Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Tee, Text und Musik von dem Teekonzert am 16.09.2018

https://www.shuitang.ch/blogs/news/teehaus-konzert-eine-schale-tee-zu-den-klangen-der-cellos-1

愛蓮 Lotus-Kult, Ästhetik von „平淡Ping-Dan“

Fortsetzung zu dem vorherigen Beitrag.

Der berühmte Dichter 周敦頤 Zhou, Dunyi (1017-1073) ist wahrscheinlich der berühmteste Liebhaber von Lotus. Er schrieb, „Chrysathemen sind der Einsiedler zwischen den Blumen. Nach Tao, Yuanming hört man selten, dass Chrysthamen noch gelobt wird. Seit Tang-Dynastie sind Päonie der beliebteste Blume für die Allgemeinheit. Aber ich schätze Lotusblüte am meisten. Sie kommen aus dem Schlamm hervor ohne verschmutzt zu sein. Sie bleiben rein und unauffällig, wenn man sie gereinigt hat. Sie sind innerlich leer und hat keine Knote und Abzweigung. Der Duft ist unauffällig, aber man kann trotz der Entfernung ihn wahrnehmen. Sie stehen aufrichtig an Ort. Man kann sie nicht willkürlich pflücken (weil sie im Wasser stehen) und nur aus der Distanz ihre Schönheit bewundern!“

Diesen Text in originalen alten Chinesisch musste ich in der Schule auswendig lernen. Vor dem die letzten zwei Sätze „Nicht aus der Nähe anschauen und pflücken, nur aus der Distanz bewundern“ prägen unsere ästhetische Erziehung.

Schönheit kann man nur aus der Distanz betrachten.

Schönheit ist aufrichtig und schlicht.

Schönheit ist nicht gefällig und nicht einfach zugänglich.

Dieses Schönheitskonzept ist meine Grundlage für Shui Tang. Es ist auch mein Verständnis für Menschen und Tee.

Wir haben Menschen um uns, die uns wichtig sind. Trotz dieser Nähe und Bewunderung will Respekt gepflegt werden. Ein schön gemachter Tee ist wie ein guter Freund – er ist nicht dafür da, um mein Leben zu verschönern oder mich zu bestätigen. Er hat seine Daseinsberechtigung – auch ohne mich. Unsere Beziehung ist eine Eros-Beziehung. Man nährt sich aneinander, sucht die richtige Distanz und baut einen Brücke auf. Er regt mich an, zu denken, zu reflektieren und zu gestalten, so dass das Schöpferische in uns lebendig bleibt. Tee ist ein guter Freund. Eine schöne Teekanne ebenfalls.

Zhang, Guliang schrieb, dass er etwas ausdrücken will, von seinem Verständnis über Sein. Das Sein ist klar, schlicht und rein. So fielt ihm Lianzhu Form auf, dass er zwei Kanne von zwei Aspekt des Lotussamen zu Sprache bringen will. Rund oder Oval – es ist nur eine Unterscheidung von Augen und das gleiche Sein von SEIN!

Klar, Schlicht und Rein sind Charaktereigenschaft der chinesischen Ästhetik, Ping-Dan. „Ping-Dan“ druckt das chinesische Zeitgefühl von Yijing aus, eine Zeit der Ewigkeit. Dieser Zustand unterscheidet sich von dem Zeitgefühl der Wabi-Sabi. Ich hoffe, ich habe Möglichkeit weiter über das Thema zu schreiben. Die Ästhetik der Yixing Kanne-Kunst bieten eine gute Aussicht.

Dai Keramik gehört zu dem besten Beispiel von der alten chinesischen Ästhetik: archaisch, einfach und ehrlich.

Nachklang vom Tee-Konzert am Sonntag: Teil II Der Fluss ist das Zählen

Wie bewegt man sich auf den Teetisch?

Wenn man am Sonntag die Gastgeber beobachtet, wie sie Tee zubereiten, sieht man Bewegungen, die im Fluss oder im Stocken verlaufen. Ob die Bewegung im Fluss oder im Stocken verläuft, kann man nicht erzwingen. Es braucht Praxis. Das Praxis setzt eine Haltung von Demut voraus.

Demut ist eine Haltung, die Bereitschaft des Lebens vorbereitet, etwas erleben zu wollen. Ohne diese Haltung können wir nicht fühlen, nicht wahrnehmen, nicht sehen! Wir können nicht sehen, wo wir uns wirklich befinden.

Jeder von uns hofft, ein Gewinner des Lebens zu sein. Das Scheitern begleitet uns allerdings stets auf dem Weg. Wenn ich mein Leben bis heute genauer betrachte, sehe ich die vermeintliche Verlust oder Scheitern den wichtigen Teil von mir bildet. Die Erlebnisse – sei es negativ oder positiv „gären“ im Lauf der Zeit. Sie verwandeln sich zu dem rechten Aspekt zu dem rechten Zeitpunkt, weil sie nie abgelehnt wurden. Sie bekommen einen Raum und werden Ferment meines Lebens, um mich zu erneuern. Trägheit und Gewohnheit entstehen durch das Bedürfnis von Sicherheit. Wenn man sich unsicher fühlt, vergisst man zu atmen, Somit vergisst man zu zählen. Zählen von Zahlen. Paar Zahlen zusammen bilden einen Fluss. Der Fluss der Bewegung, die Energie auf dem Teetisch verteilt.

