Archiv der Kategorie: Teatoys – Teekeramik

Das Herz wie das stille Wasser

「人莫鑒於流水,而鑒於止水, 唯止能止眾止」。——《莊子》

Zhuangzi sagte, “ Das bewegende Wasser kann uns nicht spiegeln. Aber das stille Wasser in einem Gefäss kann uns vollständig widerspiegeln. Nur wenn unser Herz so still sein kann, können wir die Unruhe im Aussenwelt zur Stille verändern.“

Wenn ich diese Schale in der Hand nehme, spüre ich die Ruhe und Zufriedenheit. Mein Herz wird breit und warm.

Ich möchte dieses Gefühl in meinem Körper speichern, damit es verinnerlicht werden kann. Die Schale ist ein Auslöser. In meinem Herzen wohnt bereits innen die Stille. So konnte ich sie sofort sehen und lieben.

Wenn ich das Gefühl von Zufriedenheit und Ruhe behalte, fühle ich mich wie ein Vogel. Es ist wie ein Zustand von Traum.

Als ich diese Schale sah, dachte ich sehr nah an meinen Traum zu sein!

Wenn ich so frei wie ein Vogel bin, dann möchte ich einen Baum am Strand suchen. In der Nacht die Meeresbrandung zu hören, um mit dem Rhythmus des Kosmos einzuschlafen.

Oder an einem schneienden Tag, den Schnee rieselnd zuhören.

Hörst Du wie Schnee rieselt?

Wenn mein Herz wie das stille Wasser, schneit es in meiner Schale. Ich höre den Tee zu. Der Tee widerspiegelt meiner Seele, die wieder zum sprechen kommt!

Notizen zur Begegnung von Hagi Keramik.

Ich rieche den Duft einer Blüte

Es gibt Dinge, die wir sofort verstehen und als richtig gewertet werden können.

Manche Dinge können nicht sofort verstanden werden und brauchen Zeit, wenn wir lernen mit Herzen zu verstehen. Solche Dinge können am Ende als falsch bewertet werden, sind aber ein Teil unseres Lebend geworden. Ist es noch wichtig sie zu werten?

Tag für Tag, Zeit zu Zeit. Wir bewegen uns näher zu den, was wir nicht verstanden. Unserem Leben bereichern wir durch die Schattierung unseres Handelns.

Manche Dinge sehen wir nur mit Herzen gut. Zum Beispiel eine Schale aus Hagi oder eine Kanne aus Yixing!

Langsam und unauffällig steigen der Duft des Tees, wie eine Blüte in der Dunkelheit. Der Duft von Blumen und der Zulauf von betriebsamen Straßen trennen sich in einer Schale Tee.

Ich wünsche, ich kann diesen Duft für immer in mir bewahren.

Zini Kanne „Na Xiang“ (Duft bewahren) von An, Demin. Ca. 300 ml. Künstler Kanne.

Die Spuren des Unsichtbaren sehen?

Fortsetzung zu vorherigen Beitrag.

Dinge aus der Vergangenheit sind selten bewahrt. Die Seltenheit verspricht seiner Exklusivität.

Das Rare enthält oft Charakter und erzählt Geschichte. Selten hören moderne Menschen die Sprache aus der anderen Zeit zu. Das Rare aus der Vergangenheit liegt dann oft im Verborgenen und bleibt unsichtbar.

Das Rare und fast Unsichtbare in einer Kanne zu offenbaren ist Hier bei Frau An ein Versuch eines Teekannemeister- Anfänger. Nur für die Teeliebhaber die Augen für das Unsichtbare haben!

Viele Dinge können wir nur mit Herzen sehen – das wusste schon der kleine Prinz!

„Cang Gu“ Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen

Fortsetzung von dem vorherigen Beitrag.

Die beiden Duanni Kanne sind aus Meisterin An, Demin. Sie tragen den Name „Die Spuren der Vergangenheit im Verborgen“. Eine junge Künstlerin, die sehr viel Arbeit und Energie investiert, um die unsichtbare Innenwände fast makellos zu bearbeiten. Nur weil sie sich dafür verantwortlich fühlt für das Werk!

In dem nächsten Bild sehen wir den Ausdruck von der Kanne stärker und größer ist. Für mich wurde es klar, dass diese Kanne vor der anderen entstanden ist. Weil ihr Gedanke von „offenen Spuren und im Verbirgenen“ noch nicht gereift ist.

