Archiv für den Monat Mai 2006

Ist der Tee das, was der Händler angibt?

Goldene Maus

Preisverleihung von „Goldene Maus“ 

 

Gestern habe ich geschrieben, dass jeder Tee seinen typischen Geschmack und Duftnoten hat. Diese Information vom typischen Teegeschmack hilft uns im Labyrinth der Angebote zu Recht zu finden. Heute möchte ich auf das Thema ansprechen, wie können wir die Angabe des Händlers beurteilen.
Die erste Information ist, dass der Händler uns sagen, in welchem Jahrgang und aus welchem Anbaugebiet, dieser Tee stammt. Nennen wir ein Beispiel von Da Yu Ling Hochlandsoolong: Da Yu Ling Oolong aus Lishan, Taiwan, ist der teuerste Hochlandoolong, der meistens nur in halb kugeliger Form produziert wird. Von der Form könnte man auch feststellen, von welchem Anbaugebiet aus Taiwan und von welchem Teebauer – die Form ist individuell geprägt und wie Handschrift. Da Yu Ling wird im Juni und November produziert. Wenn man den Tee im März kauft, ist er ein Tee aus vorherigem Jahrgang. In Taiwan gibt es manchmal Werbungen „1,8 Kg Lishan Hochland für 40 Sfr.!“ Da der Tee am teuersten ist, weiss man dieser Preis ein Betrug ist. Weil die Grundkosten, die den Teegarten (über 2200 M ü. M mit zwei openair Seilbahn angeschlossen) verwaltet und die Herstellungskosten mehr kostet als 40 Sfr. pro 600g! Aus 3 Kilos frischer Blätter könnte man erst 600g Tee herstellen! Man könnte das Schnäppchen jagen, aber bekommt wohl nicht das, was auf der Tüte steht.

Von Herkunftsangabe könnte man einschätzen, wie der Preis etwas liegt, wie der Tee und seine Form sein könnten. Ein billigerer Da Yu Ling kann gut schmecken, aber das heisst nicht, dass er auch ein Da Yu Ling ist. Wenn man genug Wissen und Information vom Anbaugebiet hat, weiss man, ob die Angabe des Händlers stimmt. Es geht nicht um den Geschmack des Tees, sondern um die Ehrlichkeit des Teehändlers. Europäische Teehändler könnten meistens nur an ihrem dortigen Händler verlassen und sind meistens schlecht informiert (oder selbst nicht beurteilen können). Es wäre nun die Zeit, dass Konsumenten ihren Teehändler auffordern, die genaue Angabe zu machen. So könnte man die ganze Sache in die Bewegung setzten, dass der Teehändler in China, Taiwan oder Japan die Notwendigkeit der genauen Angabe ernst nehmen und deklarieren. Das macht man schon lange im Weinhandel, aber im Teehandel….??
Liegt das Problem an dem desinteressierten Teetrinker? Weil wir uns nicht interessieren, von wo genau der Tee herkommt? Oder weil wir so wie so nichts damit anfangen können, was da auf der Tüte steht?

Ich hoffe, durch das Blog etwas in die Bewegung setzen könnte. Je mehr Wissen über den Tee verbreitet wird, desto schwieriger wird es beim Tee-Verkauf zu schummeln. Der Teeliebhaber profitiert am meisten davon.

Zum Schluss möchte ich das Blog

Bandsmagazine.ch

gratulieren, dass das Blog mit Goldene Maus ausgezeichnet wurde!

Was ist ein guter Tee?

Was ist ein guter Tee?
Ich stelle mir oft diese Frage, was ein guter Tee ist. Natürlich meine ich nicht einen teueren Tee. Die Vorstellung einen guten Tee, ist vom Geschmack zum Geschmack unterschiedlich. Über die individuelle Empfindung möchte ich nicht sprechen, sondern über die objektiven Bedingungen, die jeder Teeliebhaber selbst nachvollziehen könnte.
Zuerst fragt man sich, was für einen Tee er ist. Wenn man einen grünen Tee kauft, möchte man wohl nicht einen weißen Tee von einem Händler verwechselt werden, oder? Wenn man einen Oolong trinkt, möchte man einen typischen Oolong in seinem typischen Geschmack genießen, nicht gerade einen grasigen Sud wie einen Sencha. Tee in seinen eigenen Geschmack kennen zu lernen ist wohl der erste Schritt, den ein Teeliebhaber beschreitet.

Ein Parma Schinken ist ein Parma Schinken, obwohl Sierra Serano ebenfalls ein sehr feines Fleisch ist, ist es eben kein Parma Schicken. Grünkohl oder Federkohl ist ebenfalls anders als roter Kohl, obwohl sie alle Kohl heißen. Der Teebauer könnte zwar mit seinen vertrauten vielleicht eigenen „Geheimnissen“ dem Tee einen eigenen Geschmack prägen, ein Oolong ist trotzdem ein Oolong. Wenn man zu jungen zarten Blätter beim Oolong pflückt, um einen schönen Kugelform zu formen, verliert dieser Oolong seinen ursprünglichen Charakter. Es wäre in diesem Fall zu empfehlen, dass Teebauer lieber von Anfang an, Gunpowder (grüner Tee aus China, er hat kugelige Form) herzustellen, als ein Oolong, der nicht mehr Oolong ist.

