Archiv für den Tag 22/08/2006

Lapsang Souchong 正山小种

Neulich habe ich gelesen, dass der Name Lapsang Souchong tibetisch sei.

„Lap“ bedeutet in Tibtisch „Hand“. „Sang“ bedeutet „Vollkommenheit“. „Sou“ beduetet „Herstellung“. „Chong“ ist „vollenden“. Kurz zusammengefasst bedeutet dieser Name in Tibet: „aus Hände in der Vollkommenheit hergestellt“.

Wie ist dieser seltene rarer roter Tee aus Wuyi-Gerbirge nach Tibet gebracht? Durch die Pferde und Esel-Karawanen über Schluchten und Gipfel… Die Phantasie hilft der geographischen Lücke zu schliessen.

Heute habe ich erfahren, dass dieser Tee im originalen Anbauort Tongmu Guan auf zweier Art hergestellt wird: für Binnenmarkt in China – ein roter Tee, der nach fruchtigem Longgan-Frucht 桂圆味 schmeckt; für Ausland – ein westlicher Stil… leicht rauchig und keine Spuren von fruchtigem Longgan Geschmack.

Schade für wen? Warum glauben die Hersteller in China, dass Ausländer einen anderen Lapsang Souchong haben wollen? Warum glauben sie, dass Geschmack kulturell begrenzt ist? Ich erinnere mich an die Shop-Soy unf Süss-Sauer-Gerichte in China Restaurant… Verstehen Ausländer wirklich den „chinesischen“ Tee nicht? Schade für China, das Land des Tees, das glaubt, dass man sich an dem Geschmack des vermeintlichen „Westen“ anpassen muss. Schade für chinesische Teemaker, die so wenig Selbstvertrauen hätten, in ihre eigene Tradition!

Schade für allen Teeliebhaber, die gerne einen Schluck des originalen Lapsang Souchong erleben möchten.

Phönix Dancong 2006

Ich war sehr enttäuscht, als ich erfuhr, dass der Phönix Dancong 2005 ausverkauft wurde und Ernte 2006 noch nicht zufriedene Auswahl getroffen wurde. Teataster Chen sagte mir, „Rarität ist eben Rariät!“ Es sollte mir doch klar sein, dass Tee eben kein Industrieprodukt ist! Jedes Jahr ist anders! Darum RARITÄT!

Heute erhalte ich eine kleine Probepakte von ihm. Er hat doch welche gefunden, was ihm zufrieden stellt.

Antje, Martin und ich sassen im Garten und genossen zusammen den frischen Ernte von Phönix Dancong 2006!

Ein wunderbarer Tee. Er ist frischer fruchtiger als der von 2006. Lichee Geschmack war sehr deutlich und verführt uns zur exotischen Welt! Duft des Lichees, Geschmack des Honigs und eine frische Brise wehen in unser Herz und Körper. Sind wir noch in Zürich? Oder sind wir schon in Asien?

Trotzdem sagte Martin, „Nein, dieser Tee passt nicht zum Schogi Kuchen.“ Ja. Er hat vollkommen Recht. Ein charakterstarker Matcha oder ein würziger herber Nanyue Maofeng könnten den Geschmack des Schogi-Kuchen ebenbürdig sein, aber nicht so ein farbreicher, blumiger und Fruchtiger Phönix aus Phönix Berg Chaoan…