Wenn die Hände sich nicht bewegen und still bleiben, ist es dann die Zeit, eigenes Durchhaltevermögen zu prüfen. Prüfe, ob wir in der Lage sind, etwas zu erzählen.

Was haben wir zu erzählen? Was will ich durch diesen Teetisch erzählen? Wenn der Komponist sagte, dass der Alishan Buddhas Hand ihn an den innigen Ruf des Volks Shao erinnerte und ihn auf einmal in dem tiefen Wald von Rotzypressen versetzte, entsteht eine Geschichte. Er erzählt sie in seiner Melodie. Wir erzählen sie durch unseren Teetisch und unsere Bewegung.

Der Fluss, die Zeit und das Rad des Lebens – alles auf den Teetisch.

Unsere Hände bewegen sich wie der Fischschwanz. Der Raum wird energetisiert, so wie Fische das Wasser mit Schwanz beleben.

Der Fluss von Bewegung ist das Zählen und ist unser Rhythmen. Wir schauen zum Beispiel eine Tasse vor uns und zählen bis fünf, bis wir die Tasse in der Hand halten können. In dem Moment, wenn wir die Tasse halten, warten wir eine Sekunde – wir zählen fünf und sechs. Wir zählen danach weiter bis zehn, wenn wir die Tasse zu Lippen bringen. Eins bis fünf. Sechs Pause. Sieben bis zehn – ein Kreislauf ist zu Ende. Das ist der Rhythmus des Tees. Den Takt kann man situativ anpassen.

Natürlich sind die Zahlen nicht willkürlich. Sie haben außer der quantitative Seite noch eine qualitative. Das heißt, Zahlen ist ein Brücke zwischen Geist und Materie. Ein Brücker zwischen der Ewigkeit (der Geist) und der Zeit (phänomenale Welt – die Materie).

Tee Trinken als eine praktische Tätigkeit kann ein Sprungbrett für MEHR. Aber viele bleiben auf diese verführerische funktionale Ebene, sei es wie ein Show, sei es wie ein Können – es geht für viele um eine Selbstdarstellung des Egos. — Und wie ist es bei mir?Ich habe hier zwei Aufgabe zu üben: Mitgefühl (anstatt Mitleiden!) für die Unvollkommenheit des menschlichen Seins und Vertrauen in das, was uns verbindet.

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Doppelmandalas auf den Teetisch: das Rad der Ewigkeit trifft das Rad der Zeit. Das Bild als Denkanstoss für interessierte Menschen auf den Teeweg.

Nachklang vom Teekonzert am Sonntag, Teil I: Das Schweigen im Teekonzert

Nach dem Teekonzert am vergangenen Sonntag bekam ich vieles zum nachdenken. Zuerst über die Ernsthaftigkeit des Teilnehmers.

Niemand traut sich zu lachen, zu sprechen und zu fragen. Alle waren ernst.

Für mich geht es nicht um das, ob es richtig oder falsch ist. Für mich geht es darum, zu verstehen, was bedeutet dieses Schweigen während des Tees und der Musik?

Wie war es denn eigentlich im alten chinesischen Teehäuser? Wie war es bei dem Theater und Konzerten im Mittelalter oder bei Barock? Die Leute haben geknabbert, geschwatzt und gelacht. Tee erheitert! Eine heitere natürliche Atmosphäre!

Ich meine nicht, dass man laut sprechen und stark lachen muss. Aber eine gewisse Gelassenheit und Natürlichkeit anstatt ernsthafte Stille! Zu ernst, um zu leben.

Heute kam Michi zu Besuch und wir unterhielten uns über den Begriff Natürlichkeit. Er entschuldigte sich, dass er sich seit langer Zeit nicht zeigte. Ich sagte ihm, dass eine natürliche Verbindung keine Entschuldigung braucht. Er ist frei. Er erwiderte, was ist denn natürlich? Ich meine mit “ Natürlichkeit“ ein qualitatives Aspekt. Nicht Materie. Natürlich ist, so wie es ist. Ohne künstliche Bemühung. Das gefällt mir am besten! Er fragte, gibt es so etwas in der Welt? Ja, wir müssen es nur leben!

So wie es in Gongfu Cha, den eigenen Rhythmen wahrzunehmen und leben. Ganz natürlich ohne Bemühung.

Im Einklang mit Tee und Musik

Unser Tee-Konzert ist im Einlang mit Tee und Musik beendet. Viele Teefreunde konnten nicht dabei sein, weil wir nur beschränkte Sitzplätze haben. Die Musik kann ich mit Euch leider nicht teilen, weil die Musiker Mühe mit der schlechten Aufnehme per Handy haben. Aber wir werden 2019 ein CD mit Teehaus-Musik veröffentlichen. Bitte um etwas Geduld.

