Archiv für den Tag 02/01/2008

Darjeeling Makaibari Silver Tips

Vor Durst habe ich reichlich Sake getrunken;

    unter dem Krischbaum liegend –

Wundervolle Träume.                     Ryokan

Vor Durst trank ich den Darjeeling, anstatt Sake und erhielt dabei wundervolle Träume.

Darjeeling ist in diesem Blog ein Fremdwort. Nicht, dass ich etwas gegen den indischen Tee hätte, sondern weil ich bis jetzt keinen richtigen Darjeeling für mich fand. Dieser typische Darjeelinggeruch, der für mich eher eine erfolglose Fermentation bedeutet, stoßt mich eher ab. Das so genannte Frische erinnert mich nur an Heu.

Am letzten Tag im Jahr 2007 bevor ich weiter nach Bern reiste, besuchte ich Thomas in seinem verlassenen Teegärtli in Burgdorf. Er brachte mich zu dem Teegärtli, der seinen letzten Tag bereits hatte und leer verlassen aussah. „Überlege Dir Mal richtig, bevor Du einen Laden aufmachst! Du hast nur mit dem Früchtekunde zu tun und Deine Präsenz wird nicht belohnt. Aber Du wirst gebunden wie ein Hund an der Leine.“ Schwer und Wehmutig warnte er mir, als er das Licht im Teegärtli einschaltete.

Leere Dose, halbgefüllte Früchteteeflasche und einsame Teekanne standen noch auf dem Regal. Er erzählte mir, wie schwer es war, diesen Entschluss durchzusetzen. Ich sagte ihm, dass ich es verstehe, wie es ist, selber allein vor einem Projekt zu stehen. Aber, Tee bringt doch immer einen Energie-Wechsel, wenn wir mit Weggefährte zusammen trafen und eine Tasse teilen. Er seufzte, hier im Emmental ist er wohl ziemlich allein und einsam. 

Trotz allem, für diese Stunde, in dem wir uns trafen, möchte er in diesem Teegärtli noch eine gute Tasse Tee für mich zubereiten. Eine Tasse Silver Tips aus Makaibari Garten! Ein Darjeeling… Eigentlich lieber nicht. Aber ich sagte nichts. Wer weiss, warum gerade jetzt eine Tasse Darjeeling, dachte ich. Ich folgte dem kosmischen Regal und liess den Tee geschehen.

Doch ein Wolke stieg. Ich sah dem Jungle. Noch keine Blume, noch keine Früchte. Nur der frische Wind aus dem Nebel im Jungle. Die Tasse gold, die Farbe Sunshine und der Geschmack geschmeidig wie Seide. Was für eine schöne Überraschung am Ende 2007! Ich spürte eine tiefe Dankbarkeit. Als die Tasse leicht erkaltete, duftet es nach Blumenwiese. Was für einen Traum? Bin ich in dem Traum oder der Traum in mir?

DarjeelingJungle von dem Makaibari Teegarten

Thomas gab mir eine Tüte von diesem zauberhaften Darjeeling. Dieser Tee hat meine Vorstellung von Darjeeling grundlegend verändert! Wie ein Frosch im Brunnen, der endlich die anderen Teile des Himmels außerhalb dem Brunnen gesehen hat, sprang ich weiter zu meiner nächsten Station. Glücklich, unbeschwert und aufgeklärt.

Nachtrag: Thomas Grimm beschäftigt sich weiter mit dem Tee. Man kann mittels Internetseite seine Tees bestellen oder mit ihm kontaktieren. So ein kreativer Mensch wie er, ist eher ein Tee-Designer als ein Tee-Verkäufer. Ich hoffe, dass wir in Europa so ein Tee-Talent nicht aus unseren Augen verlieren!