich nicht ab und zu denke, ob ich von Corona besucht war. Ausser, dass ich mich gegenüber meinen Mitmenschen schuldig fühlen würde, wenn ich tatsächlich ein Träger von Corona wäre, spürte ich irgendwie eine Gelassenheit in mir. Auch wenn es wäre, würde ich auch wieder aufstehen. Und wer weiß, ob es vielleicht von Vorteil wäre?

Aber mir geht es wieder recht okay. Also es war doch NUR eine Erkältung. Dank Tse-Lee ging es recht schnell wieder vorbei. Ich kann wieder mich ärgern.

Inzwischen ist eine Pandemie verkundet. Ueber eine Nacht wurde Italien von Italien abgeriegelt. Und von gestern auf heute wurde Europa von Trump vor der Tür gesetzt (NZZ schrieb, Amerika hat sich isoliert). Auf einmal ist Trump erwacht von einem Traum, während Italien im Alptraum von Wuhan abgestürzt ist! Und wie weit sind wir hier von diesem Italien-Alptraum?

Etwas habe ich verstanden, während ich krank war. Die Aktienindex ist ehrlicher und aussagekräftiger als die Zahlen von Corona. Sie haben uns letzte Woche schon von Katastrophe Italien erzählt. Und heute geschah ein historischer Tag für die Banker aller Welt: „Der Leitindex verlor insgesamt fast 20 Prozent und steuert auf den zweitgrößten Wochenverlust seiner Geschichte zu.“ Selbst Gold werde ausverkauft. Gestern las ich einen Kommentar von einem Taiwaner Ökonom, der sagte, dass Aktienkurs uns über die Realität von Corona Pandemie erzählte, während viele europäische Regierung von Panikmacher sprechen. Warum wundern sich europäische Regierungen über den Vorwurf von Trump, dass man hier zu wenig gegen Corona tut?

In Asien glaubt man, dass man gemeinsam gegen die Virus tun muss. Hier höre ich oft von Menschen, „ich bin gesund und jung. Das macht mir nicht viel aus, wenn ich infiziert bin.“ Selbstverständlich macht die Ansteckung bei einem jungen gesunden sportlichen Menschen nicht viel aus, wenn das System nicht überlastet ist, wenn er nicht bereits Virus-Träger ist – auch ohne Symptome zu haben, und wenn er nur an sich selbst denkt, anstatt an die Gesellschaft! Das kann sein, dass es für manche nur wie eine Grippe, aber für unser Gesundheitssystem ist es ein Stresstest!

Aus Wuhan erfuhr ich eine Geschichte von einem Regiesseur Chang Kai. Er ist 55 Jahre alt. Sein Sohn studiert in England – also er ist nicht arm. Er arbeitet für Hubei Film Produktion. Sein Vater wurde infiziert am chinesischen Neujahr und bekam kein Bett für die Behandlung. Weil das Gesundheitssystem war bereits zusammengebrochen. Und in Wuhan wurden offiziell 1100 medizinische Personal infiziert im Januar, während die Wahrheit dreifach oder mehr liegt. Weil er nur zu Hause bleiben konnte, musste die Familie zusammen die Wohnung teilen. (Heute muss auch ein Infizierter in Deutschland und in der Schweiz zu Hause bleiben anstatt ins Krankenhaus behandelt zu werden.) Seine Mutter wurde infiziert, weil sie sich um den Vater kümmerte. Dann ist er infiziert, weil er sich um seine Mutter kümmerte. Dann ist seine Frau infiziert und danach seine Schwester. Innerhalb 17 Tagen sind vier Personen in dieser Familie gestorben. Ob seine Frau noch lebt, weiß ich nicht. Aber sein Sohn in England überlebt. Wuhan ist eine Industrie-Stadt (dort gibt es P4 Labor) und hat gutes Gesundheitssystem. Weshalb solche Tragödie, die im Moment auch in Italien passieren?

In Shui Tang offeriere ich Desinfektionsmittel, was für manche sehr provokativ ist. Ich tue es für Zürich. Nicht nur für mich. Ich möchte auch etwas tun, damit die Ansteckungswege abgebrochen werden. In letzten Tagen habe ich per Text mit vielen Menschen über das Thema diskutiert. Viele asiatische Freunde von mir verstehen nicht, weshalb der Maßnahme in der Schweiz so „sanft“ ist. In Taiwan wird jeden Tag eine Corona-Pressekonferenz gemacht, es wird über die Fälle informiert, über das Geschehen berichtet und auch über neue Politik verkundet. Panik gibt es in Taiwan nicht, sondern Solidarität. Jedes Kind weiß, dass sein Körpertemperatur jeden Tag vor Schule-Beginn gemessen werden muss, seinen Atemschutzmaske tragen muss, um andere Menschen zu schützen, weil es die Ansteckungswege erschwert. Wenn jeder es macht, haben wir eine entschlossene Gesellschaft gegen Virus, die keine Augen haben.

