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Wozu, Pfirsichdorf? Notiz über Qilai Dongpian

Die Fahrt ins Pfirsichdorf ist atemberaubend. Die Pfad zu schmal – ungeeignet für die Gruppe. Atong lehnte gleich meinen Vorschlag ab. Aber vielleicht die heisse Quelle nebenan? Die Quelle ist kein Spa! Sondern heiße Quelle im wilden Bach!

Wozu zum Pfirsichdorf?

Pfirsichdorf von Tao, Yuanming vermittelt mir ein Bild von der lebendiger Utopie – wir können so leben wie wir sind, als Menschen. Das Wunschbild widerspiegelt der Macht der Wunschvorstellung über einzelne Person, die sich an das Kollektiv orientieren muss. Was sollte ein Mann liefern? Wie sollte eine Frau leben? Wie sollte ein Tee sein?

Oft verschiebt sich die Vorstellung von Wunsch. Meistens hat diese Vorstellung nichts mit der „Qualität“ zu tun, sondern mit der Wirtschaft.

Wie muss ein guter Oolong sein, der vor dem Jahreswechsel gepflückt wurde? Diese Frage war notwendig, weil die Teemaker auf Insel Taiwan importierte Arbeitskraft aus China war. Ihr Denken von einem Jahr endet mit dem Mondkalender. Sie kamen nach Taiwan im Mai und fuhren wieder kurz vor dem Neujahrsfest wieder heim. Der heutige Dongpian – Winterblatt war eigentlich die frühere Winterernte. So hatte eine Winterernte vor fünfzig Jahren noch eine andere Note als heute – der Geschmack von Dongpian (Winterblatt). Die Wunschvorstellung über die ideale Ernte verschob sich aufgrund der Wirtschaft – die Pflücker haben heute ein Zeitplan um die Insel. Im Oktober sind sie im Hochland und später in Mingjian. Teepflanzen muss zu diesen und jenen Termin liefern.

Der heutige Dongpian ist oft die Teeblätter, die zu der Pflückzeit nicht ideal waren. Sie wachsen zu kurz und zu langsam. Sie verpassen die Wunschvorstellung von Bauern. Wenn der Bauer genügend Mittel und Kapazität zur Verfügung hat, lässt er die Ernte pflücken. Meistens lässt man es sein. Die Teepflanzen werden richtig geschnitten, damit sie im Frühling richtig liefern können. Aber die heute gepflückten Dongpian nennt man auch Bu-Zhi-Chun, der Tee, der nicht weiss was der Frühling ist. Ein Tee, der in den Winter zu wachsen beginnt und vor dem Frühling gepflückt wird, hat seine eigene Jahreszeit.

Der Qilai Dongpian, produziert am 25.12.18, füllt meinen Mund mit Düften von Maiglöckchen, Frieder oder Jasmin. Selbst nach vier Aufgüssen zeigt er immer noch seine florale Präsenz. Die Honig-Süsse! Die fruchtige Pfrischnoten! Aufgegossen in einer Zhuni Kanne bezaubert er fremde Teeliebhaber und versetzt das Erfahrungshorizont. War er zu klein und zu schwach? Zum Glück entsprach er nicht der Vorstellung der Menschen und hat die Chance wie ein Segen auf den Teetisch zu erscheinen.

Atong sagte mir oft, dass man vieles über Tee fürs Leben lernen kann. Die Marktwirtschaft hat ein Zukunftsbild mit Menschen und mit Tee, was meistens die Wesen der Dinge egalisiert und reduziert. Ein Wintertee hat ähnliches Verhältnis von Sonne und Klima wie von dem Frühling – worin besteht noch der Unterschied zwischen den Ernten? Und zwischen Dir und mir? und zwischen links und rechts?

Zwischen den Entscheidungen von links und rechts liegt häufig die Angst. Angst um zu verpassen. Verpassen von was? Was wir dort verpassen können ist oft das, was die Anderen von uns erwarten. Das, was wir werden wollen, wie wir es wollen, beginnt vielleicht erst nach dem Verpassen.

