Gongfu Cha heute

Gestern fanden zwei wunderbare Tee-Konzerte in Zürich zum 10jährigen Shui Tangs Jubiläum statt. Viele Teefreunde kamen nach dem Konzert zu mir dass sie im Konzert wie eine Heilung oder Reinigung erlebten. Manche mussten während des Tees weinen.

Nach 10 Jahren Shui Tang, was ist denn der Gongfu Cha für mich?

Als ich mit 20 nach Europa kam, kam ich mit vielen Projektionen. Ich wollte aufbrechen.  Meine Tradition und meine Erziehung waren wie eine starke Rüstung, die mich unfrei machte. Und Europa verkörperte für mich das glückliche «Andere». 

Jetzt wo ich langsam einen Platz in diesem alten Kontinent gefunden habe, beobachte ich, dass Freiheit für viele ein grosses Problem darstellt. Die Demokratisierung, Freiheit als Grundrecht bringen Verschiebungen in verschiedene Lebensbereiche. Die Verschiebung von Profanem und Heiligem, die Verschiebung von Maskulinen und Femininem, die Verschiebung von dem Privaten und dem Öffentlichen verschieben die Grenze zwischen Innen und Aussen. So sind wir mit der grossen Aufgabe konfrontiert, uns selbst neu zu verorten. Situativ und interaktiv. Diese vielschichtige Aufgabe überfordert viele. 

Ich entdeckte Gongfu Cha als Möglichkeit, aus meiner eigenen Tradition und Kultur heraus diese Aufgabe kreativ zu bewältigen. Aus dieser subtilen introvertierten alten Tradition können wir erneut lernen, einen Rahmen zu gestalten, wo das Ich und das Andere sich respektvoll und verbindend gegenüberstehen. Aber sie muss in Freiheit und Demokratie verankert sein. Die traditionelle Kultur muss mit Modernität erneuert werden, damit sich die heutigen Menschen mit ihr verbinden können. Der moderne Mensch kann aus der Tradition Möglichkeiten schöpfen für sein Leben. Somit verbinden wir die Tradition und die Moderne, den Westen mit dem Osten, und uns und dem Fremden.

且聽風吟 Mit dem Wind lauschen

Künstler Liu, Qingzhong

Duanni Original Yixing Kanne „Mit dem Wind lauschen“ 150ml.

Begegnung mit Bergen

Teekannen Duo

„Begegnung mit Bergen“

Liu, Qingzhong

Duanni Kanne Original Yixing. 60 ml und 100 ml.

Echte Ego Kanne!

Vorbereitung für die Teekonzerte

9 Personen, neun verschiedene Teetische!

Als Begleiter für diesen kreativen Prozess bin ich immer berührt wenn jeder weitere Schritt sichtbar wird. Das ist ein Prozess, den inneren Garten ganz konkret im Außen zum Ausdruck zu bringen. Es ist die Sprache jedes Gastgebers über sein Gedanke zu dem Konzert. Manche wollen die Gäste mit auf einen Ausflug zum mitnehmen unter den flanierenden Wolken einen Tee zu trinken. Mancher möchte seine Gäste auf eine Blumenwiese neben dem Gartenzaun einzuladen. Mancher möchte in seine Gäste in seiner Bibliothek mitnehmen, den Tee wie ein Buch zu lesen…

Keiner macht meinen Tee, jeder kreiert seinen. Diese Vielfalt und Kreativität spiegelt dem Reichtum der Seelen wider und geben mir viel Kraft und Hoffnung für den weiteren Teeweg!

Klare Quelle fliesst ununterbrochen, grüne Bäume verwelken nicht

清流無間斷,碧樹不曾凋。

Klare Quelle fliesst ununterbrochen, während grüne Bäume nicht verwelken.

Das ist ein im Sommer oft aufgehängte Schriftrolle im Teeraum oder Lesezimmer der alten China oder Japan. Das ist auch ein Zenspruch. Dieser Spruch ist in Form von einem Gedicht, geschrieben von einem Zenmönch im 12 Jahrhundert in Song Dynastie in China. Sehr beliebt und populär in Japan.