Ich darf das Prolog veröffentlichen. Das Stück stammt aus dem vergangenen Tee-Konzert und war der Brücke zur vergangen Tee-Konzerte von Shui Tang.

Hier ist der Text vom Sonntag.

Eine Schale Tee erheitert und gilt als gesund. In der Tat ist der Tee ein Ergebnis der alten chinesischen Alchemie, die stets versucht, die Grenze zwischen Zeit und Raum aufzulösen.

Die Teehaus-Kultur ist auf die Tang-Dynastie zurückzuführen und nimmt ihren Anfang zwischen 713 – 741. Das öffentliche Teehaus war ein Ort der Ereignisse, ein Ort, wo die Aristokratie sich zur Erheiterung traf, wo das gemeine Volk Unterhaltung suchte, wo Menschen sich begegneten. Dort wurden Geschichten durch Gesang und Gesten erzählt und der Tee kulinarisch begleitet. Diese Tradition wird uns heute nicht nur durch den chinesischen Lebensstil vermittelt, sondern auch durch die Künste. Das Publikum am Teetisch ist ein Teil des Geschehens und wird selbst wieder zum Botschafter.

Heute begeben wir uns in einen musikalischen Zeittunnel des Schweizer Komponisten und Musikers Fabian Müller. Er ist bekannt durch einen intuitiven Zugang zu modernen wie auch traditionellen Lebensphänomenen, im Westen wie im Osten. Diesmal lässt er sich von der Stimme des Tees inspirieren. Aufgeführt wird die Musik von der renommierten Cellistin Pi-Chin Chien, die durch ihre farbenreiche Tongebung bekannt ist.

Als Gastgeber sind: Anja Burger, Nico Colic, Simon Trüb, Susanna Forster, Larissa Driller und Jaehong Hong.

Bai Mao Hou

Wie würde ich den Tee Bai Mao Hou beschreiben? Ich würde ihn als gutmütig bezeichnen.

Diese besondere Teebaum-Varietät wurde vom Oolong-Patriarchen Dr. Wu Zhenduo als der am besten geeigneten Baum für Oolong-Produktion beurteilt. Dr. Wu Zhengduo ist der Lehrer meines Lehrers. Ursprünglich stammt sie aus chinesischen Provinz Fujian. Chinesische Einwanderer brachten sie im Lauf des 19. Jahrhunderts nach Taiwan. Da die Varietät besondere weisse Härchen am Tipp hat, bekommt sie den Namen „Bai Mao Hou“ – weisser haariger Affe. Dieser Bai Mao Hou ist ein grüner Tee, obwohl er einen ähnlichen Geschmack wie ein weisser Tee schmeckt. Heute verschwindet diese Varietät im meisten Teegarten Taiwans, weil sein mildes Aroma in der kommerziellen Ästhetik auf den Markt keine Resonanz findet. Dieser Bai Mao Hou wird nur auf unseren speziellen Auftrag immer im Frühling produziert.

Der Tee zeigt eine sehr dezente und zurückhaltende florale Note in der Nase. Der Aufguss offenbart uns eine sonderbare Geschmeidigkeit und Intensität. Diesen schönen Tee kann man kaum falsch zubereiten. Er zeigt stets seine gütige Seite gegenüber Tee-Einsteigern oder Tee-Kennern. Stets schmeckt er fein und seidig, ohne eine Spur Bitterkeit und Herbe. Gütig und gut.

Musik

Die alte chinesische Kultur beschäftigt sich mit der Frage, wie wir als gewöhnliche Menschen die Grenze von Zeit und Raum überwinden können, um mit dem Universum eins zu werden.

Mit dem Universum eins zu werden ist der Weg zurück zur Quelle des Lebens und war ein mystisches Erlebnis, das bestimmten eingeweihten Menschen vorenthalten war. Später haben es verschiedene philosophische Schulen in China als Lebensweg bezeichnet, der den Menschen durch Herz Geist zur Vollendung führt. Dieser Lebensweg hat verschiedene Fahrzeuge. Für manche ist es der Gesang, für manche die Musik, und für manche der Tee.

Der Gesang mit der Atmung, die Klänge des Cellos durch die Rhythmen, und der Tee durch die Bewegung verteilen die Energie, das Qi, im Raum wie der Fischschwanz im Wasser und geben den Anwesenden einen Anstoss. Der gemeinsame Rhythmus antwortet auf den kosmischen, wenn denn eine Resonanz entsteht. In diesem Moment ist die Einheit mit dem Universum für den Menschen erfahrbar.

Das heutige Tee-Konzert ist ein kleiner Versuch, die alte fernöstliche Haltung zum Leben zu veranschaulichen. Durch eine Schale Tee, mit den Klängen von Cello wird eine Teehausatmosphäre gestaltet – es ist wie eine Zeitreise. Ein Teehaus, ein Ort der Begegnung, ein Ort der kulturellen Vermittlung.