Der zauberhafte Qilai Dongpian erinnert mich nicht nur an das Nordlicht, sondern auch an das Pfirsichdorf. Mystisch hoffnungsvoll und konkret erfahrbar. Das Pfirsichdorf lebt in meinem Herzen anstatt in der Zukunft. Die „verpassten“ Teeblätter entfalten sich zu dem besten Bild, was sie von sich geben können.

Nach einer Teerunde goss ich den Qilai noch einmal und liess ihn über die Nacht stehen. Als ich morgens ihn aus der Tasse trank, hörte ich einen innigen Ruf : Guten Tag! Jeden Tag, ein guter Tag!

Ich rieche den Duft einer Blüte

Es gibt Dinge, die wir sofort verstehen und als richtig gewertet werden können.

Manche Dinge können nicht sofort verstanden werden und brauchen Zeit, wenn wir lernen mit Herzen zu verstehen. Solche Dinge können am Ende als falsch bewertet werden, sind aber ein Teil unseres Lebend geworden. Ist es noch wichtig sie zu werten?

Tag für Tag, Zeit zu Zeit. Wir bewegen uns näher zu den, was wir nicht verstanden. Unserem Leben bereichern wir durch die Schattierung unseres Handelns.

Manche Dinge sehen wir nur mit Herzen gut. Zum Beispiel eine Schale aus Hagi oder eine Kanne aus Yixing!

Langsam und unauffällig steigen der Duft des Tees, wie eine Blüte in der Dunkelheit. Der Duft von Blumen und der Zulauf von betriebsamen Straßen trennen sich in einer Schale Tee.

Ich wünsche, ich kann diesen Duft für immer in mir bewahren.

Zini Kanne „Na Xiang“ (Duft bewahren) von An, Demin. Ca. 300 ml. Künstler Kanne.

„Cang Gu“ Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen

Fortsetzung von dem vorherigen Beitrag.

Die beiden Duanni Kanne sind aus Meisterin An, Demin. Sie tragen den Name „Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen“. Eine junge Künstlerin, die sehr viel Arbeit und Energie investiert, um die unsichtbare Innenwände fast makellos zu bearbeiten. Nur weil sie sich dafür verantwortlich fühlt für das Werk!

In dem nächsten Bild sehen wir den Ausdruck von der Kanne stärker und größer ist. Für mich wurde es klar, dass diese Kanne vor der anderen entstanden ist. Weil ihr Gedanke von „offenen Spuren und im Verbirgenen“ noch nicht gereift ist.

Wie viel sollte man zeigen, wie viel sollte man nur andeuten – das hängt von der Reife eines Künstlers. Für mich ist bei der Kunst oft „weniger ist mehr“. Die implizite Art gibt dem Betrachter mehr Raum zu denken.

Teekannenmeister und seine Kanne

Ich bin ein Anfänger von Yixing Zisha Kunst. Zum Glück bin ich Jie begegnet und kann vieles bei ihm und über ihn über diese grossartige Kunst lernen. Er hat kurz vor dem Jahreswechsel den Künstler Sun Chao, Schüler von Meister Wu Dongyuan, nach Taipei eingeladen. Ich konnte den Künstler persönlich kennenlernen.

In diesem Anlass hatte ich auch Glück das Milieu von Taiwanesische Teekannen – Sammler kennenzulernen. Sie sind fast 100% männlich. Sie wechselten nicht gerne Worte mit einer Frau und blieben lieber unter sich. Eine Ausnahme ist Herr Chen, der vieles mit mir ausgetauscht hat.

Er fragte mich, wie ich Sun Chao finde? Ich fragte ihn zurück, wie ich ihn finden sollte? Er sagte, „zuerst als einen Menschen und dann mit anderen Künstler zu vergleichen. “ Ich sagte, “ Erzählen Sie bitte weiter. Ich höre gerne zu.“ Er holte zwei Stühle und wir sassen vor dem Ausstellungstisch. „Spüren Sie bitte die Innenseite der Teekanne. Diese ist von seinem Meister Wu, Dongyuan und diese ist von ihm aus dem Jahr 2015. und diese Kanne ist von ihm vom letzten Monat.“ Ich legte meine Finger hinein und versuchte seine Worte zu verstehen. Ich bemerkte einen richtigen Unterschied bei den Innenwände der Kanne und Falten. „Merkst Du, dass er Fortschritt macht?“ Ich nickte meinen Kopf. „Haben Sie von ihm etwas gehört, dass er von seinen Fortschritten erzählte?“ Ich schüttelte meinen Kopf.