Für Zen praktizierende ist alles im Leben ein Praxis des Zens. Nicht nur in Zazen (Sitzen), sondern auch in Arbeiten, Essen und Gehen – in allen Lebensbereichen. Zenmeister Yuanwu Keqin in Song Dynastie verstand den gleichen Geschmack von beiden Lebenswege und sprach den einflussreichen Spruch, “ Tee und Zen haben den gleichen Geschmack- Chan Cha Yi Wei“. Und seine Kalligraphie wurde von Zen Schüler Eisai nach Japan mitgenommen und Eisai wurde der Vermittler des Tees zwischen Japan und China. Warum haben die beiden spirituellen Wege etwas Gemeinsames? Vielleicht liegt es daran, dass Menschen Tee oder Zen praktizieren und trinken, sich auf den Geschmack konzentrieren, anstatt auf die Gedanke des Anderen. Es handelt sich um das Moment des Seins, anstatt um gestern oder morgen.

Dieses Zen-Gedicht vermitteln uns im Sommer ein Hauch von Fluss des Seins und die Unabhängigkeit von äusserlichen Umstände, wie zum Beispiel Hitze oder Kälte. Es wird gerne im Sommer im Teeraum aufgehängt, um das hitzige Gemüt ein Refugium zu schenken.

Heute habe ich das Gedicht in meinem Raum gebraucht!

Besuch von Meister Chen, Huan-Tang 2019

Sehr wahrscheinlich wird es seine letzte Europa Reise sein, sagte er im Telefon. Mein Lehrer Chen, Huan-Tang reist im Oktober nach Zürich.

Am 20.10. wird ein Teeseminar mit Meister Chen geben, ein Glück für alle Teefreunde und Oolongliebhaber. Das Thema ist noch in Besprechung.

Für Menschen, die nicht mit nach Taiwan fahren, wäre es eine richtige Gelegenheit ihn zu begegnen und von ihm persönlich Tee zu lernen!

Hier möchte ich einfach das Datum ankündigen, damit Teefreunde den Tag reservieren können! Das Seminar wird von 13-18 Uhr sein. Mit einer Mittagspause.

Ich freue mich auf Euer Kommen!

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Kobe Rindfleisch in 18. Jahrhundert

Kobe Rindfleisch ist heute weltberühmt. Aber seit wann isst man Rindfleisch in Japan? Seit Meiji Zeit.

Und vorher? Zum beispiel wenn die Holländer im 18. Jahrhunder, als sie noch in Deshima (eine künstliche Insel in der Buch von Nagasaki) in der Edo-Zeit (17. und 18. Jahrhundert) lebten? Alle Fremde, ausser Chinesen mussten damals auf dieser kleinen Insel aufhalten. Die Japaner duften auch nur in bedingter Uhrzeit dort aufhalten und alles wurde protokolliert.

Die Holländer, die damals auf der Insel eingeschränkt lebten, mussten selbst ihr eigenes Fleisch besorgen. Docter Carl Peter hunberg (1743-1828) notierte in seinem Reisetagebuch wie sie jedes Jahr aus Indonesien die Viehen nach Deshima transportieren, und dort halten. Alles, zum beispiel die lebendigen Kälber, Oschsen, Schweine, Schaffe und Zieger etc müssen sie selbst importieren, in Deshima selbst halten und schlachten. Die Tiere wurden teilweise auf Deshima geschlachtet und verzehrt, teilweise auf der Reise nach Europa gebraucht und verschifft.

Diese Malerei beschreibt uns wie die Wohnanlage der Holländer auf Deshima war und gleichzeitig wie paar Leute gerade ein Rind zogen, um das Tier zu schlachten. Neben dem „Haus für Rinder“, war das „Schweine-Haus“ (Stahl eigentlich. Aber auf dem Bild ist es mit dem Wort „Haus“ aufgezeichnet) nebenan.