Wenn man einen Tee kauft, wäre es ratsam, sich zuerst zu fragen, schmeckt dieser Tee auch so wie er schmecken soll? Ein chinesischer Grüntee schmeckt erfrischend und je nach Sorten und Machart oft blumig oder nüssig. Ein Sencha und Gyokuro ist bekannt für seinen grasigen Geschmack, der uns manchmal an Algen im prickelnden Meer erinnert. Sie sollen dunkelgrün leuchten, nicht gelb oder apfelgrün. Die Form ist in sehr feiner streifiger Form. Ein Matcha muss eine leuchtende grüne Farbe sein. Er schäumt gut und schmeckt zwar herb, hinterlässt beim Abgang einen lieblichen Geschmack.
Ein Oolong schmeckt blumig oder fruchtig, je nach Fermentationsgrad. Ein wirklicher Hochlandoolong zeigt dickere Blätter und eine spezielle frische Aroma. Ein leichter süßer Tabak oder Karamell Geschmack deuten auf die Röstung. Ein guter dunkler Tie Guanyin sollte trotz der Röstung dunkelgrüne Farbe im nassen Blatt aufweisen. Ansonsten bedeutet eine zu starke unerfahrene Röstung. Ein gelagerter Pu Er schmeckt zwar alt, aber sanft, uneindringlich und geschmeidig. Die Blätter sind zwar dunkel, aber öffnen sich leicht und elastisch. Ein gelagerter Oolong schmeckt nach Pflaumen, die Blätter sollten nicht grünlich sein, aber auch nicht unelastisch schwarz. Teetaster Chen sagte mir, die Kriterien ein alter Oolong zu beurteilen ist ähnlich wie bei einem alten Rotwein.

Maschinell geschnittener Tee ist manchmal vorteilhafter, weil sie meistens nur in den besten Stunde der Pflückzeit eingesetzt wird.

Ich bin auf dem Teeweg immer noch ein Anfänger, der stets sich hinterfragen muss und lernen muss. Einen guten Lehrer zu haben gleicht wie mit Aufzug zu fahren. Der andere Weg selbst zu studieren, ist verbunden viel mit Preisgeld zu bezahlen. Ich gebe zu, dass ich beim Teeeinkauf oft betrogen wurde. Jetzt auch immer wieder, aber immer weniger. Das ist auch der Grund, weshalb ich dieses Blog schreiben möchte. Die Fehler und die Preise, die ich gemacht und bezahlt habe, müssen andere Teeliebhaber nicht wieder bezahlen und machen. Der Teemarkt in Europa ist unübersichtlich. Für einen Konsument, sich zu orientieren, ist das Wissen über Tee – seinen typischen Geschmack und seinen Herstellungsprozess erforderlich!

Teegeist, Anfängergeist. Neugier und Sensibilität sind zwei Schlüssel für den Teeweg.

Tee und die Weiblichkeit 1

Seit Tee in die europäische Geschichte eingeführt wurde, wurde er über zwei Orten verbereitet: in der Öffentlichkeit – Teehaus oder Teegarten; in der privaten Sphäre – Zu Hause.

Zwischen 1660-1720 sind unzählige Kaffeehäuser entstanden, wo nicht nur Kaffee ausschankte, sondern auch Tee. Solche Kaffeehäuser waren Schauplätze von gesellschaftlichen Ereignisse und Treffpunkte der politischen und wirtschaftlichen Elite. Sie verloren immer mehr ihre Wichtigkeit im Lauf des 18. Jahrhunderts, während Tee immer mehr ihre Bedeutung gewann. Tee wurde zunehmend im öffentlichen Garten und Park ausgeschenkt, wo die ganze Familie ihre Freizeit verbracht. Vauxhall, Ranelagh, Marylebone, Cuper´s etc. waren beliebte Ausflugsziele der englischen bürgerlichen Familie. Sie konnten dort spazieren, wo die Natur, die von urbanen Bevölkerung nach der Industrie-Revolution zunehmend vermisst wurde, nachgebildet wurde und kulturelle Ereignisse stattfanden. Tee trinken mit der Familie und Freunde und die Umgebung „gelüscht“ zuschauen waren das „Wellness Programm“ der damaligen bürgerlichen Familie. Frauen waren willkommend, ebenfalls Kinder. Dieses Phönomen war neuartig, denn Frauen und Kinder nicht erlaubt waren im Kaffeehaus. Der Schauplatz der weiblichen Präsenz – Tee ermöglichte die geschlechtliche Komunikation in der Öffentlichkeit, was früher nicht stattfand. Das Beisammensein der Familie stellte sich der Öffentlichkeit zur Schau. Sehen und gesehen werden. Wer ist glücklicher, welche Familie haben best erzogene Kinder, waren die Beobachtung und Gsprächsthemen beim Teetasse.

Die Kombination von Tee und Garten war nicht kulturell vorbehalten. Tee spägte nicht nur die japanische Gartenarchitektur, sondern auch die europäische. Kew Garten ist ein bekanntes Beispiel von Chinoserie!

