Archiv für den Tag 19/05/2006

Shin Cha – der neuste Tee aus Japan

IppodoIppodo

Heute erhalte ich Newsletter von dem renomierten Teeladen Ippodo in Kyoto, Japan. Shin Cha ist da! Frischer Sencha im Jahr 2006 ist auf dem Markt. Für den Teeanbaugebiet Uji ist die Ernte für Frühlingstee erst im Mai. Nun stehen überall Plakate von Shin Cha auf der kyotoer Strasse.

Letztes Jahr war ich mit meiner Schwester, Teefreund Gerhard und seinem Sohn in Kyoto. Es war ein regnerischer Tee. Trotzdem genossen wir die aussergewöhnlichen Gastfreundlichkeit (manchmal eine zu geformte Gastfreundlichkeit), frischen feinen Tee und seine Süssigkeiten. Wir waren in Ippodo. Dort haben wir zuerst Matcha getrunken und Süssigkeit genommen. Gerhard führt ebenfalls einen renomierten Teeladen in der Schweizer Hauptstadt. Er bewunderten die Zeit, die man in einem asiatischen Geschäft für seine Gäste nimmt. Wir sollten einen sehr guten Gyokuro kaufen (ca. 8o€ /100g) und wollte vorher probieren. Die Verkäuferin bittete uns für einen kleinen Geduld. Sie zog eine „Duschhaube“ an und bereitete uns eine Tasse Gyokuro zu. In 5 Minuten bekam jeder von uns eine sensationelle Tasse von einem leuchtenden grünen Gyokuro! Der Laden hat viele Mitarbeiter, alle waren konzentriert auf ihre Arbeit, trotzdem freundlich und aufmerksam, wenn eine neue Kunde in den Laden eintratt! Ganz anders als hier in Deutschland oder in der Schweiz, dass man zuerst warten muss, bis man überhaupt begrüsst und registriert wird. Gerhard fragte mich, wie könnte der Laden sich leisten, so viele Personal zu bezahlen? Das ist wohl das Hauptproblem in Europa. „Menschen sind Kosten auf vier Beine! – Viel zu teuer!“

In früherer japanischen Zeit lagerte man den Tee, der im Mai geschnitten wurde, in Bergen. Im November wurde eine grosse Fest gefeiert, wenn der Tee „frisch“ geöffnet wurde! Tee wurde zuerst gelagert, so dass ihr Charakter stabiler und der Geschmack harmonisch werden könnten. Darum benutzen wir in der Teezeremonei für Usucha und Koicha mit leicht abgekühltem Wasser. Im Winter, wenn der Tee frisch ist (wird erst im Nov. geöffnet) könnte man mit kochendem Wasser aufgiessen. Im Sommer ist der Tee normalerweise alt, giesst man das mit kaltem Wasser gemische Wasser. 

Heute gibt es keine Sehnsucht mehr nach dem neuen Tee! Man könnte rund ums Jahr Long Jing, Gyokuro und Matcha kaufen. Moderne Kühltechnik hilft, das Gier, den Tee für jeder Zeit greifbar zu machen. Shincha ist ein neuer Produkt dieser Zeit. Weil man immer etwas neues braucht, um das reine Begehren zu stilen. Ist der frische Tee in der Gattung Sencha wirklich sensationell? Warum hat man früher den Tee absichtigt gelagert? Ich fragte einmal meine jap. Teelehrerin. Sie sagte mir, dass Sincha eigentlich in dieser Form nicht sein kann. Ganz frischer Tee schmeckt nicht harmonisch und sehr aufdringlich.

Aehnlich bei Tie Guanyin, Buddha Hand und Yan Cha. Diese Oolong Tee muss auch gelagert werden, damit sich ihre Aroma und Geschmack entfalten können.

Viele gute Dinge brauchen Zeit. Nicht alles Neues und Schnelles sind gut. Aber „Zeit ist das geknappste Gut, das wir haben.“ (Ernest Hemingway)

Shin Cha Shin Cha von Ippodo