Es wird vieles kritisiert in Taiwan. Solche Maßnahme, bei jedem Fall Kontakte zu suchen, sie in Quarantäne zu stellen und die Ansteckungskette zu klären, kosten zu viel. Es schadet die Wirtschaft. Ja, es ist sehr aufwendig. Aber das Volk fühlt sich geschützt. Die Menschen sind einig, weil sie wissen, auf ihre Gesundheit wird es geschaut, nicht aufs Geld. Menschen sind keine Kostenfaktoren!

Wenn eine Gremium von Experten und Administratoren besetzt sind, dann entscheiden sie nicht nach Menschen-Würde, sondern nach gelernten erforschten alten Modell. Bei einem neuartigen Virus müssen sie abwarten, schauen und befürchten, dass sie Fehler machen, um die Wirtschaft zu schaden!

Aber was schadet die Wirtschaft mehr?

Von Spanischen Grippe entstand eine Statistik. Zwei verschiedene Strategien von Philadelphia und St Louis. Philadelphia entschied sich für verzögerte Maßnahme, während St Louis für eine stricke Politik. Die Sterberate spiegelt den Unterschied wider.

Es geht nicht um Dich oder mich, ob wir infiziert werden. Es geht auch nicht um Dich oder mich, ob es uns mehr oder weniger ausmacht. Es geht um unsere Gesellschaft, um unsere Erde, auf der viele Länder schwache Gesundheitssystem haben und viele Menschen die dann auf das System angewiesen sind. Wir müssen gemeinsam etwas unternehmen um die Ansteckung einzudämmern!

Panik haben wir nicht. Pandemie haben wir hier.

 

Eine Brise aus Alishan

Jae erzählte mir auf den Teetisch, bevor sie zum Packen von Tee ging, einen Vorfall, dass sie von einem unbekannten Kind in der Stadt mit einem Ruf von „Corona“ überrascht wurde. Als ein sichtbarer Fremde kenne ich das Phänomen, mehr als zu gut. Ich sagte, dass wir als sichtbare Fremde solche verletzende Geschichte gut kennen. Aber wir sind kein Opfer. Ich rate ihr einerseits, dem Kind zu sagen, „Es verletzt.“ Das Kind kann auch lernen, dass es Menschen verletzen kann. Und wenn Eltern dabei sind, können wir zu den Eltern gehen und es mitteilen. Anderseits bleiben wir innerlich stark. Unwissende Menschen können uns nicht so einfach verletzen.

Heute war eine sehr freundliche Dame in Shui Tang. Ich bat ihr, mit unserem Mittel ihre Hände zu desinfizieren. Sie tat es sehr freundlich. Auf einmal sagte sie mir, „Ihr in Asien habt oft solche Krankheiten.“ Sie war nicht böse, meinte auch nicht böse, tat auch nicht böse. Ich blieb ruhig und sagte ihr, „Diese neuen Corona-Virus lieben das kalte Klima. Im 4 Grad wie bei uns hier überleben sie 28 Tage lange!“ Es wäre klug, besser auf sich selbst aufzupassen.

Im Lauf des Tages erlebte ich verschiedene Dinge. Ein Taiwaner Freund desinfizierte seine Hände im Zug und wurde von Nachbar mit bösen Blick angeschaut. Er war empört und rief mich an. „Weshalb wissen diese Menschen nicht, dass ich eigentlich für unsere gemeinsame Gesundheit schütze!“ „Ja, die Menschen hier glauben, dass diese Virus sei wie eine Grippe.“ „Aber wissen diese Menschen hier nicht, weshalb so viele Aerzte und Krankenschwester in China bereits daran gestorben sind? Weshalb haben Airlines die Flügeln abgesagt? (Swiss sagte Flügel nach China bis April ab.) Hast Du jemals gehört, dass es wegen einer Grippe viele wichtige Personen in einer Regierung wie in Iran starben?“ Er war sehr wütend und selbst ist eigentlich ein promovierter Chemiker. „Wir müssen uns beschützen, bevor Impfungen und Medikamente erfunden werden.“

Ja, wir müssen Zeit gewinnen.

