Alishans seltener Dongpian!

Der Heimkehrer wurde Fremde.

Ich kehre nach Zürich zurück und merke, dass es viele Veränderungen geben muss.

Enttäuschungen, Aerger und Frust.

Ich habe gesehen, dass viele Bequemigkeiten Probleme verursachen. Diese Probleme habe ich ausgehalten aus Bequemigkeit. Aus Bequemigkeit führt es zu weiteren Konsequenzen.

Was braucht man wenn man im Dunkel ist? Was riecht man wenn man keinen Aussicht sieht? Was schluckt man, wenn man das Geschehen bitter schmeckt? Ich will die Funken der Zukunft sehen.

Wie die Funken aus der Zukunft schmeckt eine Tasse Alishan Dongpian von Shan Zhu.

Shan Zhu, auf Chinesisch Wildschein, hat immer Pech im Leben. Alles, was er berührte, scheiterte. Er scheiterte nur nicht beim Tee-Machen.

Als Shan Zhu eines Tages ein abgeholztes altes Kampferbaum im Wald sah, dachte er Lotto gewonnen zu haben. Er wollte das Holz auf dem Schwarzmarkt gut verkaufen. Die Absicht scheiterte so wie der Gott es will. Er muss dafür ins Gefängnis gehen. Da er kein Geld hat für die Strafe zu bezahlen, entschied er sich länger im Gefängnis zu sitzen. Er rief meinen Lehrer Atong an und erzählte ihm es weinerlich. Atong tröstete ihn, dass es ein gutes Deal ist, wenn er 60000 CHF durch ein Jahr Gefängnis-Aufenthalt verdienen kann. Atong bat ihn einen guten Tee zu produzieren, bevor er gefangen wird.

Am 08.01.2018 kam der Alishan Dongpian nach Taipei. Shan Zhu produzierte ihn sorgfältig, als ob es sein letztes Mal wäre. Er verbrachte doppel so lange Zeit, um den Dongpian zu produzieren.

Er schmeckt leicht flora – ich rieche Neroli und Limettenblüte. Es ist süss, aber so unfassbar – wie die süsse Seite des Lebens – als ob Shan Zhu seine Sehnsucht nach einem leichten Leben in diesem Tee reingewoben hat. Doch schmecke ich ein Hauch von dem grünen Nordlicht am Nordpol. Es tanzte im Horizont wenn es DUNKEL ist. Der Himmel wird so frei, obwohl die Sicht beschränkt ist.

Die seidige Textur gleitet. Samtig und sanfmütig.

Etwas Mystisches kommt aus der Tasse hervor.

Was nährt einen, wenn man Frust schmecken muss? Die Hoffnung!

Hat der Shan Zhu gewusst, dass dieser Tee vor seinem Freiheitsstrafe hoffnungsvoll schmeckt?

Atong wollte nicht, dass ich zu viel bei seinen Schülern von diesem Dongpian erzählte. Er wollte nicht zu viel von dem Dongpian verkaufen. Er sage mir, „wir müssen ihn zwei Jahre aufbewahren, bis Shan Zhu wieder frei ist.“ Er hob eine ganze Sack auf. Er denkt an seinen Freund Shan Zhu? An den Geschmack von Hoffnung.

Der Hirsch bracht Platz

Ich kam heute mit dem Zug nach Zürich. Im Wagen gab es Sitzplätze, wo 4 Personen gegenüber sitzen konnten. Ich lief ahnungslos zu einem Platz, wo eine blonde junge Frau bereits stand und mich böse anschaute. 5 Sekunde später lief Ihr blonder Freund gleich zu ihr. So sassen wir zu dritt an einem 4er Sitzplatz.

Es wurde mir klar, dass ich störte.

Auf einmal erinnerte es mich an die spezielle Erfahrung in Taipei.

In Ubahn von Taipei sass ich mit meinen Tragtaschen an einem Platz, wo 2 Personen sitzen können. Wie gewöhnt liess ich meine Taschen neben mir auf dem leeren Platz. Der Wagen wurde immer voller. Ich schaute ganzer Zeit meine Handy an und realisierte gar nichts. Auf einmal merkte ich, dass viele Leute standen und der Platz neben mir war einfach leer. Wegen meinen Taschen stand er leer. Aber niemand hat etwas gesagt. Niemand. Ich schaute um. Viele Menschen, vor allem Frauen hatten viel zu tragen. Eine ältere Dame hatte drei Einkaufstüten und die Tüten trug sie auf ihrem Knie. Um sie sassen Menschen…

Ich wurde rot. Ich schämte mich über mein schlechtes angewöhntes  Verhalten aus Zürich.

