Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

臺北琴道館 Taipei Qin Halle

Es lohnt sich diesen versteckten Ort mit einer alten Seele zu besuchen wenn Du in Taipei bist! Es ist alt, weil das Haus alt ist. Es ist alt, weil es sich um uralte Klänge handelt. Uralt aus der Tiefe der menschlichen Seele! Der Wunsch mit der Jenseits in Kontakt zu kommen und die geistigen Flügel des einfachen Körpers auszustrecken.

Taipei Qin Halle.

No. 11, Lane 53, Qidong Street, Zhongzheng District, Taipei City, Taiwan 100

Es wird auch englische Führung angeboten.

Dort wird noch das uralte Musikinstrument unterrichtet und verschiedene Aktivitäten angeboten. Lebendig und authentisch!

Die Reise beginnt mit Qugin 古琴

Unsere Reise beginnt mit der Begegnung eines uralten Instrument Guqin, das in der schamanischtischen Tradition begründet war. Mit Guqin wurde die Kommunikation zwischen Menschen und Jenseits hergestellt. Etwa vor 2200 Jahren bekam Guqin erst immer mehr den Charakter eines Musikinstrument.

Der detaillierte Text folgt irgendwann. Hier sind paar Eindrücke.

Warum möchte ich mit einer Teegruppe Guqin begegnen? Wegen dem Bericht von eventuellen Regen ( Pflaumen Regenzeit) habe ich unser Programm gewechselt. Tee ist nicht lediglich ein Getränk, ebenfalls wie Guqin, Guqin ist nicht bloss ein Instrument. Es ist ein Tor zu einer inneren Welt. Es bedeutet eine Lebenshaltung. In der früheren Zeit gehört es dazu, bei Musizieren trinkt man Tee während der feine Duft aus einem Räucherwerkgefäss aussteigt – in der Natur oder einem Raum wo Kalligraphie und Malerei präsent sind. Ich möchte eine ganzheitliche Sicht über Tee den Teemenschen aus Europa vermitteln, anstatt eine eindimensionale Scheibe des Tees.

Chawangshu 茶王樹 und die unsichtbaren Flügel

Man sagte mir, Chawangshu sei unterbewertet. Er sei mindestens so gut wie Bo He Tang. Egal ob Chawangshu oder 薄荷塘 Bo He Tang – die beiden Pu Ers assoziere ich immer mit Vogeln.

Als ein Mädchen konnte ich mit den Vorbilder, die man mir offerierte, nicht identifizieren. Weder mit den Jungen, noch mit dem Mädchen. Ich spielte nie Puppen, ebenfalls auch kein Baseball. Ich fühlte mich einsam und sammelte immer Bilder von europäischen Burgen aus den Kalender. Und in meinem Zimmer hing eine tanzende Ballerina an dem Wand, dessen Ärmer wie Flügel ausstreckten. Ich glaubte dass jeder Mensch Flügel hat. Und ich versprach mir meine Träume zu verwirklichen.

Auch wenn ich ein gewöhnlicher Mensch bin, will nicht wie gewöhnt meine Träume aufgeben. So kam ich nach Europa und erlebte vieles. Manchmal dachte ich, dass es keinen Ausweg mehr gab und das Schicksal schien gegen mich zu arbeiten. In solchen Momenten kam der Satz von alten taiwanischem Spruch immer wieder ins Ohr, „Schritt für Schritt wird es ein Weg geben.“ Futtere Deine Angst nicht. Und ich habe meine Flügel – sie werden ausstrecken, wenn der Ostwind weht und Sterne flimmern.

Kann man mit Tee satt werden? Schaffst Du ein Dach über Dich haben? Was machst Du, wenn Du scheiterst? Solche „weise“ Sätze summten lang genug bei mir, und dieser Geist und Haltung bilden das Wüste Land unserer Gesellschaft. Ohne Zweifel fliege ich mit meinen Flügel darüber. Sich so frei zu fühlen wie ein Vogel mit Flügel ist eine Glaube geworden.

Chawangshu ist das höchste Dorf von 刮風寨 Guafengzhai bei Yiwu 易武 Berg in Yunnan. Der Name lautet: Der Königsbaum des Tees. Möglicherweise stand ein alter ehrwürdiger Teebaum auf dem Berggipfel. Der Weg nach Guafengzhai zählte zu dem schwierigsten. Und die Teebäume wachsen immer geradeaus im Wald. In dem tropischen Wald hat ein Teebaum nur Chance, wenn er nicht aufgibt. Er wächst zwar sehr langsam, aber wenn er sich nicht ablenken lässt, hat Möglichkeit seinen Krone unter der Sonne zu wachsen!