Pu Er Gushu Mao Er Duo

Eine Tasse Mao Er Duo ist wie Verweilen auf Blumenwiese im Bergtal! Ein schöner Pu Er-Tee, der auf die traditionelle Machart der Song-Dynastie zurückgeht. Was heisst das? Und Was ist ein Pu Er Tee? Ein Pu Er Tee ist eine Teesorte aus dem chinesischen Provinz Yunnan, wo viele alte Teebäumen im Wildnis wachsen. Die beste Produktion geschieht heute noch ohne Elektrizität und alles per Hand. Also die Pflücker wandern stundenlang im Wald, klettert auf den Baum und pflückt. Schonend werden sie im gusseisernen Wok erhitzt, per Hand gerollt und anschliessend unter der Sonne getrocknet. Zum Schluss per Stein gepresst.

Dieser Mao Er Duo sind aus wild gewachsenen Bäumen und stehen seit mehr als drei Jahrhunderten im Wald von Man Gong bei Yi Bang Berg. Die Blätter werden von Hand gepflückt, schonend im gusseisernen Wok erhitzt, sonnengetrocknet und steingepresst.

Dieser Pu Er des Produzenten Yu Chingsong wird im Einklang mit der Natur in limitierter Menge hergestellt. Es handelt sich um einen so genannten rohen Pu Er, der ohne künstliche Fermentation in seinem natürlichen Milieu trocken gelagert wird.

Dieser Tee trägt nach der besonderen Form des Blattes den speziellen Namen „Katzenohr”.

Der Pu Er “Katzenohr” (Mao Er Duo) zeigt in der Nase eine schöne florale Note und eine freundliche Süsse. Er erinnert uns an einen Schulausflug in die Berge. Unschuldig und unbesorgt sitzen Schulkinder auf einer Blumenwiese im einem geschützten Tal. Die Aromen des Aufgusses verbreiten sich im Gaumen: Neroli, Zitrusschale und Bienenwachs. Dieses unbeschwerte Glück schwingt in unseren Alltag. Der Geschmack bleibt und der Geist wird leichter.

Musik

Der Weg des chinesischen Tees wird heute als Gongfu Cha bezeichnet. Viele Menschen verstehen die Zubereitung des Tees als eine Zeremonie. Dieser rituelle Charakter zeichnet sich durch die bewusste Bewegung, die bewusste Atmung und die bewusste Langsamkeit aus. Die Bewegung der Hände gleicht der Bewegung des Fisches im Wasser, dem ältesten und kraftvollsten Symbol der Energie in alten China. Heute wird dieses Symbol, der Fisch, gerne in Parkteichs, in Wohnzimmeraquarien oder auf Keramik verwendet. Der Fisch verteilt die Energie mit seinem kraftvollen Schwanz im Raum, und der Teemensch versucht mit bewussten Bewegungen den Raum mit seinem Herzen zu beleben. In diesem Prozess des Bewusstwerdens wird der Teemensch nach innen zu sich selbst geführt, während er sich aussen mit dem Universum vereint. Das ist der Teeweg.

Buddhas Hand aus Alishan

Wie schmeckt eine Tasse Buddhas Hand? Ich würde sagten, Wie im goldenen Sonnenschein.

Buddhas Hand ist eine bekannte traditionelle Oolong-Varietät. Er ist bekannt durch zitrus-frische Noten und facettenreiche Aromen. Ursprünglich stammt diese Varietät aus Yong Chun in Fujian in China. Durch seine spezielle grosse Blattform sollte er schonend und länger fermentiert werden. Solche traditionellen Verfahren beherrschen heute nur wenige Teamaker und finden wenige Liebhaber bei den jungen Konsumenten, die sich an den Geschmack von grasigem grünem Tee orientieren. Heute gilt der grüne Tee als gesundheitsfördernd und verdrängt andere Geschmäcke auf den Markt. Die Dominanz des grünen Tees verarmen die Variationen der Teesorten. Teebauer haben es schwer gegen die Strömung der Zeit zu schwimmen und geben oft auf. Traditionelle Teesorten verschwinden mehr und mehr auf den Markt.

Teepflanzen und Menschen werden auch älter und älter… Unser Buddhas Hand Alishan ist aus dem Jahr 2012. Der Bauer ist heute zu alt, während sein Sohn sich an den Markt orientieren wollen. Wir wissen nicht, ob wir jemals wieder eine frische neue Ernte aus Alishan bekommen können!

Dieser Buddhas Hand stammt aus dem Hochland Alishan, 1400 Meter über den Meeresspiegel. Anders als der klassiche Buddhas Hand aus Shiding bei Taipei wird dieser Buddhas Hand Alishan in den kühlen Bergen langsamer und schonender fermentiert und weniger stark geröstet. Deshalb bewahrt dieser Tee den frischen Charakter eines Hochland-Oolongs.
Buddhas Hand Alishan kann sogleich genossen oder weiter gelagert werden. Durch mehrjährige Lagerung erhält dieser Tee noch mehr Geschmacks-Facetten.

