Archiv für den Tag 02/05/2006

Alishan Hochland Oolong

Taiwan ist eine Einwanderungsinsel. Bevor die Portugiesen diese Insel in der europäischen Geschichte entdeckten, war Taiwan eine Oase von Ureinwohner, Piraten und Abenteurer. Holländer, Spanier und Franzose waren Wanderer auf dieser Insel gewesen und hinterließen entsprechenden interkulturellen Austausch.
Als Kind habe ich mich oft wegen meinen Haaren beschämt, weil sie nie gehorsam und seidig schwarz glänzend liegen, sondern stehend und bräunlich. Meine Oma bezeichnete oft mit ambivalenten Gefühlen meine wilden hässlichen Haare als Barbaren-Haare. Angeblich war einer ihrer Vorfahren Mischlinge der interkulturellen erotischen Begegnung, von der man nicht gerne spricht. Ein rührendes taiwanesisches Lied „Erinnerung am Anping Hafen 安平追想曲“ erzählte diese Begegnungen. Es war ein blondes taiwanesisches Mädchen, das vergeblich auf ihren Vater und Liebenden am Hafen Anping wartete. Sie weinte und sang, dass ihr Vater ein Schiffarzt des holländischen Schiffs war und sie ihn nie kannte…
Später wurde Taiwan Auswanderungsinsel, seit Taiwan aus der Uno austrat und unter der militanten Bedrohung Chinas steht. Die Einwanderer wandern nicht nur ein und aus, sondern auch durch die ganze Insel. Teebauer aus Mingjian 名间zeigen ein bestes Beispiel des Wander-Charakter des taiwaneischen Volkes. Sie suchen Orten, wo man noch wirtschaftlichen Teegarten schaffen kann und waren der Geburtshelfer des Alishan Hochland Oolong!
Seit 1978 baute man im Dorf Shizhuo 石桌Tee. Die Geschichte des Alishan Oolong 阿里山高山茶 ist noch nicht so lang und gehört zum neuen Teeanbaugebiet in Taiwan. Es war angeregt von Verwandten aus Mingjian, erzählte mir der Teebauer. 1350 Meter über den Meeresspiegel. Nicht so hoch wie Lishan, das manifestiert sich auch durch den günstigeren Preis. Alishan liegt südlicher als Lishan und gehört zum subtropischen Anbaugebiet. Hier werden Tee früher geerntet, weil das Klima wärmer ist. Ein Südländer! Der Aufguss dieses Tees schmeckt für mich lebendiger und brillant. Wenn ich es so ausdrücken darf, würde ich behaupten, dass der Lishan eher wie die Schweiz gleicht. Der Hochlandoolong in Lishan ist elegant, sanft und märchenhaft, aber vielleicht für manche Zunge „langweilig“… Aber der Alishan Hochland ist ähnlich wie die Latinos, lebendig, freudig und farbig, aber vielleicht zu „heiß“ für manche Zunge…
In Pinglin wird jede Ernte erneut beurteilt und der Preis wird danach verhandelt. Ein fairer Umgang zwischen Tee und Teekonsumenten. In den neuen Anbaugebieten läuft es anders. Der Hochlangsoolong ist voll im Trend und der Trend verfestigt den Preis. Der Preis hier ist sehr fest und bleibt fest. Der Hochlandsoolong ist ein wertvoller und teuerer Hochlandsoolong, dessen Preis sich nach der Hohe des Meters über den Meeresspiegel richtet, nicht nach dem Wesen des Tees. Als ein Konsument ist man ausgeliefert, wenn man nur an die Hohe des Herkunftsortes zu glauben, als an die wirkliche Qualität des Tees. Denn niemand würde uns erzählen, wann dieser Tee gepflückt wurde – war es ein Regentag? war es vormittags oder mittags? oder war er wirklich Hochlandoolong?
Als ein kleiner Teeliebhaber, der gegen die kapitalistische Entwicklung und Realität nichts unternehmen könnte, ist es einfacher, die Sprache des Tees selbst zu erforschen als an die Werbung einer berühmten „Zunge“ oder an trendige Beschreibungen zu glauben…
Bäume in Alishan
Die Ureinwohner der Bäume in Alishan waren die riesigen Rot-Zypressen!