Archiv für den Tag 08/01/2008

Teeliebhaber Zhou Zuoren 周作人 und Eileen Chang 张爱玲

Schriftsteller Zhou Zuoren (1885-1967), Eileen Chang (1920-1995) und mich verbinden drei Dinge: Tee, die Auswirkung des japanischen Kriegs im 20. Jahrhundert (das japanische Karma in der chinesischen Geschichte) und das Fremdsein.

Zhou und Chang redeten gerne über Tee, schrieb über Tee und benutzten Tee als Metapher in ihrem Werke. Beide verliebten sich in jemanden, der eigentlich ein Feind war, eine Japanerin und einen Landesverräter. Beide waren Fremde in ihrer eigenen Land und bleibt als Fremdkörper bis zu ihrem Tod, weil sie anders als andere waren. 

Eillen Chang ist bekannt im Westen durch erfolgreiche Verfilmung vieler taiwanesischen Regiessueren wie Ho Xiaoxian (Flowers of Shanghai) und Lee An (Ang Lee, Lust Caution). Ihre Figuren sind Frauen, unzufriedene, kriegende and an Liebe erkrankte Frauen in jener chinesischen Gesellschaft (vor allen in Shanghai). Für sie lebe eine Frau für die Líebe, die allerdings illusorisch ist. Wahrscheinlich war diese Haltung Augenzeuge ihres eigenen Leibs. Sie verliebte sich in einem brillianten umstrittenen Figur in der japanischen Besatzungszeit – Hu Lancheng, der als Landesverräter galt, verheiratet war und ein Freuenheld spielte. Die Marketingstrategie der Ang Lees Film war, die Geschichte „Lust, Caution“ als Andeutung der Geschichte zwischen Eileen Chang und Hu Lancheng zu verkaufen. In Westen wurde dieser Film als ein Sieg der Liebe und Sexualität gefeiert, die sich keiner Moral unterordnen. Das weibliche Selbstbewusstsein Wangs erwachte aus der Sexualtität und entschied aus dieser Selbstfindung, ihren Liebhaber zu retten und verriet gleichzeitig ihre Freunde. Ich würde hier eine Gegenthese antreten: Eileen Chang wollte uns eins sagen, dass die Liebe eine lächerliche Fiktion ist. Die Liebe von Wang Jiazhi zu ihrem Liebhaber fing aus einer Fiktion an und wurde immer wahrscheinlicher, indem es wahr werden sollte, um real zu sein. Sie hätte sich nicht in diesem Landesverräter verlieben müssen, wenn sie ihn nicht töten sollte. Sie suchte und sehnte Liebe so stark, dass sie ihren Idealismus und ihr eigenes Leben zum Schluss opferte. Es ist kein Sieg der Liebe, sondern eine Offenbarung der Illusion (Dummheit), dass „Frau“(man) geliebt wird.

Eileen Chan beschrieb die Sznerie von Gefühlsausbruch und Situationen zwischen Mann und Frauen gerne durch Tee. Ihre Protagonistinnen sind Teeliebhaber, die durch Tee ihre kontrollierte Gefühle ausdrücken wollten, aber leider nicht immer von Teeliebhaber empfangen und geliebt werden. Eileen Chang starb in ihrer Zurückgezogenheit in einer Wohnung New Yorks, eine Stadt, wo das Fremdsein erträglich ist.

Zhou ZuorenEine moderne Rezeption über Zhou Zuoren „Zhou Zuoren Sheng Ping Yi An“

Zhou Zuoren hatte das Glück nicht. Er lebte im Schatten seines bekannten Bruder Lu Xun und machte den Fehler seines Lebens, an der Regierung Wang Jingweis (von Japaner gestützte Regierung) mitzuarbeiten. Es sei Schuld seiner japanischen Frau, von der er selten erwähnte. Aufgrund dieser Vergangenheit wurde er von Jiang Jieshi verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Später wurde sein Bürgerrecht von der Maos Regierung entbehrt und dufte nur zu Hause, Bücher übersetzen. Zhou konnte Griechisch, Russisch, Japanisch und Englisch. Sein Experiment englische Werke ins Altchinesisch zu übersetzen, scheiterte an schlechten Verkaufszahl. Er starb noch in der Kulturrevolution, in der Verfolgung und bleibt in China als eine umstrittene Intellektuelle.

Ein gerne und mehrfach zitierter Tee-Absatz Zhou Zuorens:

He Cha Dang Yu Wayu Zhichuang Xia

Wenn wir Tee trinken, wäre es am besten unter dem einfachen Ziegeldach und vor dem Papierfenstern.

Xing Quan Lu Cha

Eine klare Quelle zum einem grünen Tee

Yong Su Ya de Taoci Chaju

Mit einfachen und schlichten Keramik oder Porzelan

Tong Liang San Ren Gong Yin,

Zwei oder drei Teeliebhaber gemeinsam,

De Ban Ri Zhi Xian, Ke di Shinian de Chen Meng.

sich einen halben Tag Muße zu gönnen, um 10 Jahre Samsara (die phänomenale Welt, ein ewiger Kreislauf zwischen Begehren und Vergänglichkeit) auszugleichen (vergessen).

Der Essay geht noch weiter. Ich werde versuchen, diesen berühmten Essay im Blog zu übersetzen. Vielleicht könnten wir ein bisschen schnuppern, wie ein chinesischer Teeliebhaber in den 20er Jahren Chinas mit Tee lebte.