Es hat mir dann auch gereicht, dass ein Kunde mir heute auch fragte, warum es Angst herrscht. Für ihn sei Corona auch nur wie eine Grippe.

In der Schweiz gibt es im Moment 8.57 Millionen (8,000,000) Menschen und hat 58 infizierte (04.03.2020) Fälle. In Deutschland gibt es 82,000,000 Menschen und hat 203 infizierte Fälle. Hat man in der Schweiz nicht das Gefühl, dass es proportionell nicht stimmt? In Taiwan gibt es 23,000,000 Menschen und hat 42 infizierte Fälle. Obwohl diese Insel neben China liegt und im Asien ist. Stimmt da etwas nicht?

Nachdem Shui Tang wieder zur Ruhe kam, goss ich mir eine Schale Alishan Qingxin 2004. Egal wie es im Draußen wütet, genieße ich mein Leben. Wenn es mir morgen etwas passieren würde, würde es mir auch nicht etwas fehlen. Mein Leben ist erfüllt, mit Taten, Liebe und Schönheit. Diesen Alishan habe ich so lange für mich bewahrt. Ein gelagerter Tee ist wie ein Geschenk. Die Zeit, die einen Tee reift, kann man nicht mit Geld kaufen. Aus meiner Schale steigt eine frische Brise, auch wenn er 16 Jahre lange verschlossen blieb. Ich roch Honig und Nektar, und ein Hauch von warmen Wind über die Blumenwiese aus dem Alp, wie im goldenen Herbst. Im Mund schmeckte ich die Blumen noch deutlicher. Der Aufguss wie mit Orangenblüte-Honig gesüßt und von frischen Note von Orangenschalen.

Einen gelagerten Tee zu probieren ist wie die Ernte zu betrachten. Wie ist er gereift? Ist er gut gereift? Auch ein gereifter Tee möchte verstanden werden. Verstanden werden ist ein Glück.

Als ich die Teetassen von heutigem Tee im heißen Wasser siedeln ließ, duftete es noch zwischen meinen Zähnen. Diese schöne Überraschung erinnerte mich an dem Spaziergang zwischen duftenden Allee in Park von Alishan. Es war schon lange her, als mein Vater noch mit seinem Koffer öfters unterwegs war. Wir verbrachten als eine kleine Familie im Taihe bei Alishan. War es Pflaumenblüte oder Pfirsch? Der Frühlingswind brachte Blütenblätter zum tanzen und der Duft hüllte mich. Es versetzte mich irgendwohin, wo es blüht.

Pflücken bei Taidi Cha (Xiaoshu)

Keramik Künstlerin Lijiao interessiert sich für Pu Er sehr. Für sie muss Teatoys nicht nur ästhetisch im Visuellen, sondern auch Sensorisch. Darum lernt sie auch fleißig über Tee.

Heute schickt sie mir ein Video über das Ernten bei Taidi Cha in Yunnan. Sie weiß nicht wo der Ort ganz genau liegt. Aber sie abenteuerliche Szene kenne ich ebenfalls von Yus Beschreibung!

Theaflavin und Corona

In taiwanessichen Nachrichtensofortversand-Dienst „Line“ kursiert ein Bericht über die Wirkung von Schwarten Tee, der Theaflavinenthält. Dieser pflanzliche Stoff wirkt hemmend in der Aktivität von Corona Virus wie Sars. Diese Forschung wurde gemacht, weil Sars 2003 in Asien eine verheerende Erinnerung von Kranken und Tode hervorbracht.

Man darf zwar nicht sagen, dass Theaflavin gegen Corona Virus wirkt, aber es kann unsere Gesundheit und Abwehrkraft begünstigen. Ausserdem fand ich ganze Menge von Artikeln, wie Theaflavin ebenfalls gegen Haarausfall wirken kann – leider nicht sehr wissenschaftlich formulierter Artikeln.

Und noch wirkungsvolle Maßnahme gegen Corona:

https://www.srf.ch/news/panorama/ausverkauft-desinfektionsmittel-kann-man-ganz-einfach-selber-machen

(Dank Carola!)

Wegen dieser Turbulenz durch Corona Virus werden wir in Shui Tang den Teetisch vorläufig einstellen, um Teefreunde und uns selbst zu schützen.

