Teefreunde in Bern

Am Wochenende reiste ich ins „Ausland“. Ich war in der Schweiz bei Teefreunde Gerhard und Kathrin. Sie führen einen exzellenten Teeladen in Bern. Es gibt selten Teeläden in Europa, die sich bemühen, wirklich mit der Teekultur auseinanderzusetzen und Tee nicht bloß als Ware zu versehen. Familie Lange gehört zu dieser seltenen Ausnahme.
Wir kennen uns schon lange. Einmal besuchte ich Oliver in Bern und er brachte mich zu einem Teeladen. In diesem Laden erkannte ich verschiedene Teesorte, die ich nur in Bücher kannte und nie gedacht hätte, dass ich sie auch in Europa kosten könnte! Kathrin war „zufällig“ da. Es sind Zufälle des Lebens, die Geschichte schreiben. Sie erkannte einen Teefreund in mir und lud mich ein, sie noch einmal zu besuchen.
Gerhard im Gongfu Cha
Gongfu Cha in Bern

Wir trafen uns wieder, tranken zusammen Tee und sprachen über Tee. Sie vertrauten mir und beteten mir, Tee für sie direkt von taiwanesischen Teebauern zu besorgen. Teesorte, die eigentlich nur in den klassischen Teebüchern stehen, weder aromatisiert noch Umsatz versprechend, möchte sie in einem anderen Erdteil – Bern ihrer Kundschaft vorzustellen. Es geht um die Liebe zu Tee, der Grenze der Nationalität, Sprache und Vorstellungen überschreitet.
Wir suchen nach originalen Teebaumsorten, nach originaler Machart und nach originalem Geschmack, was die Zeit überdauert. In unserer schnell wechselnden Zeit sollte es einen Ruhepunkt geben, wo Menschen sich mit seinem Weg rückbesinnen können. Tee ist ein Medium, das uns wieder auf das Wesentliche zurückführt. Die Erde, das Klima und das Handwerk bilden eine Einheit. Der reine Tee, der nicht aromatisiert ist, bringt uns einfach auf die Einfachheit der unverfälschten Dinge und schlussendlich auf uns selbst zurück, wenn wir mit unseren Sinne den Duft und den Geschmack entdecken und kosten!
Wir tranken gestern zuerst einen Runde verschiedener Dongding, einen Runde verschiedener Fenghuang Dan Cong und anschließend eine Runde Tie Guanyin. In Dschungel der Angebote und verschiedener Meinungen versuchen wir die Sprache des Tees zu verstehen und eine Klarheit für uns zu schaffen.
Im Duft des Tees war der Winter draußen plötzlich nicht mehr so kalt. In der Dunkelheit ging ich auf dem Heimweg und kehrte in ein anderes Land zurück.

Ausflug mit Länggass Tee in Paris 2005
Paris 2005

3 Gedanken zu „Teefreunde in Bern

  1. Markus Seger

    Es wäre schön, an dieser Stelle einen Link zum Teeladen in der Länggasse in Bern zu finden. Auf der Suche danach, bin ich in diesem Blog gelandet. Ich verzieh mich auch gleich wieder, eingeschüchtert von soviel Tee-Wissen. Bis ich dann wieder in der Länggasse auftauche, um meinen Sencha Yamato zu kaufen. Den Tee, der mir teuer genug ist, diesen Preis dafür zu zahlen.

    Liken

    Antwort
  2. Menglin

    Ich danke Deine Hinweise und Mühe, lieber Pierre-Yves.
    In diesem Blog bin ich nicht verpflichtet, irgendeinen Wünsch von Leute zu befriedigen. Wer behauptet, dass ich ein Link dort hin und hier her machen muss? Darum ist die Reaktion von Herrn Seger schon sehr merkwürdig für mich, was er alles hier erwartete und sich emotional beleidigt fühlte.

    Liken

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s