1717 erkannte Thomas Twinning die Macht der Weiblichkeit. Er verwandelte sein Kaffeehaus zu einem Teehaus „The Golden Lyon“. Sein Teehaus wurde Treffpunkt von Damen, die sich an dem öffentlichen Leben beteiligen wollten und bewußt, sich zur Schau zu stellen. Elegante behagliche feine Atmosphäre, in der Damen sich austauschen, klatschen (Klatsch hat einen moralischen Aspekt) und entspannen konnten. Wenn die ganze Familie unterwegs waren, wäre das Teehaus der Ort gewesen, wo alle zugänglich waren. Ein männlicher Kaffeehaus oder Pubs waren keine Konkurrenz gegen Tee in einer Gesellschaft, in der das familiäre Leben (bürgerliche Werte) noch im Vordergrund stand.

Bevor der Tee in Europa ankam, war die Auswahl an Getränke für eine Gastgeberin beschränkt. Alkoholische Getränke boten die einzigen Möglichkeiten an. Man könnte sich vorstellen, wie so eine Party nach vielen Alkoholkonsum aussah… Katharina Bragnanza erkannte die neue Möglichkeit, eine kultivierte, stilvolle und geschmacksvolle Atmosphöre für alle zu schaffen – mit Tee. Herzogin Anna (1788-1861) entwickelte leidenschaftliche Tee-Rituale, um ihre Gäste in eine sorgfreie Welt voller Eleganz, Schönheit und Stil einzuführen. Es war Frauen, die Akzente des gesellschaftlichen Lebens gaben, die ihre Macht von der privaten Sphäre in die Öffentlichkeit eingedrungen haben. Die weibliche Raffinesse definierte, was kultiviert sein könnte, was abartig aussehen sollte. Sie organisierten Teepartys, in den sich beiden Geschlechter traffen und amüsierten. Gleichzeitig war es eine bewußte Demostration von Macht und Reichtum.  Eine Finger zu viel an dem Henkel der Teetasse verriet schon den Herkunft des Teetrinkers. Die Frage und Antwort auf die Gastgeberin sagten bereits das Habitus eines Gastes. 

Die weibliche Hand, die eine Teekanne innehat, gleicht eine Waffe in der Hand zu besitzen. Eine Aussage eines englischen männlichen Anthropologe Alan Macfarlane.

Päonie Fest im Zürcher Berg 牡丹花宴- 文人雅兴在异乡

Päonie

Päonie in Purpur.

Wer hätte gedacht so viele unterschiedliche prächtige Päonie-Blüten in der Mitte der Schweiz, im Zürichberg, bewundern zu können?
Der Garten von Hannes ist das irdische Paradies. Heute Morgen begrüßte mich „Solomons Siegel“ am Gartentor. Herrliche lila und weiße Flieder tanzen in dem Wind, die Pfingtrosen warten auf ihre Auftrittszeit, die duftenden Maiglockchen genießen die Sonne und sie spielen zusammen eine Garten Symphonie. Aber die wirkliche Primadonna ist die Päonie. Sie gruppieren sich im Garten und platzieren sich bewusst vertraut in den 2000 Quadratmeter großen Garten, damit jede Gattung, jede Farbtone und jede Blüte zur Geltung kommt.
Diese großen Blüten, manchmal in schüchterner halbgeschlossener zarter Rosa, manchmal in extravaganter aufblühender Purpur oder in unschuldig wirkender anmutiger Weiß oder in geheimnisvoller Lila, blühen nur zwei Wochen in den 15 jährigen verholzten Busch. In diesem von Päonie beschmuckten Garten möchte Hannes der Gastgeber sein. Er möchte seine Freunde einladen, zusammen diesen sonderbaren außergewöhnlichen Moment genießen. Welcher Garten könnte so viele Päonie in dieser Vielfalt und lebensfreudigen Zustand zeigen? Ich sollte Tee degustieren, wünscht er sich. Tees, die diese aus China eingewanderten Blumen würdigen, den einmaligen Moment des Zusammenseins und uns in einen frühsommerlichen Abend beflügeln.