Getrocknete Mangos und Lishan Dongpian

Als ich im Januar noch in Taiwan war, entdeckte ich den Lishan Dongpian vom Januar 2019. Mein Lehrer meinte, dass ich ihn kennen müsste. Vielleicht? Als die goldenen Tropfen in meine Kehle hinein flossen, schmeckte ich eine feine Süße auf meine Zungenspitze und unaussprechbare Säure nebenan. Dickflüssiger Körper. Widersprüchliche Note. Was kann das sein? Ich sagte, „er ist wie getrocknete Mangos!“ Alle schauten mich an und die Luft war plötzlich eisig. Eisige Note habe ich auch in diesem Tee geschmeckt.

„Manguo Gan! Wangguo-Gan!“ sagte Atong. Wangguo-Gan, ein Gefühl, was Taiwaner seit langen begleitet, so lange wie ich Bewusstsein bekam. Wangguo-Gan, ein Gefühl, Heimatlos zu sein und genau übersetzt bedeutet „Angst vor Verlust der Nation“. Dieses Gefühl ist seit paar Jahren immer bewusster und immer mehr ins Zentrum gerückt, und als Hongkongs Demonstration blutig endete, hat den Höhepunkt erreicht. Dieses Gefühl bezeichnet man in Taiwan „Getrocknete Mangos“

Getrocknete Mangos, ein typisches Taiwaner Frucht kennt jeder auf der Insel. Süß, sauer und hart. Geschmackvoll und gleichzeitig lässig. Die Zähne müssen stark sein und das Fruchtfleisch klebt immer an den Zähnen. Man hat Angst vor dem starken chinesischen Nachbar, fühlt sich irgendwie doch recht nah zu ihm. Einerseits wird man mit Nationalismus geworben, weil man aus dem gleichen Kulturkreis kommt, andererseits wird man auf der Insel stets mit militärischen Paukenschlag bedroht. Aus Angst vor einem möglichen Krieg und aus wirtschaftlichem Interesse entsteht eine ambivalente und verwickelte Beziehung. 

Als ich im Januar in Taiwan war, war die Stimme anders als früher. Das Selbstmitleid und das minderwertiges Wir-Gefühl haben sich verwandelt zu einem Gefühl von Wir-Müssen. Warum? Wegen dem getrockneten Mangos. Die Lüge von Ein-Land-Zwei System in Hongkong und viele militärische Drohungen machten Taiwaner klar, wenn man aus Kompromisse zu China einen falschen Präsidenten, der unser System verraten kann, wählt, wird man mit einer Verlust eigener Demokratie konfrontiert.

Die Demokratie und in einer Demokratie zu leben vermitteln den Taiwaner ein „Wir-Gefühl“ und ersetzt die klassische Vorstellung von einer imaginären Gemeinschaft- die Nation! Ueber 70% der Wahlberechtigen gingen zur Wahl und gab ein eindeutiges Nein zum Wangguo-Gan. Diese Entschlossenheit eigene Demokratie zu beschützen überraschte mich und half mich gleichzeitig zu realisieren, was für eine Kraft bekommt ein Mensch, wenn er für sich selbst entschieden hat.

Corona-Virus wurde aktuell, nachdem ich aus Taiwan zurückkam. Aufgrund der engen wirtschaftlichen und kulturellen Verbindung zu China wurde Taiwan prophezeit, das schlimmste betroffene Land außerhalb China sein werde. Die Tatsache heute zeigt ein anders Bild. Von den Tabelle, was NZZ veröffentlicht, sieht man Taiwan NICHt in den ersten betroffenen 10 Nationen. Warum? Wegen den getrockneten Mangos. Die Inselbewohner sind selten einig und diesmal so einig, dass man die Virus aus dem Nachbarland im Griff halten will. Man will frei sein.

Es fällt mir nicht einfach, diese Zeilen zu schreiben. Ich komme aus einer Insel, wo von meisten internationalen Organisationen ausgeschlossen ist, wo immer wieder mit Krieg bedroht wird und wo selbst auf einen langsamen einsamen Weg zur Demokratie gehen muss – weil alle anderen demokratischen Ländern glauben an die wirtschaftlichen Profit mit China und somit diese Insel nicht anzuerkennen. Es fällt mir auch sehr schwer, in dieser Situation immer noch neutral zu bleiben, das Land, die Kultur und das Regime zu trennen. Und wenn ich Angesicht der Tatsache von Verheimlichung der Epidemie und Unterdrückung der Freiheit in China immer noch über die schöne chinesische Kultur erzähle, wenn ich in Zürich immer noch von wunderbarer chinesischen Teekultur erzähle, tropfen eigentlich Tränen in meinem Herzen, weil ich von den Schatten dieser Kultur so bewusst bin!