Es war ein Kulturschock. Nur, ich war der Heimkehrer.

Ein Tee von gutem Handwerk

Meiste Freunde aus Taiwan wissen, dass ich Tee verkaufe. Jedesmal bekomme ich während meines Aufenthalts viele Tipps und Einladungen um neue Teebauer, neue Teehäuser oder neue Teekontakte zu knüpfen. Es ist recht mühsam für mich. Oft weiss ich nicht, wie ich es ablehne ohne Menschen zu verletzen. Aber es ist wirklich mühsam!

Wie kann ich diesen liebevollen Menschen sagen, dass ich nicht mehr auf der Suche bin? Ich bin angekommen. Der Teeweg wird von einem Kompass geführt.

Meiste Freunde von mir sind Teeliebhaber. Sie trinken gerne Tee, kokettieren sich gerne mit Kultur und lieben Vernetzungen. Aber sie wissen nicht viel über Tee, sie wollen auch nicht. Weil sie zufrieden sind damit. Sie wissen nicht, was ich verkaufe.

Letzte Woche wurde ich eingeladen zu einer Räucherzeremonie. Der Gastgeber sagte, dass der Mann, der anhand von Berührung der Hölzer die Herkunft erahnen kann, bloss ein Handwerker ist. Er ist kein Handwerker und interessiert sich nicht für die Herkunft und Produktion des Duftholzes. Er macht es einfach.

Seine Aussage stimmt für ihn, es stimmt nicht für mich. Ich möchte wissen, was ich verkaufe. Ich möchte zuerst ein guter Handwerker sein, der weiss, was er tut.

Also, was für Tee verkaufe ich? Ich möchte gerne Tee verkaufen – wie mein Lehrer Atong sagt – mit Herkunft. Das heisst, ein Oolong ist ein Oolong, nicht ein vergrünter oder ein grüner Tee. Ein Pu Er Gushu ist ein Xiaoshu. Ein schwarzer Tee ist kein Oolong oder Gaba Tee. Ein Tee, der ein traditionelles Vorbild hat, verwurzelt ist in einem Wissen und einer Kunst. Das bedeutet, es ist nicht Bio-Like, nicht Natur-Trend und nicht Lifesytle! Es ist aus einem soliden guten Handwerk.

Es war eine erlebnisreiche Reise und es tat mir sehr gut. Wieder etwas zu lernen, etwas zu entdecken und vieles neu zu orientieren! Das kann nur geschehen, weil das innere Kompass mich führt ohne die Absicht, etwas zu vernetzen!

Wie schmeckt ein Eisblatt Oolong?

Das schöne Bild verbirgt ein grosses Problem.

Wenn die Teeblätter Frost bekommt, wenn der Bauer das Phänomen weiter lässt, wenn die Sonne aufgeht, dann sehen die vereisteN Blätter so aus:

Die Teeblätter sind verletzt und können nicht gepflückt werden.

Was hätte der Bauer tun müssen? Drei Möglichkeiten hätte er. 1. Ventilator einbauen und einschalten. Die Luftzirkulation hilft enteisen. 2. Rauch produzieren, um die Atmosphäre anzuheizen und zu verändern. Aber das verschmutzt die Luft. 3. Wasser spritzen. Die günstigste Methode.

Wenn die Teeblätter doch die Eiszeit überlebt, was passiert dann? Ein wunderbarer Oolong von unverwechselbaren Geschmack, Schneeflocken Oolong! Im Februar, wenn wir Glück haben, gibt es in Shui Tang!

Oriental Beauty?

In dem Teeforum hat jemand einen Oriental Beauty gebracht.

Atong bezeichnete es als Mücken Oriental Beauty.

Was bedeutet? Der Tee ist sehr fein und schlank. Die Farbe sehr dunkel. Das heisst, der Tee wurde nicht von Zikaden befallen.