Päonie rosa

Päonie in Lila

Päonie Fest mit Tee, wie poetisch. Ich komme aus einer subtropischen Insel, wo Päonie sich nicht aufhalten kann. Die Hitze verträgt sie nicht. Nur in Bücher habe ich gelesen, wie Kaiserin Wu Zetian diese Blumen liebte und sie im schneeweißen Winter mit beheizten Räumen hütete. In der Literatur und Malerei fungiert Päonie stets als Motive der literarischen Tradition für Anmut, Wohlstand und Schönheit. Sie wird bewundert, gepriesen und geliebt. Viele Eltern nennen ihre Töchter nach dem Name von Päonie – Mudan. Viele Mudan kannte ich in meiner Kindheit. Ein schöner Name für junges Mädchen, dessen Schicksal oft anders verlief als des von Päonie. Die Waschfrau meiner Familie hieß auch Mudan. Jeden Morgen ging sie zu uns und waschte unsere Wäsche. Meine Oma saß vor dem Waschbecken, plauderte mit ihr und kontrollierte wohl zugleich, wie sie arbeitete. Sie wurde von ihrer Stiefmutter an einem Alkoholiker verheiratet, der sein Leben mit Prügelei und Alkohol verbrachte. Sie ertrug ihr Schicksal und versuchte trotz einer erniedrigen Haltung ihre Verpflichtung als Ehefrau und Mutter zu erfüllen. „Mudan, Mudan!“ meine Oma rief sie oft laut und sie lächelte zurück. Nachdem meine Mutter eine Waschmaschine kaufte, habe ich Mudan nie mehr gesehen und seitdem verbrachte meine Oma den Morgen vor einsamen Fernseher.
Auch ein berühmten weißen Tee heißt Bai Mudan – weißer Päonie. Bai Mudan stammt aus Fujian. Er bekam diesen Name, weil man das Gefühl hatte, die weiß behaarten Teeblätter den schönen weißen Päonie ähnelten. Natürlich wurden Legende erzählt, dass dieser Teebaum aus Päonie verwandelt wurde.
In Zhejian Xianxia Berg gibt es ebenfalls einen wunderschönen grünen Tee – Lü Mudan (grüne Päonie). Warum dieser Name? Die Natürlichkeit und silbrigen Tipps dieses Tees erinnert man an Päonie. Die knackige grüne Farbe und schöne streifige Blätter sollte die Blüte von Päonie ähneln. Ich denke, um die Vorstellung des Namegebers zu nachvollziehen, braucht man wirklich Phantasie. Ich würde sagen, dass Chinesen schönen Tee gerne mit schönen Blumen nennen und assoziieren.
Päonie Fest mit Tee im Zürcher Berg. In einer anderen Kulissen mit anderen Menschen (lange Nase statt Schlitzauge). Aber die Zuneigung zur Schönheit, die Liebe zur Natur und der Genuss des Zusammenseins werden wohl kulturelle und zeitliche Grenze überschreiten. Gleiche Blumen begleiten Menschen in die andere Welt und in die andere Zeit. Blumen bleiben immer noch dieselben Blumen und blühen zu ähnlicher Zeit. Die Menschen werden wohl nicht die gleichen sein.

Jedes Jahr blühen ähnliche Blumen zu ähnlicher Zeit und am ähnlichen Ort,
年年岁岁花相似
während sich die Gesichter der Menschen jedes Jahr zu ähnlicher Zeit am ähnlichen Ort wechseln.
岁岁年年人不同

Päonie rosa

Päonie in Rosa

 

Das magische Wasser – Tee

Magisch ist der Tee, weil er als Ferment unserer gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung diente.

In alten chinesischen Städten, wo dichte Bevölkerungen zusammenlebten und das saubere Trinkwasser ein ernsthaftes Problem war, bedeutet die Entstehung des Tees eine Rettung und Stütze der chinesischen Zivilisation. Das gleiche Problem hatte europäische Zivilisation. Die Gewohnheit des Mittelalters, dass man das Bier zum Frühstück trank und als familiäres Getränk benutzte, war ein Dorn der industriellen Revolution. Vernunft, Leistungsfähigkeit und Effizienz waren keine Eigenschaft des Alkoholkonsums. Die Entdeckung des Tees löste das Problem der Fabrikanten und hält die Arbeiter fit und leistungsfähig. Kein Wunder, dass Tee als das Getränk des langen Lebens und des nationales Getränk des Königsreichs plädiert wurde. Eine neue Zeit bringt ein neues Getränk hervor, das wiederum eine neue Zivilisation hervorruft.

Nun in den Industrienationen, wo sauberes Trinkwasser gibt und wohlhabende Menschen andere Getränke zur Auswahl haben, spielt nun der Tee eine ganz andere Rolle. Die Herzkrankheiten und Schlaganfälle sind die Hauptursache des Todes. Man entdeckt jetzt Wirkstoffe im Tee, die diese Krankheit vorbeugen und erleichtern.

¾ der Weltbevölkerung trinken täglich Tee. Tee ist weltweit ein unentbehrliches Getränk geworden. Er unterstützt Menschen nicht nur beim Kampf gegen die Krankheiten, sondern auch die Veränderung der menschlichen Beziehung. Die Rolle und gesellschaftliche Stellung der Frauen wurden durch die Einführung des Tees wesentlich aufgewertet verändert. Diese Veränderung möchte ich nächste Woche asuführliche darüber berichten.

 

Das magische Wasser, das das arbeitende Volk fit und wach hält, reichen Menschen sinnliche und genussvolle Stunden bereichert und müde und strapazierte Seele tröstet, ist auf den Fleiß und Schweiß der meisten anonymen Teearbeiter und Teemeister in Teegärten zurückzuführen. Ich möchte uns alle nur darauf hinweisen, dass diese reine unschuldige und anmutige Flüssigkeit ohne anonyme vergessene kleine Menschen in anderem Teil der Erde nicht gäbe.

Wenn wir in der japanischen Teezeremonie eine Schale Tee vom Gastgeber serviert bekommen, bedanken wir uns zuerst bei allen, die an diesen Tee gearbeitet haben. Ich habe mich oft gefragt, warum. Wahrscheinlich sollte das uns immer wieder an die andere Seite des Lebens erinnern und die verflochene Zusammenhänge der Menschen ins Bewußtsein rufen.

 

Teepflückerin

Anmutige Teepflückerin aus Ceylon.

Touristische Werbung für die Reise nach Sri Lanka.

 

Teetrinkerin in Europa

Gemütliche Teetrinkerin in Europa. Teewerbung von Messmer.

Green Gold 綠色黃金

„Sie saßen und tranken am Theetisch,

Und sprachen von Liebe viel.