Wir bauern Brücke. Aber es gibt so viele Brüche.

Viele Brüche existieren im kollektiven Gedächtnis und Bewusstsein dieser kulturellen Kreis. Wenn die Brüche nicht geschlossen werden durch Anerkennung und Reflexion von Wahrheiten und anstatt Schuld an Ausländern/Anderen zu schieben*, wird es weiter gegeben an die nächste Generation. (Deutschland musste zu seiner Geschichte stehen und verarbeiten – es ist ein Vorbild.) Taiwan kann so ein wertvolles Zukunftsbild sein, für eine Demokratie von einer kulturellen Mischung. Die Isolation von Taiwan ist eine Schande von der demokratischen Welt.

Süß, säurlich und kühl schmeckte mir der Lishan Dongpian vom 2019, als ich noch auf der subtropischen Insel war. Seit paar Wochen liegt der Tee geöffnet auf den Teetisch. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich ihn schon degustiert habe. Aber ich musste immer wieder schweigen. Keine einzige Packung habe ich verkauft. Getrocknete Mangos? Ich finde Dich nicht mehr in Zürich. Meine Gäste lobten den Tee mit Worten wie „blumig und fein“. Ich nickte meinen Kopf. Auf meine Zunge suche ich vergeblich nach Süße und Säure und nach dem Gewisse „kühlness“, was man mit „Unangepasst-Sein“ übersetzen kann!

Wer weiß, vielleicht ist es gut?

*Ein Bejinger Journalist schrieb in seinem Blog, dass „wir“-Chinese sich vor der Welt entschuldigen sollte, weil „wir“ der Welt mit diesem Virus so viele Probleme verursachen. Er bekam viele Angriffe und Beschimpfung, weil die Welt sich eigentlich bei Wuhan entschuldigen sollte! Wuhan habe sich geopfert für die Welt. In der Tat war das Verharmlosen und die Verheimlichung der Grund weshalb die Epidemie ausbrach. Der Journalist zog seinen Beitrag zurück und schwieg.

 

Teeernte in Yiwu

https://youtu.be/0YRzisSDM2g

Dank der Empfehlung von Teefreund Harald habe ich einen einfühlsamen Dokumentarfilm über die Ernte von Yiwu angeschaut. Ich möchte hier nur über die Situation von dem Taidi Cha – Xiaoshu und die sogenannten Forest Tea – Gushu oder Dashu sprechen, anstatt über die Perspektive des Films.

Teeproduzent BaopuXuan

Das Haus BaopuXuan ist ein Produzent in Yiwu und produziert Tee aus Luoshuidong und Mahei. Was für Sorte von Pu Er wird hier produziert? Wir sehen weitere Bilder an.

Sogenannter Taidi Cha

Hier wird Taidi Cha gepflückt. Heute nennt man ihn Xiaoshu. Xiaoshu kann zwischen 20-40 Jahre alt sein. Sie werden immer im Winter geschnitten und klein gehalten, damit das Pflücken erleichtert wird.

Nicht genügende Reife Blätter

So wie das Bild von der Taidi Cha zeigt, sehen wir viele karge Zweige und spärliche junge Blätter. Das Bild erzählt mir, dass man noch auf das Pflücken warten sollte. Weshalb pflückt man den Tee schon? Um eine frühe Ernte auf den Markt zu sichern? Einen gute Preis zu erzielen? Das kann gut sein. Aber es ist eine stressige Aktion für die Teepflanzen. Und es deutet auf die Überpflückung hin.

Die Art des Pflückens

Als ich das Bild mit dem Untertitel sah, stach mein Herz. Forest Tea Must be picked very carefully – oh yes! Wie kann man den Zweige mit Fuß treten?