Dieser Tee ist von einem sehr bekanntem Mann produziert. Aus Emei bei Xinzhu. Preis ab 400 sfr. für 600g.

Warum gibt es solche Phänomen? Atong sagte immer, weil die Leute gerne Geschichte hören, weil Leute gerne einen Guru oder Stars haben.

Wenn Schüler gegen Ende von Seminar bessere Teemuster bringen kann, dann haben Sie Fortschritte gemacht!

Im Shui Tang bekomme ich auch viele Teemuster von Kunde zu besichtigen. Manchmal frage ich mich auch, wieso geben die Leute so viel Geld aus für ein Märchen.

Gersten würde ich eingeladen von einem berühmten chinesischen Arzt, der mich fragte, ob ich von einem Nü Er Pu Er gehört habe. Ich sagte nein. Er sagte mir, dieser Tee sei aus dem zartesten Pflückgut und gepresst bewahrt in einem Kampfer Holz Schachtel. Ich fühlte mich in jenem Moment richtig sprachlos. Weshalb schaut man die Lüge nicht durch? Was für Illusion! Was für Marketingstrategie!

Ich war nüchtern, „ein super Pu Er von reinem Gushu würde ich niemals in einem Kampfer Holzschachtel aufbewahren. Der Tee bekommt nur diese Kampfer Note. Ich würde nur einen schlechten Tee mit faden Geschmack so etwas antun.“

Tee Forum!

Am Anfang und am Ende des Semester lädt mein Lehrer Atong immer seine Schüler ihre selbst eingekaufte Teesorten mitzubringen. Er schaut alle Teesorten durch und erklärt es. Er sagte mir, dass der Unterschied des eingekauften Tees zwischen Anfang des Semesters von dem Ende sich stark unterscheiden. Die Schüler lernen vieles im Seminar und kaufen zurückhaltender als vorher. Natürlich dann auch oft besser.

Ich hatte das Glück mitzumachen. Es machte so spass, auf einmal so viele Teesorten anzuschauen, zu lernen und Frage zu stellen. Wenn man nur schreibt und denkt, ist die Frage im Tee nie konkret. Mit einem Muster ist perfekt um Tee zu lernen! Ich habe ihn gebeten, diese Forum unbedingt bei seinem nächsten Europa Besuch einzuführen!

Wasser fließt nach Osten

Ein wunderschöner Tag in Beipu und Emei.

Ein traditionsreiches Haus, bei einem weiß blühenden Pflaumenbaum.

Ein Refugium eines Küstlers am Wasser-Fluss nach Osten (der Ort heißt so).

Ein 80jähriger Meister der frischen Bambus spaltet um Reisnudeln-Trocknungsgestell per Hand herzustellen. (Ich habe seinen Sohn sofort Aufträge für Gongfu Cha Korb veranlasst!)

Bei einem Töpfer Meister, der trotz fehlenden Fingern eindrucksvolle Teekanne herstellt!

Wasser fließt!

Ausflug um verlassene Teegärten zu erinnern

Jedes Mal wenn ich zurück bin, fährt mein Lehrer mich einmal zu einem Teeanbaugebiet.

Für ihn können die meisten Tee-Redner bloss reden und schreiben, haben allerdings keine Ahnung vom Praxis. Ich muss mich immer weiter bilden, denkt er. Ein Lehrer, der seine Schüler weiter bringen will, ist mein Lehrer.

Mein Vater fragte mich einen Abend vorher, ob ich weiss, wohin wir fahren. Ich wusste nicht wohin. Warum soll ich wissen?

Wir führen aus Taipei und über Autobahn Richtung Yilan. Weshalb Yilan? Yilan hat eine grosse Anbaufläche von Wuyi und er wurde einst stark geröstet als Ergänzung zu anderen Anbaugebieten Taiwans.

Natürlich müssten wir ein Stop bei Yuanshan machen, um Fischball Suppe zu nehmen. Einfach und gut. Ich hatte nie so sanften geschmeidigen geräucherten Tisch gegessen. Mit grosser Zufriedenheit fuhren wir weiter.

Dann landeten wir in einer grossen Flächen von verwilderten Teegarten. Atong wollte mich unbedingt dorthin bringen, damit es klar ist, was bedeutet verwilderter Garten, verlassener Garten und gepflegter Garten!