Archiv für den Tag 18/05/2006

Ist der Tee das, was der Händler angibt?

Goldene Maus

Preisverleihung von „Goldene Maus“ 

 

Gestern habe ich geschrieben, dass jeder Tee seinen typischen Geschmack und Duftnoten hat. Diese Information vom typischen Teegeschmack hilft uns im Labyrinth der Angebote zu Recht zu finden. Heute möchte ich auf das Thema ansprechen, wie können wir die Angabe des Händlers beurteilen.
Die erste Information ist, dass der Händler uns sagen, in welchem Jahrgang und aus welchem Anbaugebiet, dieser Tee stammt. Nennen wir ein Beispiel von Da Yu Ling Hochlandsoolong: Da Yu Ling Oolong aus Lishan, Taiwan, ist der teuerste Hochlandoolong, der meistens nur in halb kugeliger Form produziert wird. Von der Form könnte man auch feststellen, von welchem Anbaugebiet aus Taiwan und von welchem Teebauer – die Form ist individuell geprägt und wie Handschrift. Da Yu Ling wird im Juni und November produziert. Wenn man den Tee im März kauft, ist er ein Tee aus vorherigem Jahrgang. In Taiwan gibt es manchmal Werbungen „1,8 Kg Lishan Hochland für 40 Sfr.!“ Da der Tee am teuersten ist, weiss man dieser Preis ein Betrug ist. Weil die Grundkosten, die den Teegarten (über 2200 M ü. M mit zwei openair Seilbahn angeschlossen) verwaltet und die Herstellungskosten mehr kostet als 40 Sfr. pro 600g! Aus 3 Kilos frischer Blätter könnte man erst 600g Tee herstellen! Man könnte das Schnäppchen jagen, aber bekommt wohl nicht das, was auf der Tüte steht.

Von Herkunftsangabe könnte man einschätzen, wie der Preis etwas liegt, wie der Tee und seine Form sein könnten. Ein billigerer Da Yu Ling kann gut schmecken, aber das heisst nicht, dass er auch ein Da Yu Ling ist. Wenn man genug Wissen und Information vom Anbaugebiet hat, weiss man, ob die Angabe des Händlers stimmt. Es geht nicht um den Geschmack des Tees, sondern um die Ehrlichkeit des Teehändlers. Europäische Teehändler könnten meistens nur an ihrem dortigen Händler verlassen und sind meistens schlecht informiert (oder selbst nicht beurteilen können). Es wäre nun die Zeit, dass Konsumenten ihren Teehändler auffordern, die genaue Angabe zu machen. So könnte man die ganze Sache in die Bewegung setzten, dass der Teehändler in China, Taiwan oder Japan die Notwendigkeit der genauen Angabe ernst nehmen und deklarieren. Das macht man schon lange im Weinhandel, aber im Teehandel….??
Liegt das Problem an dem desinteressierten Teetrinker? Weil wir uns nicht interessieren, von wo genau der Tee herkommt? Oder weil wir so wie so nichts damit anfangen können, was da auf der Tüte steht?

Ich hoffe, durch das Blog etwas in die Bewegung setzen könnte. Je mehr Wissen über den Tee verbreitet wird, desto schwieriger wird es beim Tee-Verkauf zu schummeln. Der Teeliebhaber profitiert am meisten davon.

Zum Schluss möchte ich das Blog

Bandsmagazine.ch

gratulieren, dass das Blog mit Goldene Maus ausgezeichnet wurde!