Wie viel sollte man zeigen, wie viel sollte man nur andeuten – das hängt von der Reife eines Künstlers. Für mich ist bei der Kunst oft „weniger ist mehr“. Die implizite Art gibt dem Betrachter mehr Raum zu denken.

Teekannenmeister und seine Kanne

Ich bin ein Anfänger von Yixing Zisha Kunst. Zum Glück bin ich Jie begegnet und kann vieles bei ihm und über ihn über diese grossartige Kunst lernen. Er hat kurz vor dem Jahreswechsel den Künstler Sun Chao, Schüler von Meister Wu Dongyuan, nach Taipei eingeladen. Ich konnte den Künstler persönlich kennenlernen.

In diesem Anlass hatte ich auch Glück das Milieu von Taiwanesische Teekannen – Sammler kennenzulernen. Sie sind fast 100% männlich. Sie wechselten nicht gerne Worte mit einer Frau und blieben lieber unter sich. Eine Ausnahme ist Herr Chen, der vieles mit mir ausgetauscht hat.

Er fragte mich, wie ich Sun Chao finde? Ich fragte ihn zurück, wie ich ihn finden sollte? Er sagte, „zuerst als einen Menschen und dann mit anderen Künstler zu vergleichen. “ Ich sagte, “ Erzählen Sie bitte weiter. Ich höre gerne zu.“ Er holte zwei Stühle und wir sassen vor dem Ausstellungstisch. „Spüren Sie bitte die Innenseite der Teekanne. Diese ist von seinem Meister Wu, Dongyuan und diese ist von ihm aus dem Jahr 2015. und diese Kanne ist von ihm vom letzten Monat.“ Ich legte meine Finger hinein und versuchte seine Worte zu verstehen. Ich bemerkte einen richtigen Unterschied bei den Innenwände der Kanne und Falten. „Merkst Du, dass er Fortschritt macht?“ Ich nickte meinen Kopf. „Haben Sie von ihm etwas gehört, dass er von seinen Fortschritten erzählte?“ Ich schüttelte meinen Kopf.

Ich verstand sofort, was er mir NICHT gesagt hat. „Ich habe eine Teekanne von ihm für mich behalten, die er 2014 gemacht hat.“ Er nickte seinen Kopf. „Ich denke, dass ich noch mehr von ihm erwarten kann. Wie viele Kannen haben Sie von ihm?“ Herr Chen ist zurückhaltend, er zeigte mir paar Fotos. „Die alte Generation ist vorbei und vieles Wissen ist nicht richtig weiter vermittelt. Wir als Kenner, müssen die neue Generation unterstützen. Das ist unsere Aufgabe. Yixing Zisha ist eine grossartige Kunst!“ Ich sah die Funken aus der Zukunft zwischen seinen Augen. Er erzählte mir weiter, „Der Charakter des Künstlers entscheidet seine Werke. Wir müssen vorsichtig sein, welche Künstler für die Zukunft zu unterstützen.“ “ Meinen Sie Ihre Investition?“ Er hat meine Ironie verstanden und lächelte, „Sicher. Ein Künstler mit Zukunft zu riechen bedeutet auch den Erfolg des Sammlers!“

Wir schauten weiter die Teekannen an und ich machte meine Notizen. Herr Chen schaute meine Notizen an und erzählte mir weiter über seine Ahnung und sein Wissen. Ich gab ihm meine Visitenkarte, er nahm sie, gab mir nichts zurück, sagte nur, „Sie wissen, meine Frau ist streng mit mir.“ Ich wusste nicht, ob ich lachen sollte oder?

Als ich gestern mit Jie allein die Teekanne anschaute, fragte ich ihn nach dem Charakter verschiedener Künstlers. Die Kanne von der neuen Künstlerin An (den Beitrag wird demnächst veröffentlicht) hat sehr schön verarbeitete Innenwände, man merkte kaum die Stelle von Henkel und den Ausdruck von Ihrer Statement ist zu stark ( zu voll). Ich fragte ihn, ob sie sich zu viel Gedanke macht? Er nickte seinen Kopf und fragte mich, „Schwesterchen, woher weiss Du es?“ Und diese Kanne ist vor dieser Kanne entstanden?“ Seine Augen leuchteten, „Ja! Ich habe Ihr gesagt, dass sie die Oberfläche zu voll machte und es ist NICHT ästhetisch, wenn der Künstler auf einmal zuviel sagen will.“ Ich sagte, “ Herr Chen hat mir sehr viel vermittelt. Ich muss mich bei ihm bedanken.“ „Ja, es ist mir eine Ehre, dass er unsere Teekanne sammelt. Er hat früher nur Teekannen von meinem Vater erworben. Vor paar Jahren hätte er nie einen Blick auf die neue Generation geworfen!“

