Archiv für den Tag 17/08/2006

Degustation von Jade Oolong (Cui Yu Wulong)

Degustation von Jade Oolong (Cui Yu Wulong)

Stefan hat mir zwei interessante Jadeoolongs aus China mitgeschickt.

China: Fujian und Hubei. Beide werden als Jade Oolong deklariert.

Ich war sehr neugierig und habe gleich mit dem Jadeoolong aus Nantou zusammen degustiert. (Foto: von links nach rechts Nantou, Hubei, Fujian)

2g Tee, 150ml wasser fast 100 grad, 3 Minuten ziehen lassen

Aufguss:

Nantou: klar, hell

Hubei: klar, organgefarbig

Fujian: klar, leicht dunkler als der aus Nantou

Blatt trocken: die Oolongs aus China haben viele Stange und lose holzende Teile. Ich nehme an, dass ein Prozess „Jian Zhi“ – Aussoertierung gespart wird. Streng gesagt, ist der Herstellungsprozess noch nicht ganz abgeschlossen. Selbst in Taiwan werden oft dieser letzten Schritt gespart.

Der Duft und Geschmack: die beiden Oolongs aus China schmecken meiner Meinung nach nicht nach „Jade Oolong“, der frisch, blumig, lieblich aber eine eigene Note – leicht nach Pfefferminz schmeckt. Der Oolong aus Fujian hat mir jedoch gut gefallen. Er hat eine schöne blumige Note, die mich an Orchideen erinnert. Leicht fruchtige Longgan-Note ist es in ihm ebenfalls zu finden. Wenn man ihn nicht als einen Jade-oolong bezeichnen würde, wäre er ein interessanter Oolong mit seinem eigenen Name. Ich nehme an, dass er ein Guanyin Teebaum ist. Ein charaktervoller Oolong. Dagegen ist der Oolong aus Hubei nicht auffallend.

Die drei Oolongs duften selbst wenn die Blätter kalt wurden.

Ich denke, dass es viele bekannte interessante Oolongsorten in Fujian gibt. Wenn Teebauer in Fujian sich bemühen, ihre vorhandene geschichtsreiche Oolongs richtig und „einfach“ nach ihrer Tradition zu produzieren, könnte ihr Tee welt berühmt bleiben! Wozu stellen Teebauer in Fujian einen modischen Oolong wie „Jadeoolong“ her, der erst 20 Jahre Geschichte hat? Aber ein richtiger einfach guter Tie Guanyin, ein richtig guter Huang Jin Gui oder Buddha Hand aus originaler Herkunft Fujian zu finden ist es schwerer als auf den Mond zu laden!!

Ich bin trotzdem sehr berührt von Stefan und seinem Kollege in fernem Norden, wie sie einfach als Teeliebhaber in Deutschland mit Tee auseinandersetzen und die Kunst des Tees pflegen. Ich danke ihnen!