Wie schmeckt so ein Teebaum?

Chawangshu Gushu (alte Bäume) von Yu schmeckt wie Nektar von Sommerblumen. Sie entfalten sich im Sonnenbad und duftet süß und zugleich holzig. Er ist süß, aber nicht gefällig. Er ist holzig aber nicht streng. Eine Wärmestrahl fließt in meine Ärmer und mein Rücken bekommt Stärkung. Trotzdem spüre ich das Raue von einem sehr alten Baumstamm. Er schmeichelt meinen Mund nicht. Die Zeit eines lebendigen Teebaums hinterlässt Spuren. Die Sommerblumen auf den Alp tanken Energie im Sonnenbad. Nicht nur die Schönheit der anmutigen Blumen entzücken einen, sondern auch ihre unverwechselbare Kraft und Präsenz, die mich nachhaltig beeindrucken.

In dieser Tasse von Chawangshu fühle ich mich einerseits beschützt. Beschützt in seiner Baumkrone. Andererseits warte ich auf den Wind, der meine Flügel mitnimmt, in die Richtung des Herzens.

Aber Ikarus ist trotz seinen Flügel abgesturzt.

Und auch wenn man die geistige Dimension von Flügel-Haben bewusst ist, landet man jedenfalls wieder auf den Boden. Was macht man mit diesem Körper, der Trägheit und Begierde hat? Selbst Eros seine Flügel hat, ist er blind. Was macht man, wenn ein Teil von uns die Flügel hat, während der andere Teil mit dem gewöhnlichen Körper mit Wünschen und Emotionen belanden ist? Im Abendland hat man seine Antwort. In Asien hat man eine andere. Ich möchte mich gerne in nächsten Beiträgen weiter damit beschäftigen.

img_0003

Der Weg nach Guafengzhai.

Eine fliegende Raku Schale

Ein wechselhaftes Wetter vermittelt man ein Gefühl, aufräumen zu müssen. Beim Aufräumen entdeckte ich eine Raku Schale von einem mir unbekannten Künstler Namens 飛鳥 Fliegender Vogel.

Es sollte schwarz sein, ist aber nicht wirklich. Ich ahne fast das Feuer das hinter dem Kulissen lodert! Meine Finger streicheln die Rillen, die wie Wellen durch die Schale durchzieht. Die Finger spüren die Tiefe und Kante. Etwas hebt sich ab und geradeaus unbeirrt! Ich begann zu lachen.

Eine Schale, die eine schwere Seele zu lachen bringt! Fast etwas magisches und einmaliges.

Ich muss einen Platz finden für einen fliegenden Vogel bei mir!

Schöne Orchideen?

Dieser Orchidee wurde vor Kürzen in einer Wettbewerb Taiwans mit dem Goldpreis ausgezeichnet.

Es handelt sich eben um „Gold“, nicht um die Schönheit. Solche Preise garantiert den steigenden Preis dieser Züchtung. Hinter den Kulissen gibt es viele verwickelnde Geschichte.

Ähnlich beim Tee- Wettbewerb! Deswegen verkaufe ich nie mit Preis gekrönten Tee von Wettbewerb! Mein Lehrer hält gar nichts von dem Preis!

Die nächsten zwei Orchideen werden in dem Zirkel von Orchideen Liebhaber Taiwans als schön empfunden. Es wird gepflegt von einem Orchideen Liebhaber, man nennt ihn auch Meister. Er gewinnt nie irgendeinen Preis. Aber seine Sorten orientieren sich am ehesten an das traditionelle Vorbild. Es handelt sich um das gesamte Erscheinungsbild des Orchideens anstatt die Menge und Grösse der Blüten.

Der letzte Orchdee unterscheidet sich an das von den Japaner gekrönten Orchidee. In Japan legen Jurys viel Wert auf kürzere und runden Sorte und Blüten – Symbol von Harmonie. In Taiwan findet man die Schönheit nicht in runden Blütenblätter, sondern vielleicht um den „Charakter“ und das Gespenstische aus der subtropischen Natur!

Der Orchideen-Kult und Charen (Teemensch) III

Fortsetzung zu vorherigen Beiträgen über den chinesischen Orchideen-Kult.