Die Herren, die waren ästhetisch,

Die Damen von zartem Gefühl.“

Heinrich Heine schrieb dieses Gedicht „Der Theetisch“ im frühen 19. Jahrhundert. Der Dichter saß wohl distanziert am Rande des Theetisches und beobachte, wie Flirt und Äuglein hin und her ausgetauscht wurden.

Als die feine Gesellschaft im Jahr 1822 ihre Gefühle und Selbstdarstellung am Teetisch und in Teetassen ausleben konnten, befand sich der Versuch des Teebaus in Assam gerade am Anfang.

Im Jahr 1824 marschierten englische Soldaten nach Assam. Sie ritten auf den Elefanten und übernahm die Macht über dieses Gebiet aus den Händen von Burma. Der englische Beamte David Scott, der englische Herrschaft präsentierte, versicherte den gescheiterten und eroberten Burmanässe, dass er und seine Soldaten nicht wegen Habgier hier kamen, sondern, um England zu verteidigen, so dass englische Feinde keine Möglichkeiten besaßen, England anzugreifen. Nur paar Jahre dauerte es bis der erste Assamtee auf den Markt gab. 1937 war es so weit.

Niemand hat Menschen in Assam gefragt, obwohl sie sich auch nie dagegen gewehrt haben, wie Wälder sich verschwanden und Teepflanzen die Erde eroberten. Sie lehnten nur ab, in dem Teegarten zu arbeiten. Dass ihre Frauen unter dem starken Sonnestrahl arbeiten und wenig dafür bezahlt werden liessen, war unvorstellbar. Die Einheimischen wurden deswegen von der englischen Herrschaft als Opiumsüchtige und faule Sacke vorgeworfen. Gastarbeiter bzw. Sklaven zu importieren war die einzige Lösung für „The Assam Company“. Chinese aus Batavia und Singapur wurden importiert, die später festgestellt wurden, dass ihre Arbeitsethik der englischen Herrschaft nicht entsprach und wohl keine Ahnung hatten, was Tee ist. Außerdem gab es genügend arme Bauer in Indien. Arme Bauer von Nachbarprovinzen werden eingeführt. Solche Arbeiter verstanden nicht, was in einem englischen Arbeitsvertrag stand und starben meistens bereits auf dem Transportweg. Die Lebenslage und Bedingungen, die Arbeiter (Kuli) im Teegarten regelten und einschränkten, waren verheerend. Ein damaliger englischer Spruch, um Kinder zu Ruhe zu bringen lautete: „Sei brav! Ansonsten kommen die Coolie Catcher und bringen dich nach Assam!“

Tee, das grüne Gold, trieb Europäer mit dem Schiff nach Asien und hält die Arbeiter und das Bürgertum in Europa fit und vernünftig. Dieses Gold wird von Schweiß und Finger der indischen Frauen unter dem starken Sonnestrahl gepflückt und hergestellt. Täglich arbeiteten sie über 10 Stunden, jede Stunde 3000 Tipps – 50 Tipps/Min. Sie waren Roberten und Schöpfer des Reichtums der imperialen Macht. Gleichzeitig benötigten englische Arbeiter in England den Tee, um sich warm zu halten, fit in der Fabrikarbeit zu bleiben und seine Arbeitskräfte aufrechtzuerhalten. Alle dienten den Kapitalismus und die Ehre des Königsreichs! Eine Tasse von billigeren Assamtee ermöglichte englische Arbeiter noch mehr und effizienter zu schaffen. Das bedeutet ebenfalls, die Coolies in Assam noch billiger bezahlt werden und noch mehr arbeiten mussten. Eine Tatsache der Wechselwirkung zwischen Blut und Gewinn. Der amerikanische Anthropologe Sidney Mintz (Autor von „Sweetness and Power“, 1985) erkannte diese Ambivalenz: “ als der englische Arbeit die erste Tasse Tee mit Zucker trank, geschah ein entscheidendes historisches Ereignis. Es prophezeit eine dramatische Veränderung, die die Wirtschaft und die Gesellschaft endgültig umwälzt.“

Alan Macfarlane und seine Mutter Iris Macfarlane beschrieb den ganzen Prozess des Assam Tee Empire. Mitfühlend und wehmutig erinnerte sich Iris Macfarlane an ihr Leben als Ehefrau eines früheren Teegarten-Verwalters und ihren gescheiterten Versuch, das Leben des Plantagearbeiters zu verbessern. Ihr Sohn ging auf die Spuren der historischen Entwicklung und Zusammenhänge, um uns ein ganzheitliches Bild über das Geschehen und die Geschichte des Tees zu vermitteln. Tee ist ein Träger der menschlichen Zivilisation, ein Ferment der kulturellen Entwicklung! Ohne Tee wäre die Kulturgeschichte zwischen Orient und Okzident ganz anders geschrieben. Ohne Tee wäre das Industriezeitalter, in dem Menschen ständig unter Zeitdruck stehenund Kopfarbeit benötigen, unerträglich.