Dieser Tee hat schöne frische Zitrusnote in der Nase. Während der Tee sich abkühlt, verwandelt sich der Duft hin zu Blumen, Frucht und Honig. Er endet mit einem nachhaltig lieblichen Abgang im Gaumen. Der Aufguss leuchtet gelb wie goldener Sonnenschein. Ein wunderbarer Tee, der unsere Emotionen anspricht.

Musik

Pause

山泉煎茶有懷, 白居易 (772-846)

坐酌冷冷水,看煎瑟瑟塵。

無由持一碗,寄與愛茶人。

„Lass uns gemütlich hinsetzen. Mit dem klaren Quellwasser kochen wir eine Schale Tee. Neben dem wärmenden Feuer vergessen wir die Vergangenheit und die Zukunft. Ich möchte Dir eine Schale Tee offerieren ohne weltliches Kalkül. Denn Du bist auch ein Teeliebhaber.“

Tang-Dichter Bai Juyi verdeutlicht uns das Wesentliche, was Tee in der chinesischen Kultur ausmacht. Eine Schale Tee zuzubereiten, eine Schale Tee miteinander zu teilen ist ein Ausdruck der Absichtslosigkeit. Weil es absichtslos ist, weil kein Nutzen dabei sein muss, können Teeliebhaber die einfache Schönheit des Lebens zelebrieren und so an ihr teilhaben.

Der 4. Tee, den wir jetzt trinken ist ein schwarzer Tee. Der schwarze Tee wird im Chinesisch als ein roter Tee bezeichnet, also Hongcha. So heisst ein schwarzer Tee in der chinesischen Sprache ein roter Tee!

Der rote Tee im 4. Runde heisst Rougui Hongcha aus Taiwan!

Rougui Hongcha ist ein fliessender Tee – samtig und geschmeidig

Die Teesorte Rou Gui stammt ursprünglich aus Wuyishan, einem berühmten Oolong-Teeanbaugebiet im Provinz Fujian in China. Wuyishan gilt auch als genetische Schatzkammer von Oolong Baum-Varietäten. Der Berg Wuyishan ist eine von UNESCO geschützte Region, wo früher taoistische Einsiedler sich von der Welt zurückzogen und sich nur Meditation widmen. Der einzige Spass, was sie gerne unternahmen, war Teepflanzen im Wald zu suchen und zu züchten. Jährlich fand ein Wettbewerb unter ihnen statt, um den sogenannten besten Tee zu finden. So wurden viele spezielle berühmte Varietäten gefunden und gezüchtet. Rougui, ist eine der fünf besten Oolong Varietäten aus Wuyishan.

Mein Lehrer Meister Chen Huangtang brachte die Pflanze in den neunziger Jahren nach Taiwan und pflanzte sie in seinem eigenen Familiengarten. Er erzählte mir gerne wie er damals die Pflanzen geschmuggelt hat – er habe sie mit schmutzigen Unterwäschen eingewickelt, so dass der Hund am Zoll im Flughafen nicht bemerken konnte. So brachte er viele Schätze nach Taiwan.

Sein älterer Bruder pflegt den Garten mit Liebe und wie zu alten Zeiten ohne Pestizide. Der Teegarten in Mingjian im Mitte Taiwans ist bekannt für seine eisenhalte saure Boden. Im Frühling wird die Ernte zum wunderbaren Oolong Rou Gui verarbeitet. Wenn die Teepflanzen stark wachsen, werden sie im Sommer geschnitten und dann zu einem roten Tee produziert. Das heisst, es wird nur diesen Tee geben, wenn es den Teepflanzen zu gut geht und die Pflanzen beschnitten werden muss.

Dieser seltene roter Tee Rou Gui ist eine Rarität in der Welt des Tees. Er duftet nach der Flora des taiwanesischen Südens. Geschmacklich erleben wir ein wahres Paradies der exotischen Früchte. Die Textur dieses fliessenden Tees ist samtig und geschmeidig.

Musik

Langsam nähren wir uns am Ende der heutigen Teezusammenkunft.

Muzha Zhengcong Tie Guanyin ist der letzte Tee von heute. Er ist der Muss für Tee-Entdecker!

Auch wer den Namen Oolong nicht kennt, kennt trotzdem den Namen Tie Guanyin. Tie Guanyin, ein legendärer Wulongbaum, der von einem frommen Geist in einem Tempel entdeckt wurde, prägt den Geschmack aller chinesischen Teeliebhaber! Früher war der Tie Guanyin ein sorgfältig fermentierter und aufwändig gerösteter, dunkler Tee, der in der heutigen modernen chinesischen Machart immer grüner wird. Selten findet man heute noch den klassischen Typus, der nach dem traditionellen Vorbild hergestellt wurde. Da Tie Guanyin so berühmt ist und dieser Umstand verkaufsfördernd wirkt, gibt es aber leider zahlreiche Nachahmungen. Tie Guanyin ist deshalb heute auch eine Bezeichnung einer Wulong-Herstellung geworden. Unser Tie Guanyin, der vom originalen Wulongbaum Tie Guanyin stammt und im originalen Anbaugebiet Muzha erzeugt wird, ist ein Klassiker nach dem traditionellen Vorbild. So ein Tie Guanyin wird als Zhengcong Tie Guanyin – der „Originale“ bezeichnet.