„Sun Chao fragte mich, ob seine Kanne Dir gefallen.“ „Ist es wichtig?“

„Sein Meister hat mir gebeten Meinungen zu sammeln. Sun Chao müsse mehr Kritik erhalten damit er Fortschritte machen kann. Sein Meister will dass er mehr Kritik und Tadel bekommt.“

„Oh, das ist sehr Chinesisch, nicht wahr?“

Der Klang von dem ersten Schnee

Der erste Schnee kam am Sonntag in Einsiedeln. Als ob alles bedeckt und klanglos wurde. Langsam und deutlich fielen Flocken in die Hände. Klanglos froren Sie dort ein , wo sie gefallen sind.

Zurückgekehrt. Immer noch müde und vielleicht ein bisschen Ablehnung von der Struktur, der ich unterordnen muss. Jiri kam zu Besuch und was wäre das Richtige fürs Moment? 8892 Pu Er Gushu von Wang, Manyuan! Ein Hauch Erde und Laub von tiefen Wald. Er spendet Trost und Wärme. Mit der schönen frischen Duanni Kanne von Yu, Jiaojiang zeigte uns der 8892 sein einmaliges Gesicht! Noch nie habe ich diesen 8892 in dieser reinen eleganten Aufguss erlebt! Nicht schwer, nicht zu erdig. Der klare rötliche Ausguss war beflügelt und streichelte unsere Herzen so klangvoll wie der erste Schnee in Einsiedeln!

René und seine Freunde aus Berlin hatten gute Antenne und rochen den klangvollen 8892! Später kam Nico. Wir diskutierten über die Symbolik von Ameisen und Kürbis auf der Kanne und in der chinesischen Ästhetik. Ich erzählte von der Anregung durch Jean-Sebastien in Einsiedeln über den Begriff “ Wort (siehe Prolog von Johannes Evangelium) “ und „Logos“ im Vergleich mit dem Begriff „Wort“ in dem Orakel Schriften der alten China.

Jiri sagte, er würde beim Schneien den sanften schmeichelnden wilden Qimen aus Huangshan trinken. Ich nickte meinen Kopf. Jedenfalls sollte ein Tee sein, der mich beim Zuhören von Schnee nicht stört. Jedenfalls sollte ein Tee sein, der mich beim Schneerieseln begleitet. Jedenfalls sollte ein Tee sein, der Schneeflocken in meinen Händen zu erklingen bringt.

Yu Yongchul aus Icheon

Yu Yongchul aus Icheon hat immer wieder für Shui Tang Keramik produziert.

Weil er kein Englisch spricht, gab es oft Missverständnis. Asiaten versenden gerne mit EMS und das Porto ist teuer als eine Schale. Einmal verstand wir nicht richtig und ich schickte zu wenig Geld. Trotzdem bekam ich eine zusätzliche Schale in der Sendung und einen Brief:

Für Sie habe ich eine Schale mitgeschickt weil es ermöglicht, meine Schale nach Zürich zu erreichen. Sie sind ein Brückenbauer – auch wenn das Porto zu wenig gerechnet war.

Ich war sehr beeindruckt. Aber wir haben immer wieder Missverständnis wegen Geld! Irgendwie geht es trotzdem!

Seine Schale brennt er hauptsächlich im Holzofen und mit sehr traditionellem Muster ausgedrückt. Die meisten Zürcher mögen sie nicht. Es sind immer die Anderen, die diese Schale kaufen. Und meistens auf einmal verschwinden sie und mehrere Schale von einer Person erworben. Seine Schale sprechen speziellen Menschen an. Ich kann es auch noch nicht ganz verstehen!