Über diese Szene habe ich mit Yu telefoniert. Wir waren überrascht über diesen Untertitel. Diese Szene war früher normal. Heute gibt es nicht mehr, weil die Teebauer und Pflücker mehr Bewusstsein erhalten über Nachhaltigkeit! Viele Gebiete von Xishuangbanna erlauben erst Produzenten in den Wald zu treten, wenn sie mit vertrauten Pflückern kommen. Pflücker, die kein Bewusstsein und Wissen von Pflücken haben, werden nicht zugelassen. In Lao Banzhang trainieren sie sogar ihre eigene Pflücker! Es ist eine sehr gute Entwicklung, dass Teebauer und Produzenten wissen, wie wichtig ein guter Pflücker ist! Somit wird diese Arbeitskraft gut bezahlt, die harte Arbeit geschätzt und die Teepflanzen geschont! Ein guter Kreislauf! Anders als Indien und Sri Lanka werden die Pflücker und Teemaker in Xishuangbanna geschätzt.

Dieses Bild, auch wenn der Filmmacher gutes Gedanke und romantische Vorstellung pflegen, zeigt uns eher Gegenteil von vorsichtiges Behandeln von Teebäumen.

Gushu?
Intakte Natur?

Die beiden Bilder von den sogenannten Forest Tea brachten mich zum tiefen Einatmen. Ich hoffe sehr, dass die Zuschauer es nicht daran glauben. Die Bilder erzählen mir von einer zerstörten Landschaft und von Erosion und Abholzung – auch bei den Teebäumen.

Dass Mahei und Luo Shui Dong heute nicht mehr die gute TeeQualität liefern, erzählen uns bereits die Bilder über den Hintergrund. Das Überpflückung und die zerstörte Natur geben den Teepflanzen – sei es Taidi Cha, sei es Gushu, nicht mehr die richtige Biosphäre um guten Tee zu ermöglichen.

Die gute Absicht und schöne Vorstellung können den Zuschauer nicht helfen, den richtigen Hintergrund über die Grundlage von Pu Er zu vermitteln, sondern ein fundiertes Hintergrundwissen über Teepflanzen, über die Biosphäre und Herstellung sind von großer Bedeutung!

Ich nehme es als eine Chance meine Faulheit zu überwinden, ein Blog über Pu Er zu schreiben. Ich danke Harald für seine Empfehlung! Auch einen Dank an die Filmmacherin uns eine schöne Geschichte über den PuEr zu erzählen!

Das Buch von der Filmmacherin ist in Amazon erhältlich!

Jinghong Zhang (2014) /Puer Tea: Ancient Caravans and Urban Chic, University of Washington Press

Oolong rösten

Atong röstet gerade einen Alishan Qingxin!

Oolong von Holzkohle Röstung rühmt bei Teeliebhabern! Es war „kalt“ in Taipei – unter 20 grad. Er packte die Utensilien aus und röstet nach meiner Bitte einen Alishan Qingxin!

Ich freue mich auf die Köstlichkeit!

Eigentlich war aller Tee immer von Holzkohle geröstet. Heutzutage ist es eine Rarität geworden. Einmal fragte ich Atong ob man die Röstung von Holzkohle oder Elektro-Ofen schmecken kann? Er sagte eigentlich nein. Aber warum bevorzugt man den von Holzkohle gerösteten Oolong? Vielleicht wegen der Romantik?

Manche finden solche Röstung gar nicht gut für den Umweltschutz! Genau die gleiche Argumente gegen die Holzofen Keramik! Ich finde trotzdem das traditionelle Handwerk einen Platz haben sollte in unserer modernen Gesellschaft! Überhaupt sollen wir trotzdem aller Ideologie immer noch gut mit der Tradition und Boden verbunden werden, damit unser Idealismus nicht einseitig werden!

Coronavirus und der Tee

Der Wind windet im Moment besonders stark und es hagelte heute sogar!

Der Wind wütet im Europa, während der andere Wind von Carona in fernen Osten herrscht.

Wer sich Gedanke über den Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem Herkunftsland des Tees – China macht, kann sich hier informieren.

Manche Besucher in Shui Tang bewundern die chinesische Effizienz innerhalb zehn Tagen ein Spital zu bauen.

Für mich dient die Effizienz oft als ein Tarnmantel von Wahrheit. Das Tarnen von Wahrheit schadet oft sich selbst. Diese Epidemie und ihre Entwicklung ist die Offenbarung dieser Wahrheit.

Fahrplan für das Puer Seminar am 2.2.2020

Viel zu arbeiten!

Eine Korrektur: die Anbaugebiete von den PuEr sind drei Regionen: Lincang, Pu Er (Simao) und Xishuangbana (Menghai, Mengla -Yiwu, Yibang etc). Meine Notiz war nicht klar genug. Dank Hinweise von Serverin.

Yibang GuoyouLin, eine schöne Überraschung!