Der originale Tie Guanyin, im Vergleich mit Fälschungen aus anderen Bäumen, beeindruckt uns mit unverwechselbarem floralem und süssem Parfüm und beim Abgang mit einem herrlichen balsamierenden Nachklang. Diesen Nachklang bezeichnen chinesische Teeliebhaber als Guanyin-Yun (Der Charme des Guanyin). Muzha Tie Guanyin vermittelt uns den alten Geschmack noch wie vor 40 Jahren, als mein Großvater auf seinem Schaukelstuhl sitzend, den Tee genoss. Typische fruchtige Aromen entstehen aus aufwendiger Röstung, welche tagelang abwechselnd mit Ruhen zur Vollendung führt. Das florale süße Gesicht dieses Tees versteckt sich im aufsteigenden warmen Duft und bereitet uns ein einmaliges Erlebnis! Der Aufguss ist intensiv, fruchtig und voll. Ideal zu geniessen nach einem deftigen Essen und reichhaltigen süßen Speisen. Dieser Tee eignet sich ideal zum Lagern.

Musik

Schlusswort:

一路經行處,莓苔見屐痕。

白雲依靜渚,芳草閉閒門。

遇雨看松色,隨山到水源。

溪花與禪意,相對亦忘言。

(唐‧劉長卿‧《尋南溪常道士》

Besuch bei einem taoistischen Einsiedler.

Entlang dem schmalen Pfad,

Wurde ein unscheinbares Fussdruck auf dem Moos besichtigt,

Weiße Wolken lehnt leicht an dem ruhigen See,

Das hochwachsenden Frühlingsgrass verstecken die leicht angelehnte Tür

Nach dem Regen intensiviert die grüne Farbe des Kiefers,

Der Bergpfad führt zu der Quelle

Im Einklang zwischen den Blumen und Universum,

Ich vergesse, was zu sagen.

Mit diesem Gedicht, was wir auf der Einladung der Einweihung von Eröffnung Shui Tangs schrieben, möchte ich das Konzert beenden. Vielleicht haben Sie das gefunden, was Sie erwarteten. Oder haben Sie eine Überraschung empfangen?

Im Einklang zwischen den Tee und Musik, ich vergesse, was zu sagen!

Die erste Teekanne im Leben

Die erste Teekanne, der Anfängergeist.

Für unser Teekonzert üben die Teefreunde ganz fleissig. Bei jedem Mitmachen lernt man immer ein Stück mehr über Tee, manchmal auch ein Retrospektive über den eigenen Teeweg.

Das schwierigste bei Teetisch Gestalten ist, was für Kanne und welche Teetassen! Wie passen die Sachen zusammen und wie bringe ich alles zu einer inspirierende Landschaft. Manchmal entdeckt man die Gewohnheit, die man selbst angehaucht hat und dachte, dass man es von Meng-Lin gelernt hätte. In solcher Auseinandersetzung und Übungen wird der Teegeist erfrischt.

Natürlich lässt nicht jeder von mir korrigieren, weil man den eigenen Kopf hat. Es ist nicht immer angenehm für mich, in solcher Situation ruhig zu bleiben, aber es ist eine gute Übung, zu lernen, Abstand zu nehmen. Jeder Teilnehmer nimmt ein Stück seine eigene Geschichte mit, die mit mir nichts zu tun hat. Und das sollte so blieben.

Oft unterhalten wir, wie gehen wir mit der Form der Kanne um, oder welche Form wäre besser für diese Landschaft, die man gerne präsentiert. Sehr oft merkt man, dass die erste Teekanne, die man kaufte, nicht immer die ideale Kanne ist, für den weiteren Teeweg oder für solche Anlässe. Bedeutet es, dass es falsch war? War es ein Fehltritt?

Simon schickte uns Fotos von seiner ersten Teekanne in Shui Tang und seiner ersten Kollektion von Holzofen Brand von Künstler Chen, Xuanheng. Ich sehe in seiner Kollektion ebenfalls meinen eigenen Teeweg und den Künstler Weg von Chen. Ich sehe, was für Kanne ich damals erwerben konnte und im Vergleich mit denen, was ich heute in Shui Tang anbot. Wie ursprünglich und mit welchem Anfängergeist, Chen seine Werke formte! Was für gute günstige Yixing Kanne noch auf den Markt zu erwerben gab und was für Fake man heute auf dem Markt überschwemmt. Zehn Jahre Shui Tang, Zehn Jahre Wohlstand chinesischer Gesellschaft. Die Veränderung ist stark.

In seiner Kanne ist ein Heuschreck abgebildet. Die Schrift kann ich leider nicht gut lesen. Heuschreck, Chan. Das wird häufig als Symbol von Zen (Chan) in der bildenden Kunst angewendet. Wusste Simon damals schon, dass er mit seinem Zenweg beschreiten wollte? War es ein Zeichen?