All diese Entwicklung und Errungenschaft waren auf die Kosten des Anderen, darunter die Coolies in Assam. Macfarlane widmen ihr Buch „Green Gold“ den Menschen:

„To the people who will never read this book,

the labourers of Assam.“

Greengold

 

Green Gold :
The Empire of Tea

by Alan Macfarlane and Iris Macfarlane

Ebury Press 2003
320 pages hardback
price: £12.99
ISBN: 0091883091

 

Tie Guanyin (Tie Guan Yin)

Zuerst möchte ich mich bei Thomas und Suzanne für ihre Kommentare bedanken. Die Interaktion zwischen Menschen ist die Quelle, die dieses Blog ermöglicht weiter fortzusetzen.

 

Heute habe ich den Tie Guanyin von Suzanne degustiert. Tie Guanyin ist nicht gleich Ti Guanyin, obwohl man heute überall Tie Guanyin kaufen kann – auf dem Supermarkt oder in Ebay. Es gibt drei bekannte Tie Guanyin aus drei verschiedenen Orten: Muzha/Taiwan, Yaoyang/Fujian und Nanyan Benshan/Fujian. Der Ti Guanyin ist ein guter Tie Guanyin, wenn er eine spezielle balsamierende Wirkung im Gaumen hinterlässt. Wir bezeichnen es als „Guanyin Yun“. Inzwischen wird überall in ganzem China  Tie Guanyin produziert, die allerdings ganz anders schmeckt als der „wirkliche“ Tie Guanyin. Unterschiedlicher Teebaum und unterschiedliches Klima ergeben unterschiedliche Tees.

 

Der Tie Guanyin aus Muzha habe ich bereits einen Beitrag geschrieben. Dieser Tie Guanyin stammt zwar aus Fujian, aber entwickelt sich zu einem eigenen Stil und Geschmack. Der Tie Guanyin, der so bekannt ist, stammt ursprünglich aus Yaoyang (Landkreis Anxi, Provinz Fujian). Er sollte aus einem speziellen gleichnamigen Oolongbaum sein und einen charakteristischen balsamierenden Wirkung auf dem Gaumen (Guanyin Yun) haben. Dieser Baum hat bereits 230 Jahre alte Geschichte.

Nanyan Benshan ist ebenfalls ein Tie Guanyin, der von hongkonger Teataster Wang Xinjun als zweiter bester Tie Guanyin bezeichnet wurde. Benshan Tie Guanyin ist ein Oolongbaum, der 110 Jahre „jung“ ist und ebenfalls kann man aus ihm einen hervorragenden Tee produzieren. Der Unterschied zu seinem Vorgänger liegt daran, dass er diesen schönen Spur (der so genannte Guanyin Yun) auf dem Gaumen nicht hinterlässt.

Die äußere Erscheinung der beiden Tie Guanyin kann selbst von einem Experten nicht auseinander halten. Teataster Wang meinte, der Nanyan Benshan Tie Guanyin könnte von der Duftnote her, manchmal noch besser sein als der andere, wenn der Benshan gut hergestellt wird.

 

Momentan herrscht ein grüner Tie Guanyin Trend auf dem Markt. Es ist immer schwieriger geworden, alte stark gerösteten Tie Guanyin zu bekommen. Dieser Tie Guanyin wird so hergestellt, dass sie trotz dem Transport, Klimaschwankung stabil bleiben. Sie sind hervorragend geeignet zum Lagern.

 

Ich habe den Tie Guanyin aus Nanyan und aus Muzha zusammen degustiert. 2g trockene Blätter, in 150ml kochendem Wasser, 5 Minuten ziehen lassen. Sie erscheinen mir in dem ersten Augenblick eine Ähnlichkeit. Nur die Duftnoten sind anders. Der Tie Guanyin aus Muzha duftet zuerst nach Blumenmeer, während der rauchige Duft des von Nanyan sehr dominant bleibt. Das liegt wohl daran, dass ich meinen Muzha Tie Guanyin seit paar Monaten lagere, so dass er seinen Geschmack und Aroma besser entfalten kann. Von Blättern kan man beobachten, dass der Welkenprozess bei den beiden Tie Guanyin unterschiedlich lang ist. Der Tie Guanyin von Muzha zeigt dunkelgrüne Farbe, obwohl er stark geröstet ist, während der von Nanyan eher dunkeler erscheint. Von Aufguss her zeigen beide Tie Guanyin, dass sie hervorragende Tees sind!

Im Duft des Tie Guanyins fühle ich mich plötzlich so geborgen, als ob ich wieder daheim in Taipei im unseren Wohnzimmer wäre…

Die goldene Maus und das Tee Blog

Heute erhalte ich ein Email von Herrn Frei und das Blog Tee Erleben sei zu vier besten Kulturblogs in der Schweiz nominiert. Mein Mund war offen und wusste nicht, wie ich ihn schliessen sollte…

Mein Blog ist eins von den vier nominierten Kulturblogs in der Schweiz? Wie kommt es dazu, dass die schweizer Medien ein Blog von einem Ausländer auszeichnen? Passt diese Tatsache überhaupt noch zu dem Portotyp von der Schweiz? Wie könnte ein Schlitzauge ein gutes deutsches Kulturblog schreiben? Meine Sprache ist oft fehlerhaft und stilistisch problematisch. Haben die Jurys sich geirrt?