Wenn man nach Taiwan geht, sollte man das Palast Museum in Jiayi besuchen. Dort findet vielleicht noch eine Ausstellung über koreanische Celadon und japanisch Imari Porzellan statt. Wenn nicht, dann muss man nach Osaka fliegen und das Museum in Osaka besuchen. Als ich vor paar Jahren dort war, war ich wie geheilt nach der Betrachtung von koreanischen Celadon – zufrieden und ruhig. Als ich dann bei dem Imari war, bekam ich Schwindel und Kopfschmerzen.

Koreanische Keramik ist wunderschön- man kann in Rietberg Meiyitang Ausstellung ein bisschen schnuppern. Dort gibt es etwa Ähnliches aus Nordchina von Dynastie Liao oder Yuan.

Meister Yu ist heute in Paris mit Brigitte von Macron.

Wir bekommen demnächst wieder schöne Werke von Meister Yu Yonchul!

Bis die Blumen verwelken

Fortsetzung zu Pflaumen-Kult in der chinesischen Aesthetik.

Jedes taiwanesisches Kind meiner Generation wurde gelehrt, dass Pflaumenblüten die nationalen Blumen sind. Diese besondere Blumen blühen immer breiter, wenn es immer kälter wird – so wie das Schicksal der Republik von China.

Seit langen Zeit weiß ich mich nicht mit der Nation zu identifizieren. Die Nation, eine imaginäre Gemeinschaft! Eine Projektion. Was hat diese mit den Blumen zu tun?

Was hat eine Blume mit einer Nation zu tun?

Wie fühlt man sich so lang warten zu wollen, bis die Blumen verwelken?

Leutnant Anazawa geboren im Jahr 1922 und wurde am 16.03.1945 zu der berühmten Sondereinheit Tokubestsu Kogekitai rekrutiert. Er schrieb an jenem Abend in seinem Tagebuch, dass die Pflaumenblüten ihn auf dem Weg zu einem wahrhaftigen Mann begleiteten.

Als sein Flugzeug am 12.04.1945 abflog, winkten viele junge Schüler und Schülerinnen zu ihm auf dem Land mit vielen vielen Kirschblüten-Zweigen. Er winkte ebenfalls einen Kirschblüten-Zweigen in seiner Hand.

Aus seinem zurückgebliebenen Tagebuch wussten Menschen später, dass er in den letzten Tagen seines Lebens nur an die Liebe zu seiner Geliebten dachte. Chieko wollte mit ihm die letzte Nacht als seine Ehefrau verbringen, so reiste sie von Ort zu Ort, wo sie dachte, dass Anazawa dort sein konnte. Es geschah nichts. Sie fand ihn nicht. So schrieb er in seinem Tagebuch, „Liebe Chieko, die Kirschblüten fallen bereits und verwelken am Ecke – so wie mein Leben… Du muss glücklich sein, weil Du wahrhaft geliebt bist. Der Wünsch, Dich glücklich zu sehen, ist das wertvollste für mich. Das ist meine Zukunft.“ Zehn Tage vor seinem Tod schrieb er, dass die verwelkte Blüte seinem Schicksal glich. Er spürte seinen Freude für den Tod.

Chieko musste wohl so lang auf ihn warten, bis die Blumen verwelkten. Niemand konnte sie trösten, wenn sie schlaflos war. Niemand konnte sie verstehen, wenn sie immer noch wartete. Niemand.

Solche Geschichte lass Ohnuki Emiko, als sie zuerst nur für das Kultur Phänomen Hanami Japans beschreiben und forschen wollte und später immer bewusst wurde, was Hanami als Kulturphänomen und Kirschblüte als Kultursymbol in der politischen Erziehung verfremdet werden. Die blumigen Sätze des Idealismus von den jungen Märtyrer während dem zweiten Weltkriegs brachte sie zum Nachdenken und wollte der Welt den Mechanismen zeigen, wie Kirschblüte zum Symbol einer Nation und einem totalitären Regime wurden. In nächsten Beitrag möchte ich tiefer auf die Verschiebung, wie Pflaumen als Kultursymbol in Japan von Kirschblüten systematisch ersetzt wurde, eingehen.

Die Person, die auf Liebe wartet, spürt einen Bruch im Herzen. Eine Blüte blüht mutig im Winde, weil sie nicht gegen ihr Schicksal ist. Eine Blüte verwelkt IMMER. Nur wenn das Bruchstück wieder auffindbar ist, blüht das Herz wieder auf. Aber wer würde heute noch so lieben wollen, wie eine Blüte im Winde.