Ich verstand sofort, was er mir NICHT gesagt hat. „Ich habe eine Teekanne von ihm für mich behalten, die er 2014 gemacht hat.“ Er nickte seinen Kopf. „Ich denke, dass ich noch mehr von ihm erwarten kann. Wie viele Kannen haben Sie von ihm?“ Herr Chen ist zurückhaltend, er zeigte mir paar Fotos. „Die alte Generation ist vorbei und vieles Wissen ist nicht richtig weiter vermittelt. Wir als Kenner, müssen die neue Generation unterstützen. Das ist unsere Aufgabe. Yixing Zisha ist eine grossartige Kunst!“ Ich sah die Funken aus der Zukunft zwischen seinen Augen. Er erzählte mir weiter, „Der Charakter des Künstlers entscheidet seine Werke. Wir müssen vorsichtig sein, welche Künstler für die Zukunft zu unterstützen.“ “ Meinen Sie Ihre Investition?“ Er hat meine Ironie verstanden und lächelte, „Sicher. Ein Künstler mit Zukunft zu riechen bedeutet auch den Erfolg des Sammlers!“

Wir schauten weiter die Teekannen an und ich machte meine Notizen. Herr Chen schaute meine Notizen an und erzählte mir weiter über seine Ahnung und sein Wissen. Ich gab ihm meine Visitenkarte, er nahm sie, gab mir nichts zurück, sagte nur, „Sie wissen, meine Frau ist streng mit mir.“ Ich wusste nicht, ob ich lachen sollte oder?

Als ich gestern mit Jie allein die Teekanne anschaute, fragte ich ihn nach dem Charakter verschiedener Künstlers. Die Kanne von der neuen Künstlerin An (den Beitrag wird demnächst veröffentlicht) hat sehr schön verarbeitete Innenwände, man merkte kaum die Stelle von Henkel und den Ausdruck von Ihrer Statement ist zu stark ( zu voll). Ich fragte ihn, ob sie sich zu viel Gedanke macht? Er nickte seinen Kopf und fragte mich, „Schwesterchen, woher weiss Du es?“ Und diese Kanne ist vor dieser Kanne entstanden?“ Seine Augen leuchteten, „Ja! Ich habe Ihr gesagt, dass sie die Oberfläche zu voll machte und es ist NICHT ästhetisch, wenn der Künstler auf einmal zuviel sagen will.“ Ich sagte, “ Herr Chen hat mir sehr viel vermittelt. Ich muss mich bei ihm bedanken.“ „Ja, es ist mir eine Ehre, dass er unsere Teekanne sammelt. Er hat früher nur Teekannen von meinem Vater erworben. Vor paar Jahren hätte er nie einen Blick auf die neue Generation geworfen!“

„Sun Chao fragte mich, ob seine Kanne Dir gefallen.“ „Ist es wichtig?“

„Sein Meister hat mir gebeten Meinungen zu sammeln. Sun Chao müsse mehr Kritik erhalten damit er Fortschritte machen kann. Sein Meister will dass er mehr Kritik und Tadel bekommt.“

„Oh, das ist sehr Chinesisch, nicht wahr?“

Adventgespräch 2018 in Shui Tang

Am 03.12.2017 fand ein Adventgespräch mit Brigitte Egger in Shui Tang statt. Gesprochen wurde über die Symbolik des Wassers. Die Diskussion war anregend und wir waren fasziniert von der Tiefe des „Wassers“ als Symbol der Menschheit. Somit wollen wir in diesem Jahr mit dem Thema weiter fahren!

Das Gespräch über das Wasser an einem Ort des schönen Wassers! Für mich ist das Wasser die Form einer tonisierenden Energie fürs Leben – sei es geistig oder materialistisch. Jeder Mensch, der seinen inneren Brunnen gefunden hat, sprudelt von Inspiration und Kraft des Lebens! Selbstverständlich in geistiger und materieller Formen!

Ich freue mich auf zahlreiche Erscheinung und Anmeldung ist erforderlich!