Die Schweiz pflegt gerne sein Imgae mit seiner Ethnizität: das Heidi Land, Jungfraujoch und Appenzeller Käse. Wenn man nur die Werbungen der schweizer Tourismusbüro betrachtet, würde man die Realität übersehen, dass mehr als 20% der schweizer Bevölkerung Ausländer sind. Die Schweiz, ein einstiges Bauerland, ein einstiger humanitärer Zufluchtsort für Asylsuchende und Flüchtlinge, ist heute eine pluralistische Gesellschaft geworden. Multikulturell redet man gerne, dominiert wird sie jedoch von den christlichen und europäischen aufklärischen Werten. Die schweizer Gesellschaft ist pluralistisch, weil man verschiedene Ethnizitäten und kulturelle Prägungen im Alltag beobachten kann. Dies drückt sich gerne durch das Kulinarische, Künstlerische und Modische aus. Exoterisch ist trend, ist in. Aber bedeutet das Äußerliche Pluralistische wirklich die innere Veränderung und Reflexion? Ich denke, das Phänomen des „Blochers“ und seiner Anhängerschaft zeigt die Ambivalenz dieser Gesellschaft, die mit zunehmmender Wechselbeziehung zwischen Fremdbild – wie sieht die Schweiz aus im Auge des Fremden und Selbstbild – wie sehen die Schweiz sich selbst – nachdenken muss.

Meine Schweizer Fremderfahrungen fingen vor 6 Jahren an, als ich meinen „Lebensabschnittsgefährte“ kennenlernte. Seitdem bin ich Pendler zwischen EU und der Schweiz, zwischen der deutschen und schweizerischen Kultur und zwischen den mitteleuropäischen und chinesischen-taiwanesischen Selbstverständnisse. Taiwan ist eine kleine Insel, die ursprünglich zu niemanden gehört. Später wurde sie von verschiedener Herrschaften als Territorium erklärt. Viele Menschen in dieser Insel sehnen sich nach der Selbstständigkeit, die ihnen ermöglicht, endlich sich selbst über ihr eigenes Schicksal entscheiden könnte. Die Schweiz als ein unabhängiges und freies Land, das einst unter verschiedenen Herrschaften lit und sich befreite, war ein Ideal für viele meiner Landleute. Es war ein Idealismus vieler gesellschaftlichen Bewegungen in meiner Studentenzeit, Taiwan zu einem asiatischen Schweiz aufzubauen. Diese Sehnsucht, eine Schweiz auf einer Pazifik-Insel aufzubauen, wird wohl den Schweizer unvorstellbar…

Ich möchte mich hier bedanken, dass dieses Tee Blog nominiert wurde. Daß eine kritische Fremdperspektive über die hiessige Gesellschaft von den schweizer Medien aufgenommen werden kann, zeigt die Offenheit und Toleranz der schweizer Gesellschaft. Ein Prozess des gegenseitigen Lernens. Ich freue mich sehr, dass wir alle daran beteiligt sind!

Der Tee „Evergreen“ 松柏長青茶

Die Hälfte von Formosa Oolong stammt aus Mingjian. Die meisten Formosa Oolong auf dem europäischen Markt kommt aus der Teefabrik in Mingjian. Mingjian ist nicht nur ein bekantest Teedorf, sondern auch der Exportstandort des Teesiedlers.
Der Tee aus Mingjian heisst „Evergreen“ 松柏長青茶 – ich übersetze es ins Deutsch als der Tee des „Ewigen Jugend“. Teesiedler aus Mingjian furchten vor keiner Schwierigkeit und sind voller Elan und abenteurlustig. Das kleine Teeland verfügt nur über bestimmte Kapazität. Viele Teesiedler siedeln ins Gebierge, nach den Süden, nach den Osten. Viele Teegärten auf Formosa wäre nicht entstanden, wenn die Abenteurer aus Mingjian nicht gäben.
Der zweite abenteuerliche Charakter von Mingjian Teebauer manifestiert sich durch ihre Mut – Mut zu produzieren und auszuprobieren! Sie trauen sich zu investieren, die Produktion zu mechanisieren und in riesiger Menge zu produzieren. Das meiste Kapital, das in der Tee-Produktion gesteckt wird, wird in Mingjian investiert.

Teeernte in Mingjian

Das Bild ist eine Ausnahme. Die meisten Ernte werden mechanisch verarbeitet. Der Vorteil: die Ernte wird nur zwischen 10 – 14 Uhr geschnitten. Die beste Ernte Zeit für Oolongtee! Das garantiert die Qaulität des Oolongs.

