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Klare Quelle fliesst ununterbrochen, grüne Bäume verwelken nicht

清流無間斷,碧樹不曾凋。

Klare Quelle fliesst ununterbrochen, während grüne Bäume nicht verwelken.

Das ist ein im Sommer oft aufgehängte Schriftrolle im Teeraum oder Lesezimmer der alten China oder Japan. Das ist auch ein Zenspruch. Dieser Spruch ist in Form von einem Gedicht, geschrieben von einem Zenmönch im 12 Jahrhundert in Song Dynastie in China. Sehr beliebt und populär in Japan.

Für Zen praktizierende ist alles im Leben ein Praxis des Zens. Nicht nur in Zazen (Sitzen), sondern auch in Arbeiten, Essen und Gehen – in allen Lebensbereichen. Zenmeister Yuanwu Keqin in Song Dynastie verstand den gleichen Geschmack von beiden Lebenswege und sprach den einflussreichen Spruch, “ Tee und Zen haben den gleichen Geschmack- Chan Cha Yi Wei“. Und seine Kalligraphie wurde von Zen Schüler Eisai nach Japan mitgenommen und Eisai wurde der Vermittler des Tees zwischen Japan und China. Warum haben die beiden spirituellen Wege etwas Gemeinsames? Vielleicht liegt es daran, dass Menschen Tee oder Zen praktizieren und trinken, sich auf den Geschmack konzentrieren, anstatt auf die Gedanke des Anderen. Es handelt sich um das Moment des Seins, anstatt um gestern oder morgen.

Dieses Zen-Gedicht vermitteln uns im Sommer ein Hauch von Fluss des Seins und die Unabhängigkeit von äusserlichen Umstände, wie zum Beispiel Hitze oder Kälte. Es wird gerne im Sommer im Teeraum aufgehängt, um das hitzige Gemüt ein Refugium zu schenken.

Heute habe ich das Gedicht in meinem Raum gebraucht!