Teekanne erwerben ist oft wie ein Orakel….

Die erste Kanne ist ein Meilenstein und immer der Ruf unserem Anfängergeist. Wir haben oft von ganz unten angefangen. Ich habe mit Tetley Teebeutel meinen Teeweg begonnen. Muss ich mich schämen? Muss man schämen, wenn man eine ganz banale Kanne kaufte, als man noch gar keine Ahnung hat? Nein. Das ist ein Stück der schönen Erinnerung vom Anfänger!

Bedeutung von „Der Tanz von Drachen und Phönix 龍鳳呈祥“

Anschließend zu dem gestrigen Beitrag.

Das Motiv vom Tanz zwischen Drachen und Phönix ist oft so platziert, dass Drachen rechts im Bild fliegt und nach unten zu Phönix schaut, während Phönix links im Bild steht und seine Flügel schwingen Richtung Drachen.

Das Bild „Drachen“ ist in der chinesischen Kultur gerne mit Wasser Nähe, Zugang zu geistiger Welt – Versteck hinter den Wolken, wechselhaft und Botschafter der geistigen Welt zugeschrieben. Vom Charakter her, ist Drachen Yin und vom Element Wasser.

Phönix und Feuer gehören zu den gleichen Bild. Phönix neigt zu Feuer, zu Sonne, ist Symbol von Schönheit und Gefühle. Vom Charakter ist es Yang geprägt.

Die energetische Harmonie zwischen Yin und Yang ist zwar erst seit 8. Jh vor Christus populär, aber das wahrscheinlich älteste ausgegrabene mit dem Tanz von Drachen und Phönix gemaltes Steinzeug-Gefäss ist bereits Siebentausendjahren alt. Es wurden auch verschiedene Muster von Gruppierung zwischen Drachen und Phönix gefunden. Das kollektives Bewusstsein der damaligen chinesischen Gesellschaft deutet auf eine Vereinigung von beiden komplementären Eigenschaften hin.

Drachen, ein Totem aus der mythischen Dynastie Xia.

Phönix, ebenfalls ein Totem aus der legendären Dynastie Shang, die Dynastie Xia ablöst. Möglicherweise wird die Vereinigung beider wichtigsten Symbole Chinas durch diesen Machtwechsel durchgeführt.

Die Vorstellung von Yin und Yang assoziiert auch die Harmonie zwischen beiden Geschlechtern: Man und Frau.

Es wurde eine schöne Geschichte erzählt über eine Tochter von Fürst 秦 Qin. 弄玉Nongyu, die geliebte Tochter von einem mächtigen Fürst, spielte gerne Sheng, ein Musikinstrument. Sie spielte so frei, um ihre Sehnsucht nach einem Seelenverwandte auszudrucken. Am einen Vollmondnacht antwortete Töne von Shakuhagi ihre Musik und die Musik berührte nicht nur ihre Seele, sondern auch die Tiere und Vogel. Sie fand diesen Mann 蕭史 Shi und heiratete ihn. Eines Tages sagte der Mann zu Ihr, dass er die Freiheit vermisst und sie mit in die Bergen mitnehmen wollte. Sie stimmte ihm zu. Er spielte 蕭 Shakuhagi und sie antwortete mit 笙 Sheng. Auf einmal tauchten Drachen auf und tanzte, während Phönix zu Ihnen fliegt und Nongyu einlud, sie zu tragen. So ritt Shi auf Drachen und Nonyu auf Phönix. Drachen und Phönix tanzten im Himmel und verschwammen hinter den Wolken. Seitdem bezeichnet man in China den Tanz und Drachen und Phönix als die treue Liebe von Seelenverwandten.

Nicht nur als Symbol von zeitlosen Liebe, sondern auch als ein spirituelles Zeichen dient der Tanz von Drachen und Phönix.

In einem Ausgrabung von einem Grabmal in Hunnan Changsha 陳家大山楚墓wurde ein Malerei aus Seiden gefunden. Begraben war eine Dame von höhen sozialer Position. Auf dieser Malerei ist der Tanz sehr lebendig dargestellt. Der Drachen zeigt seine Krallen und schaut Richtung Himmel, während der Phönix seine Flügel ausbreitet und seinen Haupt hebt, als ob er gleich abheben würde. Unter den Drachen und Phönix steht eine Dame. Ihre Hände sind gefaltet und ihr Körper hat aufrichtige Haltung. Es sieht so aus, als ob sie betet. Was betet sie? Die Antwort von Archäologie lautet, sie bittet Drachen und Phönix ihre Seele mitzunehmen, um über das phänomenale Leben hinaus…, zu Ewigkeit!

龍鳳呈祥紫泥壺

Zini Kanne „Der Tanz von Drachen und Phönix“

330 ml.

Von Sun, Yingbang 孫英棒

100% Original Yixing Zini Kanne.

100% per Hand geklopft und angefertigt.

龍鳳呈祥 Tanz von Drachen und Phönix

Tanz von Drachen und Phönix

Von Sun, Yingbang

Zini Kanne 330 ml.