Dieser Orchidee gewinnt in diesem Jahr den besten Preis in Japan in seiner Gattung. Als ich dieses Bild bekam, dachte ich nur an das Gedicht von Hu, Lancheng: “ Suiyue Jing Hao, Xianshi Anwen.“ Nicht von den Wellen mitgerissen werden, nur mit Dir die Zeit in Ruhe und Gelassenheit zu erleben und zu erfahren. Als er die Schriftstellerin Zhang, Airin heiratete, versprach er ihr mit diesen Sätzen. Es war eine unsichere und prikäre Zeit, als Japan China in 30er Jahren angreifte. Möge die Zeit in Ruhe und Gelassenheit mit Dir zu verbringen- es war das grösste Liebesversprechen eines Dichters.

Die Ausstrahlung dieses Orchidee ist wie der Wunsch nach einem gelassenen zufriedenen Raum, die Zeit mit eigenem Rhythmus zu erfahren und die Welt aus eigenem Perspektive gestalten zu wollen. Nicht um Zentrum des Geschehens, sondern in der Peripherie des Wirbelsturms.

Das ist auch die Botschaft von Orchideen-Kult.

Im Oolongseminar am 3.3. fragte mich jemand, warum man in der chinesischen Kultur nicht von Kirschblüten spricht. Es gibt einige Gründe und sie hängen mit der Ping-Dan -Ästhetik zusammen.

Schauen wir die Pfirsichblüten an:

Die Blüten wachsen an Zweigen und blühen differenziert. NICHT in Gruppen. Sie blühen eine nach der anderen. Klar und differenziert.

 

Sehr ähnliche wie bei Pflaumenblüten!

Pflaumenblüte blühen auch nicht in Gruppen. Meistens eher schwach und leise. Sie fallen nicht so leicht, wenn es windet.

Hingegen blühen Kirschblüten stark und in Gruppen und fallen recht rasch ab, wenn es windet.

Aprikose-Blüten blühen ähnlich wie Kirschblüten – in Gruppe, stark und fallen recht schnell ab. Die fallenden Blüten mögen die Sentimentalität hervorrufen und und erzeugen viele Emotionen und Dichtungen. Genau aus diesem Grund bewegen sie auf der Ebene der zyklischen Zeit, wo unser Gemüt von Trauer und Glück hin und her verschoben werden kann. Hingegen bewegt sich die Ping-Dan-Ästhetik auf der Ebene von Wu-Xin (Mushin – Ohne Anhaftung, ohne Illusion) – die Zeit der Ewigkeit: wir pflegen unser Herz wie das klare stille Wasser, egal wie es da draußen windet und regnet. Eine Haltung, die an sich zu arbeiten versucht. Es ist ein Link zu dem Gedicht von Hu, Lancheng: Sueyue Jinghao – die Zeit in Ruhe und Gelassenheit zu erleben.

Außerdem schätzten die alten chinesischen Intellektuellen die Haltung von Nicht-Gefallen-Wollen. Die Blumen, die allein für sich selbst blühen, zu der Menschen sich annähern müssen, werden hoch geehrt. Die hängenden Blüten, die zu einem fallen, wurden weniger gepriesen. Sicher sind solche Beschreibungen eine Projektion der alten Chinesen. Sie widerspiegeln jedoch einem Habitus, wie man sich in dieser Welt bewegen und auftreten sollte! Seine Eigenschaften fasse ich hier kurz zusammen: klare und differenzierte Sprache; am besten unabhängig und suche nicht absichtlich nach der Anerkennung und das ruhige gelassene Leben neben dem Zentrum von den gesellschaftlichen Ereignissen zu führen.

Pfirsichblüte in Sake

Am Dritten Dritten ist ein Fest mit Pfirsichblüten 上巳節 (桃花節).

Dieses Fest feiert man bereits seit 2000 Jahren (Zhou Dynastie) in China. Am diesen frühlingshaften Tag geht man an den Fluss, wo eine spezielle Priesterin dort Zeremonie für Reinigung und Seelen-Rufen abhielt. An diesen Tag, wenn Pfirsichblüte in vollen Pracht sind, schwingen eine frische fröhliche Energie. Junge unverheiratete Männer und Frauen spazierten dem Fluss entlang und knüpften miteinander einen zarten Band. Das ist eigentlich ein Tag der Liebe. Ein Tag der Pfirsichblüten.

Nach dem Oolongseminar blieben noch Teefreunde in Shui Tang. Wir tranken zusammen noch ein Glas Sake mit Pfirsichblüten. Das Getränk sollte Menschen gesundes und zufriedenes Leben schenken.

Die rosaroten Blüten duften fein und diskret. Im Mund schmeckten sie wie Bittermandel. In einer glücklichen Stimme verabredeten wir uns zu dem richtigen dritten dritten im Mondkalender zu einem Reinigungsritual am Fluss Zürichs zu treffen.