Archiv für den Tag 06/01/2008

Lapsang Souchung und Laphroaig

LaphroaigLaphroaig

Whisky im Teeblog?

Ja, Du siehst es richtig. Ich schreibe nun einen Beitrag über diesen Whisky, der der einzige Single Malt Whistky Hoflieferant von Prinz of Wals ist. Wow!

Ich konnte mich nicht entziehen, nach einem Teaparty noch ein Glässchen mit dem schönen Bankier Hannes am Bar zu trinken. Eigentlich trinke ich selten Alkohl außer einem Glas Champagner. Aber die Pia hat mir ein Glässchen Laphroaig vor drei Stunde zum Schnuppern gegeben und dieser Schluck verführte mich zu einer anderen Welt. Lapsang Souchung in diesem Moment wieder zu erkannen – das machte mich sprachlos.

Gerne bestellte ich ein Glässchen 10jährigen Laphroaig und Hannes ein Glas Champagner. Wir plauderten ein wenig, was die Welt geschah. Das schöne mit ihm ist, obwohl man sich selten trifft, muss man keine Standortbestimmung austauschen oder über das Wetter sprechen. Man kommt gleich zur Sache. Dem schweizer Bankier könnte man eine Menge Geheimnisse anvertrauen und gleichzeitig eine ganze Menge Information ganz diskret abfragen. Der mit selektiver Wahrnehmung gut geschulter Barkeeper wußte immer ganz genau, wann er etwas fragen sollte, und wann er sich unsichbar machen musste. Ich fragte dem deutschen Barkeeper, ob er mit der Ronnenfeldtee zufrieden wäre. Er sagte mit einer Sicherheit, dass er die Auswahl super findet und die Teeliebe dieser Firma bewundert. Er selber war bereits paar Male in Teeseminar von dieser Firma und total begeistert. Ich sagte, „Oh, Sie sind ja ein Teesommelier!“ Er lächelte leicht schüchtern und meinte, dass er noch nicht so weit sei.

Laphroaig 10jährig wird so beschrieben:

Duft: Hölzern. Etwas Birne. Spuren von milder Schokolade.

Geschmack: wie eine „rauhe See“ mit extremem Torf, d.h. torfig, salzig, ölig, teerig – mitunter aber auch als medizinisch bezeichnet.

In meinem Zunge und Nase entdecke ich nicht wie vorgeschriebene Notizen, was es sein sollte. Ich entdeckte Lapsang Souchung! Dunkel, leicht salzig, fruchtig, sogar Vanillen und rauchig! Diese eindeutige rauchige Note von Lapsang glaube ich in der so genannten „medizinisch“ zu finden. Dieser Whisky hat nicht nur das wie etwas Birne- oder Schokolade-Note anzubieten, sondern ein Hauch von reifen Pflaumen und duftender fruchtiger Verführung. Ich schmecke den Gangkou Cha 2002 und den Lapsang Souchung aus Wuyi in diesem Laphroaig! Ich fühlte mich total berührt, irgendwie.

Hannes versuchte mir aufzuklären, wie ein Whisky aus Malt hergestellt wird. Auf einer rauchen Insel sagte er. Dieser Whisky sei eigentlich zu stark für mich, schaute er wie ein Bruder zu mir. Wie ein Seemann fühlt man sich, an einem rauhen Tag auf einer rauhen Insel, gegen Abend am einem Hafen, wo kein Besucher mehr kommt. Dunkel, stark und wehmutig. Die Tropfen bringen viele Dinge wieder hoch. Die Tränen eines Seemannes könnten sehr heilsam sein.

Er wollte mich Heim fahren. Ich lehnte ab. Leicht berauscht – ich trinke ja wirklich selten Alkohol. Ich wollte dem See entlang nach Hause spazieren. Leere Strasse am Ende der Ferientagen hatte wenige Passanten. Sehr bald erreichte ich St. Jacob. Noch vor der Kirche, sah ich eine dunkle Gestalt im Schatten auf der Sihlbrücke, die auf jemanden wartete. Ich grüsste sie. 

Teetheater und ein Tee aus einer Silberkanne!

Teetheater und ein Tee aus einer Silberkanne!

Im Hotel Eden au Lac fand heute ein Teetheater statt, gespielt von Teeliebhaber aus Teeclub Schweiz. Es sollte sich um eine Familie Wolf handeln, dessen Grossvater sich unsterblich in dem roten Käppchen verliebt. Der Grossvater wurde von dem schönen Hannes gespielt, von dem bereits Päonie Teeparty veranstaltet wurde. Jürg, der Präsident, spielt seinen Sohn, der vergeblich versuchte, den Vater wieder zum Vernupft zu bringen.

Ich kam selbstverständlich wieder zu spät und habe nur das Ende mitbekommen, wie Hannes Gesicht rot geküsst wurde und seine Liebeserklärung offenbarte.

Anschliessend fand die Teeparty statt. Auf dem Teetisch stand eine grosse Auswahl von Ronnenfeld und viele schöne Silberkanne. Zum Glück brachte Teefreundin Ursula aus Zug, die einen Teeladen führt, viele schöne offene Teesorten mit. Diese Silber-Teekanne machte mich total neugierig. Da Suzanne und Jörg mir bereits aufmerksam machten, dass die Silberteekanne bei der Zubereitung etwas bewirken könnten. Ich fragte die Personal, ob die Teekanne nur versilbert sei, oder 100%. Die Antwort lautete, selbstverständlich 100%. Ja, ein 5 Sterne-Hotel dufte so etwas anbieten. Ich bereite selber einen Oriental Beauty aus Miaoli zu, obwohl der nette junge Mann von Hotel mir helfen wollte.

Ich kenne diesen Oolong gut und weiss, wie er ungefähr in einer 0,5 Liter Kanne aus Porzellan und Ton ungefähr schmecken könnte. Doch ist ein Unterschied festzustellen.Seine Duftnote ist heller, transparenter, besser gesagt klarer. Man könnte sie sofort feststellen ohne paar Sekunde zu warten. Der Aufguss ist geschmeidiger und aromatischer als gewöhnt. Mit dieser Begeisterung entschied ich mich nach Japan zu fliegen, wenn ich wieder in Asien bin. Eine Silberkanne zu besorgen, nicht nur für den Gongfu Cha, sondern auch für Kinrin-Zeremonie 贵人茶 - ein Tee für VIP. Dann erwarte ich nur noch auf VIP-Besucher in meinem Teeraum…

Das Foto: Elisabeth und Cordula tranken einen Yünan Dianhong aus Silberteekanne. Unglaubliche schöne Teestunde verbrachten wir gemeinsam am unseren Teetisch!