Mehr Text kommt bald.

石鼓 Shigu, Stein- Trommel

Stein-Trommel, Shigu bezeichnet man in China die Jennifer Steingruppe, die im Tang Dynastie gefunden wurde und aus der Zeit von 475-221 B.C. entstanden waren. Auf dieser Stein Gruppe ( 10 Stücke) wurden Texte eingeschnitzt. Weil der Stein rund und wie Trommel aussieht, heisst es Text von Stein-Trommel. Sie sind die älteste in Stein eingeschnitzten Schrift.

Diese Schrift erlebt verschiedene kriegerische Periode der chinesischen Geschichte. Sie waren verschwunden unter dem Volk, wieder aufgetaucht und gesammelt im Kaiserhof. Dann im Krieg gegen Mongolei an Mongolen verloren, später wieder zurück nach Peking. Im Bürgerkrieg des 20 Jahrhundert nach Süden transportiert und später wieder nach Peking gebracht. Heute stehen sie Palastmuseum in Peking.

Sie hat einen grossen Einfluss auf die Kunstgeschichte Chinas und ist das Vorbild für Kalligraphie und Malerei.

Teekannemeister Xu, Meng 許夢 studierte Kunst der Malerei und absolviert ein Hochschulstudium für Design der Kunst. Ihr Versuch die moderne Malerei in die Zisha Kunst zu integrieren kann man in dieser Kanne Shigu deutlich sehen. Sie nimmt die Yuanzhu Kanne als Vorbild, was eine rundliche Form wie Stein- Trommel assoziiert. Wir sehen auf der Oberfläche eine Schattierung von dunkler Ton, was effektiv uns an die Oberfläche von Shigu Schrift erinnert. Anstatt mit einem anderen Material diesen Effekt zu gestalten, verwendet sie den originalen Zhuni Ton. Das heisst, der Körper der Kanne ist mit Zini geklopft und die Glasur aus Zhuni.

Als ich diese Kanne sah, fragte ich mich sofort, wie wird der Tee wohl schmecken? Meine Neugierde wächst und wächst, wenn ich diese Kanne länger betrachte.

Der originale Stein vor zwei Tausendjahren spricht anders zu uns. Seine Schrift muss man mit Hilfe einer speziellen Lexikon lesen. Aber auch ohne die Lexikon hat solche Stein seine eigene Sprache. Wir haben Möglichkeit mit ihm ohne Worte zu verständigen. Aus dieser Überlegung will Xu, Meng keine Schriften auf der Kanne haben. Sie lässt sie bewusst im Schatten. Die Schatten arbeiten mit Licht. In unterschiedlichen Zeit und Raum wird diese Kanne verschiedene Schatten werfen, und mit uns lebendige Sprache des Tees führen!

Wiederholung ist heilsam

Vor wichtigen Anlässen schlafe ich schlecht. Ich habe Stress. Ich erfahre diese stressige Situation als schmerzhaft und verzweifelnd. Ich spüre mich selbst nicht. Ich kann nichts dagegen tun.

Zum Beispiel wenn ich eine Reise führe. „Warum machst Du es noch?“

Ich werde oft mit dieser Frage konfrontiert. Ich hatte keine Antwort, warum ich es mir immer wieder antue. Es gibt aber eine Kraft, die mich jedesmal dazu bringt, es durchzuführen – auch wenn ich die Schmerzen spüre und verzweifelt bin. Es ist wie eine Abenteuer, dessen Ziel ich selbst bin.

Jeder Mensch erlebe viel Schmerzen und Zweifeln im Leben. Wir dachten, wenn die Risse geheilt sind, ist alles vorbei. Warum diese Risse noch einmal abreißen? Weil ich mich selbst besser sehen will. Mich besser zu sehen, indem ich meine Schmerzen noch einmal durchlebe, um zu verstehen, worum es sich handelt.

Manchmal kann man solche Wiederholung nicht vermeiden, weil man etwas „Höheres“ oder „Grösseres“ verwirklichen möchte. Ich muss darum einen Ausweg finden. Den Ausweg findet man oft – in der Wiederholung. Durch solche Tätigkeiten – sei es Reisedurchführung oder Konzerte, Seminare organisieren – erhalte ich von Teefreunde viel Zustimmung und Resonanz. Diese Reaktion wirkt wie Balsam, es fließt zu mir zurück. Es ist nicht geheilt. Aber zu vergewissern, es ist ein richtiger Weg.

In jeder Wiederholung – wenn ich einen kleinen Schritt, eine wenige Veränderung oder ein bisschen Entwicklung beobachten kann, dann ist dieser kleine Fortgang ein Elixier.

Vielleicht ist es deswegen heilsam für viele Teefreunde, wenn wir Tee in Gongfu Cha Stil trinken. Es wird wiederholt. Durch jede Wiederholung lerne ich verschiedene Gesichter eines Tees kennen – und schlussendlich über den kleinen Wandel oder Wechsel des Tees wahrzunehmen zu lernen und zu erfreuen!