Der dritte Charakter von diesem abenteuerlichen Geist zeigt in ihrer Gewagtheit mit dem Versuchen von neuartigen Teebaumsorten! Der Anbau von Jadeoolong, Jinxuen-Oolong und Sijichun (four season) fing in Mingjian an. Neue Technologie, neue Mechanisierung und neue Teesorte sind immer willkommen in diesem Teeland, das immer an der Front von Formosa Oolong schreitet und seine Pioneer-Position verteidigt. Die Hälfte des Teehändler auf Formosa stammen aus Mingjian, so dass Mingjian im wahrsten Sinn des Wortes das Informationszentrum des Formosa Oolongs!
„Ewiger Jugend“ – der Formosa Oolong aus Mingjian ist bis heute Hundertjahren alt. Sein Grundstein wurde von alten Teebauern aus chinesischen Anxi gelegt. Mir wurde erzählt, dass es zwei entscheidende Persönlichkeiten waren, die diesen „Ewigen Jugend“ die Ewigkeit verliehen haben:
Wang De, er hat die Lehre den leichten eleganten Oolong vermittelt. Dieser Oolong hat einen honiggelben Aufguss und blumigen Duft.
Wang Taiyou, er ist inzwischen über 90 Jahre alt und lebt noch in Taipei. Sein Aufguss hat goldene Farbe und würzigen aromatischen Abgang!
In der alten Zeit degustierten die beiden Teemeister ihren Tee zusammen, wenn sie einen frischen Tee kreierten. Alle waren begeistert von dem Duft des Tee von Wang De und zugleich von dem Geschmack des Tees von Wang Taiyou.
Es war damals… Heute ist Mingjian ein Teeland, das trendigen und massen Tee produziert. Das investierte Kapital muss Früchte tragen können. Das bedeutet, den Tee zu produzieren, was der Markt nachfragt!
Diese Strategie funktioniert nicht immer unproblematisch. Die Grösse der Teegärten fing seit den 90er Jahren an, sich zu verkleinern. Immer mehr Teebauer müssen ins Alishan, Lishan und Hochland gehen, um saisonale Arbeit anzunehmen. Das Feuer, das den Tempel der taoistischen Gottheiten zerstört, wäre vielleicht auch ein Wink vom Kosmos (für Chinesen). Wohin gehen die Abenteurer aus diesem Teeland? Verlieren man nicht den eigenen Weg, wenn man nur dem Trend nachläuft und sich ans Geld orientiert? Der „Eigener Jugend“ kann nur „evergreen“ bleiben, wenn man mit der stets erneuernden kreativen Energie auf den eigenen Weg geht, oder?

Formosa Oolong und das Teeland Mingjian 名間

Mingjian ist nicht nur bekannt für seine Produktion, sondern auch für seinen Teehändler. Xie Kunghai 謝坤海, der den Tee-Markt Taiwans in der Nachkriegzeit kontrollierte, stammte aus Mingjian. Li Ruihe 李瑞河, der Gründer von Tee-Imperial Tian Ren 天仁茗茶 Konzerne und aktiv zwischen China und Taiwan handelt, stammt ebenfalls aus Mingjian. Vor zehn Jahren, als Boss Li noch Zeit hatte, konnte man ihn mit Velo während der Erntezeit im Frühling und Winter zwischen den Teegärten flanierend sehen.

Teegarten in Mingjian
Teegärten in Mingjian haben Erfolg. Sie haben verschiedene Schlüssel dazu: erstens sie haben mutige Teebauer, die den abenteuerlichen Einwanderer-Charakter besitzen; zweitens sie haben dort wunderbare Erde und Klima.
Mingjian liegt südlich von Baguashan (Berg Bagua) 八卦山und hat rötliche Erde und hügelische Landschaft. Der Schutzpatron von Teeland sind drei taoistische Gottheiten 受天宮. Jeden Tag außer Juli im chinesischen Mondkalender (das ist ein Geister Monat) war der Tempel überfüllt und am dem Tempelplatz waren besetzt von Teeläden! Dort wurde nicht nur gebetet, getröstet, sondern auch gehandelt. Das war vor 2000 Sommer, bevor ein großes Feuer die heilige Idylle zerstörte. Gerettet waren nur die drei Statuen der drei Gottheiten… Eine zeitlang stand Mingjian allein da und wusste nicht, wohin.
Das Teeland erreichten ihren Höhepunkt vor dem Feuer 2000. Zuerst war Mingjian nur ein kleines Dorf, das Zuckerroh, Ananas anbaute. Als im Jahr 1975 der Präsident Jiang Jingguo, der Sohn von Jian Kaishek, der den Krieg gegen Mao verlor und mit seinen Soldaten nach Taiwan übersiedelte, den Tee aus Mingjian lobte und den Name „Ewiger Jugend“ 松柏長青茶 gab, wurde der Tee von Mingjian übernacht bekannt.
Hauptsächlich wurden Teebaumsorte wie Qingxin Oolong, Qingxin Dapong und Wuyi angebaut, bevor Tee aus Mingjian den Markt richtig eroberten. Im 80er Jahren wurden Qingxin Dapong (der Teebaum für Oriental Beauty) aus dem Teegarten ausgewiesen, weil er wirtschaftlich schlecht darstellt. Später Wuyi und anschließend Qingxin Oolong, weil diese Bäume nicht pflegeleicht sind und zu wenig Ernte versprechen. Der Tee aus Mingjian ist nun bekannt und bräuchte eine Menge Tee, um ihre Position auf dem Markt richtig zu behaupten. Die alten Teebaumsorten wurden mit neuen Formosa Helden ersetzt. Nun ist Mingjian Teeland bekannt für die drei neuen Helden von Formosa Oolong: Jinxuan 金萱, Cuiyu 翠玉 (Jadeoolong) und Sijichun 四季春 (Ewiger Frühling oder four seasons).
Morgen können wir weiter über ihren Schlüssel zum Erfolg sprechen.

Der Tempel 受天宮 wird wieder aufgebaut. Wir hoffen, dass die Gottheiten unser Teeland Mingjian weiter beschützen. Hier im Tempel gibt es Pension für müde Wanderer.

Eine neue Geschäftsidee: Wanderweg durch Mingjian Teeland! Der Anfang dieses Tee-Wanderweges.