Huang Jin Gui 黃金桂

Anxi Anxi, Fujian.

 

Dieser traditionelle Oolong wurde zum ersten Mal erwähnt in der späten Qing-Dynastie (in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts). Es wurde erzählte, dass dieser Teebaum von einer Teebäuerin Huang / in anderer Eraehlung Namens Wei entdeckt und kultiviert wurde. Teebäuerin Huang entdeckte diese wilde Teebaumsorte und fand seinen unverwechselbaren Duft faszinierend und pflanzte ihn in ihrem Garten. Dieser Baum nennt man Huang Jin Gui – ich nenne ihn „Goldener Oolong“.

Der goldene Oolong ist ein goldener Oolong, weil er einen goldenen Aufguss hat. Er genießt seinen Ruhm in der Oolong-Welt wegen drei speziellen Eigenschaften 二奇一早: außergewöhnlicher Duft, früh keimende Natur (er kommt früher auf dem Tee-Markt im Frühling als andere Oolong) und schöne Form. Teataster Wang in Hongkong beschrieb die Form von Huang Jin Gui, dass dieser Oolong eine Form von feiner gelben langer Streifen hat. Den Huang Jin Gui, den ich sehen, hat heute meistens Kugelform…

Den Goldener Oolong, der ich aufgegossen habe, ist nicht aus Luoyan 羅岩 / Anxi 安溪, sondern aus Nantou 南投/ Taiwan – dies kann man bei der kugeligen Blattform bereits ahnen. Dieser Tee wurde von Insekten befallen und bekommt entsprechend interessantem Aroma. Teebauer Chen erzählte mir, dass er die Teebäume befallen lässt – wie in früheren Zeit. Eigentlich war das Befallen von Insekten ein Alptraum des Teebauers. Später wurde dieser Alptraum ein Kunstwerk – die Entstehungsgeschichte von Oriental Beauty. Viele Teebauer in Taiwan lassen ihre Teebäume zunehmend befallen, weil die Erfolgsgeschichte des Oriental Beauty überzeugend wirkt. Die Teeblätter von „Insekten-Bisse“ haben eine interessante Duftnote, die künstlich nicht zu erzeugen ist.

Der Aufguss von „goldenem Oolong“ ist in goldener Farbe. Die Duftnote erinnert mich an den blühenden Osmanthus-Wald 桂花香 und verändert sich nach paar Sekunden zu fruchtiger Nuance! Der Geschmack ist aromatisch und typisch – Oolong!

7 Gedanken zu „Huang Jin Gui 黃金桂

  1. Suzanne

    Was für eine schöne Beschreibung! Leider habe ich so einen Tee noch nie getrunken, aber ich fange an, ihn mir vorstellen zu können… eines Tages will ich ihn aber unbedingt „in echt“ probieren.

    Im Moment trinke ich oft den Phönix Dancong. Ein himmlischer Tee! Und den Hochland Alishan… das sind im Moment meine „Lieblinge“.

    Dann warte ich noch auf meine kleine Teekanne, die zur Zeit repariert wird. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis…

    Was ich noch gern wüsste: was genau ist denn Osmanthus? Du hast schon mal davon geschrieben. Gibt es das in Europa? Könnte es sein, dass dieser Duft ein wenig an Flieder erinnert? Oder liege ich da ganz daneben?

    Viele liebe Grüße, und eine gute Nacht!

    Suzanne

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  2. stefan

    Es gibt ca. mehr als 25 Osmanthus-Arten die
    zur Fsamilie der Ölbaumgewächse gehören.
    Osmanthus Blüten riechen süsslich bis leicht fruchtig und können wie Jasmin Blüten dazu verwendet werden z.B. Tee natürlich zu aromatisieren. Sie werden (wie Jasmin) auch in der Aromatherapie eingesetzt und wirken ebenfalls leicht anti-depressiv.

    ps. @Hochland Alishan, ich dachte schon du magst „grüne“ Oolongs nicht so gerne 🙂

    viele Grüsse aus DD

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  3. Suzanne

    Lieber Stefan,

    vielen Dank für die Info zum Osmanthus! Ölbaumgewächse – also verwandt mit der Olive? Witzig.

    Tja, Du hast den Hochland Alishan von Menglin noch nicht probiert… der ist gar nicht grün! Oder vielmehr – nicht grasig, gemüseartig. Eher fruchtig! Sehr schwer zu beschreiben.

    Ich probiere gleich nachher nochmal – und berichte. Ein bisschen was habe ich noch von der Probe.

    Viele liebe Grüße! Suzanne

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  4. Suzanne

    So. Jetzt habe ich mir den Alishan Hochland noch mal ganz genau vorgenommen.

    Es stimmt: die Blätter sind im Aufguß gut grün – nicht so dunkel wie bei Tie Guan Yin oder Buddha Hand. Manche sind sogar hellgrün!

    Aber dennoch hat der Alishan für mich nichts von einem „grünen Oolong“. Erstens: er riecht schon, wenn man ihn in den vorgewärmten Gaibei legt, ganz fruchtig, wie kandiertes Obst. Ein ganz bisschen karamelisiert. Und gar nicht nach Heu oder Gemüse.

    Der erste Aufguß schmeckt sehr leicht, und irgendwie sehr „rein“; er hat einen ganz eigenen Geschmack, der aber auch nichts grasiges hat. Fruchtig, aber nicht süß – wie Quellwasser, aber nicht fade. Ganz unbeschreiblich. Manchmal kann ich eine Note entdecken, die mich ein ganz klein wenig an den Phönix Dancong erinnert. Aber es ist nur ein Nachgeschmack, nicht unbedingt der vordergründige Geschmack.

    Der zweite Aufguss ist viel stärker. Und auch etwas „grüner“! Aber immer noch kein Gedanke an Gras oder Heu. Vielmehr etwas mehr karamelisierte Frucht. Die Farbe des Aufgusses ist auch deutlich grüner als bei anderem Oolong.

    Jetzt könnte ich noch ewig über diesen himmlischen Tee schreiben, aber ich hör mal auf! Trinkt ihn am besten selbst… – er ist einfach wunderbar.

    Viele herzliche Grüße nach Dresden und Konstanz, und noch einen schönen Abend!

    Suzanne

    Suzanne

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  5. Meng-Lin

    Liebe Suzanne, „grün“ oder nicht. Oolong ist Oolong. Man kann verschiedene Konzepte bilden, um das Leben schwer zu machen.
    Oolong muss einfach nach Oolong schmecken, nicht wahr?
    Ich kritisiere über die „vergrünte“ Trend des Teemarktes, der viele traditionreiche Teesorte verdrängt.

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  6. Suzanne

    Ja, genau. Den „vergrünten“ Trend mag ich gar nicht mehr, seit ich die guten anderen Tees kenne…

    Es ist sehr schade, dass nur wenige in den Genuss des ursprünglichen Oolongs kommen, weil der Trend alles andere überdeckt.

    Ich bin froh, dass ich den traditionellen Oolong kennenlernen konnte!

    Der Alishan ist übrigens einfach wunderbar.

    Viele liebe Grüße!

    Suzanne

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  7. Pingback: Duft von Efeus | Tee erleben – Teeblog

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